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Montag,ir.MärzM»

Der Heldengedenktag in Gießen

-Petersburg.

Es fällt vielen auch nicht ei«, daran zu denken, vorne zwei Menschen stehen, denen sich weh­ere hundert Mitmenschen mit Hab und Gut anver- rQut haben. Diese beiden stehen fast stumm da. hre Augen starren unentwegt bei Tag und in der Lacht auf die Strecke, überschauen die ungesicherten Bahnübergänge, ob nicht gerade ein Fuhrwerk chnmt, vor dem ein Ausweichen unmöglich ist. Sie eben acht auf die kleinen Blockhäuser, ob Mann der Weib mit gerollter Signalflagge davorstehen. Sie verfolgen die Strecke, ob nicht etwa die Sck>e- cn vom Regen unterspült sind oder ob vielleicht er Streckenläufer, der alltäglich vor der Fahrt die ranze Strecke zu begehen hat, vom Schneetreiben Lberrafcht halb erfroren zwischen den Schienen liegen- geblieben ist. Bon alldem träumt nicht mal der sich |o überaus sicher und entspannt fühlende Reisende I iim Abteil oder Schlafwagen. Der ein geschlafene ,i Weisende erwacht wohl mal und brummt vor sich Pin, wenn der Zug über wichtige Kreuzungspunkte rattert, denkt aber gar nicht daran, daß da irgend- . do in einem Stellwerk einkleiner" Beamter Tag irnö Nacht hockt, der eine Unzahl von roten und loelben, blauen und grünen Hebeln an einem Rie- k^nschaltbrett vor sich hat: und jeder Hebelgriff legt 1 (ine Weiche um! Man fährt ja so sicher, daß man I ir-ud) gar nicht daran erinnert wird, wie es einem kleibst manchmal im Leben ergeht, wenn man sich plötzlich eines Namens, den man hundertmal ge- ßlchrieben oder gehört hat, nicht erinnern kann! Was [Lber geschähe, wenn ähnliches bei den vielen ver- ifchiedenen Hebeln im Stellwerk ganz plötzlich dem IBeamten, der sehr oft ganz allein darin sitzt, wider- ti hrt ?

- 1: Was würde geschehen, wenn sich plötzlich der Be­rnte vorn in der Lokomotive nicht erinnern kann, was die vielen Signale mit ihren bunten Farben

Burkhard Christoph Graf von Münnich, russischer Generalfeldmarschall und Premierminister, 1683 tm Oldenburgischen geboren, trat noch jung in^ fran-

Gießener Gtadttheaier

Friedrich Wilhelm Hymmen: Die Petersburger Krönung".

jöfijdw, als Hauptmann in Hessen - darmstadtifche, «dann in polnisch-sächsische, schließlich, 1720, unter Peter dem Großen in russische Dienste. Als dessen Generalingenieur baute er den Ladoga-Kanal uno

die dedingungslose Klarheit und Ehrlichkeit ver» "1''hörten zuletzt das Sextett in b-Dur, op._ 18. von Brahms, gespielt vom Streichsextctt des Städti­schen Orchesters mit den Herren ^ranz Kerzls« n i k, Gustav Landgraf, Wilhelm Roll, Karl Fast, Ernst Schneider und Kurt Krügers die schlichte, melodisch breit hinslutende Fülle der vier Sätze wurde ausgezeichnet vorgetragen-, im Zusammenwirken des kleinen Streicherkörpers er- gab sich eine orchestrale Geschlossenheit des klang­lichen Eindrucks, welche doch die Individualität der Einzelstimmen nicht verwischte: die klare Gliederung und Durchsichtigkeit des thematischen Aufbaues kam besonders in den beiden Mittelsätzen Andante ma moderato und Scherzo zu schöner, reiner Wirkung. .. ,, .

Ein stärkerer Besuch wäre zu wünschen geroefent die Hörer folgten mit großer Aufmerksamkeit.

Hans Thyriot.

MorgenveranstaltungdesBOM-Werks .Glaube und Schönheit^.

bedeuten, zumal wir oft erst nachsinnen müssen, wo bei (Sd)iffen backbord, steuerbord ist? An der Strecke aber gibt es viel mehr farbige Lichtsignale. Das alles aber müssen diekleinen" Beamten so­fort wissen,'wenn das Signal auftaucht. Da gibt es kein langes Ueberlegen mehr, der Zug hat seine Fahrzeit innezuhalten, genau wie ein Autobus oder eine Straßenbahn oder der Postbote seinen Zustell, dienst. r m

Wir wollen nicht vergessen, eine wie große Ver­antwortung dieser Riesenapparat von Beamten »zu tragen hat, sei es im Post- oder Verkehrswesen, im Zoll oder Polizeiwesen, jeder noch sokleine" Be­amte ist dem ganzen Volke verantwortlich. Weil er sich dessen immer bewußt war, wuchs unser Sicher­heitsgefühl so groß, dah wir vor aller Welt auf un­seren Beamtenapparat stolz sein können, auch aus denkleinen" Beamten, der den ganzen Tag weiter nichts zu tun hat, als die Verschraubungen der Laschen im Gleis zu überprüfen.

Dorrwtizen.

Tageskalender für Montag.

Gießener Vortragsring: 19.15 Uhr in der Großen Aula der UniversitätHeirich Zillich liest aus eigenen Werken". Gloria-Palast, Seltersweg:Kampf- geschwader Lützow". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Tat ohne Zeugen".

Dichterlesung Heinrich Zillich.

Der Dichter Heinrich Zillich wird im Rahmen der von der Dolksbildungsstätte Gießen, dem

Hymmen zeigt, wie Münnich mit seiner Bega- bung und auf mehreren Gebieten erstaunlichen Ret­tung die Russen immer wieder, wenn schon Nicht zu deren Anerkennung, so doch zu ihrem Gluck zu zwingen versucht, während doch diese, mit verschwin­denden Ausnahmen, ihn oblehnen, weil er Deut­scher ist, also fremd unter ihnen; und wenn sie ihr Glück wollen, dann kann es nur aus den Händen eines der ihren kommen. Das bedeutet: em Leben lang Kampf gegen Korruption, Mord, Willkür, Er. prefsung, Dummheit, Neid, Angst und Unfähigkeit, zwei Seelen, zwei Völker, wenn man will, zwei Erdteile stehen sich immer wieder feindlich und im letzten Grunde verständnislos gegenübe#.

Schon auf dem Maskenfest des ersten Aktes, in das der drohende Schatten Birons fällt, hort-Mun- nid) non Trub-tzkoj die tyxisch-n Wort- ^- wer­den nie ein reicher Man.?, weil er die Schiebung mit Lohngeldern für den Kanalbau ablehnh Biron selbst, von Münnich als Verderber und Peiniger Rußlands leidenschaftlich b^ümpft, erscheint hier nicht persönlich, nur indirekt auf der Szene; m Peters I. barbarisch zügelüser Tochter Elisabeth stellt sich bei Hymmen der eigentliche, der russischste Gegner und Gegenspieler gegen Münnich: sie will ihn, sobald sie an der Macht ist, als Kanzler ober seinen Kopf. Biron treibt zum Turkenkriege; Mun- nich weiß, daß es zu früh ist, er ahnt, daß er tie­fen Krieg verlieren und sich damit ans Messer liefern soll, aber entschließt sich, tm Glauben an feinen Stern, doch zum Feldzuge.

Nach dem dritten Siege, der Rußlands Fahne am Schmorten Meere aufpflanzt, erreicht ihn auf den Trümmern der erstürmten Festung Otschakow die Nachricht vom Tode der Zarin, vom Sonderfrieden Oesterreichs. Münnich kehrt nach Petersburg zuruck , gegen Biron, der für den unmündigen Iwan

genden Generalkonflikt in Münnichs bewegtem der Größe des russischen Reiches und Staates verschrie­benen Dasein, daß er, als Soldat, Ingenieur und Organisator hervorragend und vielseitig begabt, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten als Deutscher in Ruß­land und zum Wohle Rußlands glaubte einsetzen und entfalten zu müssen, war der tragische Grund­irrtum in Münnichs reichem und ruhelosem Leben. An der unüberbrückbaren Spannung zwischen deut- chem und russischem Wesen scheiterte die Mission, an die Münnich, innerlich immer ein Deutscher bleibend, aber um die Liebe Rußlands werbend, wie an eine Berufung glaubte.

fren Hafen von Riga, befestigte Kronstadt, reorgani- -fierte das Heer, eroberte unter Anna Iwanowna Danzig und focht siegreich im russisch - türkischen Kriege. Nach dem Tode der Zarin stürzte er 1740 den für den unmündigen Thronfolger Iwan vi. eingesetzten Regenten Herzog Biron von Kurland-, . Gs Iwans Mutter Anna Leopoldowna die Regie- rung übernahm, wurde Münnich ihr Premiermim» Iter. Als Anna einer Verschwörung zum Opfer ge­fallen und ihr Sohn gefangen gesetzt worden war wurde Münnich nach der Thronbesteigung Elisabeths ols Hochverräter zum Tode verurteilt, lm letzten Augenblick begnadigt, feiner Aemter und Wurden für verlustig erklärt und nach Sibirien verschickt. Dort blieb er bis 1762, wo er von Jßeter III.

gerufen und rehabilitiert wurde. Katharina 11. er­nannte ihn noch im gleichen Jahre zum General- bireftor der baltischen Häfen. 1767 starb er in

träger? der Partei im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, wobei in kurzen herzlichen Worten der Gefallenen beider Kriege und der Toten der Be- wegung gedacht wurde, durch Major W o 1 f als Träditionsverbandsführer der Kameradschaften der alten 116er für das alte Regiment 116, das Reserve- unb das Landwehr-Regiment 116, sowie für die au- dem Regiment 116 im Weltkriege hervoraegangenen Kriegssormationen; durch den stellv. Polizeidirektor Kommandeur der Schutzpolizei: Major H e 11« m e g c Emden für die Polizei; von Regierungs­baurat Gerl ach als Vertreter der Ortsgemenv fchaftsführuna Gießen des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberiürsorge.

Nach den Kranzniederlegungen verabschiedeten sich die Abordnungen von dem Ehrenmal und damit von den gefallenen Kameraden mit einem stillen Gruß.

Ein Ehrensturm der NS-Kriegsopferversorgung (NSKOB.) begab sich vom 1 Iller-Denkmal zum Ehrenmal auf den Heldenfriedhof des Neuen Fried­hofs, wo Kreisamtsleiter Gravelius namens der NSKOB. mit einer kurzen Ansprache einen Kranz niederlegte. Die Ortsgemeinschaftsführung Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgraber- fürforge ließ auch an diesem Denkmal durch Regie-, rungsbaurat G e r l a ch einen Kranz mederlegen.

Die Abordnung der ehemaligen Weltkriegskämp- fer aus den Reihen der NS.-Kriegerkameradfchaften Gießen begab sieh vom 1 Iller-Denkmal zu'dem Krie. gerdenkmal von 1870/71 aus den Marktplatz, wo Kamerad Bill mit kurzen herzlichen Gedenkworten den Kranz der alten «Soldaten zu Ehren der Kämp. fer von 1870/71 niederlegtk.

chmuck von den Häusern.

. Am Vormittag um 9.30 Uhr fand am llller-Denk- mal auf dem Landgraf-Philipp-Platz eine schlichte militärische Gedenkfeier statt. Zahlreiche Offiziere des Standorts Gießen und ein Zug Infanterie, nut einem Doppelposten vor dem Denkmal, hatten zu- ammen mit einer Abordnung der Partei, Ver­tretern des Reichsarbeitsdienstes, der Polizei, des Deut- chen Roten Kreuzes, der NSKOV., des NS.-Reichs­kriegerbundes, des Volksbundes Deutsche Krieg?' gräberfürforge, der Technischen Nothilfe, des Neichs- luftschutzbundes und zahlreichen Volksgenossen an dem Denkmal Aufstellung genommen.

Der Standortälteste, Oberstleutnant Kühne, legte, nachdem ihm die Einheit der Wehrmacht ge­meldet war und er die Ehrenabordnungen soldatisch begrüßt hatte, namens der Wehrmacht einen Kranz an dem Ehrenmal nieder. Er hob dabei in einer kurzen Ansprache die starke innere Verpflichtung hervor, die alle Deutschen und besonders die alten Soldaten gegenüber den auf dem Felde der Ehre im Weltkriege und im jetzigen Kriege gefallenen Kameraden empfinden, die in den Tod gingen, auf daß Deutschland leben kann. Sodann wurden Kränze deraktiven Truppe (Heer und Luftwaffe) sowie des Reichsarbeitsdienstes als Gruß und Dankeszeichen der Kämpfer des jetzigen Krieges niedergelegt. Weitere Kranzniederlegungen erfolgten durch Kreisamts- (eiter Katzenmeier im Auftrage des Hoheits-

Im dritten Akt ist Münnich Premierminister: er spürt die ständig wachsenden Gegenkräfte. Die Nus­fen fordern seinen Rücktritt; er,fremd wie Biron , lehnt ab, will keine Gewalt, klammert sich an seine Berufung" und weigert sich ebenso den aus der Oeimat zu ihm dringenden Stimmen Konia riedrichs und der eigenen Blutter die ihn nach Deutschland rufen.Im fremden Land kann man nicht glücklich fein." Münnich ahnt den entscheiden- den Irrtum seines Tuns, aber er will vollenden und sühnen" Dolgomki meldet den Abfall des Adels: in einer nächtlichen Szene schürt Elisabeth leiden­schaftlich gegen Münnich. ihre offene Drohung gegen die Regentin ist schon Wahrheit geworden, das Urteil an Anna bereits vollstreckt, als Mun- niet) erscheint und einletztes Gesetz" mit der Un­terschrift der Regentin überbringt; er willdie Her­zen", nicht die Gewalt in Rußland, erklärt fernen Rücktritt; Elisabeth, der er endlich den Thron zu erkennt, läßt ihn sofort verhaften.

Dies ist in Umrissen der Kern, 1739 bis 1741; je sieben Jahre vorher und nachher: Vorspiel und Nachspiel. Die oldenburgische Heimat und die sibirische Verbannung: Aufbruch und Ausklang. In der eisigen Einsamkeit von Pelim ist der Alt- aewordene einem Lebenswerk treu geblieben, aber er hat gelernt:ich bin fein Russe"; verbrennt sein System des Festungsbaues" und kehrt in die Frei­heit zurück. *

Man könnte sich eine Aufführung denken welche sich auf die drei Akte ohne Vorspiel und Noch- spiel beschränkte: sie würde wahrscheinlich das geschichtliche Bild am reinsten überliefern, doch wurde sich vermutlich der Dramatiker dagegen strau­ben: weniger einer mangelnden äußeren Rundung wegen als deshalb, weil er hier, vor allem unNach- spiel, dem historischen Ablauf gleichsam die Deutung vom heutigen Blickpunkt aus zu geben wünschte, öo liefe der Spielleiter Horst Hoffmann vom Staatstheater Bremen a. G. der Personenzettel weist insgesamt drei Gastbesetzungen auf bog.

Am gestrigen Sonntag, dem Heldengedenktag, ge­dachte auch die Gießener Bevölkerung in herzlicher Dankbarkeit der Männer, die im Kampfe für Deutschland ihr Leben ließen. Zu Ehren der Gefal­lenen wehte in allen Straßen reicher Flaggen­

regieren soll; durch Birons Absetzung und die von Münnich erzwungene Einsetzung Annas von Meck, lenburg als Regentin sieht Elisabeth abermals ihren Weg zum Thron versperrt. In der Szene der bei­den Frauen deutet sich noch einmal der unzerstör­bare Gegensatz zwischen deutschem und russischem Wesen an, aber auch Anna findet sich von Münnich, der nur fein Amt und seine Arbeit kennt, enttäuscht.

etftdÜr* Alleinhersteller: PJos.

bf Seifenfabriken. Giessen

Ganze unverkürzt: er gab dem Stück des juaenb- liehen Dramatikers, besonders in den ersten Bildern, einen dalladesken Schwung, etwas vom Pathos des Sturm- und Drang-Theaters, vermochte aber auch die gedämpfteren Spannungen dialektisch spürbar zu machen (am geschlossensten wirkte die Szene zwischen Elisabeth und Anna) und hatte überhaupt fühlbar auf eine Intensivierung des schauspielerischen Aus- drucks in den tragenden Nollen ^gearbeitet. M't Hilfe der Drehbühne konnten fließende Verwand- langen erzielt werden. Von Herrn Löfflers Szenenbildern schienen uns Otschakow und das Ge­mach der Regentin besonders gelungen.

Den Münnich spielte Herr Ernst. Er ließ er­kennen, daß die Figur komplizierter angelegt ist, als sie beim ersten, flüchtigen Anblick scheint. Er betonte den Tatmenschen und den deutschen Idealisten folge­richtig bis in die flüchtigen Zweifel und inneren Schwankungen hinein; er überzeugte durch die Energie des Willens und den immer wieder durch­brechenden Glauben an feinen Stern und feine Be- rung: wie weit die Begriffe von Schuld und Sühno in einem Charakter wie Münnich überzeugend wirk- , (am werden, muß dahingestellt bleiben; allerdings ist diefes Problem nicht vom Darsteller, fondern vom Dramatiker zu lösen. Luise Prasser als Eli- abett) war e|ne Gegenspielerin von elementar be­tonter Kontrastwirkung: eine temperamentgeladene Prätendentin von raubtierhafter Geschmeidigkeit und Wildheit. Sehr fein, sowohl in der geistigen Uederlegenheit wie in der fraulichen Weichheit und kreatürlichen Angst die von Hilde Heinrich ge- spielte Regentin Anna, die in Sprache und Haltung einem spürbar anderen, ebenfalls fremden Älima entstammte. Neben Elisabeth vielleicht die russischste Erscheinung: der fanatisch-schwärmerische Scha- chowski des Herrn Eaninenbevg: minder un­heimlich, stellenweise schon komisch der feiste Tru- betzkoj des Herrn B o s n y. Bodo B r o n s k y a. G. gab den in starrer Treue ausharrenden Dolqoruh, Eva Maroldt a. G. in müder Hoffnuvgslosigkeit

Idie Mutter. Die Herren Erler (Leontjew), La- porte (ein preußisch ausrechter Keith), Schewe (Pissarew) und Heinz Müller als verstörter Do< mino auf dem Maskenfest seien noch genannt.-

Mit den Darstellern konnte zuletzt der Spielleiter den Dank des Hauses entgegennehmen.

Hans Thyriot

Ein außerordentlicher Mann ein außemrdent- Üches Leben: es können hier nur die wichtigsten -Stichworte feines Ablaufes gegeben werden; aus­führlich beschrieben ist es in dem.^3? ersc^enen^ Höchst interessanten Buche -Munmch, FMerr, Ingenieur, Hochverräter" von Melchior Wscher. Friedrich der Große, der seine glanzenden Fähig- leiten aern für Preußen gewonnen hatte, nannte Münnich den Prinzen Eugen der Russen, und von der Zarin Katharina II. stammt das Wort. Ob- gleich Münnich kein Sohn, so war er doch der Kater des russischen Reiches!" . ...

Friedrich Wilhelm hymmen, ein aus derchrl ler-Jugend hervorgegangencr Dramaliker, den acht Bildern seines aus Dorsp'el, dre. Ak en und Nachspiel bestehenden Dramas die Ereipml e zusammen und sammelt nicht ohne dichtensche Frei heiten, den ^andlungsablaus um den

Goethe-Bund und der Kulturellen Vereinigung vurchgeführton Dichterlesungen am heutigen Mon- tag, 17. März, in der Großen Aula der Universität aus eigenen Werken lesen.

Ortszeit für den 18. März.

Sonnenaufgang 7.35 Uhr, Sonnenuntergang 19.33 Uhr. Mondaufgang v.19.: 2.00 Uhr, Mondunter, gang 10.27 Uhr.

Kammermusik zum Heidengedenktage.

Die achte Morgenveranstaltung des Stadttheaters brachte ernste Kammermusik und Prosa zum Hel- denqedenktage. Zu Beginn sang Gustav Brey, am Flügel begleitet von Kapellmeister Arthur Apelt, drei Lieder, SlielersVor Akkon" (Richard Trunk), dann Mörikes'Gehet" und ScheffelsBitterolft in der Vertonung von Hugo Wolf: das warme, füllige Organ und die gepflegte, verinnerlichte Wie­dergabe der drei Gesänge waren der stillen gefam- meltcn Stimmung der Stunde wohltuend angemef- fen.

Herr Caninenberg sprach daraus das in mehrfacher Beziehung zum Nachdenken anregende Vermächtnis" von Rudolf G. Binding aus dem Jahre 1926: Totenklage und Gruß eines deutschen Dichters und Offiziers an die im Weltkriege Gefal­lenen, erfüllt wie die aus dem gleichen Erlebniskreise stammenden Gedichte Bindings von Stolz und trauer, von Ehrfurcht und männlicher Einsicht vor dem Schicksal des Krieges und den letzten Dingen,

Am gestrigen Sonntagvormittag trat das BDM.- WerkGlaube und Schönheit" im Untergau 116 im vollbesetzten Gloria-Palast mit einer Mvrgen- neranftoltung an die Öffentlichkeit, bei der es einen weitreichenden Einlllick in fein Arbeitsfeld und seins anerkennenswerte Zielsetzung bot. Den Besuchern, unter denen sich neben der zahlreichen Jugend auch viele Eltern und eine Reihe von Ehrengästen be- anden, wurden durch die Mannigfaltigkeit der Dar­bietungen und die feine Ausgestaltung im einzelnen zwei schöne Feierstunden bereitet.

Nachdem ein Iugendorchester die Vortragsfolga mit der Ouvertüre aus der festlichen Suite A-duf van Telemann eingeleitet und ein Mädelchor ein ftifches Lied gesungen hatte, sprack) die Führerin des Untergaues 116, Untergauführerin Kätha Töpelmann, kurz zu der Feiergemeinde. Sie erinnerte daran, daß dos BDM.-WerkGlaube und Schönheit" schon einmal mit einer solchen Ver­anstaltung zu Werbezwecken und zu einem nnbern Mal mit derartigen Darbietungen zur Unterhaltung unserer verwundeten Soldaten hervorgetreten sei, die jetzige dritte Veranstaltung dieser Art nun im Dienste des Kriegs-WHW. durchgeführt werde. Dem Gruß an die Ehrengäste, insbesondere an dis Vertreter der Partei, des Staates und der Wehr- macht, schloß sie einen kurzen Hinweis auf den Sinn des Wirkens der Arbeitsgemeinschaft des BDM.- WerkesGlaube und Schönheit" und ihre Ziel- setzung an, aus dem hervorging, daß hier unfers jungen Mädels ihre geistigen und körperlichen Kräfte für ein Werk einsetzen, das alle Förderung verdient. . , ..

Wie berechtigt dieser Eindruck war, zeigten die folgenden Ausschnitte aus dem Schaffen des BDM.. WerksGlaube und Schönheit". Die Besucher sahen graziöse Darbietungen aus dem Gebiete der Gym­nastik und des Tanzes, sie härten schöne Proben des Gemeinschaftsgesanges, und sie konnten feinen instrumentalen Darbietungen des Iugendorchesters lauschen, die allesamt den starken Willen der Jugend zu ernstem Streben und zu vollkommenster Er­reichung der gesteckten Ziele bekundeten. Ein Grenz­landspiel von Kilian Koll, das in vier fesselnden BildernDas Spiel vom Birkenzweig" nach einer ostpreußischen Sage brachte, bildete den Höhepunkt der Darbietungen und zeigte, wie stark der Sinn

Aus her Stadt Gießen.

6inkleiner" Beamter.

So leicht dahin sagen viele Leute: der Mann r ein kleiner Beamter an der Bahn oder an der oft Gedankenlos, ohne böse Absicht. Dabet wird ier nicht bedacht, welch große Verantwortung auf »n Schultern gerade dieserkleinen" Beamten ! cht. Man weiß genau, daß der Geldbriefträger um | e und die Zeit kommt, aber niemand weiß, wieviel keld diesem Beamten anvertraut wurde. Er spricht Ld) nie darüber, oh, so einkleiner" Postbeamter Icife zu schweigen, obgleich viel Wichtigkeiten und : s ichtigkeiten durch seine Hände gehen.

Will man eine Reise machen, so setzt man sich tn fite Straßenbahn oder besteigt einen Autobus und j Life, daß der eine Mann am Führerstand aufpaßt, i Limit die Fahrt gut verläuft. Dann löst man sich

L Fahrkarte, besteigt das Abteil, und sobald man I itzt, tut man ganz wie zu Hause. Man macht es ich'bequem, raucht eine Zigarre, holt die Zeitung tcroor und lieft, ißt vor Langeweile ein Stück Brot dem anderen oder geht in den Speisewagen, L man macht sogar sein Nickerchen und schläft in km selbstverständlichen Gefühl der Sicherheit im rchtzig-Kilometer-Tempo wie zu Hause auf dem I fcofa. Kommt der Schaffner und will die Fahrkarte hen, guckt man ihn verärgert an, weil Jr einen lit dem Finger anstieß, hundert fick aber in der jtille, wie rasch der Beamte einem den Umsteige- ohnhof jagt, als hätte er das ganze Kursbuch im

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im mer griffbereit!