Vortragsreihe der ASS. „Kraft durch Freude" im Kreise Gießen.
Notwinter Rechnung getragen würbe. Drum ist es gut, bald die schöne Zeit zu nutzen.
Es gibt Jäger genug, für die die Hasen jagd das Höchste der Gefühle ist. Auch sie kommen jetzt auf ihre Rechnung und können sich schon auf kommende Treibjagden freuen. Denn in der zweiten Monatshälfte pflegen die Waldtreibjagden allmählich einzusetzen. Zu früh ist dabei vom Uebel. Denn au viele knappe Hasen liegen dann meist noch auf der Strecke, die einige Zeit später vollwertig gewesen wären. Ebenso werden bei frühem Abschuß fast immer säugende Häsinnen abgeschossen, deren Junge dann verkommen. Darum pflegt man in ge- vflegten Revieren zunächst nur den persönlichen Bedarf zu schießen und mit größeren Strecken noch etwas zu warten, bis die genannten Mängel weniger zu befürchten sind und auch kälteres Wetter dem Wildtransport günstiger ist.
Zugleich mit der Hasenjagd am 1. Oktober geht auch die Jagd auf den Fasanenhahn auf. Der Oktober ist in gut besetzten Fasanenrevieren der eigentliche Jagdmonat, an dessen Ende die großen Treibjagden durchgeführt sein sollen. Darum brauchen wir uns bei unseren bescheideneren Verhältnissen keine Sorgen zu machen. Jeder Schütze wird dankbar sein, wenn er gelegentlich der Waldjagden auch Gelegenheit hat, den bunten Hahn zu beschießen. Und der Revierinhaber selbst findet vielleicht einen größeren Genuß darin, sich da und dort einen Gockel vor dem Hund in den Hecken zu schießen. Rach dem Jagdschein können im Oktober auch Hennen geschossen werden. Diese Bestimmung hat jedoch 1941 keine Gültigkeit. Vielmehr ist die Schußzeit für Hennen durch den Reichsjägermeister in diesem Jahre auf die Zeit vom 1. November bis 31. Dezember beschränkt worden. Ob in einem Revier auch Hennen geschossen werden sollen, muß von dem Jagdinhaber wohl überlegt werden. Verträgt es der Bestand, so ist es immer zweckmäßig, einen gewissen Teil abzuschießen, da ältere Hennen für eine Vermehrung des Bestandes gar nicht mehr in Frage kommen. Es wird gut sein, zunächst im Oktober einmal „Inventur zu machen", um von dem dabei gewonnenen Eindruck ausgehend im November die Folgerung zu ziehen.
Seit dem 16. September ist auch die Jagd auf das Rebhuhn im Gange, die bereits am 15. Oktober wieder schließt. Während der späte Termin im allgemeinen bewußt die Jagdausübung erschwert, da die voll ausgewachsenen Hühner schlechter zu halten und weiter zu streichen pflegen, kommen gerade in der ersten Oktoberhälfte oft ausgezeichnete Hühnerjagdtage dann, wenn die mausernden Hübner in der warmen Sonne liegen.
Der S t o ck e r p e l trägt wieder sein Prachtgewand und ist dann dem Jäger als Beute besonders lieb. Der Enten zug ist bereits im Gange, und zu unseren einheimischen Enten gesellen sich auch bald allerlei nordische Zuzügler, so daß der Gang nach dem Teich oder Fluß sich oft voll lohnen wird. Auch die im Oktober gegen Süden ziehenden Gänse können bejagt werden, wenn sie unterwegs zur Aesunq einfallen.
Gleich ihnen zieht die Waldschnepfe, und zwar wesentlich langsamer als im Frühjahr. So kommt es, daß mancher Langschnabel bei der Waldtreibjagd vor die Flinte kommt. Daß die Schnepfe aber auch im Herbst, ähnlich wie im Frühjahr, streicht, wisien viele Jäger nicht.
Die Ringeltaube schlägt sich gern zu größeren Flüaen zusammen, die auf den Feldern und m den Wiesen nach Körnern suchen, wenn ihnen
Außer Sondervorträgen und den in Gemeinschaft mit dem Goethebund und dem Kaufmännischen Verein in Gießen zur Durchführung kommenden Vortragsring sowie den Dortragsringen Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach und den im Rahmen der neugegründeten Kunstgemeinden Grünberg, Hungen und Laubach stattfindenden Vorträgen veranstaltet die NSG. „Kraft durch Freude" im kommenden Winter im Gebiet des Kreises Wetterau etwa 3 0 0 Vorträge, die allen Volksgenossen Einblick verschaffen wollen in deutsche Leistung auf den verschiedensten Kulturgebieten.
Im Oktober finden im Kreise Gießen die nachstehenden Vorträge statt: 1. 10.: Bersrod, Oberst a. D. Hayner: „Die Heerfahrt nach Norwegen im April 1940". 2. 10.: Burkhardsfelden, Oberst a. D. Hayner (s. 1. 10.). 2. 10.: Großen-Linden, Freiherr von Pölnitz: „Als Kaffeepflanzer in Deutsch-Ostafrika" 3. 10.: Bettenhausen, Oberst a. D. Hayner: (s. 1. 10.). 4. 10.: Bellersheim, Oberst a. D. Hayner (s. 1. 10.). 8. 10.: Reiskirchen, Ludwig Zukowsky: „Auf Großtierfang in aller Welt". 12. 10.: Annerod, Paul Freye: „Als Kriegsgefangener in Siam und Britisch-Jndien". 12. 10.: Watzenborn-Steinberg, Kapitän Paul Bloß: „Der Bau eines Ozeandamp-
nicht gar im Buchen- oder Eichenaltholz der Tisch noch reicher gedeckt ist.
Das bunte Bild der Oktoberjagd wird durch das R a u b w i l d vervollständigt. Die beste Zeit zum Graben des Dachses ist gekommen und sollte genutzt werden. Denn in den meisten Revieren "steht die Strecke an Dächsen nicht im rechten Verhältnis zum Bestand. Ein Uebermaß an Däcksen oerttägt sich schlecht mit einer guten Niederjago.
Bei den Oktoberjagden werden leider immer wieder viele „grüne", d. h. minderwertige Füchse geschoßen. Wer seine Füchse auslaufen ließ und chren Schaden zur Zeit des Jungwildes, der Brut- unü Satzzeit, in Kauf nahm, sollte sich wenigstens durch vollwertige ,Fveiße" Füchse entschädigen. Ihr Abschuß liegt genau so in seinem eigenen Interesse wie im allgemeinwirtschaftlichen. Stellt doch der Fuchs heute unseren wichtigsten Pelzträger dar.
Auch die Raubvögel sind auf dem Zug. Neben dem immer schußbaren Habicht und Sperber können auch Mäuse- und Rauhfußbussard bejagt werden, wenn es im Interesse der Niederjagd notwendig erscheint.
Der vovousschauende Jäger benutzt die kommenden Wochen, um seine Fütterungen zu überprüfen. Schnee, Regen und Wind, Fäulnis und anderes werden manche unbrauchbar gemacht haben. Wo Hühner und Fasane liegen, werden u. U. neue angelegt. Je mehr vorhanden sind, desto besser. Jede Hecke in unserem an Deckung armen Feld sollte eine Fütterung enthalten. Schafft man jetzt die Bedachung, so kann man auch gleich eine Kaftunterlage hineingeben, die jetzt am Dreschplatz leicht zu haben ist. Das Wild gewöhnt sich an den Futterplatz, der erst später richtig beschickt wird.
Eine der dankbarsten Wildfutterpflanzen, die Roßkastanie, reist ihre Früchte. Ihr Erttag soll vor allem der Wilbfütterung zugute kommen, um andere
fers". 13. 10.: Lich, Kapitän Paul Bloß (s. 12. 10.). 14. 10.: Mainzlar, Kapitän Bloß (s. 12. 10.). 18. 10.: Saasen, Oberstudiendirektor Philipps: „Humor im hessischen Volkstum". 19. 10.: Garbenteich, Professor Schultz: „Rohstoff Glas". 19. 10.: Heuchelheim, Dr. Fickeler: „Der Mittelmeeraum in der Weltgeschichte". 19. 10.: Grüningen, Karl Kratz: „U-Bootskrieg und U-Bootserlebnisse". 19. 10.: Lang-Göns, Aenne Schmücker: „Forschungen und Erlebnisse bei den Nachbarn des Nordpols". 19. 10.: Saubringen, Oberstudiendirektor Philipps (f. 18. 10.). 19. 10.:Steinbach, Oberleutn z. S. Fr. Pfahl: „Deutschland, das Schicksal Eu. pas". 20.10.: Münzenberg, Oberleutnant z. S. Fr. Pfahl (f. 19. 10.). 21. 10.: Staufenberg, Prof. Dr. S/'ultz: (f. 19. 10.). 23. 10.: Lollar, Dr. Fickeler (f. 19. 10.). 26. 10.: Holzheim, Korvettenkapitän Chorus: „Der utige Seekrieg". 26. 10.: Freienseen, Dr. Falke: „Griechenland und die Türkei". 27. 10.: Alten-Buseck, Korvettenkapitän Chorus (s. 26. 10.). 28. 10.: Gam- bach, Professor Dr. Orth: „Von Ost nach West, quer durch Aequatorialafrika". Außer diesen Vorträgen werden in verschiedenen Werken noch betriebseigene Vorträge durchgeführt.
Futtermittel zu schonen. Rotwild nimmt Kastanien überall an, Rehwild nur, wo es sie kennt. Der Aufkauf ist dem Jäger zum festgesetzten Preise von 4 RM. für 100 Kilogramm direkt vom Sammler bestattet. Die Aufbewahrung geschieht am besten m Mieten, in denen die Früchte frisch bleiben.
Wenn nunmehr der Abschuß des Niederwildes verstärkt einsetzt, sei daran erinnert, daß auch für 1941 die Anordnung wieder gilt, wonach zur Versorgung der Großstädte mit Wild ein Teil der Hasen-, Kaninchen- und Fasanenstrecke an den Wild- bandel abgegeben werden muß. Der Anteil ist derselbe wie im Vorjahre. Hubertus.
Gießener Wissenschaftler im Osten.
In diesen Tagen weilten die Gießener Wissen- schaftler Pros. Dr. Vogel, der Direktor des Universitäts-Versuchsguts Oberer Hardthof, und Prof. Dr. Scharrer, der Direktor des Agrikulturchemischen Instituts der Universität Gießen, im Disttikt Lublin. Auf einer Studienreise zu den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten in den neuen Ostgebieten statteten sie auch den landwirtschaftlichen Instituten in P u l a w y einen Besuch ab, wo sie sich unter Führung des Direktors Prof. Dr. Christiansen-Weniger über den neuesten Stand der dort betriebenen Forschungsarbeiten unterrichteten, die als Grundlage für eine Reihe von Züchtungsaufgaben im Interesse der europäischen Wissenschaft stehen. Pros. Dr. Vogel, der im Auftrage des Reichsnährstandes in seinem Gießener Institut in Gemeinschaft mit dem Tierzuchtinstitut der Universität Göttingen neue züchterische Aufgaben durchführt, hatte in Pulawy Gelegenheit, praktische Erfahrungen über die dort angestellten Züchtungsversuche auszutauschen. Prof. Dr. Scharrer, der auf der Grundlage der von dem berühmten Gießener Chemiker Justus von Liebig geschaffenen
agrikutturchemischen Lehre neuzettliche Erfolge zu verzeichnen hat, interessierte sich besonders für die Organisation und den Aufbau der Agrikulturche- mischen Forschungsanstalten in Pulawy.
Tödliches Licht.
Eine Scheune in einem Dorf wird von Brand' bomben getroffen und brennt Noch während des Angriffs versuchen die Selbstschutzkräfte verzweifelt zu löschen. Warum? Nur um die Scheune zu retten? Auch um den feindlichen Fliegern kein Ziel zu bieten und dadurch ihr Dorf zu schützen.
Brandbomben fallen in einer Stadt auf das Pflaster der Straße und sprühen lichterloh. Sie
Sorgt früh genug für Sand und Löschgerät! Brennt erst dein haus, ist es zu spät!
können dort keine Brände entfachen. Trotzdem jagen Selbstschutzkräste hin und löschen sie. Denn man weiß, auch diese Brandbomben sind gefährlich. Ihr Leuchten ist ein sicheres Bombenziel.
Luftschutz will nicht nur Mut und Einsatzbereit, schäft und selbstsichere Entschlossenheit. Luftschutz will auch gesammelte Aufmerksamkeit, die immer bedenkt, daß man einem vernichtungswütigen Feind keine Blöße geben darf. Und die tödlichste Blöße ist Licht in dunkler Nacht, Licht, das dem feindlichen Bomber Weg und Ziel weist.
Zuchthaus
für Umgang mit Kriegsgefangenen.
Lpd. D a r rn st a d t, 30. Sept. Vor dem Darm» städter Sondergericht hatte sich eine 21jährige Ar- beiterin zu verantworten, die trotz aller Warnun« gen mit einem im gleichen Betrieb beschäftigten französischen Kriegsgefangenen zunächst Unterhaltungen angeknüpft und sich schließlich intim einge» lassen hatte. Die geständige Angeklagte wurde zu 1 Jahr und 6 Monaten Zuchthaus oer- urteilt, außerdem wurden ihr die bürgerlichen Ehrenrechte auf 2 Jahre aberkannt
Landkreis Gießen.
£ Hattenrod, 1.Ott Am 2.Oktober wird unser langjähriger Kirchendiener Georg Saun- spach 83 Jahre alt. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Im vergangenen Jahre war er noch als Waldarbeiter tätig. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch.
* Weickartshain, 1. Oft. Der Landwirt Jo- Hannes M e l ch i*r und seine Ehefrau Elise, geb. Becker (beide in Weickartshain geboren) feiern am 1. Oktober im Kreise ihrer Familie, 4 Kinder sowie 6 Enkelkinder, das Fest der goldenen Hochzeit Der Jubilar ist 75 und die Jubilarin 74 Jahre alt. Herr Melchior ist Ehrenmitglied der hiesigen Kriegerkameradschaft: ihm wurden durch den Kameradschaftsführer Wilhelm T r ü l l e r aus diesem Anlaß einige Aufmerksamkeiten erwiesen. — Wir gratulieren
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bd Hauptschriftleiters: Ernst Blumichein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i.D. Ernst Blumschein: sm das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen. Provinz, Wirtschaft n. Sport: Ernst Blumschein.
Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K.G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.NrL
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