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Gegend

von Keren, etwa 75 Kilometer weiter

Is Vie Mannschaft eines Ge- zu zerreiben drohende Geräusch, die Protzen standen, gehen siger Bohrer sich wahnwitzig m

Sin einziger Kriegstag 12% Millionen Pfund, Die Finanzierung des »kostspieligsten Krieges -er englischen Geschichte*.

Wir hatten Maschinenfeuer über uns ergehen lassen, wir kannten das Heulen von Granaten, die dumpfen Abschüsse der Minen, wir hatten, glaubten wir, das Zittern verlernt aber dieses die Nerven

liarden Pfund seien aus dem Steueraufkommen etwa 1,5 Milliarden zu erwarten: es bleibe also eine Lücke von 3,5 Milliarden oder mehr als zwei Drittel des Gesamthaushaltes, die aus

">ie wenn ein rie« sich wahnwitzig in Metall gräbt, vom

Singen zum erschreckenden Heulen anwachsend, um in einer dumpfen Detonation zu enden Herrgott, das fuhr uns in die Glieder. Betreten sahen wir uns an.Die Flieger!" sagte Herrschte nur. In die­sem Augenblick hörten wir das Sausen der zweiten Bombe sekundenlang fühlten wir das Unheim­liche, Wehrlose dann klirrten die Fenster vom Luftdruck der nahen Explosion, das Licht ging aus. Und in der unheimlichen Stille, die dann folgte, vernahmen wir deutlich das Surren der feindlichen Flieger.3ebe Nacht kommen sie", sagte Henschke mit spröder Stimme,und man muß stillhalten, bis es einen trifft." Und wie er so vor uns stand, gefotzt und ernst vor den Ahnungslosen und Heber- raschten, war er für uns gar nicht mehr der Mann aus der Schreibstube, sondern einer wie wir, der dem Tod ins Auge sah.

Als es still in der Luft geworden ivar, gingen wir in unser Quartier zurück. Hier und dort husch- ten Gestalten vorbei, die Füße stolp-rten über Scherben und Steine. Eine der Fliegerbomben war auf dem Pflaster der Gasse aufgeschlagen und hatte Fenster und Türen unseres Quartiers eingedrückt. Wir sahen uns an und verstanden uns.Zehn schritte weiter, und wir wären fetzt zu Brei...!" Jede Nacht kommen sie, hatte der Henschke gesagt

darum also fyatte er uns in den Keller gerufen.

Geschlafen haben wir nicht mehr viel bis zum Morgen. Denn immerfort quälte uns der Gedanke: ®as hilft es, wenn wir da vorn einen Schutzwall bilden, und die, die sich geborgen fühlen, sind vor dem Tode nicht sicherer als wir...?

In einer jener Nächte der Hölle, in der Angriff und Gegenangriff zusammenprallten und die heißen schkünde der Artillerie und die Flieger den Tod auch weit hinter die vorderen Linien trugen, warf ein feindliches Geschwader Brandbomben auf das Dorf B., in dem bereitgestellte Reserven vermutet wurden. Nur mit größter Mühe gelang es, den Reglmentsstab und die Batteriepferde in Sicherheit <ju bringen. Den Schreiber Henschke fand man spä­ter unter den Trümmern der von einer Bombe zerfetzten Schreibstube: er hatte den Fernsprechhörer noch in der Hand, mit dem er, allein zurückgeblie­ben, die Verbindung zwischen Stab und Batterie in taqer entscheidenden Nacht aufrechterhalten hatte.

Winterliche Baum-Schule.

Von Walter von Molo.

Bäume stehen leer, ihre dürrgewordenen Blatter sind vom Winde vertragen, verweht, soweit tze nicht auch als Streu gesammelt und in die scheuer gebracht worden sind. Die Stämme und Aeste zeigen sich in ihrer Nacktheit.

Mancher Baum, der im Sommer schön anzu­sehen war, ist nun minder, andere, deren edler Bau 'm verhüllenden Blätterschmuck nicht recht zur Gel­tung kam, triumphieren in edler Linie.

Die meisten Stämme sind vom fortwährend strei­chenden Westwind über dem Boden nach einer Rich- tung abgebogen, das ist nun deutlicher als im Som­mer zu bemerken. Doch ebenso zeigt sich, daß in dem Maße, wie sie höher wuchsen, jeder Stamm sich umgewendet hat: sie sehen aus, als begehrten sie gegen den Sturm auf und drohten ihm Auch die Bäume, die man auf dem Sturmhang mit Draht an feste Pflöcke hängt, wachsen stets über der Stelle, an der sie das Halteband umschlingt, der Windrichtung entgegen. Ungeachtet man glauben füllte, der obere Teil mit der Krone müßte doch jetzt erst recht vom Winde schräg geweht werden oder in die Gefahr geraten, abgebrochen zu werden, da dem Baum die Fähigkeit genommen wurde, aus­weichend zu schwingen.

Stützender Hatt ist unentbehrlich, damit der Baum nicht entwurzelt wird, hierauf aber tut er, »as er will, das heißt, was die Natur für ihn für nötig halt: er stellt im Schutze sein Gleichgewicht von innen heraus her und erhält es dadurch, daß er dem Anprall des Luftstromes, der ihn zur Seite zwingen will, gleichmäßig entgegenstößt.

Je öfter und stärker die Stürme brausen, desto mehr ein Baum mit ihnen zu kämpfen hat, desto mehr richtet er sich auf, desto kräftiger werden seine Wurzeln. Dann greifen sie in kämpferischer Wollust tief in die Erde hinein und halten und erhalten Kraft aus ihr. So wachsen Bäume.

Wir können von ihnen lernen.

Unsere Hoffnung, für ein paar Wochen aus der Stellung zurückgezogen zu werden, erfüllte sich nicht. Gerüchte von einer zunehmenden Vorbereitungs­tätigkeit des Feindes sickerten durch. Die vermehrte Fliegertätigkeit sagte uns genug. Wir mutzten zu­frieden sein, daß jeroeils die Mannschaft eines G« fchützes nach B., roo T

durste, um vor allen Dingen die Montur wieder mstandzusetzen. Schmutzig und verwildert kamen wir ich war mit bei der ersten Gruppe in dem halb zerschossenen Dorfe an, und Henschke, der uns ins Quartier führte, mußte manche hämische Bemerkung über seineEtappentätigkeit" einstecken. Er tat mir beinahe leid, aber mit erstaunlicher Ruhe ging er über alles hinweg, zeigte uns die Küche und die Kantine und machte sich dann still wieder da­von.

Unser Quartier, im Erdgeschoß eines dachlosen Hauses, war nicht hervorragend, aber wir atmeten doch auf. Die Uniform herunter waschen und einmal wieder an einem Tisch sitzen und essen bas tat wohl. Dann wurden Zigaretten und Scho- kolade aus der Kantine geholt, die im Nebenhaus war. Abends klopfte es an unserer Tür, und wir sahen verwundert Henschke draußen stehen.

Kommt doch 'rüber zu mir, ein Glas Bier trin­ken! Ich lade euch ein."

Etwas verdutzt sahen wir uns an. Wußte denn unser Schreiber nicht, wie die meisten über ihn dachten? War das nun Großmut oder etwas wie schlechtes Gewissen? Aber schließlich, uns sollte der Vorschlag schon recht sein. Schreibstuben pflegen nlcht in schlechten Häusern untergebracht zu sein. Wir wunderten uns bann nur, daß Henschke uns in einen Kellerraum führte, ber allerdings behaglich eingerichtet war.Wegen der Flieger", meinte er nur für,3.Mein Gott, habt ihr Angst!" sagte der lange Schulz, aber Henschke schüttelte den Kopf. Nichts als Vorsicht!" Und legte ein Kartenspiel auf den Tisch. Qho, er hatte doch ganz gute Einfälle, und unter der Mitwirkung von Bier und Zigarren saßen mir bald so vertieft über unserem Spiel, daß wir nicht aus die Zeit achteten. Und als nach ein paar Stunden Lerche, unser Sanitäter, von Müde- sein sprach, hielt ihn Henschke eifrig zurück. Dabei schien er angestrengt hinauszuhorchen.Nein, nein, bleibt lieber hier!" sagte er. Und bann auf ein­mal

anderen Quellen bestritten werben müßten. Dafür kämen bas Sperrkapital und der Erlös aus ber Verwertung überseeischer Aktiven, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten in Frage. Aber von ihnen könne nicht mehr als d« Hälfte bes Fehlbetrages erwartet werden.

England kräht alle Goldreserven zusammen.

Neuyor k, 6. Febr. (DNB.) Wie der stellver- tretende australische Ministerpräsident F a b b c n bekanntgebt, wirb die Regierung sämtliche Dol­larguthaben des Dominions ein- Ziehen. Nach United Preß werden dadurch zehn Millionen Pfund für den britischen Dollarkriegs­fonds verfügbar gemacht. Wie hoch demreichen" England das Wasser am Kragen steht, geht daraus hervor, daß auch für ftanaba die baldige Ein­ziehungen der Dollarguthaben angefünbig ist, um die Waffenlieferungen aus USA. zu finanzieren.

Schreiber Henschke.

Von Panlrichard Hensel.

Es war seit einiger Zett m unserem Gefechtsab- schnitt Ruhe ein getreten, eine unheimliche Ruhe, die die Nerven nicht zur Entspannung kommen ließ. Wir konnten nach den Strapazen der letzten Wochen kaum sagen» ob wir müde waren oder daraus brannten, zu einer Entscheidung zu gelangen. Die kümmerlichen Unterstände standen voll Wasser, und es war gut, daß der ewig graue Himmel und der anhaltende Nebel ein wenig ungezwungene Bele­gung in den Gräben möglich machte. Aber dieser Nebel, die Sttlle, das Trichterfeld das alles schuf auch manchmal Gedanken an Menschenferne und Unwirklichkeit ,Mie am Ende der Welt", sagte einmal unser Leutnant.

Gott sei Dank klappte es mit der Post und der Verpflegung. Jeden Morgen mußten wir Telepho­nisten heraus, um die zum Stab führenden, in der Nacht zerschossenen Leitungen zu flicken. Es ergab sich ganz von selbst, daß wir dann jenseits des lan­gen Steges, der über das Sumpfgelände führte, auf die Leute warteten, die uns unsere Tagesration brachten und dann, froh, aus dem Kessel herauszu- kommen, wieder umkehrten. Seit einigen Tagen kam sogar Henschke, unser Batterieschreiber, selbst, um uns die Post auszuhändigen. Aber er erntete in der Batterie, als man davon erfichr, wenig An­erkennung. Er war verträglich, gefällig, niemand konnte sich über ihn beklagen, aber im Grunde stand er für alle doch abseits, er gehörte nicht .zu ihnen Schreibstube, Etappe man hatte nur ein ge­ringschätziges Achselzucken dafür. Und es war nicht einmal Mangel an kameradschaftlichem Geist, son­dern einfach der verständliche, urmenschliche Neid, wenn man in Schlamm und Kälte daran dachte, daß ein anderer auf einer Bettstatt schlafen konnte.

Östlich von Agordat hinzogen. Keren liegt ebenso wie schon Agordat an der einzigen Bahnstrecke Eritreas, die über Asmara, der einstigen Haupt­stadt ber Kolonie Eritrea vor ihrer Bereinigung mit Abessinien zum Ostafrikanischen Imperium, nach M a [ f a u a, dem Hafen am Roten Meer führt.

Eritrea ist die älteste Kolonie Italiens auf afrika­nischem Boden. Bereits 1869 hatten hier italienische Reeder einen Küstenstrich gekauft, ber 1882 in ben Besitz des Staates überging und in den folgenden Jahren erheblich erweitert wurde bis zu der Ko­lonie Erittea, die 120000 Quadratkilometer um­faßt und rund 400 000 Einwohner zählt. Mit Aus­nahme eines schmalen Küstenstreifens wird die Ko­lonie von den nördlichen Ausläufern des abessi­nischen Hochlandes ausgefüllt, die nach ber Küste zu steil abfallen unb Höhen bis zu 2500 Meter aufweisen. Während an ber Küste die höchsten Tem­peraturen herrschen, die auf der Erde überhaupt ge­messen werden, ist es im Hochland bedeutend küh­ler. Sommerregen sorgen hier auch für Feuchtig­keit, die unterstützt von kunstreichen Bewässerungs­anlagen besonders nach der Subangrenze hin aus­gedehnte Baumwollkulturen erlauben. Agordat am linken Ufer des Barca und Tessenni am Mared, etwa 60 Kilometer südlich von dem schon genannten Kassalla sind Mittelpunkte dieser Baum» wollkiklturen, die die Engländer bei ihrem Vor­marsch nach Osten verhältnismäßig leicht durchschrei­ten konnten, während sie weiter östlich auf ein Gelände stießen, bas durch seine bergige Natur mit Höhen bis 2500 Meter sich zur Verteidigung weit besser eignet als die Ebene ber Baumwoll- kulturen. Die größte Stadt des Landes ist Asmara mit etwa 60 000 Einwohnern, während ber Hafen Mafsaua nur 15 000 Einwohner zählt. Die Englän-1 der streben offenbar nach dem Besitz der Bahn­strecke, die von Biscia, das sie bereits besetzt haben,!

die Dauer aussichtsloser Kampf mit sich gebracht hätte, erspart blieb, sondern auch ein für die ita». Herrische Verteidigung günstigeres Gelände erreicht wurde. Von Derna aus führt die Küstenstraße, etwa 45 Kilometer weiter westlich sich in zwei Arme teilend, mit dem südlichen mehr ins Innere hinein in ein Hügelgelände, das sich um den 875 Meter hohen Dschebel ei Achdar aufbaut. Die Windungen, die die Straße hier macht, bevor sie bei Tocra, kurz vor Bengasi, wieder an die Küste stößt, erlaubten den Italienern eine aufgelockerte Verteidigung, die den britischen Streitkräften trotz ihrer zahlenmäßig vielfachen Uebcrlegenheit das Dorrücken sehr er­schwerte und ihnen sehr erhebliche Verluste kostete. Zudem entzogen die italienischen Verteidiger sich mit weiterer Entfernung der Kämpfe vom Küsten- faum dem verheerenden Feuer der schweren Schiffs- geschütze bes englischen Geschwaders, das den Vor­marsch ber Armee Wavells nach Westen in ber rechten Flanke deckte.

Nach den letzten zusammen fassenden Berichten der römischen Korrespondenten scheint ber britische Versuch, durch einen Vorstoß von Südosten her den gesamten Küstenstreifen der Cyrenaika von Derna bis Bengasi abzuschneiden, an dem hart­näckigen Widerstand der italienischen Truppen bei el Mehili, einem wichtigen Karawanen-Knoten- punft etwa 65 Kilometer füdwestwärts von Derna, wenigstens im ersten Ansturm gescheitert zu fein. Auch der englische Vormarsch entlang der Küste ist bei Apollonia, etwa 65 Kilometer westlich von Derna, anscheinend auf heftigen Widerstand ge­stoßen. Das gebirgige Gelände um den Dschebel el Achdar bat offenbar den britischen Panzertruppen unerwartete Schwierigkeiten gemacht, während es den italienischen Streitkräften Gelegenheit zu wirk­samer Verteidigung bot. General Wavells Ziel ist Bengasi, die Hauptstadt der Cyrenaika, mH 63 000 Einwohnern, nächst Tripolis die zweitgrößte Stadt Libyens. Es ist das Berenike des Altertums, heute eine blühende Handels- und Hafenstadt an ber Ostküste der Großen Syrte, der Meeresbucht, die tief in die libysche Küste einschneidet. Bengasi ist auch Verkehrsmittelpunkt für das östliche Li­byen, denn hier mündet eine Reihe wichtiger Kara­wanenstraßen aus dem Innern, und von hier gehen auch die einzigen und nur kurzen Bahnstrecken nordöstlich nach Barce und südlich »ach Soluch. General Wavells Unternehmen wird, obwohl er nun nach Durchschreiten der Wüstenzone der Mar- marica in relativ fruchtbarere Gegenden vorstößt, mit der wachsenden Entfernung vom Ausgangs­punkt feiner Operationen mit der ßänae der Nach­schubwege immer schwieriger, und es ist begreiflich, daß man selbst in England der Fortsetzung dieses endlosen Marsches nach Westen mit einigem Zagen entgegensieht, zumal die zähe italienische Verteidi­gung ben Briten ungeheure Opfer an Menschen und einem kaum zu schätzenden Verschleiß an Mate- rial kostet, ohne einem greifbaren strategischen Ziel nahezukommen.

Nichts sehr viel anders sieht es auf den Kriegs­schauplätzen in 0ftaf ri f a aus, wo seit kurzem die Fronten ebenfalls in Bewegung geraten sind, die sich nach den Kämpfen im Hochsommer 1940 her­ausgebildet hatten. Der englische Druck richtet sich hier vornehmlich auf das nördliche Eritrea. Mit Eingeborenentruppen, die dem heißen Klima die­ses wasserarmen Landstrichs gewachsen waren, hat- ten die Italiener im vorigen Jahre hier in zwei getrennten Operationen die wirtschaftlich und stra­tegisch wichtige Stadt Kassalla an der Grenze des Sudan und etwa 300 Kilometer weiter südlich die Grenzstadt G a 11 a b a t besetzt. KassaUa, bas den Oberlauf des Atbara, des wichtigsten rechten Nebenflusies des Nils beherrscht und auch als Sta­tion der aus dem Baumwollgebiet des Blauen Nils nach Port Sudan, dem bedeutendsten sudanesischen Ausfuhrhafen am Roten Meer, führenden Bahn­linie, ferner als Ausgangspunkt wichtiger Karawa­nenstraßen nach Berber und Khartum den Eng­ländern von Bedeutung mar, war von ihnen stark befeftigt worden. TroKem hatten sie dem italie­nischen Angriff nicht standhalten können. Inzwischen haben sie hier ähnlich wie in Libyen außerordent­liche Truppenmassen, vorwiegend Australier und Inder, zusammengezogen, die die Schlappe vom Sommer auswetzen sollten. Kassala wurde von ihnen regelrecht belagert unb angesichts der be­trächtlichen zahlenmäßigen Ueb erlegen heit des Fein­des von den Italienern am 21. Januar geräumt. Die italienischen Truppen gingen dann auf eri­treischen Boden zurück auf die Linie Agordat B arentu, etwa 120 Kilometer östlich der Grenze. Hier ist es anscheinend zu äußerst heftigen Kämpfen , gekommen, die sich in den letzten Tagen in die

Oie Hand des Secret Service.

Mißlungener Entführungsversuch der Tochter des Königs Faruk.

Rom. 7.Febr. (Europapreß.) Ein Versuch, die Tochter des Königs Faruk von Aegypten, Serial, zu entführen, wird in Meldungen aus Beirut dem englifchenGeheimdienst zugeschrieben. Don ben englischen Behörden war dieser Zwischenfall, der sich vor etwa einem Monat zugetragen hat, auffallenderweise geheimgehalten worden. Damals wurden von Polizisten ein Grieche und zwei Reger beobachtet, die am Gitter des Gar- lens des Königspalastes Abbin auf der Lauer lagen. Richt weit von ihnen stand ein Kraftwagen bereit. Als die kleine Prinzessin mit ihrer Wärterin vorüberkam, wollte sich der eine Reger über den Zaun schwingen, wurde jedoch von dem Polizisten daran gehindert. Er konnte allerdings fliehen. Seine beiden Komplicen wurden jedoch festgenom- men. Der Grieche gestand, einen Raub der- u i g s t o ch t e r versucht zu haben, während der Reger lediglich für einige Pfund Sterling den Griechen begleitet haben will. Heber das weitere Schicksal der Verhafteten ist nichts bekannt.

Japans Friedensvermittlung.

Die thailändisch-indochinesische Friedenskonferenz.

Tokio, 6. Febr. (Europapreß.) Als einen be­deutungsvollen Schritt zum Aufbau ber neuen Orb. nung im großostasiatischen Raum bezeichnetShu» gai Shogyo" die am Freitag in Tokio beginnende thailändisch . indochinesische Frie» denskonferenz. Sie sei außerbem der erste japanische Vermittlungserfolg in ber diplomatischen Geschichte Japans. Wenn es Japan gelinge, als Er­gebnis ber Konferenz die Unabhängigkeit Thailands zu festigen, so würde das Rück­wirkungen auf die Stärkung des Freihettsge- fübls in Indien, Britisch Burma und in ben Straits Settlements haben.

Der französische Generalgouverneur von Jndo- china, Admiral Decoux, stimmte dem Wunsch« der japanischen Regierung nach einer bauern* den Stationierung der japanischen Kontrol­leure i n S a i g o n zu, die seit dem letzten Sommer die Ausfuhr nach Tschungking auf indo­chinesischen Straßen überwachen. Diese Entscheidung von Decoux wird von den japanischen Zeitungen als erste Folge der japanischen Friebensvermitd hing zwischen Jndochina und Thailand betrachtet. Eva Curie soll ausgebürgert werden.

D i ch y, 7. Febr. (Europapreß.) Ein großer Teil der französischen öffentlichen Meinung, zu deren Sprachrohr sich nicht wenige Zeitungen im unbe­setzten Gebiet machen, fordert die Ausbürge­rung von Eva Eurie, der zweiten Tochter des durch feine Entdeckung bes Radiums berühmt gewordenen Ehepaars Pierre und Marie Curie, die als Ueberfetzerin amerikanischer Bühnenwerke bekannt geworden ist, und die augenblicklich in USA. bafür eintritt, daß die Bereinigten Staaten keine Nahrungsmittel für die französischen Frauen und Kinder über den Atlantik schicken. Wie einige Zeitungen in Nizza und Marseille berichten, kbt Eva Curie selbst in größtem Luxus, und zwar zu­sammen mit dem berüchtigten Dramatiker Henry Bernstein. Gewisse Kreise fordern sogar die Verurteilung Eva Curies wegen ihrer frankreich­feinblichen Propaganda.

Oer Leiter des Reuterbüros in die Wüste geschickt.

S^t o ck h o l m, 6. Febr. (DNB.) Wie Reuter mit- teilt, hat sich Sir Roderick Jones, der über 25 3ahre an der Spitze des Reuterbüros stand, von einen Aemtern zurückgezogen. Jones hat chon während des Weltkrieges eine Lügenflut ent­hielt und ist nachher ein williges Werkzeug für bie Vergiftung der Atmosphäre gewesen, die andere europäische Völker für Englands Krieg geneigt machte. Die faustdicken Lügen Reuters haben aber in der Welt fo viel Anstoß erregt, daß Churchill glaubt, feine Nachrichtenagentur rehabilitieren zu müssen. Darum schickt er den Leiter des Büros als Sündenbock in die Miste. Eine Aenderung bes Sy­stems ist badon nicht zu erwarten. Reuter wird Lügenreuter bleiben, wie Churchill Lügcnchurchill bleibt.

über bas schon genannte Keren und Asmara nach Massaua führt. Wie die römischen Korresponden­ten berichten, werden die Engländer mit ihren vor­wiegend indischen Truppen, die sie hier schon des mörderisch heißen Klimas wegen vor allem einge­setzt haben, bei ihrem Persuch, an das Rote Meer vorzustoßen, auf gut ausgebaute Verteidigungsstel­lungen stoßen. In den weiter südlich gelegenen Frontabschnitten scheint trotz immer wiederholter britischer Angriffe noch keine wesentliche Verän­derung der Lage gegenüber dem Stand vom ver- aangenen Sommer eingetreten zu sein. Die Kämpfe spielen sich im allgemeinen im Grenzgebiet ab, wo am Stefanie-«See, also zwischen Abessinien und der britischen Kenia-Kolonie die Italiener einige Grenz­stellungen aufgegeben haben.

Wir sagten schon, daß man sogar in London die Entwicklung auf den afrikanischen Kriegsschau­plätzen, so sehr sie dem Prestigebedürfnis der bri­tischen Plutokratenkaste im Hinblick auf ihre Ame­rika-Propaganda entspricht, doch mit einem lachen­den unb einem weinenden Auge zu betrachten be­ginnt. Wenn ber britische Ernährungsminister vor kurzem bie englische Öffentlichkeit vor die Frage stellte, ob sie lieber Barbia ober Fleisch haben möchten, beides sei bei dem wachsenden Mangel an Schiffsraum durch die ständigen Versenkungen und ber Inanspruchnahme aller verfügbaren Tonnage burch den Nachschub für die Afrika-Armee nicht zu schaffen, so ist diese Frage sehr bezeichnend für die Kalamität, in die sich England mit feinem Afrika- Feldzug hineinmanövriert hat, unb diese Frage wirb immer brennender werden, je mehr sich die Operationen in Libyen und Ostafrika ausdehnen. Es ist leicht zu ersehen, wessen Kriegführung in Wahrheit an einer Zersplitterung der Kräfte krankt und die Folgen werden nicht auf sich warten lassen.

Dr. Fr. W. Lange.

Berlin, 7. Febr. (DNB.--Funkspruch.) Der bri« über dem nächstjährigen Voranschlag von 5 Mil- tische Schatz kanzler, Sir Kingsley Wood, hatte die " '*r " ' * *

undankbare Aufgabe, im Unterhaus den Antrag zu begründen, für das laufende Finanzjahr 600 Mil­lionen Pfund und das kommnde Finanzjahr eine Milliarde Pfund zu bewilligen. England benötigt an Kriegsausgaben wöchentlich rund 73 Millionen Pfund. Wenn das Haus die zusätzlichen 600 Mil- Ionen Pfund für das laufende Finanzjahr bewillige, dann habe der Krieg England in dem Finanzjahr, das am 31. 3. d. I. ende, 3,3 Milliarden Pfund ge­kostet. Dieser Krieg sei der k o st s p i e l i g st e , den Großbritannien bisher in seiner Geschichte geführt habe. Die Kriegsausgaben Englands nähmen in einem solchen Maße von Tag zu Tag zu, daß er jetzt nicht einmal sagen könne, auf welche Zahl sich ungefähr die wöchentliche Ausgabeziffer in den er­sten Monaten des kommenden Finanzjahres belau­fen werde. Man könne aber schon von der Gegen­wart sagen, daß ein einziger Kriegstag England 12Vi Millionen koste. Das Land habe schwere Lasten bisher zu tragen gehabt, doch wür­den sich diese in nächster Zeit noch erhöhen. Je­der überzählige Penny müsse daher der Staatskasse zur Verfügung gestellt werden.

Dazu stellt derDaily Telegraph" fest: Gegen-

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