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Minensperrgebiete der internationalen Schiffahrt bekanntgegeben waren, so zeigten doch fast täglich Meldungen vom Untergang auf Minen aufgelaufe- ner neutraler Schiffe die große Gefahr, die mit jeder Befahrung der Seezone um England verbun­den war. England selbst hat versucht, dieser Gefahr durch die Einrichtung von Geleitzügen zu begegnen. Und es hat nicht nur die eigene Schiffahrt in die Fesseln dieser Geleitzüge hineingezwungen, sondern auch die neutralen Reeder aufgefordert, ihre Schiffe dem Schutz solcher britischer Geleitzüge anzuver­trauen. Abgesehen von den rein wirtschaftlichen Folgen, die das Fahren in Geleitzügen durch die Verlängerung der Fahrtdauer mit sich bringen, da immer erst eine bestimmte Anzahl von Frachtern beisammen sein muß, bis die Zusammenstellung eine? Geleitzuges sich lohnt und die Fahrgeschwin- digkeit sich dann naturgemäß nach dem langsamsten Schiff im Konvoi richtet, haben diese Geleitzüge sich für die neutralen Reeder, die den britischen Lockun­gen nicht widerstehen konnten, als gefährliche Fallen erwiesen. Denn sie waren ja alles andere als ein Schutz vor den Angriffen deutscher Flieger und U-Boote, sie zogen diese vielmehr geradezu magne­tisch an. Und auch für neutrale Schiffe, die sich im Geleitzug unter britischen Schutz gestellt hatten und sich damit ihrer Neutralität begeben hatteg, gab es selbstverständlich so wenig Pardon, wie für britische selbst. Sie wurden nach Kriegsrecht ohne Warnung und ohne Untersuchung chrer Ladung vernichtet. Wie sehr die Geleitzüge, von denen England sich eine zuverlässige Sicherung seiner überseeischen Zu­fuhren versprach, tatsächlich ein Schlag ins Wasser finit, das bezeugen nicht nur die eindrucksvollen Zahlen, die die deutschen Wehrmachtsberichte Tag für Tag über die Versenkung von Handelsschiffen aus Geleitzügen heraus melden können, das zeigt auch der immer dringendere Hilferuf Englands an die Vereinigten Staaten um Ueberlafsrmg von Zer­störern, da das Geleitzugsystem in den eigenen Be­stand schon so beträchtliche Lücken gerissen hat, daß England aus eigener Kraft nicht imstande ist, diese mit der gebotenen Eile wieder auszufüllen.

Aus alledem wird schon ersichtlich, daß die bri­tische Plutokratie von der zu Kriegsbeginn groß­sprecherisch verkündeten Blockade Deutschlands schon im Laufe des ersten Kriegsjahres in die Defensive gedrängt worden ist. Wenn nun Deutschland seiner- feits zur totalen Blockade der britischen Inseln über­gegangen ist, so unterscheidet sich diese in einer Reihe wesentlicher Punkte grundsätzlich von der eng­lischen Blockade, die die -Londoner Kriegsmacher nun auf den gesamten europäischen Kontinent aus­gedehnt haben. Das ist nichts anderes, als ein ver­geblicher Versuch, das eigene Volk und die Welt­öffentlichkeit über die wahre Sachlage zu täuschen, indem man den Kopf in den Sand steckt und die Angst vor dem drohenden Verhängnis durch groß­sprecherische Worte zu betäuben bemüht ist. Denn schon die Blockade Deutschlands war wie schon im Weltkriege so auch diesmal eine Fernblockade und als solche völkerrechtswidrig, da sie nicht effektiv" war. Sie konnte gar nicht wirksam werden, da Deutschland nicht nur durch den Pakt mit der Sowjetunion, dessen politische, militärische und wirtschaftliche Bedeutung an seinem gestrigen Jahrestage hier aus berufener Feder gewürdigt worden ist, sich die Zufuhren aus den großen Roh- fto ff gebieten des Ostens gesichert hatte, sondern auch seine wirtschaftlichen Verbindungen mit dem südöst- europäischen Raum noch enger gestalten konnte und als eine wesentliche Auswirkung derNichtkrieg- führungspolitit" seines italienischen Bundesgenossen sogar den Weg zum Mittelmeer aufzuhalten ver­mochte. Aber selbst im eigensten Bereich der so oft gerühmten britischen Herrschaft über die Meere er- wies sich bald die Wirkungslosigkeit der britischen Blockade, denn die deutsche Luftflotte und die deutsche Kriegsmarine verdrängten schon in den ersten Kriegsmonaten in schneidigem Angriffsgeist die Briten von der Nordsee und zwangen sie, hoch oben im Norden und im Kanal Wache zu beziehen, wobei sie selbst dort in ihren Schlupfwinkeln nicht unge­stört blieben. Deutschland hat im bewußten Gegen­satz zur englischen Praxis zur Waffe der totalen Blockade erst in dem Augenblick gegriffen, in dem es überzeugt sein darf, sie so handhaben zu können, daß siee f f e k t i v" wird. In weitem Bogen vom Nordkap bis zur Biskaya greift die deutsche Zange um die Gewässer der britischen Inseln. Und nicht nur das: Die letzten Wochen haben es bereits zur Genüge erwiesen, daß Luftwaffe und Seestreitkräfte Deutschlands von den neugewonnenen Stützpunk­ten an der französischen Atlantikküste sehr wohl im­stande sind, Englands Blockade auch von den Zu­fuhren aus Uebersee mit größter Wirksamkeit durch-

Dokumente enthüllen Englands feigen Verrat an Norwegen.

Oslo, 23. Aua. (Europapreß.) In einem großen Osloer Verlag erschien soeben ein Buch, das inter­essantes Aktenmaterial über den feigen Verrat der Engländer am norwegischen Volk an die Oeffent- lichkeit bringt. Das Buch ist verfaßt von Oberst G e tz, dem Chef der norwegischen Brigade, die nördlich von Drontheim eingesetzt war. Am inter­essantesten sind jene Dokumente, die die sonderbare Hilfe durch englische und französische Truppen schil­dern, die in Stärke von 7000 bis 8000 Mann i n Namsos gelandet waren.

iDe englischen Offiziere gingen trotz eindringlicher Mahnungen immer wieder davon aus, daß sie Zeit zur Verfügung hätten. Die englischen Truppen ge­rieten stets nach kurzem Kampf in völlige Auf­lösung und waren dann außer Rand und Band. Die französischen Slbiläufer-Trupps waren trotz der eindeutigsten Abmachungen nie an den verab­redeten Orten. Der ftanzösische und der eng­lische Oberbefehlshaber versprachen den Norwegern, die kaum über Munition verfügten, zu wiederholten Malen mehrere tausend Gewehre, Maschinen­gewehre, Bombenwerfer und die dazu gehörende Munition und teilten auch mit, daß diese Dinge an bestimmten Stellen zu einer bestimmten Zeit ab­geholt werden könnten. Wenn dann aber die nor­wegischen Transportkolonnen an den verabredeten Stellen eintrafen, so gab man ihnen nichts als leere Worte.

Zwischen der norwegischen und der englrsch-fran- zösischen Führung wurde schließlich eine Offen­sive gegen die von den deutschen Truppen besetzten Befestigungen des Drontheim-Fjords erörtert. Bald darauf verbreitete sich das Gerücht, die französischen Truppen sollten a b r ü ck e n. Die Norweger nahmen an, es handele sich um eine

Truppenverlegung zur Vorbereitung der geplanten Offensive. In Wirklichkeit aber schickten sich die Franzosen und Engländer zur Flucht aus Nor­wegen an. Schließlich wurde dem norwegischen Kommandanten in zwei Briefen mitgeteilt, daß die alliierten Truppen aus ihren Stellungen zurück­gezogen und eingeschifft worden seien, ohne daß die Norweger davon rechtzeitig unter­richtet wurden, so daß sie ihre dadurch entblößte Flanke hätten decken können. Munition und Kriegs­material hatten die Norweger auch in nur verschwin­dend kleinen Mengen. Aber der englische General tröstete sie damit, daß das englische Mate­rial am Einschiffungshafen z u r ü ck g e l a s s e n worden sei und die Norweger es sich nehmen konn­ten. Dann zeigte sich aber, daß die Engländer die­ses Material, bevor sie abfuhren, noch ver fch of­fen hatten. Die Franzosen zerschnitten bei ihrem Abzug sogar noch die Fernsprechverbindungen der norwegischen Truppen, so daß diese mit ihren eige­nen Abteilungen keine Verbindung hatten. Die nor- wegischen Truppen mußten kapitulieren.

Inzwischen wurde dann die von Adolf Hitler ver­fügte Freigabe der norwegischen Kriegs­gefangenen bekannt. Oberst Getz sagte hierüber zu seinen Soldaten:Die Gesetze des Krieges gel­ten noch. Die Tatsache, daß Kriegsgefangene frei- gegeben werden, während der Krieg noch geführt wird, fft allerdings wohl ein unbekanntes kriegs­geschichtliches Phänomen, dessen Bedeutung sich erst später einmal zeigen wird." Und an anderer Stelle heißt es in derselben Rede:Wir haben ein Recht, stolz zu sein auf die Beweise der Hochachtung, die unsere Gegner den norwegischen Truppen, gegen die sie gekämpft haben, immer wieder brachten.'

zuführen. Zu dieser strategisch überaus günstigen Stellung, die keinen Vergleich mit der Abwehr der englischen Blockade im Weltkrieg aushält, kommen noch damals unbekannte Kriegsmittel wir denken nur an das Legen van Minen durch Flugzeuge, wie es kürzlich ein von uns veröffentlichter PK.-Bericht sehr eindrucksvoll schilderte, um die Blockade der britischen Inseln auch an den Zugängen zu den Häfen der brittschen Westküste äußerst wirksam zu gestalten. v m

Die Note, in der die Reichsregierung den Neu­tralen die totale Blockade Englands und den Be­reich des Operationsgebietes rings um die Gewässer der britischen Inseln bekanntgab, wies mit Recht darauf hin, daß es England war, das die Hunger­blockade gegen die Zivilbevölkerung überhaupt erst erfunden und sich nicht einen Augenblick gescheut hat, sie auch auf am Kriege nicht Beteiligte und sogar auf seine ehemaligen und von ihm schmählich im Stich gelassenen Verbündeten auszudehnen. Es liegt also auch im Interesse dieser Völker, wenn der brutalen Kriegführung Englands mit einer Rück­sichtslosigkeit begegnet wird, die eine schnelle Nieder- zwingung der britischen Plutokratte und ihrer an= gemaßten Weltherrschaft verspricht. Hierin werden mit uns auch alle gerecht und vorurteilsfrei denken­den Neutralen eine richtig verstandene Humanität sehen. Sie kann keine Ausnahme dulden, auch wenn sie gerade eben im Mantel dieser Humanität ge­fordert wird, wie die Gewährung sicheren Geleits für amerikanische Schiffe, die englische Plutokraten­kinder von den gefährdeten Inseln über den Atlan­tik bringen sollen. Keine kriegführende Macht wird eine solche Garantie für die Durchfahrt durch minenverseuchte Gewässer geben können. Die totale Blockade muß allen neutralen Schiffen eine nicht ernst und dringend genug begriffene Mahnung sein, das Operationsgebiet zu meiden. Wer sich aus kras­ser Prositgier über diese Mahnung hinwegsetzen zu können glaubt, muß allein die Folgen in ihrem ganzen Ausmaß tragen. Und wer meint, für ihn könnten Ausnahmen gemacht werden, wie es die Regierung der Vereinigten Staaten anscheinend tat, als sie trotz der deutschen Warnung ihrem Militär- transportschiffAmerican Legion" einen Kurs durch das Operationsgebiet um England vorschrieb, der tut damit kund, daß es chm nicht darauf ankommt, Komplikattonen hervorzurufen, die in ledern Fall bedenkliche Folgen haben können.

Italien hat wenige Tage später in einer ähnlichen Note an die Neutralen Die Blockade der britischen Kolonialküsten am Mittelländischen und Roten Meer

und am Golf von Aden erklärt und darin auch Aegypten eingeschlossen, dessen größte Hafenstadt Alexandrien ja der wichtigste Flottenstützpunkt Eng- lands im Nahen Osten ist. Italiens Luftwaffe und Kriegsmarine haben den Briten hier schon überall sehr zu schaffen gemacht. Durch die Eroberung Bri- tisch-Somalilands verbreitert sich die Basis für die italienischen Angriffe gegen Aden; die italienische U-Bootswaffe hatte bisher schon trotz des mörderi­schen Klimas im Roten Meer beachtliche Erfolge erzielen können. Wie in Gibraltar, so ist auch in Alexandrien die Lage der dort ftationierten briti­schen Schiffsverbände wenig beneidenswert. Die italienische Luftwaffe hat beide Kriegshäfen mit großer Hartnäckigkeit aufs Korn genommen, und ihre Aufklärer berichten, daß die Docks in Alexan­drien ständig mit reparaturbedürftigen Schiffen be­legt sind, während sich die britischen Kriegsschiffe in Gibraltar so unsicher fühlen, daß sie schon mehr- mals zum Sprung angesetzt haben, den Haken zu verlassen. Wenn also einst das meerbeherrschende Albion wähnte, mit seiner überlegenen Kriegsflotte, wozu es vor allem im Mittelmeer die feines ftan­zösischen Verbündeten hinzurechnete, den im Mit- telmeer eingeschlossenen Italienern nach Belieben die Gurgel zudrücken zu können, muß es nun erleben, daß Italien den Spieß umdreht und im Begriff steht, die Hauptverkehrsader des brittschen Welt­reichs abzubinden.

So schlägt jede Waffe, mit der die plutokrattschen Kriegsmacher in England die beiden jungen auf­strebenden Völker des europäischen Kontinents nie- derzuringen gedacht hatten, gegen ihre eigenen Er­finder zurück. England ist heute nicht nur vom europäischen Kontinent abgesperrt, den es hatte blockieren wollen, 'es empfindet bereits höchst schmerzlich die Folgen der totalen Blockade in der peinlichen Schrumpfung der Zufuhren aus Ueber­see. Trotz des angebotenen Geleitschutzes und trotz erhöhter Frachtraten wird es von Tag zu Tag schwieriger, ausreichende Tonnage auch nur für den Transport der notwendigsten Lebensmittel aus Ka­nada, aus Argentinien, aus Australien bereitzustel­len. Ohne diese kann aber England nicht leben, denn aus sich selbst kann die Insel sich nicht ernähren, und der Tag kann nicht mehr so fern sein, wo die Vorräte zu Ende gehen, die schon aufgestapelt waren, lange bevor man sich in London stark genug fühlte, den Krieg gegen Deutschland anzuzetteln. Die erregten Debatten gerade über die Ernährungs­probleme in Englands Parlament und Presse zeu­gen von den Sorgen, die man sich heute schon dar-

Vor 40 Zähren starb Nietzsche.

43on Gurt Hoyel.

Am 25. August 1900, morgens 2 Uhr so be­richtet die Schwester nach einem schweren Ge­witter, das über dem Weimarer Land ni eher ging, erkannte der kranke Nietzsche die Pflegende noch einmal, sagte als letztes Wort ihren Namen:Elisa­beth ..." und schloß mit einemletzten feierlich- fragenden Blick" die Augen für immer.

Das Leben in Weimar, das Leben im damaligen Deutschland ging weiter, als ob nichts geschehen sei. Und doch war der Seher einer ungeheuren Zu­kunft, der Geist, der die ungeheuerlichsten Fragen gestellt hatte, auf die es zu antworten galt, dahin- gegangen.Das gegenwärtige Europa hat noch keine Ahnung davon, um welche furchtbaren Ent­scheidungen mein ganzes Wesen sich dreht und an welches Rad von Problemen ich gebunden bin und daß mit mir eine Katastrophe sich vorbereitet, deren Namen ich weih, aber nicht aussprechen werde ..." So hatte er in einem Briefe vom 14. April 1887 an den Freund Oberdeck geschrieben. Und Stefan George sagte ein Jahrzehnt nach die­sem Hingange:

Der mamer ging ... dem rab das niederrollt Zur leere greift kein arm mehr in die speiche.

Was hatte er über die Zukunft gesagt? Sehr Diel. Unmöglich, es in einer kurzen Betrachtung auch nur anzudeuten. Aber es gibt in seinem Werk ein kurzes KapitelDas 20. Jahrhundert", das sehr konkret zu uns, als den Trägern dieser seinerZu­kunft" spricht. Er läßt da den französischen AbbL Galiani etwas über die ,Voraussicht als die Ur­sache der Kriege" sagen und fährt fort: ,La ich durchaus nicht die unkriegerischen Ansichten meines verstorbenen Freundes Galiani teile, so fürchte ich mich nicht davor, einiges vorauszusagen und also, möglicherweise, damit die Ursache von Kriegen her­aufzubeschwören." Und dann läßt er, davon abge­setzt, den Satz folgen:(Eine ungeheure Besinnung, nach dem schrecklichsten Erdbeben: mit neuen Fra­gen." Weiter heißt es:Ich freue mich der mili­tärischen Entwicklung Europas, auch Der inneren anarchistischen Zustände: die Zeit der Ruhe und des Chinesentums, welche Galiani für dies Jahr­hundert voraussagte, ist vorbei. Persönliche männ­liche Tüchtigkeit, Leibestüchtigkeit bekommt wieder

über machen muß. Deutschland dagegen als Mittel­punkt einer immer engeren wirtschaftlichen Zusam­menarbeit des europäischen Konttnents zeigt seine wirtschaftliche Stärke und Anziehungskraft höchst eindrucksvoll gerade in diesen Tagen auf Den großen Herbstmessen in Königsberg, Wien unD Leipzig, ein Bild, Das Dem englischen Volk zu Denken geben sollte, wenn es seine eigene wirtschaftliche Lage daneben stellt. Freilich, Der famose Informationsminister Seiner britischen Majestät wirD sich wohl hüten, der englischen Oeffentlichkeit Die Möglichkeit zu geben, solche interessanten Vergleiche anzustellen.

Dr. Fr. W. Lange.

©er Kamps um die Wehrpflicht in LlGA.

Washington, 23. Aua. (Europapreß.) Die Aussprache über die Wehrpflicht im nordamerikani­schen Senat nimmt für die Regierung der Vereinig­ten Staaten immer unerfreulichere Formen an, weil die Opposition jetzt dazu übergegangen ist, ihr schwerstes Geschütz aufzufahren. So fragt der repu­blikanische Senator Tobey, wer gewisse Rund­funk-Kommentatoren bezahle, die Abend für Abend düstere Voraussagen für die USA. über die Aus­wirkungen des Krieges in Europa verbreiteten. Die Oeffentlichkeit habe ein Recht Darauf zu wissen, ob es Oelgesellschaften oder andere Profittnteressenten wären, die diese Propaganda der Furcht und Der Hysterie bezahlten. Der demokratische Senator Rush Holt bezichtigte das Bankhaus Morgan und andere, daß sie heute genau Den gleichen Druck wie 1915 und 1916 ausüben wollten, indem sie Dem Volk erst die Wehrpflicht aufzwängen und dann die Stimmung zur Kriegshysterie steigerten.

Das Abgeordnetenhaus nahm am Donnerstag durch Zuruf eine Bill an, die Roosevelt ermächtigt. Die aus 400 000 Mann bestehende National« g a r D e und Armeereserven zur Dienstleistung in der westlichen Hemisphäre und den USA.-Be­sitzungen einschließlich Der Philippinen einzuberufen.

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für Das er vorgeschlagen war, erreichte ihn nicht

Ein deutscher Offizier Don Josef Magnus Wehner.

Am 17. Mai dieses Jahres frei in Belgien Oberst­leutnant Str eil, Kommandeur jenes Regiments, Das die Ueberlieferung des berühmten bayerische Infanterie-Leibregiments im Geiste und in der T> übernommen hat. Im Park von Jttto unter hohen alten Bäumen wurde er nach Mitternacht zur letzten Ruhe gebracht, während zwei Batterien feindwärts feuerten. Sein Name wurde am nächsten Morgen zum Kampfruf Des Regiments. Unter Dem weit- hinschallenden FeldgeschreiStreil! Streit!" stürm­ten die Kompanien Das stark befestigte Schelde- ufer und erreichten als erste Truppe Der Division, ja Des Korps, Das jenseitige Ufer.

Solch bannenDe Kraft ging von Dem Manne aus, den seine Truppe wohl als Den ewigen Stürmer sah: noch am Iablunkapaß war er. Damals noch Major, die Handgranate wurfbereit schwingend, seinem Bataillon vorangestürmt, Der alte Tapfer- keitsoffizier des Leibregiments, und so stand er den Männern immer vor Der Seele. Das Ritterkreuz,

mehr.

Don seinen Taten soll zunächst Die Rede sein, obwohl die Gewalt seines Wesens, Die uns alle band, edel gepaart war mit einem hohen Geiste, von dessen Gestalt gleichzeitig zu sprechen sein wird.

Schon die ersten Tage Des Weltkrieges stellten diesen Sohn eines schwäbischen Bauern und Schmie­des in die erste Reihe Der nicht geringen Helden­schar Des Leibregiments. Er wurde schnell der ge­fürchtete Nahkämpfer, der schneidige Patrouillen­gänger, der sich Nacht für Nacht nicht nur an den Feind heranpirschte, sondern sich durch Die ftan­zösischen Linien schlich und weit aus Dem feindlichen Hinterlande wertvolle und genaue Erkundungs- ergebniffe mitbrachte. Als erster noch in Der Kaserne Unteroffizier geworDen, wurDe sein Kommando im FeldGruppe Schwung macht einen Sprung" zum geflügelten Worte.

Berühmt wurde er Durch seine ersten Versuche mit Handgranaten, Die er sich selber fertigte. Er sam­melte Schrapnellkugeln und Schubnägel, pfropfte sie mit Zündstoff in alte Konservenbüchsen und zog bamit los gegen Die feindlichen Gräben, ein Weins

mit Sand und Stroh gefüllt als Deckung vor sich herrollend. Welche Wirkung seine Würfe hatten, hörte das lauschende Regiment bald am Geschrei der feindlichen Verwundeten. Der Ruhm feiner Taten wuchs, und als er bei Nossoncourt hinter den feindlichen Linien eine schwer zu entdeckende Batterie ausmachte, die alle Sturmversuche bisher zuschanden gemacht hatte, so daß sie nun auf Grund seiner genauen Zeichnung vernichtet werden konnte, erhielt er die Goldene Tapferkeitsmedaille, Das Bataillon präsentierte vor ihm.

Dennoch blieb er, was er war, Der schlichte und tapfere Mensch mit der bewegten, frommen und dichterischen Seele. Ost schrieb er Gedichte, die von Mund zu Mund gingen und bis in die Heimat wanderten, echte Soldatengedichte, aus Dem kämp­ferischen Augenblick entftanDen und oft in großer Müdigkeit irgendeinem Kameraden diktiert. Man­cher Nachruf warD einem gefallenen Offizier, so Dem Leutnant La Roste, schnell auf Das Holzkreuz ge­kritzelt. Er ersang mit Der Poesie aber auch Liebes­gaben für seine Kompanie; Die Hauptstadt wett­eiferte in guten Gegengaben. Einmal kam von lie­bender Hand ein Hemd für Streik aus München an, in Dem ein Gedichtlein versteckt war. Die Ant­wort ließ nicht auf sich warten. Das ganze Perso­nal Der Bäckerei Seidl opferte dem Dichter und seinen Leibern, Der Regimentskommandeur Oberst van Epp wurde auf Den jungen zweiundzwanzig- jährigen Soldaten aufmerksam, Der so gut mit Dem Bajonett wie mit der Feder zu fechten wußte. Auch seine Hütte in den Dolomiten, Schloß Hubertus ge­nannt, und mit einem fabelhaften Orchestrion be­stückt, Das seine Leute aus einem zerschossenen Gut geborgen hatten, wurde oft besucht, während Musik gegen die Bergwände schallte und der abgerichtete Hund des Zugführers Streil paradierte.

Vor Verdun gab er die höchste Bewährung. Der Sturm auf Fleury, bei Dem er sich Durch kühne Handgranatenwürfe gegen ein feindliches Maschi­nengewehr hervortat, brachte ihm Die erste schwere Verwundung. Noch im Stürmen Die Handgranate schleudernd, die den Feind zerriß, hatte er zuerst gar nicht die eigenen Wunden gespürt. Er brach plötz­lich zusammen; als er erwachte, war er allein, eine pi« einzige Rose aber nickte ihm von einem Hecken- zog rosenstrauch herab. Zwei Tage lag er so, von Gra- ff I nuten immer wieder hochgeschleudert.

Seine treue Gefechtsordonnanz Sutor hatte ihn mit Erde zugedeckt und mühsam verbunden und war Dan* durch Fleury gestürmt bis zur letzten Hohe, unter Der die Stadt Verdun lag. Wieder zu­rück nach Douaumont geschickt, sah er seinen Zug­führer noch im Trichter liegen, halbnackt und kohl­schwarz. Er gab ihm Die Feldflasche, wollte ihn quf die Schulter nehmen, es ging nicht. Unter unsäg­lichen Schwierigkeiten holte er Bahre und Sani­täter, unterwegs riß es Den rechten VorDermann weg, die Bahre selbst sperrte sich gegen Den Eingang des Forts, kippte und warf Den Bewußtlosen um.

Aber Der Lebenswille siegte. Wie schon vor dem Sturm Streil zur allgemeinen Verwunderung aus dem Lazarettfenster im ersten Stock gesprungen und mit verstauchtem Fuß gegen Den Willen des Arztes zur Truppe durchgebrannt war, so hielt es ihn auch Diesmal nicht lange im Lazarett. Weihnach­ten 1917 wurDe er zum Tapferkeitsofsiz-ier beför- Dert, eine Damals äußerst seltene Ehre.

Er blieb auch im Frieden ewiger Soldat. Zu­nächst als Werbeoffizier für Das Freikorps Epp, Dann als Truppenoffizier. Den roten Räten zeigte er Die Zähne. Er Drang in Dachau in ihr Lager em, hielt eine Rede, wurde von Der Uebermacht trotz feiner kräftigen Fäuste verprügelt und im Dachauer Schloß eingesperrt, wagte aber Den tollkühnen Sprung aus Dem Fenster, Der ihm die Freiheit brachte.

Unvergessen bleibt auch Das packende Drama, Das er gegen die schwarze Schmach der Rheinland- besetzung schrieb und gegen ministeriellen Wider­stand aufführte, unvergessen seine Tätigkeit als Ausbilder im Hunderttausend-Mann-Heer, in Dem Der Grund zum glänzend durchgebildeten Volksheer Des Dritten Reiches gelegt wurDe. Arbeitslosen KameraDen verschaffte er Durch persönlichen Einsatz Stellungen, über zwanzig KameradenkinDern war er Pate. Als Jnspektionschef der Kriegsschule Mün­chen wurde er zum beliebtesten Offizier.

Seine tiefe Herzensbildung verband sich mit reichem, selbsterworbenen Wissen. Allseitig begabt, Den Künsten offen, ein geschmackvoller Sammler, wahrte er Die Ehrfurcht vor Den großen Schöpfun­gen Des deutschen Geistes auch mitten im Kriege, persönlichen Mut in allen Lagen, auch im Frieden. Er war ein vortrefflicher Hausvater, die bäuerliche Anlage wertete er auf seinem musterhaft geführten

ßanhgute aus. Dieser Tapferkeitsoffizier, Der als Maurer feine Laufbahn begann, wurde zum all- seitigen Menschen, ein neuer Typus unseres Volks­reiches, für Das er fiel.

Sein Regiment, Das er mit Stolz und Feuer führte, fügte neuen Lorbeer zum alten immer­grünen Lorbeer Des Leibregiments: schon am ersten Tage Der Westoffensive überwanD es Drei Wasser­läufe, wie einst Das Leibregiment im Alpenkorps Berg um Berg an einem Tage eroberte. Die alten SolDctten feiner Kompanie, die einst ins Feld zogen, grüßen jedesmal bei ihrer Zusammenkunft mit er­hobener Hand geschlossen sein Bild, Das im Kom­paniezimmer neben Dem Bildnis Epps Die Gefal­le ne nta fei hütet.

Deutsche Kulturfilme.

Wenn Die Waffen sprechen, brauchen Die Musen nicht zu verstummen, wenigstens nicht in Deutsch­land, bas so reich an schöpferischen Kräften ist wie kein Land Der Erde sonst. Das beweisen Drei neue Kulturfilme, Die uns Die Ufa unD Die Bavaria beschert haben.Her bst lieh" nennt sich ein Bildstreifen von einzigartiger lyrischer Schön­heit, Den Die Ufa soeben fertig-gestellt hat, unD Der uns reizvolle Bilder aus dem Pflanzen- und Tier­reich in Den Tagen Des Ueberganges Der Natur zur Winterruhe zeigt. Das liebevoll zusammengestellte Buch stammt von Dr. G. Vriemel, Der auch die Spielleitung hatte. C. Hilbiber hat es ver­standen, mit Der Kamera nicht nur Das Leben Der kleinsten und heimlichsten Tiere einzufangen, son­dern auch das Weben der großen Natur im Wer­den und Vergehen. Gleichzeitig wurden zwei neue Kulturfilme ocr Bavaria vorgeführt:Welt­raumschiff I ft arte t", ein packender utopischer Film, Der zugleich ein Denkmal für Die deutschen Pioniere Des Raketenfahrzeugs ist (Buch unD Spiel­leitung: Anton Kutter, Musik: Ludwig Kusche), undDas Fähnlein Florian Geyer", ein übermütig froher Pimpfensilm von Geländespiel und Schneeschuhfahrt, her uns vor Augen führt, wie sich des Führers Jugend für künftige Aufgaben stählt (Buch und Regie: Eduard Wieser und A. E. Schneider, Kamera: Albert H o ch t, Mu­sik: Hanns Dierenhammer).

Arthur BagemühL