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General-Anzeiger siirGberhessen

Wie sab es in London vor zwei Monaten ans?

Englische Oktober-Zeitungen gelangen nach Schweden.

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diese viele Spalten füllenden Anzeigen ist fol-

Sonthatnpton nach dem denischen Angriff.

*

Zchriftleitung und GeschSftsfteNe: Siehrn, Schulstrahe 7-9

Druck und Verlag: vrühlsche Unlversttätrdruckerei R. Lange

Soeben erreichte uns dieses Bild, das von England nach Amerika gefunkt und von dort auf dem Luftwege nach Europa befördert wurde. Es zeigt die Straßen von Southampton nach dem großen Angriff der deutschen Luftwaffe. (Scherl-Bilderdienst-M.) * *

Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelB Plavvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25% mehr

Porto Bardia.

Die jetzt viel genannte Hafenstadt Porto Bardia wird man auf Karten vergeblich suchen, die auch nur einige Jahre alt sind. Sie ist erst entstanden, als die Italiener ihre große Küsten st raße m Libyen über Tobruk hinaus bis an den Golf von Soll um verlängerten. Sollum liegt schon auf ägyptischem Boden. Man wird also Porto Bar« bta zwischen Tobruk und Sollum zu suchen haben: etwa dort, wo die Küste, die den Golf von Sollum bildet, aus ihrer Nord- in die Westrichtung um- biegt. Bei dem Besuch des Duce in Libyen im Jahr 1937 bestand Porto Bardia erst aus einigen ita­lienischen Wohnbaracken, die neben einem arabischen Dorf errichtet waren Jn den letzten Monaten frei­lich hat der Ort ein sehr bewegtes Treiben erlebt. Denn nach seinem großen Anfangserfolg im Sep­tember suchte Marschall Graziani in wenigen Wo­chen die Küstenstraße von Porto Bardia bis nach Sidi Barans zu verlängern Porta Bardia liegt etwa 20 Kilometer von der libysch-ägyptischen Grenze entfernt. Einige ältere Karten verzeichnen an dem Ort, wo heute Porta Bardia liegt, eine arabische Siedlung unter dem Namen K a s r D j e- did Von hier nach der ersten wirklich größeren italienischen Stadt, die auch über einen ausqebau- ten Hafen verfügt, nach Tobruk sind es ungefähr 120 Kilometer. Die Gesamtlänge der (wenig geglie­derten libyschen Küste beträgt über 2000 Kilometer

Arabischer Freischärler-Kampf gegen die englische Herrschaft in Palästina.

Beirut, 6 Jan. (Europapreß.) Die in Palä­stina kämpfenden arabischen Freischärler unterneh­men nach Verstärkungen immer neue An­griffe gegen englische militärische Stützpunkte und Verkehrswege. Zwei englische Militärlastwagen, die von Bethlehem kamen, wurden unweit von Jerusa­lem durch eine Serie von primitiven Land­mine n, die arabische Freischärler in das Straßen­bett eingegraben hatten, m d i e Luft g e sprengt Drei Engländer wurden dabe, schwer verletzt einer ift seinen Verletzungen erlegen. Ein ähnlicher Anschlag m der Nähe von Jaffa zerstörte einen englischen Lastwagen und beschädigte mehrere. In beiden Fällen entkamen die Täter unter Mit­nahme von Waffen und Munition Weiterhin wur­den Ueberfälle auf englische Depots und nächtliche Schießereien südlich des Sees Gene- zareth an der Dreiländer-Grenze Palästina, Syrien und Transjordanien gemeldet. Die Nachrichten spre­chen auch von dem Zusammentreffen größerer be­waffneter Gruppen, die aus Syrien und Trans- jordanien herüberwechseln und die Freischärler Pa­lästinas unterstützen.

M Jahrgang Nr. 5

Erscheint täglich, außer Sonntags, und feiertags Beilagen: DieJlluitrierte (Siebener »Vamiüenblätter. Heimat imBild DieScholle

Monats-BezugovreiS: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Lhne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Nernsvrechanschlun 2251 Dmhtanschrist:Anzeiger" Postscheck 11686 grants. M.

gende - Veröffentlichung in derTimes" vom 24. Ok­tober:Eide englische Familie sucht ein möbliertes oder unmöbliertes Haus 2 5 Meil e^ West- No r d w e st von London zu mieten."'

Die wirtschaftlichen Folgen der Luftangriffe.

Ein japanischer Bericht aus London.

Tokio, 6. Jan. (Europapreß.) Die völlige Zer>- störung von Coventry und anderen Industriezen­tren Englands durch die unausgesetzten systema­tischen Angriffe der deutschen Luftwaffe stellt Eng­land vor äußerst schwierige wirtschaftliche Fragen, erklärt der Londoner Vertreter der Tokioter Zeitung N i ch i N ich i" in einem Bericht» über die Lage des Jnselreichs. Der Korrespondent Heilt mit, daß en. nicht die Erlaubnis erhielt, audMHir -eine ein­zige der durch die Angriffe der deutschen Luftwaffe betroffenen Industrie-Orte außerhalb von London zu besichtigen. In einem Teil der Londoner City wurde ein Gebiet im Umfang von einer Quadrat­meile Lagerhaus an Lagerhaus durch Feuer vernichtet oder beschädigt. Dieser Bezirk, der ein bedeutendes Zentrum der englischen Waren­versorgung darstellt, ist restlos zerstört, daß der größte Teil der in ihm ansässigen Großhandels- Firmen sein Geschäft schließen muß, da alle aufgespeicherten Textilvorräte und sonstigen Güter vernichtet sind. Zwar hat ihnen die Regierung die Erlaubnis gegeben, sich wieder zum Aufbau neuer Vorratslager mit größeren Warenmengen einzu­decken, aber diese Genehmigung steht nur auf dem Papier, weil die Fabrikanten gar nicht in der Lage sind, die Bestellungen auszuführen. Der Ausfall an Lagerbeständen wird sich auch auf den englischen Export ungünstig auswirken, denn ein beträchtlicher Teil der zerstörten Waren war dazu bestimmt, die englische Ausfuhr aufrechtzu­erhalten.

Eine weitere Folge der Zerstörungen der City ist das An st eigen der Arbeitslosenzahl, die sich bereits um mehr als hunderttausend erhöht hat. Auch die Versicherungsgesellschaft t e n stehen vor ernsten Problemen, denn angesichts der fortdauernden Angriffe müssen die Prämien unvorstellbare Höhen erreichen, damit die Gesell­schaften nicht in Kürze finanziell zusammenbrechen. Mit der sprunghaften Steigerung der Versicherungs­prämien aber steigt zwangsläufig auch der Waren­preis, trotz aller Bestimmungen, die eine Preis­erhöhung verhindern sollen.

Stockholm, 6. Jan. (Europapreß.) Die Isolie­rung Englands vom europäischen Kontinent wird immer wieder demonstriert durch die monatelangen Reisen, die Postsendungen aus London zurücklegen müssen, um in neutrale Länder Euro­pas zu gelangen. Am 5.1 a n u a r ist in Stockholm eine Sendung englischer Blätter eingetroffen, die in der Zeit vom 24. biszum 29. Oktober 1940 in London erschienen waren. Wenngleich diese Zeitungen auch keine aktuelle politische Bedeutung mehr haben, so sind doch gewisse Publikationen in ihnen charakteristisch für die Lage, in der sich Eng­land bereits vor zwei Monaten befand. Am 25. Oktober sah sich die Regierung veranlaßt, die Werftarbeiter vor jeder Verarbeitung zu schützen Die Admiralität richtete an die Werft­behörden den Aufruf, die Sieben-TageWoche ab zu schaffen und den Arbeitern die Sonn­tagsruhe zugute kommen zu lassen. Um einen phy­sischen Zusammenbruch der Arbeiterschaft zu ver­hindern, müßten auch dieunbegrenzten Ueberstun- den aufhören". Bemerkenswerterweise wird jedoch darauf hingewiesen, daß dieseNeuordnung nicht für die WerÜen gilt, die mit dem Bau von Han­delsfahrzeugen beschäftigt sind". Wenige Tage später, am 30. Oktober, deutete der Flotten­korrespondent der ,-Times" die Hintergründe an, die die Admiralität dazu veranlaßten, die Sieben- Tage-Woche und die Ueberftunben für die mit dem Bau und der Reparatur von Handelsschiffen be­schäftigten Arbeiter b e st e h e n zu lassen. Im Zu­sammenhang mit dem von englischer Seite zuge­gebenen Verlust von 198 030 Tonnen englischer, alliierter und neutraler Tonnage in einerWoche erklärt der Korrespondent:Diese Verluste sind na­türlich ernst; sie geben aber keinen Grund zur Ver­zweiflung oder Hoffnungslosigkeit; sie veranlassen vielmehr zu einer gesteigerten Entschlossenheit, die Ueberhand über einen brutalen und rücksichtslosen Feind zu erkämpfen."

In normalen Zeiten war dieTimes" das be­kannteste englische Blatt, täglich 14 bis 18 Seiten stark Im Oktober wurden nur noch sechs Seiten gedruckt und heute sind es nur noch vier Sei- t e n. Das Ausbleiben der skandinavischen Trans­porte an Holz und Papiermasse» macht sich stark bemerkbar, wie im Übrigen die jüngsten Anordnun­gen des Versorgungsministeriums andeuten, die auf eine verstärkte Altpapiersammlung hinauslauken Obwohl die Seitenzahl so stark gesunken ist, wird immer noch ein großer Raum von Anzeigen ein­genommen, in denenbombensichere Land­häuser" gesucht werden. Ein Musterbeispiel

zeuge Haden unsere Stützpunkte in (Eritrea und in Somatitand angegriffen, ohne Schaden zu verur­sachen. (Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschos- sen. An der Sudangrenze ist eine feindliche Patrouille mit Verlusten zurückgewiesen worden.

Am gestrigen Abend haben wir den Luftstütz­punkt von Malta bombardiert. Eines unserer Seeaufklärungsflugzeuge, das von zwei Blenheim- Maschinen angegriffen wurde, hat eine abgeschofsen und die andere in die Flucht geschlagen.

3tahen0 Siegeszuversicht unerftfüttert

Rom, 6. Jan. (Europapreß.) Ansaldo, der Direk­tor desTelegrafo", schilderte in feiger Rundsunk- ansprache von der wir schon kurz berichteten ein­gehend den wochenlangen, heldenmütigen Wider­stand der italienischen Besatzung von Bardia unter, dem Kommando des Generals Bergon^oli. Dieser General habe sich als unerschrockener Kommandant italienischer Legionärstruppen und- als Heerführer der Schwarzhemden in Spanien hervorgetan. Die Besatzung von Bardia habe aus zahlreichen Stel­lungen ein verschanztes Lager geschaffen, das dem Ansturm der feindlichen Panzertruppen aus der Wüste und den ständigen Bombardierungen durch die englische Luftwaffe wie auch den Beschie­ßungen durch die englische Flotte ausgesetzt gewe­sen sei. Die Lage der Italiener fei um so schwie­riger gewesen, weil seit Wochen jeder Nach­schub ausgeblieben sei und jede Verbin­dung mit den Truppen Libyens g.e- fehlt habe. Die letzten aus Bardia kommenden ita­lienischen Journalisten hätten, das Leben- in diesem verschanzten Lager der Wüste'als eine wahre Hölle geschildert, das Tag und M«-ch t aus der Luft bombardiert und vom Meer her be­schossen worden sei, während immer wieder eng­lische Panzerwagen und Kampfabteilungen von der Wüste her gegen die vorgeschobenen Stel­lungen und Verteidigungsanlagen oorgegangen feienr um schließlich eine nach der anderen unter schweren Verlusten zu erobern. Die italienische Lustwaffe habe die eingeschlossene Besatzung bei der Abwehr der feindlichen Angriffe unterstützt, indem sie sowohl die angreifenden motorisierten Truppen in der Wüste als auch die englischen Kriegsschiffe an der Küste und auf der Reede von Sollum immer wieder bombardiert habe.

I Die italienische Presse beschäftigt sich eingehend mit der Entwicklung der Kriegslage im Mittelmeer, in Nordafrika und an der albanisch-griechischen Grenze. So schreibtL a v o r o F a s c i st a", die Ereignisse an den Fronten müßten, ob günstig oder ungünstig, genommen werden, wie sie fielen. Diesen Krieg müsse man richtig verstehen und seinen Er­eignissen mit Entschlossenheit begegnen. Der Feind wisse sehr wohl, daß die von ihm unternommene Offensive niemals größere Bedeutung gewinnen könne als die einer zeitweiligen Erleichterung des italienischen Druckes auf den Suezkanal und auf die englischen Stützpunkte im Mittelmeer. Die schwierige Lage Englands werde durch lokale Erfolge nicht im geringsten verän­dert.

Oie Episode von Bardia.

Angesichts ihres Erfolaes vor dem italienischen Stützpunkt Porto Bardia an der ostliby- schen Grenze stellen sich die Engländer wieder ein­mal an, als sei dort so etwas wie die Entscheidung auf einem Kriegsschauplatz gefallen; auch der eng­lische Oberkommandierende, General Wavell. ergeht sich nach diesem Teilerfolg in lauten Ruhm­redigkeiten. Demgegenüber ist ganz einfach klarzu­stellen, daß es sich bet dem Kampf um Bardia und bei dem englischen Teilerfolg in dem nordafrikani­schen Feldzuge natürlich nicht im entferntesten um irgendeine Art von Entscheidung, ja noch nicht ein­mal um einen ausgesprochen kriegswichtigen Kampf, sondern nur um eine Episode handelte. Es ist eine alte Binsenwahrheit, daß in jedem Kriege und in jedem Feldzuge gelegentlich auch ein lokal begrenzter Rückschlag auftreten kann. Im üb­rigen fällt die Entscheidung gegen England nicht in Nordafrika

Für die Kämpfe an der nordafrikanischen Küste haben keinerlei Maßstäbe europäischer Kriegfüh­rung irgendwelche Geltung. Die Italiener haben nicht die Möglichkeit, aus einem modernen Befesti­gungssystem heraus zu kämpfen. Wie sie in leich­ten Zeltlagern in der offenen Wüste kampieren, so stehen ihnen auch nicht die natürlichen Deckungs- m glichkeiten wie etwa tief ausaehodene Gräben, Unterstände und dergleichen zur Verfügung. Gerade bei der Verteioigung von Bardia, bei der sich die italienischen Truppen gegen eine gewaltige zahlen­mäßige und technische Uedermacht volle drei Wochen lang mit bewunderungswürdiger Tapferkeit ver­teidigt haben, war versucht worden, so. etwas wie ein Grabensystem anzulegen. Dort, wo nicht ge­rade gewachsener Felsboden die Anlage von Kampf­gräben überhaupt unmöglich machte, konnte es sich in dem tiefen Wüstensand jedoch nur um die Aus­hebung kleinerer Mulden für Maschinengewehr- trupps usw handeln. Der ftärtbige Wind wehte auch diese Vertiefungen immer wieder zu, soweit sic in dem losen Sand ausgehoben werden konnten. Dazu kam, daß mit Beginn der Regenzeit die wenigen Verbindungswege schnell verschlammten.

Aus alledem geht schon hervor, welche unüber­windliche Schwierigkeiten der Nachschub für die kämpfende Truppe in der Wüste haben mußte. Da­zu kam aber noch die Tatsache, daß die Engländer, die hier über 1500 Flugzeuge verfügten, die rück­wärtigen Nachschubwege der Italiener, also in erster Linie von Tobruk her, ständig mit der Luftwaffe angriffen Die englische Flotte unterstützte diese Operationen zudem mit ihrem weitreichenden schwe­ren Feuer der Flachbahngeschütze. Unter Berücksich­tigung aller dieser Umstünde gebietet es die Gerech­tigkeit, festzustellen, daß die italienischen Truppen zuerst in monatelanger Sonnenglut, dann in Dauer­regen und Kälte sich geradezu heldenhaft geschlagen haben Sie haben das Menschenmögliche geleistet. Wenn,bem Marschall Graziani nach seinem kühnen Vorstoß in das ägyptische Küstengebiet hinein der Erfolg zunächst versagt geblieben ift, fo liegt das vor allem, an der erdrückenden Uedermacht des Gegners.

Das ist jg gerade so wesentlich für die Beurtei- i lung der Vorgänge an der nordafrikanischen Küste seit dem 9 Dezember, daß England eine gewaltige Truppenmacht auf einem Kampfgebiet zusammen- aezogen und in Bewegung gesetzt hat, auf dem eine Kriegsentscheidung keinesfalls herbeigeführt werden kann. Man bedenke, daß England in Frankreich und in Flandern nicht mehr als insaefamt 10 Divisio­nen eingesetzt hatte, obwohl es sich dort um seine wichtigste Position auf dem Festland gehandelt hat in Aegypten hat England seine Truppen-

Japans entscheidendes Jahr

Don unserem S.-Äertchtetstatter.

stischen Einflüsse und die Erfüllung des K o d o, d. h. den autoritären, halb religiösen Weg des Kaisers. Die rund 250 patriotischen Vereine, die Reservisten und die Jungmänerverbände, die aktiven Einheiten des Heeres und die etwa 8 Millionen zählende Tenriko-Gruppe, die von einem fanatischen Glauben an die Zukunft Japans erfüllt ist, haben dieseneue Struktur" vorbereitet. Fürst Konoye ist nicht der Vertrauensmann dieser Gruppen, sondern mehr: er ist Soldat des Tenno, des Kai­sers Aber alle diese Gruppen haben sich jetzt ge­eint und den Weg des Tenno beschritten.

Innerwirtschaftlich und kulturell ist dieser, man könnte sagen:Kaiser-Sozialismus" im schroffen Gegensatz zu den Formen, die Japan dem Westen abgeguckt hatte, geradezu revoultionierend. Ein neuer japanischer Typ ist in schneller Entwick­lung begriffen, und zwar wird die ganze Erziehuna, auch des Erwachsenen, unter der neuen Parole Shintaisei" zufammengefaßt.Shintaisei", sagte der neue Justizminister Kozami, ist eigentlich so vage wie das Schlagwort des japanischen R^^?

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tokio, im Dezember 1940.

Unter dem Druck Englands und der USA. hat sich Japan von einem parlamentarisch regierten Staat nach angelsächsischem Muster in diesem Jahr z u einer autoritären Nation gewandelt. Der Durchbruch, lange angekündigt und sorgfältig ooiMreitet, volh^g >ich äußerlich durch die Er- Mini^ch .des F ü rifre n^K onoye zum Mmister- präsidentei^im Juli an stelle des Uebergangs- kabinetts Honai. Die altefi^arteien der Saiyukai und Minseito lösten sich aüf/rnnb nach einem lide- rattstischen Zwischenspiel von mehreren Jahrzehnten hatte die Meji-Periode, die 1868 begann. Japan westierischen Ideen zugänglich machte, aber das Land auch Mit dem Unfegen des Kapitalismus der plutokratischen, d. h. individualistischen Raubform und allen schlimmen Folgen segnete, ihr Ende ge­funden und war durch die sog.Sbowa-Restau- ration" ersetzt worden Sbowa, das bedeutetglän­zende Eintracht" und Abstoßung aller mammom-

rnacht, die noch Anfang November 260 000 Mann betrug, auf weit über 400 000 Mann, darunter zwei Panzerdivisionen verstärkt. Diesen gewaltigen Kriegsapparat setzte es dann gegen die leichten Wüstenstellungen der Italiener in Bewegung, als wenn dort an der ägyptisch-lydischen Küste irgend etwas anderes als ein totaler Prestigeerfolg zu holen wäre. Noch bei ihrem Rückzug nach Maria Matruk hat ja England selbst in aller Form er­klärt, daß der Besitz solcher Wüstenstreifen völlig bedeutungslos für den Kriegsverlauf sei Auch jetzt sieht sich das englische Reuterbüro veranlaßt, nach­drücklich davor zu warnen, daß man in englischen Kreisen den britischen Erfolg von Bardia irgend­wie überfchätzt, und verweist dabei auf die hohen blutigen Verluste, die die dort kämpfenden austra­lischen, neuseeländischen und rhodesischen Truppen gehabt haben.

So wenig wie diese Kämpfe in Nordafrika ir­gendeinen nennenswerten Einfluß auf den Kriegs­verlauf Haden können, so wenig ist der Kampf in Afrika bereits entschieden. Im übrigen werden sich die Engländer noch einmal sehr ernstlich zu fragen Haden, ob der ungeheure Einsatz und die blutigen Opfer solche Teilerfolge in einem Gebiet lohnen, in dem man nicht nach Hunderten, sondern nach Tausenden von Kilometern rechnen muß. B. P.

Der italienische Bericht.

Hom, 6. Jan. (DVD.) Der italienische Wehr- machtdericht vom Montag hat folgenden Wortlaut:

Die Schlacht an der Front von Bardia ging gestern vom Morgen dis jum Abend erbittert weiter. Weitere Stützpunkte sind nach hartem Widerstand unserer Truppen gefallen, die dem Feind beträchtliche Verluste beibrachten. Die Luft­waffe hat weiterhin in umfangreicher Weise die Kampfhandlungen unterstützt. Feindliche Flugzeuge haben uns :e Stützpunkte wirkungslos bombardiert. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt.

An der griechischen Front Aktionen loka­len Charakters bei denen dem Feind beträchtliche Verluste zugefügt sowie Waffen und Gefangene ein* gebracht wurden.

In Ostafr' ka haben feindliche Flotteneinheiten di? Küsten von Somaliland beschossen. Unsere so­fort eingreifenden Flugzeuge haben zwei Kreuzer und ein hilfsfchiff bombardiert. Feindliche Flug-

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