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dustrie an der Entwicklung des Wirt­schaftskrieges mit Japan interessiert. Ne­ben der indischen Regierung steht selbständig die Regierung des Gouverneurs von Burma, durch dessen Gebiet die wichtigste Zufuhrstraße nach Tschungking läuft. Burma hat eine lange Land­grenze gegen Thailand, bietet selbst hinter der Grenze nur eine Basis geringer Tiefe bis zur Küste und ist in seinem inneren Aufbau alles andere als gesichert. Schließlich will auch die Verwaltung M a - l a i a s selbst an den Maßnahmen der militärischen und politischen Führung beteiligt sein. Der eng­lische Gouverneur der Straits Settlements muß ja nicht nur Singapur und die anderen unmittelbaren Herrschaftsgebiete, sondern auch die scheinfreien Malaien st aaten auf der malaiischen Halbinsel und auf Borneo bei der Stange halten.

Die fünf Wehrmachtgruppen mit ihrem Ober­befehlshaber und die drei britischen Kolonialver­waltungen sind aber nicht die einzigen, die Duff Cooper Aufgaben stellen. Unmittelbar an Singapur interessiert ist vor allem die Regierung des Do- miniums A u st r a l i e n. Für Australien hat das letzte Jahr einen völligen Bruch seiner Außenpolitik gebracht. Es hat bisher zwar die japanische Ein­wanderung von seinen Grenzen ferngehalten, aber wirtschaftlich, politisch und kulturell ein möglichst gutes Verhältnis zu Japan zu finden versucht. Es hat noch im Kriege seinen Oberrichter Sir John L a t h a m, als Gesandten nach Tokio geschickt, freundliche Reden nach Norden gehalten und sich gefreut, wenn Japan mit Hm im Geschäft blieb, denn Japan spielte vor dem Kriege für die austra­lische Wollausfuhr eine sehr wichtige Rolle. Nur zögernd und allmählich ist Australien auf die aggres­sive Linie der Vereinigten Staaten eingeschwenkt, die auch England heute befolgt. Die Australier waren früher der Meinung, sie seien selbst am sichersten, wenn Japan seinen natürlichen Lebens­raum in Großostasien finde. Heute, wo sie mit Eng­land und Amerika diese natürliche Ausdehnung blockieren sollen, wollen sie wenigstens gefragt wer­den.. Es bleibt abzuwarten, ob Duff Cooper sich bei seiner außenpolitisch und innerpolitisch schwierigen Aufgabe in Singapur mehr mit Ruhm bedeckt als auf seinen verschiedenen Londoner Posten.

HilfeleistungSpaktMoskau-Tschungking

Rom, 21.Aug. (Europapreß.) Die römische Presse erfährt aus gutunterrichteter Neuyorker Quelle, daß General Tscheng-Tschen von Tschungking nach Moskau abgereift ist, um dort Verhandlungen zum Abschluß eines gegenseitigen Hilfeleistungsvertrages zwischen den beiden Ländern zu fuhren. General Tscheng-Tschen ist, wiePopolo di Roma" zu be­richten weiß, einer der energischsten Ratgeber des Marschalls Tschiangkaischek und Vizeminister für militärische Angelegenheiten.

Niederländisch-Zn-ien

weist japanische Journalisten aus.

Tokio, 22. August. (DNB.-Funkspruch.) Vertre­ter der großen japanischen ZeitungTokio Nitschi Nitschi" in Niederländisch-Jndien sind von den Be­hörden Batavias mit der Begründung a u s ge­wiesen worden, daß ihr Blatt Artikel veröffent­licht hätte, die gegen die Interessen Niederländisch- Jndiens gerichtet seien. Es handelt sich dabei u. a. um einen Artikel, der auf die Notwendigkeit der Schaffung eines großasiatischen gemeinsamen Le­bensraumes unter Mitarbeit Niederländisch-Jndiens hinweist und weiter um Meldungen über japan- feindliche Ausschreitungen in Niederländisch-Jlldien.

Mandschukuo

steigert die Agrarwirtschaft.

H sin g kin g, 21. Aug. (Europapreß.) Der im Jahre 1942 beginnende zweite Fünfjahres- p l a n für Mandschukuo sieht in erster Linie die Entwicklung der Agrarwirtschaft vor. Damit wird Mandschukuo eines der wichtigsten Glieder des von Japan betriebenen autarken groß- asiatischen Wirtschaftsraumes auf agrarwirtschaft­lichem Gebiet. Hierbei wird der bisher beschleunigte Aufbau moderner Schwerindustrie etwas zurücktreten. Diese Entwicklung ist eine Folge des Krieges und vor allem der nordamerikanisch­englischen Blockade gegenüber Japan. Gleichzeitig wird die Regierung der weiteren Entwicklung von Kleinindustrien in Verbindung mit der ver­stärkten Bodenbebauung Mandschukuos besondere Aufmerksamkeit zuwenden.

Das Ritterkreuz für iapsere Truppenführer.

Berlin, 21. August. (DNS.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz an: General der Panzertruppen £ e - melfen, Generalmajor Rehring, Oberst Schack, IHajor Reichardl, Leutnant Pf iher und Anteroffizier V u k a t f ch e ck.

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General Lemelsen überschritt mit seinem Ar­meekorps in unablässiger Verfolgung des Gegners den Bug und erreichte Slonin und damit den Kes­sel der im Raum um BialystokBolkowysk zusam- inengedrängten starken feindlichen Verbände. Ihm gelang es trotz wiederholter heftiger feindlicher Durchbruchsoerfuche, die Absperrung des Gegners aufrechtzuerhalten und trotzdem das große opera­tive Ziel Minsk, die Uebergänge über die Beresina und den Dnjepr im Auge zu behalten. Der Ueber- gang über den Dnjepr war die Krönung des schwe­ren Kampfeinsatzes von fast drei Wochen. Unter U eher Windung außerordentlicher Schwierigkeiten gelang es Generalmajor N eh ring und seiner Panzerdivision, trotz starker feindlicher Abwehr am 29.6. auf Minsk vorzustoßen, welchem am 30. ost­wärts umgangen wurde, wobei seine Division wei­ter auf Borissoff vorstieß. Hier konnte ein Erfolg errungen werden, welcher trotz stärksten feindlichen Widerstandes zum Uebergang über die Beresina führte. Oberst Schack konnte in den Kämpfen um Salla gegen einen stark befestigten und über­legenen Gegner dem Gegner besonders hohe Ver­

luste zufügen. Sein Jnf.-Regiment war ein Vorbild in Haltung und Kampfweise. Major Re i - ch ardt sollte die Brücke über die Turja bei Huszyn besetzen. Jeden feindlichen Widerstand im hartnäcki­gen Häuserkampf brechend, gelang es feiner unge­wöhnlichen Tatkraft, mit der durch vorangegangene schwere Kämpfe erschöpften und ihm fremden Truppe die Brücke unversehrt in seine Hand zu bringen. Leutnant Pfitzer erzwang den entscheidenden Uebergang über die Velikaja bei Ostrow. Die Stoß, trupps erhielten kurz vor der Brücke heftiges MG.- und Pak-Feuer. Trotzdem sprang Leutnant Pfitzer auf die noch unversehrte Brücke, entfernte die Brennzündung und beseitigte damit die Gefahr der Sprengung. Zwei feindliche Panzer und ein Feld­geschütz, welche die Brücke durch ihr Feuer zu zer­stören versuchten, setzte Leutnant Psitzer von der Brückeninsel außer Gefecht. Nach Unterstützung durch schwere Waffen war es Leutnant Pfitzer mög­lich, die Brücke unversehrt in deutsche Hand zu bringen. Unteroffizier Bukats check hat bei den Kämpfen um die Beresina-Uebergänge bei Bo­rissoff entscheidenden Anteil daran, daß die. Brücken unversehrt in die Hände des Regiments fielen. In selbständigem Entschluß stürmte er mit den ersten Schützen auf die Brücke vor und riß am diesseiti­gen Brückenanfang die schon brennende Zündladung auseinander, löschte mit seinem Spaten das Feuer und zerschnitt die schon brennende Zündschnur 3iir nächsten Sprengladung. Beim weiteren Vorgehen wurde er schwer verwundet.

Iran will Ruhe und Sicherheit

Teheran, 21. Aug. (Europapreß.) Bei der Ueberreichung der Offiziersdiplome an die Zöglinge der Höheren Militärschule in Teheran wies der Schah vom Iran in einer Ansprache auf den Ernst der Stunde hin. Gerade vom Offiziersnach­wuchs müsse das Land die höchste Aufmerksamkeit gegenüber den Gefahren der Lage und die höchste Opferbereitschaft verlangen. Die Offiziersdiplome wurden den Zöglingen einen Monat früher ausge­händigt als in den vergangenen Jahren. Die üblichen Ferien wurden aufgehoben, und die 1073 neuen Offiziere erhielten die Anweisung, sich sofort bei ihren Truppeneinheiten zu melden.

Das offiziöse BlattIran" schreibt:Radio Delhi rät uns Freundschaft mit den Sowjets zu -halten und übersieht, daß Iran seit jeher gutnachbar­liche Beziehungen zu Moskau unterhält. Die sow­jetisch-iranischen Beziehungen sind klar und ein­deutig und Radio Delhi steht das Recht nicht zu, sich in diese Beziehungen irgendwie einzumischen. Radio Delhi glaubt, uns bedrohen und ein» schüchtern zu können, wenn er unsere Kräfte und Hilfsmittel mit denen der Sowjets und Groß­britanniens vergleicht. Aber es kommt nicht allein auf materielle Kräfte und Ueberlegenheit an. Die Ideale Irans sind Recht und Wahrheit, und wir werden diese Ideale mit allen unseren materiellen und moralischen Kräften, wie groß oder klein sie auch sein mögen, verteidigen, um unsere Ehre und pnser Recht zu sichern. Die iranische Regierung will Ruhe und Sicherheit des Landes im Rahmen der Neutralität und unter­hält gute Beziehungen zu jedem Nachbarn. Wenn Radio Delhi guten Willens wäre, würde er diese Bemühungen anerkennen anstatt provokatorische Meldungen zu verbreiten."

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In London drängt man Iran, eine Antwort auf die Vorstelkungen Englands und der Sowjet­union wegen der Anwesenheit deutscher Staatsangehöriger in Iran rasch zu geben. In einer amtlichen Verlautbarung heißt t=>, daß eine baldige Antwort erwartet werde. Zwar sei Iran keine ultimative Frist gesetzt worden, aber die iranische Regierung habe sich verpflichtet, die Antwort innerhalb einiger Tage zu erteilen.

NochiunuerRegierungSkriseinAegypteu

Ankara, 21. Aug. (Europapreß.) Trotz der jüngsten Kabinettsumbildung und der Einbe­ziehung der Saadiften in das Kabinett Hussein Sirri Pascha hält die Krisenstimmung in Aegypten an angesichts der Tatsache, daß sich die öffentliche Meinung immer mehr der oppositionel­len, englandfeindlichen Politik des Wafd zuneigt. König Faruk empfing zum ersten Male den Wach­führer Nahas Pascha zu einer Audienz. Nach dem

Empfang hat die Wach-Partei einstimmig beschlos­sen, auch weiter der Regierung fernzubleiben und Neuwahlen zur Voraussetzung für jede Dis­kussion über die Einbeziehung der Wach-Partei in die Regierung zu machen. Der Kampf gegen die Regierung Hussein Sirri Pascha soll mit allen Mit­teln vorbereitet werden. Der Wach scheint entschlos­sen, alle etwa von Regierungsseite erlassenen Ver- sammlungs- oder Demonstrationsoerbote zu durch­brechen.

OieReugliederungFrankreichs

Vichy, 21. August. (Europapreß.) Marschall P e t a i n hat an den Staatsminister Lucien R o - m i e r anläßlich des Zusammentretens der Kommis­sion des Nationalrates, die mit der Ausarbeitung von Vorschlägen für die kommende Einteilung Frankreichs nach Provinzen beauftragt ist, eine Botschaft gerichtet, in der es heißt, daß die bisherige Einteilung nach Departements im Rahmen der neuen Provinzen aufrechterhalten werden soll. An der Spitze jeder Provinz solle ein Gouverneur stehen, welcher den Staatspräsi­denten persönlich vertrete. Zur Vertretung der In­teressen der Provinzen in geistiger und materieller Hinsicht könne in jeder Provinz eine beratende Körperschaft entstehen, welche mit dem Gou­verneur in ständigem Kontakt steht und die öffent­lichen Ausgaben im Rahmen der Provinz zu be­willigen haben wird.

Zwei Kommunisten in Paris hingerichtet

Paris, 21. Aug. (Europapreß.) Der Jude Szrnul T y s z e l m a n und ein gewisser Henri Gautheret, beide in Paris wohnhaft, wurden wegen Tätigkeit zugunsten des Feindes zurnTodever- urteilt. Beide wurden am Mittwoch erschossen. Der Bevölkerung wurde die Verurteilung und Er­schießung der beiden Kommunisten durch Mauer- anschlag bekanntgegeben. Außerdem bringen alle Pariser Zeitungen die Meldung auf der ersten Seite.

Auch Dänemark verbietet jede kommunistische Tätigkeit.

Kopenhagen, 21. August. (Europapreß.) Im Eiltempo hat der dänische Reichstag am ersten Tag feines Zusammentritts nach den Sommerferien das Gesetz ^verabschiedet, das jegliche Art von kcknmu- nistischen Vereinigungen untersagt und solche sofort aufgelöst. Auch kommunistische Agitation jeglicher Art ist verboten. Uebertretungen werden mit Gefängnis bis zu acht Jahren bestraft. In der Begründung heißt es, daß der Kommunismus eine Gefahr für die Sicherheit und das Wohl des dänischen Staates bedeute, und der Kommuniismus das Glied einer internationalen Organisation fei, mit deren oberster Leitung Dänemark die diplomatischen Beziehungen

Zweimal Liebe.

Von Dagmar Thograf.

Männer sollten nicht bis zur Mitte ihrer drei­ßiger Jahre im Elternhaus wohnen. Sie werden zu eingefleischten Junggesellen, zu Sonderlingen und Querulanten. Eine liebende und oft zu ängstlich besorgte Mutterhand räumt ihnen alle kleinlichen Schwierigkeiten aus dem Weg: sie meinen, das ganze Weltall drehte sich um sie, und sie merken nicht, daß es eigentlich nur ein kleiner, gänzlich nebensächlicher Haushalt ist, deren Mittelpunkt sie sind, und daß draußen das Leben vorbeirauscht, ohne daß sie wirklichen Anteil daran haben.

Aber dann kommt plötzlich einmal der Tag, wo diese Männer allein stehen, wo das Elternhaus ganz plötzlich aufgehört hat zu existieren, und wo das Leben verlangt, daß man auch Entschlüsse faßt, auf Gebieten, die sich sonst völlig von alleine geord­net hatten.

So ging es ßennart Holmgreen von dem Augen­blick an, als er vom Nordfriedhof heimkehrend, zum erstenmal allein in der Wohnung in der Kungsgata in Stockholm stand. Der Tod der Mutter war so schnell gekommen, sie war eben so unauffällig aus dem Leben verschwunden, wie sie unauffällig im Haus gewirtschaftet hatte. Es war eigentlich alles vorbei, ehe es angefangen hatte, ßennart lächelte schmerzlich, feine Mutter war ihm und feinem Leben er war nun 38 Jahre alt geworden und fein Anwaltsbüro ging glänzend neben aller Liebe doch ein Stück Inventar gewesen, das man einfach nicht missen kann, und an dessen Fehlen man sich doch gewöhnen muß.

Nun werden Sie doch sicher ausziehen, für Sie allein ist die Wohnung doch wohl zu groß", hatten wohlmeinende Freunde gesagt. Ja, das war auch wohl das richtigste, was sollte er mit einer Fünf­zimmerwohnung? Aber der Umzug, das Woh­nungssuchen, alles was da drum und dran hing ... So etwas hätte Mutter in ihrer ruhigen unauf­fälligen Weife herrlich zustande gebracht, er war dazu unfähig, ßächerlich im Grunde, aber eine £at= fache, die nicht wegzuleugnen war. Er klingelte nach dem Mädchen, einem mürrischen Geschöpf, das ver­sucht hatte, sich nun als Herrin aufzufpielen. Natür­

lich kam sie nicht auf fein Läuten, ßennart nahm Hut und Mantel und fuhr mit der Bahn zu feinem Büro. Hier war man sehr erstaunt, ihn am Be­erdigungstag zu sehen, aber taktvoll vermied man jede Frage, ßennart setzte sich an den Schreibtisch, schlug ein Aktenstück auf und begann zu lesen. Aber er kam nicht weiter, in den Fall Christiansen-Ekke- lund schoben sich immer wieder Fragen ein, die ab­solut nicht dahingehörten. Wohin sollte er ziehen, vielleicht in ein Pensionat? Schrecklicher Gedanke, daß fremde Menschen wissen sollten, was er den Tag über machte, wann er zu Hause war. Er dachte an seine anderen Mitarbeiter, wie wurden die mit all den Alltagsfragen fertig? Ebbegard, der Bürovorsteher war verheiratet, diese Probleme klärte seine Frau, die erste Sekretärin, Frau Bemdson war Witwe und lebte mit ihrer Mutter zusammen, aber da war ja noch Fräulein ßarsson. Sie stand auch alleine in der Welt, das hatte man ihm erzählt, wie machte sie das nur?

Er bat Fräulein ßarsson, zu ihm zu kommen. Sie saß ihm gegenüber, sehr grabe, die großen grauen Augen aufmerksam auf ihn gerichtet, den Steno­grammblock auf den Knien, ßennart räusperte sich. Nein, ich will nichts diktieren, ich möchte Sie gern um Rat fragen."

Mich? Aber bitte, wenn ich Ihnen helfen kann ..." War nicht ein ganz klein wenig Ironie in diesen kühlen grauen Augen? Aber das bildete er sich bestimmt nur ein.

Ja, ich muß ich möchte, ja wie gesagt, ich will gern umziehen. Wie macht man das?"

Jutta ßarsson hob den Kopf. Sie hatte erst ein bißchen von oben herab sprechen wollen, die Frage kam ihr ein bißchen zu dumm vor, aber dann sah sie den gequälten Blick in den Augen ihres Chefs, und sie verstand. Er wollte an etwas anderes den­ken als an den Tod der Mutter, wollte sich ab­lenken. Sie antwortete sachlich:Sie müssen sich einfach nach einer netten Wohnung umsehen, ober eine zuverlässige Firma damit beauftragen, bann mit bem Spebiteur sprechen unb am gegebenen Termin umziehen. Es gibt wirklich stzhr schöne Wohnungen jetzt, braußen am Mälarsee, wo bie mobernen Häuserblocks fertig geworben finb. Ober vielleicht nehmen Sie auch eine kleine Styga ein Blockhäuschen in den Schären« es wird jg jeA

Sommer, es ist fo schön draußen. Die Verbindung zur Stadt ist gut." Sie hielt inne und sah ihn fragend an.

ßennart lächelte befreit:Ja, das ist ausgezeich­net, bitte machen Sie es fo."Was?" Nun war Jutta ßarsson doch erstaunt. Eine Hand schob sich über den Schreibtisch ihr entgegen.Fräulein ßars­son, ich kann das nicht allein, Sie verstehen, ich habe das nie getan, das ging alles so von selbst, bisher." Er schluckte, wenn Jutta jetzt lächelte, bann war das ganze vorbei aber das junge Mädchen sah ihn ernst an.

Ich helfe Ihnen gerne. Ick werde eine Woh­nung suchen und alles veranlassen. Sie wollen aus­ziehen, so schnell wie möglich? Gut, das mache ich."

Kaufen Sie auch bitte neue Möbel, ich mochte das meiste aus der alten Wohnung nicht rnitneh- men, Sie verstehen?" Wieder nickte Jutta ernst sie verstand.

Die nächsten zwei Wochen gingen wie im Fluge dahin, ßennart Holmgreen hatte seiner Sekretärin Vollmacht gegeben. Er hatte den Mietskontrakt für die Zweizimmerwohnung unterschrieben, ohne sich die Wohnung überhaupt angesehen zu haben.Ich bin fest davon überzeugt, daß Sie alles glänzend machen, Fräulein ßarsson, ich will's erst sehen, wenn alles fertig ist."

Run war der Tag des Umzugs herangekommen. Jutta ßarsson hatte fick vom Büro frei genommen, um alles zu ordnen. Arn Nachmittag zur Teestunde sollte ßennart in sein neues Heim kommen, so war es verabredet.

Jutta ordnete die Blumen in die Vasen und i öffnete das große Drehsenster in der Wohnstube. Tief unten lag der Mälarsee wie flüssiges Silber, fern leuchtete die charakteristische Silhouette des Stadthauses mit dem goldenen Kugelknopf. Ja, schön war es hier, sie war zufrieden mit ihrem Werk. Sie hatte eine Wohnung eingerichtet, wie sie sie sich erträumt hatte, und wie sie wußte, daß sie selbst sie nie besitzen würde. Aber es hatte ihr soviel Freude gemacht, etwas wie ßiebe zu ßennart Holmgreen stieg in ihr auf. Dieser Mann war ein großes verwöhntes Kind ...

ßennart kam pünktlich, er war immer pünktlich, das hatte feine Mutter ihm angewöhnt. Jutta wMe gro.ße ängstliche AugW« als sie W herum-.

Ingermanland

Die Landbrücke zwischen Peipussee und I!

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lien des ßanöes, der

brücke von Jamburg befindet sich knapp ob erhalt des Städtchens. Von hier sind es bis St. Peter«> bürg noch 135 Eisenbahnkilometer.

Stadt Kingisepp. Selbst dieses Städtchen ooi nur etwas über 5000 Einwohnern haben die Beb

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schwundenen finnischen Stamm der Jngrer. R lich reicht es bis zum Ladogasee, schließt also Petersburg an der Newa, die ja nichts anderes ij als der Abfluß des Ladogasees zum Finnischs Meerbusen, auch noch mit ein. Dadurch ist dies« ganze Land, das von St. Petersburg abgefdfä ein Dornröschendasein führt, stark in den M

dernis. Das ist die Luga, die westlich von Nowgorod entspringt, an ihrem rechten und linken Ufer, dj, von leichten Hügelketten begleitet finb, einige Rel benflusse auf nimmt und ungefähr 50 Kilometer vois der Narowa entfernt und etwas weiter nörblidf in den Finnischen Meerbusen mündet. An der LuD liegen zwei Städte, die einiges Interesse beanfpru. chen können: Einmal Luga am Oberlauf bts gleichnamigen Flusses, wo eine Seitenbahn noi Nowgorod auf die große durchlaufende Linie Bw

telpunkt des Interesses gerückt. Ingermanland als Fortsetzung der finnischsn Seenplatte reich $ Seen und Sümpfen, hat aber auf dem Weg dqJ der Narowa, die aus dem Peipussee an Narv« vorbei in den Finnischen Meerbusen abfließt, oq 1 St. Petersburg nur noch ein größeres Fluß-Hin

aus den heutigen Schickfalsstunden dem ungarischen! Staat die Zukunft weifenden Vermächtnisfes.

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monie des Umzugs auf dem Burgberg, in dessen Mitte eine Reliquie des Königs Stephan des Hei­ligen getragen wird. Die Vertreter der ersten Fam-

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linWilnaDünaburgPleskauSt. Petersburg stößt. Luga war auf der Fahrt nach St. Petersburg L die letzte größere Station vor Gatschina, de? durch fein Zarenfchloß bekannten Villenstadt. Di?, zweite Stadt an der Luga von Bedeutung ist bn

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schewisten umgetauft. Es hieß bis 1922 Jamburg - Hier überquert die Bahnlinie von RevalWe'!°D

bergNarwa die Luga, die hier schon ein je. . stattlicher Fluß geworden ist. Die große Eisenbahiv^! A

abgebrochen habe. Die Archive und das Vermögen aller kommunistischen Vereinigungen werden be­schlagnahmt.

Der Giephanstag in Ungarn.

Buda ste st, 21. Aua. (Europapreß.) Am Mitt­woch beging Ungarn feinen Nationalfeiertag, den Stephanstag, in Budapest mit der feierlichen Zerr-

bm, 2: Wericht

werk auf dem Burgberg, die Beleuchtung der Do­nau-Brücken und die Anftrcchlung des Burgbergei «starb sonst auch ein Schauspiel für ausländische Fremde pftenbi mit Rücksicht auf die Kriegsverhältmsse wegge- 8 einze fallen. Der Tag hatte ein ernstes Gepräge, ebensu.fDche Ä wie die Festartikel der Zeitungen, welche der poli­tischen Ideen und der staatsmännischen Kunst des ersten ungarischen Königs gedachten, als eines auch«

>! ...... .....

fee heißt Ingermanland nach einem jetzt dr A W schwundenen finnischen Stamm der Jngrer. Nör^»0^Aet>i

in ihrer prunkvollen _ _r. _____

Verweser von Horthy, bildeten die Prozession, gt- ------

säumt von der sich drängenden Menge von Zu- bh Ma schauern aus nah und fern. Eine Reihe von übett ein den Tag zerstreuten Veranstaltungen betonte bei Tmen. volkstümlichen Charakter des Tages, jedoch mare® n inöete das sonst Hunderttausende anlockende Riesenfeuer- |:ahn Po

PETERSBURG--J\

Oie Stadt Suez wird evakuiert.

Ankara, 21. Aug. (Europapreß.) Infolge bet! kündigen deutschen Luftangriffe und der bannt oer»' bunbenen Versorgungsschwierlgkeiten in Suez Hal: das neugegründete ägypttsche Ministerium für pa|"

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Die Liebe? Die kann kein zweiter für einen ordnen, da muß man ganz alleine mit fertig «es den. Unb man wird es auch.

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führte in der Wohnung, die nun ihm gehören sollte.. Weiß Gott, sie war wirklich anders, als die, auü der er kam, mit den Plüschmöbeln aus den neun" ziger Jahren. War es nicyt ein zu jäher Uebet" gang?

ßennart Holmgreen wagte kaum zu atmen, et' war wie verzaubert. Er hatte es ja geahnt, daß « schön wurde, aber so strahlend! Unb mitten darini diese blonde junge Frau. Sie gehörte mit dazu,' mußte mit dazu gehören. Er wandte sich um, griff' j. y ihre Hände und küßte sie, eine nach der anderen,. bei ganz feierlich.

Dann saßen sie beim Tee und plötzlich sagte ßennart:Ich möchte Sie etwas fragen, Fräulein ßarsson." Er fühlte, wie er brennend rot wurde und im gleichen Augenblick griff Jutta ein. Eint kleine, senkrechte Falte stand auf ihrer Stirn.Jetzt müssen Sie nicht mehr fragen, Herr Holmgreen, jetzt habe ich Sie ins Wasser geworfen schwirw men müssen Sie allein!" Verwirrt entdeckte Len«

nart plötzlich, daß an der linken Hand des jungen Mädchens ein goldener Reif blinkte.Es ist also ein anderer", konstatierte er leise.

Ja, und ich werde bald heiraten. Für mich war es ein Glück, diese Wohnung einrichten zu dürfen, . .UJC ich selbst werde nieoder vorläufig nicht, ba$u M e,n kommen, so etwas zu tun. Wir haben beide fein Geld, aber wir haben uns lieb. Das genügt ...

ßennart Holmgreen hielt den Kopf tief gebeugt Da war wieder das ßeben, dieses Leben, von bem er gedacht hatte, daß es ein anderer so leicht für ihn ordnen könne. Eine kühle Frauenhand legte sich tröstend über die seine:Sie müssen nicht traurig fein, ßennart Holmgreen, man darf das Leben nicht durch eine Glasscheibe betrachten. Jetzt haben Sie einen neuen Start, beginnen Sie, es lohnt sich doch! Darf ich Ihnen einen kleinen wichtigen Rat mitgeben: lassen Sie einer Frau nicht zuviel Frer« heit. Frauen haben nickt gern, wenn ein Maml fragt: wie macht man das?"

Und die Liebe?" fragte ßennart leise. m Sa lachte das Mädchen und es klang tröstend unb stark:

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