Aus -er Gia-t Gießen.
Oes Mannes Kameradin
Die erste und natürlichste Aufgabe der Frau ist es, Trägerin und Bringerin des Lebens zu sein. Als Mutter findet sie den Sinn und das Glück ihres Lebens. Die Kraft, der Reichtum und die Sehnsucht der Frau greift aber darüber hinaus. Sie soll und will gleichzeitig Gestalterin des Lebens sein. Die ideale Frau ist nicht nur die leibliche Ergänzung des Mannes und die Mutter seiner Kinder, sie ist gleichzeitig seine Kameradin. Selbst da, wo ihr das Glück der Mutterschaft versagt ist, kann sie dem Mann als Mitgestalterin seines Lebensstiles, als Beraterin in seinem Schaffen, als Mitträgerin seiner Freuden und seiner Leiden unendlich viel bedeuten.
Die Mutterschaft ist immer eine Gabe der göttlichen Natur. Eine Frau, die sich selbst die gesunden, natürlichen Voraussetzungen des Muttertums durch freiwilligen Verzicht auf Nachkommenschaft oder bewußte Ablehnung und Verhinderung der Mutterschaft nimmt, handelt nach dem germanischen Sittlichkeitsempfinden unsittlich. Die Natur und das Lebensschicksal haben ohnehin genug Frauen vom Glück der Mutterschaft, der Ehe und Familie ausgeschaltet. Auch für diese Frauen ist das Leben aber nicht sinnlos geworden. Auch sie können als frauliche Kameraden das Leben des Volkes und das Leben zahlloser Einzelmenschen mitgestalten und so an der Ewigkeit teilnehmen. Zahlreiche Frauenberufe gibt es, durch die ein ständiger Strom von jungen Frauen auf dem Wege zur Ehe hindurchpulst, die aber gleichzeitig eine Kernschar von Frauen erfordern, die, losgelöst von Ehe und Familie, ihr ganzes Leben diesem Berufe verschrieben haben. Die nationalsozialistische Weltanschauung yat auch diese Frauenaufgaben mit dem lebensvollen Geist kameradschaftlicher fraulicher Haltung erfüllt.
Der schönste und mit der Mutterschaft am nächsten verwandte Frauenberuf ist die Stellung der Erzieherin, Jugendführerin und Lehrerin. Von der Säuglingsschwester, über die Kindergärtnerin, Lehrerin, Heimerzieherin und Studienrätin zur Schuldirektorin führt derselbe Geist aufgeschlossener, von steter Bewegung und kameradschaftlicher fraulicher Gemeinschaft erfüllter Haltung, wie er die BDM.- Führerin oder die Maidenführerin im RAD. und die Jugendgruppenleiterin der NS.-Frauenschaft beherrscht. Hier kann echtes Frauentum voll zarten Verstehens, hingebender Liebe, schöpferischer Lebensgestaltung und lebensnaher Kameradschaft eine wundervolle Entfaltung finden. Hier kann fraulicher Reichtum und frauliche Wesenstiefe an der Formung des Menschenlebens und damit an der Gestaltung der Zukunft des Volkes unendlich wertvolle Arbeit leisten. Kameradin, Gestalterin des Lebens und Trägerin der Weltanschauung zu sein, kann schönstes Frauenglück und höchste frauliche Verpflichtung bedeuten.
Das zweite große frauliche Arbeitsfeld außerhalb der Familie und Mutterschaft ist das große und vielverzweigte Gebiet der Wohlfahrts- und Krankenpflege. Eine überwundene Welt hat einmal geglaubt, daß gerade diese Aufgaben nur aus dem Geiste des Mitleids gelöst werden könnten. Die nationalsozialistische Welt hat bewiesen, daß frauliche Kameradschaft noch weit mehr in der Lage ist, Not und Hilfsbedürftigkeit, Schmerz und Leid jeglicher Art zu überwinden. Die deutsche Frau wird durch ihre Kameradschaft und Hilfsbereitschaft in Stunden der Not zur vollwertigen Gefährtin des Mannes. Mit frohem Einfytz ihres ganzen fraulichen Reichtums, mit starker Tat und lebener- fllllter Haltung, mit unbesiegbarem Glauben und zähestem Willen zum Leben hilft sie Leid und Not überwindet?, alle Schäden des Lebens ausgleichen und zerbrochenes Schicksal neugestalten.
Zahlreiche Einzelfrauenberufe gibt es bann, die nicht nur Durchganqsstationen für junge Mädchen auf dem Wege zur Familie sind, sondern auch voller Lebensinhalt für Frauen werden können, denen das Glück der Familie vom Schicksal versagt wurde. Die Sekretärin im Büro, die wissenschaftliche Assistentin bei der Forschungsarbeit, die Verkäuferin oder Arbeiterin in ganz bestimmten Betrieben, die Köchin und Hausbesorgerin und viele andere Frauenberufe können ihre Arbeit so fraulich schön und so kameradschaftlich tief, so mütterlich sorgend und so hingebend und verstehend gestalten, daß sie sich und allen Arbeits- und Lebensgefährten Glück und Freude bringen.
Immer aber muß die Frau eine Frau bleiben. Alles, was sie tut, muß sie aus einem tiefen Herzen voll Liebe, voll verstehender Kameradschaft und mit natürlichem Frohsinn tun. So wird jede Frau am ewigen Leben der germanischen Rasse teilhaben und selbst gestaltend daran mitwirken. A. H.
Oie Leistung entscheidet.
Der deutsche Betrieb hat sich im ersten Kriegsjahr als eine Stätte bester Qualitätsarbeit und hohen Fleißes erwiesen. Das soll im Kriege und im Frieden so bleiben. Je besser die Leistung *3 einzelnen am Arbeitsplatz ist, desto stärker ist die Gestaltungskraft unseres Volkes. Das Berufserziehungswerk zeigt allen schaffenden Volksgenossen den Weg zur Erhaltung und Steigerung ihres natürlichen Berufskönnens. In diesen Tagen beginnen überall im Reich die neuen beruflichen Lehrgemeinschaften in den frühen - Abendstunden Beratung und Anmeldung bei der Ortswaltung der Deutschen Arbeitsfront.
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
Ein Schauspiel wird in Szene gesetzt.
Eindrücke von einer Theaterprobe.
In den ersten Oktobertagen erscheint am Theater der Universitätsstadt Gießen das Schauspiel „Veit Stoß" von Hermann Heinz Ortner in der Inszenierung von Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund. Der Kunstbetrachter wohnte einer Bühnenprobe bei.
Im Anfang war die Vision des Dramatikers; sie gewann Gestalt im Text: an ihm entzündete sich die Vision des nachfühlenden, tastenden, abhorchenden, zum Leben erweckenden Spielleiters. Wir sind in der merkwürdigen Lage, diesen inneren Vorgang, den geistigen Prozeß, in dem bewegliche Phantasie, kühle Ueberlegung und praktische Erfahrung sich verbinden, gewissermaßen graphisch ausgezeichnet zu sehen; wir haben uns von Herrn Mund das Regiebuch geben lassen: „Veit Stoß", dramatische Dichtung in fünf Akten (elf Bildern) von Hermann Heinz Ortner ... Auf der ersten Seite als Motto ein Wort von Hölderlin: „An das Göttliche glauben die allein, die es selber sind." Der Anblick des mit weißen Blättern durchschossenen Exemplars unterscheidet sich von dem einer normalen Buchausgabe sehr wesentlich: dieser ist glatt und fließend zu lesen wie ein Roman, jener muß sorgsam entziffert werden. Der Spielleiter hat den Wortlaut umgegraben und durchgeknetet; Seite nach Seite entstand aus dem Lesetext der Sprechiext, die genaue Fixierung der künftigen Bühnenform. Mit Bleistift und Farbstiften, mit Notizen, kleinen Skizzen und (für den Laien wunderlichen) Hieroglyphen ist jede Seite in ein Croquis der Theatertaktik verwandelt. Wer sich hineinversenkt, es ist sehr lehrreich, wird, vielleicht mit Staunen, bemerken, ein wie ungemein komplizierter Vorgang eine Inszenierung ist, an der die Arbeit schon begonnen hat, ehe noch auf der Bühne ein Wort gefallen ist.
In diesem Buche, das während der Probe vor uns liegt, ist vom ersten Gongschlag bis zum letzten Vorhangfall jede Sekunde des dramatischen Ablaufs im voraus bedacht und festgehalten: die seelische Schwingung eines Dialogs wie das Scheinwerferlicht, das sie tragen hilft; der Tonfall und die Pause wie das Requisit eines Kästchens oder eines Degens; die Bewegung einer linken Hand und die Wendung zur Tür beim Abgang wie die nach dem goldenen Schnitt bemessene, durch ein paar Kreuzchen und Buchstaben festgelegte Stellung einer Figurengruppe in der sinnvoll erwogenen Beziehung ihrer Glieder aufeinander ... Mit drei' Worten ist der Charakter einer Rolle, die Bedeutung eines Satzes umschrieben ...
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Aus dem so beschaffenen Regiebuche ist also gewissermaßen schon die Idealform einer im Sinne des Spielleiters vollkommenen Aufführung abzulesen. Aber bas Theater ist ein überaus fein und vielfältig organisiertes Zusammenspiel von menschlichen Individualitäten und technischen Notwendigkeiten. Die Probe ist die nächste Station im langwierigen Werdegang zwischen den äußersten Polen der ersten dichterischen Konzeption und der „stehenden" Aufführung: die Uebersetzung nämlich ber Theorie des Regiebuches in eine vorerst noch schwankende, zwielichtig erhellte Wirklichkeit, aus dem gedruckten und geschriebenen ins gesprochene Wort (das ist nicht selten ein viel längerer Weg, als man sich vielleicht vorstellt) — aus der Fläche in die Dreidimensionalität eines zweckmäßig aufgeteilten und gegliederten Raumes, aus der gedachten in die lebendige Figur.
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Vormittags halb elf Uhr. Das Parkett unseres Theaters liegt im Dunkel. Vor dem Sitz des einsamen Zuschauers ist ein kleines Pult aufgebaut; ein abgeschirmtes blaues Glühbirnchen wirft Licht auf das aufgeschlagene Regiebuch und ein paar Notizzettel. Auf der Bühne herrscht eine nüchterne, kühle Probenbeleuchtung. Wir sind im 6. Bild, bei Stoß in der Werkstatt. Der Raum ist mit Versatzstücken, mit den nötigen Zu- und Abgängen, flüchtig markiert. Ein Altarbild halblinks, an bem der Meister arbeitet, läßt die Gedanken einen Augenblick schweifen, Gestalten und Vorgänge ordnen sich ein: Nürnberg um 1520; die Namen Luther, Wittenberg, Rom bezeichnen die bewegenden Mächte des Jahrhunderts; nah und vordergründig die Erscheinung des großen Bildschnitzers, man denkt an den „Englischen Gruß" in der Lorenzer Kirche, an den Bamberger Altar, an Krakau und an einen längst begrabenen törichten Streit um Herkunft und Zugehörigkeit des Künstlers ...
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Drei Gestalten im Raum, die ersten Worte, tastender Dialog, das Spiel beginnt. Die Sätze kommen vorläufig noch mit halbem Ton heraus, markiert, aber mit jeder Wiederholung schon intensiver, persönlicher .. Am Tisch vorn rechts der Einhelfer, er schlägt die Sätze an; im Parkett sitzt der Spielleiter, jedes Wort abhorchend, jede Wendung prüfend, jede Geste kontrollierend. Jetzt würde auch einem zufällig hierher verschlagenen, ahnungslosen Laien deutlich, was es mit so einer rot, blau und grün bezeichneten Einschuß-Seite im Regiebuche auf sich hat; wieviel an einer ganz zwanglos und folgerichtig erscheinenden Folge weniger Schritte, aus der Gasse heraus in d'e Mitte der Spielfläche gelegen sein kann; wie beispielsweise ein simples Tablett mit einer Weinkanne und zwei Bechern zu einem kleinen, eigensinnigen und widerborstigen Problem im Raume werden kann ..
Pause, Pause, Pause ... Wiederholung ... Abbrechen . . Wiederholung . noch eine Wiederholung ... Vier, fünf, sechs knappe Sätze nur in 1 Rede und Gegenrede und Bewegung und Gebärde
aufgelöst; sie werden unermüdlich aufs neue begonnen, und siehe, mit jedem Versuch wird dex Eindruck schärfer, genauer, natürlicher, sinnvoller im ganzen Die Szene füllt sich, belebt sich, man sieht schon das Kostüm statt des nüchternen Zivils, man spürt die Hintergründe, wittert Gestalten, die noch gar nicht zu sehen sind, und ahnt eine auf die Katastrophe zutreibende Steigerung ...
Der Spielleiter, der abschätzend, mitspielend, wie ein Kapellmeister dirigierend vorn im Dunkel sitzt, springt plötzlich auf die Bühne, stoppt die Szene ab, verwandelt sich, von seiner Vorstellung besessen, gewissermaßen in zwei, drei Darsteller zugleich und gibt andeutend, hin und her gleitend, improvisierend die Passage noch einmal so, wie er sie innerlich vor sich sieht ... Welch ein Spiel der nachbildenden Phantasie, welch eine Intensität des Ausdrucks, wieviel Disziplin und Verwandlungskraft der lebhaft mitgehenden, willig geführten, unermüdlich von vorn beginnenden Darsteller ... Ein Satz wird auf die Waagschale gelegt, Stimmklang, Unterton und Melodie werden abgehorcht, gedämpft, gesteigert, in der Schwebe gehalten ... Der Laie würde mit Staunen begreifen, wie man ein plötzliches Erkennen, einen jähen Schreck, eine verstockte Weigerung sichtbar und hörbar machen kann ... Der aus dem Stegreif geborene Einfall eines Darstellers —
ein Blick nach der Tür im Vorübergehen — gibt einem Szenenabschitt einen kleinen neuen Akzent, wird gutgeheißen und in den Ablauf eingebaut...
Eine Stunde ist vergangen, man merkt es kaum ... Schluß ... Zigarettenpause, wohlver- dient ... Nach ein paar Minuten beginnt die Arbeit an einem anderen Bilde, Nummer 8. Neue Situation, neue Gestalten, neue Probleme, neue Wiederholungen. Die Szene ist bewegter, figurenreicher, heftiger in ber Aktion und auf eine sinnfälligere Weise dramatisch; man spürt die gegeneinander» strebenden, darstellerischen Energien in einem seitlich hereinbrechenden Degengefecht Mann wider Mann: hier entfaltet sich schon in der lockeren Andeutung der ganze Reiz, die sinnliche Wirkung des Theaterspiels im geschmeidigen, federnden Hinüber und Herüber der blitzend und klirrend zustoßenden Fechter. Es geht niemanden etwas an, wie oft dieser heftige, kurze Fechtergang am Vormittag wiederholt wird: am Abend der Premiere wird keiner ahnen, wieviel Ueberlegung, wieviel präzis abmessende, den Raum aufteilende, jeden Schritt berechnende Bemühung sich hinter der eleganten Sicherheit und Leichtigkeit des auf einen Minutenablauf zusammengedrängten Vorganges verbirgt.
hth.
Das Lied der Dreschmaschine.
Wenn wir jetzt durch die Dörfer wandern, hören wir überall das eintönige Summen der Dreschmaschinen. Vor einigen Jahrzehnten war es anders. Da wurden wir Kinder vom Klang des Dreschflegels geweckt. Das Dreschen mit bem Flegel war keine leichte Arbeit, besonbers nicht für junge, ungeübte Arme. Da mußte alle Kraft zusammengenommen werden, aber auch bie Gedanken; denn träumen konnte man beim Dreschen nicht. Da hieß es: Takt halten, besonders, wenn es vier ober gar fünf Drescher waren.
Die alten Bauern können uns heute noch von bieser Arbeit erzählen. Schon morgens um drei Uhr ging es beim trüben Schein eines Oellichtes an bie Arbeit. Dumpf und gleichmäßig ertönte ber Schlag ber Dreschflegel, eins, zwei, brei, eins, zwei, breil Die Körner spritzten hoch auf. Dann würbe gewen- bet, bas Stroh geschüttelt, unb von neuem klopften bie glatten Hölzer auf bie reife Frucht, um das tägliche Brot herauszuholen. Nachdem alles ausgedroschen war, wurden Spreu und Getreide, die auf dem Boden der Scheuer lagen, durch die Fege- mühle getrieben, oder der Bauer nahm bie Wurfschaufel unb warf in großem Bogen bas (Betreibe an bas andere Enbe ber Scheune. Dadurch schieden sich Spreu und Körner. Hierauf wurden bie Säcke mit ber Frucht gefüllt
Dann würben die Dreschflegel von der Dreschmaschine abgelöst. Sie ist wohl bie erste Maschine, bie sich sehr schnell bei ben Bauern Heimatrechte erwarb; benn der Vorteil des Dreschens mit ihr ist so in die Augen springend, daß einer schon sehr am Alten hängen müßte, wenn er heute noch seine Frucht mit den Flegeln ausdreschen wollte. Wenn man früher zwei bis drei Wintermonate lang Tag für Tag, dreschen mußte, so ist das heute in einem ober in zwei Taaen erledigt.
In vielen Dörfern wirb bie Frucht nicht erst in die Scheuer gefahren, sondern gleich auf dem Felde gedroschen. Dicht beim Dorfe stehen bie Dreschmaschinen. Sie haben viel Arbeit; benn alle kleinen Lanbwirte breschen hier ihre Frucht, und in einigen Wochen muß alles erlebigt fein. Es gilt also, rasche Arbeit zu leisten.
Schon früh am Morgen, wenn noch Dämmerung herrscht, pfeift ber Heizer zum Beginn, und abends, wenn längst die Glocken zur Ruhe mahnten, brummen die Maschinen noch. In langen Reihen haben die Bauern ihre mit Frucht beladenen Wagen angefahren. Sie wissen ungefähr, zu welcher Stunde sie drankommen. Sie können ihre Vorbereitungen treffen; denn ein Aufenthalt ist immer ärgerlich und wirft das Tagesprogramm über den Haufen.
Allein kann der Bauer nicht dreschen, auch wenn alle Familienmitglieder mitarbeiten. Da müssen Leute auf den Wagen, um die (Barben herüberzureichen, es muß jemand bei den Säcken stehen, meist ist es der Bauer selber, andere müssen die Spreu wegbringen, und auch bas Stroh muß beiseite geworfen werben. Es wirb auf Haufen gesetzt ober gleich auf ben Wagen gelaben. Unablässig brummt bie Maschine, klopfen bie Hämmerchen die Aehren aus. Zufrieden und froh steht der Bauer an den Säcken und ficijt, wie die goldenen Körner rinnen. Schon ist wieder einer gefüllt. Die Klappe wird für einen Augenblick geschlossen, ein neuer Sack angehängt. Der Nachbar kommt und fragt, wieviel Garben er auf dem Wagen gehabt hat. Der Besitzer nennt die Zahl. Der andere nickt, zeigt auf die Säcke unb meint: Ja, ber Weizen hat dieses Jahr wieder gut gegeben.
Die Arbeit der Dreschmaschine auf dem Felde dauert nicht lang. In einigen Wochen ist alles erledigt. Dann fährt sie ins Dorf. Ihr Weg geht von Haus zu Haus. Manchmal ist sie in einem halben Tage fertig, manchmal dauert es zwei ober mehr Tage, bis bas aufgeschichtete (Betreibe in ben Scheuern ausgebroschen ist.
Wohl sehnt ber ßanbmann ben Tag heran, an bem er seine Vorräte bem Dreschwagen übergeben kann, aber noch froher ist er, wenn bie Tage vorüber sind Die Maschine frönt ja gewissermaßen bie Erntearbeit, indem sie bas golbene (Betreibe fein säuberlich in bie aufgehängten Säcke schüttet. Aber es ist boch auch ein harter Tag für alle, für Frauen
unb Männer. Ueberall gibt es schwere Arbeit unb viel Staub bei ber Dreschmaschine, in ber Scheuer, auf bem Hof, im Garten. Wie sehen da bie Gesichter ber Helfer aus! Am Morgen ließ ber Maschinist einen lauten Pfiff ber Lokomobile ertönen. Da griff alles frisch unb mutig zu. Aber am Abend? Abgehetzt, verstaubt, mit geröteten Augen, sagen alle: Enblich!
Aber ist ber Tag noch so schwer, ber Abschluß gleicht alles wieder aus. Frisch gewaschen, mit gutem Appetit erscheinen die Arbeitsleute zur Abendmahlzeit. Die Hausfrau fetzt ihre Ehre darein, es an
verdunkelungszett
20. September von 19.25 bis 7.02 Uhr.
21. September von 19.22 bis 7.03 Uhr.
nichts fehlen zu lassen. Wochenlang hat sie dafür gespart und vorgesorgt, daß ja bas Essen reichlich unb kräftig wirb. Auch Kochen würbe für biefen Tag gebacken. )
So ist es fein Wunber, wenn beim Dreschmaschi- nen-Nachtessen bald alle Mühe vergessen ist unb eine angeregte Unterhaltung in Fluß kommt. Da wirb dann manche Schnurre erzählt, manch alte Geschickte wieder aufgewärmt. Aber fast aller Gedanken gehen heute hinaus zu unfern Söhnen unb Brüdern im Feindesland, besonders im Osten, bie nicht bei ber Arbeit helfen können, bie im harten Kampf für Volk und Vaterland stehen. Die letzten Briefe ber Kameraden werben vorgelesen, unb jeder erzählt, was er von seinen Soldaten weiß. Kommt bann gar noch während ber Abenbmahlzeit eine Sonbermeldung durch, bie von ben erfolgreichen Kämpfen unserer Solbaten berichtet, bann ist bie Freude erst recht groß, unb alle, bie zu Hause blei' ben mußten, bie ältesten Männer und Frauen, geloben sich aufs neue: Die Arbeit wirb geschafft, auch ohne unsere Buben. Das beutsche Volk will Brot haben. Und es wirb es bekommen! Mit diesem festen Vorsatz klingt ber Dreschtag aus. —h.
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Menschen vom Variete". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „In geheimer Mission".
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 11.15 Uhr „Deutsche Romantik" 19 Uhr „Das Land des Lächelns". — Johannes- kirche: 17.30 Uhr Orgelabenb. — Gloria-Palast, Sel- terswea: „Menschen vom Variets". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „In geheimer. Mission".
Theater der Universitätsstadt Gießen.
Am Sonntagmorgen nimmt bie Gießener Bühne mit ber ersten Morgenveranstaltung „Deutsche Romantik" eine besinnliche Folge von Wort unb Lied, bie trabitioneüe Reihe ber Morgenfeiern wieder auf. Diese erste Morgenfeier bringt neben Rezitationen aus dem lyrischen Schatz ber beutschen Romantik, gesprochen von Renate Freihen, Luise Prasser, Leopold Fischer, Herbert Kochling, W. M. Mund und Heins Roux, auch Lieber unb Balladen, gesungen von Liesel Schroter-Beckers und Hans Lott.
Willst Ou abseits stehen?
von der Iis.-Frauenfchafl kreis Detterau.
Gfs. Heute tragen alle jungen Männer ben Soldatenrock. Es ist ganz selbstverständlich, daß jeder in dieser großen Gemeinschaft seinen Einsatz gibt und mithllst am Neubau unseres großen Vater-
beim Einkauf
Reese-GesellschaftHameln
Teeka-Fruchttee ist sowohl heiß wie kühl gestellt von be- -onderer Güte. Er ist das beste Austauschgetränk für den iltbewöhrten „Teekanne"- Tee. Teeka-Fruchttee wird mit <ochendem Wasser überbrüht. Dann gibt man nach Belieben frisches heißes oder kaltes Wasser, Zucker und Zitronensaft oder auch ein Gläschen Rum oder Weinbrand daran. Für Kinder versetzt man ihn mit etwas Himbeersaft.
Teeka-Fruchttee im Paket oder im Aufgußbeutel Teeka-Fix, sowie Meta-Fixminze, der aromatische Pfefferminztee, sind überall zu haben)
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