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Geprüfte Hausgehilfin" zu nennen. Sie befreit vom weiteren Besuch der Berufsschule und ver­kürzt die Ausbildung für die Kinderpflegerin für ein halbes Jahr. Die Ausbildung wird ferner auf die Vorbildung der Hauswirtschaftsleiterin, der Kindergärtnerin, der Krankenpflegerin, der Wirt­schaftsgehilfin im Reichsarbeitsdienst und Landjahr angerechnet.

Der Erlaß bringt klar zum Ausdruck, daß Haus­wirtschaft gründlich gelernt werden muß und steckt dem Streben des Nachwuchses nach Leistung ein Ziel. Das wird zu einer anderen Bewertung des Hausgehilfinnenberufes führen, und die Voraus­setzung für die dringend notwendige stärkere Ge­winnung des Nachwuchses geben. Für die Haus-

' ilfin, die bereits in der Arbeit steht, muß der

Donnerstag, 10. Wl Ml

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

[r.162 Zweites Blatt

Aus dem Reiche der Frau

Die

Vorratshaltung

elastisch

Der Name Bitte genau beachten!

Der Schnellverband Hansaplast-elastisdi ist infolge seiner Querelastizität be« wegungsfügig, d. h. er paßt sich allen Be­wegungen an, ohne dabei zu behindern.

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142 D

Kinder aus erster Ehe.

Der tiefste Grund für eine Wiederverheiratung eines Witwers mit Kindern liegt meistens darin, daß er den Halbwaisen eine neue Mutter geben «ill. Und deshalb wird er -eine zweite Frau ein­gehend prüfen, ob sie seinen Kindern wirklich eine Butter im schönsten und edelsten Sinne des Wortes

Hauswirtfthast willgelerntsein

NSG. Jetzt im Krieg wird es uns besonders klar, wie groß und vielseitig die Anforderungen sind, die die Haushaltführung stellt. Jeder weiß hkute, daß eine richtige Haushgltführung wichtige Voraussetzung für die Gesundheit und Leistungs- kiaft der Familie ist. Sie sichert auch den volks- airtschaftlich richtigen Verbrauch und die heute so bringenS notwendige pflegliche Behandlung von

Erlaß Ansporn zur gründlichen Fortbildung und vollem persönlichen Einsatz sein Er kann sie aber auch mit Berufsstolz erfüllen, der ihr wiederum die Kraft und Freude geben sollte, sich dorthin zu stellen, wo sie am nötigsten gebraucht wird, näm­lich neben die kinderreiche Mutter. Der Erlaß ist auch ein Appell an die Hausfrauen, sich noch stär­ker als bisher in. der hauswirtschaftlichen Lehre als Lehrmeisterinnen unserer weiblichen Jugend zu be­währen. Hausfrauen, die Lehrhausfrauen werden möchten, melden sich bei den zuständigen Kreis- stellen des Deutschen Frauenwerkes. Mädel, die hauswirtschaftliche Lehrlinge werden wollen, mel­den sich bei der Berufsberaterin des zuständigen Arbeitsamtes.

ege zu geistigen Frauenberufen

Welche Voraussetzungen fordert das Frauenstudium?

Kleine,

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zu den Aufgaben, die ihrer nach Beendigung des Krieges harren, und unsere Mädel ahnen, daß auch an sie nicht geringe Ansprüche gestellt werden könn­ten, denen sie dann durch eine gediegene Ausbil­dung gerecht werden wollen.

Aber auch ein anderer, recht bedeutsamer Grund spricht mit bei der Studienfreudigkeit der Abiturien­tinnen. Man hat den Eindruck, als ob sich gerade bei den Abiturientinnen eine gewisse Büro- Müdigkeit geltend macht, die begründet ist auf der Erfahrung, daß man es im Büro doch nicht über eine gewisse, beschränkte Selbständigkeit hin­aus zu verantwortlicher Tätigkeit mit geistigem Anspruch bringen kann. Selbst der rasche und oft ansehnliche Verdienst, zu dem sie es als Sekretärin heute bringen könnten, hat viel an Anziehungskraft verloren. Lernbegierig stürzen sich die jungen Mädel auf geistige Kost jeder Art, allerdings mit der Einschränkung, die Ausbildung nicht unnötig auszudehnen.

Zwei Fragen werden nun von jungen Mädchen immer gestellt, wenn vorn Frauenstudium die Rede ist. Ob es überhaupt erwünscht sei, daß sich an- .gesichts des Nachwuchsmangels in zahlreichen prak­tischen Frauenberufen unsere weibliche Jugend auch den geistigen Berufen zuwendet? Und ob die guten Aussichten für das studierte Mädel nicht eine bloße Konjunkturerscheinung sei? Sie beant­worten sie nicht einfach mit ja und nein. Aber die erste Frage ist indirekt dadurch beantwortet, daß man erstmalig mit dem Sommersemester 1941 auch die Abiturientin der hauswirtschaftlichen Form der Oberschule zum Studium zuge­lassen hatte, woraus zu schließen ist, daß von der Berufslenkung mit einem Bedarf an geistig ge­schulten Frauen für längere Sicht gerechnet wird.

Bei der zweiten Frage muß man sich die ein­zelnen geistigen Berufe näher ansehen. Eine gute Konjunktur tritt überall da für Frauen in Erschei­nung, wo vorübergehend Männer für einen Be­ruf ausfallen, wie beispielsweise heute durch den Militärdienst. Aber auch das ist nicht immer ein zuverlässiger Anhaltspunkt. Wenn wir beispiels­weise die Berufe der I u r i ft i n oder Jngenieu- r i n zur Zeit als Konjunkturberufe bezeichnen, so doch nur mit einer gewissen Einschränkung, denn

ist das Aufbewahren in Leitungs- wasser! Rhabarber, Stachel-, Blau- und Prei- ßelbeeren, auch grüne Bohnen, werden geputzt, ge­waschen, entsprechend geteilt, in weithalsige, tadel­lose gereinigte Flaschen gefüllt (bei Bohnen gießen wir das Wasser nach 24 Stunden ab, erneuern es und wiederholen dieses Verfahren noch zweimal), die Flaschen verkorkt und dann lückenlos versiegelt bis 3um Gebrauch aufbewahrt. Auch das Ein- legen in Salz können wir bei Bohnen, Toma­ten, Kohl und Gurken einmal probieren. In Salz eingelegtes Einmachgut wird dadurch erhalten, daß sich nach kurzer Zeit des Aufbewahrens in der Salzlake die konservierende und dem menschlichen Organismus äußerst zuträgliche Milchsäure bildet. Für alle Gemüse und Früchte gleich gut geeignet ist das Sterilisieren, welches die Nahrungs­mittel in unbegrenzter Haltbarkeit dadurch erhält, daß die notwendige Erhitzung alle dem Einmachgut anhaftenden Bakterien tötet und das Eindringen neuer Fäulniserreaer durch den erzielten luftdich­ten Verschluß ausschließt. Zum Sterilisieren sind aber durchaus nicht Glasdeckel und Gummiring er­forderlich, sondern wir können in jedem einfachen Glas sterilisieren! Es wird mit dem betreffenden entsprechenden Einmachegut dreiviertel gefüllt, mit Glashaut verschlossen und je nach Anweisung steri­lisiert. Der Topf ist, wie immer, nur soweit mit Wasser zu füllen, daß die Gläser knapp bis zur Hälfte im Wasser stehen. Die Glashaut zieht sich zwar zusammen, liegt aber später nach dem Er­kalten fest an. ____________S. Sch.

Sommerliches Mittagessen einmal fleischlos.

Gerade im Sommer gehört ein Mittagessen ohne Fleisch besonders an heißen Tagen mehr zu den Annehmlichkeiten, die wir nach dem Krieg beibe­halten wollen, als zu den bewußten Einschränkun­gen, die der Krieg von uns fordert. Das fleisch­lose Essen ist richtig zusammengestellt er­frischender und weniger müdemachend als ein mit Fleisch zusammengestelltes, zumal sich sowohl fest­liche Gerichte wie einfache für den täglichen Ge» brauch gedachte Mahlzeiten zusammenstellen lassen. Recht festlich wirkt z. B. eine Platte mit gedämpf­tem kalten Blumenkohl, auch gelbe Rüben eigüen sich mit grünem Salat und etwas gekochtem Ei angerichtet. Dazu reichen wir Kartoffeln und Koch- mayonnaise. Das Gemüse (Blumenkohl im Ganzen) wird gedämpft, man läßt abkühlen, ordnet um den ganzen Blumenkohl oder i)en Erbsen-Möhrenberg herum den grünen Salat und die Eierstückchen und begießt das Gemüse mit Kochmayonnaise. , Die Kochmayonnaise stellt man aus % Liter Ge­müsedämpfwasser, 50 Gramm mit etwas Milch angekühltem Mehl her. Wenn diese dickliche Tunke etwas abgekühlt ist, rührt man wenig Oel, Essig, eine kleine Tasse Dickmilch, Salz, Senf, Schnitt­lauch und Dill unter. Solange das junge Gemüse noch teuer und knapp ist, können wir ein Mittag­essen ohne Fleisch auch so zusammenstellen, daß wir von Gemüse wie Blumenkohl, das man schon immer in einer Tunke anrichtet, nur die Hälfte der üblichen Menge zubereiten und eine große Schüssel Lattich- oder Kopfsalat, den es jetzt ja, reichlich gibt, dazureichen. Das Mittagessen ist somit reich­haltiger, sättigender und wir haben eine Tunke zu unseren Pell- und Dämpfkartoffeln. Auch Erbsen und Möhren kann man mit etwas mehr Brühe dünsten, diese vor dem Anrichten mit etwas ange­rührtem Mehl binden und mit reichlich Petersilie würzen. Sättigend, preiswert und sehr wohl­schmeckend ist eine dicke Suppe von jungem Gemüse. Wir schlagen z. B. grüne Erbsensuppe mit Schwammkloßchen ober junge Wirsingsuppe mit Pfannkuchen vor. Zum Abschluß gibt es dann eine Süßspeise aus Rhabarber mit Vanilletunke.

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richtigen Sachwerten.

Das große Maß von h^uswirtschaftlichen Kennt­nissen und Fertigkeiten, von denen der Erfolg der ffuswirtschaftlichen Arbeit in der Familie abhängig ift, hat die Einsicht wachsen lassen, daß hauswirt­schaftliches Können gelernt und geübt wer ihn muß. Seit Jahren werden in allen Gauen von Kchtigen Hausfrauen in geeigneten Haushaltungen, hie vom Deutschen Frauenwerk beraten und betreut erden, Mädel auf Grund eines zweijährigen Lehr- Dcrtrages in allen hauswirtschaftlichen Arbeitsge­bieten ausgebildet. Ein Erlaß des Reichserziehungs- minifters gibt nun die Grundlage für eine Aus­weitung dieser Maßnahme. Im Mittelpunkt steht ter Grundsatz, daß die praktische hauswirtschaftliche

usbildung vom F a m i l i e n h a u s h a l t getra­gen werden muß, und die hauswirtschaftliche Be­rufsschule sie ergänzt und vertieft. Die Arbeit im haushalt gewährleistet die Arbeitsnähe der Aus- f Übung, die Ergänzung durch die Schule gibt ihr bie systematische Grundlage. Der Erlaß verpflichtet hie Schule, in der die Zahl der Lehrlinge zur Bil­dung einer Klasse ausreicht, sie in besonderen zwei- jKhrigen Klassen zusammenzufassen. Ist m einer Schule die Anzahl der Lehrlinge zur Bildung einer Klasse zu gering, erhalten sie im zweiten Lehrjahr einen zusätzlichen Unterricht. Fehlt dagegen am Ausbildungsort eine Berufsschule, müssen die Döbel an einem Lehrgang teilnehmen, der vom Deutschen Frauenwerk eingerichtet wird.

' Zur Zeit stehen etwa 15 000 Mädel auf Grund eines. Lehrvertrages in der hauswirtschaftlichen /Ausbildung. Sie find gemeinsam mit ihren Lehr- hnusfrauen bemüht, zum Abschluß ihrer Lehrzeit in der Hausgehilsinnenprüfung eine gute hauswirt- Ichaftliche Leistung nachweisen zu können. Die Prü­fungen werden van öffentlichen hauswirtschaftlichen Schulen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jrauenwerk und der Deutschen Arbeitsfront durch- gc führt. Die Prüfung gibt die Berechtigung, sich

Studienfreudigkeit unserer Abiturientinnen hat nach den Beobachtungen erfahrener Berufsbe­raterinnen in den letzten Jahren zugenommen. Das hat verschiedene Gründe. Unsere Mädel wissen, daß ie erheblich verbesserte Berufsaus- i ch t e n auch in gehobenen Berufsstellungen vor ich haben, die sich einerseits aus einem gewissen Umschichtungsprozeß innerhalb der Berufe ergeben, andererseits aber zurückzuführen sind auf die ge­waltige Ausweitung aller Arbeitsaus­gaben durch die Entwicklung Deutschlands zum Großdeutschen Reich inmitten Europas. Schon jetzt eilen die Blicke und Gedanken der Jugend voraus

Allmählich fangen mir an, unsere gereinigten Steintöpfe, Flaschen und Gläser mit Vorräten für den kommenden Winter zu füllen. Dabei ist not- mendig, einmal die verschiedenen und vor allem die zweckmäßigsten Vorratshaltungen eingehend zu überlegen. Eine der besten Vorratshaltungen ist die unberechtigterweise fast gänzlich abgekommene des Trocknens. Trocknen ist ein Vorgang, bei dem Geschmack und Wert des Nahrungsgutes weder durch chemische Zusätze noch durch andere eingrei­fende Maßnahmen verändert wird. Anhaftenden Bakterien werden durch restlose Entziehung der Feuchtigkeit jede Lebensmöglichkeit genommen und ihre Neubildung verhindert. Die zum Trocknen be­stimmten Gemüse ober Früchte dürfen nur eben reif sein. Sie werden gereinigt, entsprechend ge­teilt, entsteint ober auch mit Kernen getrocknet. Wir ziehen das Trockengut mit Hilfe einer dünnen Stopfnadel auf lange Garnfäden ober schütten es leu*,t und dünn ausgebreitet auf Horden. Wir trock­nen in warmer Luft, nie in der Sonne! Unsere klimatischen Verhältnisse verlangen meist die Hilfe der Ofenröhre, deren Höchstwärme, 50 Grad Celsius, nur im langsamen Aufsteigen erreicht werden darf; gleich langsames Abfinken ist notweidig! Die reststlos getrockneten Gemüse und Früchte werden am besten in Mullbeutelchen am trockenen, luftigen Ort auf­bewahrt, sie sind von unbegrenzter Haltbarkeit und bei richtiger Zubereitungsweise von feinstem Wohl­geschmack.

Eine ebenfalls einfache und sehr die Nährwerte des Einmacheguts erhaltende Konfervierungsform

die unabsehbaren Aufgaben, die nach einem glück­lichen Abschluß des Krieges auf uns warten, wer­den den fchon heute dringlichen Ruf nach qualifi­zierten Menschen auf allen Lebensgebieten nur noch steigern. Selbstverständlich können wir Berufe, in denen die Mädel unter normalen Verhältnissen immer mit scharfer männlicher Konkurrenz rech­nen müssen, nur solchen Anwärterinnen empfehlen, die ausgesprochene fachliche Begabung und überdurchschnittliche Willenskraft mitbringen. In zahlreichen geistigen Betätigungen, wie etwa im Gesundheitsdienst, in der Erziehung, in der kul­turellen und volkswirtschaftlichen Arbeit jedoch kann man die steigende Nachfrage nach weiblichem Nach­wuchs nicht einfach mit dem Schlagwort Konjunktur ab tun. In diesen Berufen kann man heute und in Zukunft die Frau einfach nicht mehr entbeh­ren und wird es daher stets begrüßen müssen, wenn sich ihnen das Interesse unserer weiblichen Jugend in steigendem Maße zrjwendet.

Neben den sachlichen spielt für die Eltern häu­fig auch noch eine menschliche Frage bei der Ent­scheidung für ober gegen bas Studium ber Tochter eine Rolle. Besorgte Väter fürchten nämlich, bas Studium könne ihre Tochter der Ehe entfrem­den. Diese Befürchtung ist heute allerdings weni­ger denn je am Platze. Die gesunde Erziehung un­serer Mädel durch BDM. und Arbeitsdienst ver­hindert jede Gefährdung ihrer fraulichen Lebendig­keit durch geistig-wissenschaftliche Berufserziehung. Zudem ist unser' Frauenstudium heute so gestaltet, daß neben der Aneignung des eigentlichen Wissens­stoffes die Betonung, des weiblichen Verantwor­tungsbewußtseins und der mütterlichen Lebensauf- sassung steht. Die Studentin wird der Ehe nicht entfremdet, im Gegenteil, ihre Aussicht, einem Manne einst eine geistig ebenbürtige Lebensgefähr­tin zu fein, erhöht ihr Lebensgefühl.

Alle diese Tatsachen können unsere Mädel nur ermutigen, sich einem Studium zuzuwenden. Sie dürfen allerdings dabei nie vergessen, daß ihr Studierhunger sie nicht zu einem Studium-um- jeden-Preis verlocken darf. Nur das g e i st i g b e - g a b t e , Willensstärke, ernst nach Selbständigkeit strebende Mädel, das echten Ehrgeiz und Liebe zur wissenschaftlichen Arbeit mitbringt, kann hoffen, in ber geistigen Laufbahn später etwas zu erreichen. Auch bei der Wahl des Studienfaches ist Nei­gung und Eignung zum angeftrebten Beruf gewissenhaft zu prüfen. Es ist ein Fehler, ber sich später schwer rächt, wenn junge Mädchen sich aus Liebe zu einem bestimmten Studienfach in eine be­liebige Ausbilbung stürzen, ohne sich über bie A n - roenö bar feit ihrer Stubien im praktischen Leben vorher klar geworben zu sein. Es ist also notwendig, daß man sich gründlich über die Arbeits­felder unterrichtet, auf denen die Mitarbeit der Frau heute erwünscht und sogar notwendig ist.

Ernährung für Kranke.

Die Zeitumstände bedingen es, daß heute vielfach auch in ernsteren KrankheilSsällen das Krankenhaus nicht aufge|ucht werden kann. Da muffen sich viele Hausfrauen mit der Ernährung für |vlcye Falle ein­gehender auseinandersetzen, hangt doch oft das schnelle Gefunden, ja das Leben von em er richtig angepaßten Ernährung des Kranken ab. am häufig­sten Haven wir wohl Kinder und auch Erwachsene bei leichten Erkältungskrankheiten mvt Fieber zu verpflegen. Wenn 1 bis 2 Tage wenig ober nichts gegeßen wird, fchadet es nichts, im/ Gegenteil, der Körper, Der mit der Abwehr vefchäf-- tigt ist, lehnt Diel Nahrung und befonbers schwere Nahrung ab. Dann aber muß doch mit etwas leich­ten Speifen begonnen werden. Apfelmus, Kartoffel­brei, Apfelreis, Gelatinenfaft- und Apselfpeifen (wenn noch Gelatine vorhanden), elwas Knäckebrot, möglichst folange das Fieber hoch ist, kein Fleisch und Ei, da das den Körper belastet.

Besonders stark ist das Bedürfnis nach Geträn­ken. Bei den meisten Fieberzustäniden ist ein großer Verbrauch an Vitamin C, bas man am besten in Form von frischem, verdünntem Zitronen- ober Apfelsaft verabreicht. Der Saft sollte Mit Trauben­zucker gesüßt werden, von dem man größere Mengen zu.setzen kann, ohne daß es widerlich fchmeckt oder säuert. Er hält den Körper auch oei Krusten. Ein anderes sehr erfrischendes Getränk wird so herge­stellt: Man schneidet 2 bis 3 Aepfel in kleine Stücke, gibt soviel Wasser zu, daß sie bedeckt sind und läßt seitlich auf dem Ofen ober der Heizung lauwarm ziehen ohne zu kochen, dann abgießen, mit Zi­tronensaft und Traubenzucker würzen. Bei allen ernsteren Erkrankungen wird man natürlich den Arzt befragen und genau nach seinen Anweisungen' handeln. Ist man sich bis zu seinem Eintreffen nicht im klaren, was man geben könnte, so gebe man besonders bei Durchfällen nur etwas sußstoffge- sußten Tee, bis der Arzt die nötigen Anweisungen gibt.

Mindestens ebenso wichtig wie daswas", der Ernährung ist daswie". Fast alle Kranke haben sehr wenig Appetit. Man richte deshalb so hübsch und appetitlich wie möglich an, gebe nur wenig auf den Teller. Es ist viel erfreulicher, wenn man nach­fordern kann, als wenn man (abgesehen von der volkswirtschaftlichen Seite) übrig lassen muß und die guten Speisen in den EHW.-Eimer wandern. Bei großen Kindern und auch Erwachsenen nützt manchmal dasFüttern" auch etwas. Man ist zu müde zum Seiberessen, deshalb unterbleibt es. Daß alle starken Gewürze bei Krankheiten verboten sinh, ist wohl allen Hausfrauen geläufig, aber pikant und sorgfältig mit Erlaubtem abschmecken ist um so wichtiger, z. B. macht ein wenig Zitronensaft viele Speisen schmackhafter und ist bei fast allen Krank­heiten erlaubt. . .

Daß auch bei nicht fieberhaften Erkrankungen, die s ein längeres Liegen nötig machen, alle stark blähen­den wie schwer verdaulichen und fetten Speisen zu vermeiden sind, ist wohl allgemein bekannt.

öfrurteilen!

, Es gibt nun zwei Stadien, in denen man Kinder übernimmt: entweder, die Kinder waren noch zu kf?in, um sich auf die richtige Mutter zu besinnen, aber sie trauern der Verstorbenen bereits nach. In Beiden Fällen soll in der Ehe von der ersten Mut- tfr gesprochen werden, denn keine Mutter hat es oerbient, daß sie ihren Kindern gegenüber totge- öroiegen wird, geschweige dann, wenn sie vielleicht tqar an der Geburt eines Kindes starb! Immer die zweite Frau bestrebt sein, den Halbwaisen fcs Bild ber Mutter vor Augen zu führen. Wenn - sich in den Herzen ihrerStiefkinder" eingeniftet it, dann bietet das Erzählen über bie richtige lütter auch keine Gefahr. Im Gegenteil, werden e Kleinen verständiger, dann danken sie ihr von erzen für die Erinnerung, die sie an die richtige ?ufter pflegte, und langsam begreifen sie auch, wie ywer es war, die Mutterstelle an ihnen zu über- ,'hmen!

Oft ist das Herz eines fremden Kindes nicht ächt zu gewinnen, denn bielieben Nachbarn" unb zuten Freunbe" halten mit ihrer Meinung nicht i nter bem Berge! Nur einmal braucht bas Wort Stiefmutter" von einer solchen Seite zu fallen, mb alle Liebe unb Güte, alle guten Vorsätze ber , Berten Mutter werben über ben Haufen geworfen! !|ieStiefmutter" hat einen zu bösen Klang unb berührt eine unschulbige, ahnungslose Kinberseele tzit Grauen. Wie unenblich viele Gedulb unb Rück^ flchtnahme ber zweiten Mutter gehört bazu, um freies häßliche Wort aus bem Gebankenkreise der Kinder zu verwischen! Das ist gewiß nicht leicht, be- jenbers, wenn, wie gesagt, eigene Kinber vorhanden sind. Sich selbst muß eine solche Frau bekämpfen, um ihren übernommenen Pflichten gerecht zu wer- btn. H. v. Lützow.

sein kann.

Für jede echte Frau wird eine solche Ehe eine brsonders schöne und befriedigende Lebensaufgabe jein, wenngleich sie bestimmt schwer und bedeutend verantwortungsvoller ist als eine normale Ehe, bei ter beide Partner noch keine Kinder haben unb sich eine Familie grünben. Eine Frau mit Herz unb Jemüt wirb mit Freuden sich der Aufgabe unter- ijchen, an verwaisten Kindern Mutterstelle zu ver­treten, und sie wird diese Pflicht auch restlos er- filllen, bis eines Tages sie selbst Mutter wird! Dann Hefen in ihr Konflikte auf, die nicht so leicht zu lösen sind. Nach menschlichem Ermessen wird der Iran ihr eigenes Fleisch unb Blut näher stehen als _ in diesem Falle muß es gesagt sein die fremden" Kinder! Schwächen wird sie bei ben eige­nen Kinbern leichter verzeihen als bei ben Kinbern ihres Mannes aus erster Ehe. Das ist menschlich! aber biese Schwäche muß energisch bekämpft wer- Uet- ten, wenn sie allen Kinbern eine gleich liebevolle M unb treusorgenbe Mutter sein will! Sie muß sich bazu burchringen, beibe Arten von Kinbern gleich OE- «! beurteilen unb wenn es nötig ist auch zu gu'

All. 101. Stal nen HÖF;

Hansapiast