Einzelbild herunterladen

Freitag, 15. September 1940

(90. Jahrgang Nr. 217

Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/,Uhr des Vormittags

An-etgen-Preifer

Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nach lasse:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

: jgegr V 5re,i

Gletzener Anzeiger

vrühlstz« Unioerfitätsörideret L tauge General-Anzeiger für Gberhefsen ^«iesien.^ch-Ifteatze 7-9

Erscheint täglich, auher Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giekener Familienblätter Heimat rmKild DjeScholle Monats-Bezugs^eis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift:Anzeiger" Postscheck 1168k Franks M

li n i e

es nicht! An zwei Stellen wurde die Magi not­durchstoßen, einmal bei Breisach, im

Wie uns dazu unsere Berliner Schriftleitung mitteilt, ist das amerikanische Botschaftsgebäude für Flieger noch besonders durch riesige auf das Dach aufgemalte BuchstabenUSA." weithin sicht­bar gekennzeichnet. Die englischen Luftpira­ten müssen diese Buchstaben, bei dem Hellen Mond­schein und bei der Verwendung zahlreicher Leucht­bomben unter allen Umständen klar er­kannt haben. Sie warfen trotzdem ihre Bom­ben. Das ist der Dank Englands dafür, daß die USA. die Vertretung der englischen Interessen in

Englischer Geleitzug von Küstenartillerie beschossen.

Bombenwürfe auf Hafenviertel und Kaianlagen von Dover.

Berlin, 12. Sept (DNB.) Am 11. September versuchte wiederum ein britischer Geteitzug den Hafen von Dover zu verlassen. Unsere k ü st e n - ar filierte nahm die Hafenausfahrt unter Feuer. Treffer auf den Schiffen konnten wegen des schlechten Wetters und der schlechten Sicht nicht beobachtet werden. Kampfflugzeuge bombar­dierten das Hafenviertel und die Kai­anlagen von Dover, so daß Brände entstan­den. Auch die Flakstellungen von Dover wurden er­folgreich angegriffen und Treffer in den Flakstel­lungen erzielt.

Zwei unserer Wasserflugzeuge griffen am 12. 9. zwischen dem Woraj-Firth und Aberdeen einen Geleitzug an. Ein Handels­schiff von 3000 BRT. erhielt Treffer mitt­schiffs. Eine 120 Meter hohe Detonationswolke wurde beobachtet. Mit dem Verlust des Schiffes kann gerechnet werden.

Die englischen Bomben auf die Botschaft der LIGA. Washington, 12. September. (Europapreß.) lieber den bei den britischen Bombenangriffen in der Nacht zum Mittwoch der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin zugefügten Schaden hat der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten Kirk einen Bericht an das Staatsdepar­tement erstattet. Der Bericht bestätigt, daß der Garten der Botschaft von fünf englischen Brand - und Sprengbomben getroffen wurde. Bombensplitter drangen durch das Fenster in die Wand eines Jnnenraumes. Soweit feststell­bar, seien im Verlaufe des Bombardements Bür­ger der Vereinigten Staaten nicht verletzt worden.

Bomben auf London, Southampton und Liverpool.

Oie Angriffe britischer Jtachtpiraten forderten in Aorddeutschland 14 Tote. Deutsches U-Boot versenkte 40 OOO AKT.

Lothringen, gestern, heute und morgen

x Don unserem Sonderberichterstatter Gerhard Bohlmann

Der Wehrmachtsbericht vom Donnerslag.

Berlin, 12. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Abermals belegten britische Flugzeuge in der Nacht vom 11. zum 12. September in Norddeutschland die Wohnviertel mehrerer Städte, darunter h a m - bürg, Bremen und Berlin, mit Spreng- und Brandbomben. Ls entstanden zahlreiche Brände und Schäden in Wohnhäusern und in Arbeitersiedlungen. 14 Tote und 41 Verletzte sind zu beklagen. Gut lie­gendes Abwehrfeuer, diszipliniertes Verhalten der Bevölkerung und tatkräftiges Eingreifen des Selbst­schutzes verhinderten in der Reichshauptstadt und an anderen betroffenen Orten größere Schäden.

Deutsche Kampf-, Jagd- und Zerstörergeschwader setzten TagundNachtihreVergeltungs- angriffe gegen London fort. Docks und Hafenanlagen, die durch Brände hell erleuchtet waren, Gas- und Elektrizitätswerke, eine Pulver- und eine Waffenfabrik wurden schwer getroffen, weitere Angriffe im Laufe des Tages galten einer Flugzeugfabrik in S outhampton, in der sechs hallen zerstört wurden, sowie den Oellagern von Port Viktoria. Nachtangriffe richteten sich ferner gegen Liverpool und andere Hafen­anlagen an der West- und Südküste Englands.

3n der Themsemündung stürzten sich Kampfflugzeuge auf einen Geleitzug und warfen einen Zerstörer und vier Handels­schiffe in Brand; zwei weitere Handelsschiffe erhielten Treffer.

Im Verlaufe der Angriffe gegen London kam es zu mehreren erbitterten Luftkämpfen, bei denen 6 7 feindliche Fl ugzeugeabgeschofsen wur­den. In der Nacht wurden 6 weitere britische Flug­zeuge über deutschem Gebiet durch Flakartillerie zum Absturz gebracht. IttarinearfiUerie hat sechs feind­liche Bombenflugzeuge an der Nordseeküste, ein wei­teres an der Kanalküste abgeschossen, so daß die gest­rigen Gesamtverluste des Feindes 8 0 F1 u g z e u g e betragen. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Lin U-Boot unter der Führung von Oberleutnant zur See 3 en 1 f d), von dem bereits ein Teilergeb­nis von 21 000 BRT. gemeldet worden ist, hat auf einer Unternehmung insgesamt 40000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes aus stark gesicherten Geleitzügen heraus v e r s e n k t. Ein anderes U-Boot hat ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff von 7000 BRT. ebenfalls aus einem Geleitzug heraus versenkt.

Gepriesener Mord.

Don unserer Berliner Schriftleitung.

Berlin übernommen haben. Wir erinnern in die­sem Zusammenhang daran, daß England bei der Ueberfliegung sowohl von Warschau als auch von Paris durch deutsche Bomber behauptete, diese hät­ten sich eigens die Gebäude der amerikanischen Vertretungen als Ziel ausgesucht. Die Behaup­tung war so unsinnig, daß sie nicht einmal in Washington ernst genommen wurde. Im Falle der amerikanischen Botschaft in Berlin aber ist der Beweis erbracht, daß die englischen Flieger sie absichtlich als Ziel hatten.

Gedampfte Stimmung in USA.

Neuyork, 12. September. (Europapreß.) Die gesamte nordamerikanische Presse veröffentlicht mehrseitige Berichte über die deutschen Luftangriffe auf England und die Luftschlachten über London. Die Kriegsberichterstattung aus England läßt alle innerpolitischen Ereignisse der Vereinigten Staaten völlig in den Schatten treten. Die Wall-Street hatte über das Wochenende und auch zu Beginn dieser Woche die Ereignisse in England verhältnis­mäßig ruhig beobachtet. Das englische Pfund war kaum irgendwelchen Schwankungen ausgesetzt, weil die Berichterstattung aus London die englischen Lufterfolge in Berlin stark übertrieben und den Eindruck zu erwecken gesucht hatte, als seien sie den deutschen Erfolgen in England ebenbürtig. Zu Be­ginn dieser Woche war Daher die Meinung vor­herrschend, daß England den Winter durchzuhalten in der Lage sei. Vom Dienstag zum Mittwoch ist in dieser Auffassung jedoch ein merklicher Um­schwung eingetreten. Das drückt sich vor allem in der Mahnung der Wall-Street-Kreise zur Vor­sicht gegenüber England aus. Das wird weniger begründet mit einer baldigen Niederlage Englands, als mit den schweren Äerlusten und Schäden, die durch die deutschen Luftangriffe den englischen Produktionsstätten, den Verkehrslinien und Trans­portmitteln zugefügt werden. Während die Börse am Mittwoch mit zuversichtlicher Tendenz eröffnete, wurde im späteren Verlauf nach dem Bekanntwer­den der Rede Churchills die zuversichtliche Stimmung wesentlich gedämpfter.

Kompromiß in der Wehrpflichtfrage in USA

Washington, 12. Sept. (Europapreß.) Nach zweitägiger Beratung erzielte der Kongreßausschuß eine Kompromißlösung in der Wehrpflichtfrage. Danach ist das Wehrpflichtalter auf 21 bis 36 Jahre f e st gesetzt worden. Ferner wurde beschlossen, auf die vom Repräsentantenhaus gebilligte sechzigtägige Verschiebung der Wehr­pflichtdurchführung zu verzichten. Der Aus­schußbericht geht nun dem Senat und dem Reprä­sentantenhaus zur Bestätigung zu.

den haben. ...

Daraus spricht eine wahrhaft ordinäre Gesinnung, Vie das unter der Führung eines Churchill mchi anders zu erwarten ist. Diesen Triumphgesang stimmt eine Clique an, die jetzt fast eine Woche lang das brennende London und die Panik seiner Bevöl­kerung mit eigenen Augen aus nächster Nähe stän­dig miterlebt,'ohne daß ihr das anscheinend völlig * naVrnhfo Gewissen icklägt. Schon erinnert heute die

Anhand einer Karte läßt sich der Oberbefehlshaber gleich an Ort und Stelle die Einteilung der Di­vision und ihren Einsatz in den zugewiesenen Raum zeigen. Dann begibt er sich auf die Besichti­gungsfahrt durch Unterkünfte der Truppe, die hier seit Wochen nach dem Feldzug im Westen weiter­arbeitet an der Vervollkommnung ihrer Ausbil­dung. Eine ostpreußische Division ist es, die hier auf ihren weiteren Einsatz wartet. Dann trifft General­feldmarschall von Brauchttsch in einem französischen Atlantikhafen ein, der heute unserer Kriegs­marine als Stützpunkt gegen England dient. Der Kommandeur einer rheinischen Division, die in den Wochen des Kampfes im Westen 1400 Kilometer marschierte, meldet dem Oberbefehlshader. Anschlie­ßend unternahm der Oberbefehlshaber eine kurze Rundfahrt durch den Hafen. Es ging vorbei an ei­nem von Feindfahrt heimgekehrten U-Boot und an den Minenräumbooten, die die Einfahrt zu diesem Hafen freihalten. Im Flugzeug begibt sich der Ober­befehlshaber zu einer Stadt, in der die D i enst- st eilen einer Armee untergebracht sind, die sich im Westen durch besonderen Einsatz ausgezeich­net hat. Alfons Brüggemann.

Oer Sieg von Kuino.

Don Oberstleutnant Matthaei.

Ein Jahr ist verflossen, seitdem Deutschlands neue Wehrmacht in jenen historischen Septembertagen in Polen ihren ersten großen und entscheidenden Sieg errang. Diesen Siegen haben sich seitdem viele Siege angeschlossen. In Norwegen wurde der Geg­ner geworfen, in Belgien und Frankreich wurden nach harten Kämpfen die holländische, die belgische und die französische Wehrmacht zur Kapitulation ge­zwungen, während die englischen Truppen über den Kanal fliehen mußten. Soviel wir aber in diesem einen Jahre erlebt haben, so denken wir doch mit stolzer Erinnerung jener ersten schweren Kämpfe, die die deutsche Wehrmacht in Polen durchfocht. Da­mals zeigte sich, was der deutsche Soldat zu leisten vermochte. Damals zeigte sich aber auch und besonders in jenen glorreichen Siegen von Kutno, wie die deutsche Führung operieren konnte. Es ist seitdem bekannt geworden, daß der Füh­rer als Feldherr an diesen Dingen« seinen entschei­denden Anteil gehabt hat. Gerade die Kühnheit der militärischen Entschlüsse atmet ganz den Geist und die Wesensart des Führers.

Der Feldzug in Polen war keinKrieg" im üb­lichen Sinne, sondern der Führer sah seine Pflicht und Aufgabe darin, nach monatelangem geduldigem Aushatren endlich Ordnung, Ruhe und Sicherheit an unserer gequälten, zerrissenen und geschändeten Ostgrenze zu schaffen. Die Welt hat erfahren, wie er die Erfüllung einer solchen deutschen Pflickt auf­faßt, und wie sich der Führer des von ihm neu- geschaffenen Werkzeuges der deutschen Wehrmacht dabei zu bedienen weiß.

Der Feldzug der 18 Tage wird auf alle Zeiten in der politischen und militärischen Geschichte eine einzigartige Bedeutung haben: mit einem zusam- mengefaßten gewaltigen Schlage setzte von drei Seiten die Bereinigung der östlichen Frage so nach­drücklich ein, daß schon von Beginn der Operatio­nen an am Erfolg nicht zu zweifeln war. Konnte es sich nach dem Vorausgegangenen von Anfang an nicht mehr allein darum handeln, etwa einige Grenz­striche zu besetzen und dahinter den Unruheherd un­berührt zu lassen, so stießen also am 1. September vom Korridor und Ostpreußen, von Oberschlesien und der Slowakei deutsche Soldaten gleichzeitig in das im wahrsten Sinne feindliche Land hinein, um die schwärende Wunde an der deutschen Ostgrenze auf alle Zeiten endgültig auszukratzen.

Schon am zweiten Tage war der Korridor durch st oßen und am dritten seine Abschnü­rung nachNordenvollendet. In mehr ober weniger hartnäckigen Kämpfen wurden die polni­schen Truppen, die dort noch fochten, zerschlagen. Gleichzeitig brachen die Gruppe Ostpreußen, die der Gruppe Pommern inzwischen die Hand gereicht hatte, und die Gruppe Süden vor, letztere von Oberschlesien und der Tschecho-Slowakei aus, über­rannten die GreiWsicherungen und stießen ins In­nere des Landes yinein. Die große Zange be­gann sich am 7. September bereits deutlich abzu­zeichnen. Der Erfolg dieser beiden ersten Kampf­abschnitte brachte die Wiedergewinnung des In­dustriegebietes, die Einnahme von Kulm und Grau-

Niemals wird in Deutschland ein Wort der Genug­tuung oder gar des Triumphes darüber zu Horen oder zu lesen sein, daß bei den Vergeltungsangriffen auf London auch Nichtkämpfer ein Opfer der Churchill- schen Bankrottpolitik werden. Wir können die Be­hauptung einer amerikanischen Zeitung nicht nach­prüfen, die Zahl der Toten in London sei nach der fünften Nacht auf 5500 gestiegen. Wir können nur um so nachdrücklicher auf die zahlreichen, neutralen, amerikanischen, ja sogar englischen Bestätigungen Hinweisen, wonach die deutschen Flieger ihre An­griffe nur gegen militärisch wichtige Ziele richten. In London aber verbreitet das amtliche englische Nachrichtenbüro die alberne Behauptung, es hätte in Berlin 500 Tote gegeben und knüpft daran ge­radezu ein Preislied auf dieErfolge" englischer Flieger, die nun auch in Hamburg, in Bremen und an anderen Stellen des Reiches wieder auf ihren nächtlichen Schleichflügen Opfer gesucht und gefun-

Wenn man aus dem Elsaß über Zabern nord­westlich fährt, um nach Metz zu kommen: Lothrin­gen kann nicht mit dem gleichen üppigen Reiz seiner Landschaft aufwarten wie das Elsaß. Die Wein­baugebiete, die Reb- und Obstgärten haben aufge­hört, unter grauen, tief fliegenden Wolken erstreckt sich die Hochebene mit flachen Hügeln, gewellten Kuppen, rauschenden Wäldern. Hier ist Nie­mandsland, das Gelände zwischen unferm Westwall und der französischen Maginotlinie, links und rechts der Straße sind Schilder aufgestellt und weiße Bänder gespannt:Achtung! Minen!" Jeder Schritt vom Wege bringt hier Gefahr. Ver­mint sind die weiten verunkrauteten Felder, ver­mint sind auch in den Dörfern die Häuser, von .denen hier keines harmlos ist: hinter vielen Scheu­nentoren sind Bunker verborgen, manche Haus­ecken sind zu Maschinengewehrnestern und Geschütz ständen ausgebaut, hier sollten die Spähtrupps anrennen. In diesem Gelände zwischen den Linien hat fast zehn Monate lang ein zäher erbitterter Stellungskrieg gewütet; die kahlen ge­schwärzten Mauern, die Schutthaufen der Gehöfte, die Trümmer einer Kirche zeugen davon.

Die Franzosen wollen ihr geheiligtes Maginot- system aus dem allgemeinen Zusammenbruch retten, indem sie sagen, ihre Linie fei nicht kämpfend durch­brochen, sondern nur umgangen worden so war

an vielen Punkten brennende brttische Hauptstadt an den Beginn des Unterganges Warschaus. Die Kamarilla der Verschwörer aber, die diesen Krieg angezettelt und dieses Elend über die Hauptstadt gebracht hat, sie senden noch immer nächtlicherweise ihre Luftpiraten gegen die deutsche Zivilbevölkerung, obwohl sie schon seit dem vergangenen Samstag genau wissen, daß jede auf deutsche Wohngebiete abgeworfene englische Bombe hundertfach und tau­endfach wiedervergolten wird.

England hat mehr als einmal auf Grund der deutschen Angebote Anlaß gehabt, diesen Krieg zu vermeiden. Es hat nach der Beendigung des sieg­reichen deutschen Feldzuges im Westen auf Grund der Reichstagsrede des Führers direkten Anlaß gehabt, diesen Krieg zu beenden. Es hat auf Grund der ernstesten deutschen Warnungen Anlaß gehabt, die Bombenwürfe gegen die deutsche Zivilbevölke­rung sofort einzustellen, da es ja die Wirkung der deutschen Luftwaffe aus dem bisherigen Kriegs­oerlauf zur Genüge kennen muhte. England hat nichts von alledem getan. Es hat nicht nur diesen Krieg betrieben, es hat ihn auch ungeachtet aller deutschen Warnungen bis zum totalen Krieg ge­steigert. Ja Churchill hat selbst im Sommer erklärt, er werde diesen Krieg selbst auf den Trümmern Londons weiter führen. Heute preist Reuter den planmäßigen Mord an deutschen Zivilisten. Demnach muß England nun genau wissen, was ihm bevor­steht. Es mag sich an seine Regierung, an die ganze Clique der Kriegshetzer und vor allem an Chur­chill selbst halten. Sie tragen die volle Verantwor­tung für alles Bisherige und alles Kommende.

wird erstehen ... Und was hier geschieht, ist keines­wegs einzigartig. Wie in Metz und Lothringen rührt und regt sich der Aufbau in Straßburg, im ganzen Elsaß von der Schweizer Grenze bis zum Weißen­burger Kreise, und so überall in den Gebieten, die von Deutschen besetzt sind. Ein ungeheurer Antrieb geht von dieser gesammelten Kraft aus, um die Länder aus ihrem heutigen Zustand in den Frieden von morgen zu überführen.

Generalfeldmarschall von Vranchllsch bei den Truvpen im Westen.

DNB.... 12. September. (PK.) Der Oberbefehls­haber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, besichttgte in diesen Tagen in Frankreich Einheiten des Heeres, die seit dem Waffenstillstand hier ihre Quartiere bezogen haben.

Süden, und zum andern Male hier oben im Norden, zwischen St. Avold und Saaralben. Von dieser Durchbruchsstelle sehen wir nur einen kleinen Teil, das Gelände bei RemeringenPüttlingen, in dem am 14. und 15. Juni die erbitterten Durch­bruchskämpfe getobt haben. Heute ist hier alles tot . und verödet, und der Wind fegt über die wüsten Steppen, die von Granattrichtern aufgerissen sind, ein verlassenes Schlachtfeld.

Hier war die Grenze zwischen den Fronten, das Tal des Boderbachs, den die Franzosen durch quer- I gezogene Dämme aufgestaut und zu einem Fluß er­weitert hatten. Hüben und drüben ganz kahle Hänge, gefährlich und fast unmöglich zu überwinden, denn drüben, am jenseitigen ansteigenden Ufer, hatten die Feinde über den Hang hin ein Netz von 36 Bunkern ' und zahllosen Feldbefestigungen gespannt, aus dem sie das diesseitige, das unfrige Ufer, unter scharfem Beschuß hielten; hinter diesem Befestigungssystem < und dem angestauten Boderbach fühlten sie sich so sicher, daß sie auf Mammutwerke (wieHochwald" undHackenberg") verzichtet hatten: darum wählte das OKW. diesen weniger geschützten Abschnitt der Maginotlinie zum Durchbruch aus.

Auf schmalem, ausgetretenem Pfad gehen wir über den diesseitigen Hang zum Boderbach hinab. Wir stehen vor einem der Staudämme. Auf seinem Kopf haben die Franzosen einen ihrer massigen Bunker gepflanzt, eins dieser plumpen Eisenbeton­wesen, deren schmale Schießscharten wie grimme, verkniffene Augen in die Gegend spähen. Wo ist seine Fruchtbarkeit geblieben? Seine Augen blicken trübe und qualmgeschwärzt: Flammenwerfer scheinen hier gearbeitet zu haben. Aufgebrochen ist die rück- wärtige Panzertür; drinnen liegen verkohlte Leichen, der widerliche Dunst der Verwesung wittert um die Stelle. Dahinter ist der Staudarnrn durch eine Stuka- bombe zerschmettert, so daß das Wasser des Beckens jetzt langsam ausläuft, und nun sieht man auch auf dem Grunde des Boderbachs die spitzen Eisen­pfähle und Drahtverhaue, die das Hinübersetzen auf Schlauchbooten oder das Durchschreiten des Was­sers unmöglich machen sollten unmöglich? Es ist dennoch gelungen. Die Franzosen haben auch hier an alle Sicherheits- und Abwehrmaßnahmen gedacht, aber das haben sie nicht vermutet, daß ihr gesamtes Sicherheitssystem heute schon eine Weis­heit von vorgestern werden könnte.

Soviel auch zerstört sein mag im lothringischen Land, die neuen Männer, die aus dem Reich ge­kommen sind, haben darum nur um so tatkräftiger mit dem Wiederaufbau begonnen. Die zer­schossenen französischen blauweißen Straßenschilder und Wegweiser sind überall durch die braun­schwarzen deutschen ersetzt; Trümmer werden fort- geräumt, Felder und Häuser entmint, zu Tausen­den kehren die Flüchtlinge in die Dörfer der Magi- nollinie zurück; überall bas sichere, zielbewußte An­packen der dringendsten Ausgaben und em A^ beitstempo, vor Dem die Leute hier zunächst noch fassungslos stehen. Arbeit für morgen, für die Zu­kunft. Das Land soll jetzt endlich wieder zur Ruhe kommen. ,,,

Denn westlich von Metz liegen die Schlachtfelder von ColombeyNouilly, VionvilleMars la Tour, GraoelotteSt. Privat und erinnern daran, daß Lothringen erst 1871 wieder zum Reich zurückkam, bevor es 1918 abermals verlorenging. Was ist aus der Stadt seitdem geworden! Als die Deutschen hier einzogen, fanden sie verwanzte Kasernen, Ratten in den Markthallen, das große Theater verdreckt, kein Gas, kein Wasser, keinen Strom, aber em un­geheures Elend in den Armenvierteln und em Heer von Arbeitslosen; hier wie überall in Frankreich die aufdringlichen Reklamen, die eine Schein­blüte vortäuschen, und daneben die verschmutzten, verwahrlosten Fassaden, deren altehrwürdige Schön­heit unter dem Firnis der Verkommenheit kcmm noch zu erkennen ist: Sinnbilder französischen Schlendrians, Zeichen eines laschen, vergreisenden

Volkes.

Indem man das feststellt, bemerkt man, wie allenthalben das Metz von morgen vorberei­tet wird Das Weichbild der Stadt, von verschiede­nen Armen der Mosel durchflossen und gegliedert, bietet sich durch seine natürliche Anlage als Schau­platz großer städtebaulicher Vorhaben dar Alte Kasernen sollen abgerissen und zu neuzettllchen Ka ernenstädten zusammengefaßt, aus der Stadt verschwinden; an den Moselufern sind.Anlagen und CTMt w«^'6*0"erümeit beute bie