ttr. 35 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Zebruar 1940
Behelfsmäßige Lustschuhräume durch eigene Arbeit
in den teilweise sogar zwecks besserer Lichtwirkung
weiggeruncyren tnaumen eine gute «ueaenoeieucq’ tung, überall inmitten des Raumes einen Tisch, an
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Luftschutzgeräte nicht, wie Spaten, Axt, Beil, Spitz-
Wie die Hausbewohner mit verhältnismäßig sin
nen Wandschränken vor, dazu Flaschen mit Minerol-
wieder bei einer Besichtigung von Luftschutzräumen
ter.
be
tt.
(Nachdruck verboten!)
11. Fortsetzung.
,tki5 wollte id)." Er
gemacht worden, daß keinerlei Fremdstoff, also Gas, durch die Tür in den Lustschutzraum einbringen kann. Daß die Tür vollkommen dicht am Fußboden abschließt, wird durch behelfsmäßiges Abdichtpngs- material (Stoffreste, Gummistreifen, Dachpappe oder bgl.), sowie durch eine flache Türschwelle erreicht, so daß auch hierdurch kein Fremdstoff in den Raum gelingen kann. Die gleichen Mittel sahen wir in einer Reche weiterer Luftschutzräume, u. a. be-
einer Stelle sogar mit einer schönen hellen Decke belegt, Stühle und Bänke, Liegesessel, Gartenstühle zum Liegen mit Decke, Fußmatten usw. Selbstverständlich fehlten in diesen Räumen die erforderlichen
in einer Reihe von Privathäusern feststellen können. Uebevall, wo wir überraschend für die Hausbewohner erschienen, konnten wir nicht nur in neueren Häusern, sondern auch in älteren Gebäuden die erfreuliche Wahrnehmung machen, daß mit haus- bzw. familieneigenen Mitteln ein behelfsmäßiger Luftschutzraum nicht nur hinsichtlich seiner Ausstattung zweckmäßig und verhältnismäßig wohnlich hergerichtet werden kann, sondern in den besuchten Häusern auch einen Grad von Gassicherheit erhalten hat, den man als befriedigend bezeichnen muß. 3- B. sahen wir in der Liebigstraße in drei verschiedenen Häusern mit behelfsmäßigen Mitteln hergerichtete kampfstoffsichere Luftschutzräume, die
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
Die Gefahren aus der Luft zwingen alle Volksgenossen zur rechtzeitigen Vorbereitung der Abwehr. Deshalb: Beschafft euch die Volks- gasmaske bei den Amtswaltern der NSV.!
Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin
Sp'ielelitung: Hans Geißler.
BOM.-ttntergau 116 Gießen.
Stelle für Leibeserziehung:
Bett.: BDM. -Leistungsabzeichen.
wartete ihn Frau Henriette Carlotti, neben ihr stand Julia. „
„Ich hörte Sie vorfahren", sagte die Mutter. „Dies ist meine Schwiegertochter, meines Sohnes Frau. Wir waren bei ihm drin." Ihre Handbewegung zur offenstehenden Hintertür deutete an, was sie meinte. „Aber wir haben nichts ängerührt."
Kybander verbeugte sich vor Julia. Dann betrat er den Laden.
Das elektrische Licht brannte. Als er die Tur hinter sich schloß, fiel von keiner Stelle mehr Tageslicht ein. Henke war ihm auf seinen Wink gefolgt. Die anderen Herren warteten noch. Kybander stand
„Erschossen, nicht wahr? Da an der Seite ist die Kugel in den Hals gedrungen. Eine große Wunde. Ob er verblutet ist oder ob die Kugel ihm das Genick brach, als sie die Halswirbel traf?- Ich glaube das Letzte, denn da ist nicht viel Blut auf Kragen
ben ein kleines Kindertischchen mit mancherlei Spiel-- zeug, damit den kleinsten Benutzern des Schutzraumes die Zeit nicht lang wird. Soweit Vorräume, sogenannte Gasschleusen, vorhanden waren, zeigten auch diese eine vollkommen einwandfreie Herrichtung. Die Kellerräume in älteren Häusern hat man durch die Einfügung von starken Holzstützen und kräftigen Querbalken noch besonders in ihrer Luftschutzsicherheit verstärkt. Schutzoorhänge an den Kellertreppen, vor den Eingängen zum Schutzraum und juDedmäftiae Sackvorlaaen, die im Ernstfall mit Chlor«
Zentrale. Dann öffnete er seinen grauen St—brn—
BDM. -Werk-Gruppe la/116, Sport und Gyrnnastik. Der nächste Dienst für alle Mädel der Gruppe ist Dienstag, 20. Februar, wieder im Moeserheirn.
Die L.-Stellenleiterin und Führerin der BDM.-Werk-Gruppe la/116.
still und sah sich um. .
3weifellos tot", sagte er nach einem kurzen Blick
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DOA.-Appell in Gießen.
Auf Anordnung des Gauverbandsleiters des Volkse bundes für das Deutschtum im Ausland (VDA.) Pg. Bickendorf findet am nächsten Montag, 12. Februar, nachmittags, im Großen Hörsaal des Physiologischen Instituts zu Gießen (Friedrichstraße 24) ein VDA.-Amtsträger- und Mitgliederappell statt, zu dem auch Gäste Zutritt haben. Der volksdeutsche Führer Pg. Fritz Mielke aus Bromberg spricht über das Thema: „Der deutsche Ostraum".
In Anbetracht der hohen Bedeutung der Ausführungen des Redners ist mit Einwilligung des Kreise leiters das Erscheinen der Politischen Leiter sowie der Führer der Gliederungen und angeschlosfenerr Verbände erwünscht.
wasser und Obstsaft, an einer Stelle sogar eine Flasche Wein und eine Flasche Kognak zur Stärkung für besonders hilfsbedürftige Personen, Trinkbecher und auch geeignete Vorrichtungen für einen Notabort. Die Fenster in den Räumen sahen wir mit Asbest oder ähnlichem Material in allen Fugen gut abgedichtet, eine Leiter zum Hinaustteigen zu den Fenstern fehlte nicht, in einem Schutzraum waren statt der Leiter als besonders zweckmäßig in kleinem Schrittabstand Steigeisen in das Mauerwerk eingelassen, so daß die Benutzer dieses Schutzraumes im Gefahrenfalle über die Steigeisen an der Wand emporklettern und durch zwei Fenster den Ausgang ins Freie finden können. Diese Steigeisen kann man wohl als besonders vorbildlich ansehen, weil sie keinen Raum im Luftschutzkeller weg- i nehmen und bei ihnen nicht wie bei einer Leiter
die Bartstoppeln. Der Kopf lag schräg nach rechts und war in einer Lage erstarrt, die der ßebertbe nicht lange hätte aushalten- können. Kybanders, rasche Augen überprüften alles.
Er betrachtete die Schußwunde. Sie war groß, sah eher aus wie die Verletzung eines Ausschusses. Aber im Genick war keine Wunde feststellbar; et konnte nicht von hinten erschossen worden sein.
„Sonderbar", sagte Kybander.
„Was denn, Herr Kommissar?"
„Die Wunde ist so groß ..."; er brach ab. „Aber das muß ein Irrtum sein. Ich wollte sagen: an dieser Wunde ist er gar nicht gestorben. Das ist nur ein Streifschuß." Er gab sich einen Ruck. „Rufen Sie Dr. Zulewski herein. Die andern Her^ ren bitte ich noch zu warten."
Der Arzt kam sofort. „Sie machen die Sache reichlich geheimnisvoll, Kybander", sagte er grollend. Kybander beschwichtigte ihn. „Gar nicht, Doktor, aber ich habe es erlebt, daß sämtliche Spuren Der» wischt waren, wenn wir alle gemeinsam irgendwo eindrangen. Ich sehe mich nur vor." Er nahm ihn beiseite. „Ist der Mann an dieser Halsverletzung gestorben? Bitte, stellen Sie das fest, wenn es mögt sich ist."
„Eine Schußwunde", sagte der Arzt.
Kybander nickte zustimmend. „3a aber eine etwas merkwürdige, finden Sie nicht?"
Zulewski antwortete nicht. Er untersuchte die Leiche genau. Er entblößte sogar Carlottis Ober-, körper. Henke half ihm. Dann richtete er sich auf. Er sah den Kommissar fest an. „Sie haben recht", sagte er. „Der Mann ist nicht an dieser Halswunde gestorben. Es handelt sich um eine große, aber keineswegs lebensgefährliche Verletzung. Die Kugel steckt übrigens. Und auch das ist eigenartig. Sie steckt quer in der Wunde, Kybander!"
„Was sagen Sie, quer?"
„Ueberzeugen Sie sich, wenn Sie wollen. Ein Querschläger,' sagten wir stüher im Felde. Die Kugel hat Carlotti erst erreicht, nachdem sie vorher irgenbroo aufgeprallt war. Sie kam nicht mit der Spitze vorweg, sondern traf ihn als Querschläger. Daher die große, aber nicht einmal sehr tiefe Fleischwunde. Die Kugel sitzt zwei Fingerbreit unter der Haut. Warten Sie." Er öffnete fein Besteck. „Ich hole sie Ihnen."
(Fortsetzung folgt.)
Dienstag, 13. Februar, pünktlich um 20 Uhr ginnt im Moeser-Heim, Seltersweg 38, ein Satti- Kurs für das BDM.-Leistungsabzeichen
den Dolksgenosien aus Nachbarhäusern, zu dienen. Wie der Gemeinschaftsgeist in diesen Häusern ein gutes Werk geschaffen hat, so kann er auch in allen anderen Wohnhäusern zu dem gleichen schönen Er-- folg führen, wenn sämtliche Bewohner es sich angelegen sein lassen, durch eine Beisteuer von Material oder einen verhältnismäßig kleinen Geldbetrag, nicht zuletzt auch durch Arbeitsleistung zur Ausgestaltung des Lustschutzraumes beizutragen. Es ist dazu nicht immer die Notwendigkeit großer Einkäufe gegeben, sondern es ist auch durch die Hergabe von behelfsmäßigem Altmaterial aus Familienbesitz möglich, in ansehnlicher Weise zum vollen Gelingen einer ausreichenden Herrichtung des Luftschutzraumes beizutragen. Auf dieser Grundlage muß sich in all den Häusern, in denen für den Luftschutz und insbesondere für einen kampfstoffsicheren Schutzraum noch einiges zu tun ist, nunmehr die Gerneinschatts- arbeit aller Hausbewohner wirksam entfalten. B.
und Hemd."
„Ja", sagte Kybander. „Er muß schon lange tot sein Man erkennt bereits die Leichenflecke. Wird wohl mitten in der Nacht passiert sein." Er wandte sich um. „Fenster in Ordnung. Kem Einbruch. Es sieht auch nicht so aus, als ob etwas gestohlen worden sei. Da liegt eine Perlenkette auf dem Tisch. Siebt aus, als ob sie echt wäre." Er trat näher
„Wahrhaftig", sagte er, „sie ist echt. Ein
** Umbau im Hause Horst-Messet^ Wall 1. Seit einigen Tagen sind Bauhandwerker im Erdgeschoß des Hauses Horst-Wessel-Wall 1 (Ecke Frankfurter Straße / Horst-Wessel-Wall) mit Umbauarbeiten beschäftigt. Wie wir hören, soll dort eilt Kaffeehaus eingerichtet werden. Zu diesem Zwecke wurden in dem Hause mehrere Wände niedergelegt, so daß ein großer Gastraum entsteht. Die Fenster sollen erheblich verbreitert werden. Verschiedene Eisenträger sind bereits eingezogen worden. Die Front des Hauses soll überholt werden, so daß auch das Straßenbild eine Verbesserung erfahren wird. Die Umbauarbeiten will man beschleunigen, damit sie gleichzeitig mit der Umgestaltung des Platzes ans Selterstor abgeschlossen werden.
Es hat keinen Kampf gegeben. Carlotti sitzt noch in seinem Stuhl, er ist nicht einmal aufgestanden, als der Besucher hereinkam. Was könnte man daraus schließen, Henke?"
„Daß die beiden sich gut kannten, vielleicht verabredet waren."
„Richtig. Dann muß der Mord aber doch wohl schon gestern abend erfolgt sein. Mitten in der Nacht wird Carlottt hier niemand mehr empfangen haben."
Kybander ging durch das Zimmer. Er stieß den Vorhang, der den Raum vpm eigentlichen Laden abteilte, zurück. „Ziehen Sie doch einmal vorn die Jalousien hoch", bat er. Henke lief, den Auftrag auszuführen. Ratternd und rasselnd gingen die Eisenbleche hoch. Jemand rief laut, aber heiser krächzend: ,Lulia, ich liebe dich!"
Kybander erschrak nicht. Er hatte den Papagei schon bemerkt. Er trat an den Ständer heran. Asmus begrüßte oder wehrte ihn ab mit knallenden Flügelschlägen.
, Schade, daß du nur die paar Satze sprechen kannst", sagte der Kommissar. „Du warst sicherlich Augenzeuge und könntest uns sonst alles berichten.'
„Äsmus!" rief der Papagei.
Kybander nickte. „Asmus heißt du also. Aber das nützt wenig, Asmus." Er wandte sich ab. Henke kam wieder heran, stark beeindruckt von den Dingen, die dieser Laden barg. Kybander betrachtete sinnend den toten Mann. Dann sah er den geöffneten Schrank mit der Buddhafigur an. Bestand da ein Zusammenhang? Wenn man jemand erwartet, beschäftigt man sich häufig mit dem, was man mit dem Besuch bereden oder erledigen will. Erwartete Carlotti einen Käufer für das Buddhaschränkchen? Stand deshalb diese Figur auf dem Tisch?
Er berührte behutsam Carlottis Hand. Die Finger waren bereits steif.
Entweder lag der Mord also gut zwölf Stunden zurück oder Carlotti war zuckerkrank, daß die Leichenstarre deswegen eher eingetreten war. Das würde sich feststellen lassen.
Das Gesicht des Toten war nicht entstellt. So etwa mochte Carlottt auch im Leben ausgesehen haben. Es hatte ein wenig an Farbe verloren, aber es wies keine Züge des Grauens oder Entsetzens. Der Tod mußte ihn überrascht haben. Um sein Kinn und auf der Oberlippe sproßten stärker und dunkler
Eine der wichtigsten Kriegsaufaaden jeder Hausgemeinschaft besteht darin, den Luftschutzraum des Hauses so umfassend herzurichten, daß er im Falle der Gefahr den Hausbewohnern einen möglichst weitgehend gesicherten Aufenthalt ermöglicht. Die Schaffung eines solchen Raumes kann und soll nach den Bestimmungen des Reichsluftfahrtministeriums nicht etwa die Sache nur einer Person, nämlich des Hausbesitzers fein, sondern sie ist als eine Aufgabe der Hausgemeinschaft durchzuführen. Den geeigneten Kellerraum haben überall die zuständigen Männer des Reichsluftschutzbundes schon feit langem bestimmt. Wohl in allen Häusern sind die Herrichtungsarbeiten mehr oder minder weit gediehen, hier und da vielleicht aber noch nicht mit so weitreichender technischer Fertigkeit, wie man sie allenthalben angewandt sehen mochte. Manche Verbesserungsarbeit, die sich auf die innere Ausgestaltung des Luftschutzraumes bezieht, wird in einigen Häusern wohl noch zu leisten sein.
Wehrmachtskonzert". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Nanette". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Drei Väter um Anna".
Tageskalender für Sonntag.
Marine-Kameradschaft: 10 Uhr Monatsmusterung. — Stadttheater: 19 bis nach 22 Uhr „Die Fledermaus". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Nanette". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Drei Väter um Anna".
Stadttheater Gießen.
Am morgigen Sonntag wird die Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß wiederholt. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry Grüneke. Chöre: Richard Boeck. Tänze Thea Maaß. Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete — Nachmittags Geschloffene Vorstellung für den Theaterring der HI. (6. Vorstellung) „Die Fledermaus".
Dienstag, 13. Februar: Zum letzten Male „Cson- qor und Tünde", Schauspiel von Värosmarty. Spielleitung: Dr. Razum. Bühnenbild: Karl Löffler. 19. Vorstellung der Dienstag-Mrete.
Mittwoch, 14. Febr.: Neuinszenierung! „Toska", Oper von Puccini. Musikalische Leitung Paul Wal-
Fünf Minuten später saß er im ersten der zwei, Wagen, die den Hof des Pottzeiprasidmme m rascher Fahrt dem Westen der Staötju »erließen Dr Zulewski, der Polizeiarzt, saß bei 'hm und der Assistent Henke. Die Beamten der Mordkommisswn und der Fotograf folgten mit den Apparaten zweiten Wagen in kurzem Abstand nach.
3m Erdgeschoß des Hauses Netteimann Maße 10 hatte nur Ludwig Carlotti seinen Laden Die^Lagen hielten und Kommissar Kybander betrat gefolgt von seinen Beamten das Haus. Er durchschritt den Tor weg, denn der Laden war noch nicht geöffnet Oie Rolläden waren heruntergelassen. Aus dem Hos er-
sttaße stutzte er doch. Das war ja ganz anders geworden! Er blieb stehen und schaute ...
Da kam ein Mann vorbei. Auf Antons Frage, wo er denn eigentlich sei, sagte dieser: „Ei, in W.". „Du ... da komm ich ja her!" entgegnete Anton. Aber der andere konnte ihm beweisen, daß er doch in W. war. Jomm nur mit herüber, da ist der „Löwen", siehst du die Lichtstrahlen hinter den verdunkelten Fenstern?" Anton ging mit und stand wieder vor dem ,Löwen". Aber wie war das möglich? Noch ganz verwirrt stellte er zum dritten Male seinen Schubkarren ab und ging in die Wirtsstube. Die Wirtsfrau erstaunte, als sie Anton wieder sah, und fragte: „Warum kommst du noch einmal?" Anton bestellte sich ein Gläschen Branntwein und fing an, nachzudenken. Er konnte es noch immer nicht begreifen, daß er hier im „Löwen" saß.
Als er aber erzählte, daß er unterwegs ein wenig ausgeruht hätte auf feinem Schubkarren, da kam ' die Lösung. Ja, er hatte auf dem ersten Teil des Weges den Schubkarren gezogen, nach seinem Schläfchen aber hatte er ihn vor sich hergedruckt. Die paar Gäste, die noch im ,Löwen" saßen, brachen in schallendes Gelächter aus. Anton knurrte nur noch etwas, nahm feine Mütze und machte sich auf den Heimweg. Diesmal aber nahm er den Schubkarren so, daß er ihn vor sich herdrückte. Er kam glücklich nach Hause, wenn es auch spät geworden war. Er gab bei seiner Frau natürlich der Ber- dunkelung die Schuld.
fachen Mitteln einen Kellerraum zum vollkommen I hacke, Brechstange, Hämmer, Einreißhaken, Kisten ausreichenden behelfsmäßigen Luftschutzraum ge-! mit Sand usw. Die Luftschutzhausapotheke in voll- ftalten können, haben mir erst in den letzten Tagen ständiger Ausrüstung fanden wir in geeigneten klei- tuLk.» L « 1 CO X 11 « — —. _ O. . Li-f X . .. « m am fTO ^mXIAvamPam maf Xahi QU A AM HAtl SYY> imafaI
Aus -er Stadt Gießen.
Schubkarren und Verdunkelung.
Jeder Leser weiß, was ein Schubkarren ist. Auf dem Lande braucht ihn jedermann, um kleinere Gegenstände zu befördern. Der Kleinsiedler holt sein Futter damit, der Handwerker fährt einzelne Möbelstücke zum Käufer usw. Das Praktische beim Schubkarren besteht darin, daß man ihn drücken und auch ziehen kann. Wenn man die beiden Holme so in die Hand nimmt, daß der Schubkarren hinter einem herrollt, wie der Wagen hinter dem (Pferd, dann kann man ganz bequem einen steilen Hügel damit meistem.
Im benachbarten W. war der junge Küfer zum Heeresdienst einberufen worden. Deshalb brachten die dortigen Einwohner ihre Fässer und Bütten nach H. zu dem alten Küfermeister Anton. Er hatte wohl viel Arbeit, aber er war noch recht rüstig und erledigte auch die neuen Aufträge. Nur Zeit mußte man ihm lassen. Ab und zu nahm er einen „Kor- zen" (Branntwein). Da durfte man ihn nicht stören.
Nun hatte er wieder einmal eine Bütte ausgebessert und fuhr sie selbst mit dem Schubkarren nach W. Er lieferte sie ab, erhielt sein Geld und ging in den „Löwen", um sich noch einen „Korzen" zu genehmigen; denn es war kalt. Den leeren Schubkarren stellte er im Hofe ab. Wie gewöhnlich waren im ,Löwen" noch andere Gäste, und so kam es, daß es nicht bei einem Glase blieb.
Es war schon spät, als Anton sich auf den Rückweg machte. Als er aus der hellen Wirtsstube trat und ringsum tiefste Dunkelheit herrschte, knurrte er zuerst, da er seinen Schubkarren nicht gleich fand. Aber die Wirtsfrau leuchtete ihm und machte dann noch das Hoftor auf, damit er ungefährdet auf die Straße kam. Anton hatte feinen Schubkarren, um leichter durch das enge Hoftor zu kommen, so in die Hände genommen, daß er ihn zog. Auf der Straße ging es nun ganz flott weiter. Aber auf der Höhe, die sich zwischen W. und H. erhebt, verspürte Anton doch einige Müdigkeit in den alten Gliedern. Er stellte seinen Schubkarren ab und setzte sich darauf. Er wollte ein wenig rasten, aber bald war er ein- aeschlasen. Nach einiger Zeit wurde er von dem kühlen Wind, der vom Vogelsberg herüberwehte, geweckt. Er war ganz steif und rieb sich die kalten Hände, trat abwechselnd auf die Füße, um sich zu wärmen, und endlich wurde es ihm klar, daß er ja mitten auf der Landstraße eingeschlafen war. Da nahm er seinen Schubkarren und wollte rasch nach Hause fahren. Diesmal aber drückte er ihn.
Bald sah er die Umrisse von Häusern und glaubte, in H. zu sein. In der Dunkelheit konnte er nichts erkennen. Aber bei der ersten Biegung der Land-
7!S.-Frauenschast/Zrauenwerk.
Am Montag, 12. Februar, findet ein VDA.- Amtsträger- und Mitglieder-Appell um 15 Uhr im Physiologischen Institut statt. Es spricht der volksdeutsche Führer Fritz Mielke aus Bromberg über das Thema „Der deutsche Osttaum". Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.
Gemeinschaftsabend der Ortsgruppe Ost am Montag, 12. Februar, um 16.30 Uhr, im „Burghof". Gemeinschaftsabend der Ortsgruppe Nord am Montag, 12.Februar, um 19.30 Uhr im Cafe Ebel. Gäste sind herzlich willkommen.
Zur Abgabe von Schlachtfetten.
NSG. Durch die Aufhebung der Bestellscheinpflicht für Schlachtfette ist die Freizügigkeit beim Einkauf von Schlachtfetten gegeben. Da bei den Metzgereien des Wirtschaftsgebietes Hessen-Nassau genügend Fettmengen vorhanden sind, ist dafür gesorgt, daß jeder Verbraucher das ihm zustehende Schlachtfett erhält. Hierbei wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß in gewissem Maße auch Speck zur Versorgung mit herangezogen wird. Der Verbraucher, der, falls kein Schmalz vorhanden ist, die Abnahme von Speck verweigert, muß damit rechnen, daß er die ihm zustehende Schlachtfettquote nicht erhält.
i Gießener Wochenrnarkkpreise.
* Gießen, 10. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10 Rpf., deutsche Kühlhauseier 10%, Kartoffeln, 50 kg 3,65 RM., Wirsing, kg 15 Rpf., Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 10 bis 12, Unterkohlrabi 7, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 35, Aepfel 15 bis 25, Birnen 20 bis 25, Hähne 1,20 RM., Suppenhühner 1,20 RM., Blumenkohl, das Stück 45, Endivien 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Rpf.
Lorliotizen
Tageskalender für Samstag.
Deutsche Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20.15 Uhr im Stadttheater „Großes
alle Anerkennung verdienen. Da sind die Türen zum Luftschutzraum mit Stoffresten und mit Dachpappe, oder einer Holzplatte, die man auf die ßattentür dicht schließend aufgebracht hat, ferner durch Bestrei- die Gefahr des Wegrutschens bei der Benutzung be- chen der Fugen oder Ritzen zwischen Tür und Wand steht. In einem anderen Luftschutzraum sahen wir bzw. in der Türfläche mit geeignetem Abdichtungs- für die Kleinsten des Hauses sogar einen Kinder- ftoff so wirksam zu einer absolut geschlossenen Masse wagen mit allen Erfordernissen bereitstehen, dane-
sonders vorbildlich in einem Raume in der Bahn- —— — —o ... .
hofstvaße, angewandt. Das Innere der besichtigten zweckmäßige Sackvorlagen, die im Ernstfall mit Chlor-, Luftschutzräume machte einen ebenso guten Eindruck kalk zu beftreuen sind, am Fuße der öcbuöraumtur wie der vorbildlich hergerichtete Zugang. Wir sahen sind weitere Mittel zur Sicherung gegen.Kampfs off. in ben teilweise sogar zwecks besserer Lichtwirkung Alle diese ^nnchtungen und die Bereitstellung weißgetünchten Räumen eine gute Deckenbeleuch- Materialien sind dem vorbildlichen Gememschaftsg J tunq, überall inmitten des Raumes einen Tisch, an der Hausbewohner zu verdanken, zum Teil find fi aber auch allem von dem Hauseigentümer angeschafft bzw. bereitgestellt worden, um sämtlichen Hausbewohnern, sogar an manchen Stellen auch noch
wahr?"
„Ja", sagte der Kommissar, .......
nahm den Hörer ab und besprachtnrnges mit ö? , 9 g g{ücf Raubmord also bestimmt nicht, denn i öffnete er die Schranktür. nahm ^cy märc keiner herumgegangen Er
Staubmantel heraus und setzte de abcr immer noch nichts an. „Ludwig
. - 'Carlotti dürfte von seinem Mörder Überrascht wor-
' den sein", fuhr er fort. „Sehen Sie m< Henke, er hat sich da eine Buddhafigur auf den Schreibtisch ^stellt und war offenbar in der Bettachtung ver- funken, als man ihn überfiel
Ueberfallen wurde er, glauben sie, Herr Korn- •teSTÄ LP".."x. pvs
wartete? Vielleicht war dieser Jemand der Mörder.
„Jawohl", sagte Kybander. Er sah seinen Kriminal-
r«t an. arbeiteten frit.nieten WenU« ~ ' .,,'^n'Ä^eWefünkenen Mann im Schreib- ral*?-DeÄ"erf'ten oon's^n i*ien khm nach-1 tischswht. „Dr. Zuiewski braucht sich nicht zu be- deutlich und auf sonderbare Art verstört. „Kannten eilen. ... . - - . —-
Sie etwa Ludwig Carlotti?"
, Nein", sagte Herr von Karmm und schüttelte auch noch den Kopf, heftiq blaue Wolken aus seiner qarre zur Decke schickend, „nein, keineswegs, aber es berührte mich merkwürdig. Vor fünf Minuten sprach ich mit Ihrem jungen.Freund Henke, und er wünschte sich so sehr einen Mord Ich säM« >hn weg und öffne die Tür zu Ihnen da heben Sie den Hörer ab und — erfahren den Mach. Er lachett. ein wenig, es war mehr eine seelische Verlegenheit. „Nun nehmen Sie wenigstens Henke mit, mchl


