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Nr. 273 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Montag. 18. November M0

Diamantene Hochzeit in Langsdorf.

Leihgestern im Zeichen der Doikstumsarbeit

t»ann?" gabelt sich das Gespräch schon im Hausflur. Die Manner kommen mit einem freundlichen Blick

er-

Hemeinde.

Giehen-Klein-Linden

durch

die NSG.Kraft durch Freude" am gestrigen Sonn­tag den Verwundeten in den Gießener Lazaretten wieder einige frohe Stunden bereiten. In einem

Durnofhen.

Tagesfalenber für Montag.

Der Feldwebel in einem Infanterie-Regiment ^ritz M o r n e w e g , der die Kämpfe im Westen mitgemacht hat, wurde zum Leutnant befördert. 3um Eisernen Kreuz N. Klasse erhielt er jetzt auch i>as Eiserne Kreuz I. Klasse. Unteroffizier Han- hrieb Jung in der Luftwaffe wurde zum Feld­webel befördert. _________'

Am gestrigen Sonnta, des GasthausesZum 5 .

eine Arbeitstagung der Volkstums­gruppen Leihgestern und Ober-Roß­bach statt, zu der neben dem Kreisgeschäftsführer Weber als Vertreter der Kreisleitung und dem Kreisdienststellenleiter der RS.-GemeinschaftKraft

durch Freude" S ch e°m e l, dem Ortsgruppenleiter Will und dem Bürgermeister Hasselbach die Angehörigen der Frauenschaft, des BDM. und der HI., die Eltern der zur Dolkstumsgruppe gehören­den Burschen und Mädchen und viele weitere Volks­genossen erschienen waren, sodaß der Saal bis zum letzten Platz besetzt war.

Um 15 Uhr eröffnete die Musikjchar die Veran- taltung mit einem Musikstück. Dann führte der Schöpfer und Leiter der Leihgesterner Volkstums­gruppe, der bekannte Heimatdichter Georg Heß, eine Leihgesterner Gruppe, die einschließlich der Sing- und Tanzgruppe etwa 45 Personen zählt, owie die Volkstumsgruppe Ober-Roßbach in einer Stärke von etwa 30 Teilnehmern mit dem Liede Wenn alle Brünnlein fließen" zum Auftanz ein. Die beiden Gruppen wurden von den Besuchern mit großem Beifall empfangen.

Nachdem der Kreisdienststellenleiter vonKdF." Schemel die Bedeutung der Tagung gewürdigt und dabei betont hatte, in welch vielseitiger Weise sich die Volkstumsgruppe Leihgestern bisher schon in den Dienst der deutschen Volkstumspflege gestellt und damit wohlbegründeten Anspruch auf dankbare Anerkennung erworben hat, insbesondere auch durch ihre Mitarbeit bei der Betreuung unserer Verwun­deten in den Lazaretten, folgte die Abwicklung des Arbeitsprogramms der Tagung, die in Georg Heß den gewohnt geschickten Leiter der Darbietungen hatte.

Einleitend erklang als Auftakt unter Begleitung eines Streichorchesters aus 80 jugendfrischen Keh­len das erste LiedDeutschland, heiliges Land", das mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Hierauf zeigte die Volkstumsgruppe Leihgestern Ausschnitte aus ihren vielseitigen Darbietungen, mit denen sie bei der Betreuungsarbeit in den Lazaretten den Verwundeten schon viel Freude be­reitet hatte. Neben einer Reihe von frischen, schnei­dig und klangschön gesungenen Soldatenliedern, teils

Frohe Stunden für unsere Verwundeten.

Das Oberkommando der Wehrmacht ließ

perament gemäß in mehr oder weniger starkem Maße aufschloß und sich von der Podiumsbefangen­heit zu lösen vermochte.

Es li"gt ein wichtiges, nicht zu unterschätzendes erziehliches Moment in diesem öffentlichen Musizie­ren. Der einzelne muß hier sein Ich beherrschen ler­nen und als gänzlich seiner Sache hingegeben vor einem größeren Kreise bestehen ohne eine gewisse Scheu und hemmende Zurückhaltung. Umso wohl­tuender berührte es, daß sich jeder einzelne in Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit gab, und jeder konnte so mit seinem mehr oder minder gro­ßen Können sogleich Anschluß zum Hörer gewinnen. Und das erscheint wohl als erstrebenswertes Ziel des Musizierens. Dem Bemühen aller an der Auf­führung Beteiligten, ob als Ausübende oder Er­ziehende, wurde dankbare Anerkennung der zahl­reich Erschienenen zuteil. Dr. Hermann Hering.

cxo Langsdorf, 18. Nov. Am 19. November begeht der hiesige Landwirt und Wagner Philipp G e o.r g K l e i n k u r t I. mit seiner Ehefrau Elisa­beth, geb. Roth, das seltene Fest der diamante­nen Hochzeit. Der Jubilar Mtt 85, die Jubel­braut 83 Jahre. Sie erfreuen sich noch verhättnis- mäßiger Rüstigkeit, wenn auch etliche Alters­beschwerden vorhanden sind. Das Ehepaar ist kinder­los. Herr Kleinkurt entstammt, wie dasLangs- dorfer Heimatbuch" berichtet, einer Familie mitt­lerer Bauern, die seit einem Vierteljahrtausend unter uns wohnen. Um das Jahr 1690 heiratete Adam Kleinkurt aus Kirchberg in Niederhessen in eine inzwischen erloschene Langsdorfer Familie. Da er aus Kurhessen stammte, nannte man shn den Hessen". Da sein Sohn das Bäckergewerbe betrieb, nännte man die Sippe im Dorfe fortanHessen- Bäckers", eine Bezeichnung, die noch besteht. Die Nachkommen des altenHessen" breiteten sich in der Folgezeit im Dorfe aus und entsandten ihr Blut in sehr viele Stämme der Gemeinde. Die Dia­mantbraut ist zwar gebürtig von Ober-Bessingen, aber sie entstammt auch aus altem Langsdorfer Blut, der Sippe Roth, die zu unseren allerältesten Familien gehört. Ihr Vater Hans-Georg Roth, der nach Ober-Bessingen heiratete, hatte den badischen Feldzug von 1849 mitgemacht. Wir wünschen den beiden Alten, die sich allgemeiner Wertschätzung er­freuen, noch einen langen friedvollen Lebensabend.

(Aufnahme: Privat.)

Diamantene Hochzeit in Grünberg.

+ Grünberg, 18. Nov. Am Dienstag, 19. No- vember, begehen Sie Eheleute Andreas Wagner und Anna Martha Wagner, geb Kornmann, das seltene Fest der D i a m a n t e n e n H o ch z e i t. Von dem Jubelpaare, das sich noch guter Gesundheit er­freut, steht der Mann im 84. und die Frau im 80. Lebensjahre. Sie stammen beide von Leiden­hofen im Ebsdorf er Grund. Ihr Familienkreis be­steht aus 3 Kindern, 10 Enkeln und 5 Urenkeln.

Don der Universität Gießen.

Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gie­ßen wird uns mitgeteilt:

Der Führer hat dem ordentlichen Professor Dr. Dr. med. vet. h. c. Curt Krause in der Vete-

Diehzählung statt. Die Ergebnisse dieser Viehzählung bilden die Grundlage wichtiger Maßnahmen zur Regelung der Enährung. Deshalb liegen einroand- freie, richtige Angaben sowohl im Interesse der Ge­samtheit der Bevölkerung, als auch der landwirt­schaftlichen Erzeuger und der einzelnen Tierhalter. Bei den seitherigen Nachprüfungen der Viehzäh­lungen, die in einzelnen Gemeinden durchgeführt worden sind, hat sich im allgemeinen eine gute Uebereinfrimmung der Nachprüfungsergebnisse mit den Zählung sergebnissen gezeigt; nur hat die Ein­reihung der Schweine in die verschiedenen Alters­klassen in manchen Gemeinden nicht gestimmt. Viel­fach haben nämlich die Schweinehalte'r, die sich Ein- legekhroeine gekauft haben, das Alter dieser Ein- legeschroeine zu gering angegeben, indem sie statt des Alters die Zeitdauer Ser Haltung im eigenen Betriebe zugrunSe gelegt haben. Die Zähler müßen deshalb alle Tierhalter auch, auf die Notwendigkeit der richtigen Altersangabe besonders aufmerksam machen, weil sonst falsche Schlüsse aus den Zäh­lungsergebnissen gezogen werden, die sich auch nach­teilig für die Erzeuger auswirken können Es ist gerade im Kriege besonders wichtig, unbedingt zu­verlässige Unterlägen zu erhalten. Deshalb sind auch fahrlässige falsche Angaben unbedingt ;u ver­meiden. Die Zähler müssen sich durch persönliche Besichtigung der Ställe von der Richtigkeit der An­gaben überzeugen.

Aus der Gtadi Giehen.

Der alte Dorflehrer.

So um die fünfzig Jahre ist es her, da zog noch < in junger Schuloerwalter in das wachsende Dorf ein. Er wohnte in einem Stübchen des Schulhauses, inb ein benachbartes Bauernhaus nahm ihn in die Host, für wenig Geld. Man ließ ihn, der auch einem Zauerngeschlecht entstammte, unbefangen in die Fa­milie hineinwachsen, und da sie nebenbei auch eine Wirtschaft betrieb, wurde ihm bet fröhlicher Runde ugleich auch die Dorfgemeinschaft vertraut. Nach 3ahr und Tag konnte er bleiben, brachte seine Braut ns Dorf und machte sich ansässig. So ist er im Hamps Ses Alltags alt und grau geworden, aber eine Straft gehört, wenn auch nicht mehr der Schule, wch nach wie vpr feiner Dorfgemeinschaft, zumal jetzt in der Kriegszeit.

Mancher Gang muß da zu den Bauern und Land- oirten gemacht, bei Arbeitswetter aber, wenn nur )ie Großmutter das Haus hütet oder Sie Tür gar ,erschlossen ist, teilweise auch wiederholt werden, llnd da über die Hälfte der Dorfbewohner einmal

rinärmedizinischen Fakultät der Universität Gießen die Genehmigung zur Annahme des Komturkreuzes des Königlich bulgarischen Zivilverdienstordens

lanachmittag fand im Saale Löwen" in Leihgestern

Iiieid) zur Sache, und dann leuchten gelegentlich vchulerinnerungen in den wetterharten Gesichtern iuf.Weasseses noach, mir rooarn die ierschte, däi -»ei Säi eon die Schul' foame. Do sollte mir kloane ftänter u'ns aach ernol Schnieball met Ihne werfe, »lich hu'n Ihne Soarnoals be Zwicker vo'n de Noase eroabgewoarfe. Weasseses noach", lacht er,Säi frun rn'rsch oawer ean kaa'rn Fall noachgedrah'n!" Lin anderer, zugeheiratet aus einem Nachbardorf, meint mit einem spitzbübischen Lächeln zu seiner Frau:Doas eas der Mann, vo'n dem de alsemoal >ei'n Hieb' tritt hoast!"Doas eas oawer näit wuhr!" bekräftigt sie im Ton ehrlicher Ueberzeu- jung,de Herr Lehrer hoat immer gesaat, grüße {Marercher derf m'r näit mih se schloan brauche, «ach noach, wann die Bouwe debei sei'n. Nor roann sich aan goar näit geame wollt', mußt' se iad) emoal aan hu'n, gelle Herr Lehrer!" Ein Drit­ter konnte nicht vergessen, daß er einmal unschuldig bestraft worden sei.Die Uonnerdörfer Mari rooar chould droan", lüftet er den Schleier der Vergan­genheit und lächelt in befriedigter Rache:Aich hu'n »aroer aach kaa'n amoal uff e ere Kirmes mit däre

Wann fängt ein Kind an zu lachen?

Wenn man die stolzen Eltern danach fragt, namentlich bei einem Erstling, so wird die Ant­wort häufig lauten: gleich in den ersten Tagen har es uns angelacht. Sie können sich das erste Ver­ziehen der Gesichtsmuskeln nicht gut anders deu­ten. Ein ungarischer Kinderpsychologe hat es sich aber zur Aufgabe gemacht, das Lachen seines Kin­des zu studieren, und er hat das erste deutliche Lachen am 39. Tage nach der Geburt festgefhellt. Es war ein Lachen des Behagens, als das Kind ausgenommen wurde, um seine Nahrung zu be­kommen. Ueberhaupt wird das erste Lachen stets durch die Nahrung ober die Erwartung der Nah­rung ausgelöst. Im Alter von 10 Wochen erwidert dann das Kind das Lachen der Eltern durch ein eigenes. Die nächsten Formen des Lachens treten beim Anblick eines glänzenden oder lustigen Gegen- standes, bei einer plötzlichen Ueberraschung ober beim Kitzeln auf. Nach sechs Monaten zeigt bas Kind zuerst einen gewissen Sinn für Komik, indem es den Mund freundlich verzieht, wenn man dieser.- ben Worte häufig und in verschiedener Tonart wie­derholt. Nach sieben Monaten lachte das Kind des Professors, als die Mama plötzlich mit einem aus Papier gefertigten Dreispitz auf dem Kopf vor bas Kleine trat. In diesem Atter wird ein Lächeln auch

gebangt!"

Frauen räumen zuerst einmal auf unb sprechen ,on ihrer Arbeit unb ihren Sorgen. Die Kleinsten iuf bem Wickeltisch, in ben Kissen ober schon im Sportwagen müssen im Stolz der Minute vorsttam- Zeln, was sie alles schon können, währenb bie Grö­ßeren in verhaltener Neugierde ben fremben Besuch Umkreisen unb bie Mutter bie Spannung löst. LSeatl)r, doas rooar mein Herr Lehrer!" Und t»ann erzählen alle, jung und alt, von ihren Sol­daten, zeigten ihre Bilder und Feldvostbriefe, der Anteilnahme des alten Lehrers gewiß, der sie ja jchon von der Schulbank her kennt. Von'Saat zur Ernte wird ihm so die Nachfrage bei den Bauern inb Landwirten immer zugleich aud) ein Gang durch seine eigne Lebensernte im Dienst an^femer

Ijeine Schüler waren, geht es bei den Nachfragen im mehr als bie nackten Zahlen von Bestellungs- lächen, Nutztieren aller Art, Ernteschätzungen, ! Ernteerträgen, Ablieferungsquoten u. ä.No, bo frimmt joa e frimber Besuch! Woas brenge Säi

schon burch bloßes Erkennen bestimmter Personen hervorgerufen. Zwischen bem 8. unb 12. Nttmat erscheint bas Lachen der Befriedigung, wenn bas Kinb zum erstenmal etwas gekonnt hat, zum Bei­spiel allein stehen. Erst viel später jeboch wirb ein Lachen ausgelöst burch irgenbein Mißgeschick eines anberen, also burch Schabenfreude. Das Söhnchen des Professors brach im Alter von 17 Monaten in ein lautes Gelächter aus, als bie Mama über eine Bank stolperte. C. K.

NSG.Kraft burch Freube": 19 Uhr im Gloria- valast, Seltersroeg: Ein Meisterabenb froher Unter­haltung. Gloria-Palast, Settersweg: Nachmittags­vorstellungenDas fünbige Dorf". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Wie konntest bu, Veronika". Oberbessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstel- !ung W. Imkamp im Foyer des Stabttheaters.

Leihgestern unter Leitung seines Chormeisters, Musiklehrer Heinrich Blaß, Sie oerrounbeten Sol- baten mit bem Vortrag schöner Männerchöre, bie in vortrefflicher Weise zu Gehör gebracht würben und mit Recht starken Beifall fanben. In einem anberen Lazarett war es die Volkstumsgruppe Leihgestern unter Leitung von Georg Heß, dies­mal verstärkt durch eine Instrumentalabteilung und ein Mädchenquartett der Volkstumsgruppe Ober- Roßbach, die den Verwundeten eine frohe Dormit- tagsstunde bereitete. Dabei wurden den mit großer Aufmerksamkeiten folgenden Lazarettinsassen neben Volksliedern der Singschar und des Mädchenquar­tetts noch reizende Darbietungen der Volkstanz­gruppe und musikalische Unterhaltung geboten, vor allem aber war es auch Georg Heß selbst, der durch seine Heimatdichtung die Vortragsfolge in bester Weise bereicherte. Auch hier dankten die Ver­wundeten unb ihre Betreuer allen Mittvirkenben mit starkem Beifall, ben Feldwebel Stumpf als Sprecher des Lazaretts in paffenden Worten zum Ausbruck brachte.

Ortszeit für den 19. November.

Sonnenaufgang 8.54 Uhr, Sonnenuntergang 17.26 Uhr. Monbuntergang 12.07 Uhr, Monbaufgang 21.31 Uhr.

sie hier in Gießen ein Ehrentag, ein Bekenntnis zur Gemeinschaftsarbeit.

Die verfchiebenartigsten Formen ber Hausmusik­pflege würben hier einem weiten Kreise geöffnet. Währenb ber erste Teil ber Vortragsfolge sich Wer­ken aus bem Barockzeitalter roibmete mit ihrer feingliebrigen unb geistig stark gefügten Kunst, war ber Hauptteil bem ©ebenfen Franz Schuberts (geft. 19.11.1828) geweiht. Mit Recht konnte Franz Schubert in ben Mittelpunkt gestellt werden, denn gerade er bezeugt das gesellige Musizieren im deut­schen Bürgerhaus. Wir wissen von Ser Quartettge- meinschaft in feinem Elternhause, von ben Zusam­menkünften mit seinen Freunben, wie hier aus der Form edler Geselligkeit die zahllosen Tänze und Klavierstücke herauswachsen, Sie schönsten Gaben für unsere deutsche Hausmusik Aus dem Bedürfnis des gemeinsamen Musizierens heraus hat Schu­bert zumal für das vierhändige Klavierfpiel eine große Zahl von Originalroerfen geschenkt, während man bei dieser Art sonst meistens auf arrangierte größere Werke zurückgreifen mußte. Und dazu bei reiche unerschöpfliche Born feiner unsterblichen Lieber.

Soviel einzelne Schüler auch bas Pobium be­traten, ein jeder zeigte sich frei vom Gewollten, Anstubierten, jeder musizierte von innen heraus gemäß feinen Gaben unb seiner Aufschlußfahigkeit. Der Wille zum Musikalischen war geweckt unb ent­wickelt worben, unb bas Hingegebensein an die Musik war bie beste Bestätigung bafür.

Kamen vornehmlich in bem ersten Teil bie Strei­cher im Ensemble bzw. in Verbinbung mit bem Klavier zu Wort (hier sei bas Trio von Bach unb bie Sonate von Hänbel besonbers heraus­gehoben), so würbe Schuberts Werk von allen Seiten her beleuchtet. Ein Streichquartett bot bie VariationenDer Tob und bas Mäbchen" unb bas barauffolgenbe Scherzo. Eine Sopranistin ließ zahlreiche Lieber lebenbig werden und ermöglichte fo einen kleinen Einblick in Schuberts Liedwerk. Unter den Geigerinnen hoben sich besonders die Spielerinnen ber A-moll=<5onate unb bes Reigens durch persönlich betonte Wiebergabe unb ausge­sprochenes, geförbertes Talent heraus.

Es war auffällig, baß diesmal bie Zahl ber Mäbchen überwog. Interessant war es zu beobach­ten, wie sich der einzelne seinem Typus und Tem-

Konzert $um Tage der deutschen Hausmusik

In unserer Zeit, bie von jebem vollste Einsatz- h-ereit'jdjaft aller Kräfte forbert, kann unb soll ge- r abe Sie Hausmusik zumruhenden Pol", zum Dro- ment ber Besinnung werben. Sie vermag ben Meu­chen bie Möglichkeit zu innerer Einkehr zu geben, ur Zwiesprache mit bem Schönen, bas uns bie großen Neister geschenkt haben. Sie kann ben einzelnen auf- :id)ten und ihm Augenblicke des Gehobenfeins er- lnaglichen, ber Entspannung unb ber Befriebung. Sie kann zum stärkenden Quell werben, unb so er- g uidt, wird der Schaffende mit, neuen Kräften ben Erfordernissen bes Tages gegenüberstehen. Und ^elleicht gerade heute, wo die Gelegenheit zu außer- I djen Vergnügungen für manchen beschränkt er- cheint, findet er in ber Hausmusik Gelegenheit zur ;; gen en Betätigung, zürn eigenen Erleben. Gar mancher, ber in ben vergangenen Tagen fein Kon- r en aus früherer Zeit vernachlässigte, ja, es gar ver- Hmmern ließ,wirb jetzt wieber wach unb finbet Freude c-m Mitgestalten, er frischt frühere Kenntnisse wie­der auf. Die Kräfte- der jungen Generation regen |Ld) unermüdlich, selbst manche scheinbare Unbe- t uemlichkeit roirS überwunden, das Ziel lockt und !aßt die Kräfte wachsen. Immer wieder aufs neue üirb der Blick aufs eigene Musizieren gelenkt, ob :on der Reichsjuqendführung her, ob von der Schule, fei es durch Kameraden, bie schon etwas t-rreidü haben, bie schon etwas können, fei es burch He Bebürfnisse bes häuslichen Musizierkreises stets :-ber fällt dem Privatmufikerzieher hier die Aufgabe m. den Weg zum Ziele zu führen, die Anlagen zu ! siegen, zu wecken, zu hegen und zu fordern.

Mit welch hoher Verantwortung die Musikerzieher) der Kreismufikerfchast Gie- h e n in ber Reichsmusikkammer bieser Pflicht nach- timmt, bafür würbe bie in Verbindung mit ber !LS-GerneinschaftKraft durch Freude oeransta - i®te Feier zum Tage der Deutschen Hausmusik Z tinem sprechenden und bestätigenden Zeugnis. . in gemeinsames Ziel ausgerichtet,

ine einzelnen Erzieherpersönlichkeiten der i^ch'chaft (iifammengefunben, unb so wurde dieser Tag snr

Zeitschriften.

Im Novemberheft der ZeitschriftD i e Kunst" (Verlag F. Bruckmann, München) widmet Fritz Hellwag dem Bildhauer Hugo Lederer Worte des Gedenkens. Gute Abbildungen zeigen einige andere weniger bekannte Arbeiten des genialen Künstlers. Zum 90. Geburtstag von Heinrich von Zügel gibt Christoffel einen Abriß über Leben und Schaffen dieses Malers, ber mit feinster Farben^ Öeine wunderbare Verbinbung von Tier und jaft barzustellen vermag. Vorzügliche Repro- buttionen einiger ber einbruckvollsten Werke sind beigegeben. Willi Geiger berichtet von den Möglich­keiten ber Freskomalerei. Der fünfzigste Tobestag Ferbinanb von Rayskis veranlaßt Hans Posse, Leben unb Schaffen biefes sächsischenMalerkava­liers" näher zu betrachten, ber einer ber Mit- begrünbtt eines mobernen malerischen Realismus ist lieber bas Schaffen Johann Heinrich Ram- bcrgs, nach Chobowiecki ber erfolgreichste Illu­strator seiner Zeit, gibt Dieter Körber eine lieber- sicht. M. H. Schilling berichtet von einem Wohn- yausbau bes Stuttgarter Architekten Darius. Hans Franke widmet dem jüngst verstorbenen Fritz Stock- mayer einen Aufsatz. Seine feinen Bemalungen auf Porzellan zeigen eine zarte Pflanzenwelt, die für bas Rosenthal-Porzellan typisch geworben ist. Tierplastiken bes Kölner Golbschmiebes Karl Bert­hold gemahnen an Vorbilder aus romanischer Zett. Dr. K. Hüseler führt zwei Zimmer im Biebermeier-. ftil im Museum für Kunst und Gewerbe in Ham- bürg vor. Zwei Wohnhäuser bes Architekten Rudolf Krüger, Saarbrücken, die sich gut in bie Landschaft einfugen und ein kleines Wohnhaus von Architett ^ritz Glantz, Berlin, beschließen das reichhattig«

einstimmig teils mehrstimmig, konnte man alte und schöne Spinnstubenlieder hören, die durch pas­sende Verbindugsworte in Gedichtform von Georg Heß sinnvoll und geschickt aneinanbergefügt waren. Besonbere Freude löste ein Dialog in Munbart Stoadt un Lanb Hanb ean Hanb" aus, ber von Georg Heß mit einem neunjährigen Mäd­chen in alter Hüttenberger Tracht gesprochen würbe. Der Beifall ber Hörer steigerte sich noch, als ein Mädchenquartett ber Volkstumsgruppe Ober-Roß- bach unter Leitung ihres Gruppenleiters Lehrer Heller mit schönen Löns-Liebern aufroartete.

In ben anschliehenben Volkstänzen ber Volks­tanzgruppe würbe gezeigt, wie vielseitig unb ab­wechslungsreich bie Volkstänze in ihren Figuren getanzt werben können, unb baß babei bie Orb- nung in bem Gemeinschaftstanz jebem Tanzpaar bie Verpflichtung auferlegt, sich in bie Gemeinschaft einzufügen. Georg Heß zeigte, baß es nicht nur eine aufeinanber eingetanzte Tanzgruppe fein muß, bie solche Tänze tanzt, fonbern baß im georbneten Kreis- unb Runbtanz mehrere Kreise tneinanber- gefügt einen ganzen Tanzplatz ausfüllen können. Wenn im Verlaufe ber Darbietungen bie schönen alten Dolkslieber, z. B.Im schönsten Wiesengrunde" oberEin Jäger in bem grünen Walb", von ber Gruppe angestimmt würben, roare^i bie Besucher so begeistert unb mitgerissen, baß sie alle in ben Ge­sang einstimmten. Daburch würbe bie Arbeitstagung zu einem wirklichen Dorfgemeinschafts- t d g , ber in feiner arteigenen unb Hobengebunbenen Ausgestaltung für alle Teilnehmer zu einem schönen Erlebnis würbe Als um'iS Hhr die Singschar Leih­gestern bas AbschiebsliebHeim woll'n wir gehn" anstimmte, konnte man auf ben Gesichtern ber Be­sucher beutiid) erkennen, baß ihnen bie schöne Ver­anstaltung viel Freube bereitet hatte unb der Schluß viel zu früh kam.

Die anerkennenswerte Arbeit der Volkstums­gruppen trat bei dieser Veranstaltung wieder ins beste Licht unb zeigte vor allem auch bie große Auf­gabe, echtes beutfches Volkstum in unsere Iugenb hineinzutragen, in überzeugenber Weise. Allen Mit­wirkenden, vor allem aber Geora Heß, gebühren Dank unb Anerkennung für diese schönen Feier- stunben.

Auf Anorbnung bes Reichsministers für Ernäh­rung unb Lanbroirtschaft vom 3. Oktober 1940 fin- u ,

bet am 3. Dezember 1940 wieder eine allgemeine | Lazarett erfreute der GesangvereinLieberkranz

teilt.

Treudienst - Ehrenzeichen für Angehöriae der Universität.

Der Führer hat den nachverzeichneten Ange­hörigen der Ludwigs-Universität Gießen das Treu- bienst-Ehrenzeichen verliehen. Der Rektor überreichte ben Besehenen bie Auszeichnung unb sprach ihnen gleichzeitig Dank und Anerkennung der Ludwigs- Universität-- aus: a) für 4Ojährige Dienst- z e i t: Operationsgehilfe Friedrich Becker, Badewär- ter und Masseur Ernst Ruckelshauß. Operattonsge- hilfe Karl Stork; b) für 25jährige Dienst­zeit: Professor Dr. Otto Behaghel, Oberpfloger Arthur Feickert, Buchbindergehilfe Heinrich Fersch, Laboratoriumsgehilfe Wilh. Hottenbach, Regierungs­inspektor Herbert Kraft, Krankenpfleger Wilhelm Leidner, Pfleger Theodor Philipp, Wärter Hermann Preußer, Krankenschroester Hanna 'Reiff, Maschinist Albert Schuck.

Allgemeine Viehzählung am 3. Dezember.

Zuverlässige Angaben sind erforderlich.