finb die Verhältnisje an den großen ausländischen Fraä)tplatzen für England so ungünstig, daß immer weniger Schiffe für England eingesetzt werden können. Es ist in der letzten Zeit, wie beispielsweise in La Pla-a, vorgekommen, daß Hunderttausende BRT. von Schiffsraum für Frachten zur Verfügung standen, doch kein Schiff ging auf England fahrt. Ein kleiner Teil der dort versammelten Tonnage ist in das amerikanische und pazifische Geschäft gegangen, die übrigen blieben ohne Auftrag. Selbst für den Fall, daß ein Reeder geneigt märe, einige seiner Schiffe für eine Englandfahrt freizugeben, wird er feststellen, daß weder Schiff noch Ladung versichert werden können. Die meisten Versicherungen weigern sich, das Risiko einer Fahrt nach England zu übernehmen, oder aber die Prämien sind so außerordentlich hoch, daß ein Abschluß für den Reeder unmöglich ist. Selbst das Einspringen der britischen Regierung für die Versicherungskosten hat sich allgemein als zwecklos erwiesen, da die Besatzungen immer häufiger sich weigern , zu einer Fahrt nach England sich anheuern zu lassen. Bemerkenswert ist, daß der Reuyorker Markt schon seit Wochen nur noch Versicherungen für die englische Westküste auf der Nordatlantikroute annimmt. Die nunmehr erfolgenden Schläge gegen englische Schiffe an der Westküste und die dauernde Bombardierung der dortigen Häfen werden zur Folge haben, daß auch dieser letzte Ausweg für England fortfällt.
Eine der für die Ernährung des englischen Volkes schwierigsten Fragen bildet die Getreide- versorgung. Nachdem Südamerika schon seit geraumer Zeit keine Fracht mehr zur Verfügung stellt und die Transporte über Nordamerika mit eigener Tonnage den Bedarf nicht decken können, hat England versucht, auf dem Wege über das Schwarze Meer Getreide abzufahren und dafür namentlich den recht umfangreichen griechischen Schiffsraum zu gewinnen. Dabei haben die Engländer den griechischen Reedern gegen eine unerhört hohe Summe vorgeschlagen, die Fracht über den Suez-Kanal um das Kap der Guten Hoffnung nach England zu befördern. Doch die griechischen Reeder waren ängstlich, namentlich unter dem Eindruck der Tatsache, daß ein griechischer Dampfer, der Getreide durch Gibraltar nach USA. bringen sollte, damit es dann durch England von dem USA.= Bestimmungshafen abgeholt würde, prompt torpediert worden ist. Unter diesem Gesichtswinkel erscheint auch der von England provozierte italienisch-griechische Konflikt in einem besonderen Licht. Er sollte in erster Linie mit dazu dienen, den Briten den Raub der griechischen Handelsflotte zu ermöglichen. Völlig nutzlos sind die Bemühungen Englands geblieben, Portugal und Spanien für einen Frachtverkehr zu gewinnen. Spanien hat die britischen Angebote, die höchste Preise enthielten, glatt abgelehnt. So waren für die lebenswichtige Erzfahrt von den spanischen Häfen nach England in den letzten Wochen trotz schärfster Drohungen und weitestgehender Versicherungsangebote keine spanischen Schiffe zu erhalten.
Demgegenüber kann man in der Nord- und O st s e e f a h r t, die unter deutschem Schutz steht, einen über das Friedensmaß hinausgehenden Verkehr beobachten. Alle Frachten, die sich im Austausch zwischen Nord-, Mittel- und Südeuropa bewegen, werden resllos durchgeführt und erstrecken
ich unter dem Schutz der deutschen Waffen sogar bis zu den niederländischen und belgischen Häfen. England dagegen, das sich eine seebeherrschende Macht nennt und über eine mächtige Kriegsflotte verfügt, ist nicht in der Lage, die Versor-
Bei der Reichsstraßensammlung für das Kriegs- WHW. am morgigen Samstag und Sonntag find von der SA. der Standarte 116 folgende Veranstaltungen in Gießen zur Benutzung durch alle Volksgenossen vorgesehen:
Folgende Stationen werden in den A n - lagen, Nähe der Plockshraße aufgebaut: Handgranaten-Fensterwurf, 5 Meter für Kinder, 8 bis 10 Meter für Erwachsene, 3 Wurf 25 Rpf. Ein Treffer ein Abzeichen.
AmLotzekasten: Schießen auf 12er-Brust- ringscheibe (klein): 3 Schuß 25 Rpf., über 25 Ringe 1 Abzeichen; Schießen auf Kopffallfcheibe: 3 Schuß 30 Rpf. 1. Treffer 1 Abzeichen. Ballonschießen: jeder Schuß 20 Rpf., 1. Treffer 1 Abzeichen.
Anlage Nähe Plockstraße: Kinderreiten:
Auch wer sich nicht regelmäßig mit den Himmelserscheinungen befaßt, wird das auffällige Nebeneinander zweier heller Sterne bemerkt haben, die nach Sonnenuntergang im Südosten heraufkommen und von Woche zu Woche einen höheren Stand einnehmen, wenn wir sie abends stets zur gleichen Stunde, etwa um 21 Uhr, beobachten. Es find die beiden Riefenplaneten Jupiter und Saturn, die sich nun schon feit Juni dieses Jahres em Stelldichein geben und auch in den nächsten Monaten nahe beieinander bleiben werden. Zweimal, am 15. August und am 12. Oktober, konnten wir beobachten, wie die beiden Wandelsterne scheinbar ganz nahe zusammentraten, um sich darauf wieder voneinander zu entfernen. Eine dritte Begegnung wird im Februar 1941 stattfinden.
Daß wir die Bewegungen von Jupiter und Saturn während der ganzen Nacht verfolgen können, hat feinen Grund in der günstigen Stellung der beiden Planeten zur Sonne. Jupiter und Saturn befinden sich Anfang November im Gegenschein, das heißt genau gegenüber der Sonne. Nahezu gleichzeitig erreichen sie auch ihren geringsten Abstand von der Erde, und zwar Jupiter am 2. November mit 595 Millionen, Saturn am 4. November mit 1230 Millionen Kilometer. Wir sehen dann die beiden Planeten auf dem Höhepunkt ihrer Leuchtkraft, da sie uns nicht nur am nächsten kommen, sondern auch ihre voll beleuchtete Scheibe uns zukehren. An klaren, mondlosen Novemberabenden wird man daher schon im Feldstecher die vier großen Monde des Jupiter beobachten können. Um
qung seiner Insel sicherzustellen. Es gilt im Überseehandel bereits als verloren. Die Schiffsfriedhöfe rings um England sind der Beweis dafür, daß die Welt- und Seemacht Englands nicht die geringste Garantie mehr bieten kann.
bis zum 14. Lebensjahr 20 Rpf., Eintritt für Erwachsene 20 Rpf.
Ludwigsplatz: Station zum Morsen, Blinken und Telephonieren; Hof-Alte Klinik, Lie- bigstraße: Trage-Exerzieren des Sanitätssturms. Kaiserallee / Ecke Licher Straße: Aus- stellen von Modellschiffen.
Platzkonzerte des Musikzuges am Samstag 16.30 bis 17.30 Uhr am Kreuzplatz; am Sonntag van 15 bis 16 Uhr Ecke Plockstraße/Johan- neLstvaße. .
Alle Volksgenossen werden gebeten, diese Veranstaltungen zahlreich zu besuchen und dabei ihre Opferfreudigkeit für das Kriegs-WHW. eindrucksvoll zu bekunden.
die Ringe des Saturn zu erkennen, bedarf es freilich eines Fernrohrs mit wenigstens 50facher Vergrößerung. Das Ringfystem erscheint jetzt weit geöffnet, so daß Saturn im Fernrohr einen wundervollen Anblick bietet. Die Gesamthelligkeit des Saturn wird durch das Ringfystem auf mehr als das Doppelte vergrößert.
Zwischen Saturn und den Plejaden (Siebengestirn) finden mir mit einem Fernglas den Planeten Uranus, der bei günstigen Luftoerhält- nifsen gerade noch mit bloßem Auge erkennbar ist.
Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so eindrucksvolle Konstellation wie die der beiden Groß- planeten bilden Venus, M a r s und Merkur Ende November am Morgenhimmel. Nur wenig unterhalb der hell strahlenden Venus, die reichlich drei Stunden vor der Sonne aufgeht, steht Mars, gegenwärtig wegen feiner großen Entfernung (360 Millionen Kilometer) freilich nur ein schwacher Stern. Am 27. November zieht die Sichel des abnehmenden Mondes am Mars vorüber. Noch näher dem südöstlichen Horizont finden wir etwa vom 20. November an den meist nur schwierig zu beobachtenden Merkur; er nimmt seine günstigste Stellung eine Stunde vor Sonnenaufgang ein und übertrifft Mars an Helligkeit bei weitem.
Betrachten wir den abendlichen Fixstern- Himmel gegen 22 Uhr Ortszeit, so sind im Osten bereits die meisten der glanzvollen Wintersternbilder erschienen. Der Orion, das größte und schönste unter ihnen, ist eben über den Horizont heraufgekommen. Rechts über dem Orion leuchtet
der rötliche Aldebaran im Stier, umgeben von den weißglitzernden Hy ad en, einem .deren Stern- häufen in 130 Lichtjahren Entfernung. Den Hyaden voran eilen die Plejaden oder das Sieben, g e ft i r n. Diese Sternwolke schwebt in der vierfachen Entfernung der Hyaden, erscheint daher viel gedrängter als letztere. Beide Sternhaufen btüben überaus dankbare Objekte für den Feldstecher. Oest° lich schließen sich an den Stier an die Zwillinge mit den beiden hellen Sternen Kastor und Pollux, die am Nordrand der Milchstraße stehen.
Die M i l ch st r a ß e steigt als reich gegliedertes Lichtband steil im Osten auf. An einem mondlosen, klaren Abend können wir sie leicht durch die Stern- bilder Zwillinge, Fuhrmann, Perseüs zur Käst siopeia im Zenit verfolgen. Von hier senkt sie ich über Kepheus, Schwan und Adler nach Westen
Schickt 3Uuftrierte an die Front!
Der Frontsoldat Wirb dafür dankbar sein.
herab. Besonderen Glanz erreicht die Milchstraße im Perseus, in der W»förmigen Kassiopeia und im Schwan. Diese Himmelsgegenden sind durch einen außerordentlichen Sternreichtum ausgezeichnet. Zwischen Perseus und Kassiopeia hebt sich aus dem Sterngewimmel ein glänzender Doppelsternhaufen heraus, der viele Riesensterne aufweist. Seinen Abstand hat man zu rund 3000 Lichtjahren bestimmt.
Den Südhimmel nehmen die Herbststernbilder Walfisch, Fische, südlicher Fisch und Wassermann ein. Sie verdanken ihre „feuchten" Namen dem Umstand, daß im Frühling, wenn die Sonne in dieser Himmelsgegend steht, im Mittelmeergebiet die Regenzeit herrscht. Denn diese Namen stnd griechr- schen Ursprungs.
Der Hauptstern im südlichen Fisch, F omal. haut, ist von Beginn der Dunkelheit bis 21 Uhr tief am Südhorizont sichtbar. In großer Höhe, schon nahe dem Rande der Milchstraße, erkennen wir dw Sternlinie der Andromeda und rechts anschließend die große Pegasusfigur, aus einem Viereck, dem „Großen Tisch'", und einem Sechseck bestehend. Im Nordwesten nähert sich die bläulich strahlende Wega in dem Maße dem Horizont, wie im Osten die gelbe Kapella emporfteigt.
Der Himmelswagen im Großen Bären erreicht bei seiner Drehung um den Nordpol gegen 22 Uhr Ortszeit feinen tiefften- Stand im Norden. In dieser Stellung erscheint er besonders groß und gewährt einen prächtigen Anblick. Um die Mitte des Monats ist eine Häufung von Sterns ch n uppen zu erwarten, die scheinbar aus dem Löwen ausstrahlen und daher Leoniden genannt werden. Sie sind, da der Löwe erst nach Mitternacht auf- geht, vornehmlich in der zweiten Nachthälfte zu sehen.
Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: erstes Viertel am 7., Vollmond am 15., letztes Mertel am 22., Neumond am 29. November. '
Haupnchrtftieüer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. ©telltiemetei bei HauHtfchrittleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich rfit Poltti, und Bilder: Dr. tfr. W. Lange: für dar Feuilleton: Dr. HanS Thhrwt; für Stadt Gießen, Prvvin?, Winichaii il Sport: ErnN Blumjche ».
Druck tmo Setlag Briihliche llniveriüätsvruckerer R. Lange r, G. Bertagsleiter: Dr..Ing. Erich Hamann- Anzeigenleiter- Hanr Beck. Verantwortlich rür den In halt der Rn-eigen: Theodor Kümmel Pl.N-.S.
Gießener SA. im Dienste des Kriegs-WHW.
Zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt.
Jupiter und Saturn im Gegenschein.
Der Sternenhimmel im November.
Don Dr. Erwin Koffinna.
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