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Donnerstag, 12. September 1940

(90. Jahrgang Ur. 216

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Gießener Anzeiger

Brfihlidjt UniDtrfitättörxderet 8. tauge General-Anzeiger für Oberhessen 541 eiefcetb Sd)*mra6e 7-9

Neuer Anschlag der britischen Luftpiraten

Kommt uns nicht mitMenschlichkeit"!

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ste Feuerwehr bei den Aufräumungsarbeiten in

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der auf mir Un-

Wieder kriegswichti'se Ziele in Südostengland angegriffen. Erbitterte Lustkämpfe. - 54 britische Maschinen abgeschoffen.

Berlin, H. Sept (DNB.) Am Wittwvchnachrnit- kag griffen deutsche Kampfverbände wiederum kriegs­wichtige Ziele in öüdostengland an. 3n London wurden mehrere Industrie- und Hafenanlagen wirk­sam mit Bomben belegt, in Port Bictoria an der Themsemündung ein Großlanklager in Brand ge­worfen. 3n dem Spitfire-Ztugzeugwerk in Southampton wurden mehrere hallen beschä­digt. Bei diesen Kampfhandlungen entwickelten sich verschiedene erbitterte Luftkämpfe, in deren Verlauf 54 britische Flugzeuge abgeschossen wurden. 18 deutsche Flugzeuge werden vermißt.

die jedoch nur geringen Schaden anrichleten.

Einigen feindlichen Flugzeugen gelang es, nach Berlin vorznsioßen und dort Bomben zu werfen. In Wohn- und Geschäftsviertetn entstanden an zahlreichen Stellen Brände. 3n der 3nnenstadt wurden zwei Krankenhäuser getroffen. 3m Diplomatenviertel muhten einige Strahenzüge we­gen drohender Einsturzgefahr vorübergehend ge­räumt werden. Eine Bombe fiel auf das Reichs­tagsgebäude, eine andere auf die Akade­mie der Künste. Fünf Zivilpersonen wurden getötet, mehrere verletzt. Das tatkräftige Eingreifen

des Sicherheits- und Hilfsdienstes, sowie der Selbst­schutz der Berliner Bevölkerung verhinderten, dah die zahlreichen Brandbomben größeren Schaden anrichleten.

Kriegswichtige Anlagen in der Stadt und im Hafen von London blieben auch gestern das wichtigste Ziel der deutschen Vergeltungsangriffe. Zahlreiche neue Brände traten zu den bisherigen hinzu. Daneben wurden noch andere kriegswichtige Ziele, insbesondere Hafen­anlagen, Flughäfen und 3nduskrieanlagen im Südosten der britischen 3nsel mit Bomben be­legt.

Südlich der Hebriden versenkte ein Kampf­flugzeug aus einem britischen Geleitzug ein Han­delsschiff von 8000 BRT.

Bei den Kampfhandlungen über England gingen drei eigene Flugzeuge verloren. Flak-Artillerie und Nachtjäger schossen von den Vertin angreifenden Flugzeugen je eins, Rlarine-Artillerie an der Ka- nal-küste weitere vier feindliche Flugzeuge ab.

Acht Luflpiraten, die Berlin angriffen, abgeschoffen.

Berlin, 11. September. (DNB.) In der letzten Nacht wurden zwei weitere feindliche Flug­zeuge, die Bomben auf Berlin warfen, durch Flak­artillerie und Nachtjäger a b g e s ch o s s e n, so daß sich die Zahl der durch Flakartillerie, Nachtjäger und Marineartillerie in der letzten Nacht zum Ab­sturz gebrachten feindlichen Flugzeuge auf acht erhöht.

gierung es darauf anlegt, den Beweis zu erbringen, daß ihr nicht anders als durch äußerste Härte Vergeltungswege beizukommen ist nun gut, soll diese äußerste Härte zu spüren bekommen!

auf Wohnviertel in Berlin, Hamburg und Bremen

Wieder mehrere Todesopfer.

Taikrästiges Eingreifen verhinderte in der Reichshauptstadt größere Schäden.

Oie Schandtaten der britischen Luftpiraten in Berlin

Aufnahmen vom Bombenangriff auf die Reichshauptstadt in der Nacht zum 44.September.

Der Feind warf in der vergangenen Nacht in 1 Nord-

Nordfrankreich, Belgien und deutfchland an verschiedenen Stellen Bomben,

Im Augenblick, da die wuchtigen Schläge Vergeltung für das britische Luftpiratentum Englands Hauptstadt herniederprasseln, stehen in der Erwartung, daß England die gekränkte schuld spielen und so tun wird, als habe es nie ge­wußt, daß, wo Bomben fallen, Splitter fliegen und

Blut fließt. Wir erwarten das verlogene Gewim­mer über hingeschlachtete Frauen, Kinder und Greise mit der gleichen hundertprozentigen Sicher­heit, mit der wir beim Feldzug im Westen der Wiederauferstehung des belgischen Babies mit den abgehackten Händen entgegensahen. Das Repertoire englischer Greuellügen ist so abgegriffen und be­kannt, daß uns keine einzige von ihnen mehr über-

Der WehrmachlSberlchl vom Mittwoch.

Berlin, 11. September. (DNB.) Das fommanbo der Wehrmacht gibt bekannt:

lange auf sich warten lassen!

Aeußerste Härte gegen Verbrechermelhoden.

Lon unserer berliner Schriftleiiung.

Die erneuten Angriffe englischer Flieger auf die Reichshauptstadt sind durch folgende Merkmale ein­deutig gekennzeichnet: Die völlig wolkenlose mondhelle Nacht ermöglichte k l a r st e Sicht bis in große höhen hinein. Diese Tatsache allein hätte völlig genügt, die englischen Flieger nach militärischen Zielen suchen zu lassen, wenn sie diese Absicht überhaupt gehabt hätten. Außerdem aber haben die brittschen Nachtpiraten diesmal in wett größerem Umfange als sonst mit Leuchtbom­ben gearbeitet, die sie in großer Zahl abmarfen. Sie vermochten sich also mit Hilfe dieser doppelten Hellen Beleuchtung genau zu orientieren, wo sie waren. Drittens hat ja ein englischer Fliegeroffizier kürzlich selbst im Londoner Rundfunk davon erzählt, daß Helles Mondlicht, wie es in dieser Nacht war, den englischen Fliegern auch in großer hohe die Möglichkeit gebe, ihren Standort über der Reichs- Hauptstadt genau daran zu bestimmen, daß betspiels- weise die Ost-West-Achse, der Tiergarten, das Bran­denburger Tor und andere markante Punkte ge­nau zu erkennen seien.

Wenn England jemals daran gedacht Ijatte, Die- fen Krieg nach rein militärischen anständigen Grund- ätzen des ehrlichen Kampfes zu führen, dann hat­ten die englischen Flieger für diese mondhellen Nächte den Befehl erhalten müssen, nun einmal militärisch wichtige Ziele tm Beretcg Groß-Berlins herauszusuchen. Es ist s^ustellen, daß sie nicht einmal d e n V e r s u ch d a z u gemacht haben. Der Angriff war m der Anlage und m der Durchführung so disponiert daß nur eine einzige Schlußfolgerung möglichf*'

Churchills Nachtpiraten den direkten Befehl zur Bombardierung von nationalen Erinnerungsstätten, Kr nnkenhausern und reinen Wohnvierteln der Retchshaupt- ^Es hat°vor dem Kriege genug beamtete und nicht- es im Raum etwa der Ost-West-Ach,- im Berlim^m Tiergarten oder in den anderen betroffenen Vier­en nicht ein einziges Gebäude, mcht eine einzige Anlage gibt, die militärisch von irgend- l^n r B d utung wäre. Die Regierung Churchill hat aleichwahl in Verfolg ihrer Gangstermethoden den Beseht zur Bombardierung der genannten nicht- MiiHtnrH*en Objekte gegeben, und die englischen Flieger haben es mit dem Rest ihrer ohnehin ram°

raschen, geschweige denn rühren kann.

Kommt uns nicht mitMenschlichkeit"! Winselt uns nicht eure Humanitären Phrasen vor, die ihr längst ausgebrütet im Tischkasten aufbewahrt, denn sie wirken nicht auf uns! Wir wollen im Gegenteil, gerade weil mir diese Reaktion aus Lon­don mit Sicherheit erwarten, eine Antwort vor- ausschicken, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt.

Leider, ihr Herren an der Themse, müssen wir dazu das Gedächtnis der Öffentlichkeit wieder ein wenig auffrischen, das ihr so mühselig eingelullt zu haben glaubt. Leider müssen wir bekennen, daß mir nichts, aber auch gar nichts von dem ver­gessen haben, rnas chr uns zugedacht habt, als ihr im Weltkrieg am längeren Hebel saßet, noch we- niger vergessen freilich von dem, rnas ihr mit uns vorhattet, als chr diesmal den Krieg anfingt, weil chr glaubtet, stärker zu fein als Deutschland! Und diese Erinnerungen stehen so frisch vor unseren Augen, daß sie selbst das sprichwörtlich gutmütige deutsche Herz von jedem sentimentalen Mitleid dies­mal gründlich bewahren!

Was verkündete Mister. Churchill, Englands heu­tiger Ministerpräsident, im Jahre 1915 in der fran­zösischen ZeitungMatin"? Er schrieb: ,Zch werde Deutschland an der Kehle würgen, bis sein Herz aussetzt." Das war die Gesinnung seiner Krieg­führung. Nicht ehrlichen Kampf der Waffen und den Sieg des Besseren wollte er, sondern den nieder­trächtigen Mord an wehrlosen Zivilisten hatte er auf fein Programm geschrieben Danach handelte er auch. Jawohl, die deutschen Fliegerbomben, die heute Großbritanniens angemaßte Größe zerhäm- mern, sind die tatgewordenen Flüche von über acht­hunderttausend am Hunger gestorbenen deutschen Frauen und Kindern aus den Weltkriegsjahren 1914 bis 1918!

Daß einmal die Toten in dieser Form auferstehen würden, haben Sie sich wahrscheinlich nicht gedacht! Glauben Sie nicht, wir wüßten nicht, was eng­lische Politiker und Journalisten seinerzeit in trun­kener Begeisterung über die gelungene Blockade triumphierend verkündet haben? Etwa der Frei­maurer F. W. Wile am 10. September 1918 im, Weckly Dispatch"? Da heißt es: Hungertyphus wütet in weiten Distrikten, Bleichsucht und Tuber­kulose sind epidemisch. Die Ruhr fordert Hunderte von Opfern. Ansteckende Krankheiten wie Diphtherie und Scharlach bedrohen hauptsächlich das Leben der Kinder." Don der Unterernährung der deutschen Kinder im Mutterleib weiß dieser saubere Brite zu berichten und entzündet daran seine Phantasie:Sie mögen verkrüppelt, mißgestaltet oder zwergwüchsig sein. So viel ist sicher, daß keine Hanteln, kein In­dianerspiel, kein preußischer Kasernenhofdrill und keine noch so eifrige Gymnastik in ihren vielgeprie­senen Turnvereinen die Beine oder Arme dieser deutschen Kinder geradebiegen oder rotes Blut in ihre Adern pumpen werden. Das bedeutet, daß es im Jahre 1940 aller Wahrscheinlichkeit nach- nur noch ein physisch degeneriertes deutsches Volk geben wird."

Und diese schmutzige, erbärmliche Gesinnung soll­ten mir vergessen haben? Versuchen Sie nun ein-

panierten Soldatenehre für durchaus vereinbar ge­halten, mie Buschklepper über diese Objekte mit ihren Bomben herzufallen. Weder sie noch ihre Lon­doner Hintermänner können sich darauf hinaus­reden, dah Nebel oder Bewölkung oder schlechtes Licht ein genaues Zielen unmöglich gemacht habe im Gegenteil, die Lichtverhältnisse roaren so, daß genaues Erkennen und Zielen geradezu ein Kinder­spiel roaren.

An den seit Samstag durchgeführten Vergeltungs­angriffen der deutschen Luftwaffe im großen Stil hätte die englische Regierung erkennen müssen, was sie mit ihren Piratenmethoden über das von ihr irregeleitete und betrogene eigene Land gebracht hat. Sie hat im Gegenteil ihre Angriffe gegen nicht- militärische Ziele im Reichsgebiet und in der Reichs­hauptstadt fortgesetzt und sogar verstärkt. Sie wird folglich auch die Rückwirkungen noch stärkeren Ausmaßes zu verantworten haben. Der Reichsmarschall hat nicht umsonst die Leitung der Operationen übernommen. Wenn die englische Re-

Berlin, 12. Sept. (DNV. Funkfpruch.) 3n der Nacht vom 11. zum 12. September flogen wiederum britische Flugzeuge in Norddeuischland ein und b e - legten die Wohnviertel mehrerer Städte, darunter in erster Linie Hamburg und Bremen, mit Spreng - unb Brandbomben. Ls entstanden zahlreiche große Brände und Schäden an Wohnhäusern. Mehrere lote, Schwer- und Leichtverletzte, deren Zahl noch nicht sestgestellt wer­den konnte, sind zu beklagen. 3n Berlin konnte durch starkes Flakfeuer sowie das disziplinierte Ver­hallen der Bevölkerung und schnelles tatkräftiges Eingreifen des Selbstschutzes größerer Schaden verhindert werden.

Die Anlage des Angriffes auf die Reichshaupt­stadt läßt deutlich erkennen, daß es den englischen Fliegern wieder darauf ankam, wie in der Nacht zuvor nicht nur die Wohnviertel, sondern auch nationale Denkmäler mit Bomben zu be­legen. 3nnerhalb des Stadtgebietes fielen Bomben auf Wohnviertel im Nordwesien und im Tiergarten.

Dazu teilt das Deutsche Nachrichtenbüro heute morgen noch weiter mit: Ebenso wie in der vorhergehenden Nacht hatten es die Piraten der Royal Air Force auch diesmal auf Arbeiterroohn- häuser und nationale Denkmäler, wie das Bran­denburger Tor und den Reichstag ab­gesehen. Wenn ihnen dies in der letzten Nacht auch nicht so gut gelungen ist und wenn kaum nennens­werte Schäden verursacht wurden, so besteht an ihrer verbrecherischen Absicht jedoch nicht der ge­ringste Zweifel. Die Bomben, die sie erneut in der Gegend des Tiergartens und mitten in dicht­besiedelte Wohnviertel der ärmeren Bevölkerung i m Berliner Nordwesten abwarfen, fernab von irgendwelchen Objekten, die auch nur annähernd als militärisch oder industriell bebeutungsDOÜ bezeichnet werden könnten, sprechen eine eindeutige Sprache, daß die teuflischen Methoden dieser Gangster der Luft heute der ganzen Welt klar vor Augen liegen.

Wieder wollten die britischen Piraten ihr ver­brecherisches Werk fortsetzen, wieder Mordanschläge auf Greise, Frauen und Kinder verüben, Hab und Gut der Zivilbevölkerung zerstören und in Schutt und Asche legen. 129 getötete und schwerverletzte deutsche Kinder klagen schon das mordgierige Eng­land vor der ganzen Welt an! Aber diese Verbrecher mögen es sich gesagt sein lassen: Es wird Ver­geltung geübt! Sie sollen sich nicht wundern, wie das deutsche Volk und seine Wehrmacht darauf reagiert. Die Vergeltung für das neue nächtliche Banditenstück auf die Reichshauptstadt wird nicht

Der Reichsmarschall dankt dem Luftschutz Hamburg.

Hamburg, 12. Sept. (DNB Funkspruch.) An­läßlich der erfolgreichen Abwehr des Angriffes in der Nacht vom 8. zum 9. September auf das Ge­biet der Hansestadt Hamburg hat Reichsmarschall Göring an den kommandierenden General und Befehlshaber im Luftgau 11, Generalleutnant Wolff, ein Telegramm gerichtet, in dem er seine besondere Anerkennung für die vortreff­liche Haltung der Luftoerteidigungskräfte der Ham­burger Polizei, des Sicherheits- und Hilfsdienstes und der Amtsträger des Reichsluftschutzbundes und die Disziplin der gesamten Bevölkerung bet dem großen Luftangriff ansgesprochen hat.

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