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Gegenteil aufmerksam darüber, daß sie voll ge­wahrt bleibt." Der Redner setzte sich ferner für eine einheitliche Steuerung bei der Lösung des Tuberkuloseproblems em und erklärte es als selbstverständlich, daß die deut- sche Aerzteschaft erst recht in der Kriegszeit aus der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit bleibt.

Ore Personalakten » Robert Koch".

Die Sicherstellung der PersonalaktenRobert Koch" im Warschauer Staatlichen Hygienischen In­stitut hat in der Öffentlichkeit ein lebhaftes Echo geweckt. Der Biograph Robert Kochs, Dr. Hell« muth Unger, teilt mit, daß deutsche Aerzte be­reits 1934, gelegentlich einer medizinischen Tagung in Warschau entdeckten, welchen in keiner Weise begründeten kulturellen Weltkriegsgewinn Polen hier gemacht hatte. Sie sahen damals im War­schauer Staatlichen Hygienischen Institut das kost­bare Schriftgut unter Glas. Die Polen batten es aus dem Dienstgebäude der Preußischen Regierung in Posen als willkommene Beute nach Warschau gebracht. Hier hat nun der bekannte Greifswalder Dermatologe, Prof. Richter, der sich dienstlich in Warschau befindet, die AktenRobert Koch" im Auftrage des Sanitätsinspekteurs des Heeres, Ge­neraloberstabsarzt Prof. Waldmann, sichergestellt. Das für die medizinische Wissenschaft so bedeutungs­volle Material soll einen Ehrenplatz in dem in der Reugestaltung befindlichen R o b e r t - K och -Mu­seum im Institut für InfektionskrankheitenRo­bert Koch" zu Berlin erhalten. Hier, in dem ein­stigen großen Arbeitszimmer Robert Kochs, wird es, zusammen mit den anderen, wertvollen Erinne­rungszeichen an einen der größten deutschen For­scher und Helfer der Menschheit allgemein zugäng­lich sein.

47,5 Millionen am Tage Oer Deutschen poli ei.

Berlin, 11. März. (DRB.) Nachdem als vor­läufiges Ergebnis des im Rahmen des Kriegswinter­hilfswerkes durchgeführten Tages der Deutschen Polizei 15,1 Millionen gemeldet werden konnten, haben jetzt die.Schlußmeldungen das Ergebnis auf 17,5 Millionen erhöht. Ein Beweis der sich stän­dig steigernden Opferbereitschaft des deutschen Vol­kes und seiner Verbundenheit mit den Männern der Polizei.

pflichtmäßiger Fabrikdienst der Studentinnen.

Nach Ablauf des ersten Trimesters des Studien­jahres 1940 geht eine große Anzahl aller in den ersten bis dritten Trimestern stehenden Studentinnen zum ersten Male pflichtmäßig in den Fabrikeinsatz. Erfaßt werden die Juristinnen, die Volks- und Be­triebswirtschaftlerinnen, die weiblichen Studierenden der Naturwissenschaft, der Technik und der Zeitungs­wissenschaft. Die Philologinnen nehmen auch weiter­hin freiwillig am Fabrikdienst teil. Für die Medizine­rinnen ist ein besonderer wöchentlicher Land- und Fabrikdiensteinsatz vorgesehen.

Gefährliches Spiel.

In OberhlIbersheim (Rheinhessen) wurde zwei Tage lang ein elfjähriger Junge vermißt, der zuletzt beim Spiel gesehen worden war. Als nun ein Schmied die Turnhalle für eine Montierarbeit aufsuchte, hörte er dumpfe Hilferufe, ging ihnen nach und stellte fest, daß sie aus einer kleinen Holzkiste kamen. Als er die Kiste öffnete, tau­melte der vermißte Junge heraus, verängstigt und matt. Es stellte sich heraus, daß der Junge sich in die Kiste gesetzt hatte, wobei der Deckel zustel und das Schloß zuschnappte. Die Spielkameraden haben sich nach dem Verschwinden des Spielgefährten ent­fernt, vermutlich weil sie glaubten, daß er fertige- laufen sei. So hat der Junge gekrümmt anderthalb Tage lang in der Kiste gekauert und dankt nur dem Zufall seine Errettung.

verband sich mit den entarteten deutschen Pazifisten, man baute alle möglichenSicherungen" und hiett die Rheinlande besetzt, aber der deutsche Mannes- wille, der sich in Adolf Hitler verkörperte, hat alle diese Anschläge Stück für Stück unschädlich gemacht. Aus dem Zerstörurigswahn von Versailles ist das fetzige Großdeutschland hervorgegangen, und wenn wir auch den Vernichtungswillen unserer jetzigen Gegner sehr ernst nehmen, so stemmen wir ihm doch dasNie wieder" entgegen. Nie wieder Ver- sailles das ist die Parole des deutschen Sieges.

An frischen Grabern im Westen

... (P.K.) Auch die kämpfende Truppe gedachte am Sonntag in eindrucksvollen, militärisch- schlichten Feiern der gefallenen Kameraden. Hoch über dem Saartal, in einer der landschaftlich reiz­vollsten Gegenden des westlichen Grenzgebietes liegt der kleine Ehrenfriedhof, in dem die Toten einer Division zur letzten Ruhe gebettet sind. Schon in den frühen Morgenstunden hat der Di- vifionskommandeur einen Kranz an den Gräbern seiner gefallenen Soldaten niedergelegt. Zusammen mit den Kommandeuren der Regimenter ist der General nun zu einer kurzen Gedenkfeier erschienen, der die Anwesenheit zahlreicher Angehöriger der hier beigesetzten Kameraden ein besonderes Gepräge gibt. Trotz mannigfacher Schwierigkeiten konnte den Verwandten der Gefallenen die Fahrt zu den Gräbern ihrer Lieben ermöglicht werden.

In langer Reihe sind die Träger des neuen Eiser­nen Kreuzes angetreten. Manch einer der Kame­raden, dessen Name nun von einem der schlichten Eichenkreuze leuchtet, hat diesen Männern nahe- gestanden. Tiefer Ernst liegt auf den Zügen des Generals, als er die Front der Ehrenkompanie ab- fchrettet und sich dann den Männern und Frauen zuwendet, die zu den Gräbern ihrer treuen Toten gekommen sind. In offenem Viereck, in dessen Mitte der General getreten ist, steht dann die Truppe auf dem Ehrenfriedhof. Vertreter der Partei wohnen der schlichten Feier als Gäste der Wehrmacht bei. Getragen klingt Beethovens^ Weise ,/Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" über dem Grab. Dann spricht der Divisionskommandeur. Er gedenkt der Tapferen, die für Führer und Volk ihr Leben lassen mußten und verliest, während das Lied vom guten Kameraden erklingt, die Namen der hier Bestatte­ten. Unter präsentiertem Gewehr steht die Truppe, während die Kommandeure an den Gräbern der Soldaten chrer Formation Kränze niederlegen. Helm ab zum Gebet!" Ein stiller, dankbarer Gruß den gefallenen Kameraden. Drei Ehrensalven zer­reißen die Stille, dann fordert die Gegenwart ihr Recht. Hart dröhnt der Gleichschritt der Männer über den Boden, als sie an ihrem Divisionskom­mandeur vorbeimarschieren. Neben dem Birken- kreuz, das am Friedhofseingang errichtet wurde, weht Deutschlands Kriegsflagge im Frühlingswind. Die Front wird das Vermächtnis der gefallenen Kameraden treu zu hüten wissen. Dr. Lehne.

Der erste Kriegshaushalts- plan der Gemeinden.

Der Deutsche Gemeindetag hat den Gemeinden Richtlinien für die Aufstellung der Haushaltspläne für das am 1.April beginnende neue Haus­haltsjahr zugeleitet. Der Kriegshaushalt 1940 wird auf der Einnahmeseite mit einigen Verände­rungen rechnen müssen. Am wenigsten wird die Grundsteuer sich ändern, während das Auf­kommen der Gewerbesteuer örtlichen Schwan­kungen unterworfen ist. Wesentliche Einbußen wird die Bürgersteuer aufweisen, da bei Gewäh­rung von Familienunterhalt Befreiung von der Bürgersteuer zu gewähren ist. Auf der Ausgaben­seite wird der Haushalt in erster Linie von dem Kriegsbeitrag der Gemeinden an das Reich und von den Kosten beherrscht, die die Gemeinden zum Familienunterhalt leisten müssen. Der Kriegsbeitrag von jährlich rund 1,2 Milliarden RM. ist ab 1. Februar geändert worden. Die Ermäßi­gung kommt vor allem den Gemeinden mit mehr ländlichem Charakter zugute, die bedeutend ent­lastet werden. Beim Familienunterhalt erstattet das Reich den Stadt- und Landkreisen jetzt 90 Prozent, unter besonderen Voraussetzungen sogar 95 Prozent der Kosten. Daneben wird der Haushaltsplan durch erhöhte Personalausgaben, durch die Kosten der Wirtschafts- und Ernährunasämter, den Luftschutz usw. belastet. Da eine grundsätzliche Steuererhöhung

Kameradschaft der Zagend.

Alfred Bosenberg sprach zur HZ.

Berlin, 11. März. (DNB.) Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach am Montagabend zu der im ganzen Reich versammelten Hitler-Jugend. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu einer Sende­reihe, in der führende Persönlichkeiten aus Partei und Staat, der Jugend ein zusammenhängendes Bild über die ihr in der Gegenwart erwachsenden Aufgaben geben werden. 1200 Angehörige des HJ.- Bannes und BDM. - Untergaues Wilmersdorf- Zehlendorf (37) hatten sich im Sendesaal versam­melt. Stabsführer Lauterbacher hieß den Reichsleiter im Kreise der Jugend willkommen. Er betonte, daß die bei Kriegsausbruch getroffenen An­ordnungen einen ungestörten Fortgang der welt­anschaulichen und charakterlichen Erziehung wie auch der körperlichen Ertüchtigung gewährleistet hätten, nicht zuletzt durch die Bereitstellung von Reserve­führen, die die vielen Tausend zu den Waffen ge­eilten Führer der Hitler-Jugend zu ersetzen hatten. Nachdem dann Fanfaren und das gemeinsam ge­sungene LiedEin junges Volk steht auf" die Sen­dung eingeleitet hatten, nahm Reichsleiter Rosen­berg das Wort.

Die Generation des Weltkrieges, so sagte er, die schon einmal den furchtbarsten Kampf der Geschichte durchzustehen hatte, die Generation, welche in einem 14jährigen unermüdlichen Tages­kampf inmitten der nationalsozialistischen Bewegung die Schande von 1918 tilgte, sie steht heute wie­der an der Spitze, um Deutschland für im­mer unabhängig zu machen von den Böswillig­keiten jener Gruppen der Geldleute, die mit Hilfe der britischen Flotte uns alle aushungern wollen. Diese Kämpfer des Weltkrieges und des Natio­nalsozialismus stehen heute gemeinsam mit der nachgerückten jungen Mannschaft auf allen Gebieten bereit, diese nationalsozialistische Revolution, ihre Weltanschauung und ihren Staat im Auftrag des Führers zu verteidigen. Sie alle sind also willens, die Entscheidungen, die notwen­dig sind, nicht auf kommende Geschlechter abzu­wälzen, sondern noch einmal den Kampf um die Sicherung des Deutschen Reiches auf sich zu neh­men. Und wenn wir sagen, daß sie alle, für die Freiheit des Deutschen Reiches und Volkes, für feine Zukunft kämpfen, so bedeutet das, daß sie gerade auch für euch, im Felde oder in der Werkstatt stehen, denn ihr, meine lieben Jungen und Mädels, seid es, die einmal diese Zukunft aus­füllen werden.

Nach dem Hinweis, daß Zetten großer Entschei­dungen eine reinigende harte Probe dafür bedeuten, ob eine Nation noch über Kräfte der Wiedergeburt verfügte, hob der Reichsleiter hervor, daß es für uns Nationalsozialisten und für die nationalsozia­listische Jugend nur eine einzige Rettung gebe, sich

nicht in Träumereien nach einem sogenannten bes­seren Zeitatter einzulassen, sondern tapfer der Gegenwart ins Auge zu blicken. Und deshalb sagen wir heute: Ein Friede, in dem nicht auch der Wille zur kühnen Tat und Tapferkeit schlummert, ist kein Ideal, das von einem großen Volk zu erstteben ist. Und umgekehrt: Ein Krieg, der nur um die Macht und brutale Gewalt geführt wird und nicht ver­standen werden kann als Verteidiger hoher Werte des Lebens, der ist ebenfalls eine Katastrophe. Was uns allen heute deshalb die große innere Ruhe gibt, ist das Bewußtsein, deutscher innerer und äußerer Größe zu dienen, inmitten einer korrumpierten, kapitalistischen, jüdisch-unterwettlich gestimmten Wett das B a nner einer großen europäischen kulturell-volklichen Neuordnung zu tragen. Dieses Bewußtsein muß euer aller inneres Eigentum werden, dann werdet ihr doppelt einsatz­bereit jedem Ruf des Reiches zur Verfügung stehen. Jede Tat, die Mut und Tapferkeit fordert, folgt einem höheren moralischen Gesetz, als eine Tat, die eraebungsvolle Unterwerfung als Antrieb der Sitt­lichkeit darftelll. In eueren eigenen Hände hat das neue Reich euere Selbsterziehung gelegt voll Der- ttauen, daß, einmal machtvoll geweckt, dieser ger­manische Instinkt Gemeingut der kommenden Ge­schlechter fein wird. Diese Tapferkeit in großen Stunden, aber auch im manchmal schweren Alltag ist es, wozu wir euch jetzt alle aufrufen werden in der festen Ueberzeugung, daß dieser Ruf heute erst recht den großen Appell auch aller jungen Deutschen bedeutet, um die Tapferkeit des ganzen Volkes zu ihrem eigenen Gesetz zu machen.

Wenn der Soldat heute an der Front steht, wenn der Bauer, verlassen von vielen Kräften, mit doppel­tem Einsatz für unser Brot sorgt, wenn der Arbeiter mit verstärkter Energie die technischen Mittel für unsere Wehrmacht herstellt, wenn die Frauen in Stadt und Land alle ihre Kräfte anspannen mit einem Ziele: die deutsche Freiheit für immer zu sichern, so bilden sie alle durch ihre Tat allein schon eine einzige große Kameradschaft des Volkes. Und eure Pflicht ist nunmehr, zu begrei­fen, daß inmitten dieser großen Kameradschaft des Volkes ihr die große Kameradschaft der Jugend zu bilden habt! Die Kameradschaft ist ein Gefühl innerer und tatbereiter Verbundenheit; sie ist oft eine freudige Erinnerung an gemeinsame durch­gestandene Kämpfe. Aber in den Augen der national-, sozialistischen Bewegung ist sie noch viel mehr. Sie ist die große Kraft der Auslese in unserem Leben, das entscheidende Gesetz unserer Weltanschauung für die Tat des Lebens selbst. Diese Auslese soll schon bei der Jugend beginnen. Und ist Tapferkeit die Mo­ral des einzelnen Deutschen, so ist Kameradschaft die Tapferkeit der ganzen Gemeinschaft des Volkes.

nicht möglich ist, müssen diese Betastungen von den Gemeinden durch Einsparungen auf ande­ren Gebieten gedeckt werden. Der Grad der Dring­lichkeit der einzelnen Ausgaben muß von Fall zu Fall geklärt werden. Die außerplanmäßige Schul - denttlaung der Gemeinden wird zunächst kaum mehr fortgesetzt werden können. Dagegen darf an der pünktlichen Einhaltung der laufenden Zins- und Dllgungsverpflichtungen nicht gerüttelt werden. Mit besonderer Vorsicht sollen die Rücklagen behandelt werdem

Einheitliche Gesundheits- sührung der Jugend.

Der Reichsinnenminister, der Reichsjugendführer und der Reichserziehungsminister haben die Ju- gendgesundheitspflege einheitlich geregelt.

Als Grundlage für den Erlaß dient ein vom Reichsjugendführer auf Grund der Ausführungs­bestimmungen zum Gesetz der Hitler-Jugend aus­gearbeiteten Plan, der sich mit den politischen For­derungen des Reichsgesundheitsführers deckt.

Danach gehören alle ärztlichen Untersuchungen der Hitler-Jugend ebenso wie der Schulgesund- heitspflege in den Aufgabenkreis der Gesund­heitsämter. HI.-Aerzte und Schulärzte, die künftig beide die Bezeichnung ,^ug e ndä r zt e" tragen, führen die gesundheitliche Betreuung der Jugend vom 6. bis 18. Lebensjahr gemeinsam durch. Da> sich die Tätigkeit des Schularztes von der des HJ.-

Arztes jedoch in mancher Hinsicht unterscheidet, be­stimmt der Erlaß, daß alle Jugendävzte mit den Anforderungen des HJ.-Dienstes vertraut fein müssen. Die Untersuchungen werden also im ganzen Reich nach einheitlichen Gesichtspunkten vorgenom­men und die Ergebnisse in die neu geschaffenen Jugend-Gesundheitsbogen eingetragen, die Den Zwecken der HI., der Schule und der Ge­sundheitsämter gleichzeittg dienen. Außerdem er­hält jeder Junge und jedes Mädel mit dem zehnten Lebensjahr den Gesundheitspaß der Httler- Jugend, aus dem die wichtigsten Untersuchungs­ergebnisse und Tauglichkeitsbeurteilungen ersichtlich sind. Jeder Jugendliche muß in bestimmten Zeit­abständen an fünf Reihenuntersuchungen, sechs Ge­sundheitsappellen und jährlich an einer Zahnunter­suchung teilnehmen.

Oer Arzt im Kriege.

In einem Vortrag vor Sanitätsoffizieren eines westlichen Frontabschnittes kennzeichnete der stell­vertretende Reichsärzteführer, Hauptamtsleiter Dr. B l o m e, die Entschlossenheit der Reichsgesundheits­führung, den Arzt der Front vor jeder beruflichen Benachteiligung nach Beendigung des Krieges zu bewahren. Zur Frage der ärztlichen Schweige­pflicht erklärte Dr. Blome,wir denken gar nicht daran, in der ärztlichen Schweigepflicht, wie sie heute als Grundlage Des Vertrauens zwischen Arzt und Patient besteht, in irgendeiner Form eine Lockerung eintreten zu lassen. Wir wachen im

Vor Erkältung schützen Bei Husten nützen

mehrmals täglich

schon

m

Lichikuttur" vor hundert Jahren.

Ein Jubiläum der Stearinkerze.

Vor hundert Jahren wurde die Menschheit mit dem Segen der Stearinkerze beglückt, die gegen die bis dahin allein herrschenden Arten der Beleuch­tung einen wirklichen bedeutenden Fortschritt dar­stellte. Um 1840 begann die neue Kerze sich in den deutschen Häusern einzubürgern, nachdem 1837 in Berlin und Wien die ersten Fabriken dafür gegrün­det worden waren, lieber zehn Jahre lang hatte man an der neuen Erfindung herumprohiert und verbessert. Schon 1825 hatten die beiden Chemiker Chevreuil und Gay-Lussac ein Patent auf die Her­stellung von Kerzen aus Stearinsäure genommen, aber erst 1831 machte man die ersten einigermaßen brauchbaren Kerzen aus Stearin und Palmöl. Im Jahre 1834 gelang dann die Herstellung tadelloser Kerzen, nachdem man geflochtene und gedrehte Dochte erfunden hatte und die Verseifung der Fette durch Kalk erprobt war. Nun erst war die Stearin­kerze wirklich fertig, und es entstanden überall die Fabriken zu ihrer Herstellung.

Welchen Segen die Neuerung für das häusliche Leben bedeutete, können wir nur begreifen, wenn wir uns ein Bild davon machen, wie überaus dürf­tig dieLichtkultur" noch vor hundert Jahren war. Man war bis zur Erfindung der Stearinkerze auf Talglichte und Oelfunzeln angewiesen, und wir kön­nen uns heute kaum noch vorstellen, wie dunkel es damals am häuslichen Herde war. Nichts würde der Urgroßmutter mehr imponieren als die zauberhafte Schnelligkeit, mit der man heute durch eine einfache Handbewegung ein früher unvorstellbares Glanz- meer hervorrust. Die Menschheit hatte sich nach Ueberwindung des Kienspans und der Pechfackel in der Wachskerze ein schönes und angenehmes Beleuchtungsmittel geschaffen, aber diese war für den gewöhnlichen Sterblichen viel zu teuer, und so mußte sich denn das Volk mit der aus schlechtem Talg gefertigten Unschlittkerze begnügen, die feit dem 14. Jahrhundert auch beim Kleinkrämer zu haben war und bis um die Mitte des 19. Jahr­hundert, die Wohnungen überaus notdürftig er­

hellte. Noch vor einem Jahrhundert hatte man in bürgerlichen Kreisen höchstens einenWachsstock", den man für kleine Gänge anzündete, sonst war das Wachs zu teuer, und das Talglicht herrschte, wenn man es nicht vorzog, die damals noch sehr rück­ständige Oellampe anzuzünden.

Gewöhnlich stand nur ein Licht auf dem Familien­lientisch.Abends zwei Lichter anzuzunden, war schon etwas Ungewöhnliches", erzählt Felix Eberty in feinenJugenderinnerungen eines alten Ber­liners". Die meisten Familien faßen um einen runden Tisch, auf dem nur ein Talglicht aufge­pflanzt war. Bei Gesellschaften derflieg man sich zu zwei, ja sogar zu vier solcher Lichter. So er­zählt die Malerin Caroline Bardua von einer Abendgesellschaft:Der Duft des Punsches und der vier Lichte, wenn auch Talglichte, auf weißporzel­lanenen Leuchtern, mit papiernen Lichtmanschet­ten umsteckt, gaben ein Gefühl des Luxus und der Feierlichkeit." Bei der weitgehenden Selbstversor­gung im damaligen Heim war es auch ganz üblich, daß Die Hausfrau Die Talgkerzen selbst fabrizierte. Der Philosoph FrieDrtch Paulsen erzählt in seiner Selbstbiographie, wie noch in Der Zeit nach 1850 Die Lichte in seinem Elternhaus gemacht rourDen: Die Mutter goß sie in einer Blechform: zuerst wurde ein Docht gedreht, dieser in die Form ge­spannt Und dann geschmolzener Talg dazu gegossen."

Die Talglichter standen in ihrer Helligkeit den Stearinlichtern zwar nicht viel nach, aber sie ver­düsterten sich alle Viertelstunden, bis sie wieder ge­putzt waren. Daher machte ein Talglicht beständige Mühe und Aerger, und höchst ergötzlich hat diese Lichtkultur" Jean Paul in seinemSiebenkäs" geschildert. Der schnurrige Armenadvokat liegt mit seiner jungen Frau Lenette im beständigen Streit über Die beste Art des Lichtzündens und Den rich­tigen Augenblick des Putzens. Er vertritt die An­sicht, daß jedes Licht am dicken Ende anzuzünden wäre und nicht oben am mageren, Denn, sagt er, hat man es oben in Brand gesteckt, so erleben wir unten einen überfließenden, unbrauchbaren Talgblock; hingegen wie schön und symmetrisch legt sich Das Fett der dickeren Hälfte allmählich auf Die magere." Doch Lenette will von dieser Neuerung nichts wissen und bleibt bei dem alten Verfahren, so Daß er seine Lichte unten, sie ihre oben an- steckte".

Goethe hat noch in seinen Greisenjahren Den melancholischen Wunsch geäußert:Wüßte nicht, was Besseres erfinden könnten, als wenn Die Lichte ohne Putzen brennten", aber das Stearinlicht, Das Diesen Wunsch erfüllte, hat er nicht mehr erlebt. Die Lichtputzschere, Die in einem blechernen Schiff­chen neben Dem Leuchter ftanD, spielte eine große Rolle in Der Gesellschaft. Putzte man Das Licht un­geschickt, so erlosch es, unD man saß im tiefsten Dunkel. Oesters mußte auch einDieb" vom Licht genommen merDen. Um es auszulöschen, Durfte man es nicht ausblasen, weil sich sonst ein übler Geruch verbreitete, sondern man mußte es mit einem Klümpchen Talg, das man auf Die Spitze Der Schere nahm, ersticken. Es war daher eine wahre Erlösung der Menschheit, als das Stearinlicht erschien unD diese Unannehmlichkeiten beseitigte. Die erste An- fünDigung Der neuen Erfindung in Berlin aus dem Jahre 1839 preist sie folgenDermaßen an: Diese Lichte, das richtige Pfund zu 11 Silber­groschen, brennen ruhig und gleichmäßig, kein Flackern Der Flamme, kein Herunterrinnen, Putzen unnötig, beim Ausblasen kein Geruch, kein Nach- glimmen des Dochtes, keine Fettflecke auf dem Zeug hinterlassend und 70 v. H. wohlfeiler als Wachs- lichte." C. K.

Weißer Flieder "

EiuTerra-Filrrr vouArthurMaria Rabenalt

Hier sehen wir einen der trotz ungeheuren Be­darfs und ungeheurer Produktion nicht gerade häu­figen Filme, die nichts wollen, als uns angenehm unterhalten, und dies auf eine geschmackvolle und einfallsreiche Art zuwege bringen, ohne Entglei­sung in den Schwank oder in Die ausgetretenen Pfade seichter Situationskomik. Freilich hat Ra» benalt Diesen Film mit einem Problembe­lastet", aber er tat es auf eine so unaufDringlidje und charmante Weise, Daß wir gerne zuhören, was er uns über Das Thema der noch jungen Mutter und der schon erwachsenen Tochter zu sagen hat. Unter feiner geschickten Hand wird auch das sonst vermutlich höchst prosaische Milieu zweier Konkurrenzfirmen der Strumpfroarenbranchc an­ziehend und reizvoll. So entsteht auf Die Denkbar zwangloseste Meise aus einem Streit u® eigen

Vertrag, Den der junge Chef Der einen Firma fortschrittsmordenD, Der alte Geschäftsleiter Der anDeren produktionserhaltend nennt, eine heitere Liebesgeschichte, in Der der junge Chef ebenfalls höchst zwanglos von der noch jugendlichen und sehr charmanten Mutter, der Inhaberin der Konkurrenz, zum allerliebsten Töchterlein hinüberwechsett und nach einigen amüsanten Verwirrungen es auch be­hält. Der junge Chef, der so vom Glück verwöhnt wird, ist Hans Holt, zwar vom Typ derUn­widerstehlichen", aber mit so viel Delikatesse ange­legt, Daß aus DemUnwiderstehlichen", niemals Der Unausstehliche" wird. Elga Brink ist die jugend- Uche Mama, sehr elegant und apart, die mit einer hübschen, ganz leisen Koketterie den Flirt mit der Konkurrenz aufnimmt, aber mit entzückender Würde zurücktritt, als sie die Tochter auf gleicher Spur sieht. Das ist die reizende Hannelore Sch rot h, die Die verliebte Mama nur vor Dem bösen Don Juan schützen will, Dabei aber selbst un- rettbar in dessen Fallen gerät. Als dann alles schief zu gehen droht, wird aus Der so klugen, so selbst- sicheren kleinen Dame wieder ein ganz kleines, törichtes und hilfsbedürftiges Geschöpf, das der Mama für ihren Beistand sehr dankbar ist. Das macht Hannelore Schroth mit einem anmutigen Schalk und einer köstlichen Zerknirschtheit. Paul Henckels macht aus einem angejahrten, aber immer noch liebeshungrigen Geschäftsleiter mit feinem Humor eine feiner sehr sauber ausgefeilten Studien. Rudolf Schündler sächselte einen schrecklich eifersüchtigen jungen Mann, Mady Rahl war flott und burschikos die dazu gehörige Freun- Din und Braut. Dr.Fr. W. Lange

Ein Naturwunder.

Bei Friedrich Wilhelm IV. stand der treffliche Domprediger Strauß in hoher Gunst; man sagte, daß er in wichtigen Stunden auch Einfluß auf die politische Entscheidung des Königs habe. Trotzdem konnte sich dieser nicht enthalten, auch dem Geist- lichen gegenüber seiner Neigung zu Witzen nack- zuaeben.

Als er ihn zum Hofprediger gemacht, rief er Alexander von Humboldt zu:Ein naturhistorisches Kunststück, das Sie mir nicht nachmachen können Ach habe einen Strauß zum Dom-saften gemacht