Die Seeschlacht im Mtelmeer.
Interessante Einzelheiten
über die italienischen Operationen.
Rom, 16. Juli. (DNB.) In einem Sonde-vbericht der italienischen Wehrmacht werden besonders interessante Angaben über die Tätigkeit der italienischen Luftwaffe im westlichen und östlichen Mittelmeer gemacht, um die Rückfahrt der englischen Geschwader nach Gibraltar bzw. Alexanovien zu stören. Danach wurde der Feind 40mal angegriffen, wobei 50 Bomben, darunter einige schwersten Kalibers, die feindlichen Einheiten trafen und sichtbare Schäden verursachten, sowie 10 feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen wurden. Ein Zerstörer und ein Frachtdampfer seien mit Sicherheit versenkt, zwei Schlachtschiffe, vier Kreuzer, zwei Flugzeugträger, zwei Zerstörer mit Sicherheit schwer getroffen, 12 Flugzeuge ad geschossen und etwa 10 an Bord der Flugzeugträger vernichtet oder beschädigt worden. Es stehe ferner fest, daß das Schlachtschiff „Hood" durch drei Bomben, und zwar an der Zentralstelle für die Feuerleitung der schweren Geschütze, am oberen Bugturm der 38,1-cm-Geschütze und an der Vermessungsanlage getroffen wurde. Der Flugzeugträger „Arc Royal" sei von einer Bombe getroffen worden, die den rechten Bugaußenteil seiner Flugzeugbahn zerstört und sieben Flugzeuge vernichtet habe. Der Flugzeugträger „E a g l e" weise am Bug einen großen Riß in der Schiffswand auf.
Aus dem Bericht über die Seeschlacht vom 9. Juli ergibt sich, daß das Feuer von den italienischen Schlachtschiffen „Cesare" und „Cavour" auf 26000 Meter Entfernung eröffnet und rasch ins Ziel gebracht wurde, so daß mehrere Treffer festgestellt werden konnten und eines der feindlichen Schiffe stark nach dem Bug absackte und das Feuer einstellte. Auch das Feuer des Feindes sei zielsicher gewesen, denn eine 38,1-cni-Granate habe ein italienisches Schlachtschiff inmitten des Decks in der Nähe seines Schornsteins getroffen, was aber nicht verhindert habe, daß das italienische Schlachtschiff das Feuer mit unverminderter Stärke fortgesetzt habe, weil keiner seiner lebenswichtigen Teile beschädigt worden sei.
Verwundeter deutscher Soldat von den Briten erschossen.
Berlin, 16. Juli. (DNB.) Der deutsche Unteroffizier Ignaz Reil machte vor dem Chefarzt eines deutschen Reservelazaretts folgende Aussage: „Als ich verwundet in englische Gefangenschaft geriet, brachten die Engländer wenig später drei deutsche Kameraden, von denen mir zwei persönlich bekannt waren, als Gefangene in mein Zimmer. Die deutschen Kameraden mußten mich verbinden und trugen mich dann zu einem anderen Kameraden, der am linken Unterschenkel einen Durchschuß hatte. Wir lagen dort längere Zeit. Plötzlich setzte deutsches Artilleriefeuer ein. Als es stärker wurde, erschossen die Engländer meinen verwundeten Kameraden mit dem Karabiner und rückten dann mit den drei deutschen Gefangenen ab. Da ich nur noch röchelte, hatten mich die Engländer liegen gelassen, offenbar waren sie der Meinung, daß ich im Sterben lag, sonst hätten sie mich zweifellos ebenfalls getötet." — Diese verabscheuungswürdige Tat an wehrlosen verwundeten deutschen Soldaten ist ein neuer Beweis für die niederträchtige und charakterlose Gesinnung der verrohten britischen Soldaten.
Korrektes Verhalten der deutschen Besatzungsbehörden.
Genf, 16. Juli. (DNB.) Nach einer Meldung aus Vichy unterstrich der soeben aus Paris zurückgekehrte Kardinal Gerlier von Lyon Pressevertretern gegenüber das außerordentliche Entgegenkommen der deütschen Besatzungsbehörden und die Korrektheit der deutschen Truppen in Frankreich. Auf der langen Reise von Lyon nach Paris sei der Kardinal nur zweimal angehalten worden, um nach
Wirtschast.
Hessischer Sparkaffen- und Giroverband in 1939.
Fwd. Darmstadt, 15. Juli. Der Hessische Sparkassen- und Giroverband stellt in der Einleitung zu seinem Geschäftsbericht für das Jahr 1939 u. a. fest, daß eines der wichtigsten durch den Krieg aufgeworfenen Probleme ist, die durch die Rationierung der Rohstoffe und der lebensnotwendigen Gebrauchsgegenstände, Genuß- und Lebensmittel freigewordene Kaufkraft den Sparkassen als Spargelder zuzuführen. Hier hat sich den Sparkassen ein weites Feld erfolgreicher Werbung eröffnet. Insbesondere mußte nunmehr dem Gefolgschaftssparen die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Hier wird die Sparmöglichkeit an der Quelle abgeschöpft. Auf die allen Sparkassen bekannte Erleichterung bei der Errichtung mechanischer Spareinrichtungen in fremden Wirtsckaftsbetrieben wird nochmals hingewiesen. Neu yinzugekommen ist das Kriegssparen der an der Front befindlichen Volksgenossen.
Auf dem Gebiet des Kredits wurden den Sparkassen durch den Krieg besondere Aufgaben zugewiesen, die zur Werbung und Förderung ausgenutzt werden konnten (gewerblicher Kredit, Hilfe für durch die gegenwärtigen Verhältnisse in Liquiditätsschwie- rigkeiten geratenen Firmen, Handwerkerkredite, Bevorschussung von Leistungsbescheinigungen der Wehrmacht u. a.). Im letzten Jahresdrittel wurde schließlich auch eine schon lange erfüllte Forderung der Sparkassen.auf Erhöhung der Blankokreditgrenze erfüllt.
Die Spareinlagen bei den hessischen Sparkassen stiegen von 3 6 5,3 Millionen R M. äuf 391,3 Millionen RM. oder um 26,0 Millionen RM., davon 11,5 Millionen Zinsgutschriften, die Giroeinlagen und Depositen von 43,6 auf 61,2 Mill. RM. Bei den Spareinlagen ist der Stand von 1913 erst zu 92,4 (86,2) v. H. erreicht. Rund 66,89 v. H. der Spareinlagen war mit gesetzlicher Kündigungsfrist, 33,11 v. H. mit besonderer versehen. Das Schulsparen erbrachte 0,38, Heimsparbücher 0,38, Geschenkspargutscheine 0,03 Mill. RM. Die Zahl der Sparbücher betrug am Jahresende 672 000 (663 000), die Spareinlagen je Sparbuch stiegen von 551 auf 582 RM. (Reichsdurchschnitt Ende 1938 482 RM.). An Hypotheken wurden von den Sparkassen 8,996 (13,45) Mill. RM. fest zugesagt, 7,73 (11,86) Mill. RM. ausgezahlt, davon 5,79 (6,30) bzw. 4,23 (5,05) Mill, auf Neubauten, 0,94
(1,17) bzw. 0,89 (0,97) Mill, für Gebäudeinstandsetzungen, Umbauten und sonstige Zwecke der Wohnungswirtschaft.
18 Sparkassen (wie i. V.) haben 100 v. H. und mehr des Solls der Barliquidität erreicht, 13 (10) zwischen 80 und 100 v. H., nur 1 (2) blieb unter 40 v. H. des Solls. Bei der Gesamtliquidität haben 35 (30) das Soll erreicht (i. V. lagen noch 5 zwischen 80 und 100 v. H ). Die gesetzliche Sicherheitsrücklage ist mit 4,76 (4,88) v. H. der Gesamteinlagen im Durchschnitt etwas gegen das Vorjahr zurückgegangen.
Der Hypothekenzinssatz liegt jetzt bei keiner hessischen Sparkasse mehr über 5 v. H. (i. V. bei 1), dagegen hatten 10 einen Satz von 4^/r (i. V. 9), wieder 3 von 43/4 v. H.
Ein dem Bericht angefügter gemeinsamer Abschluß per 31. 12. 1938 der 35 hessischen Sparkassen zeigt in Mill. RM. Barreserve 3,03 (2,79), Wechsel 1,79 (2,36), eigene Wertpapiere 107,11 (80,24), Guthaben bei anderen deutschen Kreditinstituten 64,39 (58,44), Schuldner 83,34 (83,70), Hypotheken usw. 163,89 (160,97), fällige Zinsforderungen 2,56 (3,25), dauernde Beteiligungen 4,53 (4,66), Bausparkasse unv. 1,0, anderseits Spareinlagen 365,31 (334,72), Gläubiger 43,40 (40,79), langfristige Anleihen 0,41 (0,49), Reserven 21,28 (20,15) zuzügl. 1,77 (1,56) sonstiger Reserven, Rückstellungen 0,52 (0,65), Gewinn 1,57 (1,37). Die Einnahmen aus Zinsen und Kreditproois. betrugen 18,18 (16,94), Kursgewinn 0,23 (0,35), anderseits u. a. Steuern 0,24 (0,12), Abschreibungen 0,97 (0,98).
Ein Zwischenausweis für Ende Dezember 1939 zeigt in Mill. RM. Barreserve 3,97, Wechsel 1,28, eigene Wertpapiere 0,13, Guthaben bei anderen Kreditinstituten 90,0, Schuldner 81,5, Hypotheken usw. 161,78, Beteiligungen usw. 21,19, anderseits Spareinlagen 388,6, Gläubiger 62,63, Rücklagen § 11 KWG. 22,37, Rückstellungen 2,62.
Aus dem statistischen Zahlenmaterial seien noch Verteilungsziffern der Spareinlagen auf den Kopf der Bevölkerung entnommen. Hiernach entfielen je Kopf der Bevölkerung in den Garantiegemeinden durchschnittlich 276,05 (257,71) RM. Spareinlagen, und zwar in der ehem. Provinz Starkenburg 253,0 (237,4), Oberhessen 276,09 (253,96), Rheinhessen 313,10 (298,40) RM. Unter den Sparkassen stehen an der Spitze Mainz-Land mit 675,10 (662,6) RM., Butzbach mit 529,90 (481,29) RM., Darmstadt mit 479,40 (449,00) RM.
Vorzeigung seines ihm von der deutschen Kommandantur in Lyon ausgestellten Passierscheines völlig unbeanstandet weiterzufahren. Die Pariser Bevölkerung sei durchaus zuversichtlich. Der Kardinal habe feststellen können, daß die Bevölkerung mit den deutschen Befatzungsbehörden gut zusammenarbeite.
Durch tollkühnen Einsatz den Vormarsch der Panzer beschleunigt.
Berlin, 16. Juli. (DNB.) In den letzten Tagen des Juni hatte eine unserer Panzerdivisionen den Auftrag, sich durch Handstreich in den Besitz der Festung E p i n a l zu setzen. Panzer und Schützen brachen überraschend in dem Westteil der Festung ein und erreichten die Mosel. Von den sechs über diesen Fluß führenden Brücken sind fünf gesprengt, eine noch unversehrt. Der zur Flußerkundung vorausgesandte Pionieroffizier, Leutnant Danzer, weiß, daß es für das Gelingen des Handstreiches von ausschlaggebender Bedeutung ist, den einen noch vorhandenen Uebergang vor der Sprengung zu retten. Er springt an das Steuer eines auf der Sttaße stehenden französischen Last- wagens, fährt damit aus die unter feindlichem Artilleriefeuer liegende Brücke, durchschneidet die Zündleitungen und beseitigt die Sprengladungen. Dann springt er, von heftigstem Feuer verfolgt, an das Ufer zurück.
Schon einmal'hatte er eine ähnliche Tat vollbracht. Durch Verhinderung der Sprengung einer über den La-Bassee-Kanal führenden Brücke hatte er den Vormarsch seiner Panzerdivision um Stunden beschleunigt. Auch bei dem Handstreich auf Epiiial ermöglichte die tollkühne Tat des jungen Offiziers feiner Truppe die Ausführung des Auftrages. Leider ist der tapfere Offizier bei dieser zweiten Gelegenheit schwer verwundet worden und kurz darauf im Lazarett gestorben. Sein Divisionskommandeur hatte ihn für seine kühne Tat zur Verleihung des Ritterkreuzes oorgeschlagen.
Kleine politische Nachrichten.
Mit Zustimmung des holländischen Generalsekretärs für Handel, Industrie und Schiffahrt hat sich ein holländischer Nationalausschuß zur Förderung der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet mit dem Sitz in Utrecht gebildet.
Nach einer Woche Pause erschienen wieder 54 japanische Flugzeuge in zwei Gruppen über dem Regierungsviertel von T s ch u n g k i n g und warfen eine große Anzahl von Explosiv- und Brandbomben ab. Die Angreifer wurden von etwa 20 chinesischen Jagdflugzeugen gestellt.
Aus aller Welt.
Volksschullehrer zum Ehrendoktor ernannt.
Der Reichsminister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät derUniverfitätKöln dem Volksschullehrer Georg Statz aus Köln die Würde eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber verliehen. Die Arbett des neuen Ehrendoktors richtet sich nach umfangreichen Studien und Vorarbeiten vornehmlich auf die Erforschung tertiärer Fossilien in Rott, die in der Blätterkohle und in den^z Schiefer abgedruckt sind. Er besitzt die reichhaltigste Sammlung von Insekten- und Pflanzenresten aus dem Tertiär von Rott.
Polnische Briefmarken stark gefragt
Die Briefmarkenscrmmler im Generalgouvernement erleben gegenwärtig große Zeiten. Polnische Marken sind so gefragt, daß viele Werte fast ausverkauft sind. Der größte Schlag ist die Serie der polnischen Marken mit dem Uebe(druck „Generalgouvernement". Der Wert einer kom
pletten Sammlung polnischer Briefmarken kann, wie die polnische Zeitung „Nowy Kurier Warszawski" angibt, auf 20 000 Zloty geschätzt werden. Die teuerste polnische Briefmarke, deren Wert von dem gleichen Blatt mit 10 000 Zloty angegeben wird, ist eine österreichische Briefmarke aus dem Jahre 1918 mit dem Ausdruck „Poczta Pvlska" — Polnische Poft.
Fern der Heimat geboren.
Unter den nun in die Heimat zurückkehrenden Saarpfälzern befinden sich über 5000 Kinder, die in den Bergungsgebieten geboren wurden. Gauleiter Bürckel hat zur Erinnerung an ihre Geburtsstunde Sparbücher mit je 20 RM. Einlage für sie ausgegeben.
Schweres Bergwerksunglück in Pennsylvanien.
Bei einer Sprengung im Bergwerk Sonrnans in Pennsylvanien wurde eine Gasableitung a u f g e r if f e n. Durch die Explosion kamen 22 Bergleute ums Leben. 60 Mann konnten sich aus dem gefährdeten Stollen retten, während 2 3 Bergleute durch Einsturz des Stollens ein- geschlossen wurden. Obwohl sofort Rettungsmannschaften eingesetzt worden sind, wird befürchtet, daß die Eingeschlossenen bereits umgekommen sind.
Von Helsinki zum Eismeer.
Das erste finnische Flugzeug, das von nun an den regelmäßigen Verkehr zwischen Helsinki und dem Eismeer versieht, traf auf feinem Rückflug in der finnischen Hauptstadt ein. Das Flugzeug, das diese nördlichste Route der Welt befliegt, legte die Strecke in 6 Stunden zurück, wobei Zwischenlandungen in Rovaniemi, Kemi, Uleaborg und Vasa vorgenommen wurden. Die Strecke ist 1300 Kilometer lang. Sie soll dreimal wöchentlich beflogen werden. Sie dient zur Beförderung von Fracht, Post und Passagieren für den Atlantikverkehr von Petsamo nach USA.
Ruderboot zerschellt am Saale-Wehr.
Auf der Saale bei Bernburg wurde ein mit sieben Personen besetztes Ruderboot über das Wehr am Rosenhagen hinausgetragen und zerschellte. Nur drei Personen kannten gerettet werden. Ein Ehepaar und zwei Kinder gab der Strudel nicht wieder her. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden.
Hauptschristleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptschrMeiters: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich fürPolttÜ, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provirq und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V.: Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner.
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