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NSDStB.-Gruppen gegründet. Damals erging der Ruf der Partei an die Besten der Studenten und Dozenten. Aber die Universitätsbehörde und die Dozentenschaft leisteten geschlossen Widerstand. Bei der Langemarckfeier im Jahre 1931 legte der NSDStB., der seit 1929 verboten war, als Sektion der NSDAP.-Ortsgruppe Bockenheim einen Kranz mit Hakcnkreuzichleifen am Ehrenmal der Universi­tät nach der offiziellen Feier nieder. Am nächsten Tage ließ der Rektor auf Betreiben der roten Stu­dentengruppe, die erlaubt war und im Ehrenhof der Unioerfität auch den Ehrenplatz hatte, die Schleifen entfernen. So wie in der Gauhauvtstadt Frankfurt, so erbittert war auch der Kampf in den übrigen Hoch- und Fachschulstädten des Gaues. In Gießen haben sich in dieser Zeit nur wenige zum Braunhemd des NSDStB. bekannt. Aber chr zäher und unbrechbarer Wille hat ihnen den Sieg gebracht. Schon 1932 konnte die Gießener Studen­tenschaft im AStA. (Allgemeiner Studenten-Aus- schuß) die Einführung des numerus clausus für Juden verlangen I

Doch ie schärfer die Gegensätze um so inniger wurde oie Zusammenarbeit zwischen Studenten­bund und Partei. In Darmstadt war es der damalige SA.-Sturmführer Walcher, der schon Jahre vor der nationalsozialistischen Revolution die Hochschulgruppe an der Technischen Hochschule Darm- stabt führt« und sie auch in die Machtübernahme führen durfte. Seine Arbeit, die oft durch harte Auseinandersetzungen mit bürgerlichem Unverstand erschwert war, brachte ihm die Anerkennung der Partei. Gauleiter Sprenger berief ihn zu seinem Vertrauensmann für studentische Fragen, und im Sommer 1934 wurde er Gaustudentenfüh- re r. Im Jahre 1935 wurde Kamerad Walcher stellvertretender Reichsführer de» NSDStB.

Nach der Machtübernahme wurde im Zuge des Aufbaues der Studentenbund zu einer Organisation gestaltet, deren höchstes Ziel es ist, die Studenten der Hoch- und Fachschulen zu fanatischen Kämpfern der nationalsozialistischen Weltanschauung zu er­ziehen. Diese Erziehungsarbeit, die in den Käme- radschaften des NSD.-Studentenbundes geleistet wird, erfolgt im unmittelbaren Auftrag des Füh­rers. Im Jahre 1936 sprach Adolf Hitler vor mehr als 5000 Studenten in München im Zir. kus Krone anläßlich der 10-Jahresfeier des NSDStB. In einer großen Rede sprach der Führer von dem tiefgreifenden Prozeß der nationalsozialistischen Machtergreifung, die eine wahrhafte Revolution, eine Umwälzung von geschichtlich seltenem Ausmaß barstellt. All denen, die da glaubten, die deutsche Eigenart ging durch den nationalsozialistischen Zen­tralismus verloren, hielt der Führer entgegen:Ich weiß, was Ihr verliert, ich weiß aber auch, was ich Euch dafür gebe. Ihr verliert die Vergangenheit, aber Ihr gewinnt die deutsche Zukunft. Deutsch sein heißt klar sein, klar sein heißt logisch denken und handeln, logisch handeln heißt zweck­mäßig handeln, und ich handele zweckmäßig, wenn ich dem Volke jene Verfassung gebe, die es stark macht.. ."

Di« letzten Worte de» Führers gelten den jungen Studenten, die er an ihre besondere Sendung er­innert, die sie einst zu erfüllen haben als die zu höheren Führerstellungen Berufenen:Und so sollen Sie Bannerträger des Willen« und der Autorität der Staatsführung werden." Diesen Erziehungsauftrag zu vollstrecken, ist heiligste Aufgabe der Kameradschaft des NSDStB. Mit ihren Kameradschaften gehen die nationalsozia» listischen Studenten seit Jahren in den studentischen Land-und Fabrikdienst, um die Arveit und die Lebensbedingungen des deutschen Bauern und des deutschen Arbeiters kennen zu lernen. Dar- überhinaus wurde gerade der letzte Vorkriegseinsatz in der Erntehilfe im Jahre 1939 zu einer er­folgreichen Unterstützung der Landwirtschaft i m b e - drohten Osten. Von den 46 000 studentischen Erntehelfern des Jahres 1939 waren 3000 aus dem Gau Hessen-Nassau. Auch Gießener Studen­ten nahmen mit gutem Erfolge an den Reichsbe- rufswettkämpfen teil; auf den Gebieten des Fabrik- und Landeinsatzes wurde mit steigendem Erfolg ge­arbeitet. So nahmen 1939 und 1940 etwa 80 v. Sy am Land- ober Fabrikdienst des NSDStB. teil. Aber auch auf kulturellem Gebiet hat die Gießener Studentenschaft ihre Leistungsfähigkeit unter Be­weis gestellt. Davon mag die große Zahl der guten Feierstunden, Hausmusikabende und Gemeinschafts, abenben der Kameradschaften unb ANSt.-Gruppen ein Zeugnis ablegen.

Nach dem Ausbruch des Krieges verkündete im Jahre 1940 der Reichsstudentenführer die studen- tische D i e n st p f l i ch t. Im studentischen Kriegseinsatz stellt der Student der Heimat unter Beweis, daß er sich seiner Kameraden an der Front würdig erweist, indem er mehr leisten will als in normalen Zeiten. So wurden z. B. von den Studenten der Frankfurter Hoch- und Fachschulen im vergangenen Jahr mehr als 20 000 Arbeitsstun­den bei der Reichspöst geleistet. Einem Wunsch der Straßenbahn entsprechend wurden Studenten als Schaffner ausgebildet, die in erster Linie an Sonn­tagen eingesetzt.werden, um den verheirateten Schaf- nern und Schaffnerinnen die Möglichkeit zu geben, den freien Sonntag im Kreise der Familie zu ver­bringen. Weiterhin wurden Studenten bei der Reichsbahn in der Eilgutabfertigung usw. eingesetzt. In den übrigen Hoch- und Fachschulstädten des Gaues Hessen-Nassau, wo die Arbeit nicht so stark anfällt wie die Gauhauptstadt, bildet die Tech­nische Nothilfe die Studenten, insbesondere die von technischen Hoch- und Fachschulen, zum Ein­satz bei Katastrophen aus.

Zu dieser stetigen Einsatzbereitschaft, wie sie die Partei von jedem Nationalsozialisten verlangt, er­zieht der NSDStB. im engsten Zusammenwirken mit der NSDAP, feine Studentenbundsmänner. Das studentische Führerkorps steht heute hundert­prozentig an der Front und erfüllt dort seine Pflicht. Ihrem Vorbild werden die Studenten der Heimat nacheifern unb durch erhöhten Einsatz ihren Teil zum Siege Groh-Deutschlands beitragen.

Die Feier in München.

Empfang durch den Stellvertreter des Führers.

München, 26. Jan. (DNB.) Die 15-Jahrfeier des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes fand in der Hauptstadt der Bewegung statt. An der Feier nahm bas gesamte studentische Führerkorps teil. Die Gaustudentenführer unb Studentenführer begrüßte der bevollmächtigte Vertreter des Reichs- ftuoentenführers im Kriege, Pg. Dr. Fritz Kudach. Dann sprach der Reichsstudentenführer Dr. Scheel über die Erziehungsziele des NSDStB. unb stellte dabei drei Forderungen auf: Der deutsche Student muß erzogen werden zu einem Kämpfer für den Führer und den Nationalsozialismus, zu einem Könner von höchster beruflicher Leistung und zu einem Sozialisten« der kompromißlos den

sozialistischen Gedanken der deutschen Revolution in sich tragt unb in seinen Taten verwirklicht.

Dann fand die Totenehrung an den Ehrentem. peln auf dem Königlichen Platz statt. Reichsstuben, tenführer Dr. Scheel legte zu Ehren der Toten ber Bewegung unb insbesonbere zu Ehren des als Blut- zeugen ber nationalsozialistischen Bewegung am 9. November 1923 gefallenen Studenten Karl La force Kränze in den Ehrentempeln nieder. Nach der Gefallenenehrung wurde das studentische Führerkorps vom Stellvertreter des Füh­rers im Führerbau empfangen. Reichsstudenten­führer Dr. Scheel gab ber Dankbarkeit Ausdruck, die das deutsche Studententum dafür empfinde, daß die Partei ihm im Kriege Aufgaben von besonderer Bedeutung zugewiesen habe und überbrachte dem Stellvertreter des Führers Arbeitsergebnisse aus dem Kriegsleiftungskampf der deutschen Studenten.

Dann sprach ber Stellvertreter des Führers. Er wandte sich insbesondere a n b i e

Die Konferenz der

Montevideo, 27. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Heute beginnt hier die Konfer en z ber L a - Plata-Staaten. Von den fünf teilnehmenden Nationen sind Uruguay, Paraguay und B o - l i o t e n durch ihre Außenminister vertreten, wäh­rend Argentinien und Brasilien Delegatio­nen entsandt haben. Das Ziel ber Besprechung ist die Steigerung des regionalen Han­delsaustausches, um den Rückgang der Aus­fuhr, die durch die englischen Dlockademaßnahmen schwer geschädigt worden ist, einigermaßen auszu- gleichen. Die Landeserzeugnisse ber La-Plata-Staa- ten gingen vor dem Krieg zum weitaus größten leü nach (Europa. Gerade die letzten Monate haben aber gezeigt, daß die Vereinigten Staa­ten von Nordamerika trotz aller Propaganda nicht imstande sind, für diesen durch britische Willkür Der» ursachten Verlust einen Ausgleich zu schaffen. Die La-Plata-Republiken wollen also versuchen, sich durch Selbsthilfe eine wirtschaftliche Entla­stung zu schaffen.

Dl« an der La-Plata-Konferenz teilnehmenben Abordnungen haben dem ihnen zugestellten Pro­gramm ber Tagung zugestimmt. Bolivien unb Paraguay haben folgende neun Vertragsent­würfe unterbreitet: Ein Abkommen über ausschließ­liche Hanbelsvorteile zu Gunsten ber im Innern ge­legenen Länder sowie über die Benutzung des La» Plata-Stromes unb seiner zwischenstaatlichen Ne­benflüsse. Beiderseitige vorzugsweise Behandlung für Schiffe ber Uferftaaten. Eine Flußkommission für den La-Plata-Strom. Ein vierter Vertragsent­wurf befaßt sich mit Sonderzolltarifen, Zollerleichte- rungen unb anderen Vorteilen für bestimmte Lan­de serzeugnisfe. Der fünfte Vorschlag bezieht sich auf

fünf Ritterkreuzträger aus den Reihen des deutschen Stubententums, die bei dem Empfang zugegen waren und rief ihnen zu. ,Zhr seid die Auserlesenen, die mit der Ta t sichtbar für alle Welt bewiesen, daß der Geist von ßangemprrf auch in ber deutschen Studentenschaft von heute lebt. Ihr habt die höchste Pflicht des Studenten voll er­füllt. Denn es ist höchste Pflicht des Studenten, in seiner Handlung und in seiner Haltung stets sich zu bemühen, Vorbild zu sein, so wie er seinem ganzen Wesen nach Kämpfer sein muß, sei es mit den Waffen, die seinem Wirken im Kriege ge- maß sind, sei es mit den Waffen, die feinem Wir­ken im Frieden gemäß sind. Für die Zeiten des Friedens gilt: Student fein heißt, höhere Schulung erringen zum Kampf mit den Waffen des Geistes; denn geistiges Kämpfen unb Ringen ist überall bort, wo der geschulte Geist sich auswirkt und fei es nur das Kämpfen unb Ringen mit sich selbst um Erkenntnis,unb Wahrheit.

La-plata-Staaten.

Freizonen mit Erleichterung für die Schaffung von Freihäfen.- Durchgangserleichterungen für Passa­giere und Waren sind im sechsten Vertragsentwurf vorgesehen. Der siebente Vertragsentwurf schläfst die Schaffung eines regionalen Instituts für fani- täres Polizeiwesen vor. Der achte Vorschlag befaßt sich mit dem Grenzhandel unb der neunte mit dem Reiseverkehr. Für die Arbeiten ber Regionalkonfe­renz sollen drei Kommissionen ernannt werben, eine Kommission für Verkehrs- unb Transitfragen, eine für Zollfragen sowie eine für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten.

Gegen Bindung

an die einseitige Politik Koosevelts.

Bogota, 26. Jan. (Europapreß.) Aus einem Bankett, bas bie kolumbianische Regierung dem Ex- präsidenten Alfonso Lopez anläßlich feiner Rück­kehr nach Kolumbien gab, hielt Lopez eine Rebe. Er wandte sich darin gegen eine Ausrichtung auf bie Vereinigten Staaten unb warnte vor ei­ner zu engen Bindung Kolumbiens an die USA.Warum Üft es wichtiger, eventuelle Ge­fahren für die Bereinigten Staaten aus dem Ka­ribischen Meer fernzuhalten, als den Zusammen­bruch von zwanzig Nationen aufzuhalten, die durch den europäischen Krieg wirtschaftlich geschä- bi g t werden?" so fragte ber Expräsibent.Und wa. rum schreitet vor allem diejenige Zusammenarbeit fort, die die Vereinigten Staaten stützt, während man eine den lateinamerikanischen Staaten dienende Zusammenarbeit aufhält und unterbin­det?"

Japans Antwort an USA.

Oie interventionistische Politik Roosevelts die Ursache des Konflikts.

Tokio, 26. Jan. (Europapreß.) Japan, Außen­minister M a t f u o t a nahm vor dem Außenpoli­tischen Ausschuß des Unterhauses Stellung zu dem Vorwurf des Staatssekretärs ber USA., (Sorbett Hüll, baß Japans Aktion in der Mandschurei ber Auftakt zur Zerstörung ber Grunblagen ber zivili­sierten Welt gewesen fei. Matfuvka betonte, bie USA., bie einen beherrschenden Einfluß auf ber westlichen Halbkugel ausübten, würden besser tun, s i ch um andere Gebiete als um D ft- afien zu kümmern, wo Japan eine den Frie­den unb die Ordnung garantierende Stellung ein- .nehme. Die eigentliche Ursache für den Konflikt zwi­schen Japan unb den Vereinigten Staaten bilde die interventionistische Politik der USA. Daher werbe zwischen ihnen unb Japan kein freunb- schaftliches Verhältnis zuftanbekommen, solange die Vereinigten Staaten in China ihre erste Verteidi­gungslinie sähen.

Dann wies Matfuvka die Verdächtigung zurück, daß die Mächte des Dreierpaktes ein Programm unbegrenzter Eroberungen aufgestellt hätten. Ihr Streben gehe lediglich dahin, eine g e - rechtere Welt zu schaffen. Der Außenminister wies weiter daraus hin, daß die Vereinigten Staaten offensichtlich Australien und Neuseeland als ihre erste Frontlinie betrachten unb auf diese Weste die Monroedoktrin verfälschen.Es ist albern von den Vereinigten Staaten, zu sagen, daß Ja­pan un-verschämt sei, wenn es den westlichen Pa- stfik beherrschen wolle. Japan muß den westlichen Pazifik beherrschen, nicht des eigenen Interesses, sondern ber Menschheit wegen. Japan muß von Amerika verlangen, baß es seine Haltung überprüft, unb wenn es dies nicht tut, so bestehen nur geringe Aussichten für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan unb den Vereinigten Staaten. Der Aufstieg oder Niedergang der Weltzivilisation hängt von Amerikas Haltung ab. Ich will mir die größte Mühe geben, daß die Vereinigten Staaten dies verstehen, aber ich muß erklären, daß man dies weniger durch gutes Zureden als durch uner­schütterliche E n tf d)I o f f e rd) c i t fertig bringt. Es entspringt einem Mißverständnis, daß Japans nationale Machtentfaltung für die Verstei­fung der amerikanischen Haltung verantwortlich ist, wir müssen das unsrige tun, dieses Mißverständnis zu beseitigen." Matsuoka erinnerte dann an die Verpflichtung aus dem Dreimächte, pakt und betonte nachdrücklich,daß Japan seine Verpflichtungen nicht vergessen werde. Niemand in Javan erhebt die Frage, was Japan tun werde, raUs Amerika in den europäischen Krieg eintritt", sagte der Außenminister.

Buttiiis Auffassung.

Washington, 26. Januar. (DNB.) William Bullitt, der bis zum Ausbruch des Krieges Bot­schafter der Vereinigten Stuten in Frankreich war, erklärte vor dem Ausschuß des Repräsentantenhauses für Auswärtige Angelegenheiten, es gebe zwei Grenzen für die amerikanische Hilfeleistung an Großbritannien:Die Vereinigten Staaten werden keinen Krieg erklären, unb sie werben nicht den An­fang in irgenbeiner Art von Feindseligkeiten machen." Die Gefahr, in der Amerika angeblich schwebe, sei augenblicklich so groß, daß bie Entschei- bung über bie wirksame Anwendung der Derteidi- gungsmittel ebenso wichtig sei, als ob das Land schon angegriffen wäre.

Bullitt behauptet, die westliche Hemisphäre sei der saftige Bissen für die Diktatoren", eine Invasion in die westliche Hemisphäre sei fast gewiß. Wenn die britische Marine ausgefchaltet würde und die totalitäre Macht" bie Herrschaft über den Atlanti- fchen Ozean ober ben Stillen Ozean erlangen würbe, habe die Zweiozeanflotte der Vereinigten

Staaten dereitzustehen. Bullitt tischte das Märchen von ber fünften Kolonne auf, bie in vielen füib» amerikanischen Ländern existiere unb bereu Vorstoß gegen ben Panamakanal im Falle einer Vernich- hina bet britischen Flotte schnell zur Wirklichkeit roeroen würbe. Bullitt stellte weiter bie schon von dem japanischen Außenminister Matsuoka wieder­holt zurückgewiesene Behauptung auf, Deustchlanb yabe Italien unb Japan zu dem Beitritt in einen Bund überrebet, ber gegen Amerika unb anbere Nationen gerichtet sei. Zum Schluß feiner Rede sprach Bullitt unverhüllt mit einem Satz das aus, was er eigentlich hatte sagen wollen:Das sicherste Mittel, um bie Niederlage bestimmt zu verhüten, wäre ber Eintritt der USA. in ben Krieg.

Das Echo der Erklärungen Lindberghs.

Neuyork, 26. Jan. (DNB.)Evening Star" lehnt Lindberghs Ausführungen ab unb verlangt, daß bie totale Hilfe für Englanb ohne Rück- ficht auf das Kriegsrifiko durchgeführt werde. Washington Post" greift Lindberghs Forderung, daß man den Wunsch nach Frieden schassen müsse, heraus. Dadurch mache er sich, wenn auch unbe­wußt, zumAgenten Hitlers". Alle Berichte über bie Vernehmung Linbberghs müssen jedoch zu- geben, baß Lindbergh sehr klare Antworten gab unb baß an seiner Ehrlichkeit unb Aufrichtigkeit nicht zu zweifeln sei. So schreibtNew Port Heralb Tribüne". Selten sei einem Zeugen vor bern Kon- greßausschuß ein derartiger Respekt erwiesen wor- den. Dieser Respekt sei tiefer gewesen, als durch Händeklatschen hätte zum Ausdruck gebracht werden können, ein Ausdruck der Hochachtung vor dem Mut, ben Lindbergh bei der Aeußerung von An­sichten gezeigt habe, die gegenwärtig alles andere als populär seien.

England tritt weitere Stützpunkte an die USA. ad.

Rom, 25. Jan. (Europapreß.) Englanb hat ben USA. den Stützpunkt an der Westküste ber Insel Trinidad vor ber venezolanischen Küste im Karibischen Meer abgetreten, wieGiornale d'Jtalia" aus Caracas (Venezuela) meldet. Das Ge­biet dieses Stützpunktes wirb über 100 Quabratfilo- Meter groß sein. Viele Gebäube Villen, Hotels, Schulen unb die Badeanlagen am Gestade der Insel sollen damit ebenfalls in ben Besitz ber USA. übergehen. Von England ist auch der Flottenstütz­punkt Georgetown, die Hauvtstabt;oon Bri- tisch-Guayana, an der Norbostküste Südamerikas, an bie USA. abgetreten worben, melbet das Blatt weiter. Zur Zeit befinde sich dort ein nordamerika­nischer Sachverstänbigen-Ausschuß zur Prüfung des Gebietes unb ber Erweiterungsmöglichkeiten. Außer­dem sollen sich die USA. bemühen, auch in Französisch-Guayana die Genehmigung zur Errichtung von Stützpunkten zu erlangen.

Drei Monate Gefängnis wegenBeleidigung der deutschen Farben in Gan Franzisko.

Neuyork, 25. Januar. (DNB.) Die beiden Matrosen der USA.-Marine, die am ver- gangenen Samstag in herausfordernder Weise die deutschen Farben beleidigten, indem sie die Reichs- dienstflagge von dem deutschen General- konsulat in San Franzisko herunterhol­ten, wurden vom Strafgericht zu drei Mona- ten Gefängnis verurteilt. Di« Täter wurden der Marinebehürde zur weiteren Strafverfolgung

Oer Weg zur Lufigettung des Reiches.

Bon Oberleutnant Zabel.

lieber Jahrtausende hatte die Polittk der Völk« sich damit begnügt, den Luftraum nur als solche nicht aber als Faktor im Machtbereich zu betrach ten. Erst mit ber Eroberung ber Lust began» nach Ueberwinbung vieler unb neuer Problem! staats- unb völkerrechtlicher Art ber Begriff politischen Luftraumes Formen anzunehmen, uri erhalten die Lufthoheit und Luftherrschaft ihn, jetzt so große Bcdeutuna.

Wie einmal bie (Eroberung neuer Erbteile qu dem Seewege entscheidenbe Sßeränberungen in b<r Kultur der Völker hervorrief, so hat die Luftsahn. nachdem diese bie Entfernungen auf der Erde iir, mer kleiner hat werben lassen, dem Gesicht ber Wel ihr Gepräge gegeben. Trotz Versailles und dem Ver, such, Deutschlanb vom Weltluftverkehr auszuschlj,. ßen, gelang es, in Europa bald die Stellung ein ^nehmen, bie nach ben Leistungen ber deutsche, Vorkämpfer für bie Eroberung ber Luft gegebei waren. Namen wie Lilienthal, Zeppelin, Junken u. a. find aus ber Geschichte ber Luftfahrt so wenn wegzudenken, wie alle diejenigen Helben des Wel^ krieges, bie im Front-Einsatz bie Voraussetzunoei für eine Luftgeltung Fliegergeist unb technische. Können bewiesen haben,

Die Lage Deutschlanbs im Herzen Europa, machte es gerabezu zum Mittelpunkt eines europä. 'scheu Luftverkehrs, der wissentlich von ben Wch machten übersehen würbe. Bald zeigte es sich dan, auch, daß Deutschlanb, nachdem es über ein Jahr, Sehnt ohne Hoheitsrechte über seinem Gebiet aus. kommen mußte, nicht ausMschalten war. Der Will« an ben Fortschritten teilzuhaben, ließ bie beutsch, Luftfahrt trotz der ihr auferlegten Einschränkung^ m kurzer Zeit ein Verkehrsnetz über seine ®ren. den hinweg ausbauen, das in vorbildlicher Organi. fation unb mit technisch hochentwickelten Flugzeuge, das Ansehen Deutschlands in ber Zeit seiner tief, ten Erniedrigung stärken half. Deutsche Männe, flogen in allen Weltteilen, deutscher Forschergeisi, die Luftfahrtforschung und Luftfahrtindustrie tru. gen in gleicher Weise dazu bei, ben deutschen Luit, verkehr und Flugsport bei ben luftfahrttreibendeii Rationen Anerkennung zu verschaffen. Was in bie. fer Zeit Deutschland an politischer Macht fehlt, wurde durch sachliche Leistung annähernd ausoe! glichen unb bedeutete jebe Erweiterung bei Streckennetzes, jebe an bas Ausland verkaufte Ma. schine einen langsamen Ausstieg.

Während bas Deutsche Reich in feiner griffen, beit noch immer in. den Fesseln des Schanboer. träges von Versailles ben Luftrüstungen ber Nach, barn untätig zusehen mußte, gelangte Frankreich SU einer wenn auch nur scheinbaren Vor. Herrschaft in Europa. Die Lehre vom totalen Äriec verlangte eine Luftwaffe von entscheidenber Be. Deutung, bie nach der Machtübernahme durch ben Nationalsozialismus in ihrer Entstehung nur ehu Frage der Zett fein konnte. Unter der sicheren unt ftarfen Hand des damaligen Neichsministers bei Luftfahrt, Hermann (Sorina, entstand, noch allen n guter Erinnerung, bie Deutsche Luftwaffe, schon bei ihrem Erscheinen im Jahre 1935 der Well Achtung einflößte unb ben beginnenben machtpoliti. schen Einfluß bes Reiches wirksam unterstrich. All, die Ereignisse, bie zur Schaffung bes Großbeutschen Reiches führten, bie Heimkehr der Ostmark, bil Befreiuung der Subetendeutschen unb bie Jnbesitz. "ahme des Protektorates wären ohne den erfolg, sicheren Schutz ber Luftwaffe nicht möglich gewesen R'cht zuletzt war es ihre Machtstellung, die 1938 ben Westmächten bie schon gezogene Klinge aus per Hanb schlug. Wo immer bie Luftwaffe als ber ungfte Wehrmachtteil in diesem Kriege zum ein- MS kam, konnte sie Erfolge über Erfolge für sick buchen und bazu beitragen, Deutschland die Hanl», lungsfreiheit zu erhalten.

Diese Leistungen waren nur möglich unter einer kraftvollen Führung, die in ber Person bes Reichs. Aorschalls die deutsche Luftgeltung geschaffen hol Mit tiefer Tatsache wirb jede künftige Politik zu ^chnen haben, wie auch solche Fragen, bie um ben Besitz ber Kolonialgebiete noch ihrer Lösung ent- gegensehen, baran nicht vorbeigehen können. Konnte Deutschland schon ohne Kolonien einen bedeutenden Weltlustverkehr erschließen, wie vielmehr wird es möglich fein, mit einem Kolonialbesitz die Völker- Derbinbenben Luftwege zu schaffen unb bamit beir '«eich ben gebührenden Anteil feiner ßuftgeltunc als Luftmacht zu sichern.

durch den Marinegerichtshof übergeben. Die. Ak», büßung ber Gefängnisstrafe wurde dis zum Ab« fchluß des Verfahrens vor dem Marinegerichtshof ausgesetzt. Bis dahin bleiben sie in der Haft bet Marinebehörden.

Kuba Witt nicht zu USA.

Havanna, 26. Jan. (Europapreß.) Der Vor­schlag des nordamerikanischen Senators William Smathers, Kuba als neuen Bundesstaat in bie USA. aufzunehmen, hat in Havanna Entrüstung a usgelöft. Im kubanischen Senat legten zwei Senatoren Protest gegen diesen Plan em, ber als Angriff auf Kubas Prestige bezeichnet wurde. Auch aus ben kubanischen Provinzen laufen zahlreiche Proteste ein, bie von ben Zeitungen in großer Ausmachuna veröffentlicht werben. Auch der kubanische Geschäftsträger in Washington, Dr Baron, stellte fest, bah Kuba nid)tbiegeringft< Absicht habe, feine augenblickliche Stellung als unabhängige souveräne Nation aufzugeben, die mit dem Blut unb Leid vieler Generationen von Ku' banern erkämpft worben fei.

Lin USA.-Kreuzer mit Golb aus Südafrika.

W a s h i n d t o n , 26. San. (europapreß.) ®f< bas Schatzamt unb das Marinedepartement bekannt- geben, ist der USA.-KreuzerL o u i s v i l l e" mit einer Golbladung aus Südafrika in den Vereinigten Staaten eingetroffen. Die Behörden verweigerten Angaben über den Wert der Gold­labung, der inoffiziell auf 250MillionenDol- l a r geschätzt wird.

Wahlweise Tiouten

für die panamerican Airways.

Washington, 26. Jan. (Europapreß.) Die Panamerican Airways, die den Iransatlantiföienft versieht, erhielten von der Regierung der USA. bie Erlaubnis, im Bedarfsfälle ihre Route ändern 3U können. Diese Gesellschaft befliegt die Strecke ßif-l sabonNeuyork mit Zwischenlandungen a u f Horta (Azoren) und den Bermudas, wo die englische Kontrolle vorgenommen wird. Die zivile Luftsahrtvehörde erlaubt letzt Zwkfchentandmp