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Montag, 2. September MV

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Gießener Anzeiger

(90. Jahrgang Nr. 207

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3n drei Tagen über 100000 ART. versenkt!

Stolzer Erfolg unserer U-Boote.

133 britische Flugzeuge und 74 Sperrballone vernichtet.

Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.

Berlin. 1. Sept. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Lin Unterseeboot versenkte den modernen bri­tischen HilfskreuzerDunoegan-Laslle" von 15 000 BRT. Wit diesem (Erfolg hat die deutsche llnterseebootswasfe innerhalb von drei Ta­gen über 1 0 0 000 BRT. versenkt.

Am«, 31. August und in der Rächt zum 1. Sep­tember unternahmen unsere Kamps- und Jagd­flieger überraschende Borstötzegegendiebri- tischen Inseln. Flugplätze in den Grafschaften Kent und Essex. Hafenanlagen und Docks an der Themsemündung und in Liverpool. Luftrüstungs­werke in Wittelengland wurden mit Bomben belegt. Zahlreiche Bründe zeigten die große Wirkung der Angriffe. hierbei entwickelten sich heftige Luft­

kämpfe, in deren Verlauf llöfeindlicheFlug- zeuge abgeschosfen wurden. Das Ver­minen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

In der Rächt zum 1. September flogen britische Flugzeuge ins Ruhrgebiet und gegen Berlin ein und warfen an mehreren Stellen Bomben, die.aber nur ganz geringen Sach­schaden anrichteten. Wilitärische Ziele sind nir­gends getroffen worden. Das Abwehrfeuer unserer Flak hinderte die feindlichen Flugzeuge beim Angriff auf Berlin am Bombenabwurf über dem Stadtge­biet. Einige Bomben fielen auherhalb der Stadt in freies Gelände.

Die Gesamtverluste des Feindes be­trugen gestern 13 3 Flugzeuge, von denen 116 lm Luftkampf, drei in der Rächt durch Flakartillerie abgeschossen und 14 am Boden zerstört wurden. Es gelang ferner, 74 Sperrballone zu vernichten. 32 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Südengland und London sechs Stunden unter dem deutschen Bomberangriff.

Stockholm, 2. Sept. (Europapreß.) Die neue Woche hat mit einem Sechs-Stunden-An- griff gegen die militärischen Ziele der Hauptstadt des britischen Weltreiches begonnen. Der Angriff des Sonntags begann kurz nach Mitternacht und endete in den frühen Morgenstunden. Er hat heftige Bom­benabwürfe über den zahlreichen Flugplätzen des Südens und der näheren Umgebung von London gebracht. Flugplätze des Südwestens wurden in London amtlich als besonders heftig angegriffen bezeichnet. Sie litten bereits am Samstag unter Bombenabwürfen. Die mittelenglischen Graf­schaften blieben jedoch in der Nacht zum Sonn­tag ebenfalls nicht verschont. Noch in den frühen Morgenstunden des Sonntags waren freiwillige Feuerwehrabteilungen gemeinsam mit der Berufs- feuerwehr damit beschäftigt, Brände zu löschen, die durch die Akttonen der deutschen Luftwaffe entstan­den waren. Auch in diesen Grafschaften richteten sich Angriffe der deutschen Maschinen in erster Linie gegen Flugplätze und dann aegen Eisen­bahnlinien, Bahnhöfe und andere militärisch wichtige Punkte. Der britische Nachrichtendienst er­klärt, daß die deutschen Angriffe in verschiede­nen starken Wellen erfolgten, und daß sie das schwer st e darstettten, was diese Gegend Englands bisher überhaupt erlebt habe. Schon jetzt ist bekannt, daß zahlreiche hauptverkehrs- st r a ß e n durch Bombenkrater so s ch w er m i t - genommen wurden, daß der Verkehr für ge­raume Zeit ruhen dürfte.

Das Luftfahrtministerium spricht von dem ersten Samstagangriff als Massenangriff gegen Südeng­land. Die Angriffe dauerten im übrigen den ganzen Vormittag an, heißt es weiter, und beschäftigten die englischen Jagdflugzeuge auf das heftigste. Die Luft- abwehrbatterien versuchten, Sperrfeuer zu legen, jedoch gelang es mehr als hundert deut­

schen B o m b e n m a s ch i n e n und Jägern, die englische Südküste zwischen North Soreland und Dungenes zu überfliegen, wobei sie englische Flug­häfen in der Grafschaft Kent und der Grafschaft Surrey unter Feuer nahmen. Die Maschinen hatten kaum ihre Bomben abgeworfen und den Rückflug angetreten, als eine neue Formation be­stehend aus etwa fünfzig deutschen Maschinen die Küste in nördlicher Richtung überflog. Eine Stunde später setzte eine neue Welle zu einem Angriff gegen Schiffe in der Themsemündung an. Bei dem vierten und bisher heftigsten Luftangriff gegen die genannten Grafschaften und London sollen sich stel­lenweise fünfzig deutsche Maschinen in der Luft be­funden haben.

Der Korrespondent vonSagens Nyheter" erklärt in seinem Bericht aus London: Das Knattern der Maschinengewehre, das Bellen der Flak und die Bombenexplosionen, dies alles mischt sich zu einem gewaltigen Konzert, das gut mit einem starken Ge­müter verglichen werden kann. Der Flugalarm ver­lief programmgemäß und dauerte bis zum Morgen­grauen. Man kann gut sagen, daß der Angriff der bisher heftig st e war. Es werde berichtet, daß zahlreiche deutsche Maschinen beinahe die ?a n z e Nacht über Londonhin - und Her- re u z t e n. Der erste Luftalarm am S a m s t a g - morgen sei gekommen, als gerade der Strom der arbeitenden Bevölkerung "Londons in die City ein­gesetzt habe. Aber weder bei diesem ersten Luft- alarm noch bei den späteren habe man irgendwelche Flugzeuge über London selbst sehen können. Erst des nachmittags fei eine Vorstadt angegriffen worden, und da sei der Luftalarm später gekommen.

Der Londoner Korrespondent vonSvenska Dagbladet" schreibt:Tag und Nacht erlebt England Luftangriffe, in London ist die Zahl der Luftwarnungen im Laufe von 24 Stunden fast

ebenso lang wie die Zahl der Pausen. Am Freitag hatten wir vier Warnungen, am Samstag sechs, und niemand würde sich wundern, wenn es noch mehr werden würden. Seit geraumer Zeit kommen die deutschen Maschinen fast regelmäßig zwischen 9 und 10 Uhr und bleiben dann b i s zum Morgengrauen über der Hauptstadt." Man wisse aber nicht, ob es sich nun tatsächlich um die große Lustoffensive handele oder um vorbe­reitende Aufklärungsflüge. Bei Tage kämen die deut­schen Flugzeuge zu den verschiedensten Zeiten, ein­mal von der einen Seite, ein paar andere Maschi­nen von einer zweiten Seite und schließlich eine dritte Gruppe von wieder einer anderen Seite. Des nachts hindurch kreuzten sie unaufhörlich über der Hauptstadt. Das englische Luftfahrtministerium hat Sonntag morgen 9 Uhr ein Kommunique veröffent­licht, in dem bestätigt wird, daß bei den deutschen Luftaktivnen der letzten 24 Stunden umfang­reiche Industrieanlagen im Nordwesten und Nordosten des Landes vernichtet worden sind. Stellenweise sind die Brände am Sonntagmor­gen noch nicht gelöscht gewesen.

Am Sreitafl verlor der Feind 98 Flugzeuge.

Der Wehrmachtsbericht.

Berlin, 31. Aug. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Wie bereits bekanntgegeben, haben unsere Kampf­und Jagdflieger gestern mehrere über­raschende Vorstöße gegen die britische Insel unternommen. Dabei wurden auf verschie­denen Flugplätzen Hallen und Unterkünfte durch Bomben schwer beschädigt. Ein Truppenlager in Südengland erhielt mehrere Treffer mittleren Kali­bers. Im Laufe dieser Angriffe sowie beim Durch­brechen der Jagdsperre an der englischen Südküste entwickelten sich zahlreiche Lustkämpse. In der Rächt zum 31. August griffen Kampfflieger­verbände Hafenanlagen und Werke der Rüstungs­industrie in Wittelengland mit Bomben an. An der Themfemündung wurden Oellager und Docks wirksam mit Bomben belegt. In den an­gegriffenen Zielen entstanden starke Brände. Bri­tische Häsen wurden erneut vermint.

In der vergangenen Rächt setzten britische Flug­zeuge ihre Angriffe auf Berlin und andere Ziele im Reichsgebiet fort. (Eine Anzahl von Bom­ben fiel in die innere Stadt sowie in Arbeiter­wohnviertel der Reichshauptstadt. hier wie an an­deren Stellen des Reiches sind die angerichteten Sachschäden unbedeutend. Tote sind nicht zu be­klagen. (Einige Zivilpersonen sind verletzt worden.

In den Lufikämpsen des Tages wurden 93 feindliche Flugzeuge, bei den nächtlichen Angriffen ein britisches Flugzeug durch Flak und zwei durch Rachtjäger abgeschossen. Wit zwei weiteren Abschüssen durch Flakartillerie der Kriegs­marine an der Rordseeküste betragen somit die G e - samtvertuste des Gegners am gestrigen Tage 98 Flugzeuge, 34 eigene werden vermißt.

Ein Unterseeboot griff westlich der Hebriden einen stark gesicherten G e I e i t z u g an und schoß aus ihm drei feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 29 000 BRT., darunter einen Tan­ger von 12 000 BRT.» heraus.

Die wirischastliche Wiedergeburt des Abendlandes.

Eine Rede des Reichswirtschastsministers Funk zur Eröffnung der Wiener Herbstmesse.

Wien, 1. Sept. (DNB.) Im Feftfaal des Wie­ner Konzerthauses wurde die Wiener Herbst- messe eröffnet. Der Betriebsführer der Messe be­grüßte die Gäste, an ihrer Spitze Reichswirtschafts- minifter Funk, Reichspostminister Ohnesorge, Reichs- (eiter Dr Ley, Reichsstatthalter v. Schirach, den italienischen Korporationsminister Ricci, den Botschafter der Türkei, die Minister Andres und Pantitsch (Jugoslawien), Medricky (Slowakei), Dr. Varga (Ungarn), Sidorovici (Rumänien) und Richard (Schweden) sowie die Gesandten Bulgariens, Finn­lands und der Schweiz. Dann hielt Reichswirtschafts­minister Funk eine Rede, in der er erklärte:

In wenigen Tagen wird es vier Jahre her fein, daß unser Führer den zweiten Dierjahres- p I a n verkündet hat. Man hat im Ausland diese umwälzende und alle Lebens- und Schaffensgebiete umfassende Wirtschaftsordnung lange Zeit als einen sinnlosen Akt äußerster Verzweiflung hingestellt oder als Ausgeburt eines sturen und größenwahn­sinnigen Doktrinarismus verlacht. Wir haben nicht gelacht, wir haben hart gearbeitet Und der grandiose Erfolg unserer Arbeit ist heute, nach vier Jahren, vor der ganzen Welt in der eindrucksvllsten Weise evident geworden. Auf dem Gebiete der Ben­zin-, Gummi- und Zellwollerzeugung, der Eisen­förderung, der Kohle- und Stahlerzeugung, der landwirtschaftlichen Produktion und auf vielen an­deren Gebieten sind gewaltige Leistungssteigerungen vollbracht worden, die ost genug durch Zahlen be­legt worden sind. Daß die deutsche Wehrmacht heute mit den besten Waffen und der größten Luftflotte der Welt am Kanal und Atlantik steht, daß das rohstoffarme Deutschland" die großartigen Mög­lichkeiten der motorisierten Kriegführung ohne Rück­sicht auf den gewaltigen Materialoerschleiß bis zur letzten Konsequenz weit besser als seine Gegner ausnutzen konnte, das ist das Verdienst des Vierjahresplanes. Die überwältigenden deutschen Siege des vergangene Kriegsjahres wären nicht möglich gewesen, ohne diese geniale Konzeption des Führers und ihre energische und erfolgreiche Durchführung durch Reichsmarschall Göring.

Einen weiteren schwachen Punkt in der wirt­schaftlichen Kriegsrüstung Deutschlands glaubten un­sere Gegner in einem Mangel an Produk­tionskapazitäten und Arbeitskräften zu sehen. Auch diese Annahme hat sich als Trug­schluß erwiesen. Unsere Wirtschaft ist unter den Anforderungen des Krieges nicht nur nicht zu­sammengebrochen, sondern ganz gewaltig ge­stärkt worden. In dieser gewaltigen Kraftprobe zeigte es sich, daß das nattonalsozialistische Deutsch­land immer noch über Kraftreserven verfügte, wie sie ein parlamentarisch-liberalistischer Staat über­haupt nicht besitzen kann. Dabei wurde es bisher noch nicht einmal notwendig, das Allerletzte aus der deutschen Wirtschaft herauszuholen. Verschiedene besondere einschneidende Maßnahmen, die an sich im wirtschaftlichen Mobilmachungsplan vorgesehen waren, brauchen nicht in Wirksamkeit gesetzt zu wer­den. Alles dieses aber wäre nicht erreicht worden, ohne die innere Geschlossenheit und die geistige und seelische Verbundenheit der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft, das Werk der Partei.

Die R e i ch s m a r k ist heute die stabilste und sicherste Währung geworden und auf dem besten Wege, das inzwischen schwindsüchtig gewor­dene' Pfund in Europa abzulösen. Den bisher in der Londoner City manipulierten Pfund-Sterling- Standard, und das war früher auch derGold­standard", gibt es nicht mehr. Am 21. August hat die britische Regierung die Einfuhr von Noten der Bank von England mit sofortiger Wirkung gesperrt. Die Auswirkungen der Maßnahme auf Deutschland sind wegen unseres minimalen Besitzes an Pfund- noten völlig bedeutungslos. Die englische Presse selbst schreibt schon von der Einführung neuer Noten oder gar von dem Gedanken eines lieber ganges zur Dollarwährung, also einer völligen Pre i s - gäbe der Landeswährung und der Wäh­rungshoheit. Die Noteneinfuhrsperre ist das äußerste Mittel einer Devisenbewirtschaftung. Bleibt sie oben­drein noch wirkungslos, so muß die moralische Ein­buße der betreffenden Währung ungeheuer sein, hier um jo mehr, als die englischeL Pfundnoten doch

einmal in der ganzen Welt den Ruf genossen haben, so gut mie Gold zu sein.

Die deutsche Außenhandelspolitik hat im Kriege erstaunliche Erfolge erzielt. Die starke Schrumpfung des Verkehrs mit Ueberfee konnte zu einem großen Teile durch die Steigerung des Güter­austausches mit den neutralen europäischen Staaten ausgeglichen werden. Die Außenhandelsziffern der letzten Monate liegeff gar nicht viel unter dem Mo­natsdurchschnitt des letzten vollen Friedensjahres 1938. Auf der Ausfuhrfeite haben die letzten Kriegs­monate sogar ein über Erwarten günstiges Ergebnis geliefert. Besonders gut hat sich unser Außenhandel mit dem verbündeten Italien entwickelt. Dazu kommt der bedeutend vergrößerte Handelsverkehr mit Rußland und der fortschreitende Ausbau unserer Handelsbeziehungen mit Südosteuropa. Und dies bei einem festen Reichsmarkkurs. Bei den Außenhandelsziffern, die die Engländer veröffent­lichen, muß man eine mehr als 20-v. H'.- E n t w e r - tun g des Pfundkurses berücksichtigen. In England erhöhte sich der Jmporttiberschuß, während bei uns der Exportüberschuß stieg. Darüber hinaus aber haben die Engländer zur Bezahlung ihrer er­höhten Einfuhr ihre Goldbestände und Aus­landsguthaben hergeben müssen. Auch englische Kunstschätze haben zur Bezahlung von Kriegsmaterial den Weg über den Ozean antreten müssen.

Das ganze europäische Festland befindet sich heute bereits wieder in einem Zustand, in dem an den Neuaufbau herangegangen werben kann. Wenn dieser Krieg nun einmal ein Kampf der Produk­tionsapparate gegeneinander ist, so sieht sich Eng­land heute in den Achsenmächten dem Rüstungs­potential fast ganz Europas gegenüber. Der Kampf der Westmächte gegen eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen Südosteuropas mit Deutschland war ausschließlich von politischen Beweggründen diktiert. Die Südoststaaten erfannten klar genug, daß eine künstliche und von wenig Dauer versprechende Belebung des der natürlichen Grundlage entbehrenden Handels mit den West-

Ein Ehrenjahr unserer Kriegsmarine.

Von Konteradmiral a O. Tägert.

Spectemur agende zu deutsch: Nach unse­ren Taten sollt ihr uns beurteilen, so lautet ein stolzer militärischer Wahlspruch. Auch unsere junge Kriegsmarine kann ihn auf sich anwenden, heute, nach 12 Monaten Krieg, nach 12 Monaten erfolg­reichster Leistungen. Wie hochfahrend haben unsere Feinde bei Kriegsausbruch geurteilt über die win­zige deutsche Flotte! Aeußerungen wieDer See­krieg wird so verlaufen, wie wir es befehlen" ge­hörten damals zum festen Bestand der Regierungs­auslassungen, der Pressekommentare in London und Paris. Auf allen Meeren waren ja starke englische und französische Seestrritkräfte verteilt. Was ließ sich nicht alles erreichen mit der bestehenden minde­stens zehnfachen Uebermacht. Allerdings hatten die deutschen UnterseelHpte einst im Weltkriege eine fast vernichtende Rolle gespielt, aber gegen sie glaubte man sich jetzt mehr gesichert durch die einschränken­den Bestimmungen des Londoner Unterseeboots- Protokolls.

Und dennoch waren die Unterseeboote die ersten Seestteitkräfte, die drüben wirkliche Sorge mach­ten. Der Krieg hatte kaum begonnen, unsere Ver­bände im Osten holten sich gerade die ersten Lor­beeren in bett Kämpfen gegen die Westerplatte, vor Gdingen und Heia, da kam schon aus Auslands­kreisen die Nachricht, daß deutsche Unterseeboote im Atlantik 18 große Dampfer versenkt hätten. In England wurde man unruhig, aber der Erste Lord der Admiralität, Winston Churchill, wußte Rat. Alle englischen Handelsdampfer wurden bewaffnet, das alte System der Geleitzüge wieder eingeführt, der englische Kanal durch Minen gesperrt. Jetzt konn­ten die Londoner Zeitungen triumphierend berichten von tapferen Handelsschifskapitänen, die deutsche Unterseeboote in den Grund schossen und ähnlichen Heldentaten. Die Unterseeboote ließen sich aber nichts gefallen, vor ihnen war auch der stärkste armierte Handelsdampfer nicht sicher. Drüben be­gann das bekannte Gezeter über die feigen Unter­seeboote, die sich nur an friedliche Schiffe heran» tagten.

Da kam am 17. September die Nachricht von der Versenkung des FlugzeugträgersC o u r a g e o u s" durch ein deutsches Unterseeboot. Trotz stärkster Sicherung hatte der Kommandant, Kapitänleutnant Schuhart, das 22 000 Tonnen große Schiff mit 600 Mann Besatzung in den Grund gejagt. Vier Wochen später lief das Boot des Kapitanleutnants Prien in den nach englischer Ansicht durch Minensperren modernster Art unangreifbar gemachten Hafen von Scapa Flow ein, versenkte bas Schlachtschiff

möchten um den Preis einer Lockerung der orga­nischen Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland ihnen zum Verhängnis werden müsse. Es ist ein beacht­liches Zeichen für die Lieferfähigkeit der deutschen Industrie mitten im Kriege, daß die Ausfuhr, die auch viele kriegswichtige Güter umfaßt, im Durch­schnitt erheblich stärker gestiegen ist als die Ein­fuhr. Diese erfreuliche Ausdehnung des Handels zwischen Deutschland und Südosteuropa wird sich nicht als kurzlebige Kriegskonjunktur erweisen. Die Landwirtschaft Südosteuropas wird die deutsche Landwirtschaft, die deutsche Industrie wird die In­dustrie Südosteuropas in zweckmäßigster Weise er­gänzen. Das wird die Südoststaaten nicht hindern, diejenigen Industriezweige, für die in ihren Län­dern die wirtschaftlichen Grundlagen vorhanden sind, weiterhin auszubauen. Es wird sie auch nicht hindern, mit anderen Ländern Handel zu treiben.

Der Wohlstand der Südoftvölker ist auch ein deutsches Interesse. Um die inneren Probleme der jungen Staaten haben sich die Westmächte nie ge­kümmert. Deutschland hat nie daran gedacht, den Südosten ausschließlich als Rohstoffbasis zu be­nutzen, sondern diese Länder zu einem stabilen Glied der europäischen Ordnung zu machen. Unter dem Einfluß des ständig wachsenden Warenaustausches ist ein System der wirtschaftlichen Zusammenarbeit entstanden, das in vieler Beziehung die Formen der wirtschaftlichen Solidarität vorwegnimmt, die ganz Europa wird pflegen müssen, wenn es die Chance richtig ausnutzen will, die ihm der deutsche Sieg über das absterbende, nicht mehr funktionsfähige, lebensfeindliche liberale englische System verschafft hat. An die Stelle eines überspitzten Autarkismus muß zwischen den Ländern des europäischen Rau­mes, die durch Lage und Struktur zu einer wirt­schaftlichen Schicksalsgemeinschaft verbunden sind, zum Nutzen aller eine gesunde Arbeitstei­lung Platz greifen. Diesewirtschaftliche Demobili­sierung" wird auch einen Abbau der Handelshemm­nisse und eine Stabilisierung der europäischen Wäh­rungen möglich machen. Der französische Imperialis­mus und die antteuropäifche Politik Englands ha­ben es verhindert, daß die europäischen Volker eine politische, kulturelle und soziale Lebensgemeinschaft bilden konnten. Nach der siegreichen Beendigung dieses Krieges wird die Bahn frei fein für die so lange vergeblich ersttebte Neuordnung Europas nach nationalen und kontinentalen Notwendigkeiten. Wenn das unselige Diktat von Versailles sich auch Friedensvertrag" nannte, in Wahrheit war es ein Totengerippe, das den Kontinent erwürgte, die Menschen verzweifeln ließ und jenes destruktive (Spinti'fieren über denUntergang des Abendlan­des" aufkommen ließ. Heute steht (Europa an einer geschichtlichen Wende, aber nicht zum Untergang, sondern zu einer lichtvollen Wiedergeburt des Abendlandes. Die beiden großen einmaligen Men/fchen, die das Schicksal des Kontinents in ihren Händen halten, unser Führer und der Duce, wer­den die europäischen Aufgaben im Sinne und im Geiste der von der nationalsozialistischen und der faschistischen Revolution erkämpften politischen und sozialen Neuordnung losen und den Völkern Euro­pas Frieden, Glück und Wohlfahrt sichern»