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die Obstbäume an der Landstraße und fand an einem kräftigen Apfelstamm einen geradlinigen Spalt von oben dis unten, in den man einen Finger hineinlegen konnte. Der Knall war also durch das plötzliche mächtige Aufreißen des Stam­mes infolge der Erwärmung durch die Mittags­sonne verursacht. Im Laufe des Frühjahrs schloß sich der Spalt, und im Sommer wuchsen die Wundränder wieder zusammen. Dem Baum hat es weiter nichts aeschadet. In den kommenden Jahren konnte man öfter, auch an Wildbäumen, solche zu­sammengewachsenen Stammspalten beobachten. Das Knallen geschieht also nicht durch Erfrieren, son­dern durch das Auftauen nach starkem Frost.

F. Schick.

Nicht durch den Mund atmen!

Der menschliche Körper besitzt einen Selbstschutz gegen schädliche Einwirkungen der Außenwelt. Ein wichtiges Organ dieses Selbstschutzes ist die Nase. Gerade die Nase hat besondere, für die Gesunder­haltung des menschlichen Körpers notwendige Funk­tionen zu erfüllen. Sie hat die Aufgabe, zunächst die kalte Außrnluft für den Zugang zum Körper­inneren zu erwärmen und sie dann mit Wasser­dampf za sättigen. Würde die kalte Luft unerwärmt in die Luftröhre und in die Lunge dringen, wie das

Gedenket der hungernden Vögel!

bei der Mundatmung geschieht, so wäre eine Er­kältung und somit eine Erkrankung dieser Organe die unausbleibliche Folge. Das Innere der Nase besitzt einen samtartigen, mit feinsten Härchen ver- sehenen Bezug,' der sich in dauernder Bewegung befindet. Diese Flimmerbewegung ermöglicht es, aus der Luft kommende Fremdstoffe, Krankheitserreger usw., vom Eindringen in den Körper fernzuhalten. Der Schleim, den die Jnnenhaut der Nase hervor, bringt, ist ein wichtiges Schutzmittel, denn er macht eine große Reihe von Krankheitserregern für den Körper unschädlich. Man achte besonders beim Nie­sen darauf, daß man die für den eigenen Körper unschädlich gemachten Stoffe nicht andern Personen ins Gesicht schleudert. Deshalb halte man sich beim Niesen stets ein Taschentuch vor.

Vereiste Schaufensterscheiben vorsichtig abtauen

Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß vereiste Schaufensterscheiben niemals gewaltsam, etwa durch Abwaschen mit warmem Wasser, durch Aufstellen von brennenden Lichtern oder sonstigen Leuchtkör­pern direkt an der Scheibe abgetaut werden, da die Scheibe dadurch mit Sicherheit springt. Schäden, die auf diese Weise entstehen, sind wegen der typischen Form der Sprünge sofort als solche erkennbar und werden von den Versicherungsunternehmungen nicht ersetzt. Um allen Gefahren oorzubeugen, empfiehlt es sich, von vornherein Eisbildung an den Schau­fensterscheiben zu verhüten. Es gibt mehrere Mit­tel, die als Paste aufgetragen und auf der Scheibe verrieben werden, ohne daß die klare Durchsicht beeinträchtigt wird. Ist es dafür aber schon zu spät, so kann die Eisbildung ohne Gefahr entweder durch langsame-Erwärmung des ganzen Raumes und gleichzeitiges Abwischen des herabrinnenden Tau­wassers (um das Faulen oder Rostansetzen des Rah­mens zu verhindern) beseitigt werden, wobei der Heizkörper aber mindestens drei Meter von der Scheibe entfernt sein muß. Oder noch besser: Man stellt einen gewöhnlichen Ventilator so auf, daß der Luftstrom die ganze Scheibe bestreicht. Die Scheibe wird dann in ganz kurzer Zeit wieder klar sein.

Aus Der engeren Heimat.

Schweinemarkt in Alsfeld.

Alsfeld, 2. Ian. Der heutige Schweine- m a k k t hatte nur schwachen Auftrieb zu verzeichnen. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel 26 bis 30 RM., Läuferschweine 40 NM. pro Stück. Der gesamte Auftrieb war rasch verkauft.

Landkreis Gießen.

(D Londorf, 2. Ian. Auch die Bezirkssammel- stelle Londorf der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung (RfH.) die von Lehrer Müller verwaltet wird, hat ihre Arbeiten nun abgeschlossen; fte hat insgesamt 1 7 9,320 Kilo getrockneter Heil- und Teekräuter zum Versand an die- Gausammel­stelle gebracht. Das Trockengut setzt sich aus nach­

stehenden Einzeldrogen zusammen: Kamillen 68,050; Brombeerblätter 39,580; Himbeerblätter 25,500; Brennesselblätter 25,500; Ackerschachtelhalm 5; Jo­hanniskraut 3,8; Birkenblätter 2,6; Spitzwegerich 2,5; Holunderblüten 2,4; Holunderblätter 2; Mai­blumenblätter 2,250; Erdbeerblätter 0,140 Kilo. Die Sammeleinheiten sind wie folgt an dem Aufkom­men beteiligt: Schule Weitershain 49; Schule Kes­selbach 33,250; Schule Allertshausen 31,3; Schule Rüddingshausen 20,8; Schule Allendorf (Lda.) 14,5; Schule Londorf 13; Schule Odenhausen 6; Schule

Climbach 4; Schule Geilshausen 3,5; NS.-Frauen- schaft Londorf 2,250; Iungmädel Allertshausen 1,7 Kilo.

urcis Lauterbach

* Lauterbach, 3. Ian Der Vermessungs-In­spektor Hermann Reitz und Ehefrau begehen am 5 Januar das Fest der Silberhochzeit. Das Jubelpaar wurde seinerzeit in Gießen getraut. Unseren Glückwunsch zurSilbernen".

' Wirtschaft.

Freundliche Börsen zum Jahreswechsel

Frankfurt a. M., 2. Jan. Der diesmalige Berichtszeitraum umfaßt zwei Wochen, da in ihn die Weihnachts- und Neujahrsfesttage fallen. Die Stimmung an den Börsen war in dieser Zeit durch, weg recht freundlich, obwohl der Umfang des Ge­schäfts keineswegs nennenswert war. Es überwog Anlagebedarf, dem kaum ein Angebot gegenüber» stand, so daß schon aus rein markttechnischen Grün, den das Kursniveau sich weiter hob. Nur vereinzelt waren zum Jahresschluß und im Hinblick auf die ab 1. Januar 1941 wieder zur Erhebung gelangende sog. Spekulationssteuer Tauschoperationen zu be­obachten, die aber kein größeres Ausmaß annah­men. Beachtet wurden vor allem Werte, bei denen man Hoffnungen auf anhaltend günstige Weiterent­wicklung hegen konnte, so neben Montanen Auto- und Maschinenaktien, Bau- und auch Zellstoffwerte und Chemieaktien. Elektrowerte traten demgegen­über eher etwas zurück. Am Einheitsmarkt blieben, begünstigt durch verschiedene Dioiüendenerhöhu^gen, Brauereiaktien gesucht, doch kamen Notierungen meist wegen völligen Materialmangels selten zu­stande. Die IG. Farbenaktie schwankte zwischen 199 und 203. Eine Sonderbewegung verzeichneten wie, der VDM., bei denen man 'nunmehr in den näch­sten Tagen die offizielle Ankündigung einer Divi­dendenerhöhung erwartet, der Kurs erreichte mit 245 am 31.12.1940 einen neuen Höchststand, am 2.1.1941 lag die Taxe bei 247 bis 248, wie Über­haupt nach Jahreswechsel das Anlagebedürfnis sehr stark heroortrat und kräftige Kurssteigerungen bis 3 v. H. auslöste. Das war nicht zuletzt bedingt durch die Anspannung am Rentenmarkt, wo vor allem Neichswerte gesucht wurden. Die Folgen 6 und 7 der 4°/oigen Reichsschätze von 1940 konnten bis 101 anziehen. Hier wird die am 3. Januar erfolgte Auf» legung der 3,5%igen Reichsschätze zu 98,75 vH. mit 15jähriger Laufzeit eine gewisse Entlastung des Anlagedruckes mit sich bringen. Durch den Ma­terialmangel konnten auch Industrieobligationen wieder mehr hervortreten, wo die Kurse gleichfalls aufstrebten. Bei Pfandbriefen ist die in den letzten Monaten heroorgetretene Differenzierung zwischen sofort kündbaren und erst später kündbaren Pfand­briefen wieder fast völlig aufgehoben worden, da auch hier stetige Nachfrage bestand. Aufgelegte 4°/oige Pfandbrieftypen blN'b'en daneben nach Ein­führung zu meist 100 v. H. (bzw. 99 bei Kommunal­obi.) gestrichen Geld. Im Freiverkehr hat sich da­gegen das Geschäft nur wenig geändert, einige Umsätze sanden in west- und ostpreuß. Kleinbahn­aktien statt, bei denen Erwägungen über eotl. Uebernahme in Reichsbahnbesih mitgespielt haben dürsten. Der Satz für Tagesgeld, der auf 1,75 v. H. heruntergesetzt worden war, wurde zum Iahres­schluß wieder auf 2 v. H. erhöht.

20,3 Millionen Hektar Waldbestand in Großdeutschland.

Unter dem Vorsitz des ständigen Stellvertreters des Reichsforstmeisters, Generalforstmeister Al­pers, fand in Berlin eine Sitzung der Chefs der Ländersorstverwaltungen, der leitenden Forstbeam­ten der Reichsgaue unh der Leiter der forstlichen Mittelbehörden von Preußen und Bayern statt. Generalsorstmeister Alpers gab Richtlinien für die Bewirtschaftung der Waldungen Großdeutschlands, die sich von 12,4 Millionen Hektar im Altreich a u f 2 0,3 Mill. Hektar erhöht haben. Bei dieser bedeutenden Flächenvergrößerung bedarf es des Ein­satzes jedes einzelnen, um allen Anforderungen zu genügen, zumal ein besonders großer Teil der Forstbeamtenschaft den grauen Nock trägt. Mini­sterialdirektor Parchmann gab einen Ueberblick über die Holzversorgung, die trotz der im Kriege auftretenden'Schwierigkeiten sowohl von der Eigen- . erzeugung her gesehen, als auch im Rahmen der notwendigen Ergänzung durch Einfuhr ge­sichert ist.

Briefkasten der Redaktion.

D. k.» Odenhausen. Die Ursache des Schwitzens der Wände läßt sich auf Grund Ihrer Angaben von hier aus nicht mit Bestimmtheit feststellen. Wir empfehlen Ihnen, sich an das für Ihren Ort zuständige Hes­sische Hochbauamt in Gießen, Stephanstraße, zu wenden, damit ein sachkundiger Beamter Ihren Bau besichtigt und Ihnen dann sagen kann, welche Ur­sache das Schwitzen der Wände hat und was zur Beseitigung des Uebels zu tun ist.

Hessische Gerätemeisterschasten.

Der Bereich XII Hessen im NSRL. bringt seine Bereichsmeisterschaften im Gerätturnen am kom­menden Sonntag in Bad-Nauheim zum Austrag. Ein Dutzend der besten hessischen Turner bewirbt sichern den Meistertitel. Die Bad-Nauheimer Ver­anstaltung hat außerdem die Aufgabe, die drei hes­sischen Turner zu ermitteln, die den Bereich bei den Deutschen Gerätmeisterschaften am 2. Februar in Karlsruhe zu vertreten haben. Außer Hessens besten Turnern weilt auch die Spitzenklasse der Turne­rinnen des Bereichs am Sonntag in Bad-Nauheim zu einer Leistungsschulung. Turner und Turne­rinnen werden am Nachmittag gemeinsam eine Schau der Leibesübung gestalten.

Oer Handballsonntag.

Mit dem kommenden Sonntag nehmen die Hand­baller ihren- Spielbetrieb wieder auf. Diesmal wer­den sich gegenüberstehen:

Mtv. Gießen Tv. Garbenheim Dornholzhausen Lützellinden Hochelheim Hörnsheim Kirch-Göns Katzenfurt.

Wenn es den Gießener Männerturnern aelingt, eine durchschlagskräftige Mannschaft ins Feld zu stellen, wird Garbenheim Mühe haben, sich durchzu­setzen. Immerhin genügt die augenblickliche Form, um auch das erste Spiel im neuen Jahr siegreich zu beenden. Das umsomehr, als die Mannschaft die Punkte nötig braucht, um den Anschluß an die Spitzengruppe nicht zu verlieren. >

Zwei gleichwertige Gegner treffen in Dornholz­hausen aufeinander. Die Platzbesitzer werden aus den Niederlagen der letzten Zeit gelernt haben und deshalb alles daransetzen, um diesmal die Oberhand zu behalten:

Das Hüttenberger Lokaltreffen, dem früher ein­mal außerordentliche Bedeutung zukam, hat auch heute noch [eine Reize. Kein Wunder, daß man das erneute Zusammentreffen beider Gegner mit Span­nung erwartet. Wer Sieger werden wird, ist nicht vorauszusagen. Vermutliche wird Hochelheim die durchschlagkrästigere Elf ins Feld stellen.

Katzenfurt hat gegenüber den starken Kirch-Gön- fern einen sehr schweren Stand, und es ist kaum anzunehmen, daß sich die Mannschaft durchsetzen wird, zumal es bis jetzt noch keinem Gegner ge­lang, in Kirch-Göns zu Erfolgen zu kommen.

Fußball-Ergebnisse.

Spg. Garbenieich I. FC. Kirchhain I 5:1 (2:0).

Nach langer Spielpause sahen die Garbenteicher Fußballanhänger wieder einmal ein schönes, flottes Spiel ihrer 1. Mannschaft. Die Gäste aus Kirchhain spielten einen schönen Fußball. Besonders gefielen in der Mannschaft der Torwart, die Verteidigung, Mittelläufer und Linksaußen. Die Mannschaft der Sportgemeinde hatte durch auf Urlaub weilende Soldaten eine wesentliche Verstärkung erfahren. Im Tor stand Rück, der für sein sicheres Spiel und schöne Paraden alle Anerkennung verdiente. Die Verteidigung mit Wilhelm Stumpf und Karl Stumpf war das Glanzstück der Mannschaft. Durch ihre-wuchtigen Abschläge gaben sie dem gegnerischen Sturm nur wenig Gelegenheit zum Toreschießen. In der Läuferreihe spielten Stühler, Panzer und Ewald Stumpf, von denen Stühler eine ausge­zeichnete Partie lieferte. Im Sturm spielten Wall­bott, Jnderthal, Lotz, Schneider und Schmitt. Als Schützenkönig" zeichnete sich der Mittelstürmer Lotz aus, der allein vier Tore auf fein Konto brachte.

Spielverlauf: Bis zur 15. Minute verteiltes Spiel. Eine Steilvorlage von Jnderthal nahm Lotz auf und schoß aus 15 Meter unheimlich scharf. Der Torwart konnte den Ball nur noch berühren. 1:0.

Kurz darauf war es derselbe Spieler, der auf 2:0 erhöhte. Bis zur Halbzeit änderte sich am Resultat nichts mehr. Noch einmal war der Pfosten Retter in der Not, als ein Bombenschuß von Lotz vom Pfosten abprallte. Nach der Pause war zuerst Kirch­hain tonangebend. Garbenteich mußte stark vertei­digen, konnte aber nicht verhindern, daß der Links­außen der Gäste den Ehrentreffer anbringen konnte. Bei diesem Stand blieb es nicht lange, Denn kurze Zeit später hieß es 3:1. Linksaußen Wallbott war der Schütze. Und nun war es wieder Lotz, der einen Foulelfmeter zum 4:1 verwandelte und kurz vor Schluß durch einen schönen Schuß das Endergeb­nis herstellte. Auch in der zweiten Halbzeit hatte Lotz das Pech, mit einem Bombenschuß den Pfosten zu treffen. Der Schiedsrichter war gut.

Steinbach I Lollar I 3:2 (1:0).

Die Mannschaften trafen sich am Sonntag in Steinbach zum fälligen Meisterschaftsspiel. Lollar trat in zur Zeit stärkster Ausstellung an und spielte etwas überlegen. In der ersten Halbzeit konnten die Platzbesitzer ein Tor erzielell, denen die Gäste nichts entgegensetzten. Nach dem Wechsel verwandelte der Rechtsaußen der Einheimischen den verhängten Elfmeter und erhöhte auf 2:0.Kurze Zeit später war es der Mittelstürmer der Gäste, der auf 2:1 ver­besserte. Verschiedene sichere Torchancen wurden auf beiden Seiten nicht ausgenutzt. Die Gastgeber kargen durch ihren Mittelstürmer zu einem weiteren Er­folg, während Lollar auf 3:2 aufholte.

Kurze Sportnotizen

Der Riesentorlauf im Kleinen Wai­se r t a l, der die besten württembertzischen und all- gäuer Schiläufer im Kampf sah, wurde in der Klasse 1 von Haller (Klein-Walsertal) vor Etsch­mann (Klein-Walsertal) und fit v. Bouillon (Stutt­gart) gewonnen. Bei den Frauen siegte Frl. Keßler (Klein-Walsertal) vor Frau Stephan (Wildbad).

Weltmeister Sepp Bradl (Mühlbach) siegte beim Neujahrs-Schispringen in Reit im Win­kel mit Note 146,7 und Sprüngen von 60 und 61 Meter vor Palme (Innsbruck), Weiler (Oberstdorf), Fridel (Aschberg) und Wein (Sonthofen).

Bei den Hochfir st - Schiwettkämpfen in Neustadt im Schwarzwald gewann der Freiour- ger Hitlerjunge Reinhard Geis (Schizunft Feldberg) den über 1500 Meter führenden Abfahrtslauf in 1:26,8 Minuten. Der vorgesehene Sprunglauf konnte nicht stattfinden.

Die Hirschberger Jäger spielten beim Schispringen auf der Koppenschanze in Schreiber- hau die erste Rolle. Sieger wurde fit. Meergans mit Note 223,6 und Sprüngen von 44 und 46,5 m.

Beim Schispringen auf der Kleinen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen erhielt der Jugendliche Konrad Riedel (Partenkirchen) für zwei Sprünge von 44 und 47 Meter die Bestnote (215,1) des Tages. In der Hauptklasse siegte Toni Eisgruber (Partenkftchen) mit Note 212,1 (44 und 47 Meter).

Im Olympia-Eis st adion in Garmisch- Partenkirchen lieferten sich am Neujahrstag der SC. Rießerfee und der Berliner SC. einen spannenden Eishockeykampf, den die Rießerfeer knapp mit 3:2 (1:0, 0:1, 2:1) Toren siegreich gestalten konnten.

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Münchens Fußballelf wurde am Neu­jahrstag in Rom von der dortigen Stadtmannschaft mit 5:2 (2:1) Toren geschlagen. Das Vorspiel in München hatten die Römer seinerzeit 1:10 ge­wonnen.

Berlins Stadtmannschaft errang im Mailänder Städtekampf gegen die Auswahl der lombardischen Hauptstadt ein ehrenvolles 2:2. Bei der Pause führten die Berliner 2:1. Dem Treffen wohnten 20 000 Besucher bei.

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32. Fortsetzung (Nachdruck verboten.»

Als Maria Ansaldi Ancia Maria abholt, merkt sie ihr trotz des hellen Jubels, wieder in ihrer ge­liebten ,citiä superba zu sein, doch eine kleine Ent­täuschung an. Natürlich kennt sie auch den Grund, und sie findet es durchaus taktvoll von Viktor, daß er nicht an die Bahn gekommen ist.

Die Begegnung zwischen den beiden findet am folgenden Tag statt. Viktor wird zum Tee einge­laden, und diesmal ist es Maria Ansaldi, die so taktvoll ist, das Wiedersehen der beiden ohne Augenzeugen zu lassen. Sie treffen sich in dem großen Prunkgemach, das von der Terrasse her reich von Licht durchflutet ist. Viktor, so ruhig er auch erscheint, ist zuinnerst aufgewühlt. Ancia Maria kann sich me.niger beherrschen. Sie geht, als sie ihn kaum erblickt, rasch auf ihn zu, beide Arme ihm entgegengestreckt. Aber dann stockt sie, wie bezwun» gen von feiner Ruhe, sie wird unsicher, lächelt ver­wirrt und reicht ihm nur die eine der ausgestreck­ten Hände.

Oh, Herr Gienant ...!" Das ist alles, was sie hervorbringt.

Er gibt ihr die Blumen, die er für sie mitge» bracht hat.Ich bin sehr froh, daß Sie wieder bei uns sind, Ancia Maria." Zum erstenmal sagt er ,Sie' zu ihr, doch fügt er das vertrauliche Ancia Maria bei.

Da sie das entstehende Schweigen bedrückt, gehen sie langsam auf die Terrasse. Viktor hat mit dem ersten Blick Ancia Marias Gestalt in sich aufge? nommen. Es ist die alte Ancia Maria noch, aber es ist auch eine ganz neue. Sie ist etwas größer geworden, noch ist sie zwar Mädchen, aber alles an diesem herb und stolz getragenen Leib sehnt sich der Erfüllung entgegen. Wie von Kind auf trägt sie das Haar in der Mitte gescheitelt, aber es liegt glatt am Kopf und ist im Nacken in einen lockeren Knoten geschlungen. Das Gesicht hat noch-die frühere Klarheit und liebevolle Wärme, doch ist das Mie­nenspiel darin gezügelt und beherrscht. Der gleiche besonnene Ausdruck liegt auch in den Augen, deren

Graublau dem dunkel getönten Gesicht seinen kost- lichen Zauber verleiht.

Sie .stehen nebeneinander und sprechen kleine Sätze vor sich hin, ohne sich anzusehen.

Ach, ich bin froh, wieder daheim zu sein. Daheim! Sie wissen nicht, was das ist!"

\Wir haben Sie sehr, sehr vermißt."

Es war lieb von Ihnen, mir zu schreib-n." "

Ihre Briefe waren für mich immer die schönste Erholung."

Jetzt brauchen wir uns nicht mehr zu schreiben."

Nein. Nun weiß ich, daß ich Sie wieder jeden Tag sehen kann."

Das ist schon ..." sagt Ancia Maria leise. Plötz­lich durchbricht eine starke Bewegung ihre in die­sem Jahr geschulte Selbstbeherrschung. Sie breitet die Arme und ruft inbrünstig:Ach, das alles ist so schön ... so schön!" Sie scheint die Stadt zu meinen, die unter ihnen liegt, das Meer, das sich darüber ausdehnt, aber es gilt allein der Tatsache, daß sie Viktor wieder neben sich hat.

Gleich darauf tritt Maria Ansaldt zu ihnen.

3a, vnun sehen sie sich fast wieder täglich. Doch ist es nur für kurze Zeit. Die Familie Ansaldi, soweit sie in der Stadt abkömmlich ist, siedelt wäh­rend der Sommermonate in ihr Landhaus am Corner See über. Und als Ancia Maria im Herbst zurückkehrt, wird Viktor rasch klar gemacht, daß sie nun zu den Erwachsenen zählt, die alle Freu­den der Erwachsenen genießen darf, die sich aber auch allen ihren Pflichten oder Verpflichtungen zu unterwerfen hat.

Die große Gesellschaft Genuas scheint nur auf ihr Flüggewerden gewartet zu haben, um sie in ihren Strudel von Empfängen, Bällen, Banketten und anderen Geselligkeiten zu ziehen und sie als ebenbürtiges Mitglied aufzunehmen. Und Ancia Maria wäre keine richtige, eben fertig gewordene junge Dame gewesen, wenn sie sich nicht mit Hin­gabe in die unbekannte und daher so überaus ver­lockende Welt gestürzt hätte, wo man tanzt, flirtet und sich feiern läßt.

Es hat tatsächlich den Anschein, als sollten Viktors Worte, die er ohne innere Ueberzeugung zu Maria Ansaldi gesprochen hat, Wahrheit werden: Ancia Maria wird umschwärmt und schwärmt wieder. Im flüchtigen Taumel ihres ersten Gesellschafts­winters scheint Viktor in Vergessenheit zu geraten ober doch in den Hintergrund gedrängt zu werden.

Auch Enzio hält sich während des Winters im Elternhaus auf. Er ist ein prächtiger, junger Mann geworden, der überall gern gelitten ist, besonders bei den jungen Damen und bei den Müttern, die über solche als Tochter verfügen. Sein erster Schwarm, die Contessa Celeste Galiere, hat sich jüngst mit einem Pallavicini verheiratet. Enzio war nicht sonderlich betrübt darüber. Ihm bietet die Welt noch so unendlich viel Neues und Wunder­bares, daß sein Interesse für die Weiblichkeit vor­erst noch weit dahinter zurückbleibt. Nachdem er feine Studjen auf dem Technikum, in der See­mannsschule, in den Betrieben seines Vaters und Onkels hinter sich hat, nachdem er auch gedient hat, beginnt für ihn die Zeit der großen Reisen. An­dreas Ansaldi, der sich den sechzig nähert, sieht es gern, daß der Sohn auf diese Weise sein Blickfeld erweitert und gleichzeitig der Firma Ansaldi neuen Boden bereitet

Im Frühjahr des folgenden Jahres fährt Enzio nach Rio de Janeiro, um dort die Interessen der väterlichen Firma zu vertreten. Im Herbst des glei­chen Jahres folgt ihm Ancia Maria, die sich, so­lange sie noch frei ist, ebenfalls die Welt etwas ansehen soll. Die Geschwister wollen in westlicher Richtung die Erdkygel umfahren und sich dabei ge» nirgend Zeit lassen, überall kleine Abstecher ins Landinnere zu machen. Viktor erhält von den ein­zelnen Etappen Karten, von Panama, von San Franzisko, Sidney, Tokio, Singapore, Kalkutta ... Ancia Maria schreibt die Karten, Enzio fügt je- meils einen Gruß bei. Nein, Ancia Maria vergißt ihn nicht

Dennoch verspürt er jetzt immer häufiger eine innere Unruhe und Unzufriedenheit, die ohne Zwei­fel von seinem Verhältnis zu Ancia Maria her- rühren. Natürlich hat er sie häufig in der großen Gesellschaft getroffen, und fie hat mit ihm getanzt wie mit jedem anderen. Aver selten kam es dabei zu einer vertraulichen Wort. Sie erschien ihm fremd und unerreichbar in dieser festlich lauten Umge­bung, in der er sich selbst nie recht zu Hause fühlte. Es war ihm eine Qual, zu beobachten, wie viel junge und auch ältere Männer von Stellung und Vermögen das entzückende Geschöpf umschwärmten, das den ganzen frischen Zauber der eben für mün­dig erklärten, heiratsfähigen und in jeder Hinsicht begehrenswerten jungen Dame emsftrömte. Er

konnte sich zwar hundertmal vorsagen, daß es ein­fach sinnlos wäre, mit Gedanken an eine Heirat zu liebäugeln, aber gegen die geheimsten Stim­men, Wünsche und Gefühle ließ sich eben doch sehr schwer eine Mauer aufrichten.

Im übrigen wird ihm die Zeit ihrer Abwesen­heit nicht lang. Er ift mit Arbeit überlastet. Dazu hat er eine Nebenbeschäftigung gefunden, die seine Freizeit ganz in Anspruch nimmt. Schon geraume Zeit verfolgt er mit großer Teilnahme die Bewe­gung, die in Deutschland schon seit Jahren von sich reden macht und nunmehr orkangleich anschwillt. Sie ist der neuitalienischen vergleichbar und ver­wandt und aus der Sehnsucht und Kraft einer ge» demütigten Nation selbst entsprossen. Viktor läßt sich Broschüren kommen und setzt sich mit namhaf­ten Persönlichkeiten der Bewegung in Verbindung. Er gründet in Genua einen deutschen Klub, und da er in den fast fünfzehn Jahren seines Aufent­haltes in Genua bereits eine bekannte Persönlich­keit geworden ist, da er als erster Mitarbeiter An­dreas Ansaldis und vor allem als vertrauter Freund der Familie Ansakdi eine feste gesellschaft­liche Stellung einnimmt, so hat er mit seinen Be­strebungen auch Erfolg. Der deutsche Klub weist bald eine stattliche Mitgliederschaft aufr

Einmal, aus einer seiner merkwürdig unzufrie­denen und ruhelosen^Stimmungen heraus, wird der Gedanke, den er schon öfter hatte, zum Entschluß: Er will nach Korsika fahren, um die Stätte seiner Gefangenschaft wieder einmal zu sehen. Nur von einem Bootsmann begleitet, fährt er in einem Schnellboot der Firma hinüber und kommt gegen Mittag in Bastia an.

Es ist ein seltsames Gefühl, mit dem er am neuen Hofen an Land geht. Wie vertraut >ihm das alles ist! Hier hat dieGuardian" -gelegen, bas spanische Schiff, das Solterbeck und ihn in dis Freiheit führte. Dort an der Ecke des Hotels Cry- nos wartete der spanische Schiffsjunge mit der weißen Kokarde an der Mütze auf sie. An jener Laterne lehnte der Betrunkene, und mitten auf der Place St. Nicolas sieht noch immer der marmorne Napoleon meerwärts. lieber den beiden Häfen aber hebt sich die alte graue Zitadelle empor. Mit jedem Schritt, den Viktor tut, wird die Vergangenheit stärker in ihm wach.

(Fortsetzung MflM