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Donnerstag, N.Ianuar

M.9 Erstes Blaff

(90. Jahrgang

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Erfolgreicher Vorfloß deutscher Kampfflugzeuge gegen die englische Küste.

Acht bewaffnete Kriegs- und Handelsschiffe versenkt.

Berlin, 10. Januar. (DNB.) Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen an einzelnen Stellen etwas lebhaftere örtliche Artillerietätigkeit.

Deutsche Kampfflugzeuge unternahmen am Vor- und Rachmittag des 9. Januar einen Lrkun- dungsvorstotz gegen die englische und schottische Oskküste. hierbei wurden vor der Norwich - Lüste vier bewaffnete Kriegs- und Handelsschiffe, nämlich zwei Vorpostenfahrzeuge, in deren Geleit zwei Handelsschiffe fuhren, angegriffen und ver­senkt. Vor der schottischen Küste wurde von vier bewaffneten Handelsschiffen unvermutet das Feuer auf die deutschen Erkunder eröffnet. Bei der Abwehr dieses Angriffes wurden die Dampfer versenkt. Die eigenen Flugzeuge erlitten keine

sich auf in einzelne Rotten. Freie Jagd an Eng­lands Küste.

Em feiner Auftrag, das muß man sagen.

Gemächlich haben ftch unsere schwer beladenen Kampfflugzeuge vom Rollfeld erhoben. Mit gleichem Kurs ziehen die Flugzeuge der Staffel über die flache, vereiste Küste auf die Nordsee hinaus. Inseln unter uns, dann nur Wasser, unendliches Wasser. Plötzlich sieht man die Flächen der Flug­zeuge steil in der Kurve gegen den Himmel stehen. Jetzt gehen die einzelnen Rotten auf ihre endgül­tigen Kurse, fetzt fliegen sie auf die ihnen zuge- tell-ten Abschnitte zu. Jetzt kommen uns die anderen Flugzeuge rasch außer Sicht, und Mr mit unserem treu folgenden Rottenhund sind allein über dem Meer. Aber so endlos es scheinen mag, unsere Vögel wissen diese Weite zu überspringen, bis dorthin, wo das Land beginnt, die K ü st e unseres Gegners, das Land der Golfplätze und der Kriegshetzer, der Parks und der Schlösser, der Häfen und der Defesttgungen der Jnselbewoh-

Vertuste.

lich in die Boote. Es kann nicht mehr lange dauern,

Die britische Propaganda glaubte letzthin, mehr­fach behaupten zu können, daß die Aktivität der deutschen Luftwaffe gelähmt sei. Diesen Erfolg zu Gunsten der Engländer sollten ihre Patrouillenflüge erreicht haben, die, wie sie meinten, die deutschen Minenlegerflugzeuge niedergehalten hätten. Sogar die Insel Helgoland sollte in ihrer militärischen Wirkung lahm gelegt sein: der britische Rundfunk­sprecher wußte überdies, daß die Insel bereits ver­lassen sei. Die deutsche Luftwaffe hat sich nicht be­irren lassen; Erkundungs- und Aufklärungsaufträge sind auch dann noch erfüllt worden, als das Wetter, das in den letzten Tagen zugegeben sehr ungünstig war, auch die britischen Patrouillenflieger nur selten starten ließ. Die deutschen Erkunder hatten am 9.1. wiederum einen besonderen Erfolg zu verzeichnen, der erneut die Richtigkeit des Satzes bewies, daß die deutsche Lustwaffe sich durch feindliche Groß­sprecherei das Gesetz des handelns, das sie in der Hand hält, nicht zerreden läßt.

Bor der Norwich-Küste wurden an diesem Tage zwei Dorpostenfahrzeuge, die zwei Han­delsschiffe im Geleitzug hatten, gesichtet und als Geleitzug angegriffen und versenkt. Daß die bri­tische Schiffahrt überhaupt nur noch auf Piraterie abgestellt ist, bekommen die deutschen Erkunder an der Norwich-Küste, wie auch vor der schottischen Küste zu spüren. Dor Schottland waren es vier scheinbar friedliche Handelsschiffe, die bei- der Annäherung der deutschen Flugzeuge unvermutet das Feuer eröffneten. Daß England seine Handelsflotte ausnahmslos be­waffnet hat, hat sich wieder einmal ganz deut­lich gezeigt. Diese Schiffe haben offenbar den jedem Völkerrecht hohnsprechenden Befehl, auf jedes deut­

bis das Schiff in den Fluten versinkt. Wir aber haben nicht Zeit zum warten, wir müssen zurück. Vergnügt ist die Stimmung an Bord bei dem lanaen Heimflug.

Was auch sonst los sein möge, wir jedenfalls kommen nicht mit leeren Händen nach Hause. Als unser Rottenhund jenen letzten erfolg­reichen Anflug machte, erkannten wir weithin leuch­tend das Geschwaderabzeichen, den roten Lö­wen auf weißem Felde.Die Fährte des Löwen" so lautet die Inschrift auf dem Wappen. Der Löwe hat zugeschlagen, Großbritannien! Der Geschwaderlöwe hat dem Jnseltier eins mit der Pranke gegeben, daß es nur so rauchte.

Mit leeren Händen find die anderen auch nicht gekommen. Ein Flugzeug nach dem ande­ren landet und macht seine Meldung. Alle bringen sie reiche Beute. Zwei Schiffe sinken vor den Augen unserer Besatzungen, eins brach unter der Wirkung haarscharf mittschiffs sitzender Bomben auseinander. Vier weitere Schiffe dürften inzwischen mit größter Wahrscheinlichkeit man konnte nur nicht daraus warten gesunken sein.

Das waren also sechs. Ein siebenter Dampfer aber, der beschädigt worden war, funkte nach Eng­land um Hilfe. Unsere Funker sind nun freilich auch nicht auf den Kopf gefallen. Man hörte den Spruch, verstand ihn richtig, und eine neue Rotte startete von der deutschen Küste und schickte den Engländer endgültig auf den Grund der Nordsee.

Unser Staffelkapitän kommt mit einem Hau­fen von MG.-Treffern in der Maschine nach Haufe. Ja, diefriedlichen" Handels- d a m p f e r ... Als der Kettenführer den ersten Anflug machte, um zum Verlassen des Schiffes auf­zufordern, da spuckten die Maschinengewehren, die der Dampfer auf Bug und Heck trug eifrig Feuer. Rund zehn Treffer saßen in der Maschine. Eine Oelleitung war zerschossen. Natürlich funkte jetzt auch das Flugzeug aus allen Knopflöchern, um sich mit drei Anflügen für diese völkerrechtliche Begrü­ßung zu bedanken, heil ist aber auch diese Be­satzung heimgekehrt. Bei der abschließenden Be­sprechung durch den Saffelkapitän können rund 14 000 Tonnen versenkten britischen Schiftsraumes festgestellt werden. Dom Geschwadercommodore liegt schon der Glückwunsch vor. Sieben feindliche Damp­fer wir waren richtig auf derFährte des Löwen". M. J. Tidick.

wegen versenkt wurden. Dies ist das Ergebnis einer Tagesarbeit der deutschen Luftwaffe, ange­strengt durch zwingende Witterungsverhältnisfe in dieser Jahreszeit. Die Briten werden, wenn sie es nicht anders wollen, die Schlagkraft der deutschen Luftwaffe, ihren unbändigen Siegeswillen und ihre selbstverständliche Siegeszuversicht noch ganz anders zu spüren bekommen.

Derrote Löwe" über Englands Gchiffen.

Deutsches Kampfgeschwader über der Nordsee.

DNB....... 11. Jan. (PK.) Es ist mitten in der

Nacht, als wir aus den kurz benutzten Betten sprin­gen, um in unseren Pelz-Kombinationen eine halbe Stunde später mtt unbeholfenen Schritten durch die Dunkelheit zu tappen, die dick zwischen den Bäu­men hängt. Unten warten die Wagen. Durch ein Land, daß ohne Leute ist, geht die Fahrt. Ich weiß nicht, wie lange. Wir sind noch etwas schläfrig.

Das Tor einer Wache, Auffahrt zum Flugplatz. An den Rand geschmiegt ein paar niedere Gebäude, hinter deren verdunkelten Fenstern schon Betrieb ist. hinten auf dem Rollfeld poltern schon die soeben angelassenen Motore unserer Kampfflugzeuge. Wir kennen diesen surrenden, grollenden Ton, den sie am Leibe haben, wenn man sie soeben erst geweckt hat. Ihre Kehle ist noch nicht so rocht glatt. Sie müssen erst warm laufen, dann wird das anders. Geht uns ja genau so.

Auf dem Absprunghafen, auf dem wir uns be­finden, hält sich jetzt die Einsatzstaffel unseres Kampfgeschwaders fertig zum Fluge nach Westen, zum Sprung über den Teich, zum Angriff gegen England. In der Besprechung, die der Staffelkapi­tän abhält, spielt die Wetterberatung eine wichtige Rolle. Aufmerksam hören alle Besatzungen dem Wetterfrosch zu, und zufrieden nicken sie mit dem Kopf: wenn das so hinhaut, dann geht die Sache wieder mal in Ordnung. Handelskrieg in derNordsee, das ist der Austtag. Angriff auf englische Kriegsschiffe wenn sie irgendwo zu fin­den sein sollten. Ja, wenn. Man weiß ja, wie vor­sichtig und zurückhaltend die englischen Kriegsschiffe m der Nordsee geworden find. Die Staffel löst

ner.

Unsere Rotte ist hoch oben im Norden Englands eingesetzt. Wohl Zweidrittel des Hin­fluges haben wir unter einem strahlenden Winter­himmel zurückgelegt. Da vorn aber kommen ein paar Wölkchen. Es werden mehr und mehr. Ver­gnügt grinsen wir uns an. haben wir nicht Gründ zum Lachen? haargenau haut unsere Wetterbera­tung hin. Wolken, die können wir gebrauchen.

Da sollen die englischen Jäger nur kommen, wenn sie überhaupt starten, husch, husch, und wir sind verschwunden, wenn es nottut. Na, werden ja sehen. In geringer höhe fliegen wir die englischen Ge­wässer an. Jedermann der Besatzung guckt sich die Augen aus dem Kopf. Es muß doch was zu finden fein. Da dort hinten im Grau etwas steuer­bord voraus ist das ein Schiff? Klar, Mensch. Schon ändert der Flugzeugführer den Kurs, schon sind wir drüben, fliegen eine Kurve. E i n englischer Frachter. 2000 Tonnen vielleicht groß. Eine MG-Garbe zischt vor dem Kahn ins Wasser, unser eindeutiges Signal zum Stoppen. Aber der denkt nicht daran. Schön, dann versuchen wir es noch einmal im Guten. Wieder wird ange­flogen. Eine Bombe fällt vor den Bug. Los, Freund wenn du jetzt noch immer nicht verstehen willst. Der Kerl macht dann auf, und zick-zack los versucht er, die Küste zu erreichen und nimmt von unserer höflichen Aufforderung keine Notig. Also scharfer Anflug. Es ist verdammt nicht leicht, solch kleines Schiff mit Bomben zu treffen. Beim zweiten Versuch geht eine unserer Bomben auf den Bug des Dampfers. Unmittelbar nach uns fliegt unser Rottenhund an haargenau mitt­schiffs trifft seine Bombe, Kesselexplosion. Eine weite Rauchfahne weht vom Schiff weg, kilometerweit über die graue See.

Aus der Traum, mein Freund! Wir packen uns

fche Flugzeug zu schießen. Die deutschen Erkunder bei den Schultern und schütteln uns gegenseitig vor haben hierauf die richtige Antwort erteilt, indem \ Freude. Die Besatzung des Schiffes geht nun end­alle vier angeblichen Handelsschiffe von Rechts lich in die Boote. Es kann nicht mehr lange dauern,

Slowakischer Ausbau.

Don unserem s.-Korrespondenien.

Die Slowakei, das Land zwischen der Donau, den Karpaten und der Tatra, sieht das afogelaufene Jahr als eines der bedeutendsten am tausendjähri­gen Wege der slowakischen Natton. Es ist dies ein Jahr, das die Erfüllung jahrhundertelanger Sehn­sucht und die Krönung eines jahrzehnetlangen, har­ten nationalen Kampfes brachte: die staatliche Selbständigkeit. Den bewegten und stürmi­schen Tagen im März, deren Ausgangspunkt der mißlungene tschechische Gewaltputsch war, folgte die völlige Loslösung von Prag und die damit ver­bundene Erklärung der slowakischen Selbständig­keit. Es war dies dadurch möglich geworden, daß die Führer des autonomistischen Kampfes den Weg zur Zusammenarbeit mit der deutschen Volksgruppe gefunden hatten und darüber hinaus auch das Ver­ständnis des Deutschen Reiches für ihren Kampf erwarben.

Unter deutschem Schutz konnten die nicht geringen Schwierigkeiten überwunden und an den eigent­lichen Aufbau der slowakischen Staatlichkeit gegan­gen werden. Die innerstaatliche Reorganisation, der vielfach völlige Umbau, gingen naturgemäß nicht ohne vorübergehende Störungen vor sich. Zehntausende Tschechen, ein großer Teil von ihnen Staatsbeamte, wurden ausgetauscht. Dafür war vorerst nicht immer entsprechender Ersatz zur Stelle. Schwierigkeiten zeigten sich vor allem auch auf wirtschaftlichem Gebiete. Die slowakische Industrie und Wirtschaft, die bislang zumeist aus Prager Filialunternehmungen bestanden, mußten auf eigene Füße und völlig neue Grundlagen gestellt werden.

Kaum waren die größten Hindernisse überwun­den, drohte die polnische Gefahr. Bereit, die endlich freigewordene Heimat zu verteidigen, trat die junge slowakische Armee an die Seite der

deutschen Wehrmacht und erhielt ihre Feuertaufe, Die kürzlich vom Führer verfügte staatsrechtlich fest, gelegte Rückgliederung des von Polen seinerzeit okku- pierten, alten slowakischen Volksbodens ist eine Be­lohnung für die entschlossene Haltung der Slowaken während der Polenkrise.

Der nun vom Westen her seinen Ausgang neh- mende Krieg, der Neuttale und Freunde des Deut« schen Reiches durch schärffte völkerrechtswidrige Blockademaßnahmen wenigstens wirtschaftlich auf den «Boden zwingen will, wirst seine Schatten auch auf diesen Teil Europas. Um den wirtschaftlichen Schwierigkeiten Herr zu werden, hatte der slowa- tische Staat gleich am Beginn seiner Entstehung Mit dem Deutschen Reiche, das naturgemäß als Nachbar und größter mitteleuropäischer Wirtschafts. faftor für die Stellung dieses jungen Staatslebens von maßgebender Bedeutung fein mußte, ein Wirtschaftsabkommen getroffen. Weitere WirtschastsVerhandlungen und -abkommen folgten mit einigen Südoststaaten oder sind noch in bet Entwicklung.

So war es nach dem vorübergehenden Mangel an Rohstoffen gelungen, die Industrie nicht nur zU beschäftigen, sondern sogar den Export 3U stei­gern. Der durch Krieg verlorene Außenhandel Mit den Weststaaten und Uebersee wurde durch neue Absatzgebiete im Südosten, die vor allem für slowakische Zellulose, Papier und Metallwaren Interesse zeigten, ersetzt. Dafür bieten die Südost­staaten alle für die Slowakei nötigen Rohstoffe, wie Naphta, Fette, Tabak und Baumwolle. Der- kehrstechni'sch bildet die Donau die Sraße zur Ermöglichung dieses Warenaustausches. Die Haupt­posten im slowakischen Im- und Export nehmen

Heimkehr der Deutschen aus Südtirol

485000 Deutsche optierten für Großdeutschland.

Berlin, 10. Jan. (DNB.) Nach Abschluß der Optionen in den Provinzen Bozen, Udine, Belluno und Trient haben der Führer der deutschen Dele­gation Dr. L u i g und der Staatssekretär im ita­lienischen Innenministerium Buffarim G u i d i an den Führer und an den Duce das folgende Tele­gramm gesandt:

Beim Abschluß der Optionsarbeiten, die im Ober­etsch in einer Atmosphäre vollkommener Zusammen­arbeit und in vollster Ordnung vor sich gingen, haben wir die Ehre, Ihnen über dieses von Ihnen ausgedachte und gewollte Ereignis von großer poli­tischer und historischer Tragweite alle wesentlichen Angaben zu berichten.

Von 313 000 Einwohnern der Provinz Bo­zen hatten 229 500 Deutschstämmige gemäß den Abkommen von Rom und Berlin am 31.12.1939 das Recht zur Option. Von diesen haben 1 6 6 4 8 8 für d i e deutsche Staatsbürgerschaft optiert und sich damit verpflichtet, bis zum 31. Dezember 1942 ins Reich zu gehen. 27 712 haben

für d i e italienische Staatsbürger­schaft optiert, während 35 000, die keine Ein­gabe unterschrieben haben, gemäß den Abkommen gleichfalls italienische Bürger bleiben.

Für die gemischtsprachige Zone der Provinz Trient ergaben sich folgende Zahlen: Von 24 435 zur Option Zugelafsenen haben 13 015 für Deutsch­land optiert, 3802 für Italien, während 7636, die keine Erklärung unterschrieben haben, somit ita­lienische Bürger bleiben.

In der Provinz Udine haben von 5603 zur Option Zugelassenen 4576 für Deutschland optiert, 337 für Italien, während 690, die keine Erklärung unterzeichneten, Italiener geblieben sind.

In der Provinz Belluno haben von 7429 zur Option Zugelassenen 1006 für Deutschland op­tiert, während 6423 italienische Bürger blieben. Weitere 280 Fremdstämmige haben schließlich für Deutschland optiert, für deren Zuteilung zu einer der oben genannten Provinzen eine Untersuchung im Gange ist."

Drei englische Bomber abgeschoffen.

Neuer englischer Neutralitäteibruch durch Bombenabwürfe auf dänisches Gebiet.

Berlin, 10. Ian. (DNB.) Am 10. Januar 1940 trafen um 13 Uhr vier deutsche Flugzeuge neuerer Bauart in der Deutschen Bucht auf eine Staffel von neun britischen Bom­benflugzeugen des Bluffers Bristol-Blenheim. Bei Sicht der deutschen Flugzeuge drehten die Bri­ten sofort nach Westen ab und suchten ihr Heil in der Flucht. Bei der Verfolgung wurden durch die deutschen Flieger drei britische Bomber abgeschossen. Unsere Flieger kehrten alle wohl­behalten in ihre Heimathäfen zurück.

Im Rahmen der Patrouillenslüge, die die britische Luftwaffe in die Deutsche Bucht unternimmt und die auch in der Nacht vom 9. zum 10. Ianuar ohne jeden Erfolg blieben, hat ein britisches Flugzeug, das aus südwestlicher Richtung kam, über der dänischen Insel Röm Bomben abge­worfen. Wenn auch in diesem Falle kein Per­sonen- und Sachschaden entstand, so hak doch Groß­britannien mit diesem Bombenabwurf erneut ge­zeigt, wie es die hoheitsrechte der Neutralen zu achten gewillt ist. In einem recht kümmerlichen Ver­such, sich für die schwere Völkerrechtsverlehung durch erneute Bombenabwürfe auf dänischem Hoheitsge­biet zu rechtfertigen, stellt der Londoner Rund­funk der Treffsicherheit der britischen Luftwaffe ein beschämendes Armutszeugnis aus. Er erklärt, die Bombenabwürfe hätten in Wirklichkeit der Insel Sylt gegolten. Ferner wird wörtlich gemeldet, es seien auch tatsächlicheinige Bomben in der Nähe der deutschen Insel Sylt abgeworfen" worden. Damit wird zugegeben, daß die britischen Flieger todesmutig das ungeschützte dänische Gebiet und die ftiedlichen Dogen der Nordsee irgendwo in der Nähe der Insel Sylt bombardier­ten, um dann schleunigst Richtung Heimat abzu­drehen. Von demneuen glänzenden Sieg der bri­tischen Luftwaffe" ist allerdings in dieser Meldung ausnahmsweise nicht die Rede,

Lebhafte Entrüstung in Dänemark

Kopenhagen, 10. Jan. (Europapreß.) Die neue schwere Neutralitätsverletzung durch ein eng­lisches Bombenflugzeug hat in Dänemark Aufregung und Entrüstung hervorgerufen. In einer amtlichen Mitteilung heißt es, daß die erste Bombe in eine Schonung einfchlug, ohne Schaden anzurichten, während die zweite in der Nähe eines Wohnhauses explodierte, wodurch einige Fen­sterscheiben eingedrückt wurden. Die Maschine kam aus Südwesten und verschwand nach dem Bomben­abwurf wieder über dem Meer in westlicher Rich­tung. Die Augenzeugenberichte über den Zwischen­fall sprechen von einem weitaus größeren Sachschaden als die von amtlicher Seite heraus­gegebenen Mitteilungen. Es wird auch festgestellt, daß nicht zwei sondern drei Explosionen gehört wurden. Demzufolge müssen drei Bomben ab­geworfen worden fein. In den Berichten aus Röm heißt es weiter, daß zehn Häuser in Mit­leidenschaft gezogen wurden und daß die Elektrizitätsleitungen nach lonbern zerstört sind, wodurch die Telefonverbindungen mit der Küste unterbrochen wurden. Im Gebäude der Telefonzentrale sind sämtliche Fensterscheiben vom Luftdruck einer in der Nähe explodierten Bombe zertrümmert worden, was sich für die Be­wohner der betreffenden Häuser angesichts des Frost­wetters sehr unangenehm bemerkbar macht, um so mehr als es an genügendem Erfatzmaterial mangelt und feine schnelle Herbeischaffung infolge der Unter­brechung des Fährverkehrs zum Festland nicht mög-, lich ist. Dasselbe gilt auch für die Unterbrechung des Telefon- und Stromkabels.

Der englische Flieger, der von Südosten kam, hol, wie verlautet, über der Stelle, an der er die Bom­ben abwarf, erst längere Zeit gekreist. Alle drei Bomben fielen glücklicherweise in losen Sand, wodurch ihre Zerstörungskraft stark beschränkt worden ist. Ein Irrtum über die Position sollte unter diesen Umständen für den englischen Flieger schwer möglich gewesen fein