öO-m-Rückenschwimmen HI.-Kla sse A: 1. Karl Runkel, Alsfeld, HI. 21/304, 49,2; 2. Heinz Kleinke, Gießen, HI. und GSV., 51>8. Außer Konkurrenz: Urban Assenmacher, Flieger und GSD., 42,6.
50-m-Bru st schwimmen DI.- Klasse : 1. Rudolf Schuster, Gießen, DI. 21/116, 50,7; 2. Georg Pfeiling, Gießen, DI. 21/116, 53,2.
50-m-Bru st schwimmen BDIM.-Klasse: 1. Hannelore Beck, Gießen, IM. 5/116 (To. 46), 55,2.
Kunstspringen für Frauen: 1. Roli Haus, Gießen, G^V., 17,8 Punkte.
Kun st springen H I. - K l a s s e : 1. Heinz Kleinke, Gießen, HI. und GSV., 22,5; 2. Hans Kirstein, Gießen, HI. 3/116 und GSV., 20,5; 3. Herbert Völker, Alsfeld, HI. 21/304, 19,6 Punkte.
Kunstspringen DI. - Klasse: 1. Rudolf Schuster, Gießen, DJ. 21/116, 18,25 Punkte.
Vom Turnen.
Die Turner trugen unter Leitung von Bezirks- fachwart D a u p e r t ihre Mehrkämpfe aus. Die Oberstufe und Mittelstufe hatte einen gemischten Neunkampf, bestehend aus 6 Gerät- und 3 volkstümlichen Hebungen. Am Barren, Reck und Pferd würde je eine Pflicht- und eine Kürübung geturnt, dazu kam noch Weitsprung, Kugelstoßen und 100- Meter-Lauf. Die Unterstufe turnte einen Siebenkampf mit denselben volkstümlichen Hebungen, dazu Pflichtübungen am Barren, Reck, Seitpferd und einen Pferdsprung. Der HI. war ein Sechskampf, bestehend aus 3 Gerät- und 3 volkstümlichen Hebungen vorgeschrieben. Die Leistungen, besonders der oberen Klassen, aber auch der Jugend, waren sehr gut und sind ein Beweis dafür, daß auch jetzt, wo die besten Kräfte bei der Wehrmacht stehen, dieses schwierigste Gebiet der Leibesübungen in den Gemeinschaften gepflegt wird. Während die Lehrwarte Lettin und Jansen bei den Turnern für die glatte Abwicklung sorgten, hatte Jdel Hauck den turnerischen Wettkampf der Frauen durchzuführen. Diese turnten in Ober- und Unter« stufe einen gemischten Achtkampf, der, bestehend aus Barren-, Ring- und Pferdübung, Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen, Schwebebalken- und Luftballübung außerordentlich vielseitig war und hohe Anforderungen an die Wettkämpferinnen stellte, die aber sehr gut bewältigt wurden. Ebenso zeigten die Jugendturnerinnen im BDM.-Sechstampf, der ähnlich zusammengesetzt war, sehr schöne Leistungen. Das Fachamt Turnen kann auf die Ergebnisse seiner <5ommerarbeit stolz sein. Auszug aus der Siegerliste folgt noch.
Wehrmalinfchastskamvf.
Zum ersten Male wurde auch ein Wehrmann- schaftstampf durchgeführt, bei dem auch Keulenwurf und ein Hindernislauf in den Wettkampf ei gebaut waren. Gerade dieser Kampf zeigte deutlich, daß das Ziel der Turn- und Sporttage, den Wettkampfgedanken und damit das Interesse an den Leibesübungen in weitere Kreise zu tragen, auf dem Wege zu seiner Verwirklichung ist. Die Bezirksführung dankt Standartenführer Lutter und dem Mannschaftsführer Wiegand als den Wegbereitern in unserem Heimatgebiet.
Die £eid)fatMetit
Nach reibungsloser Abwicklung des Dreikampfes begannen, um 11 Hhr, wie vorgesehen, die leichtathletischen Einzelkämpfe. Die Beteiligung war außerordentlich gut.
Im Weitsprung gab es durch Höften vom VfB.- ReichsbaW Gießen mit 6,97 Meter, Weiler vom VfB.-R. Gießen mit 6,60 Meter und Höchstem, Sportgem. Großen-Buseck, 6,25 Meter, sehr gute Ergebnisse. Das Kugelstoßen aewann Dr. Luh, VfB.-R. Gießen, mit der guten Leistung von 15,00 Meter. Seine Leistung im Diskuswerfen mit 41,42 Meter entspricht den seitherigen Ergebnissen. Von den übrigen technischen Hebungen verdient noch der Hochsprung, den Helmut Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, mit 1,75 Meter vor Jakobs, Reichsbahn Dillenburg, 1,70 Meter und Schwarz, VfB.-R., 1,65 Meter, gewann, besondere Hervorhebung. Alle übrigen Ergebnisse sind gut und zufriedenstellend.
Spannende Kämpfe brachten der 100-Meter-Lauf und die 4X100-Meter-Staffel. Heber 100 Meter siegte in hartem Kampf Weiler, VfB.-R., in 11,4 Sek., vor Hochstein, Sportgem. Großen-Buseck, 11,5 Sekunden und Zerndt, VsB.-R., 11,5 Sekunden Zur Ermittlung der Endlaufteilnehmer für die 4X100-Meter°Staffel waren 2 Vorläufe erforderlich.
Für die Entscheidung qualifizierten sich: Turnverein Katzenfurt, Turnverein Wetzlar 1. Mannschaft, VfB.- Reichsbahn 1. und 2. Ulannjchaft.
Die Staffel der 4 Endlaufteilnehmer bildete den Höhepunkt. Gleich nach dem Startschuß schob sich die 1. Mannschaft des DfB.-R. nach vorn, Dietrich wechselte gut an Dr. Luh, der bereits am Ausgang der Kurve in Führung ging. Als dann Weiler, der Sieger im 100-Meter-Lauf, den Stab an Zerndt abgab, war bereits ein Vorsprung von 5 Meter herausgelaufen, den Zerndt auf etwa 7 Meter ausdehnte. Die Zeit betrug 45,9 Sekunden. Bei besserer Wechseltechnik dürfte diese Mannschaft in der Lage sein, eine weit bessere Zeit zu erreichen. Zweiter wurde die 2. Mannschaft des VfB.-R. vor Turnverein Wetzlar und Turnverein Katzenfurt. So wurden mit der 4X100-Meter-Staffel die Bezirksmeisterschaften beendet; sie brachten einen ausgezeichneten Heberblick
über die zur Verfügung stehenden Kräfte während der Kriegszeit. Es ist erfreulich, wie schnell sich die bisher unbekannten Nachwuchskräfte nach vorn geschoben haben. Zum Teil sind sie noch jugendlich —. ihr Start konnte nur mit Genehmigung der Bannführung erfolgen — aber schon bemühen sie sich mit Erfolg, die Lücken auszufüllen, die durch das Fehlen der eingezogenen Kameraden entstanden find. So wie sich bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Durchbruch der Jugend zur Spitze gezeigt hat und diesen das Gepräge gab, so ist auch bei unseren heimischen Meisterschaften ein gewaltiger Fortschritt unserer Jugend festzustellen.
Die Bezirksmeisterschaften, unter Leitung des Be- zirksfachwartes Himmelmann, ließen die erfreuliche Feststellung zu, daß sich die Leichtathletik wahrend des Krieges in unserem Bezirk außerordentlich gut entwickelt hat.
gegen To. 46 Mannheim 3:2; Tgd. 48 Schweinfurt gegen To. Cannstatt 3:1; Hessen-Preußen Kassel To. 46 Mannheim 7:3. Zwischenrunde: Tgd. 48 Schweinfurt — Hessen-Preußen Kassel 7:0; Tv. Cannstatt — Tv. Offenbach 3:2. Endspiel: Dg. 48 Schweinfurt — Tv. Cannstatt 3:0 (2:0).
Tierversicherungs-Sesettschast
Biedenkopf.
Kreisviehkasse Biedenkopf V. a. G.
* Biedenkopf, 24. Aug. Hier fand die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Kreis- viehkasse Biedenkopf D. a. G. in ihrem Verwaltungsgebäude unter Leitung des Vorsitzers des Aufsichtsrates, Kreisbauernführer Veite (Sil- berg), und in Anwesenheit des Vorsitzers des Vorstandes, Landrat Dr. Burghof, statt.
Kreisbauernführer Veite begrüßte die Erschienenen und stellte die Beschlußfähigkeit fest. Sodann erstattete Geschäftsführer P l i 11 den Bericht über das Geschäftsjahr 1939. Der Geschäftsbetrieb hat auch im Jahre 1939 weiter zugenommen. 381 Mitglieder sind neu eingetreten, 25 schieden aus. Das Versicherungskapital betrug am Ende des Geschäftsjahres 1939 = 6 775 247 RM. gegen 6 262 481 RM. im Jahre 1938. An Beiträgen gingen ein: 184 342,20 RM. Versichert waren: 2556 Pferde, 9481 Stück Rindvieh, 11624 Schweine, 1628 Ziegen und 71 Schafe, insgesamt 25 360 Tiere. Entschädigt wurden: 188 Pferde mit einer Entschädigungssumme von 76 279,30 RM., 420 Stück Rindvieh mit einer Entschädigungssumme von 50 749,20 RM., 557 Schweine mit einer Entschädigungssumme von 2275,40 RM. und 7 Schafe mit einer Entschädigungssumme von 545 RM., insgesamt 1270 Tiere mit einer Entschädigungssumme von 153 013,80 RM. Die Beihilfen zu den Tierarztkosten betrugen 4941,05 RM. Bei den Pferden und den Schafen reichten die Versicherungsbeiträge nicht aus, die Verluste wurden durch die Rücklagen gedeckt. Bei dem Rindvieh, den Schweinen und den Ziegen wurden Heberschüsse erzielt. Der Heberschuß, der dem Vermögen zugeführt wurde, betrug 17 106,95 RM. Das Vermögen der Versicherungsgesellschaft betrug Ende 1939 = 166 717,23 RM. Die Jahresrechnung und Vermü- gensübersicht waren geprüft worden; Anstände ergaben sich nicht. Die Versammlung nahm von den Ausführungen des Geschäftsführers Kenntnis und genehmigte die Rechnung. Dem Vorstand und Auf- sichtsrat wurden Entlastung erteilt.
Landrat Dr. Burghof erläuterte sodann die notwendig gewordene Satzungsänderung. Die Der« sicherungsgesellschaft hat sich aus kleinen Anfängen nach 70jährigem segensreichen Wirken zu einem großen Unternehmen entwickelt, das sich heute über eine größere Anzahl Kreise erstreckt und als großer Dersicherungsverein vom Reichsaufsichtsamt anerkannt wurde.
Der Name wird in Tierversicherungs« Gefellschaft Biedenkopf/Lahn a. G. abgeändert. Die durch den Vorstand und den Vorsitzer des Auffichtsrates ausgearbeitete neue Satzung wurde genehmigt. Nach der neuen Satzung gehören dem Aufsichtsrat 8 Mitglieder an. In den Aufsichtsrat wurden gewähtt: Heinrich Seite, Kreisbauernführer, Sil berg, Vorsitzer des Auffi chtsrats; Johann Schäfer, Landwirt, Biedenkopf, stellvertretender Vorsitzer des Aufsichtsrats; Hermann Muth, Landwirt und Bürgermeister, Buchenau; Richard Schneider, Dauer und Bürgermeister, Berghofen (Kreis Frankenberg); Johannes P r e i ß, Bauer und Bürgermeister, Wittelsberg (Kreis Marburg); Heinrich Feußner, Landwirt, Erksdorf (Kreis Marburg); Heinrich Gottschalk, Landwirt und Gemeinderechner, Münchhausen (Kreis Marburg); Heinrich Schmidt I., Landwirt, Krumbach (Kreis Wetzlar). Zum Vorstand wurden wie bisher bestellt: Landrat Dr. Burghof, Vorsitzer des Vorstandes, Biedenkopf; Landwirt Karl Bast, stellvertr. Vorsitzer des Vorstandes, Biedenkopf; Geschäftsführer Emil P l i 11, Biedenkopf. In das Schiedsgericht wurden gewählt: Hch. Henkel, Landwirt, Dexbach, Vorsitzer des Schiedsgerichts; Ludwig Schmidt I., Landwirt, Breidenbach; Andreas Weigel, Bauer und Bürgermeister, Mornshausen a. d. D.; Jakob Happel, Bauer, Erdhaufen; Ludwig Müller, Landwirt, Niederweimar (Kreis Marburg). Zum Schlüsse wurden noch einige Angelegenheiten, die sich auf die Gesellschaft bezogen, besprochen. Nachdem der Vorsitzer des Aufsichtsrates feinen Mitarbeitern für ihre Arbeit gedankt hatte, schloß er die Versammlung in üblicher Weise.
Spannende Kämpfe im Handball und Fußball.
Der Handball.
Tv. Garbenheim — Tv. Hochelheim 11:9 (6:3) nach Verlängerung.
Es war ein glücklicher Gedanke, das Endspiel um den Lahnpokal in das Programm des Bezirkssporttags einzubauen. So nur konnte auch in Gießen einmal ein größerer Kreis von sportlich interessierten Zuschauern in die Schönheiten des Handballspieles eingewiesen werden. Man muß schon sagen, daß trotz der ersatzgeschwächten Gegner ein Kampf zustande- kam, an dem alle Anteil nahmen, und der in bezug auf Spannung nichts zu wünschen übrig ließ.
Die erste Halbzeit war zwar etwas lahm; besonders Hochelheim kam ganz und gar nicht auf. Da« gegen überraschte Garbenheim durch seine planvollen Angriffe und nicht zuletzt durch fein kluges Stellungsspiel. Trotzdem die Spieler teilweise auf ungewohnten Posten standen, fügten sie sich gut ein und machten der gegnerischen Hintermannschaft schwer zu schaffen. Kein Wunder, daß Tor auf Tor fiel, und daß die Halbzeit klar zugunsten der Garbenheimer ausfiel.
Das Blatt wendete sich nach der Pause grundlegend. Hochelheim hatte umgestellt. Dadurch kam der sonst so gefährliche Sturm mehr zur Entfaltung, und schnell hatte sich die Mannschaft gesunden. Aus dem Zwischenstand von 8:5 wurde eine 9:8-Führung. Alles hatte schon an einen Hochelheimer Sieg geglaubt. Da geschah das Unerroartete. Mit dem Abpfiff glich Garbenheim aus, so daß eine Verlängerung notwendig wurde.
In der Verlängerung war dann noch einmal höchster kämpferischer Einsatz gepaart mit dem unbändigen Willen beider Gegner, den wertvollen Ehrenpreis der Bezirksführung zu erringen. Noch einmal brandeten die Wogen der Begeisterung auf, noch einmal ging auch der letzte Zuschauer mit. Garbenheim hatte die besseren Nerven, die Mannschaft konnte zwei Tore vorlegen, denen Hochelheim nichts entgegenzufetzen hatte.
Mit Garbenheim ist eine würdige Mannschaft Sieger geworden. Sie hat in allen bisher ausgetragenen Kämpfen viel Pech gehabt, und wenn ihr diesmal der große Wurf gelang, dann wird es niemand gegeben haben, der sie darum beneidet hat. Selbst Hochelheim war restlos zufrieden. Alles in allem aber: es war ein großer Erfolg für den Handball.
Deutschland - Schweden - Finnland.
Leichlathletik-Dreiländerkampf in Helsinki.
Der Finnische Leichtathletik-Verband hat an Deutschland die Einladung zur Teilnahme am Leichtathletikländerkampf Finnland gegen Schweden am zweiten September-Wochenende in Helsinki ergehen lassen. Die Einladung wurde vom Reichs« jportführer angenommen, und so kommt es am 7. und 8. September im Olympia-Stadion von Helsinki zu einem Dreiländertreffen Deutschland- Schweden—Finnland, das zweifellos als das bedeutendste europäische Leichtathletik-Ereignis des Jahres anzusprechen ist.
Sommerspiel-Ausscheidungen in Frankfurt.
Die Frankfurter Ausscheidungskämpfe zu den deutschen Sommerspiel.-Meisterschaften standen im Zeichen der bayerischen Mannschaften, die in allen
Vom Fußball.
Stadtmannschast Gießen — Watzenborn- Steinberg-Großen-Buseck kombiniert 3:2.
Die Leistungen und die Erwartungen, die man in dieses Spiel gesetzt hatte, wurden vollauf befriedigt. Die einwandfreie Beschaffenheit des Bodens und die Tatsache, daß es auf Gewinn oder Verlieren nicht ankam, erlaubte den Mannschaften, nicht nur kämpferisch, sondern auch technifch zu zeigen, was sie tatsächlich können. Unter ber Leitung von Schiedsrichter P o st liefen die beiden Mannschaften in den angekündigten Aufstellungen auf. Die Landmannschaft fand sich sofort und hatte eine große Torgelegenheit. Der Ball wurde jedoch auf der Torlinie noch einmal abgewehrt. Die Landmannschaft blieb weiterhin gefährlich. Ecken wurden jedoch nicht verwertet. Nachdem ein Schuß Ehmanns von der Stadtmannschaft die Angriffe der Kombinierten unterbrochen hatte, war es der Mittelstürmer, der die Stadtmannschaft durch einen Alleingang in Führung brachte. Eine Flanke von Ehmann köpfte Hofmann knapp daneben. Unentmutigt griff die Landmannschaft an. Zwei Schüsse verfehlten knapp das Ziel. Aus der 4. Ecke, die vorbildlich hereinkam, wurde der Ausgleich durch den Mittelstürmer der Kombinierten erzielt, der entschlossen einschoß. Schöne Angriffe auf beiden Seiten riefen den Beifall der Zuschauer hervor. Als Ehmann gut bedient zur Mitte flankte, schoß der Mittelstürmer der Stadt- mcmnschast, den Ball aus der Lust nehmend, zum 2. Tore ein.
Nach Halbzeit brach sofort die rechte Seite der Kombinierten durch, ohne jedoch den Schlußmann überwinden zu können. Auf der Gegenseite schlug Ehmann den Ball in aussichtsreicher Position aus. Ecken wurden nicht verwertet. Die Außen der Stadt- mannschast waren überraschend schußschwach. Nachdem Fett einen Strafstoß weit neben das Tor gesetzt hatte, fiel unerwartet der Ausgleich. Der Linksaußen kurvte nach innen und schoß überraschend. Von dem Torpfosten prallte der Ball ins Tor. Der Ausgleich war gefallen, und niemand glcubte mehr an eine Aenderung des Resultates, als eine halbe Minute von Schluß ein Angriff der Stadt- mannschast im Strafraum unfair abgestoppt wurde. Den verhängten Elfmeter verwandelte der linke Läufer zu einem glücklichen Sieg der Stadtmann- schaft.
drei Wettbewerben die Sieger stellten. Die Ergebnisse:
Faust ball (Männer). Vorrunde: Tv. 80 Brötzingen —1 SV. Klein-Villars 35:32; Tgd. 48 Schweinfurt — Tv. Brötzingen 42:37; Tgd. Schweinfurt — SD. Klein-Villars 40:28; T v. 4 6 Gießen — IG. Ludwigshafen 46:43. Zwischenrunde: Tv. 46 Gießen — Tv. Brötzingen 45:41; Tgd. Schweinfurt — IG. Ludwigshafen 44:32. Endspiel: Tgd. Schweinfurt — Tv. 46 Gießen 26:24 (12:12).
Faustball (Frauen). Vorrunde: Mtv. Karlsruhe — Tv. 46 Nürnberg 42:38; Tv. 46 Nürnberg gegen Hessen-Preußen Kassel 50:29; Mtv. Karlsruhe — Hessen-Preußen Kassel 39:23; Tura Ludwigshafen — Mtv. Stuttgart 30:29. Zwischenrunde: Mtv. Stuttgart — Mtv. Karlsruhe 34:29; Tv. 46 Nürnberg — Tura Ludwigshafen 32:31; Endspiel: Tv. 46 Nürnberg — Mtv. Stuttgart 32:26 (13:16).
Korbball (Fraue n). Vorrunde: Tv. Offenbach — Hessen^Preußen Kassel 4:3; Tv. Offenbach
Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Das erscheint Klaus Tjaden durchaus verständlich. Er stammelt nochmals Dankesworte. Gern würde er dabei dem netten, gütigen Fräulein Ellrich die Hand drücken, doch er schämt sich seiner schmutzigen Dagabundenhand.
„Wie kommen Sie denn nun hier weg?" fragt sie und späht vorsichtig in das Dunkel hinaus. Er tritt unter die Tür und zeigt nach dem Zaun. „Da hinüber."
„Ach so!" Sie lacht. „Ja, und was ich noch sagen wollte: Sollten Sie heute abend noch keine andere Bleibe haben, dann ... Eigentlich ist's ja leichtsinnig von mir, aber na ... Kommen Sie denn man ruhig wieder her."
Er sieht sie an, und ein tiefes Aufatmen hebt seine breite Brust. „Sie sind sehr gut zu mir, Fräulein Ellrich! Aber — ich möchte Ihnen auch nicht gerne Unannehmlichkeiten machen."
Mit einer kurzen energischen Bewegung hebt sie den Kopf in den Nacken. „Lassen Sie das nur meine Sorge sein! Bloß in acht nehmen müssen Sie sich, damit Sie keiner sieht ... Man kann doch nicht einen Menschen draußen umkommen lassen! — Hnd jetzt muß ich mich beeilen! Auf Wiedersehn!"
4. Kapitel.
Klaus Tjaden macht sich auf den Weg nach der Zentralmarkthalle. Obwohl es weit bis dahin ist, wird ihm die Zeit nicht lang, die er für den Weg braucht. Seine Gedanken sind heute lebhafter als sonst. Der Morgen ist ihm wie ein neuer Lebensanfang. Seine Lage hat sich zwar um nichts geändert, aber ein Mensch ist gut zu ihm gewesen. —
Er ist der Sohn eines Kapitäns, und feine Heimat ist ein Dorf an der Nordseeküste. Seit vielen Geschlechtern waren die Männer in seiner Familie Seefahrer oder Fischer gewesen. Auch er hatte sich
als junger Matrose den Wind der Weltmeere um die Ohren wehen lassen. Seinen Vater hatte der Krieg hinweggerafft. Ein Jahr später war ihm auch die Mutter gestorben. Danach hatte er bei Verwandten in der Stadt gelebt — so lange, bis die Jnflationsjahre das für seine Schulzeit und weitere Ausbildung bestimmte Geld weggeschmolzen hatten. Da war der Schulzwang von ihm abgefallen, und die See, ihre Weite und Freiheit, der Kampf mit ihr, wurden sein Daseinselement, wie sie das seiner Vorfahren gewesen waren.
Während einer Schiffsreise hatte der Däne Heijk den Leichtmatrosen Klaus bei spielerischen Kämpfen der Schiffsmannschaft beobachtet und die gute Anlage in ihm erkannt. Er ließ ihn nicht mehr los. In verhältnismäßig kurzer Zeit hatte er einen Boxer von Ruf aus ihm gemacht. Der bekannte, in Sportkreisen sehr geschätzte Trainer hatte keine Opfer bei der Ausbildung feines Schülers gescheut und sich auch darin nicht getäuscht, daß diese Auslagen sich sehr gut verzinsen würden.
Klaus Tjaden, der ohne eigenen Antrieb, nur dem Drängen Heijks nachgebend, in den neuen Beruf hinübergewechfelt mar, gewann ihm doch allmählich Liebe und Freude ab; Freude an feinem starken, geschmeidigen Körper und an den sportlichen Kämpfen. Dann kam der Rausch der ersten großen Erfolge. Heijk hatte sich nicht getäuscht, als er einen Boxer von hoher Leistung in ihm erkannte, noch ehe er einer war. Klaus Tjaden wurde schnell berühmt. Er mar ein kaltblütiger, äußerst gernannter Kämpfer, der sich den Temperamenten und Stilunterschieden seiner Gegner anzupassen mußte und hart im Nehmen mar. Wohin er kam, errang er Siege und hohe Einkünfte. Sein Trainer Heijk, mit dem er zusammenblieb, mar auch im Geschäftlichen ein geschickter Mann.
Nach einigen Jahren maren die europäischen Felder für ihn abgeerntet, und Heijk plante eine Reise nach Amerika. Da begegnete Klaus der Sängerin Dietmuthe Röhl. Das bedeutete für ihn das Ende feiner Laufbahn als Boxer.
Es war in Köln nach einem glänzenden Siege. Ein Riefenlorbeerkranz war ihm umgehängt worden, und eine Gruppe junger Sportfreunde trug ihn auf den Schultern durch die riesige Halle. Hm ihn toste und lärmte eine vieltausendköpfige begeifte» rungstruntene Menge. Da stand plötzlich in der
Gasse, die sich vor seinen Trägem bildete, eine schöne weißgekleidete Dame. Sie* reichte mit erhobenem Arm einen Strauß blasser Rosen zu ihm empor. Befangen nahm er die Blumen, sah in zwei wie bläuliche Flammen sprühende Augen und sah das lockende Lächeln, eines schönen Mundes. Dann schloß sich die Gasse, und noch toller als vorher um« chrandete ihn Händeklatschen, Trampeln und Brüllen ber aufgeregten Menge.
Im Umkleideraum ließ er sich von seinem Trainer den Riesenkranz abnehmen, aber er hörte nicht, was Heijk dabei redete. Hnd auch als dieser ihn mit seinem Rosenstrauß verspottete, den er noch immer in der Hand hielt, lachte er nicht mit wie sonst, wenn sie sich über die Beweise weiblicher Bewunderung und Huld, die er oft erhielt, belustigten. Da wurde der Trainer ernst und fühlte sich bewogen, ihn zu warnen. Er warnte umsonst. Das Weib mar in Klaus Tjadens Leben getreten — er mar ihm verfallen.
Er sah Dietmuthe Röhl rnieder. Die gefeierte Sängerin entflammte für den jungen Athleten, der in seinem Gemüt ein scheuer, schwerblütiger Knabe geblieben war, dem es bestimmt zu sein schien, an der Erfahrung und Lebensgier der verwöhnten Frau zu scheitern. Heijks beinahe verzweifeltes Warnen und Drohen nützte nichts, er mußte einsehen, daß er jeden Einfluß auf seinen Schützling verloren hatte, und zog sich grollend und enttäuscht zurück. Klaus sah ihn nie wieder.
Er wurde mit Dietmuthe getraut. Sie gingen auf Reisen und lebten in Taumel und Rausch — bis die Katastrophe kam.
Es war Sommer. Er hatte eine Segeljacht gekauft, und sie kreuzten damit in der Nordsee. Drei Mann Besatzung waren an Bord. Dann außer Dietmuthe und' ihm noch Kläre Springer, ihre Freundin und ständige Begleiterin. Weiter war noch ein reicher Reeder namens Eckström, mit dem sie in Kopenhagen bekannt geworden waren, mit auf dem Schiff. Dietmuthe hatte ihn eingeladen. Ihm selbst war dieser Mann mit seinem großartigen Auftreten und seiner glatten Lebenskunst zuwider; , aber da Dietmuthe sich gern mit ihm unterhielt, hatte er ihrer Einladung die seine hinzugefügt.
Es mar eine marme Nacht im August. Die Segel hatten nur wenig Wind, im Süden lagerte Gemölk am Horizont. Klaus stand am Steuer; um ihn mar
die schwarze Unendlichkeit des Meeres. In der flachen Dünung glimmten grünlich phosphoreszierende Funken. Der Luftdruck nahm zu. Klaus war die Brust beengt. Die Stimmen, die aus dem Kabinen- fenfter zu ihm herübergeklungen waren, waren feit einer Weile verstummt. Es maren die Stimme des fremden Mannes und die seiner Frau, die viel gelacht und zuletzt ein übermütiges Lied gesungen hatte — ein Lied vom Trinken und Küssen. Seitdem blieb es still; nur die Bugwelle rauschte leise, und manchmal knarrten die Rahen, oder ein Segel klappte mit einem Laut, der wie ein Seufzer klang. Arn Horizont wetterleuchtete es.
Immer schwerer atmete Klaus Tjaden; in feinen Schläfen stach es. Er hatte den Bug des schlanken Schiffes landwärts gerichtet, aber man brauchte Wind, um dorthin zu gelangen. Man würde ihn reilich bald haben. Sturm kam auf, den Dietmuthe ürchtete und er — liebte. Immer höher schob sich das Wettergewölk herauf und verschlang das Sternengeflimmer des dunklen Augusthimmels. Aber immer stärker leuchtete in jeder kleinen Welle das geheimnisvolle Licht der Wassertiefe. Ein schwüler, Hauch strich über das Meer und blähte die schlaffen* Segel. Dem Mann am Steuer traten Schweißtropfen auf die Stirn. Sein Herz klopfte dumpf. Hnd in der Gewalt eines übermächtigen, unerklärlichen Triebes, dessen Werkzeug er nur noch war, machte er das Ruder fest, stieg unter Deck und — fand fein Weib in den Armen des Fremden.
Ohne ein Wort packte er den Mann, dog ihm die Arme rückwärts und hielt feine Hände mit eisernem Griff fest. So hatte er ihn emporgehoben, die schreiende Frau beifeite gestoßen und den sich hefttg Sttäubenden auf das Deck der Jacht geschleppt, die unter den ersten Stößen des (Bemitterfturmes tanzte und schaukelte. Jetzt schrie der Uederwältigte in Todesangst. Ein Matrose kam vom Heck hergerannt, aber ehe er den rasenden Klaus Tjaden erreichen konnte, hatte dieser sein Opfer über die Reeling gestürzt. Den Matrosen, der auf ihn zusprang, streckte er mit einem Kinnhaken zu Boden, trug ihn in eine Kabine und schloß sie ab. Die anderen Leute der Bedienungsmannschaft hatten nichts gesehen und gehört. Schweigend und verstört verrichteten sie ihre Arbeit, und es gab harte Arbeit in dieser Gewitternacht. Klaus stand am Steuer.
(Forffetzung folgt)


