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Hauptsckriftleiterr Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter Ml tzauptschriftleiters: Emst Blumschein. Berantwortlich für Politik unb Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyno« für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche UniüerfitätSbruderei R. Lange K.S. BcrlagSletter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beil. Berantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel 981.9116.

Aus der engeren Heimat.

Strafkammer Gießen.

Frau Marie E. in Melbach hatte sich gestern wegen oerjuchten Totschlags zu verantworten. Sie hatte im März d.J. ihrem von ihr geschiedenen Manne in Melbach unter falscher Angabe des Spenders einen mit Rattengift vermischten Kucken zugesandt, um den Mann durch den Genuß des vergifteten Kuchens zu beseitigen. Da die Gift­menge und das Stück des genossenen Kuchens nur gering waren, zog sich der Mann nur ein leichtes Uebelfein zu.

Die Angeklagte gab die Tat von vornherein un­umwunden zu. Die Ehe, die vom ersten Tage ab unglücklich war, wuvde wegen beiderseitigen Ver­schuldens geschieden. Die Behauptung der Ange­klagten, der Ehemann habe keinerlei Sinn für ein Familienleben, konnte nicht widerlegt werden. Die Angeklagte drängte immer wieder auf das Zusam­menleben der Familie. Der Mann wohnte bei sei­nem Arbeitgeber in einem Nachbardorf, die Ange­klagte mit ihren 3 Kindern wohnte in Melbach. Möglichkeiten, eine Familienwohnung am Arbeits­platz des Mannes zu beziehen, nutzte er nicht aus. Die Angeklagte wurde als eine fleißige, saubere und fürsorgliche Mutter geschildert, die ganz ihren Kindern lebte. Der Bürgermeister von Melbach gab ihr ein gutes Leumundszeugnis. Die Fürsorge- schwester bekundete, man habe sich wundern müs­sen, daß bei den ärmlichen Verhältnissen der Frau die Wäsche der Kinder so sauber, geordnet und griff­bereit gewesen sei. Nach der Scheidung der Ehe stellte der Mann, der sich früher nie um die Kinder kümmerte, beim Kreisjugendamt den Antrag, die Kinder der Fürsorge der Angeklagten zu entziehen. In ihrer Verzweiflung kam die Angeklagte auf den verwerflichen Gedanken, ihren geschiedenen Mann zu beseitigen, um Schlimmes von ihren Kindern ab­zuwenden. ' >

Nach dem Gutachten der Sachverständigen hatte der Tod des Mannes auch beim völligen Genuß des Kuchens nicht eintreten können, da die beim Backen benutzte Giftmenge zu gering war.

Der Anklagevertreter beantragte eine Zuchthaus­strafe von zwei Jahren. Der Verteidiger stellte dem Gericht anheim, der Angeklagten weitgehend mil­dernde Umstände zuzübilligen und sie vor dem Zuchthaus zu bewahren.

Die Angeklagte wurde wegen versuchten Tot­schlags zu einer Zuchthaus st rase von zwei Jahren, auf die sieben Monate Untersuchungs­haft angerechnet werden, verurteilt. In der Urteils» begründung wurde ausgeführt, bei de^r Strafzu­messung seien die Familienverhältnisse berücksichtigt worden »sonst hätte auf eine höhere Strafe erkannt werden müssen. Es könnten aber der Angeklagten mildernde Umstände nicht zugebilligt werden, da es nicht ihr Verdienst sei, wenn der Mann an dem Genuß des Kuchens nicht gestorben sei.

Unsere Bätet und Brüder flehen Tausende von Kilometern von unserer Heimat entfernt, um den letzten widerstand des Gegners zu brechen und damit für alle Zeiten die Gefahr des Bolschewismus zu beseitigen. Schaffe ihnen für die Kampfpausen und Ruhetage Stunden der Entspannung durch deinen Beitrag zur Gram­mophonapparate- und Schallplattensammlung.

Reichsautobahnen dienen nur dem motorisierten Verkehr.

Lpd. Es ist allgemein bekannt, wie auch durch Veröffentlichungen in den Tageszeitungen schon mehrmals dem Publikum zur Kenntnis gegeben wurde, daß die Reichsautobahnen nur dem motori­sierten Verkehr dienen und die Benutzung durch Fußgänger und Radfahrer verboten ist. Infolge der derzeitigen Kriegsverhältnisse und der dadurch bedingten Einschränkungsmaßnahmen auf den pri­vaten motorisierten Verkehr, lassen sich viele Volks­genossen dazu verleiten, die Reichsautobahnen zu überqueren oder sie als Fuß- oder Radweg unbe­fugterweise zu benutzen; sogar Viehherden werden über die Reicksautobahn getrieben. Es ist von Fuß­gängern und Radfahrern unverantwortlich, erst recht mit Kindern, die Reichsautobahnen verbotswidrig zu benutzen. Besonders in der Dämmerung ist die Gefahr am "größten. Es muß deshalb von jedem Volksgenossen soviel Selbstdisziplin erwartet wer­den, daß er sich nach den polizeilichen Verkehrsvor­schriften über die Benutzung der Reichsautobahnen richtet. Die motorisierte Gendarmerie ist angewiesen, gegen Übertretungen schärfstens vorzugehen und sie zur Anzeige zu bringen.

Geflügelausstellung in Großen-Linden.

* Großen-Linden, 8. Dezember. Eine in allen Teilen mustergültig durchgeführte l o k a l c Geflügelausstellung hielt der Geflügel­züchterverein Großen-Linden am Samstag und Sonntag im Saal der WirtschaftZum Rebstock" ab. Die Ausstellungsleitung hatte Wilhelm Sam- merlad, der mit dem Vereinsführer Alfred Jung und einigen weiteren Mitarbeitern für glatte Abwicklung der Schau Sorge getragen hatte. Als Preisrichter waltete Ludwig Aho g k (Echzell) seines Amtes.

Die Zahl der zur Schau gestellten Nummern be­trug 142, und zwar waren es drei Stämme, 104 Hühner, sechs Zwerghühner, sieben Enten, 20 Tau­ben und zwei Satz Eier. Die von der Reichsfach­gruppe anerkannten Wirtschaftsrassen waren beson­ders gut vertreten, die weißen Leghorn allein mit über 30 Nummern. Die Reichsfachgruppe und die Landesfachgruppe Hessen-Nassau hatten je drei, der Verlag derGeflügelbörse" einen und die Stadt Großen-Linden zwei Ehren-, bzw. Zuschlagspreise gestiftet. Mit der Ausstellung war eine Lehrschau verbunden. Das Urteil des Preisrichters ging da­hin, daß im allgemeinen gutes, zum Teil sogar sehr gutes Tiermaterial ausgestellt war. Die höchste Be­wertung mit den drei Reichsfachgruppenzusatzprei­sen fiel auf ein Tier der Rasse Wyandotten, silber (Züchter Alfred Jung), ferner auf ein Tier der Nasse Rhodeländer (Albert Weber) und auf eine Henne der Rasse Weiße Leghorn (Heinrich Lein). In den Besitz der Landesfachgrupp^nzusatzpreise gelangten die Züchter Heinrich Lein auf Weiße Leghorn, Albert Weber auf Rhodeländer und Emil Walkendorf auf Italiener, goldfarbig. Den Zuschlagspreis derGeflügelbörfe" errang Al­fred Weber auf Rhodeländer.

Nachstehend das Ergebnis der Bewertung. Es bedeuten E = Ehrenpreis; Z = Zusatzpreis; RFZ

= Reichsfachgruppenzusatzpreis; LFZ = Landes­fachgruppenzusatzpreis; fg 1 = sehr gut, 1. Preis; fg 2 = sehr gut, 2. Preis; fg 3 = sehr gut, 3. Preis; g gut.

Stämme: Bronze-Puten: Alfred Jung sg 1. Silberwyandotten: Alfred Jung sg E. In­dische Laufenten: Heinrich Sänger g.

Enten: Weiße Pekingenten: Ludwig Volk sa E; fg 1; sg 2; sg 3; zweimal g. Emil Wallendorf

H ü h n^e r : Plymouth Rocks: Wilhelm Jung sg E; zkveimal fg 1; sg2; fg; g. Wyandotten silber: Alfred Jung sg E; sg E; sg RFZ; dreimal sq 1; zweimal sg 2; zweimal sg 3; zweimal sg; g. Rhodeländer: Albert Weber sg E; sg RFZ; sg LFZ; sg Z; zweimal sg 1; zweimal fg; zwei­mal g. Wilhelm Seth sg 2; fünfmal g. Barnevelder, doppelt gesäumt: Werner Happel sg E; zweimal sg 1; sg 2; g. Italiener, goldfarbig: Emil Wallendorf so 1 Z; fg 1. Italiener, schwarz: Heinrich Größer sg E; zweimal sg 1; sg 2; sg. Italiener, schwarzgescheckt: Wilhelm Sommeriad sg E; dreimal sg 1; zweimal g. Leghorn, weiß: Heinrich Lein sg E;, sg LFZ; sg RFZ; sg Z; drei­mal sg 1; sa 2; sg 3; zweimal g. Alfred Juno g. Heinrich Medebach dreimal g. Ludwig Stumpf fg 2; sg 3; sg; zweimal g. Albert Faber sg 1; sg 3. Ludwig Dem sg 2; zweimal g. Rheinländer, schwarz: Ludwig Hanke! sg E; zweimal sg 1; zwei­mal sa 2; zweimal g. Westfälische Totleger: fg Z: 1g 1; fg 2; zweimal g.

Zwerghühner: Zwergwynndotten, dunkel: Heinrich Größer sg E; dreimal sg 1; zweimal g.

Tauben: Schautauben: Wilhelm Sommeriad fg E;sg Z; viermal sg 1; zweimal fg 2; sg; drei­mal a. Schilder, blau-hohl: Heinrich Größer fg 1 3: f8 1; fg 2; fg 3; fg; g. e-Mer, rot: Heinrich Größer sg E; fg 1.

Eiersätze: Wyandotten, silber: Alfred Jung sg 1 Z. Weiße Leghorn: Heinrich Lein: sg 1 Z.

Landkreis Gießen.

Laubach, 9. Dez. Die fünfte Veranstaltung der Laubacher Kun st gemeinde brachte einen interessanten Vortrag des Berliner Geologen Dr. Ernst Herrmann über seine Forschungsreisen, die er mit dem Fieseler-Storch in der Arktis und Antarktis durchführte. Zugunsten der lebendigen und anschaulichen Schilderung seiner vielseitigen Erleb­nisse beschränkte sich der Vortragende auf knappe Angaben von der Veranlassung und dem Zweck sei­ner Reisen und stellte seine zahlreichen bunten Auf­nahmen und Farbfilme in den Vordergrund seiner Ausführungen. Die humorvoll gewürzten Ausfüh­rungen, die ein anschauliches Bild von den Natur- fchönheiten der Polarzonen wie von dem praktischen Wert der Expeditionen vermittelten, wurden von der interessierten Hörerschaft mit großem Beifall ausgenommen.

* Ruppertsburg, 9. Dez. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurden aus unserem Dorfe aus­gezeichnet mit dem EK. II und I der Oberleutnant Hansgeorg Imhof, dem EK. II der Hauptfeld­webel Walter Diehl, der Unteroffizier Otto S ch n e i ö m ü 11 e r 2., der Obergefreite Bernhard Möll, der Gefreite Karl Möll, der Obexgefreite

Heinrich Papst, der Ober-Maschinist Wilhelm N i c r.

Schweinemarkt in Gedern.

* Gedern, 9. Dez. Der heutige Schweine markt war mit 27 Ferkeln beschickt. Es kosteten 8 bis 12 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 RM., zwölj Wochen und ältere Tiere 40 bis 45 RM. pro Stück. Der Auftrieb war in kurzer Zeit ausverkauft. 1

Gefährlicher Gewohnheitsverbrecher hingerichtet.

LPD. Darmstadt, 9. Dez. Die Justizprefst. stelle Darmstadt teilt mit: Arn 9. Dezember 1941 ist der am 30. Juli 1904 in Gotha geborene Huldreich Ritter hingerichtet worden, den das Sow dergericht Darmstadt als gefährlichen Gewohnheits­verbrecher zum Tode verurteilt hat. Der Verurteilte hat schon etwa 20 Jahre, Zuchthaus und Gefängnis hinter sich. Während der Verbüßung einer elfiäh. rigen Zuchthausstrafe ist er entwichen, um sein früheres Leben als Berufsverbrecher fortzusetzen. Er hat dann mit einem Revolver bewaffnet - wieder viele Einbrüche begangen.

©er Schießapparat in Kinderhand.

LPD. Marburg, 9. Dez. In dem Schwalm- dorfe Merzhausen erwischte im Schlachthaus eines Metzgers ein Junge den zum Betäuben der Schlachttiere dienenden geladenen Schießappa r a t. Ehe das Kind gewarnt oder gehindert werden konnte, hatte es bereits feiner butter in ben Kopf geschossen. Die schwerverletzte Frau wurde dem Krankenhaus zugeführt.

G. A.-Sport.

Europameister Bickel gefallen.

Der weit über die Grenzen des Reiches hinaus, bekannte deutsche Segelmeister Ernst Bickel (München) ist als Leutnant und Zugführer in einem Schützenregiment bei den Kämpfen im Osten im Alter von 24 Jahren für Führer und Volk gefallen. Bickel war einer der besten Segler, die-Deutschland je hervorgebracht hat, vertrat die deutschen Farben auf dem Segler-Olympia und errang als Krönung; seines sportlichen Strebens die Europameisterschaft, Hessen-nassauische Turnermeisterschaft.

Der Gau Hessen-Nassau trägt am 22. Mär« seine Turner-Meisterschaft für Männer aus. Der-- bunben damit werden Wettkämpfe der Ober-, Mit­tel- und Unterstufe sowie für die älteren Turner, lieber die Meisterschaft wird in einem Zehnkampß entschieden, der je eine Pflicht- und Kürübung M den fchwebenden Ringen, Längspserd, Barren, Boden und Reck umfaßt. Das Turnen an den Rin­gen ist auch bei den Mehrkämpfen der Ober-, Mittel- und Unterstufe an die Stelle des Pferbe­turnens getreten, nur bei den Mehrkämpfen ber älteren Turner kehrt das Seitpferd wieder. Di- Wettkämpfe sind auch für die Kreise verbindlich, die- ihre Meisterschaften bis spätestens 22. Februar er­ledigt haben müssen.

Die Futtermittelverteiler werden hiermit auf» gefordert, innerhalb einer Woche nach Erlaß dieser Bekanntmachung die bei ihnen abgelieferten Ab­schnitte 9 des Futtermittelscheines zum Umtausch in Bezugscheine bei dem für sie zuständigen Er­nährungsamt Abt. B vorzulegen. Auf etwa erst jetzt vorgelegte Abschnitte 7 oder 8 oder solche aus noch früherer Zeit können keine Bezugscheine mehr ausgestellt werden, da diese Abschnitte ver­fallen sind. Desgleichen können auch Ersatzbezug­scheine für verfallene Abschnitte nicht ausgestellt werden.

Der Verfalltag für den Abschnitt 10 des Futter- mittelscheines wird auf den 25. Dezember 1941 fest­gesetzt. 5048D

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß es sich bei der Vorverlegung des Ausrufs nicht um eine Mehrzuteilung von Futtermitteln handelt, sondern lediglich um eine Terminverlegung im Interesse der rechtzeitigen Auslieferung des Pferdernifchfutters.

Bor dein 1. Januar 1942 darf daher der Ab­schnitt 10 des Futtermittelscheins für Pferde nicht mit Pferdemischfutter beliefert werden.

Gießen, den 8. Dezember 1941.

Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Ober­bürgermeister der Stadt Gießen.

Der Landrat des Landkreises Gießen.

Dr. Lotz.

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Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gipsten.

Betr.: Eierverteilung.

Auf den vorn 15. Dezember 1941 bis 11. Januar 1942 gültigen Bestellschein Nr. 31 der Reichseier- karte gelangen

5 Cier

zur Ausgabe, und zwar

auf den Abschnitt 2 . . 2 Eier b. . 2

c . . 1 Ei.

Hiervon gelangen 4 Eier bereits vor den Festtagen zur Verteilung.

Da ein Teil der Eier bereits vorhanden ist, kön­nen Verteiler von Eiern jetzt schon von den 4 Eiern 2 auf den Abschnitt 2 ausgeben. 5047D

Gießen, den 8. Dezember 1941.

Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Ober­bürgermeister der Stadt Gießen.

Der Landrat des Landkreises Gießen.

_______________ Dr. Lotz.___________________

Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen,' Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen.

Betr.: Aufruf des Abschnittes 2tr. 10 der Juttermittelfcheine für Pferde.

Der für die Versorgungsperiode Januar/Februar 1942 gültige Abschnitt 10 des Futtermittelscheines wird hiermit aufgerufen. Es kommen 300 kg Mischfutter je Pferd zur Verteilung

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