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wurde das von dem französischen Derwaltungschef in Iaunde in einer Unterhaltung mit einem deut­schen Herrn als einequerelle ällemande bezeich­net. Die Herren haben jetzt au spüren bekommen, wasquerelles allemandes smdi

Ein isoliertes Stück französischen Kolonialbesitzes in Afrika ist die große Insel Madagaskar, oie manchmal als zukünftiges jüdisches Einwanderungs- gebiet genannt wird. Madagaskar ist großenteils fruchtbar, aber wie in allen französischen Kolonien ist die Menschenarmut des Mutterlandes der gründ­lichen Aufschließung hinderlich. Die kleine Enklave von Französisch-Somaliland hat nur Bedeutung durch den Hafen Dschibuti, der auf Grund des Waffenstillstandes samt der nach der abessinischen Hauptstadt führenden Eisenbahn den Italienern zur Benutzung freigegeben wurde.

Ernste Krise in Aegypten.

Englands Schuld an den wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

rnes" bekannt. Es fei so lange überfällig, daß man es als verloren betrachten müsse. Das 1932 vom Stapel gelaufene U-BootThames" gehörte mit 1805 Tonnen Wasserverdrängung zu den größ­ten der britischen Kriegsmarine. Mit 22,5 Knoten war es auch eines d e r s ch n e l l st e n. Die Be­satzung belief sich auf 60 Mann. Die britische Ad­miralität hat damit den 20. U-Bootsverlust zugeben müssen.

London

in amerikanischen Berichten.

N e u y o r k, 25. Sept. (DNB.) Dürftig nur sickern jetzt Meldungen über die Zerstörungen in London. Immerhin hat die britische Zensur die Bemerkung des Vertreters derNew York Times" durchgehen lassen, daß die Angriffe der letzten Tage z u d e n s ch l i m m st e n gehörten.United Preß" verbreitet Augenzeugenberichte, die allzu deutlich die Tendenz

der englischenBetreuer" widerspiegeln; denn sie machen den Versuch, die Zerstörungen an den kriegs­wichtigen Zielen in den Hintergrund treten zu lassen. Auch in diesen Berichten muß zugegeben werden, daß die Schäden im Tastend, wo die Rüstungs­betriebe liegen, und im Hafenviertel am schwer­sten sind.Sie seien aber gewöhnlich schwierig zu finden ..." Wahrscheinlich wohl, weil die amerika­nischen Besucher zu diesen Bezirken, wo noch ständig heftige Brände wüten, keinen Zutritt erhielten. Des­halb werden lieber ein Bombenkrater vor der St.- Pauls-Kathedrale und das durch Volltreffer zer­störte Somerset-House geschildert. Die Bomben, die in Downingstreet und beim Oberhaus einschlugen, hätten keine sichtbaren Beschädigungen hinterlassen. Im Londoner Geschäftsviertel hat der UP.-Bericht- erstatter größere Schäden festgestellt. Manche Stra­ßen seien mit einem Teppich von Glassplittern be­deckt. Die City habe beträchtlich gelitten. Zahlreiche Gebäude seien demoliert.

Mailand, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Offiziere des griechischen SchiffesMilos", das aus Aegypten nach Athen zurückgekehrt war, berichten, daß Aegypten eine der ernstesten Krisen seit dem Weltkriege durchmache. Der Verkehr in Port Said und Alexandria sei praktisch lahmgelegt, ungeheure Mengen von Baumwollballen blieben in den Magazinen liegen. Die Einfuhr von Material und kriegswichtigen Erzeugnissen sei auf Null gesunken, seit der Suez-Kanal nicht mehr be­nutzt werde. Die Gesellschaft sei gezwungen gewesen, aus Mangel an Beschäftigung etwa 12 000 Ange­stellte zu entlassen. Allein in Kairo und Alexan­dria gebe es 150 000 Arbeitslose. Die Preise für Lebensmittel zeigen ungeheure Steigerungen. Die Mehrheit der Bevölkerung betrachtet Groß­britannien als den Schuldigen für diese Schwierigkeiten Aegyptens. Die ägyptischen Behör­den hätten bisher über 7000 Italiener als Vorsichtsmaßnahme f e st g e n o m m e n. Die Kon­zentrationslager in Aegypten seien brechend voll. Besonders hervorzuheben sei, daß nur die italieni­schen Staatsanaehörigen jüdischer Religion sich noch in Freiheit befänden. Ein Kommentar sei über­flüssig.

Das Rüstungsprogramm der Vereinigten Staaten.

N e u y o r k, 25. Sept. (Europapreß.) Der nord- amerikanische Rüstungsfachmann William K n u d - f e n teilte in Boston dem Konvent der American Legion mit, daß die schweren Geschütze, Tanks und Flugzeuge im Aufrüstungspro­gramm zur Zeit an letzter Stelle liegen. Die Flugzeugherstellung sei erst durch den Krieg auf Serienerzeugung gebracht worden. Die mittleren Tanks hätten nach den Erfahrungen des europäi­schen Krieges vollkommen um konstruiert werden muffen. Drei Werke feien mit der Herstel­lung von 30-Tonnen-Tanks beschäfttgt, während ein viertes schwere 50-Tonnen-Tanks erzeuge. Im kom­menden Sommer werde das Heer der Vereinigten Staaten erstmals mit diesen Tanks ausgerüstet wer­den. Nebenher liefen auch brittsche Aufträge. Be­sonders gering sei die P u l v e r f a d r i k a t i o n gewesen, nachdem die früheren Sprengstoff-Fabriken nach dem Weltkriege abgerissen worden seien. Dies^ mal gehörten die neuen Pulverfabriken jedoch der Regierung. Sie würden daher für zukünftige Fälle erhalten bleiben. Gleiches gelte für die Fabriken zur Herstellung des Sprengstoffes Trinitrotoluol und die Fabriken, die mit der Füllung der Granaten be­schäftigt sei^n. Diese wurden zwar von privater Seite betrieben, gehörten aber der Regierung. Die Vorbereitung für das gesamte Rüstungsprogramm sei nun abgeschlossen; die Arbeit sei überall ausge­nommen.

Eine Wehr stelle fürNachrichtenwesen wurde von Präsident Roosevelt ins Leben gerufen. Die Aufgabe der neuen Organisation besteht darin, Rundfunk, Telegraphie und Telefonie den Bedürfnissen der Landesverteidigung anzupas- fen. Die Wehrstelle besitzt keinerlei Zensurvollmacht und ist auch nicht berechtigt, irgendwelche Befehle zu geben.

Das britische U-BootThames- untergegangen.

Stockholm, 25. Sept. (DNB.) Die britische Admiralität gibt den Verlust des U-BootesTha-

Vergeltungsangriffe mit starken kläffen fortgesetzt

Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch.

Berlin. 25^ September. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe führte zahlreiche bewaffnete Aufklärungsflüge gegen Süd-Eng­land durch und warf hierbei Bomben auf Lon­don und andere kriegswichtige Ziele. 3m Raume Dover Folkestone Ashford wurden Bahnan­lagen zerstört, in Hastings, Newhaven und Brighton Hafenanlagen, in Southampton Doolstone eine Flugzeugfabrik getroffen. 3m Laufe des Tages kam es über Südost-England zu mehreren für unsere 3agdflieger erfolgreichen Lufl- kompfen.

An der Südostküste 3rlands gelang es, ein Handelsschiff von 3000 BRt. durch Bomben­treffer zu versenken, ein weiteres in Brand zu sehen. Am Rordausgang des Rord- Fanals wurde ein Handelsschiff durch Bomben­treffer schwer beschädigt. Ein Schnellboot ver­senkte beim Vorstoß gegen die englische Südküfke ein bewaffnetes feindliches Handels­schiff von 2000 BRT.

Mil starken Kräften geführte Vergeltungs­

angriffe gegen London, sowie gegen an­dere kriegswichtige Ziele, wie die Hafenanlagen von L i v e r p o p l und L a r d i f f, dauerten vom Ein­bruch der Dunkelheit bis zum Morgengrauen an. Zahlreiche Treffer, vor allem in den Hafen- und Verkehrsanlagen, wurden erzielt.

Britische Flugzeuge versuchten auch in der ver­gangenen Rächt, über Rordwestdeulschland ein­fliegend, die Reichshaupt ft adt anzugreifen. Starkes Flakfeuer hinderte die Angreifer am ge­zielten Bombenwurf. Ein Krankenhaus und einige Wohnhäuser erhielten Treffer. Die entstehenden Brände konnten durch den Sicherheils- und Hilfs­dienst rasch gelöscht werden.

Der Gegner verlor gestern 18 Flugzeuge im Luftkampf, zwei weitere durch Flak. Vier deutsche Flugzeuge werden vermißt. Major M o e t d e r s und Major Galland errangen ihren 40. Luft­sieg.

Dag Gesamkverfenkungsergebnis des Kapikön- leutnants Prien auf feiner tehlen Feindfahrt hat sich auf 45 1 30 BRT. erhöht. Damit hat kapikänleuknant Prien, außer der Vernichtung des britischen SchlachtschiffesRoyal OaF, 151 400 BRT. feindlichen Handetsschiffsraums versenkt. Er steht mit diesen Erfolgen an der Spitze aller Unterseeboots-Kommandanten.

ie Mjor Salland seinen. Lustsieg erkämpfte.

Berlin, 25. Sept. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat heule dem erfolgreichen 3agdflieger Major Galland das ihm aus Anlaß feines 40. Luftsieges verliehene Eichenlaub zum

- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes in der Reichskanzlei persönlich überreicht.

(PK.) Als Major Galland, der Commodore des Jagdgeschwaders Schlageter, am Dienstagmorqen an der Spitze seines Verbandes zum Feindflug startete, waren 39 Abschußzeichen am Leitwerk seiner Me 109. Das Geschwader hatte den Auftrag, einen Kampfoerband, der feine Bomben über Lon­don abzuwerfen hatte, zu begleiten. Das Wetter mar günstig.

Wir gehen nach einiger Zeit wieder zum Liege­platz hinaus, da braust es auch schon über unsere Köpfe hinweg. Die Schlageter-Jäger kommen vom Feindflug zurück. Der erste Bordmechaniker des Majors ist der Glückliche, der als erster sieht, wie die Messerschmitt des Majors mit einer deutlichen. Wackelbewegung den Feldflughafen anfliegt. Unter dem .Jubel feiner Soldaten läßt der Commodore feine Maschine Über den Platz rollen. Als dann der Major feinem ersten Vordwart gegenübersteht, sagt er:Ja, Meyer, wir haben es auch dieses Mal wie­der geschafft. Wir hatten den Kampfoerband, zu dessen Schutz wir eingesetzt waren, pünktlich er­reicht und zogen nun mit diesem den befohlenen Kurs. Eine Weile sah es so aus, als wenn alles über alle Erwartung glatt gehen würde, dann aber sahen wir die Tommies hoch über uns in einiger Entfernung auf uns zukommen. Ein Teil schwenkte ab, er sah wohl noch andere deutsche Einheiten an­kommen. Die anderen behielten den alten Kurs bei. Einige Staffeln Spitsire und eine Hurricane waren es, die mit urts anbinden wollten. Mein Plan, den

DasKinderschiff" als Hillskreuzer.

Der ganze englische Greuelrummel um die Ver­senkung eines ,Kinderfchiffes" mar bereits durch die Aufdeckung der höchst eigenartigen Begleitumstände entlarvt. Jetzt erhalten die Engländer aber noch von befreundeter Seite eine offene Bestätigung darüber, daß sie wieder einmal einen aufgelegten Schwindel im Sttl des seligen Northcliffe inszeniert haben. Die New York Sun" stellt ganz einfach fest, daß es fich bei dem sog. Kinderschiff um einen be­waffneten Passagierdampfer handelte, um eine von den vielen Schiffen dieser Art, die mir zitteren wörtlicho o n der englischen Admiralität für Kriegszwecke a n ge­rn o r b e n" sind! Damit ist der Fall mohl selbst für die Freunde Englands in USA. bis zur völligen Blamage geklärt. Wer die Sprache der jüdisch-demo­kratischen Blätter kennt, weiß, daß es sich hier ledig­lich um eine Umschreibung des Begriffes Hilfs­kreuzer handelt. Auf solch ein Schiff also fetzte man auf Churchills Befehl außer politischen Emis­sären auch noch über 80 Kinder! Gegen Menschen von dieser Gesinnung motten die amerikanischen Kidnapper (Kindesräuber) fast harmlos erscheinen. Wenn man eine Kinderschar mit einem Hilfskreuzer fahren läßt, der im Dienst der Admiralität steht, und zu allem Ueberfluß noch durch das minenoer» feuchte Sperrgebiet fährt, dann ist das genau so, als roenn man englische Munitionsfabriken oder Fliegerlager mit Kinderheimen umgeben mollte. Auch die Enthüllung dieses neuesten englischen Greuelschmindels kann nur mieder zu der Feststel­lung führen, daß im neuen Europa für gemiffen- lose Politiker von der Sorte eines Churchills kein Platz mehr fein mirb.

eng ausgeschlossenenVerein" auseinanderzuspren­gen und sich dann den Gegner zu kaufen, war schnell gemacht. Ich zog mit einigen Maschinen nach oben. Mein Vorhaben gelang auch, und der mir am nächsten fliegende Tommie mußte sich zum Kampf stellen. Schon bei meinem ersten Anflug und den wohlgezielten Feuerstößen hatte der Junge den Laden voll. Die Hurricane brannte lichter­loh, machte einige ungesteuerte Bewegungen und von dem brennenden Flugzeug löste sich sein Insasse mittels Fallschirm. Das war mein 40.", 'schloß der Commodore seinen Bericht. Während der Hauptmann beim Stabe feststellte, daß die Gesamt- abschußziffer des Geschwaders nunmehr 385 be­trage, malte der Bordwart den 40. Strich und das Datum an das Leitwerk der braven Messerschmitt.

Kriegsberichter Stolberg.

Italienischer Wehrmachtsvericht.

Rom. 25. Sept. (DRV.) Der italienische Wehr­machtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:

Die feindliche Luftwaffe hat Tobruk bombar­diert und mit Spreng- und Brandbomben Wohn­häuser» Zivil - und Militärhofpitäler und im Hafen einen unbeladenen Dampfer ge­troffen. 3nsgefaml beklagt man 15 Tote und 70 Verwundete. Ein feindliches Flugzeug ist von der Marine-Flak abgeschossen worden. Lin einzelnes feindliches Flugzeug hat Bomben auf kufra ab­geworfen und einige Verwundete unter der Zivil­bevölkerung und leichte Materialschäden zur Folge gehabt.

3n O st a f r i k a haben unsere Luftformakionen den feindlichen Flugplatz und die militärischen An­lagen in B u r a (Kenia), ferner ein Fort und eine Truppenabteilung, die in der Rähe von Dajir kampierte, sowie feindliche Gruppen bei Luneina (nördlich von Galabat) bombardiert. Ein feindliches Flugzeug Hal Bomben auf D i r e d a u a abgewor­fen, ohne Opfer ober Schäden zu verursachen.

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Zur Kriegslage schreibtPopolo di Roma", die italienischen Streitkräfte setzten das Hämmern auf die feindlichen Stützpunkte und deren systematische Zerstörung fort. Marsa Matruk an der ägyp- tischen Mittelmeerküste und Port Sudan an der Küste des Roten Meeres feien wieder hart getroffen worden. Kein einziger Tag vergehe, ohne daß die stärksten englischen Stützpukte am Mittelmeer und in Afrika angegriffen würden. Auch in Ostafrika erweise sich die Ueberlegenheit der italienischen

Gießener Gtadttheater.

Hermann Sudermann: »Lohannisfeuer."

Wir haben heute kaum noch einen Begriff von der Leidenschaft, mit der in der Zeit der Jahr­hundertwende der Kampf um den Dramatiker Su­dermann der Erzähler fand fast 'einhellige Zu­stimmung weit über die engen Zirkel der litera­rischen Welt hinaus geführt wurde. Als 1889 fein erstes StückDie Ehre" bei feiner Aufführung im Berliner Lessing-Theater ein riesiger Erfolg wurde, nannten die Begeisterten den Autorden rechten Erben des jungen Schiller" und die Enttäuschten den neuen Mann mit Heinrich Harteine Mischung von Zola und Ibsen einerseits mit der Birch-Pfei­fer und der Marlitt andererseits". Man billigte ihm wohl eine ungewöhnliche Bühnentechnik zu, warf ihm aber vor, vom Neuen, dem sozialkritischen Naturalismus, nur so viel zu nehmen, um als modern" zu gelten, -vom Alten, dem Gefellschafts- stück französischer Schule, aber soviel beizubehalten, um nicht anzustohen und dem Publikum mund­gerecht zu bleiben. Man nannte ihn einen Blender und seine Kunst skrupellose Effekthascherei. Suder­mann selbst hat sich in den 1902 erschienenen Auf­sätzenVerrohung in der Theaterkritik" gegen die gehässigen Anwürfe seiner Kritiker verteidigt, aber er kam ihnen nicht überlegen genug, um sie zum Schweigen zu bringen. Freilich dem großen Augen­blickserfolg, den die meisten seiner Bühnenwerke beim Publikum hatten, hat die oft verletzende Schärfe der Kritik nichts anzuhaben vermocht. Heute denken wir über denFall Sudermann" sehr viel ruhiger und daher auch sachlicher und gerechter. Wir sehen in Sudermann ein bedeutendes dramatisches Talent, das in einer Zeit der Gärung und des Suchens nach Ausdrucksmitteln für neue in das Bewußtsein auffteiaenbe Probleme sich abseits von den Stücken, d e seinen lauten Ruhm begründen und festigen halfen, mit Ernst nach Vertiefung rang, und es ist vielleicht ein nicht uninteressanter Bei­trag für die Psychologie des Publikums, daß den Stücken dieses suchenden und ringenden Sudermann wie etwaSodoms Ende",Johannes" oder Schmetterlingsschlacht" der äußere Erfolg versagt blieb.

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Jvhannisfeuer" ist zwar ein Theaterstück von ßanb und Fuß, das alle Vorzüge der geschickten

und sicheren Bühnentechnik des Autors aufweist, aber darüber hinaus auch eine wertvolle Suostanz, echt dichterische Kraft und eine vom Leben erfüllte Sprache besitzt, so daß es sich mit Recht nun schon volle vier Jahrzehnte hindurch in der unvermin­derten Gunst der deutschen Bühnen hat behaupten können. Sudermanns ostpreußische Heimat .ist der landschaftliche Hintergrund für das Schicksal Zweier Notstandskinder", die in der Familie biederer Gutsbesitzersleute aufgewachsen sind, aber in sich die unklare Sehnsucht nach etwas anderem spüren. Das Heimchen läßt das wilde Blut der Mutter, einer verkommenen litauischen Landstreicherin, nicht zur Ruhe kommen, und in Georg bäumt sich der vom Vater überkommene empfindsame Stolz auf, dem Onkel, der ihn großzog und nun ihm das Töchterchen zur Frau gibt, etwas verdanken zu sollen. Vor Jahren waren sie einander gut, aber sie hatte in der Meinung, seine Liebe sei nicht redlich gemeint, sich gegen ihn verhärtet, und so hatte er sich dem noch kindlich unbefangenen Trudchen zu­gewandt. Aber das Mysterium der Johannisnacht, in der nach den Worten des Dichters der Funke Heidentum in allen Herzen schlägt, in der die un­erfüllten Triebe sich entbinden, treibt sie in flackern­der Glut zueinander. In dem Sproß der Land­streicherin werden die Johannisfeuer wach, die Ge­spenster ihrer ertöteten Wünsche geistern durch die silberhelle Mondnacht. Sie gibt sich ihm hin in wildem Trotz:Meiye Mutter stiehlt, ich stehl auch!" Aber als sie am nächsten Morgen, dem Morgen des Hochzeitstages, sich mit ihm heimlich davonmachen will, wehrt sich in ihm ein Gefühl der Gradheit und des Anstandes, nicht so hinterhältig dem Hause den Rücken zu kehren, dem sie nur Dank schulden. Sie beide haben nicht den Mut zu einem Glück, das sich auf Unrecht gründen müßte. So gehen sie ausein­ander, sie wird nie mehr ganz verarmen, denn ein­mal hat das Johannisfeuer auch ihr gebrannt, und er wird an feiner Braut' gutmachen, was er in der Johannisnacht an ihr gesündigt hat.

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Man mag sich an dem im letzten doch zwiespäl­tigen Charakter der beiden Notstandskindtzr stoßen, man mag einwenden, daß dieser Ausgang, der im Sande verläuft, von der Scheu vor der letzten Konsequenz diktiert wurde und die zum Tragischen hin drängende Linie gewaltsam umbiegt, aber die Wirklichkeit des Lebens sieht jedenfalls mehr solche stummen Verzichte, mehr solch sttlles Versanden,

als die starken Effekte einer Folgerichtigkeit bis zum letzten harten Entschluß.

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Die Regie der ausgezeichneten, wohlausgewogenen Aufführung hatte Hans Albert Schewe. Unter feiner sorgfältig ordnenden und schattterenden Hand wuchs in kluger Steigerung ans der behaglichen Breite der vom Autor sehr geschickt angelegten Expositionsszenen das unheimlich Flackernde der Johannisnacht-Sttmmung, aus der ländlichen Idylle (vom Bühnenbild Löfflers dezent unterstrichen) löste sich das Drama zweier junger Menschenkinder, beides blieb gut aufeinander abgestimmt und auch die feineren Halbtöne waren gut getroffen, viel­leicht hätte der Auftritt der Weszkalnene einen stär­keren Zug ins Dämonisch-Heidnische dertragen, aus berechtigter Scheu vor Uebertreibung war hier wohl ein wenig ^zu viel gedämpft worden. Doch spürte man eine großzügige Auffassung und den Willen, sie bis in.bie Details hin durchzusetzen.

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Luise Prasser sah sich vor eine Aufgabe ge­stellt, die ihrer Begabung offenbar sehr viel näher lag als die Rolle einer mondänen Frau, in der wir sie am Vortage sahen. Sie fand alle Töne, die dieses Heimchen aus der schlichten und unkompli­zierten Welt seiner Umgebung herausheben, das scheue, Gedrückte, innerlich Gespannte, das Bittere und Harte und dann das elementare Aufwallen des übermächtigen Triebes, das fo und nicht anders fein Wollen und schließlich das Müde des Verzichtes, das Sichbescheiden mit dem Glück einer einzigen Stunde der Erfüllung. In der starken Konzentration auf eine ganz klare und kompromißlose Linie dieser Charakterisierung bot Fräulein Prasser eine bemer­kenswerte Leistung. Hans Caninenberg war der Georg, sehr männlich in seinem Trotz, hin und wieder zu großer pathetischer Geste neigend, wo vielleicht nur sentimentale Stimmungen angedeu­tet werden, dieHeidenrede" brachte er mit 'edlem Feuer, das Gequälte der Resignation wußte er in der Zwiespältigkeit der Gefühle überzeugend deut­lich zu machen. Den alten Dogelreuter gab Gert Geiger mit einer sympathischen Gradheit, der auch eine herzliche Wärme nicht fehlte. Anneliese Garbe war das Trudchen, ganz ängstliche Hin­gabe, ein wenig Eifersucht, aber noch ein Kind in feinem blinden Vertrauen. Siegfried Lowitz gab dem Hilfsprediger unter dem rustikalen Gehaben auch die feineren Züge eines besinnlichen und an­

ständigen Menschen, eine sehr sauber durchgearbei­tete Rolle. Die Weszkalnene war Hella H e n z k y , kaum noch ein Mensch in.ihren dumpfen, hem­mungslos gierigen Süchten, -t- Die Aufführung hin- terließ eine starken Eindruck, der sich in lebhaftem Dank für Regie und Ensemble kundtat.

Dr. Fr. W. Lange.

Vierzehn Gebote des ssünfuniwierziglähriaen.

Selten findet sich die Lebensweisheit des reiferen Mannesalters fo kostbar kristallisiert - wie in denVierzehn Geboten des Fünfund­vierzigjährigen", die der im Februar dieses Wahres verstorbene, große Germanist An­dreas Heusler für feine Freunde auf- gezeichnet hat. Wir finden sie in einem vor Jahren erschienenen Privatdruck,Einfälle und Bekenntnisse", von dem man wünschen möchte, daß er weitesten Kreisen zugänglich gemacht wird. Die Gebote lauten:

1. Handle fo, daß du dir die kraftraubenden Ge­fühle der Reue und der Scham ersparst.

2. Werde reif! Das ist, entledige dich der Rollen, die dir nicht sitzen!

3. Schaff dir eine Tätigkeit, die dich befriedigt, ohne den Hintergedanken an Erfolg und Ehre.

4. Erwäge das Ziel und dein K?aftmaß und denke nicht zu sehr an die Leiden und Freuden dos Weges!

5. Erlaub deinem Verstände nicht, deinen Trieb zu vergewaltigen!

6. Verehre das menschlich Große, auch wo es dir nicht gemäß ist!

7. Sei gegen hie andern immer ein wenig duld­samer als gegen dich selbst!

8. Begegne dem Lob der anderen mit noch grö­ßerem Mißtrauen als ihrem Tadel?

9. Sei großmütig gegen deine Freunde!

10. Hasse deine Feinde um einen Grad ineniger, als du von ihnen gehaßt zu sein wünschst.

11. Bemiß deine Offenheit nach dem Grade deiner Freundschaft!

12. Präge in das Wachs der Jungen und der Schwachen keinen Stempel, der nur für Alte und Starke taugt!

13. Bedenke in Gesellschaft, daß Beobachten ftuchtbarer ist, als sich zur Geltung zu bringen.

14. Richte dich mit deinem (Selbe so ein, daß du oas Geld möglichst entbehren kannst!