Einzelbild herunterladen

men 58, Blumenkohl, das Stück 20 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 50, Einmachgurken 4 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 15, Rettich 5 bis 12, Ra­dieschen, das Bund 10 Rpf.

*

** 341 MI ar der Arbeit. Am gestrigen Montag, 22. Juli, beging der Walzwerksarbeiter Heinrich Scheid aus Großen-Buseck das Jubiläum einer 40jährigen Tätigkeit bei den Gailschen Ton­werken. Durch die Firma, seine Arbeitskameraden und durch die Deutsche Arbeitsfront wurde der Jubilar an seinem Ehrentag entsprechend geehrt.

* Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am heutigen Dienstag, 23. Juli, kann unser Mitbürger Konrad K r e u d e r, der in der Landespflegeanstalt (Licher Straße) als Pensionär wohnt, in aller geistigen und körperlichen Frische seinen 75. Geburts­tag feiern. Der Jubilar, der lange Zeit als Schiffs­bäcker auf Handelsschiffen fuhr, ist viel in der Welt herumgekommen und hat ein reiches Leben hinter sich. Mit aller Aufmerksamkeit verfolgt er die Er­eignisse der Gegenwart. Der Jubilar zählt zu den treuen Lesern des Gießener Anzeigers, den er auch seit langer Zeit in der Anstalt austrägt. (Wir beglückwünschen den Jubilar herzlich zu fei­nem Geburtstag!)

* Benutzung von Kraftfahrzeugen durch Rückgeführte. Der Reichsverkehrs­minister hat unterm 5. Juli 1940 bestimmt: Richt- bewinkelte Kraftfahrzeuge dürfen ohne weitere Ge­nehmigung auf der Straße zurückgeführt werden, sofern der Kraftfahrzeugführer einen von der zu- stäntngen Ortsgruppe der NSDAP, des Bergungs­gaues ausgestellten gelben Heimkchrerausweis vor­

weisen kann, in dem er namentlich genannt wird. Dies gilt nur für eine einmalige Fahrt auf dem kürzesten Wege bis zu dem im Heimkehrerausweis angegebenen Bestimmungsort.

Strafkammer Gießen.

In zweitägiger Verhandlung hatte sich Maria Steul, geb. Zaier, aus Okarben, geschiedene Ehefrau des R. Steul. z. Zt. in Strafhaft, wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu verantworten. Sie war beschuldigt, am 31. Juli 1937 in Muschenheim vorsätzlich in der Scheune des ihrem Ehemann gehörigen Anwesens Feuer angelegt zu haben, das auf die benachbarten Scheunen Übergriff. Die Scheunen, die zum Teil mit cmgebrachter Ernte gefüllt waren, brannten bis auf das Mauerwerk aus. Der Schaden beträgt etwa 15 000, RM.

Die Angeklagte, die die Brandlegung bestreitet, verbüßt z. Zt. eine Zuchthausstrafe von acht Jahren wegen Giftmordversuchs an ihrem inzwischen ge­schiedenen Ehemann. Der Anklagevertreter hält die Angeklagte für überführt und beantragt eine Zucht- Hausstrafe von vier Jahren "und Bildung einer Ge­samtstrafe von elf Jahren Zuchthaus aus der be­antragten und der bereits erkannten Zuchthaus­strafe. Die Angeklagte wurde des Verbrechens der Brandstiftung schuldig erkannt und unter Einbe­ziehung der durch Urteil der Strafkammer des Landgerichts Berlin vom 18. September v. I. er­kannten Zuchthausstrafe zu einer Gesamtzucht- hausstrafe von elf Jahren verurteilt. Bei der Anrechnung der Untersuchungshaft in Höhe von acht Monaten und der Aberkennung der bürger- lichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren behält es fein Bewenden.

Oie Heilkräuterernte in vollem Gange.

NSG. Die Schuljugend unter Führung national­sozialistischer Erzieher und Jugendformationen der NSDAP., daneben andere Organisationen sind in allen Gauen des Reiches am Werk, die Hellkräuter­ernte einzubringen. Der Gauleiter hat dieser Aktion durch besondere Anordnungen stärkste Unterstützung zuteil werden lassen. Die nachfolgenden Winke der Gauabteilung Hessen-Nassau und Kurhessen der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung e. V., RfH. mögen allen, die mithelfen, wichtige Fingerzeige geben. Vorweg ge­nommen seien die allgemeinen Richtlinien für die Sammlung und Trocknung. Voraussetzung für jeden, der zu Erwerbszwecken Heil- und Hausteekräuter sammelt, ist die behördliche Sammelerlaubnis. Diese wird in der Regel durch die untere Naturschutz!) e- hörde für alle nichtgeschützten Pflanzen erteilt. Zu­ständig sind meist die Ortspolizeibehörden bzw. für die Sammlung im Walde die Forstämter. Die Sammelerlaubnis wird gewöhnlich für das Kalen­derjahr erteilt gegen eine geringe Gebühr. Die im Dienste der Sammelaktion der RfH. eingesetzten Jugendverbände und Schulen sind von der Zahlung dieser Gebühr befreit.

Nachfolgend genannt seien zunächst d i e f ü r b e n Gau Hessen-Nassau sammelwichtigen Arten, wobei die an erster Stelle genannten in besonders großen Mengen eingebracht werden sol­

len und die später genannten weniger stark benötigt werden.

Brombeerblätter, Himbeerblätter, Erdbeerblätter, Birtenblätter, Kamillenblüten, Huflattichblätter, Ackerschachtelhalm, Purpurfingerhutblätter (giftig!), Brennnesselblätter, Lindenblüten, Spitzwegerich­blätter, Holunderblüten, Holunderblätter, Haselnuß­blätter, Johanniskraut mit Blüten, Eberesckenblät- ter, Mutterkorn (giftig!), Maiblumenblätter (giftig!), Quendel oder Feldthymian, Stiefmütterchenkraut, blau, Stiefmütterchenkraut, gelb, Heidelbeerblätter, Hohlzahnkraut. Odermennigkraut, Tausendgülden­kraut, Katzenpfötchen, gelb, Ulmspierstaudenblüten, Erdrauch kraut, Klatschmohnblüten, Färberginster- fraut.

Alle hier genannten Drogen werden getrocknet abgeliefert an die von den Kreissachbearbeitern RfH. festgelegten Sammelstellen. Die Anschriften der Kreissachbearbetter sind zu erfahren bei den Aemtern für Volksgesundheit, den Kreisschulämtern, den Kreiswaltungen NSLB. und selbstverständlich bei den Kreisleitungen der NSDAP.

Frisch gesammelt werden in diesem Jahr wieder größte Mengen Hagebutten, über deren Ablieferung noch besondere Bestimmungen ergehen. Heber die Ernte und die zu sammelnden Pflanzenteile der verschiedenen Kräuter geben die Kreissachbearbeiter genaue Auskunft.

und zur Wertberichtigung 548,220 RM. aufgeführt. Der Erneuerungsfonds beträgt nach der in der Ge­winn- und Derlustrechnung nachgewiesenen Einlage von 112 112,06 RM. jetzt insgesamt 134 271,36 RM. Die Verbindlichkeiten sind mtt 283 634,83 RM. aus- gemiefen, der Staatszuschuß des hessischen Staates iieläuft sich auf 1 301216,62 RM. Der Abgrenzung dient ein Posten von 212 511,55 RM.

Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit Aufwendungen und Erträgen in Hohe von 569151,08 RM. Die Aufwendungen für den Bahnbetrieb sind mit 336 857,69 RM., sonstige Auf­wendungen, Zinsen, Steuern usw. mit rund 103 271 RM., die Zuweisungen an die Sonderrücklage mit rund 14 884 RM., die an den Erneuerungsfonds mit rund 112112 RM., sonstige Auftvendungervmit rund 2025 RM. aufgeführt.

In den Erträgen sind außer den schon er­

wähnten Betriebseinnahmen rund 9 519,16 RM. Einnahmen aus dem Krastwagenverkehr, rund 61334 RM. Entnahmen aus gesetzlicher Rucklage und 27 646 RM. außerordentliche Zuwendungen enthalten. . ,

.Nach dem Bericht des Aufsichtsrates wurden Auf­sichtsrat und Vorstand Entlastung erteilt. Das turnusmäßig ausfcheidende Mitglied des Aufsichts­rates, Bürgermeister Dr. R. Moersch e l (Butz­bach) wurde bis 1945 wiedergewahtt. Dem Aufsichts­rat gehören außer Direktor Dr. Stephan und Bürgermeister Dr. M o e r f ch e l die Sürgermeifter Wilhelm Han (Bad-Nauheim), zu Zeit im Felde, und Hans Geil (Lich), Oekonomierat C. Hoff­mann (Hof-Güll) als stellvertr. Vorsitzender, Pfar- rer Fr. Nies (Ettingshausen) und Verkehrsdir-'k^- Rob. K a b i s ch (Berlin) an.

$.Upori

Fußball im Tv. Klein-Linden 1889.

Klein-Linden Grüningen 5:3 (3:1).

Die Turner von Klein-Linden machten ihre Nie­derlage vom Sonntag wieder gut. Der Kampfes­wille und die Einsatzbereitschaft, namentlich auf der rechten Sturmseite, und die Zerstörer- und Aufbau­arbeit der Hintermannschaft waren ausschlaggebend ür den verdienten Sieg.

Die ersten zwanzig Minuten des Spieles waren ziemlich ausgeglichen. Grüningen spielte auf Sieg. Die zeitweilige Heb erlegen!)eit wurde an dem gu­ten Zusammenspiel der Hintermannschaft von Klein- Linden illusorisch. Da verwandelte der Halbrechte der Gastgeber eine Vorlage zum sicheren Tor für Klein-Linden. Die Gäste konnten zehn Minuten päter ausgleichen. Aber schon kurz danach führte Klein-Linden durch den Halbrechten mit 2:1 und bald darauf durch Kopfball seines Mittelstürmers mit 3:1.

In der zweiten Halbzeit bedrängte Grüningen das Tor der Gastgeber. Es gelang auch den Gästen auf 3:2 aufzuholen. Dann aber hatten die Turner von Klein-Linden für längere Zeit das Spiel ganz in der Hand, erhöhten auf 4:2, schließlich auf 5:2. Die letzte Viertelstunde stand noch einmal ganz in bem Zeichen von Grüningen, der Ausgleich wurde aber nicht mehr erreicht. ,

Handball.

Tv. Lützellinden 3gb. Rlalnz-Rlombach 3gb. 7:6.

Die Handballer des Bezirks Gießen, vornehmlich aber des Bannes 88, dürfen stolz auf die Leistung der Jungens aus Lützellinden fein. Sie können dar­aus aber auch erkennen, welche Bedeutung der immer wieder zum Ausdruck gebrachten intensiven Schulungsarbeit zukommt, wie es notwendig ist, auch innerhalb der einzelnen Gemeinschaften tat­

kräftig und vorbildlich nach dieser Richtung hin vor­zugehen.

Der diesmalige Gegner war sehr stark, starker noch als alle anderen Mannschaften vorher. Er pflegte ein wunderbares Stürmerspiel, das ganz auf Erfolg ein­gestellt war, und es bedurfte der ganzen Kraft der aufmerksamen gegnerischen Hintermannschaft, die un­gestümen Angriffe rechtzeitig zum Stoppen zu bringen. Daß das nur selten mißlang, stellt Verteidi­gung und Läuferreihe selbstverständlich auch dem Tormann das beste Zeugnis aus. Sie alle zusam­men haben besonders aber dann, wenn es brenz­lich wurde in vorbildlicher Zusammenarbeit die Gefahren gebannt und den eigenen Sturm immer wieder in den Kampf geschickt. Wenn dieser auch in der ersten Halbzeit nicht viel ausrichten konnte, wenn er auch manchmal zu eigensinnig spielte, bann wurde das am Schluß des Spieles mit einemmal besser. Dem Ausgleich folgten kurz hintereinander zwei mel­iere Tore, die das Treffen entschieden haben.

Obwohl die Mainzer unserem Vertreter körperlich weit überlegen waren, haben sich die Jungens aus Lützellinden davon nicht beeindrucken lassen. Sie haben ihr vorgelegtes Tempo von Anfang bis zu Ende durchgehalten und vielleicht auch schon auf Grund dessen einen nicht ganz unverdienten Sieg er­rungen.

Kurze Gportnotizen.

Eine neue Jahres-Weltbestleistung im Speerwerfen erzielte Finnlands Olympiasieger Matti Järvinen bei den Finnischen Spielen in Hel­sinki mit 73,64 Meter. Nikkanen wurde mit 71,44 Meter Zweiter.

Syrings neuer 10000-Meter-Rekord wurde bereits von der Reichssportführung (Fachamt Leichtathletik)- anerkannt. Nach Prüfung der Unter­lagen hat sich ergeben, daß die Rekordzeit nicht 30:06,8 sondern sogar 30:06,6 Minuten beträgt.

24. und 25. August: VMssporttag in Gießen.

Gerneinschaststag -er Leibesübungen.

Aus der engeren Heimat.

OSB.-Gauleistungsfingen in Bad-Nauheim.

LPD. Friedberg, 22. Juli. In großer Zahl waren die Vertreter der im Kreise Taunus des DSB. zusammengeschlossenen Gesangvereine zur diesjährigen Kreistagung zusammengekommen. Der Leiter der Tagung, stellvertretender Kreisführer Hermann (Bad Vilbel), konnte darüber hinaus besonders den Beauftragten der Gauführung, Pro­vinzführer Dr. Schmitt (Bad-Nauheim) begrü­ßen. Die Tagung galt in erster Linie der Ausrich­tung aller Teilnehmer auf die zukünftigen Auf­gaben, die nach einem Rückblick auf die Entwick­lung der Sangestätigkeit innerhalb des Kreises Provinzführer Dr. Schmitt in großen Zügen um­riß. Er gedachte ferner des 100jährigen Geburts­tages von I. F. Schmidt, eines der verdientesten oberhessischen Sängerführer. An seinem Grabe in Friedberg legte die Gauführung einen Kranz nie­der. Im Vordergrund der Arbeit wird nunmehr die Vorbereitung auf das große ©auleiftungs- singen stehen, das am 29. September in Bad- Nauheim durchgeführt wird.

Landkreis Gießen.

- Mainzlar, 22.Juli. Die Frau eines hiesigen Landwirts wurde dieser Tage beim Melken von einer Kuh heftig getreten. Die Verunglückte mußte mit einer erheblichen Verletzung in die Klinik nach Gießen gebracht werden.

+ Aller tsh aufen, 22. Juli. Diß hiesige Kriegerkameradschaft hat dieser Tage mit einer Gemeinschastsspende dem schwer verwundeten Kameraden Heinrich Hahn, der in einem Würz­burger Lazarett liegt, eine besondere Freude be­reitet.

4- Grün berg, 22. Juli. Lehrer Otto Rei­be r t, der als Unteroffizier am Feldzug in Frank­reich teilnahm und bei den Kämpfen an der Loire

verwundet wurde, erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse.

OerlandwirischafflicheMarktbeobachter

Die Zufuhren von Obst haben sich gebessert und sind erstmalig durch Anlieferung von französischen Stachel- und Johannisbeeren ergänzt worden, deren Qualität allerdings merklich hinter den deutschen Er­zeugnissen zurücksteht. Ferner kamen aus Italien Aprikosen und in kleineren Mengen Pfirsiche, Pflau­men und Kirschen herein. ,G e m ü f e aller Art, über­wiegend Bohnen und Kohlrabi, ermöglicht eine volle Bedarfsdeckung. Auch bei Zwiebeln, die etwas knapp sind, wird sie in etwa zwei Wochen erreicht sein. Aus Italien kamen Bohnen, Tomaten, Zwiebeln, aus Holland Erbsen, Gurken und Tomaten.

Die Versorgungslage bei Kartoffeln ist gut. Deutsche Frühkartoffeln einwandfreier Beschaffenheit werden jetzt überall im Gau mit guten Erträgen ge­rodet und sogar in andere Gebiete versandt. Ihr Preis konnte schon zweimal herabgesetzt werden. In diesem Zusammenhang sei auf das kürzlich einge­tretene große Kartoffelangebot hingewiesen, das nicht etwa in Preisänderungen seinen Grund hat, sondern durch das Freiwerden der nicht mehr für den Ver­pflegungsnachschub der Truppen benötigten Mengen begründet war.

An den Viehmärkten ist der Auftrieb von Großvieh zufriedenstellend, während bei Schweinen ein gebietsmäßiger Austausch unter den Märkten ober ein Zuschuß von geschlachteten Tieren durch die Neichsstelle mitunter nötig ist und sich hieraus zeit­liche Verlagerungen ergeben können. Der Bedarf wurde nach tfen Kartensätzen überall befriedigt. Die Qualitäten waren bei Großvieh und Schweinen mittel bis gut, bei Kälbern und Schafen mittel. Die Versorgung mit Milch, Fetten und Käse läuft in jeder Weise befriedigend weiter, wobei die Freigabe von Speisequark großem Derbrauchsinter­esse begegnet. Zu den im laufenden Versorgungs­abschnitt ausgegebenen 6 E i e r n werden jetzt wei­tere 4 aufgerufen.

Versammlung der Vutzbach-Ächer-Gsenbahn-AG

4- Butzbach, 22. Juli. JrnHessischen Hof" hielt die Butzbach - Licher Eisenbahn AG., deren Hauptbeteiligter die.AG. für Verkehrswesen in Ber­lin ist und an der u. o. auch Friedrich Krupp, sowie einige oberhessische Gemeinden beteiligt sind, ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab, bei der 1527 000 RM. Aktien und 1527 Stimmen ver­treten waren. Der Tagung voraus ging eine Sitzung des Aufsichtsrates und des Vorstandes. Die AG., die über eine 57 Kilometer lange Eifenbahnstrecke durch die Wetterau und über anschließende Omnibus­strecken verfügt, die die landschaftlich schönen Ge­biete der Wetterau dem Verkehr erschließen, hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen günstigen Anteil an der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung gehabt. In dem von dem Vorsitzenden des Auf­sichtsrates Direktor Dr. Erich Stephan (Berlin) vorgelegten Geschäftsbericht wurde das Ergebnis des Berichtsjahres als die Zuführung von 35 727,88 RM. zum Erneuerungsfonds, der damit die fest­gesetzte Höhe des Anlageaufwandes der Bahn mit 50 000 RM. erreicht, Zuweisung von 76 384,18 RM. zur Fortsetzung dringender Erneuerungsbauten am Oberbau an Erneuerungsfonds, festgelegt.

Den Betriebseinnahmen in Höhe von 470 651,09 RM. stehen Betriebsausgaben in Höhe von 342 769,25 RM. gegenüber; der Betriebsüber­schuß beträgt 127 881,84 RM. Die Betriebseinnah­men enthalten u. a. rund 62 803, RM. für den Personen- und Gepäckverkehr und rund 376 HO, RM. aus dem Güterverkehr. Die Betriebsaus­gaben fetzen sich aus 129 821,20 RM. für persönliche Ausgaben, rund 25 400, RM. für Wohlfahrts­zwecke, 127 246,63 RM. für Unterhaltungen, Er­neuerungen und Ergänzungen und rund 60 302, RM. für verschiedene Ausgaben zusammen.

Die Jahresbilanz schließt in Akttven und Passiven mit 5 339 095,18 RM. Das Anlagever­mögen, das unverändert geblieben ist, wird mit 4 975 234,10 RM. beziffert, ferner ist ein Umlauf­vermögen in Höhe von 324 307,47 RM. ausgewiesen. Dazu kommt ein der Rechnungsabgrenzung dienen­der Posten mit 39 553,61 RM. Die Passiven weisen als Grundkapital, es besteht nur eine Aktiengattung, Stimmrechtsaktien sind nicht ausgegeben, 1756 000 RM. aus. Die gesetzliche Rücklage ist mit 861 794,40 RM. auf geführt, die Sonderrücklage beträgt jetzt 50 000 RM. Als Reservefonds sind 191446,42 RM.

Je gesünder und fräftiger, je elastischer und widerstandsfähiger jeder einzelne unseres Volkes, ob Mann, Frau oder Kind, in dieser Zeit ist, um o leichter und besser werden wir den Lebenskampf unserer Nation durchstehen und um so überzeugen­der wird unser Sieg ausfallen.

Die Erkenntnis, daß nur Leibesübungen im wei­testen Sinne volle Gesundheit bis ins hohe Atter gewährleisten, ist heute Allgemeingut unseres Vol­kes geworden. Für viele ist aber der Weg von der richtigen Erkenntnis bis zur eigenen Tat zu weit. Es kommt daher jetzt im Kriege ganz besonders darauf an, einen möglichst großen Teil des deutschen Volkes der Teilnahme an den Kraftquellen der Leibesübungen näherzubringen, und damit auch die Wetterführung des Turn- und Sportbettiebes für die kommende Generation sicherZustellen.

Diese umfassende Aufgabe wird durch die Orts- Portgemeinschaften erfüllt, die mit Unter- tützung der politischen Leitung eine enge Zusam­menarbeit aller tragenden Kräfte, an der Spitze die NSRL.-Gemeinschaften und die HI., erreichen soll.

Der Ortssportgemeinschaft ist die Durchführung eines Turn- und Sporttages als Aufgabe gepellt, die als Arbeitsziel für den Aufbau von größter Bedeutung ist. Der Turn- und Sporttag ist von der gesamten Ortsgemeinschaft getragen und soll allen das sittlich wertvolle Erlebnis und den Anreiz des Wettkampfes vermitteln. An ihm kann und soll jeder Volksgenosse teilnehmen.

Die Bezirksführung des NSRL. hat die Vor­

bereitung der Ortssporttage beendet, die Durch­führung von Kreissporttagen in Alsfeld, Dil­lenburg und Wetzlar veranlaßt und steht jetzt in der Vorbereitung des Bezirkssporttages, der eine Zusammenfassung aller Wettkämpfer des ge­samten Bezirks und einen Höhepunkt des sport­lichen Geschehens bringen soll.

Der erste Dezirkssporltag findet als rein sport­liche Veranstaltung am 24. und 25. August in Ziehen statt. Wehrmannschaflen, H3.. Turner, Turnerinnen, Leichtathleten, Schwerathleten, Schwimmer, Radfahrer, Ruderer, Tennisspieler, Schützen, Hand-, Fuß- und Faustballfpieler werden zum Wettkampf antreten.

Die Turner und Turnerinnen tragen gemischte Mehrkämpfe und reine Gerätwettkämpfe aus, das Fachamt Leichtathletik hat einen Dreikampf in meh­reren Klassen und Einzelwettkämpfe ausgeschrieben, die Schwimmer werden um den Sieg kämpfen, die Radfahrer führen Straßen- und Kunstfahren durch, die Fachämter Tennis, Rudern, Kanu, Schwer- athlettk und die Schützen werden ebenfalls ihre Wettbewerbe in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Da ein großer Teil der aktiven Sportler zur Wehrmacht einberufen ist, wird die Jugend den größten Teil der Wettkämpfer stellen. Ersttebt wird ganz besonders die Beteiligung der Volksgenossen, die keiner Leibesübung treibenden Gemeinschaft an­gehören. H.

Neues für den Büchertisch

Heinz Bongartz: Luftkrieg i m Westen. Flüge, Kämpfe, Siege deutscher Flieger. In Ganzleinen gebunden mit 23 Bildern 3,50 RM. Verlag Wilh. Köhler, Minden i.W. - (102) - Die Luft­waffe hat in dem Entscheidungskampf um Deutsch­lands Sein eine von Tag zu Tag sich steigernde Bedeutung gewonnen. So wird man ein Buch be­grüßen, in dem der Verfasser des WerkesLuft­macht Deutschland" wesentliche fliegerische Kampf­handlungen zusammengefaßt hat. Wir lesen von Aufklärungsflügen über Frankreich, England und die Nordsee, sowie von vielen Kämpfen, die die hervorragende Ausbildung und den oorbildhaften Schneid unserer Fliegertruppe zeigen.

SigridOn4gin", herausgegeben von Dr. Fritz Pentzoldt. Verlag Karl Josef Sander, Magde­burg. Preis: Leinenband 7,80 RM. Die bekannte Altistin legt hier ein Bekenntnis zur Kunst und zum Leben ab und läßt das Werden einer künstlerischen Persönlichkeit im Kampfe mit den mannigfachen Widerständen in Beruf und Umwelt, im Rinaen um das hohe Ziel der Vollendung im Technischen wie im Geistigen, plastische Gestalt gewinnen. Der Arzt Dr. Fritz Pentzoldt, der jetzige Gatte der Künstlerin, zeichnet in den ersten Kapiteln den historischen Werdegang mit feinem Empfinden und Darstellungsvermögen; als geistreicher Plauderer und gewandter Stilist führt er uns so Sigrid OnL- gin menschlich nahe. Von sicherem Urteil und schar­fer Beobachtungsgabe zeugen die eingehenden und ebenso lebendigen Schilderungen von den vielfachen Kunstreisen nach Amerika, über Land und Leute, über die Stellung dieses Erdteils zur Kunst. Heber Kritik" undPublikum" vermag er als Nichtfach­mann mit gesundem, unbefangenem Urteil manche beachtenswerte Anregung zu geben. Im zweiten Teil führt Sigrid Onögrn, übrigens väterlicherseits eine Großnichte desStruwwelpeter-Hoffmann", in ihre künstlerische Werkstatt; hier erstehen ihre Büh­

nengestalten aus Erwägung und Lebensanschauung, verdeutlicht durch eine reiche Zahl von sehr gewähl­ten Lichtbildern. Dr. Hermann Hering.

Walter von Molo: Erkenntnis für u n s. (Aus dem Werke von Walter von Molo.) Stufen-Derlag, Leipzig C1. Des Dichters Walter von Molo und seines ebenso umfassenden wie viel­seitigen Werkes ist hier aus Anlaß des 60. Geburts­tages gedacht worden. Dies Buch führt au ihm hin durch eine schöne Auswahl besonders charakteristi­scher und eindrucksvoller Stellen aus seinen wesent­lichsten Werken.

Johann Sebastian Bach, Gesam­melte Briefe. Herausgegeben von Dr. Erich H. Müller (Vallonleinen 3 RM.) Verlag Gustav Bosse, Regensburg. Briefe großer Männer wirken meist stärker als eine biographische Schilderung dies je­mals vermag, spricht doch aus ihnen die Persönlich­keit unmittelbar zu uns. So wird auch aus der hier erstmals vorliegenden Gesamtveröftentlichung der Briefe des großen Thomaskantors die Gestalt des Meisters wie auch das Wesen feiner Zeit trefflich sichtbar.

Es ist ein eindringliches Bild, das Wilhelm Bauer in feinerDeutschen Kultur von 18301870" imHandbuch der Kulturgeschichte" (Akademische Derlagsgesellschaft Athenaion, Pots­dam) entwirft. Bauer versteht es, die Sphären des geistigen und des äußeren materiellen Lebens zu durchleuchten und in ihrem Wesenskern klar zu machen. Wie hier etwa die tiefe und umfassende Umgeftaltung des kulturellen Lebens durch das Eisenbahnwesen geschildert wird, das ist von einer zwingenden Unmittelbarkeit. Aehnlich ist es mit der Telegraphie, den Darnpsichiften, der Post: sie sind sämtlich Werkzeuge einer vertieften Nationalisierung des deutschen Volkes. Ein ausgesucht schönes und in­struktives Bildmaterial gibt dem schillernden Wort auch hier erhöhten Reiz und Wert.