Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
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daß der Burgengebracht, das sich
Tägliche, gründliche Zahnpflege ist viel mehr als Schönhcitspflegc- sie ist praktische Gesundheitspflege.
Zwar wohnt auch sie nickt mehr in der alten Wohnung, aber die alte Wohnung wohnt in
Was alles ist inzwischen geschehen! Gewonnen und verloren. Aber die beiden Einsätze mit den je vier Fächern für die Knöpfe sind noch da. Ich nehme sie heraus und freue mich wieder darüber, wie gut ich sie in das mittlere Fach der Schublade eingepaßt habe. Eine saubere Arbeit.
Nun Hobe ich sie wieder hineingestellt. Ich schiebe die Schublade zu. Sie klemmt nicht. Das ist das einzige Neue. Aber sonst —? Ich würde mich nicht wundern, wenn meine Mutter mir jetzt vom Einkauf eine Tüte voll Schokoladenplätzchen mitbrächte.
Wir alle, wir vier, sind jeder unseren eigenen Weg gegangen — meine Mutter aber ist auf dem
schönste Burg ausgetragen wurde.
Bei diesem Wettbewerb ergab es sich, kleine Hans unzweifelhaft ein Meister im bau war. Er hatte ein Bauwerk zustande
finden und zu sprechen.
Im Weltkriege wurde Adolf Schudt 1914 schwer verwundet und geriet damals in französische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Kriege wandte sich fein besonderes Interesse neben der Erfüllung seiner beruflichen Pflichten vor allem der heimatlichen oberhessischen Landschaft zu, für die er in den Kreisen des Deutschen Alpenvereins und des Ski- Clubs Gießen allezeit gerne wirkte. Im Verkehr mit den Volksgenossen aller Schichten und Berufs zeichnete sich Amtsgerichtsrat Schudt durch sein zuvorkommendes und liebenswürdiges Wesen aus, durch das er sich große Wertschätzung erwarb. Dem Verstorbenen ist in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land ein gutes Gedenken über das Grab hinaus sicher.
, Hinein in den Luftschutzkeller!
NSG. Leichtsinn kommt aus Mangel an Phantasie oder aus fehlendem Pflichtgefühl sich selbst und anderen gegenüber. Wer bei feindlichen Fliegerangriffen „volle Deckung" im Bett sucht, handelt ungefähr so wie Kinder, die sich auf zerbrechliches Eis wagen, oder wie schwimmunkundige Menschen, die an verbotenen Stellen ins Wasser gehen. Das Risiko ist sonnenklar, aber sie schließen wie der Bogel Strauß die Augen vor Gefahr und Tod. Niemand kann behaupten, daß Dettfedern oder auch
Mir fällt ein, daß ich damals meiner Mutter sagte, te müßte in der Schublade besser Ordnung halten — dann würde die Schublade auch nicht mehr klemmen. Dann solle doch ich Ordnung machen, sagte meine Mutter. Jetzt, da ich Handfertigkeitsunterricht habe, könne ich doch Schachteln für die Knöpfe und Flicken machen. Ader ich machte nur für die Knöpfe: zwei Einsätze mit je vier _ die sich, übereinandergestellt, genau in das mittlere Fach der Schublade einfügen. Für die Flicken machte ich keine Schachteln. Ich hatte keinen Einfall für sie. Darum klemmte die Schublade dann auch wieder. Damals, vor zwanzig Jahren.
Eine Vereinfachung des Steuerabzugsverfahrens bei der Lohnsteuer und eine weitere Beseitigung von Härten heim Kriegszuscklag bringt ein wichtiger neuer Erlaß des Reichsftnanzrninisters grunb- ätzlich für die Zeit vom 1. 4.1941 ab. Seitens der Arbeitnehmer ist auch die Erweiterung der Kinderermäßigung beachtlich.
Die neuen Lohnsteuerlabellen.
Für die Lohnsteuer und den Kriegszuschlag gelten vom 1. April 1941 ab neue Lohnsteuertabellen, in denen Lohn st euer und Kriegs zuschlag zusammengefaßt sind, bei Arbeitslöhnen für Lohnzahlungszeiträume (Monate, Woche ufro.), die nach dem 31.3.41 enden. Für die sonstigen, insbesondere einmaligen Bezüge erhöhen sich infolge der Zusammenfassung die besonderen Lohnsteuersätze um 50 v. H. für den Kriegszuschlag. Sie betragen also bei Arbeitnehmern der Steuergruppe I 27 v. H., Steuergruppe II 21 v. H., Steuergruppe III 15 v. H., Steuergruppe IV, bei Kinderermäßigung für eine Person 12 v. H., für 2 Personen 9 v. H., für 3 Personen 4,5 v. H., für mehr als 3 Personen 1,5 v. H. (Abrundung des Lohnbetrages auf volle RM. nach unten).
Erleichterung bei der Abführung der Lohnsteuer.
Nur noch ein Lohnsteuertermin! Vom 1.4.1941 ab wird Lohnsteuer nur noch bis zum 5. des folgenden Kalendermonats für den ganzen vergangenen Kalendermonat abzuführen sein. Der Lohnsteuertermin vom 20. jeden Kalendermonats zur Abführung für in der Zeit vom 1. bis 15. ein- behaltene Lohnsteuerbeträge über 200,— RM. fällt erstmalig am 20. 4. fort, so daß die Abführung der gesamten im April einbehaltenen Lohnsteuer erst bis zum 5. 5. 41 zu erfolgen braucht.
Abführung bei wenigen Arbeitnehmern. Arbeitsgeber, die bei Jahresbeginn ober Betriebseröffnung nicht mehr als 5 Arbeitnehmer beschäftigen, brauchen vom 20. 4. ab bie Lohnsteuer erst dann abzuführen, wenn sie insgesamt RM. 100,— (bisher 50,— RM.) übersteigt, spätestens bis zum 5. des auf jedes Kalendervierteljahr folgenden Monats.
Vierteljährliche L o h n st e u er-A n me l- dungen auf Antrag. Arbeitgeber, die die Lohnsteuer monatlich abführen, können beim Finanzamt beantragen, ihre Lohnsteueranmeldung erst nach Ablauf jedes Kalendervierteljahrs, späte- stens bis zum 5. des darauf folgenden Monats, ab- geben zu brauchen.
Kriegszuschlag bei Ueberschreilung der Freigrenze durch einmalige Bezüge.
Bei Ueberschreitung der Freigrenze für den Kriegszuschlag von 234 RM. monatlich (54 RM. wöchentlich) ist der Kriegszuschlag zur Lohnsteuer so zu berechnen, daß dem Arbeitnehmer von dem die Freigrenze übersteigenden Arbeitslohn mindestens 50 v. H. verbleiben. In den seit dem 15.10. 1940 geltenden Tabellen war dies berücksichtigt. Die neuen Lohnsteuertabellen enthalten nunmehr in dieser Hinsicht durch Veränderung von Lohn- stufen weitere Erleichterungen ,
Härten ergeben sich bei der Anwendung der Freigrenze vor allem, wenn der Arbeitnehmer sonstige, insbesondere e i n m a lige Bezüge erhält, und nur dadurch die Freigrenze überschritten wird, z. B. durch Gratifikationen, Urlaubsabgeltungen, nicht mit dem laufenden Arbeitslohn an den regelmäßigen Lohnzahlungsterminen gezahlte Ueberstunbenent- gelte usw. Der Kriegszuschlag ist in diesen Fällen nur von dem sonstigen Bezug, nicht auch von dem laufenden Arbeitslohn zu berechnen. Für die Frage, Pb der Arbeitslohn die Freigrenze übersteigt, ist er bei Zahlung für volle Monate mit dem tatsächlichen Betrag, für volle Wochen mit für volle Tage mit V-, des tatsächlichen Betrags dem laufenden Arbeitslohn hinzuzurechnen. Diese Erleichterung gilt bei Lohnzahlungen für alle Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. 3. 1941 enden. (Dgl. RDF. Erlaß vom 20. 2. 41 RSTBl. S. 187.) ________
Aus der Stadl Gießen.
Der Sandkasten.
Täglich komme ich an der kleinen Anlage vorbei. Und jedesmal, wenn mein Blick auf den Sandkasten fällt, erinnere ich mich des quirlenden Lebens, dessen Mittelpunkt er an schönen Sommertagen ist. Jetzt freilich verbringt er feine Tage noch sehr einsam. Kaum jemand beachtet ihn, und eigentlich macht er ganz den Eindruck, als sei er noch vom Schlaf umfangen. Vorn Winterschlaf nämlich. Vielleicht ist es auch so, vielleicht träumt er dann und wann ein bißchen von der Zeit, in der kleine Mäb-
Jnfartterie-Regiment Nr. 37 zugetragen.
Zum Schlug gab es dann eine Reihe siebenbiir- gischer Schwänke, die von einem noch pralleren und handgreiflicheren Humor leben und, zumal auch sie offenbar die Merkmale des Wirklichen und nicht bloß gut Erfundenen an sich trar die heiterste Laune versetzten. Die!, . , , etwa „Die schöne Predigt", „Leichenprebiaf „Die flüssigen Perikopen , befassen sich, ohne satirische Schärfe und ohne verletzend zu wirken, in einer unwiderstehlichen Komik der Situation mit allerlei originellen geistlichen Herren aus Zillichs Heimat, wohingegen „Das Ofentürchen" den hanebüchenen Faschingsspah eines biederen Bäckermeisters der staunenden Welt überliefert. Die sieben- bürgifchen Späße ergötzten die Hörer so ungemein, daß sie eine Zugabe forderten, die gern gewährt wurde; sie ist wohl die unglaublichste aus dieser
Ich stelle mich ans Fenster und sehe durch die Gardine. Es ist eine fremde Straße. Ader nicht lange: denn da kommt meine Mutter. Ihr Schritt ist hastig, sie hat eingekauft und will nun schnell alles fertig machen, damit wir pünktlich Abendbrot essen können. In der linken Hand hält sie das Marktnetz und ihre Handtasche, in der rechten — ja, es sind doch zwanzig Jahre vergangen — mit der rechten Hand stützt sie sich auf einen Stock.
Ich öffne die Tür. Einen Augenblick sieht sie mich fragenb, beinahe angstvoll an. „Nun? Wie fühlst du dich bei mir in der neuen Wohnung? Fühlst du dich zu Hause?"
Ich nicke. Dann sage ich: „Ja, ja, Mutter.
Sie geht voran in die Küche. An ihrem Schritt fühle ich, daß der bange Zweifel gewichen ist. Sie setzt das Netz auf den Küchentisch. „Faß mal hinein. Ich habe dir etwas mitgebracht."
Zwanzig Jahre! Und waren für meine Mutter nur ein Tag. Ihr Lebenstag.
3eitfrf>riffen.
— Das Märzheft der Zeitschrift „Neues Volk" (Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) bringt als Leitaufsatz eine grundsätzlich wichtige Betrachtung über Derwandten- ehen von Professor Dr. F. Lenz. Es folgen drei Soldatenbilder von L. G. Buchheim, die sinnvoll unter dem gemeinsamen Titel „Sieg im Westen" miteinander verbunden sind. Aeußerst interessant ist seiner prinzipiellen Entscheidungen wegen der Beitrag „Völkische Lebensfragen", der eine Reihe von Auskünften des Rassenpolitischen Amtes auf ihm zugegangene Fragen aus den verschiedensten Schichten der Bevölkerung mitteilt. „Helden und Verräter in Südafrika" heißt ein großer, interessant bebilbeter Aussatz von R. Karlowa, der sich mit dem Burenkriege und der Persönlichkeit des Präsidenten Ohm Krüger beschäftigt.
Anmut und Heiterkeit der Erzählung „herz, wo liegst du im Quartier?", deren sich viele Leser gerne erinnern werden, regieren auch Kurt heynickes jüngsten Roman, mit dem wir am Freitag, 21. März, in den Famitien- btattern beginnen: „Der Baum, der in den Himmel wächst" nennt die lächelnde Weisheit des liebenswürdigen Dichlers sein neues Werk, die Geschichte einer ärgernis- erregenden Tanne und einer heimlichen Liebe im süddeutschen Rniversitätsstädtchen. Eine Fülle von Begebenheiten, ein fröhlicher Reigen luskspielhafl bewegter Gestalten und ein aus gesunder Lebensfreude kommender Humor werden dem Roman viele Freunde gewinnen.
Gießener Voriragsring.
Heinrich Zillich liest.
Der fiet)enbürgifd>e Dichter Heinrich Zillich, ausgezeichnet mit dem Literaturpreise der Reichshauptstadt, bekannt vor allem durch die Romane „Zwischen Grenzen und Zeiten" und „Der Weizenstrauß", als Lyriker durch die Sammlung „Komme, was will", war gestern, wie vor etlichen Jahren schon, wieder in Der Aula bei uns zu Gast. Der sympathischen Erscheinung in der Offiziersuniform entspricht die klare, männliche, tragende Stimme, die den großen, leider nicht voll besetzten Raum mühelos füllt und beherrscht.
Zillich begann feine Vorlesung mit der Erzählung „Der baltische Graf", die ihm, wie er betonte, besonders nahesteht, weil ihm der Stoff aus der Familienüberlieferung zugewachsen ist: sie spielt während der ungarischen Aufstandsbewegung 1849 in Siebenbürgen und entwickelt vor dem Hintergründe der bewegten Zeit in der heimatlich vertrauten Landschaft das gedrängte, im Wirbel kriegerischer Ereignisse dramatisch sich steigernde Bild eines persönlichen Schicksals; was diesem baltischen Grafen und Major hier überraschend und überwältigend in der zufälligen Begegnung mit einem unmündigen Kinde widerfährt, ist in eine erzählerisch knappe, vorwärtstreibende und sehr entschieden pointierte Form gebracht, welche alle Merkmale der nach einer berühmt gewordenen Definition außerordentlichen Begebenheit und also der unbezweifelbar echten Novelle trägt.
Es folgten dann etliche Gedichte: „Der Abendstern", still bewegter Nachklang aus dem Kinderparadies; „Der Schlaf", ein unerschöpfliches lyrisches Thema umkreisend; „Spätsommer", eine melodisch fünfte Naturempfindung; „Großer Abend" und endlich, abermals ein ewiges Motiv auch des reinen Gedichtes, „Pflügender Bauer".
Was man bann hörte, war der heiteren Dichtung, der zugespitzten kleinen Erzählung aus verschiedenen Erlebniskreisen Vorbehalten. Wir vernahmen zunächst, aus dem Manuskript gelesen, die Anekdote „Die goldene Tapterkeitsmedaille": wie ein Feldwebel der alten österreichischen Armee nach dem großen Kriege, als'Fahnen und Standarten, Orden und Ehrenzeichen nichts mehr galten, mit den fünf vor dem Feinde erworbenen Tapferkeitsmedaillen seine Frau dekoriert, sie für die Geburt feiner Kinder zu ehren; die schönste und wertvollste, die goldene, erhält sie zuletzt für den lange vergeblich er-
Seine Tätigkeit erstreckte sich auf die Bearbeitung von Strafsachen und Angelegenheiten der Zwangs-- Versteigerungen, ferner führte er den Vorsitz des Arbeitsgerichtes beim Amtsgericht Gießen. mehreren Jahren war er auch ständiger Stellvertreter des Amtsgerichtsdirektors. Bei seinem Wirken als Richter ließ er sich allezeit von ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl und von größter Gewissenhaftigkeit leiten, dazu kam fein ernstes Bemühen, sich in allen Lagen auch in die Verhältnisse des Rechtsuchenden hineinzuversehen, um auf der Grundlage dieser drei wichtigen Richtlinien das wahre Recht zu
das stolz und trutzig bewehrt war und großartig ausnahm. Neidlos erkannten die Spielkameraden die Leistung an, und die kleine Annemarie krönte das Werk sogar dadurch, daß sie ihre
warteten Sohn. Weiter „Der wegbefohlene Hunger", einem Erlebnis an der Tiroler Front 1917 nacherzählt, dann „Die Lawine", aus der gleichen Sphäre, ein heiteres Idyll zwischen den winterlichen Gebirgsstellungen, und endlich „Speck und Brot", aus dem russischen Feldzüge 1916, eine gleicherweise komische und unglaublich klingende Geschichte: sie ist aber dennoch, wie der Dichter bemerkte, verbürgt und hat sich beim österreichischen
Puppe auf den Durgwall setzte. Das paßte jedoch dem Baumeister keineswegs, ja, er sah diese Huldigung beinahe als Kränkung an. Verächtlich warf er die Puppe von der stolzen Höhe und holte dafür aus seiner Spielzeugkiste einige Soldaten, die auf der Burg als Wache aufzogen. Die Spielkame» roden schlugen indessen vor, daß die einzelnen Burgen einander bekriegen müßten. Hans war damit einverstanden. Und so entwickelte sich bald ein kriegerisches Treiben, bei dem der Sand nach allen Richtungen stäubte, so daß die Soldaten des kleinen Hans bald unter den Massen der zusammenstürzenden Wälle begraben lagen. Hans sah sein stolzes Wert untergehen, aber er hatte die Genugtuung, daß auch von den übrigen Burgen nicht eine einzige erhalten blieb. In kurzer Zeit war der Inhalt des Sandkastens wieder eine formlose Maste, doch nicht lange, denn bald gingen die Burgenbauer wieder mit Feuereifer daran, neue Werke entftehen zu lassen.
Wenn der Sandkasten von diesen Creignisten träumt, dann wird ihm auch wieder gegenwärtig, wie einmal alle Mädchen und Jungen sich im großen Stile als Tortenbäcker betätigten und dabei wunderbare Leistungen vollbrachten, die an Kühnheit der Phantasie die Sprödigkeit des Materials gewöhnlich überschätzten. Es waren schöne Zeiten hir den Sandkasten, und kaum ein Tag verging, wo nicht die Kinder in Scharen zu ihm kamen. Jetzt sind es im allgemeinen nur die Spatzen, die um die Brüstung des Kastens lärmen. Dann und wann kommt auch einmal mit witternder Nase ein Hund, der sich meist rasch wieder trollt. Wenn die Sonnenstrahlen in der Mittagsstunde wärmend den Sandkasten betasten, dann scheint er zu blinzeln und Ausschau zu halten, ob der kleine Hans mit seinen Spielkameraden noch nicht wieder erscheint. Er wird noch ein Weilchen warten müssen, aber sicher ist, daß er sich eines Tages wieder in dem Glück sonnen kann, ein gesuchter und lieber Freund aller Kinder des Viertels zu sein. H. u . Sch.
Sammlung und so beschaffen, daß man sie nur — mit kullernden ßad) tränen — hören, aber nicht nacherzählen kann, was ja ohnehin nicht das Anliegen dieses Berichtes wäre.
Es gab herzlichen Beifall und viele Autogramme Hans Thyriot
chen ernsthaft aus seinem Sand ihre Kuchen backten und kleine Jungen kühne Burgen bauten. Da erinnert er sich auch sicher noch, wie im letzten Sommer einmal ein regelrechter Wettbewerb
tiornotuen.
Tageskalender für Dienstag.
Stadttheater: 19 dis 21.45 Uhr „Die Petersburger Krönung". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Kampfgeschwader Lützow". — Lichtspielhaus, Bahnhof straße: „Tat ohne Zeugen".
Stadltheater Gießen.
Am heutigen Dienstag wird die mit großem Erfolg zum Heldengedenktage erstaufgeführte Tragödie „Die Petersburger Krönung" von Friedrich Wilhelm Hymmen wiederholt. Spielleitung: Horst Hoffmann a. G. Bühnenbild: Karl Löffler. 24. Dienst tag-Miete.
Amtsgerichtsrat Adolf Schudt f
Nach schwerer Krankheit ist der Amtsgerichtsrat Adolf Schudt in Gießen im 53. Lebensjahr ver, ftorben. Der Verewigte war geborener Oberhesse; ec stammte aus der alten Landwirts- und Müllerfamilie Schudt in Mufchenheim (Kreis Gießen). Nach dem Abschluß seiner juristischen Studien war Adolf Schudt als Gerichtsassessor vom Frühjahr 1920 bis zum Jahre 1925 an den Amtsgerichten in Gießen, Ulrichstein und Alsfeld (hier als Amtsanwalt), ferner bei der Staatsanwaltschaft in Gießen tätig. Im Jahre 1925 erfolgte seine Ernennung zum Amtsgerichtsrat in Homberg (Ohm). Vom Herbst 1925 ab war er als Staatsanwalt (Amtsanwalt) bei dem Amtsgericht in Gießen tätig, hier wirkte er dann von Mitte 1929 ab als Amtsgerichtsrat.
Beispiele: 1. Ein Angestellter der Steuergruppe III hat am 30. 4. ein monatlich zahlbares Gehalt von 200 RM. erhalten; die Lohnsteuer beträgt 8,84 RM. Am 15. 4. ist ihm bereits eine Ur laubsabgeltung von 50 RM. gezahlt, so daß der laufende Arbeitslohn im April und die Urlaubsao- geltung zusammen 250 RM. betragen und daher die Freigrenze von 234 RM. übersteigen. Lediglich von der Urlaubsabgeltung ist neben der Lohnsteuer auch der Kriegszuschlag, zusammen in Höhe von 15 v. H. von 50 RM. = 7,50 RM. zu berechnen. — 2. Ein Arbeitnehmer der Steuergruppe I hat von einem am 5. 4. wöchentlich nachträglich gezahlten Arbeitslohn von 41 RM. Lohnsteuer von 3,12 RM. zu zahlen. Erhält er von seinem Arbeitgeber am 7. 4. eine Urlaubsabgeltung von 52 RM., so ist die letztere mit "/-« = 12 RM dem laufenden Arbeitslohn von 41 RM. hinzuzurechnen, = zusammen 53 RM. Dieser Betrag übersteigt die Freigrenze von 54 RM. wöchentlich nicht. Die Lohnsteuer beträgt von der Urlaubsabgeltung 18 v. H. von 52 RM. = 9,36 RM. Die Durchführung der neuen Kinderermäßigung.
Arbeitnehmern wird Kinderermäßigung für voll jährige Kinder oder andere Angehörige über das 25. Lebensjahr hinaus auf Antrag gewährt, wenn die Berufsausbildung (auf Kosten des Arbeitnehmers) während des Krieges vorher nicht begonnen ober vollendet werden konnte. Die Altersgrenze verlängert sich in solchen Fällen um den Zeitraum, während dessen der Angehörige nach dem 31. 7.39 der Wehrmacht angehört hat, mindestens um sechs volle Monate. Die Monate der Einberufung und Entlassung rechnen mit. Ist in diesen Fällen auf der Lohnsteuerkarte 1941 bereits eine Kinderermäßigung eingetragen, so gilt sie ohne weiteres über die Altersgrenze von 25 Jahren hinaus. Wie sonst muß der Arbeitnehmer eine Berichtigung der Lohnsteuerkarte innerhalb eines Monats beantragen, nachdem der letzte zurechnungsfähige Monat abgelaufen ist.
Beispiel: Auf der Lohnsteuerkarte für 1941 ist eine Kinderermäßigung für einen am 20. 2.1916 geborenen Sohn eingetragen. Die Altersgrenze von 25 Jahren veNängert sich infolge Einberufung vom 28. 8. 39 bis zum 2.1. 41 und Fortsetzung der Berufsausbildung auf Kosten des Arbeitnehmers um 17 Monate bis zum 20. 7. 42. Eine Berichtigung der Lohnfteuerkarte 1941 ist nicht erforderlich.
Ist die Kinderermäßigung auf die Lohnsteuerkarte 1941 nicht eingetragen, so muß der Arbeitnehmer bei der Gemeindebehörde Ergänzung der Steuerkarte beantragen. Rückwirkend kann die Eintragung nur bis zum Beginn des 2. Kalendermonats vor der Antragstellung und nur bis zum Bpginn des laufenden Kalenderjahres erfolgen. Nach Vorlegung der ergänzten Steuerkarte darf der Arbeitgeber bei den folgenden Lohnzahlungen entsprechend weniger an Lohnsteuer einbehalten, als er seit dem Tage der Rückwirkung zu viel abgewogen hat. (RdF. Erlaß vom 28. 2. 41 RStBl. S. 203).
Beispiel: Die Eintragung der Kinderermäßigung für einen am 25.9.15 geborenen Sohn, der in der Zeit vom 2. 9. 39 bis zum 22.2.41 zur Wehrmacht einberufen war und am 1. 3. 41 feine Berufsausbildung auf Kosten des Arbeitnehmers fortgesetzt hat, kann infolge der Verlängerung der Altersgrenze von 25 Jahren um 18 Monate für die Zeit bis zum 25. 3. 42 bei der Gemeindebehörde beantragt werden. Für die Lohnsteuer 1941 muß der Antrag für die Zeit vom 1.3. an spätestens im Mai gestellt werden. Nach Eintragung auch auf der Lohnsteuerkarte 1942 muß der Arbeitnehmer spätestens am 25.4.42 die Berichtigung der Steuerkarte beantragen, auch wenn die Berufsausbildung noch nicht beendet ist.
Orkszelk für den 19. März.
Sonnenaufgang 7.32 Uhr, Sonnenuntergang 19.35 Uhr. — Mondaüfgang 2.00 Uhr, Monduntergang 11.14 Uhr. . ______
Die neuen Erleichterungen bei der Lohnsteuer
Von Steuerberater Dr. Wirth, Berlin.
Bei meiner Mutier.
Von Hansjürgen Weidlich.
Sie tft fortgegangen, um einzukaufen. Ich bin allein in der Wohnung. Vor wenigen -stunden erst bin ich angekommen. Ganz überraschend für meine Mutter. Die Karte, mit der ich ihr schrieb, daß ich Urlaub bekommen hätte und sie besuchen wurde, wird wohl erst morgen eintreffen.
Es ist eine neue Wohnung, in der meine Mutter jetzt lebt. Eigentlich ist es nur ein Zimmer Die Wohnung, in der wir früher lebten, war weit großer. Wie lange ist bas schon her. Damals waren wir fünf Dann heiratete meine Schwester, mein Vater starb, ich ging nach Amerika, nur mein Bruder blieb noch bei meiner Mutter — bann ging auch er. Nun ist sie allein, allein in der neuen Wohnung, in dem einen Zimmer.
Hier lebt sie also. Ich sehe mich um.
Da ist der kleine ovale Tisch, der früher im Eltern- fchlafzimmer stand, da sind die Sessel aus dem Salon, das Büfett aus dem Eßzimmer, der Nähtisch, der im Wohnzimmer am Fenster stand, daneben die Nähmaschine, Kleidchen für die Kinder der Schwester liegen darauf, und dort, rechts neben dem zweiten Fenster, steht in der Ecke der Schreibtisch meiner Mutter. ' t ,
Ich öffne die Briefmappe und sehe unsere Briefe. Ich sehe die Bilder, die in zierlichen goldenen Rahmen im Hintergrund stehen. Es sind Photographien von uns als Kinder und von den Kindern meiner Schwester. An der Wand hängt ein Bild meines Vaters. Ja, bas ist er noch. So war er: gütig unö streng. Aber wir sahen damals nur seine ötrenge Seine Güte begriffen wir erst später, als er nicht mehr unter uns war.
Seltsam: vor ein paar Stunden erst war ich noch im Urlauberzug und sehr in der Gegenwart — nun bin ich auf einmal zwanzig Jahre jurudgegangen und bin wieder in meiner Kindheit. Wieviel ist seitdem vergangen! Nicht nur die zwanzig Jahre wieviel mit ihnen! Aber hier lebt bas V^gangene noch. Hier bei meiner Mutter. Es ist ihre Welt Hier in bem einen Zimmer, in bem sie nun wohnt.
Ich öffne bie Nähmaschine. Es ist noch ber alte Leberriemen baran, mit bem ich meinen Dynamo in Arbeit setzte. Damals, vor zwanzig Jahren Ich setze mich vor den Nähtisch und ziehe die «chublabe au . Ich wundere mich, daß sie nicht klemmt. Damals klemmte sie. Meine Mutter hatte immer zuviel dann. Das ist heute anders. Wir sind nicht mehr da.
MW»


