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Ur. 47 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

24-/25. Zebruar 1940

Aus der Stadt Gießen.

Schalttag.

Unferem Stalenber liegt bas trooifdie 'Inhr ,,, ®runbe, da- ist die 3eit, di-

um »om Fruhlingspunkt ausgehend wi-d-r za ihm zuruckzukehren, das macht nach unserer Rechnung nnUh 4ß94C?e,f h « Stunden, 48 Minuten und «>,42 Sctunben aus. Da wir aber den 5 6lun= 48 Minuten und 46,42 Sekunden keine Ertra- @nn1En' leJ3en wir sie drei Jahre lang af S-'l Wc Kante und geben sie im vierten Jahr al- Schalttag aus. Dieser geniale Gedanke ist van Casar verwirklicht worden im Julianischen jtalen. der, der aus dem Jahre 46 n. d, Ztr, stammt, und ging auch ein in die gregorianische Kalenderresorm sind 9°^rß5 1581/ an öie roir ^ute noch gebunden

Dieser gelehrten Vorbemerkung lassen sich eine ganze Reihe von Bedenklichkeiten anhängen, je nachdem man seine Nutzanwendungen aus dem auf 366 Tage aufgewerteten Jahr zieht. Wenn es bloß einen 32. Dezember gäbe, dann würden doch nur jene die Dummen fein, die an diesem 32 De­zember geboren wären. Man hat aber den Schalt- tag dem sowieso zu kurz gekommenen Februar ein»

OieZllustrierte des Gießener Anzeigers fällt heute aus als Folge des harten Winters und der damit zwangsläufig verbundenen Güterverkehrseinschränkungen. Sie können nicht ohne Einfluß auf die Papierbefchaffung sein, fo daß die Illustrierte vorübergehend alle zwei bis drei Wochen einmal nicht er­scheinen kann. Die Bezieher werden um Ver­ständnis gebeten für diese besondere Lage, die nur von kurzer Dauer sein wird.

Verlag des Gießener Anzeigers

gefügt, womit eigentlich die ganze Ordnung ins Wanken kommt. Ziehen wir nämlich den 29. Feb­ruar einfach ab, dann müßten danach alle Sonn­tage auf den Samstag fallen, alle Montage auf den Sonntag ufw. Lassen wir aber den 29. Februar stehen wozu wir laut Gesetz der Kalendermacher verpflichtet sind dann dürfen wir zwar anno 1940 wieder einen Tag länger leben, kommen aber auch um einen Tag Gehalt zu kurz. Man sage nicht, daß das nichts ausmache, das ist in hundert Jah­ren fast ein ganzer Monat.

Wer am 29. Februar geboren ist, hat nur alle vier Jahre Geburtstag, wird dafür aber immer­hin mit einem Schlage auch um vier Jahre älter. Wer hingegen am 29. Februar geheiratet hat, muß hundert Jahre warten, ehe er seine silberne Hoch­zeit feiern kann, genießt dafür aber wieder einen schrecklich langen Honigmond (es sollte wenigstens so sein). Wer am 29. Februar 1900 geboren wurde, müßte rechtmäßig jetzt erst im Jahre 1910 leben, würde also nach unserer Zeitrechnung gewisser­maßen hinter dem Mond zu Hause sein. Denn für ihn würde es z. B. mindestens noch einmal 40 Jahre dauern, ehe der Rundfunk erfunden würde. Ein kleiner Fehler ist da unterlaufen einen 29. Februar 1900 hat es nicht gegeben, weil wir nämlich zur Jahrhundertwende einen andern Dreh machten und den fälligen Schalttag ausfallen lie­ßen, da wir auf Vorschuß gelebt hattett.

Es ist übrigens auch wieder ein Irrtum, daß der 29. Februar der Schalttag ist, sondern die Ehre fällt in diesem Jahre dem 2 4. Februar zu. Da merkt man es dann nicht so, daß ein Tag hinein- gemogelt worden ist, denn einen 24. Februar gibt es in jedem anderen gewöhnlichen Jahre auch, wo­mit wiederum nachgewiesen ist, daß man auch an einem Schalttag geboren sein und doch jedes Jahr Geburtstag haben kann.

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Deutsche Stenografenfchaft: 20 UhrStadt Lich" Jahresversammlung. Gloria-Palast (Seltersweg): ,Lwei Welten". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Brand im Ozean".

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 19 UhrDie Fledermaus". Glo- ria-Palast (Seltersweg):Zwei Welten". Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Brand im Ozean".

Insgesamt 8818,86 KM.

Wie der Leiter der Polizeidirektion Gießen, Ma- jor und Kommandeur der Schutzpolizei.H e 11 - w e g e - E m d e n uns mitteilt, beläuft sich das nun­mehr endgültig feftgefteüte Ergebnis der Samm­lung amTag der deutschen Polizei zum Besten des Kriegs-Winterhilfswerks im Bereich der Stadt Gießen auf 8818,86 RM. Die Polizeibeamten haben dieses außerordentlich erfreuliche Ergebnis mit größter Befriedigung vermerkt. Major Hell­weg e-Emden spricht daher heute noch einmal ollen Spendern, Holsern und den Angehörigen der NSV. im Namen der gesamten Polizei herzlichen Dank aus für die anerkennenswerte Opfer- und Spendenfreudigkeit und die darin zum Ausdruck ge­brachte enge Verbundenheit der Bevölkerung mit unserer Gießener Polizei.

Die Umtauschstelle für Kinderschuhe.

Gfs. Die Umtauschstelle des Deutschen Frauen- Werkes für Kinderschuhe in der Kreisgeschaftsstelle der NS.-Frauenschaft in Gießen, Frankfurter Straße, erfreut sich größten Zuspruchs und 'st eme allgemein begrüßte Einrichtung geworden. Wenn der kleine Liebling sagt:Mutti, mich druckt der Schuh!", dann ist das keine Sorge mehr für die Mutter, sondern sie wird am nächsten Tag m der Umtauschstelle sicher ein schönes, sauberes fr sch besohltes und passendes Paar Schuhe für ihr Kind finden. Denn wohl über hundert Paare liegen auf der Umtauschstelle bereit. Mit großer Freundlich- feit werden auch hier den Klemen Paar um anprobiert, bis das Passende gefunden 'st und der kleine Fuß sich nun ungehindert weiter entwickeln

Gießener Wochenmarklpreife.

® i e fe e n, 24. Febr. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg'1,60) im, Matte 25 Rpf., Käse, das Stuck 6 bis 10 Rp ., Kartoffeln, 50 kg 3,65 RM., Wirsing, kg Rpl Weißkraut 11 bis 12, Rotkraut 15, h?lbe Ruben 12 bis 15, Unterkohlrabl 1 bis 10, Zwiebeln 1-

Gegen die Rachitis in Stadt und Kreis Gießen.

Oie Beobachtungen während der ersten Wochen der Bekämpfungsaktion.

Im Gießener Anzeiger Nr. 17 vom 20./21. Januar 1940 berichteten mir in einem Auffatz des Direktors der Unioerfitäts»Äinberflinif Professor Dr. Keller von dem Beginn einer vom Reichsministerium des Innern für das ganze Reich angeordneten groß- zugigen Rachitis-Bekämpfungsaktion, die gegenwärtig von der NS.-Dolkswohlfahrt in Gemeinschaft mit dem Staatlichen Gesundheitsamt, in Gießen mit der Universitäts-Kinderklinik durch - geführt wird. Die Maßnahme verfolgt den Zweck, unsere Kleinstkinder schon im ftühesten Alter vor der Geißel der Englischen Krankheit (Rachitis) zu schützen und dadurch gute Vorarbeit für die Gesund­heit des Nachwuchses unserer Volksgemeinschaft zu leisten, lieber die Wahrnehmungen bei dem bisheri­gen Verlauf des Kampfes gegen die Rachitis in der Stadt und im Landkreis Gießen haben wir den Direktor der Universitäts-Kinderklinik Professor Dr. Keller als zuständige Stelle für den Stadtbereich und das Staatliche Gesundheitsamt als zuständige Dienststelle für den Landkreis Gießen um Auskunft gebeten. Nach dem heutigen Stande ist folgendes zu berichten.

3n der Stadt Gießen.

Die Sprechstunden für Mütter mit Kindern im Alter von drei Monaten zur Rachitis-Bekämpfung sind seit einigen Wochen regelmäßig im Gange. Sie finden in Gießen in den NSV.-Dienststellen der Ortsgruppen Gießen-Nord, Walltorstraße 38, und Gießen-Ost, Kaiserallee 34, ferner in Wieseck und in Klein-Linden statt. Es kommen aber auch viele Mütter mit ihren Kleinstkindern zur Kinderklinik, um dort die Kindlein zur Untersuchung vorzustel­len.

Der bisherige Verlauf der ärztlichen Untersuchun- gen in der Stadt Gießen hat die unbedingte Not­wendigkeit der Rachitts-Bekämpfungsaktion über» zeugend erwiesen. Die weit überwiegende Mehr­zahl aller im Gießener Stadtbereich zur Unter­suchung gebrachten drei Monate alten Bübchen und Mädchen zeigte bereits die ersten sicheren Anzeichen einer beginnenden Englischen Krankheit (Rachitis), sodaß also die Anwendung der Bekämpfungsmaß- nahmen dringend notwendig wurde.

Erfreulicherweise zeigen die Mütter volles Ver­ständnis für die Ausgaben, die ihnen im Interesse ihres Kleinchens hier erwachsen. Sie nehmen die Ratschläge der Aerzte und bas ihnen zur pro­phylaktischen Behandlung des Kindchens verab­reichte Vigantol bereitwillig entgegen, und man darf auch damit rechnen, daß die empfohlenen Maßnahmen mit aller Sorgfalt durchgeführt wer­den.

In manchen Fällen sahen sich die Aerzte veran­laßt, neben der Verabreichung des Vigantol noch weitere Maßnahmen gegen die Rachitis bei einer Anzahl Kinder anzuwenden, um mit allem Nach­druck gegen die in diesem Fällen bereits vorge­schrittene Krankheit vorzugehen.

Die Bekämpfungsaktion erstreckte sich auch in Gießen auf die fog. Winterkinder, d. h. die vom Oktober bis einschließlich Januar geborenen Kin­der. Den Müttern wird stets der dringende Rat gegeben, ihren Kleinstkindern bei der Nahrung möglichst viel Gemüse, Obst und Zitronensaft zu geben, die Kindchen außerdem an jedem Tage in die frische Luft zu bringen und sie vor allem die Wohltaten der Sonne genießen zu lassen.

3m Landkreis Gießen.

Die Rachitisbekämpfung erstreckt sich auf die fog. Winterkinder, d. h. auf die vom Oktober bis ein­schließlich Januar geborenen Kleinen. Sobald ein Kind im dritten Monat seines Lebens steht, kommt es für die Maßnahmen zur Bekämpfung der Ra­chitis in Betracht. In den Orten des Landkreises Gießen werden zwei Wege der Kinderbesichtigung gegangen: in den größeren Ortschaften kommen die Mütter mit ihren drei Monate alten Kindern auf Einladung durch das Staatliche Gesundheitsamt in die Mütterberatungsstunden, wo die Fürsorgerinnen die kleinen Erdenbürger in Augenschein nehmen, in allen übrigen Orten, in denen es sich jeweils nur um einige wenige Kinder handelt, werden die Klein­sten bei Hausbesuchen der Fürsorgerinnen besichtigt.

Zeigt sich, daß ein Kleinstkind im dritten Lebens­monat bereits von der Rachitis erfaßt ist, so wird unverzüglich die Vorstellung dieses Kindes beim Arzt veranlaßt, damit auf Anordnung und unter Kontrolle des Arztes der Kampf gegen die Krankheit durchgeführt wird. Die Mutter jedes Kleinstkindes erhält ein Fläschchen des erprobten und bewährten Rachitis-Schutzmittels Vigantol ausgehändigt, das sie dem Kindlein nach den entsprechenden Vorschrif­ten bei der täglichen Nahrung innerhalb von zwei Monaten verabreichen muß. Nach Ablauf von zwei Monaten wird bas Kindchen erneut vom Arzt bzw. von den Fürsorgerinnen in Augenschein genommen. Ist das Kind bann frei von Rachitis, fo ist bamit bie Angelegenheit abgeschlossen unb für bie Gesunb- heit des kleinen Menschleins insoweit alles getan. Zeigen sich aber nach Ablauf von zwei Monaten immer noch Rachitis-Erscheinungen, so erhält die Mutter ein zweites Fläschchen Vigantol, das sie dem Kindlein wiederum während der nächsten zwei Mo­nate verabreichen muß. Nach diesem Zentraum ist im allgemeinen mit dem Verschwinden der Rachitis zu rechnen, es fei denn, daß ein Kleinstkind durch mancherlei Ernährungsfehler noch nicht den ge­wünschten Gesundheitszustand erreicht hat oder späterhin noch einmal von der Rachitis befallen wird.

Neben der Verabreichung des Vigantol kann auch durch richtige Ernährung sehr viel für die Gesund­heit des Kleinstkindes getan werden. Vor allem ist es für jede Mutter eines solchen kleinen Kindes von größter Wichtigkeit, daß sie ihrem Kleinchen mög­lichst viel Gemüse, Obst unb vor allem auch Zi- tronenfaft gibt. Zur Zeit kommen namentlich Ka­rotten unb Karottenfaft als sehr zweckmäßige Nähr­

mittel für bas Kind von drei Monaten in Betracht. Im Frühjahr ist es auch sehr wichtig, diesen Klei­nen die ersten Wildgemüse, nämlich Brennesselu, Spitzwegerich und die jungen Blätter des Löwen­zahn zu reichen, die wie Spinat gedämpft mög» liehst wenig Wasser und nicht etwa kochen! wer* den und dem Kindlein gesundheitlich außerordent­lich bekömmlich sind. Im dritten Lebensmonat empt stehlt es sich, dem Kindchen auch schon Aepfel in ge­riebener Form zu geben. Vom vierten Lebens* monat ab kommen neben dem vorerwähnten Wild-- Semüfe alle anderen Gemüsearten und wiederum bst, Brei usw. in Betracht. Im sechsten Lebens­monat kann man zum Nutzen des Kindleins Matte, also Quark, in die Ernährung cinscbalten. Von größ­ter Wichtigkeit ist es ferner,' die Kindlein möglichst viel der Sonne und der frischen Luft zugänglich zu machen. Das gilt auch jetzt in den Winter­monaten während der schonen Tagesstunden. Auf dem Lande muß man sich von der veralteten unb völlig falschen Vorstellung frei machen, daß im Winter das Kleinstkind nicht aus der Stube heraus-

-McMhaus J?uhl

< 9/30 -2". /-.

kommen dürfe unb auch bie Fenster des Aufent* Haltsraumes des Kindes geschlossen zu halten feieru Hier, wie auch in der Stadt, heißt es: Unter allen Umständen während der schonen Tagesstunden bas Kleinstkind hinaus ins Freie! Dazu sind gerade auf dem Lande viel mehr Gelegenheiten gegeben als in der Stadt. Auch hier gilt das Wort:Wo Ma Sonne hinkommt, braucht der Arzt nicht hinzu- kommen!"

Die Rachitis- Bekämpfungsaktion ist während bei? Sommermonate nicht notwendig, da dann die Ein­wirkung der Sonne und der Sommerluft, sowie dis reichen Vorräte an Gemüse aller Art die beste« Mittel gegen die Rachitis sind.

Nach dem bisherigen Stand ist die Zahl betf rachitiskranken Kinder im Landkreis Gießen erfreu­licherweise nicht allzu groß. In den meisten Orten kommen nämlich nur wenige Kinder im Alter von drei bis fünf Monaten in Betracht, und von diesen ist glücklicherweise die größere Anzahl gesund.

Ueberall haben die Fürsorgerinnen bei den Müt­tern volles Verständnis unb größte Bereitwilligkett! für die Bekämpfungsmaßnahme gefunden, ein Be* weis dafür, daß die vom Reichsministerium des Innern für das ganze Reichsgebiet angeorbnete Maßnahme zur Forderung der Volksgesundheit in den breiten Volksschichten die verdiente volle Wür­digung sind et, B.

bis 13, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 35, Aepfel 15 bis 35, Birnen 15 bis 20, Blumenkohl, das Stück 36 bis 39, Endivien 20 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Rpf.

*

** Populärwissenschaftliche Vor­lesungen der Universität. Der gestern ver­merkte populärwissenschaftliche Vortrag von Pro­fessor Dr. Dietz war irrtümlich für den gestrigen Freitagabend angekündigt. Der nächste Vortrag von Professor Dr. D i e tz findet am kommenden Montag, 26. Februar, der letzte Vortrag dieses Gelehrten am 11. März im Härsaal des Chemischen Instituts statt.

(Straffommer Gießen.

Eine Frau aus H. hatte sich wegen Urkunden­fälschung zu verantworten. Sie hatte zwei vom Bürgermeister ausgestellte Bezugscheine abgeändert, und zwar den einen, der auf ein Paar Schuhe lautete, inzwei Paar" und den anderen, der auf ein Hemd lautete, inein Paar Schuhe." Die Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter be­antragte eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Mo- naten. Die Angeklagte wurde der schweren und der einfachen Urkundenfälschung schuldig erkannt und unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt.

Der R. Th. aus Frankfurt a. M., zur Zeit in Un­tersuchungshaft, hatte sich wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung zu verantworten. Er hatte im Herbst vorigen Jahres in Assenheim mit einem Taschenmesser dem Pferd des Bauern K. in den Hals gestochen, sodaß das Tier erheblich verletzt wurde und während 14 Tagen nicht gefahren wer­den konnte. Es entstand ein Schaden von etwa 1,50, bis 200, RM. Der Angeklagte war ge­ständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Ge­fängnisstrafe von acht Monaten und Unterbringung des Angeklagten in einer Trinkerheilanstalt. Der Angeklagte wurde wegen Tierquälerei und Sach­beschädigung zu einer Gefängnis st rase von a d) t Monaten, abzüglich zwei Monate Unter­suchungshaft, verurteilt. Auf Grund des § 42 c StrGB. wurde feine Unterbringung in einer Trin- kerheilanftalt angeordnet. Straferschwerend mür­ben die erheblichen Vorstrafen und das brutale unveranlahte Vorgehen des Angeklagten, strafmil- dernd dagegen sein Geständnis und der Umstand, daß der Angeklagte unter dem Einfluß erheblichen Alkoholgenusses stand, berücksichttgt.

Amtsgericht Gießen.

Der W. G. aus Magdeburg, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, war der fahrlässigen Brandstiftung und des Bettelns beschuldigt. Er hatte am 16. Dezember 1939 in Grebenhain, wo er in der Herberge unter- gebracht war, den Ofen überheizt, wodurch das In­ventar (Tisch, Bank, Pritsche usw.) in Brand ge­riet und ein Schaden von 40 bis 50 RM. entstand. Außerdem hatte er zu dieser Zeit in Grebenhain gebettelt. Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig. Dem Antrag des Anklagevertreters ent- sprechend wurde der 2Ingenagte wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer (9 e f d n an i s ft r a f e von brei Monaten und wegen Bettelns zu einer Haftstrafe von zwei Wochen verurteilt. Ferner wurde die Einweisung in ein Arbeitshaus ange- orbnet.

SJ.-fpor(

Oie Kriegsmeisterschast der Bezirksklaffe.

1900 Gießen SpV. 05 Wetzlar. ©.-Steinberg VfB.-Rb. Gießen. Burgsolms Naunheim.

Sportfreunde Wetzlar Rodheim.

1900 Gießen erwartet den Sportverein 05 Wetz­lar. Beide Partner sind als gleichwertig anzuspre- chen. Der Platzverein wird alles daranfetzen, die Punkte in Gießen zu behalten.

Die Grün-Weißen fahren nach Watzenborn mit der Absicht, dort zu gewinnen. Doch die Teutonen sind, zumal auf eigenem Gelände nicht fo leicht zu bezwingen.

Die Naunheimer werden die Burgsolmser ohne Punkte heimfchicken.

Die Rodheimer sind zu Gast bei den Sport­freunden Wetzlar. Es ist ein Spiel ohne Punkt­wertung.

1900 Wetzlar.

Neben dem Spiel in Steinberg ist es dieser Kamps, der morgen am meisten von Interesse fein dürfte. Beide Mannschaften haben durch Nieder­lagen Boden verloren. Und damit dies nicht weiter der Fall ist, wird es der hauptsächlichste Grund des morgigen Spieles sein, durch entsprechendes Abschneiden wieder einen Ausgleich herbeizufüh­ren. Wetzlar mit der Mannschaft Dormann; Teske, Meinhardt; Hahn, Baumann, Blech L; Diddlapp, Engelmann, Baumann, Zehner 11., Blech II., wird alles versuchen, dem seitherigen negativen Abschnei­den eine Wendung zu geben. Für die Blauweißen gilt es besonders, ein weiteres Absinken zu ver­meiden, und da der in Urlaub weilende Hormel die Mannschaft Dinges; Schneider, Goß; Carstens, Jäger, Günther; Kraft, Pechaufcheck, Hormel, Balz, Heuser wesentlich verstärken wird, darf man er­warten, daß die Platzbesitzer nicht ohne Hoffnun­gen in den Kamps gehen.

Watzenborn-Steinberg I. VfS.-N. Sieben I.

Nachdem die Watzenborn-SteinbergerTeutonen" am vergangenen Sonntag durch das Ausbleiben des Gegners wieder ohne Spiel waren, erwarten sie am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft des DfB.- Reichsbahn Gießen auf eigenem Platz wm Meister- fchaftsfpiel. Die Gäste aus Gießen, Die am ver­gangenen Sonntag im Lokalkampf überraschend mit 2:1 verdient gewannen, werden versuchen, morgen zu zwei weiteren Punkten zu kommen. Bei der Platzmannschaft dagegen gilt es, den bis dahin er- kämpften Punktvorsprung weiterhin auszubauen.

Vfv.-Reichsbahn 1. 3gb. Tv. Heuchelheim 1. 3gb.

Zum zweiten Bannmeisterschaftsspiel empfangen bie Grün-Weißen diesmal die Jugend aus Heuchel­heim. Obwohl die Grün-Weißen am letzten Sonntag durch ein gutes Ergebnis überraschten, dürften sie jetzt wohl kaum um eine Niederlage herumkommen, ba der Gegner auch körperlich viel stärker ist,

-4.^2,

Lydia Veicht wieder deutsche Iugendmeisterin.

In den Wettkämpfen im Kunsteisstobion in Gar­misch-Partenkirchen errang am späten Freitagabend Lydia Deicht (Hochland) bie Eislaufjugendmeister- schäft des BDM.

Kurze Sportuotizen.

Bei den 5. Winterkampfspielen ber HI. in Garmisch-Partenkirchen wurden am Freitag* vormittag die Eishockey-Zwifcheurundenkämpfe ge­startet. Ostland schlug Berlin mit 7:2, während sich Düsseldorf und Kärnten 0:0 trennten.

B e i den 5. Winterkampfspielen b e c H I. in Garmisch-Partenkirchen nahm am Freitag der deutsch-italienische Länderkampf mit dem Schi-

Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!

Langlauf über 6 km feinen Anfang. Auf jeder Seite standen fünf Jungen im Kampf; Italien siegte mH! 14,8 Punkten und sicherte sich damit die Führung in der Gesamtwertung. Bester Einzelläufer war der Italiener Gastone dalle Ave mit einer Sekund« Vorsprung vor dem Deutschen Laffentaler (Kärntens

1150 Jahre Attendorf (Lahn).

Am 27. Februar 1940 sind es 1150 Jahre! her, seit das Dorf A11endorf an der Lahn zum erstenmal in bas Licht der Geschichte trat, denn in einer Urkunde vom 27. Februar 790 kommt sein Name zum erstenmal vor. Seit wann bas Darf besteht, ist nicht bekannt. Ueber bie interessante Ge­schichte Allenborfs werden wir demnächst einen Aus­satz aus der Feder von Pfarrer Germer (Großen, Linden) in derHeimat im Bild" oeröffentticher^

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Frau V. in A.-V. In Ihrem Falle dürfte der Anspruch auf einen Fettverbilligungsschein begründet fein. Den Antrag müssen Sie bei dem Bürger­meister Ihres Wohnortes stellen.

L. H. in £. Ehemalige Frontkämpfer des Wett» trieges erhalten, ebenso wie die Veteranen aus früheren Kriegen, sobald sie das 70. Lebensjahr er­reicht haben, einen monatlichen Ehrenfold vo« 10 RM. Antragsformulare find beim Verforgunas» amt in Gießen erhältlich. Dorthin sind auch die An» träge mit den erforderlichen Untertanen zu richten« Nähere Einzelheiten können Sie bei dem Kamerad-' schaftsführer der NS.-Kriegerkameradschaft in Ihrem Wohnort erfahren, der Sie ja wohl auch als Siird angeboren.