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Rigoletto" uni)Othello". Die schauspielerifch stärkste Leistung bietet die Gramatica, die sich in einer eigentümlichen Mischung von menschlicher Würde und romanischem Temperament in die Ge­stalt der schmerzenreichen Mutter versenkt und den zu jedem Opfer bereiten Kampf eines leidenschaft­lichen Herzens im unmittelbaren Appell an das Ge­fühl des Zuschauers miterleben läßt. Carola Höhn (in der wenig dankbaren Rolle der Donata), Fried­rich genfer und Ugo Ceseri ergänzen das kleine Ensemble.

Im Beiprogramm sieht man die schon besprochene neue Wochenschau, einen Bildbericht über Angora- taninchenzucht und einen Vorspann zu dem Film Die Rothschilds". Hans Thyriot.

789 ABE-Echützen in Gießen.

Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden am Mittwoch 789 Kinder in unsere Gießener Schulen neu ausgenommen. Von den 789 Abcschützen sind 387 Knaben und 402 Mädchen. Davon entfallen auf die Schule in Wieseck 42 Knaben und 47 Mädchen, insgesamt also 89 Kinder, auf die Schule in Klein- Linden 19 Knaben und 24 Mädchen, insgesamt also 43. Die Schulen in Alt-Gießen haben mithin einen Zugang von 657 Kindern zu verzeichnen.

Heber die Neuaufnahmen und den gegenwärtigen Schülerstand in unseren Höheren Schulen ist folgen­des zu berichten:

Das LandgrafiLudwigs-Gymnasium konnte beim jetzigen Schuljahrsbeginn 27 Schüler neu in die Sexta aufnehmen, von denen 18 aus Gießen find. Im Laufe der letzten Jahre hat sich bei dieser Schule ein ständiger erfreulicher Anstieg der Zahl der neuaufgenommenen Schüler bemerk­bar gemacht. Insgesamt wird das Gymnasium zur Zeit von 154 Schülern besucht.

In die Langemarck-Schule (Realgymna­sium) wurden 115 Schüler neu ausgenommen, da­von 109 in die unterste Klasse und 6 in die übrigen Klassenstufen. Von den neu aufgenommenen Schü­lern find 67 aus Gießen. Die Gesamtzahl der Schüler beläuft sich zur Zeit bei 21 Klassen auf 593.

In der I u st u s - von - Liebig Schule (früher Oberrealschule) wurden 38 Kinder in die unterste Klasse neu ausgenommen. Von diesen Neu­lingen stammen 30 aus Gießen. Insgesamt werden In dieser Schule gegenwärtig 362 Kinder in 15 Klas­sen unterrichtet.

Die Oberschule für Mädchen konnte beim Schuljahrsbeginn 66 Schülerinnen in die erste Klasse aufnehmen: davon sind 48 aus Gießen. In 21 Klassen der Schule werden jetzt insgesamt 565 Schülerinnen unterrichtet.

Merkblatt für Führungen

iurch das Oberhessifche Museum und die Gailfchen Sammlungen bet Stabt Gießen.

Zum Ausschneiden und Aufheben zusam­mengestellt von Museumsdirektor Dr. Krü­ger in Zusammenarbeit mit der NSG. ,Kraft durch Freude", Dolksdildungsstätte Gießen.

Die vorgeschichtliche Abteilung des Oberhessischen Museums rft von überragender Bedeutung für die Erkenntnis der Rhein-Mainischen Vorgeschichte, derade -kurz vor dem Kriege ist sie in ihren wesent- üchen Zügen nach modernen musealen Gesichts­punkten neu aufgebaut worden. Die Vorzeit des deutschen Volkes spielt heute eine viel größere Rolle rls je in der Wertung unserer Eigenkultur. Eine iresondere Abteilung bildet die ältere und jüngere Steinzeit, die kulturell und blutmähig die Grund- Iage unserer heutigen heimischen Bevölkerung und ie erste Jndogermanisierung unseres Gebietes dar- teilt. Die Bronzezeit -bringt die ersten Germanen- orstöße in unser Gebiet. Während sich in der spä- en Bronzezeit und der frühen Eisenzeit aus den eimischen Völkerschaften Keltenstämme entwickeln, ringen in noch vorrömischer Zeit die ersten Ger- inanen der Völkerwanderung, die Sueben Ariovists in das rhein-mainifche Gebiet ein. Das römische Weltreich gebietet den kräftigen Vorstößen nach- bringender Germanen für drei Jahrhunderte am Arnes vor der Wetterau Halt. Die Germanen der Völkerwanderung durchbrechen bann den römischen Ärenzwall, und die heutigen Stämme breiten sich in Oberhessen aus. Für all diese vorgeschichtlichen Zeitstufen enthält das Museum reiche Funde. Ein­zigartige Funde fränkischer Särge bilden den Ab- jchluß der vorgeschichtlichen Sammlung. Zur besse­ren Veranschaulichung wird das Fundmaterial durch Silber und Karten ergänzt. Weiter bietet das Ober- Lesiische Museum selbstverständlich auch reiche Zeug­risse aus der oberhessischen wie aus der städtischen Kulturgeschichte. Es kann eine reiche Trachten­sammlung sein eigen nennen. Um einen richtigen Einblick in die Schätze des Museums und die heimische Kulturentwicklunb zu gewinnen, sind drei ; Einzelfuhrungen von je einer Stunde erforderlich.

Höchstzahl der Teilnehmer: 30.ff.

Gießener Wochen Marktpreise, x

Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen ich für A-Ware. Für 8-Ware oder abfallende Ware aroie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.

* Gießen, 6. Sept. Auf dem heutigen Wochen- narkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 6 kg 55, Wirfing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 6 bis 8, Spinat 20, Römifchkohl 8 bis 10, Lohnen, grün, 20 bis 30, Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 25 bis 30, Birnen 25 bis 40, Salatgurken kO, Blumenkohl, das Stück 50 bis 70, Salat 10, Einmachgurken 3 bis 5, Endivien 10 bis 15, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf.

* Prämienziehung der Reichslot. lerie der NSDAP. Bei der am 30. August 1941 in München erfolgten Prämienziehung der Reichslotterie der NSDAP, für das Kriegshilfwerk seien je 5000 RM. auf folgende Prämienlose: Reihe 1 Nr. 961841, Reihe 2 Nr. 1 405 755, Reihe 3 Nr. 2 471904, Reihe 4 Nr. 2 544 087, i Reihe 5 Nr. 772 054, Reihe 6 Nr. 5 608 050, Reihe 7 ' Str. 1805107, Reihe 8 Nr. 3 090 317, Reihe 9

Theater der Universitätsstadt Gießen.

Franz Lehär: »Zigeunerliebe".

Das Operettenprogramm wurde mit einem Werke eröffnet, das, obwohl es neuerdings des öfteren im Rundfunk erscheint, nicht zu den bekanntesten Schöpfungen Lehars gehört, aber milieumäßig und musikalisch durchaus typisch für seine Art ist und von den ersten Takten des Vorspiels an unver­wechselbar aus seiner Werkstatt kommt. Das Buch schrieben A. M. Willner und Robert Bor- danzky; die Handlung ist für die drei abend­füllenden Akte erstaunlich gering. Das Mädchen Zorika fällt am Marientage, unmittelbar vor ihrer vom Vater gewünschten Verlobung mit Ionel Bo- lescu, einem schweifenden, geigenden Zigeunerspiel­mann namens Joszi in die Arme und geht mit ihm auf und davon: wird aber schlecht behandelt und findet am Ende zum stilleren und beständige­ren Glück mit Ionel zurück: dem Zigeunermotio verbindet sich Las auf der Bühne stets willkommene Traummotiv mit dem Czardas als musikalischem Leitmotiv zu einer für die Operette fast traditionell zu nennenden Romantik, die noch immer ihr Publi­kum gefunden und angezogen hat.

Der Spielleiter Max Schwarze war darauf bedacht, die sehr vielfältigen Elemente, auf denen die Wirkung eines derartig angelegten Werkes be­ruht, sinnvoll zu verschmelzen, Bild und Musik, Handlung und Gesang, gesprochenes Wort und Tanz zu einer harmonischen Einheit zu verschmelzen und durch ein fließendes, vielfiguriges Spiel die Ge­ringfügigkeit der Handlung zu überbrücken. Das geschah im eifrigen Zusammenwirken aller im Re­giestäbe $ufammengefafjten Funktionen. Die Parti­tur entwickelte sich unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Gerhard Hergert zu einer be- onbers im Vorspiel überraschend voluminösen. Klan-gfarbigkeit bei wohlabgewogener rhythmischer | und instrumentaler Durchgestaltung und festem Zu- ammenhalt mit dem Bühnenvorgang. Ballettmeister I

Andreas holpert hatte die Tanzleitung und gab dem Spiel mit schwungvollen Gruppentänzen (auch die Kindergruppe war eingesetzt) lebhafte Be­wegungsakzente. Die Kostümausstattung von Ruth Lipfert präfenti erte sich in außerordentlicher Farbenfreudigkeit. Herr Löffler hatte stim­mungsvolle Dekorationen geschaffen. Die Chöre, unter Führung von Oswald E n t e r l e i n, kamen kräftig und frisch heraus. Konzertmeister Ker- z i s n i k spielte das schmelzende Geigensolo vortreff­lich. Ein paar technische Unebenheiten (Schleiervor- hang, Beleuchtung) werden sich in späteren Auf­führungen ausgleichen.

Gabriele P o s s i n k e sang, in bester Form und mit großem stimmlichen Einsatz, die Zorika, sah sehr vorteilhaft aus und fand, vor allem im Mittel- akt, auch darstellerisch geschickt und geschmeidig aus­geschöpfte Möglichkeiten einer typisch Leharschen großen Operettenpartie. Den dämonischen Zigeuner Joszi gab Herr Hugo Hellmers -Hallwegh mit der melancholisch versteckten Wildheit, die einer solchen romantischen Erscheinung von jeher ansteht, übrigens mit reichen, locker und sicher verwalteten gesanglichen Mitteln. Herr Walter E c s y sang mit schönem Ausdruck, weich und geschmackvoll, den Ionel Bolescu. Annemarie Schwind entwickelte in der Soubrettenpartie der Ilona tänzerisch, dar- stellerisch und gesanglich ein spritzig beschwingtes Temperament.

Käte Jaenicke und Herr Payer machten das volkstümlich-heitere Pärchen Jolan und Kajetan, Herr Kratz den tokaierseligen, vergnügten Wirt Mihaly, während Herr Bergmann sich um die etwas gewaltsame Komik des alten Dragotin be­mühte.

Das sehr gut besetzte Haus spendete reichen Bei­fall. Hans Thyriot.

SJlXfpOTt

Auf dem Felde der Ehre gefallen.

Im Kamps für Führer und Reich starb der Hand­ball-Nationalspieler Heinrich Ke i m i g (Darmstadt). Keimig gehörte der deutschen Mannschaft als Tor­hüter an, die 1936 die Olympia-Goldmedaille im Handball erkämpfte. Der Darmstädter Handballsport hat noch den Heldentod zweier weiterer bekannter Spieler zu beklagen. In Erfüllung ihrer soldatischen Ehrenpflicht fielen auch Oblt. Leonhardt, der 1934 der Deutschen Meistermannschaft des Pol.-SV. Darmstadt als Angriffsführer angehörte, sowie der Verteidiger Ullrich, der mehrmals in der Süd­west-Gaumannschaft stand.

Ortssporttag in Großen-Buseck.

Am kommenden Sonntag findet in Großen- Buseck der Ortssporttag statt. Vormittags werden die leichtathletischen Wettkämpfe durchgeführt, die 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen um­fassen. Am Nachmittag finden zwei Handballspiele und ein Fußballspiel statt. Zum erstenmal tritt die Frauenhandballmannschaft auf den Plan, ihre Geg­ner sind die Mädel von Grüningen. Im zweiten Spiel ist ebenfalls Grüningen der Gegner: da sich Großen-Buseck und Grüningen noch nicht gegen» überstanden, ist das Spiel als offen zu betrachten. Um 15 Uhr folgt ein Fußballspiel zwischen 1. Jgd. Großen-Buseck Grünberg 1. Jgd. Großen- Vuseck befindet sich zur Zeit in guter Form und dürfte auch gegen die kampfstarken Grünberger zu einem knappen Siege kommen.

Vom Fußball.

Sportverein Daubringen.

Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Jugend von Daubringen die gleiche von Heuchelheim zu einem Freundschaftsspiel. Die beiden Mannschaften haben bisher zweimal gegeneinander gespielt, wobei Daubringen einmal den Sieger stellen konnte, wäh- renb ein Spiel unentschieden endete. Keiner der Mannschaften kann ein Plus zu gesprochen werden Vorher werden die 2. Jugend-Mannschaften ihre Kräfte messen.

Spielvereinigung 1926 Leihgestern.

Die 1. Jugend der Spielv. 1926 Leihgestern weilt am kommenden Sonntag in Butzbach, um das fäl­lige Rückspiel auszutragen. Leihgestern bestreitet das Spiel in der Aufstellung, mit der es die kommen­den Derbandsspiele durchführen will. Die 2. Jugend fährt ebenfalls nach Butzbach, um auch das Rück­spiel auszutragen. Die Schüler sind Gäste in Watzen­born-Steinberg zum Freundschaftsspiel gegen die gleichen der Teutonen.

Sporfgemeinbe Steinbach.

Am kommenden Sonntag sind die beiden Jugend- mannschaften der Sportgemeinde Steinbach in Al- lendorf (Lahn) zu Gast. Die 1. Jugend wird sich an- strengen müssen, wenn sie gegen die starke Elf der Gastgeber ein Unentschieden erringen will. Die 2. Jugend ist neu ausgestellt worden, lieber die Spielstärke der Einheimischen ist hier wenig be­kannt.

Handball-Turnier in Katzenturt.

Dieses Handball-Turnier nahm in jeder Hinsicht einen befriedigenden Verlauf. Die große Zahl der Jugendmannschaften brachte es mit sich, daß diese in zwei Gruppen spielen mußten. Der Endtabellen­stand war folgender: 1. Lützellinden, 2. Lang-Göns, 3. Dutenhofen, 4. Atzbach, 5. Hochelheim, 6. Gar­benheim. Lützellinden wurde verdienter Sieger. Recht achtbar schlug sich Lang-Göns.

In der Klasse der aktiven Mannschaften gab es eine Ueberraschung. Garbenheim stellte hier den Sieger. An zweite Stelle kam der Mio. Gießen. Dieser hatte eine sehr starke Mannschaft, welche für die Zukunft beachtet werden muß. Die Luftwaffe war wiederum gezwungen, mit zahlreichem Ersatz anzutreten. Dadurch gelangte sie auf den letzten Platz. Die Resultate: Garbenheim Luftwaffe 3:2, Garbenheim Mtv. Gießen 2:1, Mtv. Luftwaffe 4:0. Der Tabellenstand: Garbenheim 4:0, Mtv. Gießen 2:2, Luftwaffe 0:4 Punkte.

Handball.

Arbeitstagung in Gießen.

Am kommenden Sonntag findet in Gießen eine Zusammenkunft aller Dereinsspielwarte, Schieds­richter und Anwärter statt. Dor Beginn der neuen Kriegsrunde sollen alle Vereine und Schiedsrichter die nötigen Aufklärungen erhalten.

Lahn-Pokal-Spiel.

In Hochelheim wird das letzte Spiel der Lohn­runde ausgetragen. Die Platz besitz er empfangen Garbenheim. Hochelheim wird sich sehr anstrengen müssen, um als Sieger aus dem Treffen hervorzu- gehen.

Freundschaftsspiele.

Drei Jugendmannschaften des Mtv. Gießen tre­ten auf den Plan:

Tgm. Friedberg 1. Jgd. Mtv. Gießen 1. Jgd.

Tv. Krofdorf 1. Jgd. Mtv. Gießen 2. Jgd.

To. Krofdorf Sportdgr. Mtv. Gießen Sportdgr. Die erste Jugend trägt das fällige Rückspiel in Friedberg aus. Die neu auf gestellte 2. Jugend spielt erst zum zweiten Male. Krofdorf wird hier als Sie­ger erwartet. Die Sportdienstgruppe müßte in Krof­dorf siegreich fein.

Nr. 4140 142. Die weiteren Gewinne sind aus den Ziehungslisten zu ersehen, die ab 6. September er­hältlich sind. Die Auszahlung der Prämien erfolgt durch die Dienststellen der Reichsleitung der NSDAP., Amt für Lotteriewesen.

* 94 Jahre alt. Am 8. September kann Frau Maria C o r d i n u s, dahier, das 94. Lebens­jahr vollenden. Die Jubilarin ist schon seit 63 Jah­ren Witwe, da ihr Mann, der in Bindsachsen Lehrer war, im Jahr 1878 verstarb. Auch ihre bei­den Kinder, einen Sohn, der in Gießen Lehrer war, und eine Tochter, hat sie schon seit Jahren verloren, sie darf sich aber ihrer Enkel, Urenkel und eines Ur-Urenkels erfreuen. Die Greisin lebt schon seit Jahren im hiesigen Altersheim. Sie erfreute sich bis in ihr hohes Alter einer großen geistigen Frische und verhältnismäßig guten Gesundheit, in letzter Zeit allerdings machen sich die Altersbe­schwerden geltend, auch ist sie feit vier Jahren er­blindet. Der Jubilarin gilt unser herzlicher Glück- wünsch zum Geburtsag.

Diebstahl von Lebensmittelkarten.

In der Bürgermeisterei in Beltershain (Kreis Gießen) wurde dieser Tage entdeckt, daß aus dem Dienstzimmer des Bürgermeisters eine Anzahl Fleisch-, Fett- und Eierkarten gestoh- l e n worden waren. Der Verdacht lenkte sich auf eine von auswärts stammende Frau, die sich vor­übergehend in dem Hause des Bürgermeisters auf­hielt. Die Beobachtungen ergaben, daß die Frau plötzlich allerlei Lebensmitteleinkäufe in Grünberg oornahm, zu denen sie, wie sich alsbald heraus­stellte, die gestohlenen Lebensmittelkarten benutzte. Die einqefauften Waren wollte sie nach ihrem stän­digen Wohnort schicken, jedoch kam es nicht dazu, weil die Gendarmerie die zu Unrecht bezogenen Waren sofort beschlagnahmte. Der Diebin konnte der Diebstahl der Lebensmittelkarten nachgewiesen werden, so daß sie nun mit einem entsprechenden Nachspiel vor Gericht zu rechnen hat.

Strafkammer Gießen.

Der K. St. in Bad-Nauheirn war durch Urteil des Amtsgerichts Bad-Nauheim wegen Uebertre- tung der Straßenverkehrsordnung zu einer Geld­strafe von 25 RM. verurteilt worden. Gegen das Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung ein­gelegt. Am 25. September v. I. bog der Angeklagte in Bad-Nauheim mit feinem Lieferwagen aus der Hermann-Göring-Straße nach links in die Schiller- straße ein, ohne auf ein aus Richtung Stadt kom­mendes Motorrad zu achten, wodurch ein Zusammen­stoß zwischen beiden Fahrzeugen erfolgte, bei dem der Lenker des Motorrades einen Schädelbruch und eine Ohrverletzung, der Beifahrer einen Unterschenkel­bruch davontrug. Die Zeugen bekundeten, daß der Motorradfahrer im Renntempo gefahren sei und der Fahrer und Beifahrer, um sich gegen den Luft­zug zu schützen, eine ganz gebückte Haltung ein­genommen hätten. Der Anklagevertreter erklärte, der Angeklagte habe sich mindestens mitschuldig gemacht. Er beantragte an Stelle einer an sich ver­wirkten Gefängnisstrafe von drei Monaten eine Geldstrafe von 450 RM. Der Verteidiger führte aus, trotz einer Bremsspur des Motorrads von 14 Meter fei der Motorradler noch mit großer Wucht auf den Wagen aufgefahren. Den Verletzten treffe die alleinige schuld. Er beantragte Freispre­chung. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde verworfen, so daß es also bei den 25 NM. Geldstrafe wegen Uebertretung der Straßenver­kehrsordnung bleibt.

Amtsgericht Gießen.

Die F. St. in Gießen hatte einen Strafbefehl über eine ©efamtgefängnisftrafe von drei Monaten er­halten, gegen den sie Einspruch eingelegt hatte. Sie hatte einen Regenschirm, Den ein Gast in der Wirt­schaft ihres Dienstherrn hatte stehen lassen, und ein Paar Strümpfe, die der Frau ihres Dienstherrn gehörten, entwendet, ferner ein Kleid, das ihr leih­weise überlassen worden war, nicht zurückgegeben. Die Angeklagte bestritt die Diebstahlsabsicht hin­sichtlich des Schirms: sie habe ihn nur einmal be­nutzen wollen. Auch die Strümpfe wollte sie angeb­lich wieder zurückgeben. Das geliehene Kleid habe sie nicht mehr zurückgeben können, weil sie abgereift fei; sie habe aber die Strümpfe und das Kleid in ihrem Zimmer zurückgelassen. Der Schirm wurde später zurückgegeben. Die Angeklagte wurde unter Freisprechung im übrigen wegen des Schirmdieb- stahls an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis­strafe von einer Woche zu einer Geldstrafe von 3 0 R M. verurteilt. Strafmildernd wirkte die seit­herige Unbescholtenheit der Angeklagten.

Kreis Wehlar.

O Dutenhofen, 4. (September. Im hiesigen Schulhofe fand in Gegenwart vieler Volksgenossen eine Veranstaltung des Reichsluftschutzbun« des statt, in der die Bekämpfung von Brandbom­ben ufw. gezeigt wurde. Die aufschlußreichen Be» lehrungen wurden mit großem Interesse auf genom­men.

Don der Börse.

Frankfurt a. M., 5. Sept. Die Berichtswoche zeigte an den Aktienmärkten keine ganz em- heitliche Linie. Das Geschäft war durchweg sehr klein und daher stark abhängig, ob an dem einen oder anderen Tage gerade Kaufaufträge oder Verkaufs­orders herankamen. Verschiedentlich schritt die Ku­lisse und auch vereinzelt Bankenkundschaft zu Ge­winnmitnahmen. Im allgemeinen überwog jedoch weiter die Nachfrage, und Äursbefeftigungen, na­mentlich in einigen bevorzugten Werten, waren wiederum nicht selten. Salzdetfurth, Berger Tief­bau, Contt Gummi, Siemens und Akkumulatoren zogen per Saldo zwischen 10 und 14 v. H. an, auch Lahmeyer, Goldschmidt, Kali Chemie, Rheinmetall, Rheinelektra bis zu 10 v. H. höher, anderseits gaben Mannesmann, Rheinbraun, Dt. Linoleum etwas nach. BMW. wurden unter Berücksichtigung des Abzuges von 87 v. H. Bezugsrecht und Divi­dende mit 221 etwa 5 v. H. schwächer notiert. Die Standardwerte Der. Stahlwerke, JG.-Farben, AEG., RWE. blieben unter Schwankungen gut ge­halten. Von Kassawerten konnten Ver. Glanzstoff rd. 15 v. H., Grün & Bilfinger etwa 10 v. H. anziehen. Chemische Werke Albert gewannen trotz Dividenden­abschlages 13 v. H.

Der Rentenmarkt war bei kleinen Kursver­änderungen weiter still, da kaum Material zu er­halten war. Die Folge IV der 3,50 v. H. Reichs- schätze findet unvermindert guten Absatz. Reichsalt­besitz etwa % v. H. fester, Steuergutscheine I schlos­sen mit 103% ebenfalls etwas freundlicher. In- buftrieobligationen waren kursmäßig im Einklang mit der Aktienbewegung bei ruhigem Geschäft zum Teil etwas herausgefetzt.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 6. Sept. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen 38,5 bis 47,5, Bullen 41,5 bis 45,5, Kühe 26 bis 45,5, Färsen 37,5 bis 46,5, Kälber 30 bis 70, Hämmel 32 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 55 bis 63. Markt­verlauf: Alles zugeteilt.

* Starker Rückgang der Konkurse und Vergleichsverfahren im Jahre 1 9 40. Nach einer Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts inWirtschaft und Statistik" wurden 1940 für das Deutsche Reich (altes Reichsgebiet) insgesamt 1406 Konkursanträge und 50 gerichtliche Vergleichsverfahren feftgefteUt, gegen 2440 Konkurs- anträge und 156 gerichtliche Vergleichsverfahren im Jahre 1939. Die rückläufige Bewegung der Konkurse und Vergleichsverfahren, die feit dem Jahre 1933 zu beobachten ist, hat somit angehalten. Gegenüber dem Vorjahr haben die Konkursanträge um 42,4 v.H., die gerichtlichen Vergleichsverfahren um 67,9 v. H. abgenommen.

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