Belgiens Sprung in den Sumps.
Die Grundlage der deutsch-belgischen Beziehungen war geschaffen worden durch einen Notenaustausch der Regierungen beider Länder vom 13. Oktober 1937. Eine Erinnerung an die damaligen Festle. gungen ist zur Beurteilung der heutigen Lage un- erlählich. Der damalige Reichsaußenminister von Neurach überreichte dem belgischen Gesandten in Berlin eine Erklärung, in der es heißt:
„Die Deutsche Regierung hat Kenntnis genommen von der Auffassung, der die Belgische Regierung Ausdruck gegeben hat, nämlich,
a) daß sie in voller Souveränität eine Politik der Unabhängigkeit zu verfolgen gedenkt,
b) daß sie entschlossen ist, die Grenzen Belgiens mit allen ihren Kräften gegen jeden Angriff und jede Invasion zu verteidigen; zu verhindern, daß das belgische Gebiet für einen Angriff gegen einen anderen Staat als Durchmarschland oder als Operationsbasis zu Lande, zur See und in der Luft benutzt wird, und zu diesem Zwecke die Verteidigung Belgiens in wirksamer Weise zu organisieren."
Diese eindeutigenVoraussetzungenfür eine friedliche belgische Politik — volle Souveränität und eine Politik der Unabhängigkeit — werden mit äußerster Klarheit in einer gleichzeitigen amllichen deutschen Erklärung noch unterstrichen. Darin nimmt die deutsche Regierung Kenntnis von der Tatsache, „daß die belgische Regierung aus eigenem frei en Entschluß ihren Willen proklamiert hat, in voller Souveränität eine Politik der Unabhängigkeit zu verfolgen und mit allen Kräften zu verhindern, daß belgisches Gebiet von einem angreifenden Staat alsOperations- b a s i s benutzt wird." Ausdrücklich erklärt die Reichsregierung, daß sie nur auf Grund dieser „Feststellung' das belgische Gebiet „respektiert". Und warnend fährt die deutsche amtliche Erklärung fort:
„Deutschland würde Belgien gegenüber seine Handlungsfreiheit wieder gewinnen, wenn Belgien in einem Krieg, in den Deutschland verwickelt werde, auf die Seite der Gegner Deutschlands treten sollte. Das würde natürlich nicht nur dann der Fall sein, wenn belgische Streitkräfte auf der Seite unserer Gegner mitkämpften, sondern auch dann, wenn sich die belgische Regierung bereitfinden sollte, belgisches Gebiet den feindlichen Streitkräften als Durchmarschland oder als O p e r a t i o n s b a s i s zur Verfügung zu stellen".
In der feierlichsten Form der deutschen Note und der deutschen Begleiterklärung vom 13. Oktober 1937 war die belgische Regierung gewarnt; die Warnung wurde überhört: die Bindungen zwischen Brüssel und Paris und Brüssel und London waren zu stark — die belgische Regierung hat den Sprung in den Sumpf exekutiert!
Englische Ersolgsmeldung richtig gestellt.
Planlose Bombenabwürfe im-deutschen Heimatgebiet ohne Erfolg geblieben.
Berlin, 12. Mai. (DNB.) Das britische Luft- fahrtministerium gibt bekannt, daß Angriffe der Royal Air Force auf Gebiete zwischen Rhein und Maas erfolgt seien, daß die R h e i n b r ü ck e bei Wesel, Brücken bei Aldekerke, Geldern, Rees und Goch derartig bombardiert worden seien, daß der Vormarsch der deutschen Truppen gelähmt worden sei. Auch wichtige Eisenbahn- und Straßenverbindungen seien durch Bombentreffer unterbrochen worden.
Don amtlicher deutscher Seite wird festgestellt, daß diese Erfolgsmeldungen des britischen Luftfahrtministeriums in keinem Punkte rich- t i g find. Die britische Luftwaffe hat während des gestrigen Tages weder die in raschem Vordringen befindlichen deutschen Truppen noch andere militärische Ziele ernstlich angegriffen. Während der Nacht vom 11. zum 12. Mai erfolgten verein- zelte Einslüge nach Westdeutschland. Die britischen Flugzeuge haben vermieden, militärische Ziele und Orte, die durch Flakartillerie geschützt sind, anzugreifen. Sie haben ihre Bombenangriffe lediglich auf kleinere, unverteidigte Städte.und auf Bahnanlagen versucht. Ein behelfsmäßiger Flugplatz wurde vdn einem einzelnen Flugzeug mit MG. aus der Luft angegriffen, obgleich dieser Platz unbelegt war. Es sind keine von den genannten Brücken oder anderen Orten beschädigt oder gar zerstört worden. Der Materialschaden an den einzelnen Orten ist geringfügig. So wurden z. B. eine Schule, ein Lazarett und in der Nähe der Grenze eine am Rande der Stadt gelegene Kaserne zerstört. Diese planlosen Bombenabwürfe im deutschen Heimatgebiet haben leider einige Tote und Verwundete unter der Zivilbevölkerung verursacht.
Oie Lage in Narvik.
Helsinki, 12. Mai. (DNB.) Zur Lage in Narvik schreibt ,^)ufoudstadsbladet", daß die deutschen Truppen vollständig Herr der Lage seien und die Stadt und Umgebung b e - herrschen. Sie erhielten fortdauernd Nachschub an Munition, während sich auf gegneri- scher Seite Munitionsmangel gezeigt habe. Augenzeugen haben dem Berichterstatter berichtet, daß die Engländer in die Mitte der Stadt schossen. Bei einem Bombardement haben die Engländer eine Gruppe von Zivilisten beschossen, die sich auf der Ueberfahrt von Oyfjord nach Narvik befanden. 30 Zivilisten wurden getötet. Ebenso wurde der kleine Ort Straumnes durch die englische Flotte beschossen, wobei unter der norwegischen Zivilbevölkerung Verluste zu beklagen waren. Die Deutschen stellten, so heißt es in diesem Bericht weiter, der Zivilbevölkerung auf der von ihnen beherrschtes Bahnlinie zur schwedischen Grenze Draisinen zur Verfügung.
Das britische Marineministerium gibt den Verlust des U-Bootes ,(5ea(* zu.
Berlin, 12.Mal. (DJIB.) Da, britische Ma- rineministerium gibt jetzt den Verlust eines U-Bootes bekannt, das feit längerer Zeit überfällig ist. Es handelt sich um das B-Boot „Seal", eines der größten und neuesten U-Boote der britischen Kriegsmarine. Es hatte eine Wasserverdrängung von 1520 Tonnen, eine Bemannung von 55 Köpfen.
Augenzeugen berichten über die Versenkung des britischen Schlachtschiffes am 3. Mai.
Berlin, 12. Mai. (DNB.) In der Kriegsgeschichte wird das Datum des 3. Mai 1940 stets weiterleben als Entscheidung der jahrelangen Streitfrage der Sachverständigen, ob schwer st e Flotteneinheiten aus der Luft vernichtet werden können. Da eine Bejahung dieser Frage bedeuten würde, daß die Uebermacht einer Flotte nicht mehr mit der Seeherrschaft gleichzusetzen war, war von vornherein zu erwarten, daß von englischer Seite die Vernichtung eines Schlacht- schiffes westlich von Namsos durch die deutsche Luftwaffe abgeleugnet werden würde, denn mit ihrem Eingeständnis hätte Churchill zugeben müssen, daß England der stärkste Trumps, den es in diesem Kriege in der Hand zu haben glaubte, jäh entrissen worden sei. Angesichts der Tatsache, daß man in London zunächst drei Tage brauchte, ehe man sich zu einem lendenlahmen Dementi auf« raffen konnte, wurde Vertretern der In- und Aus- lanüspresse in Berlin Gelegenheit gegeben, vier deutsche Offiziere zu hören, die den Angriff in allen Phasen selbst beobachtet haben. Leutnant aur See Thomsen schilderte, wie durch deutsche Aufklärer der britische Flottenverband f e st g e st e l l t worden ist. Bei ausgezeichneter Sicht, die es ermöglichte, auf Entfernungen bis zu 50 und 60 Kilometer die britischen Schiffe gegen den hellen Horizont auszumachen, sei am 1. Mai der Verband' erkannt worden. Als die britischen Kriegsschiffe, unter denen sich die verschiedensten Schiffstypen befanden, so oaß eine gute Vergleichsmöglichkeit bestand, am 3. Mai wieder gesichtet wurden, befanden sie sich auf ablaufendem Kurs Nordwest, trachteten also danach, auf dem schnellsten Wege sich aus dem Bereich der deutschen Luftwafte zu entfernen.
„Als der Angriff der deutschen Kampfverbände einsehte", so schilderte Leutnant Thomsen, „setzten wir Aufklärer uns nach der Seite heraus, so daß wir alle Vorgänge gegen den klaren Horizont deutlich erkennen konnten. Der bei dem Angriff vernichtete „große Pott" war — das zu erkennen, können Sie mir als Marineoffizier schon zutrauen — ein Schlachtschiff, das mit seinen 30 000 oder mehr Tonnen ganz deutlich gegenüber den anderen, wesentlich kleineren Schiffstypeu zu unterscheiden war.' Vach dem Aufschlag der Bombe auf dem Schlachtschiff breitete sich eine ungeheure Sprengwolke aus, nach deren Abziehen von dem Schiff nichts mehr zu sehen war — der beste Beweis für die völlige Vernichtung des Angriffsobjektes.
Bei der Vernichtung des Truppentransporters habe man noch sehen können, wie die Mannschaften
über Bord sprangen. Es seien Rettungsringe über Bord geworfen worden und zwei leichte britische Kreuzer bemühten sich, dieUeberlebenden aufzufischen. Als sie an die Stelle gekommen waren, ’tm der sich der Truppentransporter befunden hatte, sei dieser jedoch bereits abgesunken gewesen. Dann konnte Leutnant Thomsen beobachten, wie nocheinschwerer britischerKreuzer von zwei Bomben getroffen wurde und innerhalb von 37 Minuten sank. Nach diesem Angriff wimmelte der Flottenverband wie ein Ameisenhaufen durcheinander und lief dann mit Volldampf xurs Nordwest von der Küste ab. Später hinzukommende Aufklärer haben an der Angriffsstelle nur noch eine größere Zahl von Schiffstrümmern gefunden, so u. a. einen fast abgesunkenen R e tt u n g s ku tt e r mit der Zahl 14, ein Beweis, daß das Boot von einem Schiff stammen mußte, das eine größere Anzahl Rettungsboote an Bord gehabt haben mußte.
Leutnant F e h s k e betonte, daß er noch eine halbe Stunde an der Stelle blieb, wo der Truppentransporter untergegangen war und mit seiner Maschine ganz tief hinunter ging. Er konnte jedoch nur noch Rettungsboote, Flöße, Rettungsringe und eine Unmenge von Wrackteilen treiben sehen. Er habe nur bedauert, daß er mit seiner Maschine wegen des hohen Seeganges nicht landen und einen Rettungsring mitnehmen konnte, aus dem sich der Name des versenkten Schiffes ergeben hätte. Insgesamt ist der Untergang des Schlachtschiffes von 12 Zeugen, Offizieren und Unteroffizieren b e - ft ä t i g t worden.
Leutnant Moebus, der das britische Schlachtschiff vernichtet hat, trägt das Ritterkreuz. „Wir wollten dem Verband, der die Engländer abholte", so begann er seine Schilderung, noch einmal auf Wiedersehen sagen. Schon aus 40 bis 50 Kilometer sahen wir den Verband in guter Ordnung in zwei Kiellinien fahren. Als man uns bemerkte, strebte der Verband plötzlich auseinander und eröffnete das Flakfeuer. Das machte jedoch auf uns keinen Eindruck mehr, denn bei unserem Verband hat jeder durchschnittlich 40 bis 50 Feindflüge hinter sich, ohne daß die Engländer viel getroffen haben. Als ich den „Pott" sah, dergutnoch einmal s o groß war wie die anderen, sagte ich mir gleich: das ist der richtige, an den gehen wir heran. Plötzlich sah ich meinen Staffelkapitän auf den gleichen Pott stürzen. Da das Schiff aber groß genug war, meinten mir, es mache nichts aus, wenn noch ein Saar Treffer hinzukommen würden. Die Bomben er Kameraden vor mir fielen dicht daneben, so daß das Schiff schon sicher etwas abbekommen hat.
Ich bin dann aus mehreren tausend Meter Höhe aus den Kahn herabge
stürzt, auf den ich dann aus 400 Bleiet höhe eine Bombe setzte. Ich konnte genau erkennen, daß das Schlachtschiff zwei (9c- schühtürme in Gefechtsstellung hatte. Vach Backbord und nach Steuerbord ragten die Rohre heraus. Sofort nach dem Abfangen meiner Maschine meldete mir mein Bordfunker einen Volltreffer auf Deck zwischen den Geschühtürmeu. Ich warf die Maschine sofort herum und hörte in diesem Augenblick eine kleinere Detonation. Schon ärgerte ich mich, daß das Schiff anscheinend nicht viel abbekommen hatte, als ich eine riesige zweite Detonation vernahm. Ich spürte in meiner Maschine trotz der größeren Entfernung vom Schiff einen solchen Ruck, daß ich gegen das Kabinendach flog und sah hinter mir eine Stichflamme von mindestens 500 Meter herausschießen. Eine Rie- senqualmwolke verhüllte das Schiff im Vu. Mir sahen Schiffsteile durch die Luft wirbeln. Die Kameraden nach mir konnten von oben genau den Treffer und seine Lage sehen. Als sich die Rauchwolke verzogen halte, wollten sie den „Kahn" auch noch angreifen und — konnten ihn überhaupt nicht mehr sehen. Sie haben sich deshalb einen Kreuzer ausgesucht, der daneben lag.
Mit Nachdruck betont Leutnant Moebus, daß er schon einige andere Schiffe „auf dem Gewissen* habe und deshalb die einzelnen Schiffstyven genau unterscheiden könne. Drei Besatzungen, die vor ihm angegriffen hatten, eine Besatzung, die neben ihm im gleichen Augenblick ein andere« Schiff mit Bomben belegte, und die beiden Be« fatzungen, die nach im abstürzen sollten, sind Zen, gen der Vernichtung des Schlachtschiffes gewesen«
Das am 3.Mai versenkte Schlachtschiff gehört der King-George-Klasse an, welche den modernsten englischen Schlachtschifstyp darstellt. Dieser Typ ist im Hinblick auf mögliche Bedrohung aus der Luft mit besonders starker Hort- zontalpanzerung versehen. Die Verluste der englischen Flotte bis zu diesem Tage müssen also wohl so schwere gewesen sein, daß sich England genötigt sah, dieses Schiff seiner modern^ st e n K l a s s e zur Sicherung seines Rückzuges aus Skandinavien einzusehen.
Ser deutsche Vormarsch kennt keine Hindemiffe
Schnell errichtete Notbrücken unserer Pioniere machten jedes Hindernis selbst für die schwersten motori- fierten Einheiten passierbar. — (PK.-Scherl-Bilderdienst-M.)
3m Morgengrauen des ereignisreichen 10. Mai ...Alle Hände packen zu, und in schneller Arbeit wird Eine Straßensperre nach hex anderen beseitigt. « M.^cherl-Bilderdienst-M.j
Rauchende Trümmerhaufen auf französischen Flugplätzen.
. ......(PK.) Auf dem Flughäfen eines deut
schen Geschwaders herrscht Großbetrieb. Tag und Nacht dröhnt es über dem Rollfeld. Der Geschwader« kommodore findet kaum Zeit, kurze Angaben über die Kampftätigkeit seines Verbandes in den letzten beiden Tagen zu machen. Er berichtet: „Unsere Kampfverbände haben zahlreiche Flugplätze mit Bomben belegt. Wir haben es miterlebt, wie unter Wirkung der Einschläge Hallen und sonst igeFlugplatzanlageninSekundenin rauchende Trümmerhaufen verwan« delt wurden. Hier war der Oberleutnant selbst bei dem Angriff der Kampfflugzeuge dabei und kann Ihnen die Aktton aus eigener Anschauung schildern..."
„Wir sind am frühen Morgen gestartet", so erzähll dieser uns. „Unsere Aufklärer hatten uns gemeldet, daß ein von einem Kampfverband bombardierter Flughafen neu belegt worden ist und fieber« haft ausgebeffert wird. Dem Vorhaben beschlossen wir ein Ende zu bereiten. Ganz überraschend sind wir über dem Flugplatz. Mr sind überdemRollfeld. Französische Soldaten sind gerade damit beschäftigt, zahlreiche Bombentreffer zuzuschütten, damit das Flugfeld wieder benutzt werden kann. In wilderPanikläuft alles auseinander und sucht in den Erdlöchern Deckung! Einer unserer Flieger schießt eine Garbe auf einen einsam auf dem Feld stehenden Lastwagen» der sofort in Hellen Flammen steht. Da sind Aufklärer! Wir zahlen drei, sechs, zehn Maschinen, die um den Platz verteilt wurden. In geringer Höhe sind wir darüber und schießen auf die nicht zu verfehlenden Ziele. Fünf Fluss zeuge brennen sofort und bei zwei Maschinen zersplittern die Tragflächen. Unser Rottenkommandant, Hauptmann v. B. dreht sofort um und fliegt eine regelrechte „Platzrunde" auf dem feindlichen Fliegerhorst, um sich genau die ,Llrbeit seiner Männer anzusehen".
„Nachdem dieser Angriff gelungen war" — so erzählt der Geschwaderkommodore weiter —, ,che-
beruhigende Zurufe an das Pferd, und ein nackter Reiter zwingt das tänzelnde und scheuende Tier durch die immer stärker strömenden Wassermassen. Der sehnige Braune spürt den Schenkeldruck und beugt sich dem entschlossenen Willen seines Herrn. Eid kurzer, jäher Sprung —das andere Ufer ist erreicht!
Der Vormarsch hat kaum Stockungen; denn inzwischen arbeiten die Pioniere an geseilt in den Wasserwirbeln, was die Muskeln hergeben, um die Brücke zu schlagen für die schweren Waffen und die Kolonnen des Nachschubs. Leutnant Haupt
..., 12.Mai. P.K. (DNB.) Der erste zähe feindliche Widerstand ist gebrochen. In einem kühnen Unternehmen sprangen die Infanteristen die gegnerischen Bunker an und warfen die Belgier! Der Feind verschwand in den Höhenzügen hinter dem Fluß, hart bedrängt von unseren ungestüm nachsetzenden Infanteriekompanien. Und doch war es oem Feind noch in letzter Minute gelungen, den hohen Eisenbahnviadukt zu sprengen. In dicken Quadern flog der lichte Dacksteinbogen des Viadukts in das schmale Bett des Flusses und staute mit seinen ungefügen Blöcken den Fluß jo, daß die anprallenden Wassermassen den steilen Bahndamm zu unterspülen drohten.
Pioniere ans Werk! Ein paar Sprengpatronen, und die aufgespeicherten Wassermengen schäumten vor uns gleich einer wilden Springflut durch den engen Talkessel. In wenigen THnuten war aus dem eiligen, knietiefen Gebirgsfluß ein in taufend Wirbeln schäumender Wassersturz geworden. Eine plötzliche, naturgemaltige Sperre! Doch die nachdrängenden Jnsanterieeinheiten nahmen auch diesen von Naturelementen entfesselten Kampf auf. Röcke, Hosen, Stiefel zerrten sie sich vom Leibe und fprangen hinein in das sprudelnde, gurgelnde Hochwasser. Die ersten sind fast hinüber, noch ein paar Sprünge — es ist geschafft! Weiter geht der Vormarsch — immer an den Fersen des Feindes.
Höher steigt das Wasser, schwerer, wuchttger zwängen sich die Fluten durch das Flußbett. Jetzt rasen die bespannten Kolonnen der Infanteristen in das schäumende Naß. Die Gefechtswagen, die Protzen und Geschütze holpern in wilden Sprüngen über den steinigen Boden des Gewässers. Zitternd liegen die Pferde in den Strängen, an ihren Brustkästen schlägt es wie Gischtwellen hoch. Die zur größten Kraftanstrenauna angepeitschten Tiere können sich gegen den Wasserprall kaum hatten. Da, eine Protze bleibt im Geröll hän- !l e n ! Ein Pferd stürzt! Die Besatzungen springen lerbei. Einige werden meterweit weggespült, andere pringen hinzu. Die Fäuste hatten einen Halt, und die jungen Leider werfen sich in die Speichen. Der Hauptmann reiht die Uniform vom Körper. Kurze.


