Freitag, 15. September 1940
(90. Jahrgang Nr. 217
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es nicht! An zwei Stellen wurde die Magi notdurchstoßen, einmal bei Breisach, im
Wie uns dazu unsere Berliner Schriftleitung mitteilt, ist das amerikanische Botschaftsgebäude für Flieger noch besonders durch riesige auf das Dach aufgemalte Buchstaben „USA." weithin sichtbar gekennzeichnet. Die englischen Luftpiraten müssen diese Buchstaben, bei dem Hellen Mondschein und bei der Verwendung zahlreicher Leuchtbomben unter allen Umständen klar erkannt haben. Sie warfen trotzdem ihre Bomben. Das ist der Dank Englands dafür, daß die USA. die Vertretung der englischen Interessen in
Englischer Geleitzug von Küstenartillerie beschossen.
Bombenwürfe auf Hafenviertel und Kaianlagen von Dover.
Berlin, 12. Sept (DNB.) Am 11. September versuchte wiederum ein britischer Geteitzug den Hafen von Dover zu verlassen. Unsere k ü st e n - ar filierte nahm die Hafenausfahrt unter Feuer. Treffer auf den Schiffen konnten wegen des schlechten Wetters und der schlechten Sicht nicht beobachtet werden. Kampfflugzeuge bombardierten das Hafenviertel und die Kaianlagen von Dover, so daß Brände entstanden. Auch die Flakstellungen von Dover wurden erfolgreich angegriffen und Treffer in den Flakstellungen erzielt.
Zwei unserer Wasserflugzeuge griffen am 12. 9. zwischen dem Woraj-Firth und Aberdeen einen Geleitzug an. Ein Handelsschiff von 3000 BRT. erhielt Treffer mittschiffs. Eine 120 Meter hohe Detonationswolke wurde beobachtet. Mit dem Verlust des Schiffes kann gerechnet werden.
Die englischen Bomben auf die Botschaft der LIGA. Washington, 12. September. (Europapreß.) lieber den bei den britischen Bombenangriffen in der Nacht zum Mittwoch der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin zugefügten Schaden hat der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten Kirk einen Bericht an das Staatsdepartement erstattet. Der Bericht bestätigt, daß der Garten der Botschaft von fünf englischen Brand - und Sprengbomben getroffen wurde. Bombensplitter drangen durch das Fenster in die Wand eines Jnnenraumes. Soweit feststellbar, seien im Verlaufe des Bombardements Bürger der Vereinigten Staaten nicht verletzt worden.
Bomben auf London, Southampton und Liverpool.
Oie Angriffe britischer Jtachtpiraten forderten in Aorddeutschland 14 Tote. Deutsches U-Boot versenkte 40 OOO AKT.
Lothringen, gestern, heute und morgen
x Don unserem Sonderberichterstatter Gerhard Bohlmann
Der Wehrmachtsbericht vom Donnerslag.
Berlin, 12. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Abermals belegten britische Flugzeuge in der Nacht vom 11. zum 12. September in Norddeutschland die Wohnviertel mehrerer Städte, darunter h a m - bürg, Bremen und Berlin, mit Spreng- und Brandbomben. Ls entstanden zahlreiche Brände und Schäden in Wohnhäusern und in Arbeitersiedlungen. 14 Tote und 41 Verletzte sind zu beklagen. Gut liegendes Abwehrfeuer, diszipliniertes Verhalten der Bevölkerung und tatkräftiges Eingreifen des Selbstschutzes verhinderten in der Reichshauptstadt und an anderen betroffenen Orten größere Schäden.
Deutsche Kampf-, Jagd- und Zerstörergeschwader setzten TagundNachtihreVergeltungs- angriffe gegen London fort. Docks und Hafenanlagen, die durch Brände hell erleuchtet waren, Gas- und Elektrizitätswerke, eine Pulver- und eine Waffenfabrik wurden schwer getroffen, weitere Angriffe im Laufe des Tages galten einer Flugzeugfabrik in S outhampton, in der sechs hallen zerstört wurden, sowie den Oellagern von Port Viktoria. Nachtangriffe richteten sich ferner gegen Liverpool und andere Hafenanlagen an der West- und Südküste Englands.
3n der Themsemündung stürzten sich Kampfflugzeuge auf einen Geleitzug und warfen einen Zerstörer und vier Handelsschiffe in Brand; zwei weitere Handelsschiffe erhielten Treffer.
Im Verlaufe der Angriffe gegen London kam es zu mehreren erbitterten Luftkämpfen, bei denen 6 7 feindliche Fl ugzeugeabgeschofsen wurden. In der Nacht wurden 6 weitere britische Flugzeuge über deutschem Gebiet durch Flakartillerie zum Absturz gebracht. IttarinearfiUerie hat sechs feindliche Bombenflugzeuge an der Nordseeküste, ein weiteres an der Kanalküste abgeschossen, so daß die gestrigen Gesamtverluste des Feindes 8 0 F1 u g z e u g e betragen. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt.
Lin U-Boot unter der Führung von Oberleutnant zur See 3 en 1 f d), von dem bereits ein Teilergebnis von 21 000 BRT. gemeldet worden ist, hat auf einer Unternehmung insgesamt 40000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes aus stark gesicherten Geleitzügen heraus v e r s e n k t. Ein anderes U-Boot hat ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff von 7000 BRT. ebenfalls aus einem Geleitzug heraus versenkt.
Gepriesener Mord.
Don unserer Berliner Schriftleitung.
Berlin übernommen haben. Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, daß England bei der Ueberfliegung sowohl von Warschau als auch von Paris durch deutsche Bomber behauptete, diese hätten sich eigens die Gebäude der amerikanischen Vertretungen als Ziel ausgesucht. Die Behauptung war so unsinnig, daß sie nicht einmal in Washington ernst genommen wurde. Im Falle der amerikanischen Botschaft in Berlin aber ist der Beweis erbracht, daß die englischen Flieger sie absichtlich als Ziel hatten.
Gedampfte Stimmung in USA.
Neuyork, 12. September. (Europapreß.) Die gesamte nordamerikanische Presse veröffentlicht mehrseitige Berichte über die deutschen Luftangriffe auf England und die Luftschlachten über London. Die Kriegsberichterstattung aus England läßt alle innerpolitischen Ereignisse der Vereinigten Staaten völlig in den Schatten treten. Die Wall-Street hatte über das Wochenende und auch zu Beginn dieser Woche die Ereignisse in England verhältnismäßig ruhig beobachtet. Das englische Pfund war kaum irgendwelchen Schwankungen ausgesetzt, weil die Berichterstattung aus London die englischen Lufterfolge in Berlin stark übertrieben und den Eindruck zu erwecken gesucht hatte, als seien sie den deutschen Erfolgen in England ebenbürtig. Zu Beginn dieser Woche war Daher die Meinung vorherrschend, daß England den Winter durchzuhalten in der Lage sei. Vom Dienstag zum Mittwoch ist in dieser Auffassung jedoch ein merklicher Umschwung eingetreten. Das drückt sich vor allem in der Mahnung der Wall-Street-Kreise zur Vorsicht gegenüber England aus. Das wird weniger begründet mit einer baldigen Niederlage Englands, als mit den schweren Äerlusten und Schäden, die durch die deutschen Luftangriffe den englischen Produktionsstätten, den Verkehrslinien und Transportmitteln zugefügt werden. Während die Börse am Mittwoch mit zuversichtlicher Tendenz eröffnete, wurde im späteren Verlauf nach dem Bekanntwerden der Rede Churchills die zuversichtliche Stimmung wesentlich gedämpfter.
Kompromiß in der Wehrpflichtfrage in USA
Washington, 12. Sept. (Europapreß.) Nach zweitägiger Beratung erzielte der Kongreßausschuß eine Kompromißlösung in der Wehrpflichtfrage. Danach ist das Wehrpflichtalter auf 21 bis 36 Jahre f e st gesetzt worden. Ferner wurde beschlossen, auf die vom Repräsentantenhaus gebilligte sechzigtägige Verschiebung der Wehrpflichtdurchführung zu verzichten. Der Ausschußbericht geht nun dem Senat und dem Repräsentantenhaus zur Bestätigung zu.
den haben. ...
Daraus spricht eine wahrhaft ordinäre Gesinnung, Vie das unter der Führung eines Churchill mchi anders zu erwarten ist. Diesen Triumphgesang stimmt eine Clique an, die jetzt fast eine Woche lang das brennende London und die Panik seiner Bevölkerung mit eigenen Augen aus nächster Nähe ständig miterlebt,'ohne daß ihr das anscheinend völlig * naVrnhfo Gewissen icklägt. Schon erinnert heute die
Anhand einer Karte läßt sich der Oberbefehlshaber gleich an Ort und Stelle die Einteilung der Division und ihren Einsatz in den zugewiesenen Raum zeigen. Dann begibt er sich auf die Besichtigungsfahrt durch Unterkünfte der Truppe, die hier seit Wochen nach dem Feldzug im Westen weiterarbeitet an der Vervollkommnung ihrer Ausbildung. Eine ostpreußische Division ist es, die hier auf ihren weiteren Einsatz wartet. Dann trifft Generalfeldmarschall von Brauchttsch in einem französischen Atlantikhafen ein, der heute unserer Kriegsmarine als Stützpunkt gegen England dient. Der Kommandeur einer rheinischen Division, die in den Wochen des Kampfes im Westen 1400 Kilometer marschierte, meldet dem Oberbefehlshader. Anschließend unternahm der Oberbefehlshaber eine kurze Rundfahrt durch den Hafen. Es ging vorbei an einem von Feindfahrt heimgekehrten U-Boot und an den Minenräumbooten, die die Einfahrt zu diesem Hafen freihalten. Im Flugzeug begibt sich der Oberbefehlshaber zu einer Stadt, in der die D i enst- st eilen einer Armee untergebracht sind, die sich im Westen durch besonderen Einsatz ausgezeichnet hat. Alfons Brüggemann.
Oer Sieg von Kuino.
Don Oberstleutnant Matthaei.
Ein Jahr ist verflossen, seitdem Deutschlands neue Wehrmacht in jenen historischen Septembertagen in Polen ihren ersten großen und entscheidenden Sieg errang. Diesen Siegen haben sich seitdem viele Siege angeschlossen. In Norwegen wurde der Gegner geworfen, in Belgien und Frankreich wurden nach harten Kämpfen die holländische, die belgische und die französische Wehrmacht zur Kapitulation gezwungen, während die englischen Truppen über den Kanal fliehen mußten. Soviel wir aber in diesem einen Jahre erlebt haben, so denken wir doch mit stolzer Erinnerung jener ersten schweren Kämpfe, die die deutsche Wehrmacht in Polen durchfocht. Damals zeigte sich, was der deutsche Soldat zu leisten vermochte. Damals zeigte sich aber auch und besonders in jenen glorreichen Siegen von Kutno, wie die deutsche Führung operieren konnte. Es ist seitdem bekannt geworden, daß der Führer als Feldherr an diesen Dingen« seinen entscheidenden Anteil gehabt hat. Gerade die Kühnheit der militärischen Entschlüsse atmet ganz den Geist und die Wesensart des Führers.
Der Feldzug in Polen war kein „Krieg" im üblichen Sinne, sondern der Führer sah seine Pflicht und Aufgabe darin, nach monatelangem geduldigem Aushatren endlich Ordnung, Ruhe und Sicherheit an unserer gequälten, zerrissenen und geschändeten Ostgrenze zu schaffen. Die Welt hat erfahren, wie er die Erfüllung einer solchen deutschen Pflickt auffaßt, und wie sich der Führer des von ihm neu- geschaffenen Werkzeuges der deutschen Wehrmacht dabei zu bedienen weiß.
Der Feldzug der 18 Tage wird auf alle Zeiten in der politischen und militärischen Geschichte eine einzigartige Bedeutung haben: mit einem zusam- mengefaßten gewaltigen Schlage setzte von drei Seiten die Bereinigung der östlichen Frage so nachdrücklich ein, daß schon von Beginn der Operationen an am Erfolg nicht zu zweifeln war. Konnte es sich nach dem Vorausgegangenen von Anfang an nicht mehr allein darum handeln, etwa einige Grenzstriche zu besetzen und dahinter den Unruheherd unberührt zu lassen, so stießen also am 1. September vom Korridor und Ostpreußen, von Oberschlesien und der Slowakei deutsche Soldaten gleichzeitig in das im wahrsten Sinne feindliche Land hinein, um die schwärende Wunde an der deutschen Ostgrenze auf alle Zeiten endgültig auszukratzen.
Schon am zweiten Tage war der Korridor durch st oßen und am dritten seine Abschnürung nachNordenvollendet. In mehr ober weniger hartnäckigen Kämpfen wurden die polnischen Truppen, die dort noch fochten, zerschlagen. Gleichzeitig brachen die Gruppe Ostpreußen, die der Gruppe Pommern inzwischen die Hand gereicht hatte, und die Gruppe Süden vor, letztere von Oberschlesien und der Tschecho-Slowakei aus, überrannten die GreiWsicherungen und stießen ins Innere des Landes yinein. Die große Zange begann sich am 7. September bereits deutlich abzuzeichnen. Der Erfolg dieser beiden ersten Kampfabschnitte brachte die Wiedergewinnung des Industriegebietes, die Einnahme von Kulm und Grau-
Niemals wird in Deutschland ein Wort der Genugtuung oder gar des Triumphes darüber zu Horen oder zu lesen sein, daß bei den Vergeltungsangriffen auf London auch Nichtkämpfer ein Opfer der Churchill- schen Bankrottpolitik werden. Wir können die Behauptung einer amerikanischen Zeitung nicht nachprüfen, die Zahl der Toten in London sei nach der fünften Nacht auf 5500 gestiegen. Wir können nur um so nachdrücklicher auf die zahlreichen, neutralen, amerikanischen, ja sogar englischen Bestätigungen Hinweisen, wonach die deutschen Flieger ihre Angriffe nur gegen militärisch wichtige Ziele richten. In London aber verbreitet das amtliche englische Nachrichtenbüro die alberne Behauptung, es hätte in Berlin 500 Tote gegeben und knüpft daran geradezu ein Preislied auf die „Erfolge" englischer Flieger, die nun auch in Hamburg, in Bremen und an anderen Stellen des Reiches wieder auf ihren nächtlichen Schleichflügen Opfer gesucht und gefun-
Wenn man aus dem Elsaß über Zabern nordwestlich fährt, um nach Metz zu kommen: Lothringen kann nicht mit dem gleichen üppigen Reiz seiner Landschaft aufwarten wie das Elsaß. Die Weinbaugebiete, die Reb- und Obstgärten haben aufgehört, unter grauen, tief fliegenden Wolken erstreckt sich die Hochebene mit flachen Hügeln, gewellten Kuppen, rauschenden Wäldern. Hier ist Niemandsland, das Gelände zwischen unferm Westwall und der französischen Maginotlinie, links und rechts der Straße sind Schilder aufgestellt und weiße Bänder gespannt: „Achtung! Minen!" Jeder Schritt vom Wege bringt hier Gefahr. Vermint sind die weiten verunkrauteten Felder, vermint sind auch in den Dörfern die Häuser, von .denen hier keines harmlos ist: hinter vielen Scheunentoren sind Bunker verborgen, manche Hausecken sind zu Maschinengewehrnestern und Geschütz ständen ausgebaut, hier sollten die Spähtrupps anrennen. In diesem Gelände zwischen den Linien hat fast zehn Monate lang ein zäher erbitterter Stellungskrieg gewütet; die kahlen geschwärzten Mauern, die Schutthaufen der Gehöfte, die Trümmer einer Kirche zeugen davon.
Die Franzosen wollen ihr geheiligtes Maginot- system aus dem allgemeinen Zusammenbruch retten, indem sie sagen, ihre Linie fei nicht kämpfend durchbrochen, sondern nur umgangen worden — so war
an vielen Punkten brennende brttische Hauptstadt an den Beginn des Unterganges Warschaus. Die Kamarilla der Verschwörer aber, die diesen Krieg angezettelt und dieses Elend über die Hauptstadt gebracht hat, sie senden noch immer nächtlicherweise ihre Luftpiraten gegen die deutsche Zivilbevölkerung, obwohl sie schon seit dem vergangenen Samstag genau wissen, daß jede auf deutsche Wohngebiete abgeworfene englische Bombe hundertfach und tauendfach wiedervergolten wird.
England hat mehr als einmal auf Grund der deutschen Angebote Anlaß gehabt, diesen Krieg zu vermeiden. Es hat nach der Beendigung des siegreichen deutschen Feldzuges im Westen auf Grund der Reichstagsrede des Führers direkten Anlaß gehabt, diesen Krieg zu beenden. Es hat auf Grund der ernstesten deutschen Warnungen Anlaß gehabt, die Bombenwürfe gegen die deutsche Zivilbevölkerung sofort einzustellen, da es ja die Wirkung der deutschen Luftwaffe aus dem bisherigen Kriegsoerlauf zur Genüge kennen muhte. England hat nichts von alledem getan. Es hat nicht nur diesen Krieg betrieben, es hat ihn auch ungeachtet aller deutschen Warnungen bis zum totalen Krieg gesteigert. Ja Churchill hat selbst im Sommer erklärt, er werde diesen Krieg selbst auf den Trümmern Londons weiter führen. Heute preist Reuter den planmäßigen Mord an deutschen Zivilisten. Demnach muß England nun genau wissen, was ihm bevorsteht. Es mag sich an seine Regierung, an die ganze Clique der Kriegshetzer und vor allem an Churchill selbst halten. Sie tragen die volle Verantwortung für alles Bisherige und alles Kommende.
wird erstehen ... Und was hier geschieht, ist keineswegs einzigartig. Wie in Metz und Lothringen rührt und regt sich der Aufbau in Straßburg, im ganzen Elsaß von der Schweizer Grenze bis zum Weißenburger Kreise, und so überall in den Gebieten, die von Deutschen besetzt sind. Ein ungeheurer Antrieb geht von dieser gesammelten Kraft aus, um die Länder aus ihrem heutigen Zustand in den Frieden von morgen zu überführen.
Generalfeldmarschall von Vranchllsch bei den Truvpen im Westen.
DNB.... 12. September. (PK.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, besichttgte in diesen Tagen in Frankreich Einheiten des Heeres, die seit dem Waffenstillstand hier ihre Quartiere bezogen haben.
Süden, und zum andern Male hier oben im Norden, zwischen St. Avold und Saaralben. Von dieser Durchbruchsstelle sehen wir nur einen kleinen Teil, das Gelände bei Remeringen—Püttlingen, in dem am 14. und 15. Juni die erbitterten Durchbruchskämpfe getobt haben. Heute ist hier alles tot . und verödet, und der Wind fegt über die wüsten Steppen, die von Granattrichtern aufgerissen sind, ein verlassenes Schlachtfeld.
Hier war die Grenze zwischen den Fronten, das Tal des Boderbachs, den die Franzosen durch quer- I gezogene Dämme aufgestaut und zu einem Fluß erweitert hatten. Hüben und drüben ganz kahle Hänge, gefährlich und fast unmöglich zu überwinden, denn drüben, am jenseitigen ansteigenden Ufer, hatten die Feinde über den Hang hin ein Netz von 36 Bunkern ' und zahllosen Feldbefestigungen gespannt, aus dem sie das diesseitige, das unfrige Ufer, unter scharfem Beschuß hielten; hinter diesem Befestigungssystem < und dem angestauten Boderbach fühlten sie sich so sicher, daß sie auf Mammutwerke (wie „Hochwald" und „Hackenberg") verzichtet hatten: darum wählte das OKW. diesen weniger geschützten Abschnitt der Maginotlinie zum Durchbruch aus.
Auf schmalem, ausgetretenem Pfad gehen wir über den diesseitigen Hang zum Boderbach hinab. Wir stehen vor einem der Staudämme. Auf seinem Kopf haben die Franzosen einen ihrer massigen Bunker gepflanzt, eins dieser plumpen Eisenbetonwesen, deren schmale Schießscharten wie grimme, verkniffene Augen in die Gegend spähen. Wo ist seine Fruchtbarkeit geblieben? Seine Augen blicken trübe und qualmgeschwärzt: Flammenwerfer scheinen hier gearbeitet zu haben. Aufgebrochen ist die rück- wärtige Panzertür; drinnen liegen verkohlte Leichen, der widerliche Dunst der Verwesung wittert um die Stelle. Dahinter ist der Staudarnrn durch eine Stuka- bombe zerschmettert, so daß das Wasser des Beckens jetzt langsam ausläuft, und nun sieht man auch auf dem Grunde des Boderbachs die spitzen Eisenpfähle und Drahtverhaue, die das Hinübersetzen auf Schlauchbooten oder das Durchschreiten des Wassers unmöglich machen sollten — unmöglich? Es ist dennoch gelungen. Die Franzosen haben auch hier an alle Sicherheits- und Abwehrmaßnahmen gedacht, aber das haben sie nicht vermutet, daß ihr gesamtes Sicherheitssystem heute schon eine Weisheit von vorgestern werden könnte.
Soviel auch zerstört sein mag im lothringischen Land, die neuen Männer, die aus dem Reich gekommen sind, haben darum nur um so tatkräftiger mit dem Wiederaufbau begonnen. Die zerschossenen französischen blauweißen Straßenschilder und Wegweiser sind überall durch die braunschwarzen deutschen ersetzt; Trümmer werden fort- geräumt, Felder und Häuser entmint, zu Tausenden kehren die Flüchtlinge in die Dörfer der Magi- nollinie zurück; überall bas sichere, zielbewußte Anpacken der dringendsten Ausgaben und em A^ beitstempo, vor Dem die Leute hier zunächst noch fassungslos stehen. Arbeit für morgen, für die Zukunft. Das Land soll jetzt endlich wieder zur Ruhe kommen. ,,,
Denn westlich von Metz liegen die Schlachtfelder von Colombey—Nouilly, Vionville—Mars la Tour, Graoelotte—St. Privat und erinnern daran, daß Lothringen erst 1871 wieder zum Reich zurückkam, bevor es 1918 abermals verlorenging. Was ist aus der Stadt seitdem geworden! Als die Deutschen hier einzogen, fanden sie verwanzte Kasernen, Ratten in den Markthallen, das große Theater verdreckt, kein Gas, kein Wasser, keinen Strom, aber em ungeheures Elend in den Armenvierteln und em Heer von Arbeitslosen; hier wie überall in Frankreich die aufdringlichen Reklamen, die eine Scheinblüte vortäuschen, und daneben die verschmutzten, verwahrlosten Fassaden, deren altehrwürdige Schönheit unter dem Firnis der Verkommenheit kcmm noch zu erkennen ist: Sinnbilder französischen Schlendrians, Zeichen eines laschen, vergreisenden
Volkes.
Indem man das feststellt, bemerkt man, wie allenthalben das Metz von morgen vorbereitet wird Das Weichbild der Stadt, von verschiedenen Armen der Mosel durchflossen und gegliedert, bietet sich durch seine natürliche Anlage als Schauplatz großer städtebaulicher Vorhaben dar Alte Kasernen sollen abgerissen und zu neuzettllchen Ka ernenstädten zusammengefaßt, aus der Stadt verschwinden; an den Moselufern sind.Anlagen und “CTMt w«^'6*0"erümeit beute bie


