Eichener Anzeiger
Ministerpräsident Filoff
zur Berichterstattung
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Sofia, 2. nisterpräsident
Vertrauenskundgebung des bulgarischen Parlaments
Hierauf verlas der Ministerpräsident bas Protokoll von Belvedere. Dann gab er eine Regierungserklärung ab, die folgenden Wortlaut hat:
Die Regierung des Deutschen Reiches hat um die Einwilligung der Regierung Bulgariens ersucht, deutsche Truppen nach Bulgarien zu entsenden. Sie hat dabei erklärt, daß die Aufgabe dieser Truppen zeitlich begrenzt ist und die Erhaltung des Friedens und der Ruhe auf dem Balkan zum Zwecke hat. Die Regierung des Deutschen Reiches hat von Bulgarien nichts verlangt, was mit seiner friedlichen Politik und mit seinen vertraglichen Verpflichtungen seinen Rachbarn gegenüber in Widerspruch stehen würde. 3m Gegenteil, die Regierung des Deutschen Reiches hat ausdrücklich Rücksicht genommen auf die bestehenden Freundfchaftsverträge, die wir mit unseren Rachbarn geschlossen haben, sowie auf die Deklaration, die wir vor kurzem zusammen mit unferm Rachbarn, der Türkei, unterschrieben haben, eine Deklaration, die aufs neue die friedliche Politik der bulgarischen Regierung unterstrichen hat.
3n dieser Lage und nachdem sie alle Umstände erwogen hat, von dem Wunsche geführt, vor allem die Lebensrechte unseres Landes und unseres Volkes zu wahren, Rücksicht nehmend
Kurz nach seiner Ankunft wurde Ministerpräsident Filoff vom König zur Berichterstattung empfangen. Am frühen Nachmittag trat die Regierungsmehrheit der Kammer zu einer vertraulichen Sitzung zusammen, um einen Bericht des Ministerpräsidenten entgegenzunehmen. Vorher fand noch
eine Sitzung des Ministerrates statt.
Oer Führer an König Boris.
Berchtesgaden, 2. März. (DNB.) Der Führer sandte Seiner Majestät König Boris von Bulgarien aus Anlaß des Beitritts Bulgariens zum Dreimächtepakt folgendes Telegramm:
beim König.
März. (DNB.) Der bulgarische Mi- Professor Fi l o f f ist heute mittag des deutschen Gesandten, Freiherrn
„Eure Majestät bitte ich in dieser Stunde, in der Bulgarien erneut seiner Verbundenheit zu Deutschland, Italien und Japan durch den Beitritt zum Deimächtepakt Ausdruck gegeben hat, "meine herzlichen Wünsche für das Wohlergehen Eurer Majestät und für die glückliche Zukunft Bulgariens entgegenzunehmen."
Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop sprach dem Königlich Bulgarischen Außenminister P o p o f f zum Beitritt Bulgariens, zum Dreimächtepakt drahllich seine Glückwünsche aus.
Gegen die englischen Drandstiffer.
Rom, 3. März. (Europapreß.) „Popolo di Roma" sieht in dem Einmarsch deutscher Truppen in Bulgarien, der im Einverständnis mit der Regierung von Sofia nach dem Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt erfolgt ist, nichts Ueberraschendes. Diese Tatsache sei um so weniger überraschend, wenn man erwäge, daß der Anschluß der bulgarischen Politik an die Achse als Reaktion auf die britischen Versuch e erfolgte, die Türkei aufzuhetzen und eine neue Front auf dem Balkan zu schaffen. Dgß Deutschland auch vom mllitärischen und strategischen Gesichtspunkt aus die britischen Pläne vereitle und dafür die notwendigen Maßnahmen ergreife, sei eine logische Ergänzung des diplomatischen Sieges. Anderseits sei Bulgarien auch deshalb dem Dreimächtepakt beigetreten, um vor den brand st ifterischen Umtrieben jener „Beschützerin" gesichert zu sein, die schon Griechenland den kürzeren haben ziehen lassen.
in Begleitung , , ,
von Richthofen, sowie des Generalsekretärs des Ministerrates, Gesandten Serafimoff, des General-
Montag, 3. März 1941
Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags
Anzeigen-Breiser
Anzeigenteil 7 Rvsi je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvs. je mm bei 70 hnu Zerlenbrette
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M. Jahrgang Nr. 52
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Unser Bildtelegramm zeigt die Unterzeichnung des Paktes durch Die teilneymenoen Staatsmänner. Von links nach rechts: Botschafter Oshima, Ministerpräsident Filoff, Reichsaußenminister yo« Kibbentrop und Außenminister Graf Cia.no.— (Scherl-Bilderdienjt-Nj
Sofia, 2. März. (DNB.) Am Sonntag, kurz nach 18 Uhr, fand die historische Sitzung der bulgarischen Kammer zur Entgegennahme der Regierungserklärung über den Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt und über den Einmarsch deutscher Truppen nach Bulgarien statt, die mit größter - Spannung sowohl von den Kammermitgliedern, als auch von der Oeffentlichkeit erwartet wurde. Große Menschenmengen standen auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude und grüßten die Kammermitglieder und die Regierung, als sie das Haus betraten.
Die Sitzung wurde durch den Kammerpräsidenten Logofetoff, kurz nachdem die Regierung vollzählig ihre Sitze eingenommen hatte, mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Als die Regierung den Sitzungssaal betrat, erhob sich die Kammermeyrheit von ihren Sitzen und^begrüßte die Regierung mit begeisterten Rusen unlGlanganhattendem Beifall.
Kammerpräsident Logofetoff
wies nach Erledigung einer Formalität auf den historischen Augenblick hin, in dem diese Sitzung der Kammer ftattfinbe. Er teilte mit, die Kammer fei zusammengetreten, um die Erklärung des Ministerpräsidenten über den Beittitt Bulgariens zum Dreimächtepakt entge-genzunchmen. Als er dabei erwähnte, daß Bulaarien nunmehr dadurch zum Verbündetenseines herzlichen Freundes Deutschland geworden sei, wurde seine Rede durch laute und begeisterte Beifallskundgebungen nicht nur der Kammermehrheit, sondern auch der auf den Galerien zahlreich versammelten Zuhörer unterbrochen. Desgleichen wurde die Erwähnung Italiens und Japans mit Beifall begrüßt. Durch den Beitritt, so sagte Logofetoff weiter, trage Bulgarien zur Bewahrung des Friedens auf dem Balkan bei und nehme akttv Antell an der Aufrichtung der gerechten Neuordnung Europas. Er forderte die Kammer auf, mit Ruhe und Würde die Erklärung des Ministerpräsidenten Filoff entgegenzunehmen.
Ministerpräsident Filoff
sprach einleitenb die Worte: „Kraft der (Ereigniffe, die sich rings um uns in Europa entwickeln, ist eine neue Lage entstanden, der wir Rechnung tragen und derzufolge wir entsprechende Entscheidungen treffen mußten, um die Lebensinteressen des bulgarischen Staates und des bulgarischen Volkes zu sichern.
Der schweren Verantwortung bewußt, die dieser schicksalhafte Augenblick mit sich bringt, hat die Regierung die Lage allseitig geprüft und ihre Entscheidung vor allem im Hinblick auf die Lebens- intereffen Bulgariens getroffen, ohne von der Grundlinie der bis jetzt von uns geführten Außenpolitik abzuweichen, die von der Friedensliebe unseres Volkes und von dem Wunsche erfüllt ist, den mit unseren Nachbarn geschlossenen Verträgen treu zu bleiben.
Diese Entscheidungen der Regierung betreffen den Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt und die damit zusammenhängenden Fragen der Zulassung deutscher Truppen nach Bulgarien. Der feierliche Akt des Beitritts Bulgariens zum Dreimächtepakt erfolgte bekannllich am 1. März 1941 in Wien. Aus diesem Anlaß wurde zwischen den Bevollmächtigten der betreffenden Länder folgendes Protokoll unterzeichnet."
sekretärs des blgarifchen Außenminifterums Schisch Manoff und des Beamten der Hofkanzlei Legationssekretär Balan im Sonderflugzeug der deutschen Reichsregierung auf dem hiesigen Militärflugplatz eingetroffen. Die Straßenzüge, durch die der Ministerpräsident mit seiner Begleitung den Weg nahm, waren von Menschenmassen umsäumt, die die vorbeifahrenden Wagen mit Hurra-Rufen begrüßten. Die Häuser, die bereits gestern spontan geflaggt hatten, prangten heute im festlichen Schmuck.
«sä« General-Anzeiger siir Oberhessen rsssss*
Deutsche Truppen als Freunde in Bulgarien.
Berlin, 2. März. (ORB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Als Sicherung gegenüber den bekannt gewordenen britischen Maßnahmen in Süd-Ost-Europa sind nach Zustimmung der Königlich Bulgarischen Regierung seit dem 2. März Verbände der deutschen Wehrmacht im Einmarsch nach Bulgarien begriffen. Oie einziehenden Truppen werden vom bulgarischen Volke lebhast begrüßt.
Unser Bildtelegramm zeigt den Führer im Gespräch mit dem Königlich Bulgarischen Ministerpräsidenten Professor Dr. Filoff, dem Königlich Italienischen Außenminister Graf C i a n o und dem Kaiserlich Japanischen Botschafter Oshima.
auf die zwischen Bulgarien und Deutschland fre- stehende Freundschaft, und nachdem sie Versicherungen erhalten hat, daß die Gesetze und die bestehende Ordnung im Staate im vollsten Ausmaß erhalten und die Interessen Bulgariens gewahrt werden, hat die Regierung Bulgariens beschlossen, den Antrag der Regierung des Deutschen Reiches anzunehmen.
Ihrerseits bettachte die Regierung Bulgariens es als ihre Pflicht, zu erklären, daß die Gegenwart der deutschen Truppen in unserem Lande keineswegs die friedliche Polittk Bulgariens verändert. Bulgarien bleibt seinen Vertragsoerpflichtungen treu und ist fest entschlossen, von der Grundlinie der oben erwähnten friedlichen Polittk nicht abzuweichen und folglich von jedwedem Angriff und von jeder Maßnahme, die die Interessen von jemanden bedrohen könnte, Abstand zu nehmen,
Indem die bulgarische Regierung diese Entscheidung getroffen hat, glaubt sie, daß dadurch bei der heutigen Lage Bulgariens feiner Zukunft und dem Frieden auf dem Balkan am besten gedient wird. Die Regierung Bulgariens hofft, daß ihre Haltung allseits richttg verstanden und vom bulgarischen Volk gebilligt wird." Die Kammer billigte die Erklärung des Ministerpräsidenten Filoff stehend und mit begeisterten Rufen. Kammerpräsident Logofetoff schloß die historische Sitzung mit der Feststellung, daß die Kammer mit absoluter Mehrheit die Erklärung des Ministerpräsidenten gebilligt und angenommen hat.
Bulgarien Hai gewählt.
Der Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt ist eine Aktion von entscheidender Bedeutung. Denn durch diesen neuen Beitritt ist der Pakt im Sinne seiner drei Urheber, Deutschland, Italien und Japan, die sich am 27. September 1940 über die Wahrung ihrer Lebensräume in Europa und Asien geeinigt hatten, wieder ein Stück vorwärts gelangt. Das Ziel, die Befriedung Eurasiens auf vertraglichem Wege zu gewährleisten, 'foU auch auf dem Balkan verwirklicht werden. Mit dem Beitritt Bulgariens ist, nachdem am 20. November 1940 Ungarn, am 23. November Rumänien und am 24. November die Slowakei beigetreten waren, die Befriedung des Südostens im großen und ganzen heute schon gesichert. Der Eindruck der Unterzeichnung des Beitritts von Bulgarien ist ganz besonders in Jugoslawien tiefgehend, da nur Jugoslawien sich gegenwärtig noch außerhalb des Paktes als Donauintereffen't befindet, wenn auch feststeht, daß die Politik der Regierung in Belgrad durchaus. Hssn Gegebenheiten des neuen Europa Rechnung trägt.
Der Beitritt Bulgariens ist gerade in diesem Augenblick die denkbar schwerste diplomatische Nie- derlage Englands. Die Arglist der englischen Politik zeigte sich in Sofia in den letzten Wochen sehr offen. Als Bulgarien mit der Türkei einen Nichtangriffspakt abschloß, wurde er zunächst auch in London als eine schwere Niederlage empfunden, die man nachher selbstverständlich hinweazureden versuchte. Der Eindruck aber blieb, daß Bulgarien und die Türkei nicht gewillt sind, im Interesse Englands die Waffen zu kreuzen oder sich gegen die Achsenmächte zu wenden. In letzter Stunde versuchte die englische Politik zwar in Ankara zu retten, was zu retten war, aber das türkisch-bulgarische Abkommen war eine Tatsache, die durch nachträgliche Interpretationen nicht aus der Welt zu schaffen ist. Nun hatte in der Hauptstadt Bulgariens die englische Pression von vornherein einen unsinnigen Aufwand an einem widerstrebenden Objekt versucht. Der britische Gesandte in Sofia, George Rendell, tat sein Möglichstes, um Churchills Befehle auszuführen. Er machte sich zum Sprecher britischer Erpressungspolitik und ließ in der vergangenen Woche englische und amerikanische Journalisten zu sich k»m- men, um ihnen ztt sagen, Bulgarien gehe einen falschen Weg, wenn es sich den Achsenmächten anschlösse. Die Mitteilung über seine Worte wurde von der englischen und von der ihr versippten nordamerikanischen Presse ganz ausführlich wiedergegeben, aber es waren wirklich Worte in den Wind gesprochen. Und noch am Freitag behauptete her Londoner Lügenrundfunk, die bulgarische Regierung könne nicht von „höherer Gewalt" sprechen, wenn es Deutschland große Zugeständnisse mache, denn die bulgarische Regierung hätte sehr wohl wissen müssen, was sie tun werde. Alle diese Intrigen und Pressionen haben ihren Zweck verfehlt. Bulgarien steht zu den Achsenmächten. Es hat schon während des Weltkrieges Schulter an Schulter mit den Mächten der europäischen Mitte gegen die Pluto- kratie unter englischer Führung gekämpft und tapfer feinen Mann gestanden. Es hat nach dem Zusammenbruch immer wieder Deutschland die Treue gehalten und seine politischen und wirtschaftlichen Interessen auf Deutschland abgestimmt. Die Zusammenarbeit Bulgariens mit den Achsenmächten beruht ja nicht nür auf realen Ueberlegungen, sondern ist ein Ausdruck der Tüchtigkeit, des zähen Arbeits- und Aufstrebenswillens, der Bulgarien von jeher


