Mittwoch, 21. August 1940
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190. Jahrgang nr.i97 M r Ä mi
■8 Gietzener Anzeiger
infolge höherer Gewalt
^st?cke^U686'^ankf?M. vrühlsche Untotrfttatsbniderel 8. Lange General-Anzeiger für Gberheffen *!säst:
Dalien erklärt die totale Blockade der britischen Kolonialküsten im Mittel- und Idolen Meer.
Eine erneute Warnung an die neutrale Schiffahrt. - Leder Verkehr mit britischen Kolonialhäfen unterbunden.
R o m. 21. August. (DRV.) Die italienische Regie- rung hat an die Regierungen der neutralen Staaten, die Handelsschiffahrt treiben, folgendeRote gerichtet: a
»Die italienische Regierung Hal durch ihre Rote vom 15.3uni den Regierungen der Handelsschiffahrt treibenden neutralen Staaten mikgeteilt, Italien sei infolge der Blockademahnahmen, die von den feindlichen Mächten gegen Italien angewandt würden, zu der Erklärung gezwungen, dah die Handels- schiffe mit Kurs auf feindliche Hafen — wenn sie sich 30 Meilen von den feindlichen Küsten entfernt befinden — auf ihre eigene Gefahr hin weiterfahren würden, und dah Italien jede Verantwortung für die Folgen ablehne, die den Schiffen zustohen würden, die diese Warnung nicht beachteten.
Die italienische Regierung lenkt, indem sie diese Warnung wiederholt, die Aufmerksamkeit dieser Regierungen auf die Tatsache, dah die Küsten- gemässer der Kolonien, der Protektorate und der Länder unter britischem Mandat, sowie die Küstengewässer der Länder, in denen, wie in Aegypten, britische Militär-, See- und Luftstreitkräfte liegen, durch die andauernd sich wiederholenden Krlegsaklionen zu ständigen Operatlonszonen geworden find. Dies ist besonders bezüglich der britischen Küsten im Mittelmeer und im Roten Meer, im Golf von Aden sowie hinsichtlich der Küsten der britischen Kolonien in Afrika und der Küsten in A e g y p l e n und des S u d a n s der Fall. Iedes Schiff, das diese Zonen befährt, seht sich der
Rom, 20. Aug. (DRV.) Der italienische Dehr- machtsbericht hat folgenden Wortlaut:
Rach Reberwindung der letzten Widerstände der feindlichen Rachhuten haben unsere Truppen am gestrigen 19. August, nachmittags, Berbera, die hauptstadt von Brltisch-Somaliland, beseht. Die Engländor haben vor ihrer Flucht auf die Schiffe einen Teil der Stadt in Brand ge st eckt.
Eine ganze Kompanie des Kamelreiterkorps hat sich mit voller Bewaffnung und Ausrüstung bei unserem Kommando in h a r g e l s a eingefunden und sich unterworfen und die Dassen abgeliefert.
In G a l a b a t hat eines unserer Bataillone überraschend feindliche Formationen angegriffen und zersprengt, Munition, Pferde und Gefangene erbeutet.
Feindliche Luftangriffe auf Reghelli, Mogadiscio, Bardia, Merca und Genale haben weder Opfer, noch nennenswerten Schaden verursacht.
In Rordasrika bombardierte der Feind das Krankenhaus von D e r n a. Von den Insassen wurden einer getötet und 22 verwundet.
Ein U-Boot unbekannter Rationalität stieh gegen eine unserer Minensperren im Dodekanes; ein ausgedehnter Oelfleck an der Explosions- ffelle läht den Untergang des U-Bootes an- nehmen.
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Winston Churchill darf seinem selbstgewundenen Ruhmeskranz ein neues Blatt einfügen: die erfolgreiche Räumung von Britisch-Somaliland. Nur völlig verblendete Menschen können nach seiner Ansicht die Meinung vertreten, es handle sich hier um eine schwere englische Niederlage. Für das scharfsinnige Britenvolk gehört die Aufgabe von Berbera genau so in die Reihe der großen Siege wie der Fall von Warschau, wie die Flucht aus Namsos und Andalnes, wie die Katastrophe von Dünkirchen. Die übrige Welt freilich denkt etwas ^efe. Dache. Wenn sie auch vielleicht ?■ -LU ern ■ geneigt ist, der hervorragenden mili- tarüchen Leistung unseres Bundesgenossen die ge- buhrende Anerkennung auszusprechen, so hütet sie sich doch, jenes schäbige Treiben der Engländer mit- zumachen die den italienischen Sieg am liebsten in einen Mißerfolg umfälschen möchten.
Im Reiche der realen Tatsachen wirkt die hastige Flucht der Briten aus Somaliland wie ein Fanal, das den Zusammenbruch des morsch gewordenen Empire ankündiot. Nur knapp 14 Tage ge- 'brauchten die Italiener für die siegreiche Beendigung üieses Feldzuges, der aus dem System der englischen ik? EAErrschaft den ersten Stützpfeiler heraus- brache Hauptquartier behauptet zwar inachtraglich, daß der Hafen von Berbera und wie anderen Ankerplätze an der Küste von Somali- lland für den Feind wertlos seien, aber ein Blick Er r 1 ^udkarte genügt, um festzustellen, daß ^England den Südeingang zum Roten Meer jetzt wicht mehr allein überwachen und kontrollieren kann. Die strategische Bedeutung des an der ara-
lbefahr aus, durch Minen und andere im Kriege angewandte Mittel vernichtet zu werden.
Die italienische Regierung, in der Absicht, derartige Vernichtungen zu vermeiden, legt den Regierungen nahe, alles zu tun, was in ihrer Macht steht und was ihnen opportun erscheint, damit ihre Staatsangehörigen und ihre Schiffe es sorgfältig vermeiden, diese gefährlichen Zonen zu befahren» da die italienische Regierung jede Verantwortung für die Schäden ablehnk, die Schiffen oder Personen in diesen Zonen zustoßen könnten.
Die italienische Regierung Hal ihrerseits n i ch t die Absicht, den Transit der neutralen Schiffe durch Meerengen zu behindern, die zwangsläufig D u r ch f a h r t s st r a ß e n für die Schiffahrt sind."
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Die italienische Note- Hat, wie rttan in politischen «Kreisen Noms unterstreicht, die totale und bedingungslose Blockade der englischen Kolonialküsten zur Folge, worin auch die Küsten Aegyptens und des Sudans, sofern sich dort englische Streitkräfte befinden, einbegriffen sind. Die Note bestätigt nicht nur die von Italien im vergangenen Juni angewandten Maßnahmen, sondern erklärt auch zu Operationszonen die Kolonialküsten Großbritanniens und insbesondere jene des Mittelmeeres, des Roten Meeres, des Golfs von Aden sowie die kolonialen Küsten von Britisch-Afrika und die Küsten von Aegypten und vom Sudan.
In jenen Zonen wird die italienische Luftwaffe dem Feind keine Ruhe lassen und ihm Tag für Tag schwerste Schläge zufügen. Nach der italienischen Mitteilung wird kein feindliches Handelsschiff mehr in jene Zone gelangen können,
bischen Küste gegenüberliegenden Hauptstützpunktes Aden ist wesentlich verringert, da sich die Anflugstrecken der italienischen Bomber vermehrt und gleichzeitig verkürzt haben. Mit der stärkeren Gefährdung der Passage durch die Straße von Bab el Mandeb wird außerdem die Lage der britischen Kriegsflotte im östlichen Mittelmeer immer schwieriger. Aber nicht nur die Kriegsschiffe Seiner britischen Majestät, sondern auch die gesamten englischen Landstreitkräfte von Aegypten und im vorderen Orient sitzen bald wie in einer Mausefalle, aus der es kein Entrinnen gibt. Durch die Kämpfe in Somaliland hat also die strategische Lage auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz eine völlige Umkehrung erfahren. Denn noch vor zwei Monaten, als Italien in den Krieg eintrat, konnten die Lon-
R o m, 20. Aug. (Europapreß.) Die Besetzung der Stadt Berbera durch die italienischen Truppen wird in der römischen Presse als Abschluß des Feldzuges in Britisch-Somaliland bezeichnet, da die Säuberung des östlichen Teiles der Kolonie von den dort befindlichen kleineren englischen Abteilungen im Rahmen von Polizeiaktionen durchgeführt werden könne. Wie in unterrichteten Kreisen erklärt wird, wurde die Offensive am ö. August von drei verschiedenen Kolonnen, die von verschiedenen Ausgangspunkten vorstießen, auf drei verschiedene Ziele gleichzeitig unternommen. Wie groß die Schwierigkeiten waren, beweise allein die Tatsache, daß fast ganz Britisch-Somaliland größten Mangel an Wasser habe und daß die italienischen und Eingeborenentruppen dort bei 50 bis 60 Grad im Schatten kämpfen mußten. Die nördlichste der italienischen Kolonnen habe am 5. August die Grenze überschritten und am 8. August Zeila erreicht. Im Zentrum habe die zweite Kolonne am 9. August H a r g e i s a besetzt. Die dritte, östliche Kolonne sei auf de» Straße von A d u e i n a vorgedrungen, das trotz größter Geländeschwierigkeiten am 16. August erreicht wurde, nachdem 90 Kilometer durch reines Wüstengelände zurückgelegt worden waren.
Am 11. August habe das Gros der italienischen Streitkräfte mit der auf 15 000 Mann geschätzten Hauptmacht der Engländer Fühlung genommen. Nach sechs Tagen größter Schwierigkeiten des Anmarsches und der Verpflegung feien die italienischen Truppen einem ausgeruhten Gegner gegenübergetreten, der sich in ausgezeichnet ausgebauten Ver- teidigungsstellen glänzend-verschanzt hatte. Der Angriff auf die Hauptstellung des Feindes wurde mit einem Umgehungsmanöver an den beiden Flanken in Angriff genommen. Zahlreiche feindliche Abteilungen hätten sich ergeben, vor allem südafrikanische Truppen. Oestlich von Berbera befänden sich nur noch 3—4000 Mann, denen aber nach dem Fall von Berbera keinerlei Bedeutung mehr zukomme. An dem Sieg haben nicht nur Eingeborenentruppen, sondern auch italienische Truppen teilgenom- men, während die Engländer nur englische Offiziere, sonst aber ausschließlich Eingeborenentruppen ein«
ohne sich der Gefahr der Zerstörung durch Minen oder andere Mittel, die im modernen Krieg angewandt werden, auszusetzen. Die Mahnung galt allen Schiffen, die sich auf eigenes Risiko und eigene Gefahr in die besonders bezeichneten Zonen begeben.
Die Maßnahme hat die vollkommene Unterbrechung jeglichen Handelsverkehrs der neutralen Staaten mit den Kolonien Zur Folge, die England noch verbleiben, und zwar in der gesamten Zone,- die die italienische Regierung als Operationszone ansieht. Die englischen Kolonialhäfen werden auf diese Weise für den Handel abgeschlossen, und jegliche Zufuhr aus neutralen Häfen oder mittels neutralen Schiffsraumes wird verhindert. In Rom unterstreicht man besonders, daß die Maßnahme England der notwendigen Zufuhren beraubt und so in wirksamer Weise zum raschen Abschluß des Krieges beiträgt. Die italienische Regierung habe jedoch bei der Erklärung der totalen und bedingungslosen Blockade gegen die britischen Kolonialküsten sowie die Aegyptens und des Sudans nicht die Absicht gehabt, ihrerseits die Durchfahrt der neutralen Schiffe durch Meerengen zu verhindern, die zwangsläufig die Durchfahrtsstraßen für die Schiffahrt bilden. Man glaubt in Rom, daß die nun von der italienischen Regierung den neutralen Staaten mitge- teilte Maßnahme von diesen akzepttert werde, da diese kein Interesse daran haben können, ihre Schiffe und ihre Staatsbürger dem Untergang aus- Zusetzen mit dem einzigen Ziel, die Engländer zu unterstützen und auf diese Weise den Konflikt zu verlängern. Insbesondere weist man in Rom auf die Tatsache hin, daß die amerikanische R e - g i e rung, in der Absicht, ihre Schiffe und ihre Bürger vor Schaden zu bewahren, ihren Schiffen verboten habe, das Mittelmeer und das Rote Meer zu durchfahren.
dauer Propagandisten sich nicht genug tun in Prophezeiung über das dunkle Schicksal Abessiniens, das, vom britischen Herrschaftsgebiet rings umgeben, sich nicht lange halten werde, während die Engländer bei ihren Operationen volle Bewegungsfreiheit genössen. Aus den Einkreisern sind nun auch hier die Ein gekreisten geworden. Statt einer belagerten Festung ist Italienisch-dstafrika ein Sprungbrett, von dem aus unser Bundesgenosse nach allen Seiten vernichtende Schläge gegen die Briten zu führen vermag. Mit der Umkehrung der militärischen Lage hängt eng zusammen die Revolution der Geister, die jetzt in dem ganzen Ländergürtel rings um den Indischen Ozean beginnen wird. Ev.
setzten. Während Italien in früheren Kolonialkämp- fen vornehmlich feine Askaritruppen einsetzte, zogen heute in erster Linie nationale Truppen in den Kampf.
3m „Giornale d'Italia" stellt Gayda fest, daß Britisch-Somaliland zu einem Bestandteil des italienischen Imperiums geworden sei. Zum erstenmal in seiner jahrhundertelangen Geschichte verliere Großbritannien eine seiner Kolonien. Alles, was in dieser Kolonie an bewaffneten Streitkräften des Empires vorhanden gewesen sei, sei zersprengt, dezimiert und in die Flucht geschlagen worden. Die stolze brittsche Kriegsflotte habe sich darauf beschränkt,, so viel wie möglich der in Unordnung zur Küste geflüchteten Truppen und einen Teil ihres Kriegsmaterials einzuschiffen. Dann sei sie eilig st in See gegangen, ohne auch nur öen Versuch zu machen, ihre schweren Geschütze zur letzten Verteidigung von Berbera einzusetzen. In nur zwei Wochen hätten die siegreichen italienischen Truppen in harten und schweren Kämpfen ein Gebiet erobert, das siebenmal größer sei als die Insel Sardinien. Eine der Säulen der britischen Wache am Ausgang des Suez-Kanals fei eingestürzt. Dadurch fei auch die Tragfähigkeit der anderen Säule, Aden, geschwächt worden. Von der Somali-Küste aus könne mit Leichtigkeit der Angriff der italienischen Luftstreitkräfte gegen das nur 360 Kilomeßtt entfernte Aden vorgetragen werden. Schließlich sei die militärische Front in Italiens sch - O st a f r i k a durch die Einnahme des Somali-Landes erheblich verkürzt worden, die freigewordenen Truppen und Kriegsmittel könnten sofort für andere Aufgaben eingesetzt werden Der Abnutzungskrieg gegen das politische und imperiale System Englands fei wieder um eine neue und wichtige Etappe vorwärtsgekommen.
Die „Tribuna" weist auf die Rückwirkung der englischen Niederlage bei den ar a b i s ch e n Völkern hin und stellt fest, daß nach der Besetzung von Britisch-Somaliland Aden und Perim genau so blockiert werden könnten wie England selbst durch Deutschland von den Küsten der Normandie und des Aermelkanals her blockiert werde. Das Gibraltar
England ohne Europa.
Mit der zielstrebigen Herbeiführung des Krieges begann England, wie 1914, mit einer praktisch unbeschränkten Blockade gegen das Reich. Aber weit weniger als damals fand es bei feiner Konzeption eines umfassenden Wirtschaftskampfes gegen den mitteleuropäischen Raum willige Gefolgsmänner. Immerhin leisteten Englands Alliierte und bemerkenswerterweise auch gewisse „Neuttale" Trabantendienste, jene durch aktive Mitarbeit, diese durch widerspruchslose Hinnahme aller Blockade- schikanen.
Hand in Hand mit der Blockade im engeren Sinne ging Englands Bestreben, seine tatsächlichen ober angestrebten Monopole über manche Roh» st o f f e zu festigen. Schon lange vor dem 3. September 1939 war für diesen Zweck ein eigenes Ministerium geschaffen worden. In erster Linie konzentrierten sich die englischen Bemühungen auf die Weltmärkte für Zinn und Kautschuk, dann aber auch auf Blei und Zink. Daneben richtete man an der Themse fein Augenmerk auf eine möglichst umfassende Beschaffung kriegswichtiger Lebensmittel aus den Staaten des britischen Empire, die natürlich auch für Rohstoffe und Halbfabrikate aller Art herangezogen wurden. Kanada und Australien sollten ihre Weizen ernten zur Verfügung stellen, der fünfte Kontinent gleich Süd- afrika Wolle, Aegyptens gesamte Ausfuhrüberschüsse an Baumwolle sollten in die Spinnereien Mittelenglands gehen, die westafrikanischen Kakao ernten wünschte man ebenso vollständig aufzunehmen wie den südafrikanischen Mais, das Kupfer Rhodesiens und Kanadas und vieles andere mehr. Im Verlauf des Krieges traten die Länder Südasteuropas stärker in das Blickfeld der Londoner Wirtschaftsimperialisten; man wollte nicht nur die türkischen Landwirtschaftsprodukte aufkaufen, sondern auch Weizen, Mais und Erd- ö l aus Rumänien, Kupferund Bauxit, Hanf und Getreide aus Jugoslawien und die Ausfuhrprodukte Bulgariens.
England wollte mit dieser gewaltigen Störung aller bisherigen zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen nicht nur die eigene Versorgung sicherstellen, sondern insbesondere die des deutschen Gegners unterbinden, dabei aber gleichzeitig währungspolitisch und zur Stützung des britischen Außenhandels Vorteile erringen — und Geschäfte größten Stils machen. Diese Rechnung Der
bes östlichen Mittelmeeres, das System Aden—Perim, sei völlig entwertet worden. Die Straße nach Indien werde an einem ihrer lebenswichtigsten Punkte getroffen.
Die Bedeutung Berberas.
M a iland, 20. Aug. (Europapreß.) Im Zusammenhang mit der Einnahme Berberas bringen die Zeitungen ausführliche Schilderungen dieses bedeutendsten Hafens von Britisch-Somaliland. Berberas Bevölkerung schwankt zwischen 10 000 und 40 000 je nach der Jahreszeit. Sie setzt sich nämlich zu einem großen Teil aus wandernden Nomaden und Händlern zusammen, die Erzeugnisse aus der ganzen Kolonie und selbst aus Italienisch-Ostafrika heranholen und auf den Markt von Berbera bringen. Dieser Markt dauert von Oktober bis April. Haupthandelsartikel sind Felle, Straußen- federn, Kautschuk, Myrrhe, Elfenbein, Datteln, Reis, Baumwolle und Zucker. Der Umsatz belief sich bis- her im Durchschnitt auf eine halbe Million Pfund Sterlinge. Ein Teil der Stadt besteht aus den Häusern der ansässigen Somalis, der Rest aus Hütten, die den Nomaden gehören. Der Hafen hat eine Tiefe von 10 bis 20 Meter. Berbera ist ferner Ausgangspunkt bedeutender Karawanenstraßen nach Somaliland und Aethiopien, mit dem es einen lebhaften Handel hatte, ehe dieser Verkehr nach der Erbauung der Eisenbahn Addis Abeba—Djibuti zum großen Teil nach Djibuti abgeleitet wurde. Dis Stadt hat einen beträchtlichen Handel mit dem etwa 250 Kilometer entfernten Aden, er beläuft sich auf rund 50 Millionen Lire jährlich. Mit der Einnahme von Berbera kann die Besetzung von Britisch- Somaliland als praktisch abgeschlossen gelten. Der östtiche Teil des Landes von Berbera nach der Grenze Jtalienisch-Somaliland bietet keine wesentlichen Widerstandsmöglichkeiten mehr.
Ser Sure
an den Lizekönig von Aethiopien.
Rom, 20. Aug. (DNB.» Der Duce hat anläßlich des Sieges in Somaliland als Oberbefehlshaber der operierenden Wehrmacht andenVizekönig HerzogvonAofta nach Addis Abeba folgendes Telegramm gerichtet:
„Nachdem heute mit der Besetzung von Berbera die Eroberung von Somali land eine vollendete Tatsache ist, übersende ich Ihnen, Hoheit, zusammen mit meinem den Beifall des italienischen Volkes, das mit absoluter Siegesgewißheit die Phasen der harten Schlacht verfolgte. Uebermitteln Sie mein Lob dem General Nasi, den Kommandeuren der Kolonnen, den Offizieren, Unteroffizieren sowie den nattonalen und kolonialen Truppen. Alle haben einen prächtigen Beweis von Mut und Zähigkeit erbracht, würdig der Soldaten des fafchisttfchen Italiens. Nach der notwendigen Ruhe werdet Ihr den unerschöpflichen Kampfeswillen der Truppen, die das Imperium besetzt halten und seine Grenzen und seine Macht erweitern, anderen Zielen zulenken.
(gez.) Mussolini."
Mussolini dankt dem Führer.
Rom, 20.Aug. (DNB.) Der Duce hat dem Führer auf den Glückwunsch zum Siege der italienischen Truppen in Ostafrika folgendes Antworttelegramm gesandt: „Führer! Ich danke Ihnen namens der Truppen und in meinem eigenen Namen für die Glückwünsche, die Sie mir zu dem Sieg über die Engländer in Ostafrika gesandt haben. Mit kameradschaftliches Grüßen. Wusiolmi/
Vritisch-Somali Bestandteil des italienischen Imperiums.
Nie politischen und strategischen Folgen der Einnahme von Berbera.
Italiens Kolonialtruppen für neue Ausgaben frei.
Sie italienische presse zum Abschluß des Gomali-Keldzuges.


