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Jahrzehnt« später, da die gleichen Mächte wie da­mals uns ein in seinen Auswirkungen noch mel furchtbareres Versailles bescheren wollen, sich, die Verhältnisse, unter denen der Führer zu jener Zeit den Kampf begann, noch einmal vor Augen zu führen. Adolfs Hitler schreibt in seinem WerkMein Kampf" darüber unter anderem folgendes:

Sn dieser Zeit (Frühjahr 1920) erhielt der Mün­chener Hofbräufestsaal für uns Nationalsozialisten eine fast weihevolle Bedeutung. Jede Woche eine Versammlung, fast immer in diesem Raum, und jedes Mal der Saal besser gefüllt und die Menschen andächtiger! Ausgehend von derSchuld am K r i e g', um die sich damals kein Mensch küm- mert«, über die Friedensverträge hinweg, wurde fast alles behandelt, was irgendwie agitatorisch zweckmäßig oder ideenmäßig notwendig war. Be­sonders den Friedensverträgen selbst wurde größte Aufmerksamkeit geschenkt. Was hat die mnge Bewegung damals den großen Menschen- massen immer und immer wieder prophezeit, und, wie ist fast alles davon bis jetzt eingetroffen! Heute kann man über diese Dinge leicht reden oder schrei­ben. Damals aber bedeutete eine öffentliche Massen­versammlung, in der sich nicht bürgerliche Spießer, sondern verhetzte Proletarier befanden, mit dem Thema ,Der Friedensoertrag von Versailles' einen Angriff gegen die Republik und ein Zeichen reaktio­närer, wenn nicht monarchistischer Gesinnung. Man hätte seinen Kopf gegen die Wand stoßen mögen vor Verzweiflung über solch' ein Volk! Es wollte nicht hören, nicht verstehen, daß Versailles eine Schande und Schmach sei, ja nicht einmal, daß die­ses Diktat eine unerhörte Ausbeutung unseres Vol­kes bedeute."

Diese Gedanken schrieb der Führer während seiner Landsberger Festungszeit im Jahre 1924 nieder. Damals schon waren Hunderttausende sehend gewor­den, Millionen wurden es, als Wolf Hitler nach seiner Rückkehr nach München den Kamps für die Befreiung des Volkes fortsetzte. Und als am 30. Januar 1933 der Tag der Machtübernahme ge­kommen war, da war das deutsche Volt stark ge- nug geworden, um eine Fessel nach der anderen, die ihm durch Versailles auferlegt worden war, zu zerreißen. Das Saargebiet kehrte zum Reich zuruck, mit der Einführung der allgemeinen Wehr- pflicht wurde die Wehrhobeit wiederhergestellt und ein Jahr später oie Schutzlosigkeit der entmilitarisierten Rheinlandzone beseitigt. Des Führers Reichstagsrede vom 30. Januar 1937 voll­endete die Wiederherstellung der politischen Souve­ränität des Reiches und zog feierlich die deutsche Unterschrift zur Kriegsschuldlüge zurück. Die Ostmark, Böhmen und Mähren sowie das M e m e l l a n d wurden heimgeholt. Die Wieder- autmachung des dem Reich im Osten zugefügten Unrechts stieß auf den von England planmäßig geschürten Widerstand Polens, das, nachdem regu­läre polnische Truppen in deutsches Hoheitsgebiet eingedrungen waren, die deutsche Gegenaktion aus­löste und den polnischen Staat, eine künstliche Schöpfung von Versailles, binnen 18 Tagen aus- löschte.

Heute, da die Kriegshetzer in Paris und London endgültig die Maske fallen gelassen haben und mit brutaler Offenheit erklären, daß nicht die zu Beginn des Krieges verkündete Vernichtung des Hitlerismus allein, sondern die völlige Zerstückelung und Aufteilung Deutschlands ihr Ziel sei, sehen sie sich einem 90-Millionen-Volk gegenüber, das aus der Vergangenheit gelernt hat und politisch sehend geworden ist.

Das ganze deutsche Volk befindet sich setzt in einer einmütigen und geschlossenen Abwehrfront, es weiß, daß seinem rechten Kampf der Sieg be- schieden sein wird. Ueber all' unserem Tun und Handeln stehen wie ein unae schriebe ne s Gesetz die Worte aus dem Aufruf 'des Führers an das deutsche Volk vom 3. September 1939:Deutschland wird nicht mehr kapitulieren! Ein Leben unter einem zweiten und noch schlimmeren Diktat von Versailles hat keinen Sinn." D. S.

GrafEfakywiederinBudapesi

Budapest,^. Jan. (Eurovapreß.) Der unga­rische Außenminister Graf Csaky ist von Vene­dig kommend, wieder in Budapest eingetroffen. Der Minister erklärte den Journalisten:Wir arbei­ten mit Geduld undAusharren an dem Frieden. Es besteht alle Hoffnung, daß unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt werden. Meine Besprechungen mit dem italienischen Außen­minister Graf C i a n o fanden durchweg in freund« fchaftlichstem Geiste statt. Das Eraebnis unserer Be­ratungen ist in jeder Hinsicht zufriedenstellend."

Wie das christlich-nationale BlattUni Nemze- bet" meldet, erstattete Graf Csaky noch am Vor- mittaa dem Ministerpräsidenten Graf T e l e k i Bericht über seine Venediger Besprechungen und dürfte aller Voraussicht nach zusammen mit dem Ministerpräsidenten vom Reichsverweser in Audienz empfangen werden. Auch werde baldigst ein M i n i st e r r a t zusammentreten, dem Graf Csaky über die Ergebnisse seiner Besprechungen be­richten werde. Die ungarische Telegraphenagentur unterstreicht die Feststellung, daß ,Ztaliens und Un­garns Beziehungen zum Reich unver­ändert die besten sind". Besondere Bedeu- tuna legt man auch in politischen Kreisen dem be­vorstehenden Besuch von Matschet in der un- aarischen Hauptstadt bei, der für Jugoslawiens ab­solute Neutralität und engste Beziehungen mit Un­garn und Italien ist. In italienischen Kreisen betont man erneut, daß Italien und Ungarn gegen ein« Ausdehnung des Konfliktes sind.

Griechenland

schafft sich neuen Siedlungsboden.

Athen, 9. Jan. (Curopapreß.) Nach einer Mit- teilung des Generalgouverneurs von Mazedonien wurden mehr als 6000 Hektar Ackerboden, bte aus der Trockenlegung des Sees von Pan­nit sa gewonnen wurden, an besitzlose Bauern ver­teil. Auf die künftigen Bewässerungsmöglichkeiten wurde hierbei Rücksicht genommen. Im nächsten Jahr soll diese großzügige Siedlungsaktton fort­gesetzt und das ganze trockengelegte und entsumpfte Gebiet des Pannitsa-Sees und der Sumpfregionen des Loudias-Flusses von Bauern besiedelt werden. Es handelt sich um ein Gebiet von 30 000 Hektar, das dem Wasser abgerungen wurde. Nach der Trockenlegung war noch die schwierige Aufgabe zu lösen, den Boden von den zahllosen Wasserpflanzen zu befreien.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels sprach zu den Intendanten der Reichssender über die propa­gandistischen und politischen Aufgaben des Groß- deutschen Rundfunks und gab den Führern der Kriegsberichter - Formationen und den

Sachbearbeitern der drei Wehrmachtsteil« nach kur­zen Fachreferaten über Presse, Rundfunk und Film Anregungen für ihr« weiter« Arbeit.

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Im Rahmen der angekündigten Dersuchsflüge auf der ab 21. d. M. aum planmäßigen Luft­verkehr vorgesehenen Strecke Berlin Moskau traf Dienstag mittag das erst« sowjet- russisch« Verkehrsflugzeug in Berlin ein. Es war auf feinem Fluge planmäßig in Minsk, Bialystok und Königsberg zwischengelandet. Auf dem gleichen Wege wird die Maschine am morgigen Mittwoch wieder nach Moskau zurückfliegen.

Der französische Ministerpräsident D a l a d i e r hat sich am Sonntagnachmittag den Fuß gebro­chen. Es handelt sich, wie versichert wird, um einen

leichten Unfall, der Daladier nicht an der Aus- Übung der Regierungsgeschäfte verhindern werde.

Wie das britische Lustfahrtministerium mitteilt, wurde auf Empfehlung des Kriegskabinetts ein neues Kommando derRoyal Air Force" errichtet, dem a l l e E i n h e i t e n d e r b r i t i s ch e n L u f t- waffe in Frankreich unterstellt sind. Das Kommando trägt die BezeichnungBritish Air Force in France". Zum Kommandeur wurde der Luftmarschall A. S. B a r r a t t ernannt.

Der amerikanische UeberseedampferManhat- t a n", der von den britischen Behörden in Gibraltar angehalten und durchsucht worden war, ist mit 200 Passagieren und 2000 Postsäcken in Genua ein» getroffen. Nach einem Abstecher nach Neapel wird das Schiff am 15. Januar wieder nach Neuyork zurückkehren.

Das Scheitern der amerikanischen Handels- vertragsverhandlungen mit Argentinien.

Berlin, 9. Jan. (DNB.) DerDeutsche! D i e n st" meldet: Nicht erst seit Monaten, sondern bereits seit einigen Jahren waren die Vereinigten Staaten bemüht, mit Argentinien zum Abschluß eines Handelsvertrages zu gelangen. Trotz zahlrei- ch«r Unterbrechungen waren die Verhandlungen immer wieder ausgenommen worden und besonders nach dem Ausbruch des Krieges in Europa glaubte man in Amerika, günstige Umstände für einen Ver­tragsabschluß zu haben. Nach den zuversichtlichen i Kommentaren, die in den letzten Wochen in der amerikanischen Wirtschaftspresse erschienen waren, mußte daher jetzt die Meldung vom ergebnislosen vollständigen Abbruch der amerikanisch-argenti­nischen Wirtschaftsverhandlungen etwas überraschend wirken.

Es ist bekannt, daß eines der Haupthindernisse bet den Verhandlungen die amerikanisch« Weige­rung einer Gewährung größerer Ein- fuhr kontingente für argentinische landwirtschaftliche Erzeugnisse, be- onders für Gefrierfleisch, bildete. Obwohl in den letzten Jahren verschiedene Vorstöße im ameri­kanischen Senat gemacht wurden, war es nicht mög­lich, den gegen derartige Zugeständnisse sich richten­den Widerstand der amerikanischen Farmerkreise zu brechen. Da aber anderseits Argentinien feine überschüssigen Devisen für einseitige Käufe in den Vereinigten Staaten zur Verfügung hat und aus diesem Grunde schon vor längerer Zeit eine starke Drosselung der amerikanischen Ein­

fuhren verfügen mußte, waren nunmehr keinerlei Möglichkeiten für eine Einigung mehr gegeben.

Es ist bezeichnend, daß es gerade den Vereinigten Staaten trotz jahrelanger Bemühungen nicht gelun­gen ist, zu Wirtschaftsoereinbarungen mit Argenti­nien zu gelangen, nachdem von amerikanischer Seite den südamerikanischen Ländern ständig unter Ein­satz großer propagandistischer Mittel die Vorteile eines Handelsaustausches zwischen den Vereinigten Staaten und Südamerika und die angeblichen Nach­teile des Derrechnungshandels dieser Länder mit Deutschland dargestellt wurden. Nunmehr hat sich jedoch deullich gezeigt, daß die Vereinigten Staaten überhaupt nicht in der Lage sind, land- wirtschaslliche Erzeugnisse, die wichtigsten Ausfuhr­güter der südamerikanischen Länder, aufzunehmen, und die argentinische Presse erklärt deshalb jetzt mit Recht, daß Argentinien nicht kaufen könne, wo es nichts ve'rkaufen könne.

Mit dieser Feststellung ist das Bestehen des deutschen Verrechnungsverkehrs mit den südamerikanischen Ländern, das sich für beide Partner als überaus vorteilhaft erwiesen hat, glänzend gerechtfertigt worden. Aucb das Scheitern der amerikanisch-argentinischen Wirt­schaftsverhandlungen ist ein Beweis für die Tat­sache, daß nutzbringend« Handelsbeziehungen nur zwischen Ländern möglich sind, die sich gegenseitig natürlich« Voraussetzungen für einen stetigen Warenaustausch bieten können.

Oie deutschen Zahlen stimmen.

Die Erfolge der deutschen Seekriegführung zwangen zur Beschlagnahme der britischen Handelsflotte.

Rom, 9.Jan. (DNB.) Die wahren Gründe für di« Beschlagnahme der gesamten bri­tischen Handelsflotte werden vomM"s- faggero" aufgedeckt. Das Blatt betont, die engli^e Regierung habe sich wegen der großen Er­folge der deutschen Seekriegführung zu dieser Maßnahme gezwungen gesehen. Allem Anschein nach könne man den seit Kriegsbeglnn verlorenen englischen Schiffsraum mit Sicherheit auf eine Millionen Tonnen ansetzen. Churchill werde selbstverständlich leugnen, daß die britischen Schiffsverluste die Zahl erreichten, di« Deutschland belegen könne. Was der Erst« Lord der brittschen Admiralität aber auch immer darüber sagen möge, es gebe für den außergewöhnlichen Beschluß der Beschlagnahme der gesamten Handelsflotte nur die einzige Erklärung, daß die deutschen Zahlen stimmten und die außergewöhnlichen Maßnah­men durch die bisher erlittenen Verluste bedingt seien.

Auch könne man daraus auf die wohlbegründete Angst schließen, daß weitere, noch schwerere, nicht roieoer gutzumachende Verluste folgen werden. Hinzu komme, daß England zu Anfang des Krieges b e - reits eine Million Tonnen weniger Schiffsraum besaß als zu Beginn des Welt­krieges und die Leistungsfähigkeit der englischen Schiffswerften nicht mehr die von früher sei.

Ein« weitere Schwierigkeit sei Frankreichs un­genügender Schiffsraum, der schon in Friedenszeiten nicht ausreichte und erst recht Nicht den Erfordernissen der jetzigen Krieg-zeU gerecht werde.

Der Handelskrieg hab« verheerende Folgen für di« englischen Seetransporte und richt« in doppelter Hinsicht größte Verwirrung an: einmal durch di« Schiftsverluste und zum anderen durch die notwen­dig gewordene Umstellung in der englischen Schiffahrt. Dor dem Krieg« habe England Milch, Butter, Käse und andere Lebensrnittel aus Holland und Dänemark bezogen, heute müsse es sie aus zehn- bis zw anzi am al so weitentfern­ten Ländern wie Kanada und Australien be­ziehen. Ein Schifs, das jährlich 20 Fahrten durch­führen konnte, könne heute nur noch deren zwei machen. England besitze zwar noch 16 Millionen Tonnen Schiffsraum, aber vom Gesichtsvunkt der Nutzbarkeit seien es nur noch fünf oder sechs Mil­lionen. Dazu komme noch, daß die Ausnutzung des Schiffsraumes auch durch das langsame und schwer­fällige System der G e l e i t z Ü g e und viele andere Einschränkungen beeinttächttgt werde, zu denen die britische Handelsmarine wegen der kühnen Unter­nehmungen der U-Boote, der Angriffe von Flug­zeugen und der gewalttgen Minengefahr gezwungen sei.

Klägliche Rechtfertigungsversuche Chamberlains.

Amsterdam, 9.Jan. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain hat im Londoner Rathaus eine Rede gehalten, die in ihrer Jnhaltlosigkeit und Hilf­losigkeit der Argumentierungen nur den Rück­schluß bestätigt, der aus dem Rücktritt des jüdischen Kriegsministers Hore-Belisha auf die Mißerfolge der britischen Regierung gezogen werden müßte. Mit der Dreistigkeit eines Dilettanten, der ohne auch nur im entferntesten die Folgen zu übersehen, sein Volk in den Krieg gegen das Reich hetzt«,ver­teidigte" Chamberlain unter falschen Zahlenangaben und schiefen Dergleichen dieErfolge" der britt­schen Seekrieaführung Und sprach heuchlerisch über das Schicksal oer Zivilisation, das an di« Fahne der brittschen Machtpolittk geheftet sei. Ebenso versuchte er wieder di« kriegstreiberische Politik der eng­lischen Regierung mit den altbekannten Phrasen zu rechtfertigen. Er verstteg sich dann sogar zu der Be­hauptung, daß das deutsche Volk die Verantwortung für die Verlängerung dieses Krieges trage.

Die in die Welt hinausposaunte imDienste der Zivilisation" erteilte Hilfe für Finnland, das von einer Macht angegriffen worden fei, mit der Deutschland ein unseliges Abkommen abgeschlossen" habe, unterstrich Chamberlain durch di« billige Der- sicherung, daß bi«englische Reaktion aus bi« in Genf angenommene Entschließung nickt eine bloß« Formalität fein werde". Er be Hauptei« bann, baß so wie Englanb auch Finnlandgegen eine Macht skrupelloser Gewalttättakeit" kämpfe An der Rebe Chamberlains Ht nur der Tatbestand als neu fest­zuhalten, daß der englische Ministerpräsident sich gezwungen sah, vor aller Oeffentfichkett die schwie. rige Lage zuzugeben, in der sich England bereits heute befindet. Er mußte dabei an das englische Volk appellieren, all die radikalen Einschränkungen, Entbehrungen und Härten in Kauf zu nehmen, die ihm jetzt noch bevorstünden.

Es ist schon ein starkes Stück, wenn ausgerechnet Herr Chamberlain, besten durch und durch verlogene Politik und dessen heuchlerische Kriegshetze es fo

weit hatten kommen lassen, daß die Polen im Ver­trauen auf den ihnen gewährten Blankoscheck Eng­lands sich zum Krieg« gegen Deutschland hinrei- ßen ließen, nunmchr den Spieß umdreht unö das deutsche Volk für di« Verlängerung des Krieges verantwortlich macht. Die nach Beendigung des Polenfeldzuges vom Führer bis in alle Einzelhei­ten spezialisierten Vorschläge für eine friedliche Neu­ordnung Europas durch deutsch-englische Zusammen­arbeit haben bei Chamberlain und seinen Freunden nur taube Ohren gefunden. Aber die Welt läßt sich durch Chamberlains nachträgliches Derlegenheits- aestammel nicht darüber täuschen, wer in Wahr­heit diesen Krieg gewollt und an gezettelt hat und sie wird di« wahren Schuldigen eines Tages uner­bittlich zur Rechenschaft ziehen. Ebenso durchsichtig ist das Tasckenspieler-Kunskstück, das der britische Premier aufführt, wönn er dasunselige Abkom­men" beklagt, das das Reich Mit Rußland abge­schlossen habe. Es ist nod) in jedermanns Erinne­rung, daß Chamberlains Vertrauensmänner Mo­nat um Monat im Moskauer Kreml anttchambrier- kn, um von Stalin und Molotow ein vermuttich nicht minderunseliges Abkommen" herauszuschla- gen. Solche plumpen Täuschungsmanöver, wie sie Herr Chamberlain nun unternimmt, können nir­gends mehr verfangen. Man ist sich vielmehr in aller Welt vollkommen darüber klar, daß es Eng­land ist, das alles unternimmt, um diesen Krieg zu einem Weltkrieg auszuweiten. Das beweist auch wieder Chamberlains zynische Bemerkung, daß Englands Reaktton auf die Genfer Entschließung zur finnischen Fragenicht in einer Formalität stecken bleiben" dürfe. Schamloser konnte sich bte britische Kriegsclique nicht demaskieren.

Frankreich hat kein Vertrauen zum englischen Heer.

Kopenhagen, 9. Jan. (Europapretz.)Fae- drelandet" schreibt über die Zustände aus der eng-

Schienenwege nach Rußland.

Bereits zu der Zeit, als Deutschland die regel­mäßige Verkehrsluftverbindung mit feinen nörd­lichen, südöstlichen und südlichen Nachbarländern wiederherstellte, hieß es, daß in kurzer Zeit auch der Flugverkehr zwischen Berlin und Moskau wieder hergestellt werden solle. Dies ist jetzt in Vereinbarungen zwischen dem deutschen Der- kehrsministerium und dem räterussischen Volkskom­missariat für Verkehrsfragen geschehen. Bereits im ersten Monat des neuen Jahres wird ein regel­mäßiger Flugverkehr zwischen den Hauptstädten der beiden benachbarten und befreundeten Ländern ein­gerichtet werden. Ueber Erleichterungen des Personenverkehrs mit der Eisenbahn werden Verhandlungen eingeleitet werden.

Bedeutsamer noch als die bereits getroffenen und noch zu treffenden Abreden über den Personenver­kehr sind die Vereinbarungen über den Güter­verkehr auf der Eisenbahn. Zu den bevorzugten Argumenten" der Westländer über die angeblich geringe Bedeutung der deutsch-räterussischen Wirt- schaftsverabredungen gehörte die Behauptung, das russische Eisenbahnnetz biete keine Gewähk für die alatte Durchführung der Lieferungen von Rohstof­fen und Agrarprodukten. Noch ehe es zu der Der- kehrsvereinbaruna kam, traten umfangreiche Trans­porte aus Räterußland an der Grenze des deutschen Interessengebietes ein. In der neuen Abmachung sind neun Uebergangspunkte festgelegt, über die sich künftig der Verkehr vollziehen soll. Da die räterussischen Eisenbahnen eine größere Spurweite haben als die mitteleuropäischen und damit auch die deutschen Eisenbahnen, ist eine Umladung am Uebergangsbahnhof erforderlich. Das hindert jedoch nicht, daß von dem russischen Ausganasort nach dem deutschen Bestimmungsort einheitliche Tarife festgesetzt werden, di« naturgemäß die Abfertigung solcher Sendungen er­heblich erleichtern. Für eine Gruppe besonders wich- tiger russischer Waren sind bereits Spezialtarife fest­gelegt worden; für weitere Waren sollen solche ausgehandelt werden. Der Zweck solcher Sonder­tarife für einzelne Warengruppen ist der, Massen­güter frachtlich geringer zu belasten als Qualitäts- güter und sie damit vor einer allzu schweren Be­lastung zu bewahren.

Das neue deutsch-räterufsische Derkehrsabkommen ist mehr als eine bloße Ersatzlösung für die früheren deuts ch-polnisch-sowjetrussischen Tarife. Es wäre falsch, die Schwierigkeiten zu verkennen, die überwunden werden müssen, um auch die neuen Abmachungen zu voller Wirksamkeit kommen zu lassen. Als Deutschland von Großbritannien «inae- kreist und schließlich mit Krieg überzogen wurde, hatte die Deutsche Reichsbahn verkehrspolitisch stark vernachlässigte Gebiete, nämlich die O st mark und das Sudetenland, dem altdeutschen Eisen­bahnnetz angeschlossen. Für Ende 1939 war der Beginn eines umfangreichen Eisenbahn­wagen-Beschaffungsprogramms ange- setzt. Der Krieg stellte ohnehin verstärkte Ansprüche an alle Verkehrsmittel. Als die deutschen Heere bann innerhalb weniger Wochen Polen eroberten, hatten sie--auch dort gewaltia« Verkehrs aufgaben zu mei­stern. Ein verstärkter Güterverkehr auf der Eisenbahn in ostwestlicher Richtung bedeutete daher für die Deutsche Reichsbahn eine außer­ordentliche Beanspruchung. Auch in der Räteunion war infolge bes stark einschrumpf enden Waren­austauschs mit Deutschland die Leistungsfähigkeit der nach Westen führenden Eisenbahnlinien nicht weiter ausgebaut worden. Die Regulierung des Eisenbahnverkehrs gestattet es, aus dem Vorhände-, nen Schienennetz und dem verfügbaren Lokomotive und Wagenpark das Höchste heraus-zuholen.

Es ist setbstverständl'ich, daß die Aufbcvuarbetten, di« Deutschland in den erweiterkn Ostprovinzen und im Generalgouvernement leistet und in Zu­kunft leisten wirb, wesentlich durch die Rücksicht aus den sich steigernden Warenaustausch Mit der Räte­union bestimmt werben. Wenn im Frühjahr 1940 bie räterussischen Ostseehäfen auftauen, wird ber Warenaustausch zwischen Deutschland und der Räteunion auch aus dem Wasserwege in Gang kom­men. In den letzten Wochen sind verschiedentlich Meldungen über den Ausbau des binnenrussischen

fischen Seite der Westftont:Es ist ein« Tatsache, baß das englisch« Expeditionsheer, das di« Eng­länder nach Frankreich geschickt haben, erst nach langer Zeit und nach durchgreifendem Training hinter der Front einen kleinen Teil der Magi not-Linie übernehmen durfte. Offenbar hat die französische Leitung nicht das richtig« Vertrauen zu Hore-Delishas Solda- t e n gehabt. Somit deutet alles Darauf hin, daß diese Demokrattsierung des englischen Heeres feine Diszi plin untergraben und damit seinen Wert als Kampftvaff« illusorisch gemacht hat. Das englische Kriegsministerium hat alles getan, um zu bluffen und bei den Neutralen di« Vor­stellung zu erwecken, daß Englands Heer bis zum i-Punkt fix unb fertig fei. Man hat Massen von Bildern gezeigt, auf denen Albions Söhne rühren­den Abschied nahmen. Das einzige, was fehlte, um richtig zu verstehen, wie schreckeinsiößend diese Sol­daten waren, ist die Unterschrift:Nach Berlin."

Hur feine voreiligen Schlüffe.

Bittere Erfahrungen

der britischen Geleitschiffahrt.

A m ft e r b a m, 10. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der Flottenkorrespondent desManchester Guardian" berichtet, mehrere Tage Seefahrt an Bord eines ber die Handelsschiffe begleitenden britischen Kriegs- schiffes hätten ihm einen Einblick gewährt in bie Lasten, die auf den Schultern der brittschen Marine in diesem Kriege ruhen. Das Schiff, auf dem er ge­fahren sei, habe seit Einführung des Konvoy- Systems ohne Unterbrechung Handelsschiffe beglei­tet. Die Erfolge des Konvoi-Systems biirften aber die englisch« Öffentlichkeit nicht über die Gefahren hinwegtäuschen, denen ber Verkehr auf See in ber heutigen Zeit ausgesetzt sei. Die Besatzungen ber Konvoi-Schiffe hörten nur sehr wenig Nachrichten. Neulich aber sei ihnen eine britische Erklärung zu Ohren gekommen, wonach ber deutsche Krieg gegen Handelsschiffe zusammengebrochen sei. Die Leute hätten sich über diese Erklärung vor La­chen geschüttelt, denn sie wüßten zu gut, wie hohl diese Nachricht gewesen fei. Es fei falsch, wenn man daraus, baß ber Feind vorübergehend seine lätigfeit etwas eingeschränkt habe, gleich den Schluß ziehen wolle, daß feine Aktion zusammen- gebrochen sei. Er glaube vielmehr, baß noch harte und sichere Schläge auf bie britische Handelsschiffahrt nieberpraffeln mürben, und baß es für bie Konvoi-Schiftahrt noch Monate schärfster Ansttengung geben werd«.