die Hetzer der ganzen Welt, geiferten. Sie erzählten Ammenmärchen. Der deutsche Soldat handelte. Und jetzt ist die Wende der Geschichte eingetreten. Der Bolschewismus ist vernichtet. Was der Führer in seinem Aufruf vom 2. Oktober, dem Tage des Beginns der letzten und vierten Offensive im Osten, sagte, ging in Erfüllung. Dieser letzte gewaltige Hieb hat noch vor dem Einbruch des Winters diesen Gegner zuschmettert. Die letzte große Entscheidungsschlacht dieses Jahres ist gewonnen und damit der letzte Bundesgenosse Englands aus dem Kontinent beseitigt.
Der Bolschewismus ist erledigt. Sein höllisches Treiben mit den Gütern der Kulturmenschheit ist verloren. Und über den weiten Gefilden des Ostens weht siegreich das Hakenkreuz, das Symbol einer Neuordnung und Neuwerdung der abendländischen Kultur.
Oer Zusammenbruch
-er Sowjets.
Die Entscheidung eines Feldzuges ist nicht identisch mit seinem Ende. Das sagt der Sprachgebrauch ganz klar. Um den Fall der Sowjetunion an einem kleineren Beispiel zu illustrieren: am 18. September 1939 meldete der deutsche Wehrmachtbericht: „Der Feldzug in Polen geht seinem Ende entgegen"; aber erst am 27. September kapitulierte Warschau.
Das Wort von der gefallenen Entscheidung m der Sowjetunion besagt, daß noch vor Beginn des Winters die militärische Widerstandskraft der Sowjets endgültig zerdrückt ist und daß das, was jetzt noch folgt, „Aufräumungsarbeiten" find. Freilich Aufräumungsarbeiten in den kolossalen Maßstäben, die uns gerade der Ostfeldzug in den 109 Tagen von seinem Beginn bis zu seiner Entscheidung so eindringlich gelehrt hat. Diese Maßstäbe übersteigen unsere deutschen Vorstellungen. Unsere Truppen stehen stellenweise 1200 Kilometer, im Durchschnitt 1000 Kilometer im feindlichen Land. Wohlgemerkt: In der Luftlinie gerechnet. Setzen wir den Zirkel am nördlichsten Punkt der gemeinsamen deutschfranzösischen Grenze von 1939, also an der Dreiländerecke Deutschland-Frankreich-Luxemburg, an, und schlagen wir mit ihm nach dem Maßstab der Karte einen Bogen von 1000 Kilometer, so ergibt sich, daß dies^: Bogen südlich von Barcelona, genau gesagt bei Tarragona, durchgeht und Bilbao streift. Setzen wir den Zirkel in Flensburg ein, so liegen in seinem Bogen in der Nordsüdrichtung gang Deutschland, die Alpen und die venezianische Ebene bis zur alten Universitätsstadt Padua.
Noch niemals in der Weltgeschichte sind so große Räume in so kurzer Zeit überwunden worden. Noch eins! Vor dem Herzen der Sowjetunion liegen die Pripjet-Sümpfe, die größer sind als Bayern; liegt auch die breite sumpfige Dnjepr-Barriere. Darum das Wort oom „heiligen Rußland". Heilig war im osteuropäischen Volksmund das Zarenreich nicht allein wegen seiner „Rechtg-läubigkeit", sondern vor allem deshalb, weil sein Kern als unoersehrbar galt. Die deutschen Armeen haben diesen Kern geknackt.
Der Anlaß der Erklärungen des Reichspressechefs Dr. Dietrich war der neue große Erfolg bei Brjansk. Er ist sozusagen die Kehrseite der Medaille: Die beiden Kessel von Wjasma und Brjansk sind örtlich getrennt, aber eine st r a - tegisch-taktische Einheit.'Woroschilow ist mit seiner Armee in Leningrad eingeschlossen und bleibt eingeschlossen. Die sowjetische Suogruppe ist neuerdings bei Melitopol frontal geschlagen, eine ihrer Armeen eingekesselt. B u d" j e n n y kommandiert nicht mehr. Das ist sicher. Die Anzeichen deuten darauf, daß er bereits in den Fängen der GPU. ist.
Timoschenko — der Sowjetmarschall, der die Mitte kommandiert — hat bei Wjasma und Brjansk seine besten Regimenter der Gesamtfront der Sowjets geopfert. Diese Gesamtfront war aber schon eine sehr dubiose Angelegenheit geworden. Seit Kiew ist die Südarmee im großen Stiel nicht mehr attionsfähig. Offensivvorstöße auch im taktischen Rahmen — von Strategie kann auf sowjetischer Seite hier nicht mehr geredet werden — fallen ihr sehr schwer und tragen nur zur endgültigen Zerrüttung bei.
Die militärische Entscheidung ist gefallen. Die weitere Entwicklung wird so abrollen, wie der Führer es bestistmmt. Nach der militärischen Erledigung der Sowjetunion sind neue operationsfähige Truppen überhaupt nicht aufzustellen. Dafür sorgt der Führer. Auch ein Raumproblem gibt es nicht. Die deutsche Wehrmacht bewältigt jeden Raum. Jenseits von Don und Wolga ist der Feind von wenigen Bahnlinien abhängig; wenn er die Bahnlinien nicht beherrscht, steht der Raum gegen ihn. Ihm versagt der Motor in der Luft und auf der Erde seine Dienste: Er hat keinen Nachschub mehr.
Dieses gewaltige Ringen hat bis jetzt 5 v. H. der Weltkriegsverluste gekostet. Jeder einzelne Verlust schlägt schwer zu Buch. Aber die Anerkennung erzwingt sich, daß mit dem geringsten Einsatz das höchste Ziel erreicht wurde: dem deutschen Volk für alle Zukunft seine Lebensfähigkeit zu bewahren. Dr. Ho.
Das Echo in Frankreich.
Vichy, 9. Oktober. (Europapreß,) Die deutschen Sondermeldungen oom Mittwoch über die gewaltigen Siege der deutschen Heere im Osten haben auch in Vichy einen tiefen Eindruck gemacht. Alle übrigen Ereignisse traten gegenüber dieser neuen Phase des Krieges, welche dem mehrtägigen Schweigen über die Entwicklung der Operationen ein Ende machte, zurück. Ein Kommentar der Agentur Fournier sagt, daß die bevorstehenden Ereignisse nicht nur den Krieg im Osten entscheiden, sondern auch eine schicksalhafte Bedeutung für die Entscheidung des gesamten Krieges überhaupt haben werden.
Aehnlich äußern sich auch die Mittwochnachmittagsblätter, so vor allem der „Soir". General Duval hatte bereits im „Journal" im Anschluß an die letzte Rede Churchills die Frage gestellt, ob Churchill wirklich an den Mythos glaube, wonach die Zeit für England arbeite, Die Zeitung „L'Effort" schreibt, die letzte Rede Churchills im Unterhaus müsse jedermann die Augen öffnen. Es sei unmöglich, noch naiver und zynischer als Churchill zuzugeben, datz es England lediglich auf seine eigenen Interessen ankomme und daß es bedenkenlos alle seine Verbündeten, die es in den Krieg gehetzt habe — allen voran Frankreich — ihrem Schicksal überlasse.
Die ungeheure Tragweite der deutschen Siege über die Armeen Timoschenkos und in der^ Südukraine treten auch in allen Kommentaren hervor, die die Presse des unbesetzten französischen Gebietes dem Kampf gegen den Bolschewismus widmet.
DeM-MWe MWastsvereinbaruligen.
Langfristiges Abkommen zur Regelung des Warenverkehrs.
Berlin, 9. Oktober. (DNB.) Die d e u t f ch - tü r- kischen Wirtschaftsverhandlung>en, die in Len letzten Wochen in Ankara stattgefunden haben, sind zum Abschluß gelangt. Die getroffenen Vereinbarungen wurden heute von Botschafter von P a p e n und Gesandten Clodius für Deutschland und oom türkischen Außenminister Saracoglu, Botschafter Numan M e n e m e n c i o g l u und Unterstaatssekretär im türkischen Handelsministerium Halid Nazmi K e s m i r für die Türkei unterzeichnet.
Durch ein langfristiges Abkommen zur Regelung des Warenverkehrs wird der Warenaustausch zwischen den beiden Ländern für die Zeit bis zum 31. März 1943-geregelt. Für diese Zeit ist eine Ausfuhr von nahezu 200 Millionen Reichsmark in jeder Richtung festgelegt worden. In diesem Rahmen werden von deutscher Seite alle Erzeugnisse der deutschen Industrie geliefert, die für die Türkei vorwiegend von Interesse sind, und zwar vor allem der Eisen- und Stahlindustrie und der eisenverarbeitenden Industrien, einschließlich von Kriegs
material. Andererseits liefert die Türkei an Deutschland Rohstoffe und N a h r u n g s m i t t e l, die stets die Hauptgegenstände der türkischen Ausfuhr nach Deutschland gebildet haben, darunter vor allem Baumwolle, Tabak, Olivenöl und Mineralien.
In den gleichzeitig unterzeichneten Abkommen zur Regelung des Zahlungsverkehrs wird die Abwicklung aller Zahlungen zwischen Deutschland und der Türkei, die sich aus dem Warenabkommen und darüber hinaus aus den sonstigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern ergeben, auf einer großzügigen Grundlage geregelt.
Die Verhandlungen wurden von beiden Seiten in dem freundschaftlichen Gei st geführt, der den traditionellen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei entspricht. Beide Regierungen waren bestrebt, bei der Gestaltung des Warenaustausches zwischen den beiden Ländern für einen längeren Zeitraum der seit vielen Jahren bestehenden engen wirtschaftlichen Verflechtung der beiden Völker im weitesten Umfang Rechnung zu tragen.
Die weitere große Llmfassungsschtacht in der Mitte der Ostfront.
Oer Wehrmachtbericht.
DNB.Aus dem Führerhauptquartler, 9. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Wie gestern durch Sondermeldung bekanntge- geben, ist eine durch italienische, ungarische und slowakische Truppen verstärkte deutsche Panzerarmee aus dem Raume off märte Dnjepross e t r o w s k zum Asowschen Weer vorgestoßen und hat der bei 7N e l i t o p o l geschlagenen 9. sowjetischen Armee den Rückweg verlegt. Gleichzeitig haben deutsche und rumänische Verbände die Verfolgung von Westen her fortgesetzt. Dabei ist es einem schnellen Verband der Waffen-^ gelungen, entlang der Küste des Asowschen Weeres nach Berdjansk durchzustohen und den von Norden kommenden Panzerkräften die Hand zu reichen. Von allen Seiten eng umschlossen, stehen hier sechs bis sieben feindliche Divisionen unmittelbar vor ihrer Vernichtung. Den schwachen Resten des geschlagenen Gegners, die auf Rostow abzuziehen versuchen, ist der Verband der Waffen-^ bereits bis Mariupol nach- gesiohen.
In der Wi tte der Ost fro n t haben, wie ebenfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben, die tiefen Durchbruchsoperationen zu einer weiteren großen UmfassungsfchlLicht geführt. Von starken Panzerkräften im Rücken angegriffen, haben nunmehr auch im Raume um Brjansk drei feindliche Armeen ihre Vernichtung zu erwarten. Zusammen mit den bei W j a s m a eingeschlossenen Verbänden hat hier der Marschall
Timoschenko die letzten vollkampfkräftigen Armeen der sowjetrussischen Gesamtfront geopfert. Das Trugbild fortgesetzter Angriffserfolge, die von der lügenhaften Propaganda des Gegners gerade diesen Armeen seit Wochen zugeschrieben waren, ist damit endgültig zerrissen.
Erneute Versuche des Feindes, die Einschliehungs- front westlich Leningrads mit Panzerunter- stühung zu durchbrechen, scheiterten unter schweren Verlusten für den Gegner. Zahlreiche sowjetische Panzer wurden dabei vernichtet.
Die Luftwaffe unterstützte an der gesamten Ostfront mit starken Kräften die Operationen des Heeres. Erfolgreiche Angriffe richteten sich gegen feindliche Truppenansammlungen, Artilleriestellungen, Verbindungslinien und Eisenbahnanlagen. Das Rüstungswerk südostwärts Charkow wurde erneut bombardiert. 3n der letzten Nacht griffen Kampfflugzeuge kriegswichtige Anlagen in Leningrad an.
Das Verminen der Gewässer um die britische Insel wurde in den letzten Wochen planmäßig fortgesetzt.
In Nordafrika bekämpften deutsche Sturzkampfflugzeuge bei Tobruk mit guter Wirkung eine britische Batteriestellung und Verladungen des Gegners. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 8. Oktober britische Flugplätze bei Warsa Walruk und Fuka.
Der Feind flog.nicht in das Reichsgebiet ein.
Im Kampf gegen die britische Luftwaffe wurden in der Zeit vom 1. bis 7. Oktober bei nur drei eigenen Verlusten 35 feindliche Flugzeuge vernichtet.
Pioniere schaffen und sichern den Dnjeprübergang bei Krementschug.
Der Dnjepr ist -bei Krementschug 700 bis 1000 Meter breit uni) stießt in mehreren Ar i-en, die sich abwechselnd trennen und wieder vereinigen, zu Tal. Zwischen den Flußarmen liegen zahlreiche mit dichtem Gebüsch bewachsene Inseln. Auf dem Südufer treten nur selten beherrschende Höhen bis an den Fluß heran. In diesem Gelände wurden im Kampf um den Brückenkopf an die Pioniere alle Aufgaben gestellt, die im Angriff über einen Fluß nur gefordert werden können.
Krementschug und sämtliche an das Südufer her- anreichende Inseln waren stark befestigt und wurden vom Feind zäh und wachsam verteidigt. Unseren Pionier-Offizier-Spähtrupps gelang es in zahlreichen Tag- und Nachteinsätzen, verhältnismäßig rasch ein klares Bild zu schaffen, auf Grund dessen die Truppenführung den Uebergangsstreifen befehlen konnte. Eine recht unangenehme Ueberraschung war die Feststellung zahlreicher Sandbänke und Granitriffe, die oberstrom der beabsichtigten Brückenstelle vorgelagert waren und die.die Ausfahrt aus einem zum Fährenbau geeigneten Nebenarm stark eineng- ten.
In kürzester Zeit vollzog sich der Aufmarsch und die Bereitstellung der großen Mengen an Kamps- und Brücken gerät, eine glänzende Leistung, wenn man die miserablen Wegeoerhältnisse, die Feindnähe und den gleichzeitigen Aufmarsch der zahlreichen anderen sich bereitstellenden Waffen im Kampfraum der Pioniere berücksichtigt.
Ab 6 Uhr jagten die Sturmboote der Pioniere über den Strom, eine Angriffswelle nach der anderen zum Feindufer hinübertragend. Kaum war drüben Fuß gefaßt, da brausten auch schon die Pontonwagen zum Flußuser, damit rasch Fähren zum Uebersetzen der schweren Waffen gebaut unb in Betrieb genommen werden konnten. Einen besonders geeigneten Flußarm deckten die Sowjets allerdings mit Artilleriefeuer derartig zu, das Ausweich, plätze gesucht werden mußten und auch gefunden wurden. Nach einigen Stunden waren die Inseln und das Feindufer so in unserer Hand, daß der Uebersetzbetrieb mit motorisierten Fähren in einem bisher noch nie erlebten Umfang begonnen werden konnte.
Am Nachmittag erging der Befehl zum Einfahren der Fähren zur Pontonbrücke. Die Stromverhältnisse waren infolge der Inseln und Riffe äußerst schwierig: oft schräger Strom, z. T. sogar Gegenstrom, dazu auffrischender wechselnder Wind, im Strombett selbst Sandbänke und unsichtbare Felsenriffe, die Fähren und M-Boote gefährdeten. Auch während des Einfahrens ging der Fährbetrieb weiter, um die weitere Rührung des Angriffs keinen Augenblick zu unterbrechen.
Für die Pionierführung gab es oft recht kritische Momente: z. B. stark auflebendes Artilleriefeuer auf die Fährenbaustellen, Umbau von beschädigten Föhren, Ausfall von M- und Sturmbooten durch Feindeinwirkung, Gegenstrom und Wind verlangten Verstärkung der Windverankerung usw. Ein kleines Kunststück war das fristgerechte Herausziehen der Fähren aus dem Uebersetzbetrieb, der mit allen verfügbaren Kräften möglichst ununterbrochen auf
recht erhalten werden sollte und rstußte. Dann saßen wieder einmal einige Fähren auf einer Sandbank auf, Sturmbootmotore versandeten und mußten ersetzt werden. Um Mitternacht warf ein großer Sowjetbomber seine Eier und verursachte Verluste an Menschen und Material.
Als der Morgen graute, war das Werk vollendet: 112 Fähren waren in eine Brückenlänge von 742 Meter eingebaut Daneben lief immer noch ein starker motorisierter Fährbetrieb mit schwersten Lasten im Gegenverkehr. Kaum hatte der Ueoer- gang über die Pionierbrücke begonnen, da setzte auch wieder starkes sowjetisches Artilleriefeuer ein, das aber von unterer Fernkampfgruppe bald zum Schweigen gebracht werden konnte. Erneute Fliegerangriffe erfolgten, jedoch erzielten die Feinde keinen Volltreffer. Einmal sanken durch starke Splitterwirkung sechs Pontons, doch der Schaden konnte in zwei Stunden behoben werden.
Nach Fertigstellung der Brücke wurden sofort Pioniere, Sturmboote und sonstiges Kanwfgerät herausgezogen und an anderer Stelle zum Angriff über einen Fluß nördlich des Dnjepr eingesetzt. Auch hier war die feindliche Gegenwehr bald überwunden, und die Stadt Krementschug wurde genommen.
Es folgte aber eine noch schwerere Aufgabe, geradezu ein Meisterstück der Pioniere am Dnjepr: Umbau der 8-Tonnen-Brücke in eine von 16 Tonnen Tragfähigkeit und Verlegung um 12 Kilometer stromaufwärts nach Krementschug. Diese Aufgabe erforderte die Lösung von drei Sonderleistungen: Es mußten zwei Landbrücken, eine davon von 250 Meter Länge gebaut werden, dazu noch eine An- und Abmarsch-Bohlenbahn von 700 Meter und zeit- kürzeste Verlegung der Pontonbrücke in diese nun 12 Kilometer nach oberstrom entfernte Brückenlinie. Dazu steifer Wind, der große Wellenberge mit weißen Schaumkronen erzeugte, unterwegs Hindernisse in Form von Sandbänken und Riffen, einzelne geschleppte Führen verirrten sich in Nebenarme des unübersichtlichen Flusses.
Um 16 Uhr war der Verkehr über die alte Brücke unterbrochen worden, 112 Fähren wurden um- gebaut, und mit einbrechender Nacht begann die Flottenfahrt dnjepraufwürts. Um 21 Uhr brach ein Wolkenbruch los, daß man nicht die Hand vor Augen mehr sehen konnte. Die vorbereitende Nachtbefeuerung des Flußufers war zum Teil erloschen, zum Teil durch feindliche Elemente entfernt. Trotzdem ging es vorwärts durch Gewitterregen und Finsternis an Sandbänken und Felsenriffen vorbei, durch die Trümmer einer im Fahrwasser gesprengten Eisenbahnbrücke — und es gelang! Dom Morgengrauen ab wurde die neue 16-Tonnen-Brücke eingefahren, und um 11.45 Uhr schloß die letzte Führe die Brückenstrecke, während gleichzeitig die letzte der 39 Bockstrecken fertiggestellt wurde, und wiederum gleichzeitig die letzten Stämme in die Bohlenbahn eingefügt wurden — 5 Stunden vor der festgesetzten Zeit! Das war ein Pioniertriumph. Wir haben es geschafft, und damit war der Pioniereinsatz von Krementschug eine kriegsentscheidende Tat.
Obsllt. v. Ahlfen,
Rollende Großangriffe unserer Lustwaffe.
B e r l i n, 9. Okt. (DNB.) Die deutsche Lustwafse führte am 8. Oktober wieder sehr schwere Schläge, gegen die Bolschewisten. In rollenden Großangriffen flogen Kampf- und Sturzkampfflug, zeuge vernichtende Angriffe gegen die in den Kesseln ' eingeschlossenen Sowjettruppen und erstickten jeden Versuch einer geordneten Ver- t e i b i g u n g. Hunderte von deutschen Flugzeugen J waren auf die rückwärtigen Verbindungen in den bolschewistischen Aufmarschräumen eingesetzt und unterbrachen die Haupteisenbahnlinien bis weit in des Hinterland an vielen Stellen. Hierbei wurden ’ fast 60 durchweg vollbeladene Eisenbahnzüge, ein großer Betriebsstoff-Kesselwagen- Zug und außerdem 17 Lokomotiven völlig vernichtet und eine weitaus größere Zahl in rollendem Einsatz durch Beschädigungen zum Stehen gebracht. Eine Reihe von Bahnhöfen verfiel der Zerstörung, wobei wiederum eine große Zahl abgestellter Transport- und Güterwagen unbrauchbar gemacht wurden. Auf den Straßen vernichteten die deutschen Flugzeuge mit Bomben und im Tiefslua durch Be- schuß mit Bordwaffen Hunderte von Kraftwagen,
Eisenbahnen in großem Ausmaß angegriffen.
B e r l i n, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die bis in den gestrigen Abendstunden eingetroffenen Nachrichten von der Ostfront melden auch für den 9. Oktober . bereits bemerkenswerte Erfolge der deutschen Luftwaffe an allen Kampfabschnitten. Wieder wurden Eisenbahnlinien in großem Ausmaß angegriffen, um die Bewegungsmöglichkeit der Sowjets für den Nachschub und Rückzug zu beeinträchtigen. Mindestens 20 Züge wurden hier-, bei 3 e r ft ö r t oder in Brand geschossen und zahlreiche Eisenbahnstrecken an vielen Stellen unterbrochen.
Eine Lokomotivwerkstatt und ein Rüstungswerk der Bolschewisten im Donez-Jndüstriege- b i e t wurden schwer getroffen. Kampfflugzeuge zerstörten im mittleren Angriffsraum * sechs zum Einsatz bereitstehende Sowjetflugzeuge am Bo- den und beschädigten auf dem Ladogasee zwei Frachter der Sowjets von je 800 BRT. schwer.
Oer italienische Bericht.
R o m, 9. Ott. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:
Größere italienische Bomberverbände griffen gestern nacht die Raffinerien und Petroleumbehälter von Haifa an. Trotz heftiger Abwehr des Feindes gelang es unseren Flugzeugen, die Ziele zu treffen, in denen sich Brände größten Ausmaßes entwickelten. Alle unsere Flugzeuge kehrten an ihre Stützpunkte zurück, einige mit Treffern der feindlichen Flak.
In der gleichen Nacht führte der Feind einen Ein- । flug auf einige Ortschaften der Ostküste Sizi-i l i e n s durch. Bomben- und Maschinengewehr- 1 angriffe verursachten weder Opfer noch Schäden. Die Abwehr von Syrakus schoß ein Flugzeug ab, das in der Nähe der Küste ins Meer stürzte. Die gesamte Besatzung wurde gefangen genommen.
In Nordafrika Aufklärungstätigkeit an der j Front von Tobruk. Feindliche Einheiten wurden abgemiefen und ließen Gefangene in unseren Händen. An der Front von Soll um schossen deutsche" Jäger zwei feindliche Flugzeuge ab. Andere deutsche. Flugzeuge griffen vorgeschobene feindliche Flugplätze an, trafen Vorratslager und zerstörten ein Flugzeug , am Boden.
Ein Luftangriff auf Tripolis hatte lediglich 1 leichte Materialschäden zur Folge.
In O st a f r i f a griff eine starke, aus nationalen und kolonialen Truppen bestehende Kolonne bet Stellung von U a I a g , nordöstlich von Go nd ar. unter dem Befehl des Oberleutnants Carmelo; Liuzzo den Sitz des englischen Komman- ; dos, die wichtige Stellung von Amba Ghiorghis, im kräftigen Vorstoß an. Olad) Ueberminbung jedes Widerstandes wurde der Feind in die Flucht geschlagen und ihm beträchtliche Verluste beigebracht. Wiederholte Gegenangriffe des Feindes wurden zurückgeschlagen. Unsere Truppen ließen den | Sitz des feindlichen Kommandos in Flammen auf- 1 gehen und zerstörten ein Munitionslager sowie die 1 Radiostation. Sie kehrten mit Gefangenen und er- j beuteten Waffen und Material an ihren Ausgangs- 1 punkt zurück. Alle beteiligten Einheiten und besonders das 25. Kolonialbataillon zeichneten sich I durch Entschlossenheit und Tapferkeit aus.
Am Nachmittag des 7. Oktober beschoß eines unse-1 rer Flugzeuge, das sich auf einem Aufklärungsflug | entlang der Straße von Debra Tabor befand, feindliche Kraftfahrzeuge mit Maschinengewehrfeuer und j steckte sie in Brand.
Roosevelts Brief an „Freund Stalins
Berlin. 9. DH. (DNB.) Durch die Berdfsent-l lichung des Roosevelt-Briefes an Sta- i lin, der die ganze Skrupellosigkeit und den Zynis- J mus offenbart, mit dem der Präsident der Der- I einigten Staaten entschlossen ist, den gesamten eure». | päischen Kontinent dem Bolschewismus zu überant- I worten, sah sich Roosevelt genötigt, die Existenz i und die Echtheit dieses Briefes zuzugeben.
Wie Associated Preß aus Washington meldet, ließ 1 Roosevelt durch das Weiße Haus amtlich bekannt- | geben, daß er an Stalin einen Brief gesandt fjabe, in dem erklärt wird, daß Mittel und Wege gefunden würden, um das Material zu liefern, das notwendig fei, „um Hitler an allen 1 Fronten einschl. der sowjetischen, zu bekämpfen". Dieser Brief sei Stalin von, Harriman, dem Leiter j der IÜ8A.-Mission in Moskau, übergeben worden.
Auch „New $ort Herold Tribüne" und „New Port Times" müssen zugeben, daß die von Berlin I veröffentlichte Fassung des Roosevelt-Brieses dem j Inhalt entspreche.
Aus aller Welt.
Der Kinderarzt Professor Czerny f.
Der hervorragende Kinderarzt und bahnbrechende Förderer der modernen Kinderheilkunde, Professor Dr. Adalbert C z e r n y, ist im Alter von 78 Jahren in Berlin g e ft o r b e n. Czerny wurde 1863 in Szczakowa geboren, studierte in Prag und wurde dann als Direktor an die Kinderklinik in Breslau berufen; über Straßburg kam er 1913 nach Berlin an die Charitö, wo er bis 1932 als Ordinarius lehrte. Nicht zuletzt seinen Forschungen ist es zu verdanken, daß seit etwa 40 Jahren die Säuglingssterblichkeit in Deutschland von 22 auf 6 v. H. heruntergedrückt werden konnte. Czerny begründete die Kinderheil' künde als selbständiges Lehr- und Prüfungsfach, y


