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Samstag, 2./Sonntag, 5. März 1940

M. Jahrgang Nr. 53

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Giehener Anzeiger

«r-Äw General-Anzeiger für Oberhessen S<f| «iehen.^chuIftratz-7-^

kriegführung zu unternehmen.

durch einen solchen kann die gemeinsame

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Keindflug am Geburtstag der Luftwaffe.

Kriegsschiffe, Geleitzüge und bewaffnete Handelsdampfer erfolgreich angegriffen

(PK.) lieber den Flugplätzen an der Nordseeküste wölbt sich ein klarer Sternenhimmel, aus dem in den Morgenstunden die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne hervorbrechen: Sie künden den 1. März 1940, den Tag, an dem vor fünf Jahren unsere stolze Luft­waffe geschaffen wurde, die heute angetreten ist zum Kampfe um Deutschlands Freiheit, eine vernichtende Waffe gegen England, das den Frieden verbreche­risch störte. Kurz nur ist diesmal die nächtliche Rast. Monteure und Warte eilen auf den Platz, entfernen die Schutzhüllen von den Flugzeugen, und dann heulen die Motoren auf. Um den breiten Kartentisch im Befehlsgebäude der Staffel haben sich die Be­satzungen versammelt. In Winterkombinationen und Pelzstiefeln erwarten sie den Befehl zum er st en Feindflug am 1. März 1940. Der Tommy soll es am eigenen Leibe spüren, was Deutschlands Luftwaffe in fünf Jahren geschaffen hat. Der heutige Feindflug verpflichtet.

Vereinzelt hängen Nebelfetzen wie kleine Watte­bäusche an den Rändern des Platzes über den Wäldern. Verschwunden ist der Schnee. Nur das Thermometer zeigt unter dem klaren Winterhimmel einige Grade unter Null. Ein dunkler Schatten löst sich jetzt aus der Dunkelheit, die englische K üst e^ an der entlang es hoch gegen Norden«

Es wird Herrn Koht nicht unbekannt sein, daß es die Maßnahmen der britischen Ad­miralität sind, die Gefahren heraufbeschworen haben, denen so manches neutrale Schiff zum Opfer gefallen ist. Wenn die Gefahren, die dieser von England hervorgerufene' Zustand mit sich bringt, auch norwegische Schiffe betrifft, so täten Herr Koht und seine Presse besser daran, ihre Beschwer­den an die Londoner Adresse zu richten, denn die Seekriegführung Churchills dürfte sie in­zwischen belehrt haben, wem die Neutralen diese Opfer zu verdgnken haben. Die deutsche Seemanns­ehre dagegen steht über den beleidigenden Aus­fällen einiger norwegischer Blätter.

vorbei am Firth of Tay, an Aberdeen, über die vereiste Bucht des Morray-Firth und dann über den nördlichsten Punkt der englischen Küste hinausgeht, über Duncansly Head bis zu den Orkneys.

Da unten westlich der Inseln tauchen dunkle Punkte auf, die sich beim Näherkommen als statt­licheKähne" entpuppen.

Die Wahl ist bald getroffen, als ein engli­scher 2000-Tonner angesichts der englischen Küste das Flugzeug mit Geschützen zu beschießen beginnt. Es riecht nach Bomben, der englische Ka­pitän sucht schon sein Heil in der Flucht. Auch die anderen Schiffe gehen auf Höchstfahrt: Deutlich ist die helle Bahn der Heckwellen in den hochgehenden Wogen der Nordsee zu erkennen.

Mit gedrosselten Motoren fliegt das Flugzeug über dem Briten, dessen Besatzung in kurzer Zeit die Rettungsboote hinunterhievt. Die Mannschaft steigt ein. Mit schnellen Bewegungen vergrößert sie den Abstand von ihrem Schiff, als fürchte sie, von dem Sog des untergehenden Dampfers mit in die Tiefe gerissen zu werden.

Minuten nur dann braust die deutsche Kampf­maschine erneut über dem jetzt ausgestorbenen Dampfer, der steuerlos in der See treibt. Backbord steuert unser Flugzeugführer nun den zweiten An­flug. Ruhig fast fliegt die Maschine über dem Schiff, als die erste Bombe pendelnd in die Tiefe stürzt, dicht neben dem Schiff ins Wasser. Eine yiächtige Wassersäule spritzt hoch. Ein neuer Anflug, wieder von Backbord aus, und das Schicksal des Schiffes ist besiegelt. Mitschiffs muß die Bombe gesessen haben. In der Luft noch glaubt man, das Donnern, Krachen und Splittern des auseinanderberstenden Schiffes zu hören. Als das Flugzeug dann noch eine Schleife zieht, zeigt sich die verheerende Wirkung der deutschen Fliegerbombe: Nur das Heck ist noch über Wasser. England ist um einen bewaffneten Handelsdampfer ärmer geworden.

Kurs Heimat! An Bord herrscht Hochstimmung! Und als wir nach Hause kommen und hören, daß auch die Kameraden Erfolg gehabt haben, ist die Freude doppelt groß. So hat der Tag wieder die überlegene Kraft her deutschen Luftwaffe gezeigt. Die Heimat kann erneut stolz sein auf unsere junge, kampferprobte Luftwaffe, die in fünf Jahren unter Führung Hermann Görings in härtester Arbeit Un- vorstellbares geleistet hat. Auch amTag der Luft­

waffe 1940" hat sie ihre Einfatzfreudigkeit und ihren Kampfeswillen durch die Tat bewiesen.

Peter Bohlscheid.

sammelt sind, so sind sie in den ersten Kriegs­monaten aufgezehrt worden. Der Neubau von Tank­schiffen erfordert mehr Zeit als der Neubau anderer Frachtdampfer. Die großen deutschen Erfolge bei der Zerstörung von Tankdampferraum werden sich daher immer mehr zu einer sehr ernsten Sorge unserer Gegner auswachsen.

Scapa Flow ohne Stoffe.

Winston Churchill hat sich kürzlich dazu bequemen müssen, vor der Öffentlichkeit einzugestehen, daß die englische Flotte ihre gewaltige und von der Na­tur begünstigte Basis Scapa Flow geräumt habe. Das gefällt selbstverständlich manchem Briten nicht. Churchill hat sich aber bisher geweigert, be­harrlichen Unterhausfragern Auskunft darüber zu geben, wann die englische Flotte in die Bucht von Scapa Flow zurückkehren werde. Wir meinen, sie wird dort vorerst überhaupt nicht mehr auftauchen, wie sie ja ohnehin an her englischen Ostküste nur gelegentlich und in kleinen Verbänden zu finden ist. Unseren U-Booten und Fliegern ist es zu dan­ken, daß die englische Nordfeeflotte nach der englischen Westküste abgehampft ist. Ein Kapitädleutnant Prien war es auch, der allen Sperren zum Trotz in die Bucht von Scapa Flow einfuhr und hier dieRoyal Oak" versenkte und

Der heutige Wehrmachtsbencht.

Berlin. 2. März. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Westen keine besonderen Ereignisse.

Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge über der gesamten Nordsee biszudenOrkney-In- fein durch, hierbei griffen deutsche Flugzeuge an verschiedenen Stellen englische Kriegsschiffe und in englischem Geleit fahrende Handelsschiffe erfolgreich an. Lin Schiff sank sofort, bei einem anderen wurden erhebliche Brandwirkungen feslge- slellt. Weitere vier Schiffe sind durch Bomben so schwer getroffen worden, daß ihrVerluslwahr- s ch e i n l i ch ist.

Nach einem Nachlflug über Nordwestdeutschland flog ein feindliches Flugzeug am I.Wärz morgens bei Nymwegen über niederländisches hoheits- gebiet zurück.

Das Ritterkreuz ür Kapitanleutnant Schultze.

Des Führers Anerkennung für die erfolg­reichen U-Boot-Fahrten.

Berlin, 1. März. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing heute in Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegs­marine den Kapitänleutnant Herbert Schultze und überreichte ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Der Führer sprach hier­bei seine Anerkennung aus für hie von Kaptän- leutnant Schultze und her Besatzung seines Unter­seebootes bei seinen erfolgreichen Feindfahrten be­wiesenen vorbildlichen Leistungen.

Norwegische Beschwerden an die falsche Adresse.

Oslo, 1. März. (DNB.) Auf eine Anfrage

dieRepulse" beschädigte. Scapa Flow ist heute leer. Die Flotte desmeerbeherrschenden" England hat sich einen anderen Schlupfwinkel suchen müssen.

Englischer Abgeordneter vom Intelligence Service ermordet

Weil er gegen den Krieg mit Deutschland war.

klärte her norwegische Außenminister Koht Storting, daß Norwegen durch den Krieg bisher 50 Schiffe von einer Gesamttonnage von 110 000 Bruttoregistertonnen verloren habe und daß habet 350 norwegische Seeleute unb Passaaiere umgekommen seien. In hiesem Zusammenhang glaubte Herr Koht bemerken zu müssen, haß Nor­wegen beabsichtige, hemnächst entsprechende Schritte in Berlin wegen her deutschen See-

päische Zivilisation gerettet werden."

Sir Charles Cayzer wurde wenige Tage nach dieser tapferen Rede aus her englischen Armee ausgestoßen. Dagegen konnte ihm her Unterhaussitz nicht ohne weiteres aberkannt werden. Nun läßtDaily Expreß" durchblicken, daß die Ermordung Sir Charles Cayzer mit sei­ner politischen Stellungnahme in Zusammenhang stehen könnte, daß also her britische Geheim- h i e n ft den Abgeordneten unb seinen Diener kalt­blütig e r m o r b e t hat. Die Untersuchungen her Polizei haben ergeben, baß zunächst Sir Charles durch einen Kopfschuß auf mittlere Entfernung ge­tötet würbe. Durch Siefen Schuß würbe her Die­ner aufmerksam unb stürzte in bas Zimmer. Dort würbe er gleichfalls burch einen Kopfschuß getötet unb bannet) erst würbe eine doppelläufige Flinte neben bem toten Abgeorbneten niebergelegt, um vorzutäuschen, als ob hier entroeber her Abgeorb- nete feinen alten Diener unb b an ach sich selbst erschossen hätte, ober umgekehrt. Aus her Flinte ist jeboch ein Abschuß nicht nachzuweisen. In ganz Chester ist hie Empörung außerorbentlich groß. Nie- manb zweifelt baran, baß biefer Mord vom eng­lischen Geheimbienft durchgeführt würbe, um einen unbequemen Abgeorbneten zu beseitigen.

Britische Erdölsorgen

Don unserem Or. (^.-Berichterstatter.

Gumner Weltes in Berlin.

Berlin, 1. März. (DNB.) Der Unterstaats- fekretär des Ministeriums des Auswärtigen her Bereinigten Staaten von Amerika, S u m n e r Welles, traf Freitag vormittag zu einem mehr» tägigen Aufenthalt in Berlin ein. Er wird vom Leiter der Europaabteilung des Außenministeriums Jay Pierrepont Moffat begleitet. Im Auftrage des Reichsministers des Auswärtiaen hatten sich der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Weiz­säcker unb her Chef bes Protokolls Gesanbter von Dörnberg zur Begrüßung am Anhalter Bahnhof eingefunben. Auch her amerikanische Geschäftsträger in Berlin, Botschaftsrat Kirk, war mit Mitglie­dern der amerikanischen Botschaft auf dem Bahn­hof erschienen. Sumner Welles wurde vom Reichs- Minister des Auswärtigen v. Ribbentrop um 12 Uhr im Auswärtigen Amt empfangen. Bot­schaftsrat Kirk wohnte der Unterredung bei.

Amsterdam, Februar 1940.

Die deutsche Presse verzeichnete kürzlich den Untergang eines französischen Tankdampfers von mehr als 14 000 BRT. Ende Januar war unter namentlicher Aufführung der einzelnen Fahrzeuge deutscherseits eine Liste des versenkten Tankdampfer- raums veröffentlicht worden; die Summe belief sich auf rund 167 000 BRT. Einschließlich der rund 30 000 Tonnen, die von Ende Januar bis Mitte Februar versenkt worden sind, hatten die Alliierten einen Ausfall von an.nähernd 200000 BRT. Tankdampferraum. Die gesamte Tankflotte der Alliierten betrug zu Beginn des Krieges etwa 500 Fahrzeuge mit etwa 3V- Millio­nen BRT. Davon entfielen auf Großbritannien 435 Schiffe mit 2,9 Millionen BRT.

In den ersten Kriegswochen konnte man in her Presse der gegnerischen und der neutralen Länder Bettachtungen darüber lesen, daß an keinem Spe­zialtyp von Frachtdampfern selbst bei Vermeidung leglichen Verlustes ein so baldiger und so starker Mangel zu erwarten sei wie beim Tankdampfer­raum. Da Tankdampfer für nichts anderes als für die Verfrachtung von Erdöl und Erdölprodukte ver­wandt werden können, hatte man die Tankdampfer­flotte in ihrer Größe und Leistungsfähigkeit ziemlich genau dem tatsächlichen Bedarf angepaßt. Groß- ritannien hat im Jahre 1937, das man vielleicht als das letzte Normaljahr vor der Dorratswirtschaft ansprechen kann 11,2 Millionen Tonnen Erdöl und Erdölprodukte eingeführt. Weitaus der größte Teil dieser Einfuhr bestand in Heizöl (Bunkeröl) und Motorentreibstoff (Benzin). An beiden Produk­ten ist der Bedarf Großbritanniens im Kriege ge­radezu sprunghaft gestiegen, nach fachmännischer Angabe auf weit mehr als bas Doppelte. Nimmt man an, baß die internationale Tankdampferflotte bis Mitte Februar 7 v. H. verloren hat, und daß von der verbliebenen Kapazität reichlich ein Viertel für Zeitverlust bei Kontrolle und Konvoi abgerech­net werden muß, so ermäßigt sich damit die für Deutschlands Gegner verfügbare Transportfähigkeit der Tankdampferflotte auf wenig mehr als zwei Drittel des Vorkriegsstandes. Es liegt auf der Hand, daß eine in ihrer Leistung um ein Drittel herab­gesetzte Tankdampferflotte außerstande ist, das Dop­pelte an Transporten gegenüber her Vorkriegszeit

zu leisten. ,

In Großbritannien wurde im Jahre 1938 eine leb- ; hafte Debatte darüber geführt, ob bas Lanb bef her bisherigen Praxis her Einfuhr von fertigen Erböl- probuEten verharren ober aber zur Einfuhr von Roh­ölen unb feiner Verarbeitung in neu zu bauenben Destillationen unb Raffinerien übergehen solle. Für beide Möglichkeiten sprachen gewichtige Umftänbe: bie Fortbauer her Spezialprobukteneinfuhr ersparte bem Lanbe umfangreiche inbuftrieüe Investitionen unb be­ließ ben überseeischen oerarbeitenben Werken bte bis­herigen Verdienstmöglichkeiten. Auch scheute man offenbar bie Errichtung von befonbers feuergefähr­lichen Betrieben auf bem beschränkten heimatlichen Territorium. Auf der anderen Seite hätte der lieber gang zur Rohöleinfuhr eine bessere Aus­nutzung der Tankflotte ermöglicht. Wenn nämlich ein Tankschiff bisher Heizöl gelabert hatte, so erforderte der Uebergang auf Benzintransporte kostspielige und zeitraubende Reinigungsarbeiten. Auch hätte eine vermehrte Rohöleinfuhr ein besseres Lavieren in bezug auf die einzelnen Erdölprodukte, also vielleicht eine vermehrte Benzin- und Schmier­ölgewinnung auf Kosten der Heizölgewinnung er­möglicht. Anlagen für Kohleverflüssigung und damit der Erzeugung synthetischen Benzins bestehen in Großbritannien so gut wie gar nicht. Es ist selbst­verständlich, daß die britische Regierung jetzt im Kriege keine grundstürzende Umgestaltung der Erd­ölwirtschaft vornehmen kann, sondern es beim bis­herigen Zustand, nämlich bei der Einfuhr her ein­zelnen Spezialprodukte, belassen muß.

Die beiden wichtigsten Erböllieferanten Groß­britanniens waren vor bem Kriege Venezuela unb Iran; biefe beiben ßänber lieferten wett mehr als bie Hälfte aller nach Großbritannien ge- langenben Erbölprobukte. Als Großprobuzenten, bie für Großbritannien leicht erreichbar finb, kommen nur bie amerikanische Union, Mexiko unb einige w e st i n b i s ch e Inseln- (beispielsweise Trinibab) in Betracht. Aber bie beiben erstgenann­ten ßänber haben feste Lieferungsverpflichtungen gegenüber anberen Abnehmern übernommen, kön­nen also nur in begrenztem Umfang zu Gunsten Großbritanniens umbisponieren. Dazu kommt, baß sich bas Washingtoner Verbot bes Verkehrs mit Den kriegführenben ßänbern auf bie gesamte ame­rikanische Hanbelsflotte, also einschließlich bet Tank- bampfer, erstreckt. Die britischen Bemühungen, neutralen Dampferraum zu chartern, werben in Bezug auf Tankbampfertonnage beson­ders großen Schwierigkeiten begegnen, ba bie neu­tralen ßänber bringenb auf bie Sicherung ihres eigenen Bebarf angewiesen finb. Wollte Groß­britannien bie Erbölzuftchr aus Britisch- unb Hollänbisch-Jnbien wesentlich erhöhen, so würbe bas mit einer überburchschnittlichen Bean­spruchung bes Tankbampferraums erkauft werben. Rußlanb fällt felbstverstänblich als Erbölliefe- rant Großbritanniens völlig aus unb auch bie Erb- ölbezüge aus Rumänien finb nicht unbegrenzt steigerungsfähig, nachbem sich her im Jahre 1938 eingetretene empfinbliche Probuktionsrückgang auch im Jahre 1939 fortgesetzt hat.

Im Gegensatz zu Großbritannien hat Frank­reich eine umfangreiche Erbölverarbeitung; es be­zieht besonbers Erböl aus bem Irak unb baneben auch aus Rumänien unb ben Vereinigten Staaten von Amerika. Eine Unterstützung Großbritanniens durch die französische Erdölindustrie kommt jedoch überhaupt nicht in Betracht, da Frankreich den eigenen großen Bedarf decken muß. Natürlich hat man in England die Schwäche der eigenen Position unb bie Angreifbarkeit her Erbölversorgung seit langem erkannt. Soweit überhaupt Vorräte ange-

Das zweite Halbjahr.

Genau ein halbes Jahr steht das deutsche Volt in einem Kriege, ben ihm bie westlichen Plutokra- tien aufgedrungen haben in dem Wahn, sie könn­ten eine Entwicklung rückläufig machen, die Deutsch­land, durch ben zähen, unbeugsamen Willen eines Mannes und die Kraft her nationalsozialistischen Idee geeint, mit einem gewaltigen Elan heraus ge­rissen hat aus seelischer Hoffnungslosigkeit, poltti- cher und wirtschaftlicher Sklaverei und es wieder zu bem bestimmenden Faktor in dem großen mittel­europäischen Raum gemacht hat, der nach dem Recht der Geschichte, nach dem Gesetz der ßeiftung, nach den ethnographischen Gegebenheiten und wirt- chaftlichen Zusammenhängen der ßebensraum des deutschen Volkes ist. In dieser freiwilligen Begren­zung des deutschen ßebensanfpruchs auf bie Forde­rung der Sicherheit deutscher Arbeit und deutscher Kultur in dem von Natur und Geschichte gezoge­nen Bereich liegt die sittliche Überlegenheit der deutschen Stellung in diesem uns aufgezwungenen Kriege, den die westlichen Plutokratien mit brutalem Zynismus vom Zaun gebrochen haben, um den ßebensraum des deutschen Volkes in Mitteleuropa wieder in jenen Zustand her Anarchie zu versetzen, her Mitteleuropa als eigenwilligen polittfchen Fak­tor ausschaltet und den Mächten der europäischen Peripherie wieder die unbestrittene Vorherrschaft über den Kontinent einräumt, die sie vor dreihun­dert Jahren im Westfälischen Frieden begründet und im Versailler Diktat für sich erneut zu sichern geglaubt hatten. Reichsministers Goebbels hat in feiner Rede in Münster, angeregt durch den Genius loci, auf diese tieferen Zusammenhänge hingewiesen und her plutoErotischen Welttyrannei härtesten Kampf angefagt. Denn Englands und Frankreichs Kriegsziel ist ja keineswegs allein die Zerschlagung des Nationalsozialismus, um bas deutsche Volk wiederum mit den höchst zweifelhaften Segnungen einer ganz im Formalen stecken geblie* denen, innerlich hohlen und unwahren Demokratie westlichen Gepräges zu beglücken, sondern die herrschenden Kasten Englands und Frankreichs haben diesen Krieg frevelhaft angezettelt, um im Nationalsozialismus das neue deutsche Dolksreich, dessen Fundament die von Adolf Hitler seinem

dem Abgeordneten lag eine doppelläufige Flinte. Sir Charles Cayzer hat am 3. Oktober im Unter­haus erklärt:Ich war im letzten Kriege i n Deutschland als Kriegsgefangener. Ich habe am letzten Krieg teilgenommen. Ich bin auch jetzt bereit, meine Pflicht unb Schulbigkett zu tun, wie Taufenbe anbere Engländer auch. Aber ich möchte einmal genau wissen, wofür wir eigent­lich kämpfen. Ich bedauere tief, ausfprechen zu müssen, daß in gewissen Kreisen Englands z. Z. die Meinung vertreten wird, daß wir Deutschland zerstören und zerschmettern müssen. Ich glaube aber daß Schrecken unb Elenb eintreten wirb, wenn biefer Krieg anbauert. Wir haben keinen Streit mit bem beutschen Volk unb wir würben nur eine Diktatur zerstören, um eine an­bere an ihre Stelle zu setzen. Aus biefem Kriege wirb keine Gerechtigkeit entspringen. Ich appelliere an ben Premierminister, er möge einen ver­nünftigen Frieben in Europa schaffen. Nur

Amfterbam, 1. März. (DNB.) Vor einigen Tagen erschien in her englischen Presse eine kurze Notiz, baß bas Mitglieb bes Unterhauses Sir Char­les Cayzer in Kinpurnie Castle tot aufge- f unb en worben sei. Der Diener lag tot neben ihm. Beibe hatten Schuhwunben am Kopf. Neben

Kapitänleutnant Schultze war vor einigen Tagen von seiner vierten erfolgreichen Feindfahrt zurückgekehrt. Auf feiner vierten Fahrt hatte er wieder 34130 BRT. versenkt, nachdem er bereits auf den drei ersten Fahrten 80 380 BRT. feind­lichen Handelsschiffsraumes versenkt hatte. Nach her Heimkehr von seiner dritten Fernfahrt hatte er bereits das Eiserne Kreuz II. und I. Klaffe er­halten.

Herbert Schultze wurde 1909 als Sohn des Fre­gattenkapitäns a. D. Friedrich Schultze in Kiel ge­boren. Im Herbst 1928 bestand er auf der Großen Stadtschule zu Rostock bie Reifeprüfung. Nach kur­zem Rechtsstudium trat er 1930 in bie Kriegs­marine ein. Nach planmäßiger Seeoffiziersausbik büng mürbe er am 1. 10. 1934 Leutnant z. S. Bis zu seiner Verwenbung als U-Bootfahrer tat Schultze Dienst auf dem Kreuzer Leipzig" und später auf dem Kreuzer Karlsruhe". Nachdem er bereits als Seekadett auf bem KreuzerErnben" eine Weltreise mit gemacht hatte, nahm er auf der Karlsruhe" an einer Auslanbsausdildungreise teil, bie ihn 1935 bis 1936 ebenfalls um bie Welt führte. Im Mai 1937 würbe er zur U-Bootausbildung kommandiert. Seitdem hat er ununterbrochen auf U-Booten Verwendung gefunden. Seit fast einem Jahr ist er her Kommandant des U-Bootes, mit dem er und feine Besatzung jene besonderen Er­folge erzielt haben, für bie ihn nun her Führer durch die Verleihung des Ritterkreuzes auszeichnete.