müssen, ist heute noch nicht zu übersehen, weicye an« strengungen England in seiner verzweifelten Lage machen wird, um vielleicht doch noch diesen oder jenen weiteren Katastrophenpartner zu finden — und sei es unter Investierung noch größerer politischer Kapitalien, als England schon bisher in einer gewissen Richtung aufgewandt hat.
Gegenüber dieser Tendenz der Kriegsausweitung stellt der Dreimächtepakt von Berlin die Basis dar, von der aus die jungen, nach Weltordnung und Weltbefriedung strebenden Mächte ihre große völkerverbindende Friedensmissiyn durchzusühren gedenken. Wir betonen, daß es sich bei dem Dreimächtepakt keinesfalls um ein diplomatisches Papier, sondern um ein Instrument sehr wohlüberlegter weltpolitischer Aktivität handelt. Wer die vertragschließenden Ordnungsmächte auch nur flüchtig kennt, weiß, daß dieser Vertrag eine aggressive Spitze gegen irgendeine andere Macht so wenig hat wie ihre übrigen Abmachungen; im Gegenteil, der zweite Teil der kurzen Präambel unterstreicht ausdrücklich den Wunsch der drei Vertragspartner, den Pakt auf Nationen gleicher Bestrebungen und gleicher Gesinnung auszudehnen. Anderseits darf keinesfalls verkannt werden, daß der Dreimächteblock jeden Stö- rungsversuch seiner großen Ordnungs- und Befriedungspolitik kompromißlos abzuwehren wissen wird. Darauf verweist ja auch die Verpflichtung zu gegenseitiger Unterstützung im Fall des Eingreifens dritter, an den gegenwärtigen Konflikten nicht beteiligter Mächte. Der Pakt tut ein Übriges, indem et jenen Bestrebungen, die etwa daraus Kapital nach der russischen Seite hin zu schlagen versuchen, durch den Artikel 5 von vornherein den Wind aus den Segeln nimmt: die Beziehungen zwischen den Vertragspartnern und Sowjetrußland werden durch den Dreimächtepakt von Berlin in keiner Weise berührt. Im übrigen tritt der Pakt, wie wir es an den Abmachungen der Achsenmächte von jeher gewöhnt sind, mit sofortiger Wirkung in Kraft. Dadurch wird der Apparat der praktischen Arbeit unverzüglich in Gang gebracht.
Der Dreimächtepakt greift über das geographische Gebiet von Europa weit hinaus. Das liegt in der Natur der Tatsache, daß es sich vor allem bei Deutschland und Italien um Mächte handelt, deren Arbeits- und Einflußgebiet sich über große Weltteile erstrecken. Trotzdem bedeutet der Pakt von Berlin nicht etwa eine „Teilung der Erde" im Sinne einer Verteilung von Landkomplexen oder dergleichen; denn nicht der Länderräuber und Völkerunterdrücker England schloß diesen Vertrag, sondern die Mächte, die in ihrer Außenpolitik den Leitsatz der ausgleichenden Gerechtigkeit auf ihre Fahne schrieben. Nicht Ausbeutung und Unterwerfung fremder Nationen steht hier auf der Tagesordnung, sondern Befriedung, Ordnung, Aufbau, Völkerversöhnung und weltwirtschaftliche Belebung. Es geht eben, wie die Präambel besagt, um den dauerhaften Frieden — nur ein Dauerfriede kann die Voraussetzung dafür schaffen, „daß jede Nation der Welt den ihr gebührenden Raum erhält". Wir verweisen ausdrücklich auf die inhaltsschwere Bedeutung gerade dieser Formulierung für Deutschland.
Auch dieser Dreimächtepakt zeigt wiederum deutlich, in welchem Ausmaß heute schor^ England in feiner Weltstellung zurückgedrängt ift.iDiefer Vorgang hat bisher die (Stationen Polen, Norwegen, Holland, Belgien, Frankreich, Mittelmeer, Nord- und Ostafrika, Fernost. Die peinliche Schlappe von Dakar, die sich England ausgerechnet in diesem weltgeschichtlich so bedeutsamen Augenblick holte, ist nur ein Kennzeichen von vielen dafür, auf wievielen Illusionen, Trugschlüssen und fassadenhaften Machtmomenten die Weltstellung Englands beruht hat.
Der Dreimächtepakt von Berlin, dessen weltweite Bedeutung auch die Ansprachen der Außenminister Deutschlands und Italiens unterstreichen, abgeschlossen zur Zeit der fortschreitenden Zertrümmerung der militärischen Macht Englands in Europa und Afrika, setzt den Schlußpunkt hinter die bisherige Geschichte dieses Krieges und die aus ihr sich ergebenden Entwicklungen. Insofern schafft er eine weit über unsere Zeit hinausreichende Vorarbeit für einen späteren Frieden, dessen konstruktive Richtlinien einmal in dem neuen Vertragswert werden wurzeln können. Vis dahick ist noch ein gutes Stück Arbeit zu leisten, deren Hauptgewicht im wesentlichen auf Deutschland und Italien liegt. Das neue Vertragswert aber schafft für die Durchführung dieser Arbeit Voraussetzungen von solcher Tragweite, daß sie heute noch nicht annähernd bis in die Einzelheiten hinein zu übersehen sind. Wenn irgendwo, dann spiegelt sich gerade in diesem Dreimächtepakt ganz besonders klar jenes staatsmännische Genie Adolf Hitlers, das über die Zeit von Menschenleben hinaus in Jahrhunderten zu denken gewohnt ist. Be.
„Dreibund der Zungen."
Die römische Presse im Zeichen des Berliner Vertrages.
Rom, 29. Sept. (Europapreß.) Der Abschluß des „Dreibundes der Jungen", wie „Giornale d'Jtalia" das deutsch-italienisch-japapische Bündnis nennt, füllt auch weiter die Spalten der römischen Presse. Die diplomatische Offensive der Achse, schreibt „Giornale d'Jtalia", sei nicht minder kräftig als die militärische. Auf welche Weise hoffe England weniastens seine Dominien im Stillen und im Indischen Ozean 3U retten? Offensichtlick durch den Versuch, andere Völker in Den Konflikt hineinzuzerren. Berlin, Rom und Tokio antworteten auf diesen Versuch durch Abgrenzung des Kriegsraumes und Beschleunigung des Kriegsverlaufes. Gegenüber den enalischen Versuchen, Die Bedeutung des Berliner Bündnisses abzuschwächen, betont „Giornale d'Jtalia" nachdrücklich, es sei jetzt au der rein ideologischen Uebereinftinunung zwischen den Achsenmächten und Japan einpräziserMe- ch a n i s m u s getreten. Bei genauer Würdigung der Stärke der Stellungen müßten England und seine Freunde zu der Ueberzeugung kommen, daß der neue Pakt ein gefährliches Werkzeug gegen alle die sei, die den Vertragspartnern, in welchem Teile der Welt auch immer, provozierend gegenübertreten wollten. Die englischen Versuche, im Zusammenhang mit dem Dreierpakt von militärischen Mißerfolgen der Achsenmächte zu sprechen, tut das Blatt mit dem Hinweis auf die Tatsache ab und fügt hin^u,-fhan könne Proben noch härterer Schläge der Achsenmächte haben. Durch den Dreierpakt sei das Bild der Weltlage geklärt.
Gegen England, so schreibt „Tribuna", das einer Schlange gleiche, die die ganze Welt umschlinge und würge, würden sich früher ober später alle kultivierten Völker — Amerika nicht ausgeschlossen — auflehnen müssen. Denn diese Entwicklung folge der Logik in der Geschichte. „Lavoro Fascista" schreibt, von welchem Gesichtspunkt aus man diesen Vertrag immer betrachte, seine Bedeutung sei so groß, daß durch ihn dem Leben der gesamten Welt neue Horizonte eröffnet würden. Europa suche die Einigkeit und die Kontinente wollten eine eigene
Deutsche Jugend im Kriege.
Haltung, Charakter, Gehorsam und Disziplin.
Wirtschaft aufbauen. Das bedeute das Ende des merkantilen englischen Imperiums. England werde nichts anderes übrigbleiben als sich entweder mit der vollzogenen Tatsache abzufinden oder zu verschwinden. Das Ringen Englands fei ungleich geworden, und feine Verurteilung fei universell.
peinliche Empfindungen in London.
Stockholm, 29. Sept. (Europapreß.) Die ersten engliscken Kommentare zum Abschluß des Dreierpaktes lassen bereits erkennen, wie stark die Wirkung in den plutokratischen Kreisen Londons gewesen ist, und wie stark die Niederlage empfunden wird, die ihnen auch diesmal wieder auf diplomatischem Gebiet bereitet worden ist. Aus den Ausführungen des britischen Nachrichtendienstes und aus einer offiziösen Erklärung spricht deutlich Verlegenheit, die sich in zahlreichen Widersprächen widerspiegelt. Beide Auslassungen sind auf einen Ton abgestimmt: Einerseits wird versucht, das Bündnis dadurch zu bagatellisieren, daß man es als einen Propagandazug speziell der deutschen und italienischen Diplomatie bezeichnet, anderseits aber — und somit durchaus dazu im Widerspruch stehend — hält man es für richtig, die Vereinigten Staaten auf Gefahren aufmerksam zu machen, die ihnen aus der neuen Entwicklung der Lage erwachsen würden. Deutschland, Italien und Japan, so heißt es in der Auslassung des britischen Nachrichtendienstes, hätten auch bisher in ihren Einstellungen zu der Gestaltung des europäischen und asiatischen Raumes eine festumrissene Linie gehabt, doch sei Japan nun einen Schritt weitergegangen, indem es Deutschland und Italien bas unbebingte Recht ber Neugestaltung Europas eingeräumt habe. Die Neuordnung im Osten sei rein akademisch, benn Japan habe sie ja bereits verfolgt unb werbe sie natürlich auch weiter verfolgen. Nach- bem man schließlich noch den Paktabschluß als eine Improvisation ber beutschen unb italienischen Diplomatie hinzllstellen unternimmt, beeilt man sich zugleich, hinzuzufügen, baß bie vorausschauenbe britische Diplomatie naturgemäß eine solche Entwicklung längst erwartet habe.
Telegramme an den Führer
Berlin, 28. Sept. (DNB.) Der Kaiser von Japan hat an ben Führer bas solgenbe Telegramm gerichtet: „Es ist mir sehr angenehm. Eurer Exzellenz meine Genugtuung über ben Abschluß eines bauerhasten, von Japan, Deutschland unb Italien unterzeichneten Paktes zum Aus- bruck zu bringen, dessen Anstrengungen dahin gehen, eine neue Ordnung auf gerechter Gru n"d- l a g e herzustellen. Es liegt mir daran, bei dieser Gelegenheit zu versickern, baß wir keine Mühe zur Errichtung des Weltfriedens scheuen werden. Hiro-
Der König von Italien und Kaiser von Aethiopien hat an den Führer bas nachstehende Antworttelegramm gesandt: „Ich danke Ihnen sehr für bie so freunblichen Worte, bie Sie bie Liebens- würbigkeit hatten, an mich in bem Augenblick zu richten, als Deutschland, Japan unb Italien ihre unauslöschliche Verbundenheit durch den Dreierpakt erneut beftätigen. Alle Italiener vereinigen sich mit mir, um mit gleicher Herzlichkeit Euer Exzellenz und bem tapferen beutschen Freundesvolke bie wärmsten Wünsche zu übermitteln. Dittorio Emanuele."
Das Antworttelegramm bes Duce an ben Führer hat folgenben Wortlaut: „Führer! Ich banke Ihnen für das Telegramm, baß Sie mir anläßlich der Unterzeichnung bes Dreimächtepaktes ge« fanbt haben. Das italienische Volk begrüßt das Ereignis als einen wesentlichen Faktor in bem Kampf, ber uns aufgezwüngen würbe und ben wir gemeinsam mit äußerster Entschlossenheit bis zum Siege führen werben. Nehmen Sie meinen tarne- rabschaftlichen Gruß entgegen! Mussolini."
Gtahlqürtel um England."
Rio de Janeiro, 29. Sept. (Europapreß.) Die ungeheure Bedeutung des Dreimächtepaktes wird in der brasilianischen Presse in chrer ganzen Reichweite erkannt. „Gazeta de Noticias" nennt
Berlin, 29. Sevt. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete die Jugendfilmstunden 1940/41 mit einer Ansprache, in der er auch zur Haltung der Jugend im Krieg Stellung nahm. Der Krieg, so sagte er, stellt seine harten Anforderungen an bie gesamte Nation, unb auch bie Jugenb bleibt bavon nicht verschont. Sie muß deshalb burch besonbere Haltung unb stärksten ausgeprägten Persönlichkeitscharakter versuchen, den Erziehungsberechtigten unb -verpflichteten zu helfen, bie hier auf» tauchenben Probleme zu meistern. Oft steht ber Vater im Felde. Die Mutter ist dann mit Arbeit und Sorgen belastet, manchmal ist sie sogar in ber Kriegsarbeit selbst tätig. Da geht die Jugenderziehung nicht immer so ihren ruhigen unb sicheren Gang wie in normalen Zeiten.
Und gerade hier hat bie HI. und ber BDM. die dovpelte Verpflichtung, bem Elternhaus nach Möglichkeit Lasten abzunehmen, bie es nach Lage ber Dinge nur schwer ober gar nicht tragen kann. Zwar ist auch bie Erziehungs- und Ausrichtungsarbeit ber HI. unb des BDM. gerabe in Kriegszeiten burch tausend Schwierigkeiten behindert, die man im Frieden kaum kennt. Einmal fehlt es an ben notwendigen Sälen, um bie Jugenb regelmäßig zu versammeln. Zu zweit verbietet es sich burch bie Verbunkelung, ben Abenb voll in Anspruch zu nehmen. In einer Reihe von Gebieten des Reiches herrscht Luftgefahr.
Um so größer sind demgemäß aber auch die Aufgaben, bie HI. unb BDM. zu erfüllen haben, unb bie Verantwortlichkeiten, die sie damit dem Führer und dem Volke aber auch dem Elternhaus gegenüber übernehmen. Die, Jugenderziehung kann im Kriege überhaupt nur im engsten Zusammenwirken mit der Jugend selbst erfolgreich durchgeführt werden. Die Jugend muß durch ihre Haltung und durch ihre Lebensweise einen großen Teil der Er^iehunas- arbeit überflüssig machen, die im Frieden Durch die dazu bestimmten Organe geleistet wird. Der Krieg ist nicht nur ein großer Gleichmacher, er ist auch ein großer Erzieher. Er macht alle Phrasen und Schlagworte hinfällig. Vor feinem harten Gesetz hat auf die Dauer nur die reale Wirklichkeit Bestand. Er ist der große Urnwerter aller Werte. Was uns hn Frieden wesentlich erscheint, darauf verzich
ten wir im Kriege gern und dienen damit der gemeinsamen Sache. Der Krieg erfaßt heute nicht, wie in früheren Zeiten, nur einen kleinen Teilausschnitt des Volkes, er ist die heroischste Gemeinschaftsleistung einer Nation. Da er von unseren Feinden auch und gerade gegen die Kinder geführt wird, muß er ebenso auch von den Kindern pariert werden. Die Zahlen der gefallenen und verwundeten Mitglieder, vor allem aber ber Führer der HI. in diesem Kriege stellen einen beredten Beweis dar für die Tatsache, daß die Jugend diesen Krieg im weitesten Umfang zu ihrer Sache gemacht hat. Die Heranwachsende Jugend muß den Krieg in der Heimat mit führen, aber sie ift deshalb nicht etwa unbeteiligt daran. Sie muß ihm mit starkem Charakter und mit aufrechter Haltung entgegentreten.
Wenn eine ganze Hatton um ihr Leben kämpft unb schließlich doch in ber Hauptsache um bie Zukunft ihrer ttinber, bann muh gerabe bie 3ugenb biefen Kampf mit tragen unb nach besten Kräften unterstützen. Sie hat sich burch Disziplin, burch Orbnung, Fleiß unb Haltung ber Zeit, bie sie durchlebt, unb ber Männer, bie für sie ihr Leben einsehen, roürbig zu erweisen. Da wirkt Besserwisserei unb gerne- grofjes Schwabronieren nur ousreizenb unb bumm. Gerabe im Kriege, in bem Millionen Männer ihr Leben vor bas ber Hatton stellen, muß bie Jugenb roieber lernen, Achtung vor ber opferbereiten Männlichkeit zu haben unb in ber Frau unb Mutter bie weibliche Kämpferin für ben ewigen Fort- beffanb bes Volkes z u ehren unb z u roürbig e n. Sie selbst aber soll sich in Gehorsam unb Bescheibenheit über unb bamit vor allem bie Pflichten erfüllen, bie ber Krieg an sie stellt. So viele Männer verbringen heute als Soldaten ihr Leben ausschließlich im Gehorsam und Pflicht. Sie haben sich gern und freudig chrer eigenen freien Willenbestimmung begeben, um in der Gemeinschaft der Wehrmacht dem Vaterlande zu dienen. Wie viel eher kann das vor allem jetzt im Kriege von einem deutschen Jungen und einem deutschen Mädel verlangt werden! Sie sollen ja ein-
diesen Pakt „das wichtigste Ereignis in der Jetztzeit". Es hilft London nichts, wenn es versucht, die weltweite Bedeutung des Paktes, der in London katasttophaler explodiert sein dürfte, als alle dort bisher von den Stukas ab geworfenen Bomben, zu verringern. „Der Vertrag ist ein Stahl gürte! um England, das sich von Tag zu Tag weiter von feinen Besitzungen entfernt sieht."
Güners Berliner Besuch.
Vollständige Klärung in freundschaftlichem Gedankenaustausch.
Berlin, 28. Sept (DHB.) Der Besuch bes spanischen Ministers bes Innern, Herrn Serrano Sun er, in Deutschlanb hat Gelegenheit zu einem eingehenben unb erschöpf enben G e- bankenaustausch mit ber Reichsregierung geboten, an bem in ben letzten Tagen auch ber in Berlin anroefenbe italienische Minister bes Meuteren Graf Eiano teilgenommen hat Die Besprechungen, bie ftänbig von bem Geiste ber zwischen ben brei Mächten besiehenben engen Freunb- schaft getragen waren, haben zu einer v o 11 ff ä n - bigen Klärung alter bie gemeinsamen Interessen berührenden Fragen geführt.
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Der spanische Innenminister Serrano S u n e r hat sich mit mehreren Herren seiner Begleitung im Sonderzug zu einem kurzen Besuch nach München begeben. In Vertretung des abwesenden Reichsministers des Auswärtigen hatte sich der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von Weizsäckers zur Verabschiedung eingefunden. Von München aus wird sich der spanische Innenminister n a ch R o m begeben. Auch die übrigen Mitglieder der spanischen Delegation haben Berlin kurz nach der Abfahrt des spanischen Innenministers verlassen, um über Paris nach Spanien zurückzukehren.
„Spanien will nicht mehr abseits bleiben."
Madrid, 20. Sept. (Europapreß.) Zu den Berliner Besprechungen Serrano Suners bemerkt die spanische Zeitung „Pa" u. a., Spanien fei f e ft eingebaut in bie Politik der jungen autoritären Staaten und wolle nicht mehr abseits der großen Ereignisse der Weltpolitik -bfeiben. Es fei zugegen und behaupte seinen Platz in der internationalen Politik. Der Berichterstatter des parteiamtlichen Organs „Arriba" erklärt: „Wenn es wahr ist, daß Spanien, um einen Rang unter den Völkern einzunehmen, die die Neuordnung gestalten, hat Blut vergießen müssen, so ist dies alles durch das gerechtfertigt, was in dem deutschen Schlußkommu- ntqu6 über die Bemühungen Serrano Suners in Berlin ausgedrückt wird. Alle die Gründe, die für eine Beteiligung Spaniens an der Neugestaltung Europas sprechen, konnten durch den außerordentlichen Botschafter des Caudillo bargelegt werden. Das traditionelle Interesse der Deutschen für das Schicksal Spaniens und die ehrliche Freundschaft, die man den Spaniern in Berlin entgegenbringt, hat die Arbeit Serrano Suners erleichtert." %
Piraterie
in der westlichen Hemisphäre
Deutscher Dampfer innerhalb der amerikanischen Sicherheitszone gekapert.
Berlin, 28. Sept. (DNB.) Die amerikanische Presse meldet die Aufbringung des deutschen Schiffes „Weser" durch den kanadischen Dampfer „P r i n c e Robert" auf der Höhe von Manzanillo. Die Meldungen bezeichnen das kanadische Schiff als „Hilfskreuzer". Der in den amerikanischen Meldungen angegebene Ort liegt innerhalb Der Sicherheitszone, die auf der Panamakonferenz unter Führung von USA. durch sämtliche amerikanischen Staaten proklamiert worden ist. Die Kaperung eines friedlichen deutschen Handelsschiffes stellt einen ausgesprochenenKriegsattdar
mal erwachsene und reife Menschen unseres großen und stolzen Volkes werden, und Diele von ihnen sind dazu berufen, in ihrem späteren Leben zu beseh l e n. Gerade deshalb müssen sie jetzt gehorchen lernen. Das gilt vor allem für eine Zeit, in der von der Pflichterfüllung und vom Gehorsam alles abhänat. Die HI. und der BDM. sind also dazu da, zusätzliche Erziehungsarbeit auch für das Elternhaus, das diese heute vielfach in nur unvoll, fommener Weise durchführen kann, mit zu übernehmen. Jeder Vater im Felde und jede Mutter zu Hause ober im Beruf muß ihr Kind, das ja schließlich ihr Liebstes ist, bei der HI. ober beim BDM. wohl aufgehoben wissen. Sie muß davon überzeugt sein können, daß Jungen und Mädel hier im Laufe der Jahre zu aufrechten Männern und Frauen erzogen werden.
Wir lehren unsere deutsche Jugend nicht wie die englischen Plutokraten chre Kinder, in jungen Jahren Frack und Zylinder zu tragen. Wer das später im Leben nötig hat, der kann es auch später noch lernen.
Wir lehren unsere Jugend etwas, was sie im späteren Leben nur sehr schwer noch nachholen kann, nämlich Haltung unb Charakter. Dazu müssen bie ersten keime bereits in jungen Jahren gelegt werben. Dir hulbigen bamit in unserer Jugenberziehung einem neuen Jbeal, so wie ber Führer es uns lehrte. Hach ihm hat bie Hiller-Jugenb ihren Hamen erhalten. Sie ist bie einzige Organisation im Reich, die sich nach bem Führer nennen barf. Das auferlegt ihr eine große Verantwortung: Das vor allem auch gibt ihr bie Verpflichtung, bem Manne nachzuleben unb nachzu- streben, nach bem sie ihren Hamen führt. Der Führer ift bas leuchtenbste Beispiel für bie beutsche Jugenb. Cr verlangt von ihr in ber harten Zeit bes Krieges Haltung, Charakter, Gehorsam unb Disziplin. In feinem Sinne unb nach feinem Gebot muß beshalb bie beutsche Jugenb leben, schaffen unb arbeiten.
und ist daher eine grobe Mißachtung der amerikanischen Sicherheitszone durch das Schiff eines Landes, das selbst zur westlichen Hemisphäre gehört. Es steht nicht einmal fest, ob das aufbringende Schiff ein reguläres Kriegsschiff oder nicht vielmehr ein bewaffnets Handelsschiff war, das mit der Kaperung eine reine Piraterie be- aangen haben würde. Es wird interessant sein, zu beobachten, ob und wie die amerikanischen Staaten auf diese neue Verletzung der von ihnen proklamierten Sicherheitszone durch die Briten reagieren werden, die im Vertrauen auf die englandfreundliche Haltung eines großen Teils dieser Staaten und auf die geheime und offene Unterstützung durch die Vereinigten Staaten gar nicht daran denken, irgendwelche Rücksichten auf die von den amerikanischen Staaten proklamierten Grundsätze zu nehmen.
Ernste Schaden an Londoner Docks.
Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.
Berlin, 29. September. (DHB.) Das Oberkommando ber Wehrmacht gibt bekannt:
Die Vergeltungsangriffe unserer Luftwaffe richteten sich am 28. 9. unb in ber Hacht zum 29. 9. mit Schwerpunkt gegen Conbon unb außerbem gegen Liverpool unb anbere Hafenziele im Süben Englanbs. Ernste Schäben würben in Conbon an ben Silverton-Docks, in Gravesenb, bei ben Tittmry-Docks sowie im Themsebogen unb bei ben Ostinbia-Docks verursacht.
Vor ber schottischen Ostküste gelang es, durch Angriffe aus der Cuft aus einem stark gesicherten Gele i k z u g zwei Handelsschiffe von je etwa 6000 Brt durch Volltreffer zu versenken.
In Verlause der Tagesangriffe entwickelten sich über Conbon an einigen Stellen heftige, für uns sehr erfolgreiche Cnfttämpfe.
Die britische Cufftvaffe führte Hadj(angriffe vor allem gegen bas west- unb sübwestliche Grenzgebiet. Einige britische Bomber, bie bis bicht vor Berlin vorstießen, würben burch bas Abwehrfeuer ber Flakartillerie gezwungen, abzudrehen, ohne das Weichbild der Reichshauptstadt erreicht zu habend In West- und Südwestdeutschland warf der Gegner mehrfach Bomben, ohne nennenswerten Sachschaden anzurichten. In einer westdeutschen Stadt wurden abermals D ohnviertel angegriffen und mehrere Personen, die sich nicht in Schuhräumen befanden, getötet oder verletzt.
Der Feind verlor gestern insgesamt 2 8 F l u g - zeuge, davon drei durch Flakartillerie. Hur ein deutsches Flugzeug wird vermißt.
Oie Wucht
der deutschen Angriffe verschärft.
Kopenhageen, 29. Sept. (Europapreß.) Der Berliner Vertreter von „Berlingske Tidende" teilt feinem Blatt am Sonntag mit, daß während der letzten 36 Stunden nicht weniger als eine Million Kilogramm deutsche Bomben über London abgeworfen worden seien, so daß von einer wesentlichen Verschärfung der Angriffe im Verhältnis zu den vorhergehenden Tagen gesprochen werden müsse. Weiterhin zeichne sich die deutsche Englandoffensive am Ende ihrer dritten Woche durch eine größere Anzahl eingesetzter Maschinen, größere Häufigkeit der Angriffe und größere Bombenkaliber aus.
Kampfflugzeuge versenkten 12 000 BAT.
Berlin, 29. Sept. (DNB.) Unter Führung des Majors Harlinghausen konnte eine Kette von Kampfflugzeugen am 28. 9. vor der Ostküste Nordschottlands beim Angriff auf einen stark gesicherten Geleit zu g trotz heftiger Flakabwehr zwei Handelsschiffe mit einem Gesamtinhalt von rund 12 000 BRT. versenken. Die Kette hat damit mehr als 100 000 BRT. feindlichen Handelsschlffsraumes vernichtet.


