Hr.96 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger tGeneral-Anzelger für Oberhessen)
Mittwoch, 24. April 1940
Vrachland im Dienst der Dolksernährung
Hi
war nicht »den Tag -in
es
Das Bild.
Von Io Hanns Rösler.
über dich und mich stehen heute wieder Mensches auf einem Marktplatz zu Gericht.
Ich hänge dich wieder an die Wand, du Bud* billig van einem Händler erstanden —- und bitte euch, Freunde, nehmt jetzt bei euch ein Bild zur Hand. Und wenn es Blumen sind ober eine Mce- resland schäft ober auch nur das Partrait eines Men- reslandschaft ober auch nur das Porträt eines Men- ein Bild müßt ihr etwas hineindenken, wenn sie klingen sollen. Es ist kein Zufall, daß Bilder genau so gerahmt sind wie Spiegel. Sieh zu, ob du irt Ordnung bist!
Jlh „Frau nach Maß/'
zweckmäßigen Nutzung zuzuführen. Biele Grund« ftücksbesitzer, die ihr Land felbst nicht bearbeiten konnten und auch geeignete Volksgenossen nicht nachgewiesen bekamen, haben nunmehr die Aufgabe, zur Regelung der Frage der Brachlandaktion die Grundstücke unter Angabe der Lagengroße dem zuständigen Hoheitsträger der Partei anzumelden. Es gibt noch viele geeignete Volksgenossen, dis gerne ein Stückchen Lanb bebauen wollen unb mit denen ein Pachtvertrag abgeschlossen werden kann. Dieser regelt die gegenseitigen Rechte unb Pflichten und bestimmt, daß der Verpächter das Grundstück im Interesse unseres ernährungswirtschaftlichen Kampfes kostenlos zur Verfügung stellt, während der Pächter eine kleine Anerkennungsgebühr von 2 Rpf. pro qm im Iahte an die NSV. zahlt.
Es ergeht nunmehr an alle Volksgenossen, blö zur Gartenarbeit die notwendige Eignung und Zeit besitzen, hiermit die Aufforderung, sich beim Hoheitsträger der Partei, also am besten beim Ortsgruppenleiter, zu melden, der ihnen dann im Rahmen des Landvorrates Brachland nachweist. Volksgenossen, die schon Gartenland besitzen und ihrs Anlagen erweitern wollen, werden bei bet Verteilung ber Lanbstücke den Vorrang genießen, weil sie naturgemäß am besten irt der Lage sind, das Brachland intensiv zu nutzen. Die „Brachland, aktion" wird unter Führung der Partei, bei Mitarbeit der Organisationen der Kleinsiedler und Kleingärtner, sowie ber Haus- und Grundbesitzervereine und auch der maßgeblichen Stellen des Reichsnährstandes, den letzten unbebauten Winkel
Oberleitungs-Omnibusse für die Stadt Gießen.
Inbetriebnahme noch 1940? - Verkehrsverbesserungen. - Das modernste Verkehrsmittel
Neben der Kirche steht ein niederes Haus. Dieses Haus ist nicht nur auf dem Bild gemalt worden. Was für ein reiches Leben steckt allein m diesem frans! Da war einmal ein Mann, der zählte sein Geld unb als er fand, baß es wohl reichen mochte, sagte er zu seiner Frau: Wir bauen uns ein Haus Man schwebt immer zwischen Freude und Angst, wenn man ein Haus baut. Aber der Baumeister tröstete ihn und malte ihm ein wunderschönes Haus auf einen Bogen, unb eines Tages tarnen Arbeiter, die gruben einen Keller, bann kamen die Maurer unb bauten vier Mauern, unb immer wieder stand der Mann, der sich ein Haus bauen ließ, davor unb freute sich, wie es wuchs. Bis die Dachbecker da waren und die Glaser für die Fensterscheiben unb der Schreiner die Haustür brachte unb unser neuer Hausherr zum erstenmal sein Haus aufschloß und zuschloß. Dieser Mann ist längst gestorben unb alle mit ihm, die an dem Haus bauten. Das Haus aber lebt noch, unb bas Bilb, auf dem dieses Haus zu sehen ist, lebt auch noch. Vielleicht ist inzwischen das Haus auch abgerissen, bann ist es nur noch auf deinem Bild unb bu hast in ihm wieder em Leben eingefangen vom Manne, ber das Haus baute, unb von allen, die darin wohnten.
Unb wieber weiter weg von jenem Haus am Marktplatz ist eine kleine Krämerei. Vielleicht war es ein Bäcker, ber dort gerade durch das offene Fenster fein Brot herausreicht. Wo mag wohl das Korn zu diesem Brot, das du deutlich erkennst gewachsen fein? Welches Heer marschierte zuletzt über diesen Acker, wessen Blut düngte zuletzt diesen Boden? Hoffen wir, daß es ein Fuchs war den die Hunde rissen, ober em Hase, den ber Jager in schneller Flucht traf. Dapn stehen drei mitten auf bem Platz, zwei trauen unb ein Mann. Was mögen sie sich erzählen? Vielleicht gar von der neuen Eisenbahn ober einer anberen Grfmbunfl, die uns heute eine Selbstverständlichkeit geworden ist? Oder tratschen sie gar Böses über einen Mem schen, ber sich darüber bitter trankt? Schau, auch
'günstig.
Die Vorbereitungen für die Schaffung von Ober- leitungs-Omnibus-Linien in unserer Stadt werden seit geraumer Zeit mit großem Eifer betrieben Für die Verlegung des Leitungsnetzes in den verschiedenen Straßen liegen die Pläne bereite fest. Man erhofft bei den Stadtwerken die Lieferung m aller Kürze. Die Aufträge wurden an folgende Firmen vergeben: Das Fahrgestell für die ffiagen liefert die Firma Henschel 6- Sohn in Kassel; der Wagen-
aufbau, die Karosserie, wird in den Werkstätten ber Firma Oebrüber Cred6, ebenfalls in Kassel, er- stellt. Die elektrische Ausrüstung ber Wagen erfolgt durch die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (ALG)., ben Bau der Oberleitung hat die Firma Brown- Boveri & Eo. übernommen, unb die elektrischen Unterwerke (Umformer) werben von den Siemens- Schuckert-Werken in Berlin geliefert. Für bic Stadt Gießen (inb 12 Wagen bestellt worben. Dieser Auftrag ist der größte, ber gegenwärtig aus ganz Deutschland bei den Firmen vorliegt.
Für bas neue Verkehrsmittel unserer Stadt finb, wie schon aus dem Namen hervorgeht, Oberleitungen notwendig. In den Straßen, die von den O-Bussen befahren werden, müssen jeweils vier Leitungen gezogen werben. Die Elektromotoren werben jeweils aus zwei Leitungen gespeist. Die vier Leitungen finb für Hin- unb Rückfahrt bestimmt. Die Versorgung des umfangreichen Leitungsnetzes mit elektrischer Kraft (Gleichstrom) geschieht über mehrere Umformer, bie den Drehstrom aus ber Hochspannungsleitung in Gleichstrom um- wandeln, der für den Betrieb der Motore der Ö-Busse bie Voraussetzung ist. Die Hauptstationen für bic Stromversorgung des Leitungsnetzes werden die beiden Torhäuschen an den Straßenecken der Neuen 'Säue (Hindenburg- unb Hitler-Wall), nahe dem Stabttheater, bilden. Weitere Umformer werben in der Nähe der Volkshalle unb in Klein-Linden erstellt. Jeder Umformer wirb eine Leistung von je 500 Ampöre aufmeisen, so baß für bas ganze Stromnetz eine Leistung von insgesamt 2000 Ampere investiert wird. Die Betriebsspannung wird 550 Volt betragen. Für bie Hauptstation an der Neuen Bäue werben bic beiden Torhäuschen eine bauliche Veränderung erfahren, durch die allerdings der bisherige Gesamteindruck nicht wesentlich ver- ändert werden wird. Es handelt sich dabei in erster Linie um Anbauten im Innern. Lediglich an den nach der Neuen Bäue zu gelegenen Hausseiten wer-
Alle Menschen sollten — wenn sie einmal durch einen Glücksfall ein wenig Geld übrig hoben — sich ein Bild kaufen. Es muß kein alter Meister sein, über den man im Lexikon nachblattern kann, es muß auch kein junger Meister fein über ben man spricht, denn dies nenne ich eme Flucht m bie Sachwerte, der meist bald, gar zu bald eine tpW in die Geldwerte folgt, bei ber man leicht auf die Nase fallen und feinen Beutel verlieren kann, New, diesen Bilderaufkäufem rede ich kein gutes Wort sie wissen, was sie tun, und sie sollen treiben, was sie wollen. Ich spreche auch nicht zu denen, die einen beschädigten Fleck in ber Tapete haben ober eine leere Wand. Bei ihnen entscheidet mäst bas Bild die Wahl, sondern die Große des Fleckes un aünstillstenfalls noch bie Stilart bei Model. vM Wer muh man sich verlieben, eh« s>« ™ Man muß 311 ihnen laufen wie zum Stellb chem mit der Geliebten. Und wie hiejmutter bas geliete Mädchen behütet, bah wir bei ihm
sind, soll es auch mit dem Bild (ein. Erst Dan , wenn wir uns schon Tage daraus freuen, es heu e wieder ansehen zu können, wenn wir zwanzig,, i dreihigmal hinliefen, mit «°psend-m H-rz-u ?°nn wir ein Opfer bringen muffen um es U beiden Dann dürfen wir - aber auch nicht einen A>«a früher — das Bild taufen. , @nnft
ijr-WÄ«ää sei es nur eine Blume im Gras den winden Mgel eines Engels oder• em■ wardln
keu7e -Ulen. M Ä
van Bildern so viel wie e n Waneeiiaw hohen Mathematik. Erwartet f jyenn ihr geistreiche Und fachkundig-J8'1^"9jen abcr voll aber genau so wie ich arm an i ,
von Stiebe'3U .ben schonen Dingens Erde
' eine schwierige Geschichte mit dieser,Arart !ah", die gegenroärtia im Gloria-Palast (puff^unb von einem Schauspieler und Theater- rcgisseur geheiratet werden soll, der sie aber, wie sich in entscheidender Stunde herausstellt, ganz anders haben will, als sic ist. Da die Braut am Verlobungsabend als Ueberraschung betanntgibt, baß sie die Prüfung als Schauspielerin mit Auszeichnung bestanden hat, gibt es zwischen ihr und dem Bräutigam einen handfesten Krach, denn er will unter keinen Umständen eine Schauspielerin zur Frau haben. Der Krach endet denn auch mit einer Trennung. In der Folge geht cs dann auf der Leinwand sehr kompliziert zu, denn der Freier fin-. bet plötzlich bie Schwester feiner Frau als sein be=* gehrenswertes Ideal. Es beginnt nun also, wie sich denken läßt, ein großes Theater, eine allgemeine Verwirrung ber Gefühle, es albt bewußte und unbewußte Täuschungen, es werden Irrtümer hervorgerufen und wieber fallen gelassen, bis zum Schluß schließlich doch die zwei Richtigen zueinanderkom- men. Wie es im einzelnen geschieht, bavon überzeugt man sich am besten burch Augenschein. Der Film hat lediglich die Absicht, gut zu unterhalten. Der Ton ist ganz auf „heiter" gestimmt. Ernstere Anklänge sind mit Sorgfalt vermieben. Da ber Zuschauer zwischen ben Bilbern, so, wie man etwas zwischen den Zeilen erfährt, spürt, wie die ganze Geschichte ausgeht, so verfolgt er bie Errungen und Wirrungen mit anhaltendem Schmunzeln. In den Hauptrollen des unter der Regie von Helmut Käutner und nach einer Idee von Eberhard Förster entstanbenen Films sieht man Leny M a r e n b a ch unb Hans Sohnker in den Hauptrollen, ferner Hilde Hildebrand, Fritz O b e t mar, Walter Steinb eck u. a., heftig bemüht, Leben in bie launige, dach etwas konstruierte Gst schichte zu bringen. H. L Neuner.
mänber, das ist wohl das einzige, Auch groß ist das Bild nicht, man in einer Aktentasche unterbringen. Aber nun sitze ich vor dem kleinen Bild unb frage mich, wie der Mann wohl ausfah, der es gemalt hat. Da steht feine Name darunter, aber ich sehe bem Bilb an, daß der Maler schon älter gewesen sein muß, und daß er dieses Bild mit viel Liebe unb Sorgfalt gemalt hat. Da hat er Monate bavor gesessen, unb zwischendurch hat er sicher Briefe bekommen, hat gegeben, hat mit Freunden beim Wem gesessen und mit einer Frau vielleicht svaar einen Streit gehabt. Oder sie hat ihm einen Sohn dazwischen geschenkt. Vielleicht ist ihm auch die Mutter gestorben? Aber immer wieder ist er aus allem Freud und Leib heraus zu seinem Bild gekommen und hat weitergemalt. Es ist nicht wie bei uns anderen Menschen mir tun eine Arbeit, sie währt selten langer^als einen Tag, bann haben mir unser Tagwerk beendet. Und bann kommt unser Privatleben. Und dann kommt wieber eine neue Arbeit. Wir fragen Pakete au? ober machen Füllfeberhalter unb Glühbirnen ober besohlen Schuhe. Unb ber Schuh wirb ferhg, unb morgen kommt ein neues Paar an bie Arbeitz Wer bei Silbern ist es nicht so. Da ist em Jahr eines Menschen darin. Unb bic|es Jahr, dieser große M eines Menschenlebens, den besitzt du jetzt mit bem Bild. Du bist für ihn verantwortlich, du mußt Rechenschaft über dein eigenes Tun vor ihm ab- leaen ganz gleich, ob bu willst ober nicht. Deine sluchtig^Arbeit mahnt er zur Sorgfalt, an bemem 4eierabenb fragt er dich, was wird von dir bestehen nach so vielen Jahren. Nur em Grabstein dessen'Inschrift so schnell verwittert? Kinder laufen von dir herum, kannst bu ermidern Ach werft b ch enblid) bas Sprichwort zum alten Eisen, daß Km ber eine Last bebeuten. Gar eine Leistung, die hr euch gutschreibt! Kinder lohnen " euch durch 'hr schein überreichlich, unb wer Dankbarkeit erwartet, nprlnnat Wucher.zinsen. Glaubt auch nicht, ihr wur d t nun in b?n Gedanken eurer Nachkommen eine Ewigkeit weiterleben. Eines lieberlichen Großvaters H “ n sich unb ben Urgroßvater vergißt man. - Seht, da fch'wätze ich nun "E Hundertsten ms- tausendste unb dies nur, weil ich em Silo ve trodjte. Aber tuest Gedanken kommen aus dem Bilb unb darum liebe ich es. ,, hir
Das Bild, bas dir am Herzen l'e.kst, schenkt d r " ein neues Glück. Schau dir den Markt- Da steht eine Kirche im Hintergrund.
. 4 m___- hin Mrt»inrtinrtCrt.
Wir hatten die Möglichkeit, uns mit bem i Leiter der Stadtwerke, Direktor Lotz, über l bie Pläne zur Neugestaltung der Gießener s Verkehrsverhältnisse zu unterhalten. Aus die i fer Unterredung ist folgendes zu berichten: i
Die Straßenbahn in unserer Stadt, die schon über 30 Jahre einen nicht unwesentlichen Teil des Verkehrs bestreitet, läßt von Tag zu Tag mehr und deutlicher fühlbar werden, daß sie den Erfordernissen der Gegenwart nicht mehr in vollem Maße Rechnung tragen kann. Sie entstand zu einer Zeit, in der bie Perkehrsverhältnisse unserer Stadt grundsätzlich andere waren. Die Enge der Straßen, insbesondere in Stadtmitte, erforderten bic eingleisige Anlage mit all ihren Nachteilen, bie hinlänglich bekannt sind. Selbst wenn bic Stadtverwaltung sich entschließen wollte, die Straßenbahn zu moberni« fieren, so wäre dies nicht in bem Ausmaß möglich, daß sich eine wesentliche Verbesserung der Verkehrs- Verhältnisse ergeben würbe. Die Strahenoerhältnisse verbieten den zweigleisigen Ausbau. Die Einführung eines Drei-Minuten-Verkehrs würde keine wesentlichen Verbesserungen bringen unb aufjerbem in hohem Maße unwirtschaftlich sein. Sollte bic Straßenbahn in ihrer bisherigen Form weiterbe- trieben werben, so müßte jetzt außerdem an eine grünblichc Erneuerung ber Schienen gedacht werden, die schon aus Gründen der Materialersparnis gegenwärtig nicht möglich wäre. Das Wagenmate- rial ist zum großen Teil alt.
Diese Sachlage hat die Stadtverwaltung schon vor längerer Zeit veranlaßt, das Verkehrsproblem von einer anderen Seite her aufzurollen und eine neue Lösung zu finden, bie auf einen möglichst großen Zeitraum ben Erfordernissen und ber zukünftigen Entwicklung unserer Stadt gerecht werben konnte. Diese Lösung wird in der Anschaffung von Oberleitungs-Omnibussen und der dazu notwendigen Betriebseinrichtungen gesehen. Die Bestellungen ber Wagen und der übrigen technischen Einrichtungen sind bereits vor einem Jahre ergangen.
Zum Verkehrsprinzip des Oberleitungs-Omnibusses ist grundsätzlich zu sagen, daß es sich dabei nicht etwa um eine völlig neue Art des Verkehrs handelt. Solche Verkchrsanlagen sind längst erprobt unb haben sich bereits in vielen Städten bewährt. In Deutschland fin&bic Städte Berlin, Leivzig, Zwickau, Dresden, Flensburg, Trier, Pirmasens, Dortmund, Hannover und verschiedene andere kleinere Städte mit solchen Verkehrseinrichtungen ausgestattet, unb bie Zufriedenheit mit dem Oberleitungs-Omnibus ist allgemein. Auch im Ausland, in Italien, in Rußland, in Amerika unb in Eng- land trifft man den Oberleitungs-Omnibus in weit größerem Ausmaß an. Der Oberleitungs-Omnibus (kurz O-Bus genannt) vereinigt die Vorteile der Straßenbahn und des Autobusses in sich. Der O-Bus ist unabhängig von ber Schiene, er kann anberen Fahrzeugen ausweichen, kann unmittelbar an den Bordsteinen halten, so daß die Fahrgäste gefahrlos aussteigen können. Durch die Gummibereifung der Wagen und durch die fast lautlose Arbeit des Elektromotors fährt der O-Bus fast ohne Lärm. Schließlich gestattet der O-Bus die Ausnützung der elektrischen Kraft aus den eigenen städtischen Kraft- werken. Der Betriebsstoff, die Elektrizität, steht also wirtschaftlich günstig zur Verfügung. Autobusse mit Benzin- ober Dieselmotoren sind, allein vom Be° ' triebsstofs her gesehen, wirtschaftlich nicht sehr
ben Arkaben geschaffen, bic bas Gesamtbild freund« lieber unb lebendiger gestalten werden.
Die Oberleitungs - Omnibusse werden in drei Linien durch bic Stabt geführt. Die Linienführungen finb wie folgt vorgesehen:
Linie Bahnhof —Fliegerhorst: Bahn- Hof, Bahnhofstraße, Horst-Wessel-Wall, Hindenburg. Wall, Gartcnstraße, Ludwigsplatz, Kaiser-Allee, Grünberger Straße, Fliegerhorst (und auf gleichem Wege zurück).
Linie Schubert st raße — Verdun-Kaser n e: Schubertstraße (Standort-Lazarett), Gaffki). straßc (Kliniken), Wartwcg, Ludwigstraße (Universität), Ludwigsplatz, Kaiser-Attce, Licher Straße, Verdun-Kaserne (und auf gleichem Wege zurück).
Linie Selterstor — Klein-Lindenl Seltcrstvr, Frankfurter Straße, Klein-Linden (und auf gleicher Strecke zurück).
Die Linie B a h n h o f — W i e f e ck wird nicht mit Oberleitungs-Omnibussen, sondern weiterhin mit der Straßenbahn befahren. Die Straßenbahn fährt in der Richtung nach Wieseck über ben Seltersweg unb in her Richtung nach dem Bahnhof über bie Bahnhofstraße.
Für bie Obus-Linien finb auch mehrere Wende-, plätzc notwendig, da der Oberleitungs-Omnibus nur einen Führerstand hat und im übrigen an bie Oberleitung gebunben bleibt. Die Wenbeplätze er» forbern also eine Ausstattung mit kreisförmig ver- fegten Leitungen. Solche Wenbeplätze entstehen am Bahnhof, am Eingang zum Fliegerhorst, in ber Schubertstraße, am Lubwigsplatz, an ber Volkshalle, an der Graubenzer Straße (gegenüber der Landes-Heil- unb Pflegeanstalt) und an der Ver« dun-Kaserne. Ferner müssen solche Wendeplätze irt Klein-Linden (am Brandweg) unb am Selterstor geschaffen werben. Da im zukünftigen Fahrplart vorgesehen ist, ben Verkehr zur Verbun-Kaserne und zum Fliegerhorst etwa viertelstündlich zu ge< stalten, den Stadtverkehr aber in der bisherigen
Aus der Stad« Gießen.
Hausputz.
„Der Frühling naht mit Brausen" — unb auch bie Scheuerfrau. Ihre „Brausen" finb aUerbings ' bic Wassergusse die sich eines Tages burch bie ganze Wohnung ergießen unb zusammen mit einem unbestimmten Gcruchgemisch von Seife, Soda Sal- miak, Terpentin unb Wachs die Tage des großen Hausputzes ankündigen. Das ist dann allerdings alles andere als der „Tag des Herrn". Der Haus- Herr ist habet ganz unerwünscht, das überflüssigste Stuck der Wohnung, nicht einmal gut genug dazu, ' um auf Hochglanz poliert zu werden ...
Die Frauen sind „Herr"' der Lage. Die Woh- ' nung ist ihr Befehlsstand, ber Besen der Feld- ' herrnstab. Zehn Stunden lang wird geschrubbt und 1 gebohnert, gebürstet und blank gerieben, geklopft 1 und gewienert. Die verlassenste Abstellecke wird entrümpelt, und selbst das Allerheiligste, der Schreibtisch des Hausherrn, wird bearbeitet; kein Tintenfaß bleibt ungeschoren. Die Geräusche des Teppich- klopfens erfüllen Hoi und Nachbarschaft, aus den geöffneten Fenstern bringen dumpfe Schläge und helle Staubwölkchen, sicherer Beweis, daß jetzt die Matratzen, Sofas und Kissen dran sind. Auch die Vorhänge müssen gewaschen werben, auf daß zu ben Staubwolken bie Dampfschwaben kommen. Manches ist weniger gut eingeteilt als gut gemeint, und alles in allem ist es ein schwerer Tag für bic alleinherrschende Hausfrau.
Der Hausherr hingegen ist anderer Meinung. Er verneint grundsätzlich bie Notwendigkeit eines chroh- reinemachens. Er steht dabei auf einem völlig falschen Standpunkt. Er sollte vielmehr bie Initiative ergreifen und auf ein sehr wichtiges Objekt des Hausputzes, nämlich auf ben Ofen, Hinweisen. Denn gerade ihm kommt der Segen des Hausputzes nicht immer zugute. Obwohl er’s bringend nötig hat, einmal gründlich durchgereinigt und nachgesehen zu werden. Jeden Tag tut er Dienst, stündlich wird er gebraucht und ist natürlich eines Tages üb erholungsbedürftig. Was am Tag des Großreine machens nicht geschehen kann, sollen wir aber nicht vergessen. Nur ein innen und außen gut instand befindlicher, sauberer Herd und Ofen brennt sparsam. Diese Leistungsfähigkeit zu erhalten, liegt im wohlverstandenen eigenen Interesse. Herd und Oefen irtstandzuhaltcrt und durchzureinigen ist heute Pflicht.
Die Kohlenbevorratungsaktion wird dafür sorgen, daß jeder zu feinem Brennstoff kommt. Aber keiner wird aus Dem Vollen schöpfen können. Denn cs ist Krieg, und es besteht die dringende Notwendigkeit, unser Transportwesen und bie Eisenbahn zu entlasten. Jeder wird schon im Sommer sich seine Braunlkohlenbriketts im Keller oder auch sonstwo aufstapcln. Und der angchäuftc Vorrat mahnt aus eine stille, aber eindringliche Art, gut einzuteilen und Kohlen zu sparen. Und dazu kann der Hausputz, bei bem man Herd und Ofen nicht vergißt, bie wichtigste Voraussetzung schaffen. Denn nur reine unb gesunde Oefen gewährleisten eine sparsame Derwendung der Kohlen.
Dornotizen.
Tageskalender für INiktwoch.
Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen ber Ludwigs-Universität Gießen: 20.15 Uhr Abendvor- lefuna Professor Glöckner über „Einführung m bie Äesthetik der bildenden Künste" (H. Teil: Zeichnung und Malerei) im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34. - Stadtthcater: 19.30 bis 22 Uhr „Der Revisor". — Gloria-Palast (Seltcrs- weg): „Frau nach Maß". — Lichtspielhaus (Bahn- Hofstraße): „Wir alle geh'n zum Polterabend - Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung Kroll, Gießen, von 17 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brand.
Gießener Konzert-Verein.
Die nächste Veranstaltung des Gießener Konzcrt- vcrcins ist ein Kammcrmusikabend, für den das Leipziger Gewandhaus-Quartett gewonnen wurde Das Konzert findet nächsten Montag in der Umoersttats- Aula statt. Das Programm enthält Werke von Haydn, Mozart und Tschaikowsky.
Der Stellvertreter des Führers hat eine Anord- nung herausgegeben, nach der der Partei wieder eine beachtliche Aufgabe zugewiefen wird. Alle in Deutschland vorhandenen Brachlandflächen, die für die landwirtschaftliche, sowie gärtnerische Nutzung in Frage kommen, werden durch den Einsatz der Hoheitsträger der Partei, insbesondere der Kreis- heimstättenwaltcr des Gauheimstättenamtes der NSDAP, erfaßt werden.
In unserem Gau war seit Ende vorigen Jahres bereits eine Aktion zur Erfassung aller Grund- stücke bei den Sicdlungs- und Baugenossenschaften, sowie teilweise bei den Gemeinden und Städten mit einem sehr guten Erfolg durchgesührt worden. Es sind im Zuge dieser Maßnahmen rund 150 000 qm Landslächcn der gärtnerischen oder landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt worden. Die Sied- lungs- und Baugenossenschaften des Gaues haben sich bei dieser Aktion voll eingeschaltet, und alle nur verfügbaren Flächen wurden bereits in diesem Frühjahr 'unter die Wohnungsinhaber ber Bau- unb Sicblungsgenossenschaft verteilt.
Der Erlaß des Stellvertreters des Führers zur Brachlanbaktion vom 2. 3. 1940 besagt nun, daß die augenblickliche Kriegslage die Ausnutzung der letzten noch in Frage kommenden Flächen erfordert. Bei dieser Aktion ist es von größter Wichtigkeit, daß vor der Inbetriebnahme von Brachlandflächcn die Sicherung ber notroenbigen Arbeitskräfte geklärt sein muß, ba sonst bie Gefahr besteht, daß wertvolle Güter an Dünger und Saatgut, ohne den
Dro tz^ "d er * ro?ebcr 1) o l ten$ 21 u f r uf c° * i ft §noch ' eine erfassen und somit einen" wertvollen Beitrag im große Anzahl von Brachlandflächen im Gau einer Dienste der Ernahrungswlrtschaft leisten. ___
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ltt “ 0 3 9 kann es leicht ganz rot wurden, so innig hatten sie sie gefaltet?
sitze Oder fallen dir Nicht die Jahrmarktbuden deiner eigenen Kindheit ein, bic auf dem Kirchplatz standen, und deine erste Ringelspielfahrt auf dem großen Holzpferd, für bas du das Vermögen von fünf Pfennigen abliefern mußtest? Ich höre die Glocken dieses Turmes, unb alle Glocken schwingen mit, die e in meinem Leben Bedeutung hatten.


