Donnerstag, 3. April Ml
Eichener Anzeiger
Wir brauchen nichts über die Heftigkeit zu sagen,
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102 Staaten
LlGA.-Oiplomaten im Südosten.
Flucht vor dem serbischen Chauvinismus.
Mit tausend Ileichsdeutschen aus Jugoslawien die Donau abwärts nach Wien.
Oer Wehrmachtbericht
Berlin, 2. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Panzerkräfte des deutschen Afrikakorps nahmen am 31. Wärz bei gewaltsamer Aufklärung in Bordafrika Im Zusammenwirken mit der deutschen und italienischen Luftwaffe einen oorge- fchobenen Stützpunkt und eine ausgebaute Stellung des Feindes. Feindliche Gegenstöße blie-
in die tatsächliche Notlage, die ja sonst offiziell nicht gerne zugegebssn wird. Sie besagt, daß der Mangel an Frachtraum bereits die unmittelbaren Lebensinteressen Chiles bedrohe, und daß diese Maß-
prt der USA. nach Jbero- merika ....... hrt der ibero-amcrikani- ten Länder nach USA. . ^mit ist im Windel der ^Mittel- und Südamerika
Es ist hier nicht der Ort, die völkerrechtliche Serie dieser Angelegenheit zu besprechen Man darf wohl mutmaßen, daß der Schritt Chiles für die USA. nicht überraschend kam, denn dort wurde er auffallend schnell kommentiert. Einen Präzedenzfall kann man immer brauchen ... und als solcher ist er auch.ausgiebig ausgeschlachtet worden. Im Zusammenhang der vorliegenden Betrachtung ist vor allem wesentlich das offizielle Eingeständnis der Bedrängnis, in welche ein südamerikanischer Staat — und nicht nur dieser eine — durch den Krieg, im besonderen durch die Blockade, gebracht wurde. Man könnte die Aeußerungen Chiles beinahe als einen „Notschrei" bezeichnen. Daß man hier den Hauptverantwortlichen, den Urheber der Blockade, England, nicht beim Namen, geschweige denn beim richtigen Namen nennt, — das gehört wieder in ein anderes Kapitel.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
ben erfolglos. Es wurden Gefangene gemacht
Genau vor acht Tagen bildeten sich, so berichteten die Flüchtlinge, in Belgrad die er st en ' .. .ii.. imn pm nl 1 lrhr>
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Wien, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Mittwoch nachmittag legten zwei Dampfer der Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft mit rund 1000 Deutschen aus Jugoslawien an Bord, an der Reichsbrücke in Wien cm. Serbische Willkür und serbischer Vernichtungswille haben alles zerstört, was diese Deutschen sich mit vieler Mühe aufgebaut hatten. Die Flüchllinge erzählen nur in knappen Worten von den furchtbaren Tagen, die sie in Jugoslawien nach dem Staatsstreich durchmachen mußten.
zahlreiche britische Panzerspähwagen und Kraftfahrzeuge im Erdkampf und durch Luftangriffe vernichtet. Der Feind zog sich in Eile auf A g e d a - b i a zurück. Die eigenen Verluste sind gering.
Ein Unterseeboot unter Führung des Kapi- tänteutnants Herbert Schultze versenkte im Bord- atlantik zuch größten Teil aus Geleitzügen heraus fünf feindliche Schiffe mit zusammen 35 300 BRT. Wit der Vernichtung eines weiteren torpedierten großen Dampfers ist zu rechnen.
Flugzeuge eines Kampfgeschwaders unter Führung des Majors Ulbricht vernichteten sechs
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große Tankschiffe mit zusammen 42 000 BRT. am Eingang des St.-Georg-Kanals. Eine kette des gleichen Verbandes, unter Führung von Oberleutnant Münz griff — wie schon gemeldet — einen Flugplatz an der britischen Südküste mit durchschlagendem Erfolg an. Hierbei wurden Bombenvolltreffer in hallen und Unterkünften erzielt und 24 Flugzeuge mit Sicherheit am Boden zerstört. Andere Kampfflugzeuge beschädigten fünf große Handelsschiffe schwer. Weitere Bombenangriffe richteten sich gegen Flugplätze auf Bew Quay und in den Midlands. Der Feind flog weder bei Tag noch bei Rächt in das Reichsgebiet ein.
^L0 Millionen Liter Treibstoff vernichtet.
Die Verluste der britischen Tankschiffahrt.
Berlin, 2. April. (DRV.) Die englische Tankschiffahrt hat in den letzten Tagen außerordentlich große und bei dem jetzigen Stande des englischen Tankschiffbaues unerfehliche Verluste erlitten. Wie der Wehrmachtbericht vom Sonntag.
März, meldete, versenkten Unterseeboote fünf I nkdampfer, die zum Teil aus stark ge- Geleitzügen herausgeschossen und versenkt . .. :n. Am Dienstag, 1. April, haben Teilkräfte eines deutschen Kampfgeschwaders im St.-Georg- Kanal einen englischen Tanker-Geleitzug angegriffen und fechs große Oeltransportdampfer vernichtet. Ohne Einrechnung der im Miltel- meer entstandenen Tankerverluste hat die britische Handelsflotte allein im Sperrgebiet um England in den letzten Tagen elf große Tankdampfer mit insgesamt 84000 BRT. ein- gebüßt. Die Ladefähigkeit dieser elf Tankdampfer umfaßt rund 110 000 Tonnen oder 110 Millionen Liter Treibstoff, die der britischen Wehrmacht und Kriegswirtschaft innerhalb weniger Tage verlorengegangen sind.
Neue schwere britische Gchiffsverluste
panzerkräste des deutschen Afrikakorps besetzten Marsa el Brega.
Balkanpolitik macht. Das ist ein Kapitel für sich. Ein anderes Kapitel sind' seine Vertrauensmänner, seine Diplomaten auf dem Balkan. Honorigkeitshalber muß hinzugefügt werden, daß sie samt und sonders nicht aus der amerikanischen Berufsdiplomatie stummen. Sie sind von Haus aus die Geldkönige der Roofeveltwahlen gewesen. Sie haben den Präsidenten mit ihren Millionen „gemacht". Und nun revanchiert sich der Präsident, indem er ihnen, die er aus sozialen Gründen nicht in
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wenig Ergänzungsmöglichkeiten stehen.
Wie stark der Mangel an Frachtraum die Abwicklung des ohnehin schon eingeschränkten Außenhandels auf diesem Kontinent beeinträchtigt, das beweist die Begründung des kürzlich unternommenen Schrittes Chiles, der Beschlagnahme dreier dänischer Schiffe, die im Hafen von Talca- huano festliegen, weil E/igland sie als Brisen erklärt hat für den Fall, daß sie aufs offene Meer kommen. Chile hat diese Schiffe in den eigenen Dienst gestellt und läßt sie unter chilenischer Flagge fahren. Die Begründung dieser Maßnahme gibt einen Einblick
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Zusammenrottungen. Juden und englische Agenten warfen Geld unter den Pöhel, kauften Alkohol in großen Mengen und verschenkten ihn an die Serben. Die Folge war, daß in der Nacht der Mob gröhlte: „Hoch England, nieder mit Deutschland". Am Donnerstagmorgen tobte sich der serbische Chauvinismus in seiner Wut gegen alles, was deutsch ist, aus. Studenten, Lehrer, Juden, Freimaurer, Offiziere und serbische Soldaten ergingen sich in Schmährufen auf Deutschland, die Polizei fand „natürlich" keinen Anlaß, diesem Toben Einhalt zu gebieten. In .den SckMen wurden die deutschen Kinder von serbischen Schulern angerempelt, ohne daß die Lehrer es für notig hielten, dagegen einzuschreiten. Als die Gewalttätigkeiten gegenüber den Deutschen immer großer wurden, erging an die Reichsdeutschen die Aufforderung, das Land zu verlassen, am Sonntagabend traten sie nun aus Belgrad, Neusatz und allen anderen Städten und Dörfern, wo Reichsdeutsche wohnten, die Rückkehr in die Heimat an. Alle sind der Ueberzeugung, daß für die unerhörten Vorfälle allein die serbischen Hetzer und die englischen Agenten verantwortlich sind. London hat mit seinen Verlockungen und Versprechungen die wildeste Zügellosigkeit bei den Serben geweckt.
Oer inter amerikanische Handelsverkehr
Von unterem O. R.-Berichterstatter
Lebhafter Beifall in London.
rrStt den besten und freundschaftlichsten Beziehungen" zum neuen Kurs in Belgrad.
Stockholm, 2.April. (DNB) Wie Reuter meldet, fand Mittwoch im Unterhaus die Machtergreifung der neuen jugoslawischen Regierung eine warme Huldigung durch den Unterstaatssekretär im Außenamt Butler, der für die britische Regierung sprach. Butler, den man gebeten hatte, eine Erklärung Über die Entwicklung der Lage in Jugoslawien und auf dem Balkan im allgemeinen abzugeben, erwiderte: „Seit meiner Erklärung in der vorigen Woche hat sich die Lage durch die Machtergreifung einer neuen jugoslawischen Regierung von Grund auf geändert. Die britische' Regierung steht in den besten und freundschaftlichsten Beziehungen zu der neuen Regierung. Wie Reuter ferner meldet, fand am Mittwoch in London ein Dankgottesdienst statt, durch den die Thronbesteigung von König Peter auf den jugoslawischen Thron gefeiert wurde. König Georg von England wurde dabei von einem Brüder, dem Herzog von Gloucester, ver- tteten. Jugoslawiens Gesandter D u b b o t i c hatte sich am Dienstagmittag ins britische Außenamt begeben. Es wird erklärt, daß der Besück im Zusammenhang mit den Ereignissen in Jugoslawien stehe.
Freimaurer zum Bonus von Neusatz ernannt.
Belgrad, 2. April. (DNB.) Zum Bonus des Donau-Banats (Neusatz), das das Hauptfied- l u n g s g e b i et der deutschen Volksgruppe umfaßt, wurde der frühere Staatssekretär im Innenministerium Dr. Milorad D l a s ch k a l i n ernannt. Er ist Freimaurer und wurde im August 1940 von seinem Posten im Innenministerium ent- fernfc da er allzu offensichtlich deutsch» und
mgs hoffte.
rzu kommt eine Tatsache, die die Bedeutung der ixm Zahlen noch weiter herabmindert. Erhebliche Jrqen der Ausfuhren nach den, USA bestehen Mich aus Gütern, deren Gewinnung und Bear- nicng bereits, in Südamerika mit nordamer'.-
ischen Kapitalien und unter nordameri- l(h cher Kontrolle betrieben wird, so daß also auch
Jndustriegewinn aus der Herstellung nicht den kjivgungsländern, sondern den USA.-Kapitalisten Mitefommt. Anderseits geht aus den genannten Siftrn noch hervor, daß zwischen dem Ausfuhrwert )e ibery-amerikanischen Länder nach USA. und )en Ausfuhrwert der USA. nach Jbero-Amerika tue ziemlich große Differenz zugunsten der Ver- ihkten Staaten besteht. Diese haben nämlich um « TliQ. S mehr an die Südamerikaner oerruft als sie diesen ab gekauft haben. Im be- 'ök^ren Fall Chiles sind die entsprechenden . sihlm in Millionen Dollar:
1939 1940 Zunahme
itali enfeindliche Umtriebe begünstigt hatte.
Auch die Bank von England brannte.
Genf, 3<April. (DNB. Funkspruch.) Bei einem der letzten Luftangriffe auf London geriet auch die Bank von England in Brand. Da die Bank durch Brandwachen so stark gesichert ist, daß jedes Feuer in kürzester Zeit bekämpft sein müßte, hat die Regierung, wie „Daily Mail", berichtet, eine Untersuchungsaktion eingeleitet, bei der sich herausstellte, daß die Schuld bei den Deutschen liegt, die die Bank ausgerechnet an einem Samstag angriffen, obwohl bekannt ist, daß nur wenige leitende Persönlichkeiten der Bank von England am Wochenende Dienst tun. Die Löschmannschaften der Bank muhten angesichts der Ausdehnung des Brandes die ftädttsche Feuerwehr zu Hilfe rufen. Die Bändigung des Feuers gelang nur durch Ueberschwemmen bombensicherer unterirdischer Gewölbe, die hunderten von Bankangestellten; als ständige Arbeits- und Schlafräume dienten. Eine Anzahl leitender Männer arbeiteten und lebten hier seit Beginn der Luftschlacht. Der angerichtete Schaden und die sich aus ihm ergebenden Be- ttiebsstörungen sind also recht erheblich.
©uff Cooper sorgt für seine Freunde.
Stockholm, 3.4. (DNB. Funkspr.) Die Auswirkungen des amerikanischen Pacht- und Leihgesetzes schein^ einer großen Anzahl von Engländern von „guter Familie" und mit noch besseren Beziehungen Gelegenheit gegeben zu haben, neue Posten jenseits des Ozeans für sich ausfindig zu machen, die von den Unannehmlichkeiten des Bombenkrieges hinreichend weit entfernt' find. „Daily Herold" macht sich darüber luftig, daß der Informationsminister Duff Cooper schon wieder einen persönlichen Freund, den konservativen Unterhausabgeordneten Ronald Tree, nach Amerika geschickt habe, um „die Organisation des britischen Nachrichtendienstes zu untersuchen", obwohl Sir Ronald Tree ferner!et Ahnung von Journalismus und Nachrichtendienst habe. Das Blatt läßt durchblicken, daß Duft Cooper seinen persönlichen Freunden bequeme Druckpost en in Amerika „beinahe systematisch" vermittle, und erinnert an die „Mission" des britischen Schauspielers und Bühnenschriftstellers Noel C o w a r d, der infolge seiner guten Beziehungen zu Frau Duft Cooper auch nach Amerika geschickt wurde, um dort die „Fühlung aufzunehmen". Noel Coward benutzte diese Entsendung dazu, gleich eine Weltteise anzutreten, die ihn möglichst lange von dem gefährlichen England fearhielt. Als er die Bereinigten Staaten wieder verlassen hatte, hielt es Duff Cooper für notwendig, den 30 Jahre alten Sohn des Earl of Perth ebenfalls über das Wasser zu schicken, um die Tätigkeit Noel Cowards zu „intensivieren". Auch dieser hat sich bisher in England nicht mehr blicken lassen.
^.Jahrgang Rt.79 ^scheint täglich., außer sonntags und Fterertags K itagen: DieIllustrierte ß eßenerFamilienblätter HanatimNildDieScliolle «ÄÄ95 Qne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. » -.25 Ah bei Nichterscheinen p(:i einzelnen Wummern iifolge höherer Gewalt «lNiwrechanschluß 2251 Dohtanschrift:„Anzeiger" tzstscheck 11686 Franks M
wären die Möglichkeiten "an sich ohne weiteres gegeben (Salpeter und Sßenv gegen Zement und Petroleum), jedoch es gibt nicht genügend verfügbare Schiffe. Im übrigen ist es ja so, daß fast alle südamerikanischen Länder Rohstoffe erzeugen und Fertigwaren brauchen, daß also mehr oder weniger überall die gleichen Bedürfnisse, aber
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Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Santiago (Chile), im März 1941.
!lls im September 1939 England den Krieg an ho. Deutsche Reich erklärte, hat wohl zunächst so sicher südamerikanische Geschäftsmann im stillen gehofft, er könne nun wieder, wie im Weltkrieg, |r«n Umsatz und Gewinn durch Lieferungen an ßngsührende Mächte erhöhen. Daraus ist aber tr.jnal nichts geworden. Im Gegensatz zu 19 4/18 wünscht sich heute die große Mehrzahl der Tlchäftsleute auf diesem Kontinent ein möglichst Zotiges Ende des Krieges, — damit man endlich wider weiß, wohin mit der Exportware, frnit man endlich wieder einen geregelten und aus- |rti!)enben Schiffsverkehr mit dem Ausland hat, da- mi man endlich wieder zu vernünftigen Preisen die iUre kaufen kann, die man braucht ...
'aß der Handelsverkehr mit Deutschland infolge der britischen Blockade stark zu- rlckge he n müsse, darüber war man sich von An- sfm; an klar. Aber man hoffte um so mehr auf loemehrte Käufe Englands, das ja an sich so uitl’s nötig brauchen kann, was Südamerika übrig ha Aber es fehlt an Schiffen! Die schönsten sto:foersprechen und die schönsten demokratischen ^(icn eines Lord Willingdon nutzen nichts, wenn ivl keine Transportmittel zur Verfügung hat.
hoffte auch auf die USA. als Abneh - m r, aber dort fehlt es am Bedarf für die M-ugnisfe des südlichen Kontinents; es fehlt auch a n guten Willen. Die Pankees wollen nur dr taufen, gegen bare Dollars — und die sind oikrum knapp. Und zu einem wirklich namhaften iljs taufet) unter den ibero-amerika- ni d) e n Ländern selb st ist es auch noch nicht Lmmen, weil auch hierzu in erster Linie Fracht- rai m fehlt und weil die nötige schwierige Or- sation noch nicht geschaffen ist. Bald nach Anson: des Krieges war in der Oeffentlichkeit viel von Im kommenden Ausbau des interamerikanischen Handelsverkehrs die Rede. Er sollte den Ausfall der Mpäischen Käufer, insbesondere Deutschlands, er- ei x. Inzwischen liegen die Ergebnisse vor. Die lUielle Statistik weist aus (in Millionen USA.=$):
1939 1940 Zunahme
nähme nur ergriffen worden sei, um das Lebens- s________z_. ____ _ , , v „ .
recht eines Volkes zu wahren, nachdem andere Mit- mit der Roosevelt vom fernen Washington aus
tel ausgeschlossen seien. r
der amerikanischen Innenpolitik gebrauchen kann, „eine Chance gibt", wenn auch nur auf dem Balkan: eine politische Chance für Snobs.
Verhältnismäßig ungefährlich, wenn auch sehr eifrig, ist der amerikanische Gesandte in Belgrad. Er heißt Arthur Bliß Lane, dessen amerikanisches Minderwertigkeitsgefühl sich an dem Bewußtsein entzündet, dem gewiegten englischen Routinier Campbell als junger Mann gefällig 'ein zu können. Dieses Minderwertigkeitsgefühl kompensiert Bliß Lane dadurch, daß er den Serben gegenüber den großen Mann von jenseits der atlantischen Pfütze markiert. Sein dirigierender Geist ist der amerikanische Militärattache Oberst F o r t i e r. Einen freiwilligen Presse-Attache besitzt Bliß Lane in seiner Tochter Peggy. Sie legte ihre Gesellenprüfung in der Tagesschriftstellerei mit einem Bericht über das deutsche Umsiedlungslager bei Sem- lin ab, das Etappe für die Volksdeutschen aus Bessarabien und der Dobrudscha bei ihrer langen Heimreise ins Reich gewesen ist. Sie verriß das Lager und behauptete, es sei ein Seuchenheim. Allein, die Belgrader Stadtverwaltung kaufte das deutsche Durchgangslager wie es ging und stand, auf, was nicht gerade für den Wahrheitsgehalt der Reportage sprach, mit der Peggy Lane ihre Neu- yorker und Washingtoner Freundinnen bluffen wollte.
Eine ganz andere Nummer ist der USA.-Gesandte George Carle, der in Sofia residiert. Er ist auch in seiner Heimat berühmt-berüchtigt als „Potator". Wir haben schon gelegentlich von der Brieftasche erzählt, die Roosevelts Geheimgesandter D o - nooän auf seiner Animiertour durch die Mittelmeerländer in einem Sofioter Animierlokal verloren hatte. George Earl wollte seinen Kollegen rächen. Er tat das in der Form, daß er dieselbe Tanzdiele aufsuchte, und von der Kapelle verlangte, daß sie den englischen Soldaten-Song „It ’s a lang way to Tipperary" spielte. Die Absicht der Herausforderung war klar. Die bulgarische Kapelle weigerte sich, worauf der ehrenwerte Gesandte Roosevelts dem Kapellmeister eine dicke Sektflasche ' an den Kopf warf. Sein lebhafter Aerger hatte einen besonderen Grund. Der bloßgestellte amerikanische Geheimgesandte Donovan hatte nämlich den Aufttag, in den von ihm besuchten Mittelmeerländern und auf dem
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Oft bl! I indem. I •formet I ise im h - Jemeni; j i enbigr | i 'erniunj 11 i Dölti.1 ationob I immrl sozial!--1 er nitig i&L i geben«I ib lüirti 1 ete btfjl e Oigc I' unabfi I lgbarr|: choliunkl lilbli^n e Win- ler um Abstm- feit ber tefjenbeu lUngshe-
Färbi- :, Auch ber flb öetamji . Jedi- w
vrühlfche Untverfttatrdnlckerei B. tauge General-Anzeiger für Gberhefsen ^«irtz«n.^Sch»Iftratze 7-9
....... tatsächlich eine beacht- |H Zunahme erwiesen. Doch täuschen diese Zah- M leicht mehr vor als sie wirklich bedeuten. Maa ürbie USA. ein Mehrexport non 158 Millionen 8 Merhin Einiaes sein, so ist für die gesamte ibero- M'ükanische Welt die Zunahme des Exports nach NDamerika um 102 Millionen § nicht mehr als ,t Tropfen auf einen heißen Stein", denn diese ilßttqerung deckt nur einen ganz geringen C j l des Ausfalls der Ausfuhr nach Europa. Die J , so hat hier auch die Presse wiederholt fest- |t !llt, sind sehr weit davon entfernt, den gegen« Migen Produktionsüberschuß Jbero-Amerikas auf« ||rtil)ruen, und noch viel weiter davon, etwa die u aerikonische Produktion zu ermutigen, wie man
l-- uhr Chiles nach USA. . 40,6 64,9 24,3
l ü? uhr d. USA nach Chile . 26,8 42,4 15,6
j v-raus ergibt sicb ein Vorteil für Chile von i 1,1 Rill. s‘. Jedoch ist dies nur ein scheinbarer 'Stti-il Der chilenische Finanzminister M o r ai bat । irral öffentlirh erklärt, daß ein volkswirtlchaft- Wk! Wert in dieser E'-port^unahme kaum enthalten it ,eil die „Käufe" der USA. nämlich hauptsack^ I itt: u 5 Kupferund Salpeter bestehen, und fteiale dies sind zwei Jndusttien, die mit nord- "t. i r i F a n i f d) e m Kapital betrieben werden. Nch-r den Arbeitslöhnen bleibt von diesen Erpor- i>T nach Nordamerika nicht viel im Lande felbft ilima?n. Chiles größte Zeitung der 'Mercurio , I dazu kürzlich: „Solange die USA. uns Nicht I nthi obfaufen als nur Kupfer und Salveter, wor- c w der Gewinn nur in die eigenen Taimen Des ! tibi-rs stießt lo lange glauben wir, daß nur wenig Npicht auk eine ersprießliche Zusammenarbeit be- fielt oder jedenfalls daß es sehr lange dauert, bis e ir; solche in die Wege geleitet ist. Es ist ^br gut rnöil ch daß mir nad) Beendigung des europaiM>en )lr^es' sehen, wie heilsam der Friede m der Wblt hfc’ir den Fortschritt unserer Wirtschaft."
|tfe A°uß°rung zeigt, wie stark das Untere fe an baldigen Frieden und an einer Wiederaus- rtfne des Handelsverkehrs mit Europa, d. h. vrak- tiftrit Krostd-utMand. ist Trostdem veriucht man '»wichen. Ausweae zu finden mittels emes er- tll rf Warenaustnufches unter den -b-ra-amersta rüh.r Ländern. Aber einmal find mcf>t t-!'möalichkeitsn gegeben, zum andern f e h 11 e s CUM Hi ein, por allem an Frachtraum. Das ,st jii. deutlich bei den Plänen sur einen 2u ' licn ch zwilchen Chile und Mexiko, tzi.
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