geachtet werden, daß die Kurzschrift auch richtig ge- schrieben wird. Daneben erstreckt sich die Prüfung auch auf Schreibgeschwindigkeit, die durch eine Ansage von fünf Minuten Dauer festgestellt wird. Es wird eine Geschwindigkeit von 80 Silben gefordert und die Uebertragung in Langschrift. Kanzleikräfte, die mit einfacheren Arbeiten betraut werden (Tarifgruppe IX), müssen eine Geschwindigkeit von mindestens 120 Silben nachweisen.
Aus der engeren Heimat.
Der Bilstein.
Lpd. Nicht der Bilstein bei Lauterbach mit seinen merkwürdigen fünf- und sechskantigen Basaltsäulen, sondern die reizvolle Höhe des Bogels- b e r g e s gegenüber vom Hoherodskopf ist gemeint. Alljährlich ist er das Ziel unzähliger Wanderer. Sie kennen den Weg zu seinen 667 Meter hinauf. Von Schotten über Busenborn klettert es sich gut empor zu den gewaltigen Felsmassen. Bis in die Wetterau, wo in der Ferne die Werke von Wölfersheim schwelen, über den Taunus zum Feldberg, bis ans Lahntal reicht der umfassende Blick. Und vor allem: er schweift durch die langen Täler zu Füßen des Bilsteins und auf der Rückseite über die waldigen Triften hinüber zu dem Berg der Hessen, dem Hoherodskopf. Von keiner anderen Stelle des Gebirges ist die Aussicht auf ihn zu übertreffen. Nur eine Stunde wandert und steigt man zu ihm gemächlich empor.
Wehe aber dem Wanderer, der es einmal ver- sucken wollte, auf den Bilstein zu klettern, wenn dicyte Nebelmassen den Kegel umbrauen. Da kann jeder Schritt ein Fehlschritt und unheilvoll werden. Dann sieht des Wanderers Auge nichts mehr als die brodelnde Nebelwand. Ihm ist, wie wenn er uralte Sagen, die die Leute in Breungeshain noch heute erzählen, miterlebte. Es reitet am Bilstein vorbei auf schnellem Roß ein Ritter. Am Kreuzweg lauert die arme . Else, das Hexenweib. Für ihre Bitte, sie mitzunehmen, hat der Ritter nur Spott. Mit grellem Aufschrei ist die Alte bei ihm, sie faßt das Roß und schwingt sich hinauf. Mit ihren Händen hält sie den Ritter umkrallt. Empor geht's zum Bilstein. Nicht mehr lenkt der Ritter das Roß, die schlimme Else treibt es an den Felsen. Zerschmettert liegen am Bilstein Schwert und Schild, Roß und Mann.
Landkreis Gießen.
# Mainzlar, 24. April. Die hiesige S p a r - und Vorschußkasse hielt ihre Zahresschluß- versammlung bei Gastwirt Friedrich Koch ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Christian L e m m e r hieß die Mitglieder willkommen. Direktor Heinrich S p a a r IV. erstattete den Jahresbericht und wies einleitend auf das nunmehr 40jährige Bestehen der Kasse und ihr segensreiches Wirken in den vergangenen vier Jahrzehnten hin. Die Kasse habe sich, so führte er u. a. aus, weit über den Ortsbereich hinaus allgemeines Vertrauen erworben. Der Kassenbericht wurde durch Wilhelm Wehn, an Stelle des verhinderten neuen Kassenrechners Heinrich Schäfer, erstattet. Die Kasse konnte auch im vergangenen Jahre eine günstige Weiterentwicklung verzeichnen. Die Spareinlagen sind besonders im letzten Vierteljahr außerordentlich angestiegen und gegenüber dem Vorjahr um ein Vielfaches höher. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, Wilhelm Wehn, Christian L e m m e r und Ludwig Fuchs, wurden einstimmig wiedergewählt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach Direktor ©paar dem seitherigen Rechner und Mitbegründer der Kasse, Ph. Schlapp, der sein Amt mit Rücksicht auf sein hohes Alter und seine Gesundheit niedergelegt hatte, für die 40jährige treue Rechnungsführung herzlichsten Dank aus; eine besondere Ehrung wird noch folgen.
Uebertragung der Neichskleiderkarte wird bestraft.
Lpd. Frankfurt a. M., 24. April. Auf den Reichskleiderkarten befindet sich der Vermerk, daß die Karten nicht übertragbar sird. In einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Frankfurt wurde jetzt erstmals die Frage der Strafbarkeit einer Uebertragung erörtert und bejaht. Die Verhandlung richtete sich gegen drei Angeklagte, darunter einen Schneider, der berufsmäßig Karten aufkaufte. Die Bezahlung richtete sich je nach der noch auf den Karten vorhandenen Punktzahl. Die Bestrafung der Angeklagten erfolgte auf Grund des § 2 StGB., wonach bestraft wird, wer eine Tat begeht, die nach dem Grundgedanken eines Strafgesetzes und nach dem gesunden Volksempfinden Bestrafung verdient. Zwei Angeklagte, die ihre Karten verkauft hatten, wurden zu je drei Wochen Haft, der Schneider zu drei Wochen Gefängnis verurteilt.
4 Jahre Zuchthaus wegen Amtsverbrechens.
Lpd. Frankfurt a. M., 22. April. Der 47jäh- rige Karl Windel, der schon lange Jahre im Postdienst stand, hatte eine ganze Anzahl Pakete beraubt. Er hat die Umhüllungen verbrannt und den Inhalt mit nach Hause genommen, wo sich ein umfangreiches Lager gestohlener Gegenstände vorsand. W. stand jetzt vor der Strafkammer wegen der von ihm begangenen Amtsoerbrechen. Seine Frau, die von den gestohlenen Sachen Kleider und Lebensmittel erhalten hatte, war der Hehlerei angeschuldigt. Die ärztliche Untersuchung des Angeklagten, der auch einen Einschreib- und einen Eilbrief, die zusammen 250 RM. enthielten, beiseite brachte, ergab, daß bei ihm eine gewisse erbliche Belastung zum Psychopathen vorliegt, daß er zu hysterischen Handlungen neigt, aber voll zurechnungsfähig ist. Nicht nachgewiesen wurde, daß er sich an Sendungen für Soldaten vergriff, aber straferschwerend wirkte, daß er bis in die Kriegszeit hinein die Veruntreuungen beging. Das Gericht verurteilte ihn zu 4 Jahren Zuchthaus, 100 NM. Geldstrafe unter Aberkennung der Fähigkeit, ein öffentliches Amt bekleiden zu können auf die Dauer von 5 Jahren. Die Ehefrau wurde zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt.
Gefängnis, weil sie ohne Grund ihren Arbeitsplatz verließ.
Lpd. Hanau, 22. April. Das Amtsgericht Hanau verurteilte eine Hausange ft eilte wegen Vergehens gegen § 2 der Verordnung über die Lohngestaltung vom 25. 6. 1939 antragsgemäß zu 3 Wochen Gefängnis. Die Angeklagte war in einem Haushalt beschäftigt und hatte eines Tages grundlos ihre Stellung aufgegeben. Wegen ihres Verhaltens sah sich das Arbeitsamt Hanau veranlaßt, Strafantrag zu stellen. Das Amtsgericht vertrat mit dem Pertreter der Staatsanwaltschaft die Auffassung, daß eine Hausangestellte keinesfalls berechtigt sei, grundlos ohne Einwilligung des Arbeitsamtes ihre Stellung aufzu- geben.
S.Jl.-'SpOTt
Olympische Spiele 1940 abgesagt.
Das Finnische Olympische Komitee hat auf einer Sitzung zusammen mit dem Organisationskomitee für die 12. Olympischen Spiele jetzt den schon lange erwarteten Beschluß gefaßt, die Spiele nicht durchzuführen und den Auftrag an das Internationale Olympische Komitee zurückzugeben. Schon vor einiger Zeit hatten die Stadtverwaltung von Helsinki und Regierungsstellen erklärt, daß die Durchführung der Spiele 1940 nach dem soeben überstandenen Krieg unmöglich sei. Damit sind die 12. Olympischen Spiele, die Finnland schon von Japan übernahm, zum zweiten Male und nunmehr endgültig gescheitert.
Der finnische Gesandte hat bei der entscheidenden Sitzung den Wunsch seiner Regierung zum Ausdruck gebracht, daß die nächsten Olympischen Spiele in Finnland stattfinden.
Kinderturnen in den Vereinen des NG.-Neichsbundes für Leibesübungen.
Das schöne und warme Wetter gibt den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen wieder die Möglichkeit, das Kinderturnen aufzunehmen. Seit Beginn des Krieges war es nicht immer möglich, den Betrieb durchzuführen. Nun bestehen Hemmungen nicht mehr. Die Halle kann durch den Sportplatz ersetzt werden.
Da die Vereine des NSRL. den großen Auftrag zu erfüllen haben, ein Volk in Leibesübungen schaffen zu helfen, ist die Gründung von Kinderabteilungen unbedingt notwendig. Seither hatten schon viele Vereine das Kinderturnen eingeführt, um die Kinder früh für die Leibesübungen zu gewinnen und dem Verein den Nachwuchs zu sichern. Die neue Zielsetzung verpflichtet die Vereine nicht
nur im eigenen, sondern auch im vaterländischen Interesse zur Pflege des Kinderturnens. Die Kinderabteilungen helfen die breite Grundlage schaffen, auf der über BDM. und HI. die Spitzenkönner und die breite Masse der Sportausübenden wachsen können.
Die Führung des NSRL. sucht mit allen Mitteln die Wiedereinführung und die Neueinführung des Kinderturnens zu erreichen. In den Bezirken setzt die Schulung der Uebungsleiter ein, die an einem der nächsten Sonntage in Gießen durchgeführt wird. Auch die Vereine, die keine Kinderabteilun- gen haben, müssen Uebeungsleiter zur Ausbildung schicken. Bei der Durchführung der Ortssporttage müssen im Juni schon die Kinderabteilungen in Erscheinung treten. Es ist also keine Zeit zu verlieren und mit dem Kinderturnen sofort zu beginnen.
Für die Kinder ist die regelmäßige körperliche Betätigung zur Entfaltung der Lebenskräfte ebenso zwingend notwendig wie in späteren Jahren. Versäumte Entwicklungsmöglichkeiten lassen sich später nur schwer nachholen. Das frühzeitige Eingliedern, das Sicheinfügen in £inen größeren Kreis wird dem Kinde erleichtert. Eigensinn, Eigensucht, aber auch Aengstlichkeit und scheues Wesen verlieren sich oder werden gemildert. Der Uebungsleiter muß sich in die kindliche Gefühlswelt hineinfinden, um den Betrieb lebensnahe zu gestalten.
Hier erwächst den Vereinen ein dankbares Aufgabengebiet, an das sie mit Freuden Herangehen müssen. H.
*
Klein-Linden (Jgd.)-VfB. Gießen (3gb. 5:1 (3:1).
Die Gäste stellten eine Mannschaft, die im Feldspiel den Gastgebern überlegen war. Sie kombinierte aber zuviel, auch fehlte ihr die nötige Schußkraft. Die Einheimischen zeigten ein ausgeglichenes Spiel.
Kinder kosten Geld.
Aber jeder kann es aufbringen.
Es ist oft genug betont worden, daß in der nationalsozi alistischen Wirtschaftspolitik der ungelernte Arbeiter verschwinden solle. Jeder soll eine geregelte Ausbildung und Lehre erhalten. Man bat deshalb in den verschiedenen Zweigen der Wirtschaft bestimmte Berufe — „Anlernberufe" — geschaffen, die eine genau oorgeschriebene Schulung und verschiedene AusbiDungsstationen bedingen. Für die Wirtschaft ist es natürlich von ausschlaggebender Bedeutung, wirklich qualifizierte Arbeitskräfte zu erhalten, die in ihren Beruf etwas tiefer ein gedrungen sind und nicht nur mechanisch einige Handgriffe erledigen können. Solche mannigfach und gut vorgebildete Arbeitskräfte können auch, wenn nötig, leichter umgeschult werden, wie es z. B. in der jetzigen Kriegswirtschaft oft der Fall ist. Je vielseitiger die Grundausbildung, desto größer ist die Aufgeschlossenheit und das Verständnis für die dem eigentlichen Beruf verwandten Arbeitsgebiete. Die Wirtschaft hat also Vorteil von einer gründlichen Ausbillmng, aber auch der einzelne selbst. Kann er doch auf höheren Arbeitsverdienst rechnen, und kann er mit Stolz auf seinen Beruf und seine Arbeit 'blicken.
Der Junge soll etwas Ordentliches lernen.
Eine gute Ausbildung aber kostet Geld. Nun wird mancher sagen, der deutsche Sozialismus lasse eine wirkliche Begabung aus Mangel an Geldmitteln schon nicht scheitern. Gewiß, wir haben schon gute Auslesemethoden geschaffen, die sich bewährt haben. So ermöglicht das „Langemarck- Studium" würdigen und begabten jungen Menschen das Studium ohne Abitur. So haben die Ergebnisse des Reichsberufswettkampfs wirkliche Begabungen zutage gefördert, denen auf Kosten der Gemeinschaft eine Ausbildung an einer Fachschule oder sogar an der Hochschule ermöglicht werden konnte. Doch sind diese Fälle nur die Ausnahme. Nur dann soll der Staat eingreifen, wenn die Eltern wirklich nicht die Möglichkeit haben, ihre Kinder das erlernen zu lassen, wofür sie eigene, ausgesprochene Begabung mitbringen. Grundsätzlich müssen die Eltern selbst für die Ausbildung ihrer Kinder sorgen und beizeiten auf die richtige Bereitstellung der nötigen Geldmittel Bedacht fein.
Wo nimmt der Vater das Geld her?
Man kann nicht früh genug an die Zukunft seiner Kinder denken. Es gibt verschiedene Wege, um die Ausbildung sicherzustellen. Wer sich stark genug fühlt, um freiwillig jeden Monat eine bestimmte Summe Geldes zu sparen, wird sich zweckmäßig ein Sparkassenbuch anlegen. Es kann auf seinen eigenen Namen oder auf den seines Kindes lauten; das ist eine nebensächliche Frage. Fängt man schon wenige Jahre — oder am besten gleich — nach der Ge
burt damit an, so wird mit Zins und Zinseszins am 15. oder 16. Geburtstag des Kindes eine ganz stattliche Summe herauskommen. Auch wird man bann den Verwandten oft einen Wink geben, etwaige Geschenke an das Kind in Form von Geld zu machen, das auf das Sparkonto gebracht werden kann. Ein solches Geldgeschenk ist oft viel zweckmäßiger und nützlicher als irgendein überflüssiger Gegenstand, gerade in der heutigen Zeit! Nun ist das Sparen aber nicht der einzige Weg zur Finanzierung der Ausbildung. Auch die vielseitige deutsche Persicherungswirtschaft, die fast für alle Fälle des Lebens besondere Formen der Versicherung ausgebildet hat, hat eine besondere Ausbildungsversicherung bereitgestellt. Die Ausbildungsversicherung wird für einen bestimmten Termin abgeschlossen, zu dem das notwendige Kapital bereit« stehen muß. Als Zeitpunkt kommt hier meist der voraussichtliche Termin der Schulentlassung in Betracht. Im Regelfälle werden diese Versicherungen auf den Namen des Vaters oder des sonstigen Erziehungsberechtigten und nicht auf den Namen des Kindes gestellt. Was besser ist, eine Ausbildungsversicherung ober ein Sparbuch, kann nicht allgemein entschieden werden. Es kommt ganz auf den einzelnen Fall an; beide Wege sind gleich gut.
Und für die Tochter eine Aussteuer.
Wenn man für die Ausbildung seiner Kinder vorsorgt, so denkt man dabei in erster Linie an die Jungens. Das, was für den Sohn die Ausbildung bedeutet, ist für die Tochter die Aussteuer. Auch hier soll man rechtzeitig an die notwendigen finanziellen Maßnahmen denken. Gewiß konnten in Krisenzeiten manche Eltern ihren Töchtern nicht die angemessene Ausstattung mit in die Ehe geben, und häufig haben sich die Töchter, die im Erwerbsleben standen, ihre Aussteuer selbst verdient. Ost war es sogar so, daß überhaupt nichts da war und die jungen Ehegatten die Möbel usw. auf Abzahlung erwarben. Das ist der unerwünschteste Zustand — von Ausnahmen abgesehen —, da dann die junge Ehre noch jahrelang mit Abzahlungsverpflichtungen belastet ist. Daß auch die Tochter selbst einen Teil mitverdient, daran ist gar nichts auszusetzen. Aber der Grundstock für den Aufbau des neuen Heims sollte doch von den Eltern mitgegeben werden. Und da gibt es für die Eltern wieder die zwei Wege: Sparen ober Versichern. Fällig wirb die sogenannte Ausstattungsversicherung bei der Verheiratung der Tochter. Welcher Weg der bessere ist, kann wiederum — genau wie bei der Ausbildungsversicherung — nicht allgemein entschieden werden. Jeder muß da selbst die Umstände prüfen und sich dann entscheiden.
Neue Bücher vom Krieg in polen.
Der deutsche Blitzfeldzug gegen Polen ist in zahlreichen Büchern schon geschildert worden. Jetzt sind einige neue Bücher über diesen Krieg herausgekommen, die sämtlich ein außerordentlich eindrucksvolles Bild von den ruhmreichen deutschen Waffentaten geben. ,
Ueber den Einsatz der Luftwaffe berichtet ein Buch „L u f t w a f f e s ch l ä g t z u", das mit Unterstützung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe ent- ftanben ist. Mit 46 Aufnahmen und 4 Karten ist es nach Frontberichten und eigenen Erlebnissen von Peter S u p f gestaltet worden, die militärische Darstellung schrieb Major Lothar Schüttel. Deutscher Verlag, Berlin. Gebd. 2 RM. — (9) — Generalfeldmarschall Göring schrieb diesem Buche das Geleitwort. Der Krieg in Polen erhält in dem packend geschriebenen Puche eine überaus lebendige Darstellung. Das Zusammenwirken aller Einheiten und Verbände wird dem Leser in diesem Erlebnisbericht, den die militärische Darstellung des Luftkrieges in Polen aufschlußreich ergänzt, in anschaulichster Weise geschildert. Man kann dieses Puch schlechthin das Fliegerbuch vom Polenkrieg nennen, denn bisher ist u. W. noch in keinem anderen Buche über den triumphalen Einsatz der Luftwaffe so umfassend und fesselnd berichtet worden, wie in diesem Kriegsbuche, das aber auch den anderen Waffen in gebührender Weife gerecht wird.
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„Unsere Luftwaffe in Polen" ist ein anderes Buch betitelt, das nach Erlebnisberichten
zusammengestellt und bearbeitet wurde von dem Major im Reichsluftfahrtministerium Hermann Adler. Wilhelm Limpert-Verlag, Berlin. Kart. 1 RM. — (11a) — Der Bearbeiter stellt den Aufruf des Führers „An die Wehrmacht!" vom 1. September 1939 an die Spitze des Buches, dann läßt er den Tagesbefehl des Generalfeldmarschalls Göring an die Soldaten der Luftwaffe folgen. Hierauf gibt er eine interessante Ueberficht über die Luftwaffe Polens nach dem Stande von Ende August 1939, der eine Uebersicht über „Die Luftwaffe im Spiegel der Tagesberichte des OKW." angeschlossen ist. Dann erlebt der Leser im Geiste den Einsatz der deutschen Luftwaffe von der Bereitschaft vor Kriegsbeginn an bis zu dem siegreichen Ende, der in vielen Berichten unserer Flieger geschildert wird. Auch hier vernimmt der Leser ein hohes Heldenlied des deutschen Soldatentums.
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Kurt Frowein und Wilfried v. Oven haben im Auftrag einer Propagandakompanie das Buch „Schluß mit Polen" geschrieben, das ebenfalls im Wilhelm Limpert-Verlag in Berlin erschienen ist. Kart. 1 RM. — (11c) — Die Verfasser haben den Krieg in Polen mitgemacht. Das Buch haben sie auf Grund ihrer eigenen Erlebnisse und großer Einblicke in besonderem Auftrage in einer Wartestellung an der Westfront geschrieben. Mit ihrem Buche wollen sie der Heimat, „soweit das ein Puch vermag, ein ungeschminktes Bild der Kämpfe und Strapazen, der großen und auch der kleinen Begebenheiten dieses Feldzuges vermitteln". Dieser
Aufgabe werden sie mit ihrer Schilderung in vollem Maße gerecht. Der Leser wird bis zuletzt von den lebensvollen eBrichten gepackt.
„Gewitter über Polen" hat Karl S e d« l a tz e k sein Buch benannt, das im Völkischen Verlag G. m. b. H. in Düsseldorf erschienen ist. Gebd. 2,85 RM. — (47) — In diesem Buche schreibt ein Journalist und Zeitungsmann, der den Rock des Soldaten angezogen hat, über das große, umwälzende Erlebnis, das der vom ersten bis zum letzten Tage von ihm mitgemachte Krieg in Polen ihm gebracht hat. Mit dem Verfasser erlebt der Leser eine Reihe von Schlachten und Verfolgungskämpfen im Geiste mit, die gleich einem Stahlgewitter über die Polen hereinbrachen und sie völlig niederwarfen. Die kämpfende deutsche Front spricht hier durch einen Kämpfer und Mann der Feder, der der Größe der Aufgabe gewachsen ist, die er sich mit diesem Buche selbst stellte. Und sein Buch darf man als ein grandioses Erlebnisbuch bezeichnen, dem von der ersten bis zur letzten Seite das stärkste Interesse des Lesers gilt. *
Allen diesen Büchern geben wir gerne unsere wärmste Empfehlung. Jeder Volksgenosse, vor allem auch unsere Jugend, sollte diese Bücher lesen, und alle werden sie als eine kostbare Erinnerung an die großen deutschen Waffentaten im Polen krieg 1939 betrachten. Ernst Blumschein.
Wirtschaft.
Schweinemarkt in Schotten.
* Schotten, 24. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 206 Ferkel und Einleger zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 30 bis 36 RM., 8 bis 10 Wochen alte 40 bis 43 RM, 11 bis 13 Wochen alte 45 bis 50 RM., Einleger 60 bis 70 RM. pro Stück. Der Handel verlief sehr flott, der Markt wurde geräumt Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 24. April. Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 62 bis 65 (am 17. 4. 63 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (45 bis 50), d) 20 bis 40 (22 bis 40). Hämmel a2) 51 (50 bis 51), b2) 49 (48), c) 32 bis 44 (44). Schafe a) 41 bis 44 (44), b) 38 bis 40 (39 bis 40), c) 22 bis 28 (20 bis 32). Schweine a) 55,50 (55,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 55,50 (55,50), c) 54,50 (54,50), d) 51,50 (51,50), e) 49,50 (49,50), Sauen gl) 55,50 (55,50). Marktverlauf: Kälber, Hämmel, Schafe und Schweine zugeteilt.
Oer Weg zurMeisierhausfrcm
Das Deutsche Frauenwerk hatte durch seine Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft bereits seit einigen Jahren an den Perufs- und Fachschulen Lehrgänge für praktische Hausfrauen durchgeführt, aus denen ein Kerntrupp des hauswirtschaftlichen Fortschritts hervorging. Nun sollen an hauswirtschaftlichen Fach- und Berufsfachschulen Lehrgänge eingerichtet werden, in denen das Können und Wissen erfahrener und für die Aufgaben des Deutschen Frauenwerks einsatzbereiter Hausfrauen vertieft wird. Das Mindest- alter für die Teilnahme beträgt 24 Jahre. Ausreichende Allgemeinbildung und ausreichende haus- wirtschaftliche Fertigkeiten und Kenntnisse durch drei- bis fünfjährige leitende praklisHe Tätigkeit im Haushalt sind nachzuweisen. Der Lehrgang dauert 2 Jahre, wobei in jeder Woche nur einmal etwa 5 Unterrichtsstunden vorgesehen sind. Die Aufgabengebiete sind: Kochen einschl. Nahrungsmittellehre, Pflege des Hauses, Behandlung der Wäsche, Nadelarbeit und Werkarbeit, Ernährung und Gesundheitspflege der Familie, Wirtschaftslehre des Haushalts, hauswirtschaftliche Berufs- und Erziehungsfragen und nationalpolitifcker Unterricht. Daneben find Vorträge aus den Arbeitsgebieten des Deutschen Frauenwerks und Besichtigungen vorgesehen. Eine P rü f u n g beendet den Lehrgang. Wer sie besteht, erhält ein Zeugnis und die Ehrenbezeichnung „M e i st e r h a u s f r a u" verliehen. Bisher haben rund 3000 Hausfrauen diesen Ehrentitel erhalten können. Weitere 1700 befinden sich augenblicklich in den Kursen. Das Ziel dieser Arbeit ist, die Hausfrau auch als Sachverständige für wichtige Aufgaben im großen Dolkshaushalt zu gewinnen, z. B. bei der einschlägigen Gesetzgebung, Erprobung neuer Haushaltsmittel und Apparate, richtiger Arbeitsmethoden und praktischer Zeiteinteilung, im Reichsberufswettkampf, Hausgehilfen- und ähnlichen Prüfungen, Beratungsstellen, Kursen, Lehrküchen usw.
Arbeitsmaiden betreuten 90 000 Familien.
Generalarbeitsführer Dr. Decker veröffentlicht eine erste Kriegsbilanz über Einsatz uni) Bewährung des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend, der nach Kriegsbeginn durch die Heranziehung von Dienstpflichtigen der Jahrgänge 1920 und 1921 eine wesentliche Erweiterung erfuhr. Trotz der Behinderungen im Aufbau der ßagerunter« fünfte durch den harten Winter sind im Laufe dieses ersten Kriegswinters von jedem der rund 2000 Lager durchschnittlich 40 bis 50 Außendienststellen betreut worden. Das waren insgesamt 90000 Familien. Diese leben auf dem Lande, wo das Fehlen von Arbeitskräften für kinderreiche Mütter besonders hart ist. Auch in den neuen Ostprovinzen und im Protektorat sind schon Arbeitsmaiden in deutschen Familien eingesetzt. Bis zum Mai werden in den Bezirken Danzig-Westpreußen und Wartheland 40, in Böhmen und Mähren 15 Lager voll belegt sein. Ueber 2000 Tagewerke haben Arbeits- maiden im Westen bei der 'Betreuung der aus den aemhrdeten Grenzorten Rückgeführten geleistet, fast 1400 Tagewerke im Osten bei der Betreuung der Wolhyniendeutschen und im Sudelenland bei der Errichtung von Rückwandererlagern, über 1000 Tagewerke bei der Hilfeleistung für die heimgekehrten Baltendeutschen und für volksdeutsche Flüchtlinge aus Polen. Den 300 Lagern, die gegenwärtig im Aufbau sind, sollen im Sommer noch weitere 300 folgen.
Konzentrationslaaer für Wahrsagerei.
Gewerbsmäßige Wahrsagerei ist verboten. Dreizehnmal war die in München wohnhafte Margarete Luft schon wegen Gaukelei vorbestraft. Alle diese Strafen haben nichts genützt. In letzter Zeit befaßte sie sich sogar mit Zukunftsdeutungen über die Kriegsereignisse. Sie erhielt erneut sechs Wochen Haft. Nach Verbüßung ihrer Strafe wird sie jetzt einem Frauenlager zugeführt. Die Kri- minalpolizeileitstelle München nimmt diesen Fall zum Anlaß, darauf hinzuweisen, daß Wahrsager aller Schattierungen schärfste polizeiliche Maßregeln zu erwarten haben.


