Neßler der Darmstädter Dank unterschlagenen Wertpapieren: 100 000 Mk. Zprozentige sächsische Provinzialpfandbriefe, 200 000 Mk. 3prozentige preußische Konsols, 20 400 Mk. Dresdener Bankaktien, 38 000 Mk. Anteile der Berliner Handels-Gesellschaft, 87 000 Mk. Deutsche Bank- Aktien und 71000 Mk. Diskonto-Kommandit-Anteile, welche Werte zusammen allein 700000 Mk. repräsentieren. Die Verwaltung der Bank versandte ein Lommunique, in dem eS heißt: ,Der Defraudant Neßler ist seit Oktober 1881 bei der Tank beschäftigt gewesen, seine Bezüge bei der Bank betrugen 5300 Mk. per Jahr; er hatte die Verwaltung eines Tresors, ohne Prokura der Bank zu besitzen. Der Schaden ist durch die bisher angestellten Ermittelungen auf per Saldo co. 700 000 Mk. festgestellt. Die Unterschlagungen sind durch Fälschungen einiger persönlicher Konten in Depotbüchern und Depotauszügen, welche Neßler sich zu verschaffen gewußt hat, ermöglicht worden. Die Entdeckung der Unterschlagungen aber ist in erster Linie dadurch verhindert worden, daß, wie sich in den letzten Tagen herauSgestellt hat, Neßler eine hiesige Banksirma gefunden hat, welche ihm Jahre hindurch und meist mehrfach in jedem Jahre die zur Verdeckung seiner Unterschlagungen erforderlichen An- und Verkäufe der gleichen Effekten-Kategorien vermittelt hat. Diese Banksirma hat aber überdies dem Neßler lange Jahre hindurch Zinskoupons und Dividendenscheine geliefert, und zwar die Zinskoupons in der Regel am Kouponszahlungstcrmin, die Dividendenscheine nach erfolgter Dividendenerklärung bezw. nach deren usancemäßiger Abtrennung. Neßler hat also bei dem betreffenden Bankhause lange Jahre hindurch KouponS zu einer Zeit, in welcher sie stets lediglich zur Einlösung präsentiert werden, gekauft und zwar in der Regel in Beträgen, welche genau der Summe der von Neßler an das betreffende Bankhaus verkauften und bei der Bank fehlenden Effekten entsprachen. Gegen dieses Bankhaus schwebt ein gerichtliches Ermittelungsverfahren. Die Bank hatte es ihrerseits in keiner Weise an den nötigen Kontrollen schien lasten.
• Danzig, 27. Dez. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag herrschte hier ein furchtbarer Sturm. Eine große Anzahl Dächer wurden abgedeckt, Schaufenster zer- trünunert. Die Telephonlettungen sind nach allen Seiten zerstört. Auch aus der Provinz werden große Sturmschäden gemeldet.
* Marienwerder, 27. Dez. Die „Neuen Westpr. Mitteilungen* * melden: Gestern abend brannte auf dem Bahnhof EzerwinSk das Restaurations- und Stationsgebäude vollständig aus. Der Brand entstand wahrscheinlich durch eine schadhafte Feuerung.
* Toronto, 27. Dez. In der Nähe von London (Ontario) erfolgte ein Zu s am menst oß zwischen dem Grand Trunk Chicago Expreß und einem Güterzug. Wie berichtet wird, sind fünf Personen getötet und zwanzig verletzt.
* P etersburg, 28. Dez. In Grodno wütete gestern, nachdem vorher starke Kätte geherrscht hatte, ein furchtbarer Orkan mit Gewitter. Der Orkan hat sowohl an Gebäuden als an Telegraphenstangen großen Schaden angerichtet.
* Saint Thomas (Westindien), 28. Dez. Der Dampfer .Nervington" traf am -27. Dezember, von Santa Lucia kommend hier ein und berichtet, daß, als er morgens um halb elf Uhr den Mont Pelä passierte, ein heftiger Ausbruch des Vulkans erfolgte und dichte schwarze Rauch- und Staubwolken zu einer großen Höhe emporstiegen. Nach- richten aus anderen Quellen besagen, daß während der Nacht von dem Bergkegel ein leuchtender Schein ausging.
• New -Port, 26. Dez. Der berühmte österreichische Orthopäde Prof. Dr. Lorenz, der zur Ausführung einer Operation an der Tochter des Chicagoer Milliardärs Armour nach Amerika gekommen war, tritt am 31. Dezember die Rückreise nach Europa an. Professor Dr. Lorenz erhielt nach seiner Aussage für die Operation an der Tochter Armour's 30 000 Dollars und weitere 80000 Dollars für chirurgische Thätigkeit in anderen Fällen während seines viermonatlichen Anfenthalts in Amerika.
* Die Schwester der Prinzenbraut. Fräulein Erna Adamovic, die Schwester der jungen Dame, welche der Erzherzog Ferdinand Leopold zu heiraten gedenkt, weilt seit einigen Tagen in Berlin. Fraulein Erna Adamovic ist jünger als ihre in letzter Zeit vielgenannte Schwester. Sie steht im zweiundzwanzigsten Lebensjahre und ist eine schlanke, hübsche Erscheinung. Gleich ihrer Schwester gehört
auch beredt die Vergänglichkeit aller menschlichen Macht und Größe. : . .
• * •
Ueber den Beginn der Festlichkeiten meldet uns! ein Telegramm des! Wolff'schen Telegraphenbureaus:
Delhi, 29. Dez. Heute Morgen fand hier der feierliche Einzug des Vizekönigs von Indien und des Herzogs und der Herzogin von Connaught statt. Der Vizekönig wurde bei Ankunft auf der Eisenbahnstation von indischen Fürsten, den Gouverneuren der Provinzen, Generalen und Vertretern der europäischen Einwohner empfangen. Tas Fort feuerte einen Salut von 31 Schüssen. Kurz darauf trafen der Herzog und die Herzogin von Cvnmmght ein. Nach der Vorstellung der indischen Fürsten vor den königlichen Hoheiten, setzte sich der Festzug in Bewegung und durchzog die Stadt nach dem Feldlager, wo der D u r b a r stattfinden soll. Ter Zug wurde von Tragonern und Artillerie eröffnet. ES folgten Herolde und Trompeter in prächtiger Kleidung auf Rappen, darauf die berittene Leibgarde des Vizekönigs in scharlachfarbener, goldgeschmückter Uniform, die Klassen des kaiserlichen Kadettenkorps, bar mit er die jungen Maharadschas. Taran schloß sich die Hauptgruppe des Zuges, der Vizekönig und Lady Curzon, die von Elefanten getragen wurden, sowie der Herzog und die Herzogin von Cvnnaught, inmitten des beiderseitigen Gefolges. Sodann folgten hinter 54 indischen Fürsten, die ebenfalls auf Elefanten ritten, der Groyjherzog von Hessen zu Wagen mit einer Eskorte des 15. Husarenregiments. Ten Zug beschlossen die Gouverneure der Provinzen. General Kit- chener, ein alänzender Zug von Reitern, Wgesandtcn unt> die Gefolge der indischen Fürsten auf Elefanten. Auf den Straßen und Tüchern der Häuser drängten sich große Scharen von Eingeborenen, welche den Vizekönig und die fürstlichen Teilnehmer des Festzuges mit lauten Zurufen begrüßten. Bei der Ankunft auf der Ebene verabschiedeten sich der Herzog von Cvnnaught und der Vizekönig von den indischen Fürsten und zogen in das Feldlager ein; wo der Festzug sich auflöste.
Re den weltbedeutenden Brettern an, tn Men erhielt sie ihre Lllisbilduna und war eine Zeit lang Mitglied des Jose^chstädter Tyeaters. Nachher riskierte sie den Sprung vom Brett auf das Brettl und ließ sich bet ihrem Auftreten von einem Duetttanzer akkompagnieren. Geaen- wärtig steht das Paar mtt der Leitung einer Berliner BariLtsbühne in Unterhandlungen behufs Abschluß eines Engagements.
Toteulifte für das Jahr 1902.
(Nachdruck verboten.) ES find gestorben:
h. von nicht aktiven Militärs.
General d. Inf. v. Soeben 24. 4. Lauenstein, Generalmajor a. D. Frhr. v. Enlreß-Fürsteneck 28. 5. Berlin, General der Kav. Frhr. v. Gagern 5. 6. Wien, General z. D. von Voigls-Rhetz 2. 6. Montreux, General d. Inf. z. D. von Mantey 12. 6. Dessau, General z. D. von Ditfutth 17. 6. Berlin, Generalmajor a. D. Kleemann 30. 6. München, Generalmajor z. D. Theodor Müller 10. 7. Bunzlau, Generalleutnant z. T. Wilhelm Müller 26. 7. Bteslan, General der Inf. z. d. Friedrich v. Buz 30. 7. München, General- leutnaut z. d. Franz von Berg 9. 8. München, Generalmajor a. D. Hermann von Wickede 17. 8. Warnemünde, Generalmajor z. D. Goldschmidt 18. 8. Schreiberhau, Oberstleutnant z. D. Krug von Nidda 23. 8. Berlin, Generalleutnant z. D. A. von Wurmb 12.10. Berlin, General d. Inf. z. D. Otto Ritter v. Schmidt 18. 10. München, Oberst z. D. v. Jasky 23. 10. Görlitz, Generalleutnant Georg v. Dtncklage 8. 11. Charlottenburg, Generalleutnant a. D. Burkhard v. Schmelina 14. 11. Wiesbaden, englischer Feldmarschall Sir Neville Chamberlain 17. 2. London, brasilianischer Admiral Custodia de Mello 16. 8. Rio de Janeiro, Felbmarschallleutncmt a. D. Roskiemicz 5. 8. Graz, Generalmajor Robert v. Joölson, Reitlehrer der Kaiserin Elisabeth, 14. 9. Wien, Feldmarschallleutnant Stransky, Edler v. Tresoenberg 12. 10. Mödling, Kontre- admiral William Ulrik Ritter v. Lund 15.10. Görz, brasilianischer Admiral Wandenkolk 6. 10. Rio de Janeiro, Feldzeugmeister Ludwig, Ritter v. Fröhlich 12. 11. Wien, General Colomb Führer des 17. sranzös. Armeekorps 1870/71 19. 11. Lahors.
i. Geistliche.
Superintendent D. Schirlitz, Senior der evangelischen Geistlichen in der Provinz Sachsen 1. 3. Quersurt, Präsident des Evangel.- Lucherischen Generalkonsistoriums in Petersburg Geheimrat August v. Gerte 13. 3. Petersburg, Oberkonsistorialrat Reichard 13. 4. Pofen, berühmter amerikanischer Kanzelredner Talmage 13. 4. New-Pott, Prälat der evangelischen Landeskirche in Hessen D. Habicht 19. 5. Darmstadt, brandenburgischer Oberpräsidialral v. Meusel Eitde Mai Potsdam, Geh. Kirchenrat Professor Dr. Luthardt 22. 9. Leipzig, Oberkonsistorialrat Wilhelm No8l 31. 10. Berlin, Erzbischof von Benevent Kardinal dell' Clio 18. 1. Bene- vent, Generalprokurator des Augustinerordens Kardinal Ciasca 6. 2. Rom, Prälat Karton, Führer der steyrischen Klerikalen, 9. 2. Graz, Erzbischof-Metropolitan der Moldau, Josef Nanieseo, 8. 2. Jassy, Bischof Petrus von Hötzel 9. 3. Augsburg, Metropolit von Dalmatien Erzbischof Czuperkowitsch 18. 3. Czernowitz, Fürsterzbischof v. Görz Kardinal D. Missia 24. 3. Görz, Geistlicher Rat Prof. Stahl, 1. 4. Würzburg, Domprobst D Krüger, 1. 5. Frauenburg O. Pr., Legat des Apostol. Stuhles Hubertus Simar 23. 6. Köln, Jntermmtius Tarnassl 24. 5. Haag, Oberhofprediger Prälat v. Bilfinger 26. 6. Stuttgart, Bischof von Großivardein, Kardinal Schlauch, 10. 7. Großwardein, Ehrendomherr Adolf Thomas 31. 8. Köln, Domherr Laurent 8. 9. Metz, Augustinerabt Ubald Kostersttz 3. 10. Klosterneuburg, Kardinal Moisi Maseüi 22. 11. Rom.
k. Parlamentarier.
Landgerichts rat Senestri, Führer der Zentrumsfraktion im bayerischen Landtag, 2. L Regensburg. Mitglied des Herrenhauses v. Beerfelde 20. L Schloß Sommerfeld, Reichstagsabgeordneter Graf Clemens Klinckowstroem 26. 1. Berlin, Mitglied des Herren- hauses Graf Egon v. Fürstenberg-Herdringen 3. 8. Schloß ßerbringen. Reichstagsabgeordneter Frhr. v. Hammerstein 17. 2. Führer der Hannoverschen Nationalliberalen Lauenstein 17.2. Lüneburg, Präsident btß Anhaltinischen Landtages Geh. Justizrat L» ziuS 17. 8. Köthen, Führer der Zentrumspartei ReichstagSabg. Dr. Lieber 81. 8. Camberg, ReichstagSabg. Johann Friedel verunglückt 5. 5. Zschortau, Mitglied des Herrenhauses Landrat v. Schöning 9. 5. Stargard i. Pomm., Nationalliberaler Patteiführer Rudolf v. Bennigsen 7. 8. Bennigsen, Landtagsabgeord. v. Mendel Steinfels 14. 8., Württemberg!) eher Landtagsabgeord. Maurer 16. 9. Stuttgart, Polnischer Abg. o. Chlapowski 4. 10., Reichstagsabg. Stadtrat Kauffmann 2. 10. Berlin, Vorsitzender der nationalliberalen sächsischen Fraktion Kommerzienrat Keller 28. 10. Plauen, Bayerischer Reichsrat Frhr. Ludwia v. Niethammer 28. 10. Schloß Tunzenburg, Führer der fteis. Bereinigung Heinrich Rickert 3. 11. Berlin, LandtagSabg. v. Gilgenheimb 7. 11. Weidenau, Mitglied des Herrenhauses Wirkt. Geh. Rat Hermann v. Klützow 16. 11. Didelow, früh. Landtagsabg. Geh. Jufttz- rat Elven 4. 1. Köln, früh. Reichstagsabg. und Herausgeber des „Bayrischen Vaterland" Dr. Sigl 9. L München, früherer Reichs- tagßabg. Frhr. Anton v. d. Goltz-Kallen, 19. 1. Königsberg, Parlamentarier aus der 48er Bewegung Dr. med. Kugelmann 13. L Hannover, früh. Landtagsabg. Aug. v. Liebermann 26.1. Liegnih, früh. Reichstagsabg. v. Reden 24.1. Hastenbeck, früherer Reichstagsabg. erster Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft Joh. Halben 19. 2. Hamburg, früh. Landtagsabg. Amtsgettchtsrat Sentrup 28. 3. Beckum, früh. LandtagLabg. Otto Weite, 89. 8. Nienfeld, früh. Reichstagsabg. Ernst Lauth, 3. 4. Straßburg i. E„ früh. Reichstagsabg. Wilhelm Hinrichsen 18. 4. Hamburg, früh. Reichstagsabg. Bayha 18.6. Tübingen, früh. Reichstaaspras. Frhr. v. Buol-Berenberg 4. 7. Baden-Baden, Württemb. Landtagsabg. Egger 17. 8„ früh. Landtagsabgeord. Lorenz Zimmermann 8. 10. Schlüchtern, langjähriger Alterspräsident im Reichstage Dr. Jos. Lingens 31. 10. Aachen, Mitglied des Unterhauses Str Ashmead Sartlett 18. 1. London, früh. Präsident des däniichen Folkething HögSbro 16. 1. Kopenhagen, jungtschechischer Abgeordn. Ignaz Horica 3. 4. Marseille, italienischer Senator GaStano Regri 31. 7. Vara^e.
1. Männer der theologischen und juristischen Wissenschaft.
Prof, der Theologie C. P. Thiele 15. 1. Leiden, Prof, der Theologie I. Reitsma in Groningen 27. 2., Prof, der Theologie Julius Köstlin 13. 6. Halle a. d. S., Prof, der Theologie Richard Krätzschmar 10. 7. Marburg, Strasrechtslehrer Bogdanowski 19. 1. Kiew, Rechtslehrer Prof. G. v. Mandry 30. 5. Tübingen, Strafrechtslehrer Prof. Hugo Meyer 29. 5. Tübingen, Rechtshistorcker Hofrat Julius Ficker 10. 7. Innsbruck. Prof, der Rechtskunde R, v. Maurer 17. 9. München, Jurist Ulrich Winiker 19.10. Ruswyl, Prof, der Rechtskunde Alex Nasimow 21. 10. Odessa, Staatsrechts- lehrer Geh. Justizrat Dr. L-euffett 24. 11. Bonn. (Forts, f.)
Kandel und UerKchr. Volkswirtschaft.
w. Mülheim a. Rh., 28. Dez. Die städtische Rheinwerft Hierselbst hat, um den stetig zunehinenden Schiffsund Werftkleinbahn-Güterverkehr möglichst schnell und in Ordnung abfertigen zu können, in letzterer Zeit ganz erhebliche bauliche Erweiterungen und Neubauten in ihren Anlagen erfahren. So ist die Freiladewerft um runh 650 Meter Länge weiter ausgebaut; es können dort in der schnellsten und beguemsten Weise Güter aus Rheinschiffen auf Land oder in Fuhrwerken bezw. Eisenbahnwagen und umgekehrt verladen werden. Dafür sind jetzt 7 Dampf- kraßen, wovon fünf je 4000 Kj> und zwei je 3000 Kg. Tragfähigkeit besitzen, vorhanden. Die Werftverwaltung ist nunmehr in der Sage, allen Anforderungen, die man an eine prompte und zuverlässige Verladung von Gütern stellt, gerecht zu werden.
Für die Ausladungen loser ins Schiff oder in Eisenbahnwagen geschütteter Güter, tote Kohlen, Getreide, Salz ira.ni, ftnb verschiedene Selbftgreisirr, sogimannte ^kavo-
toren vorhanden, wodurch die Ausladeleiftungen bedeutend erhobt werden können.
Außer den bereits vorhandenen Lagerräumen von 800 Quadratmeter Bo den fläche ist auf der Freiladewerft ein massives zweistöckiges Lagerhaus mit großen, Hellen und gut ventilierten Kellerräumen von je 560 Qm. benutz, barer Bodenfläche erbaut und beretts fett längerer Ze^ in Benutzung genommen.
Auch im Zollhafen sind große Erweiterungs- und Neubauten gemacht worden, darunter die aus dem Erdgeschoß, dem 1. Stockwerk und einem Hellen, trockenen und luftigen, mit Ventilation ausgerüsteten Kellergeschoß von je rund 560 Qm. benutzbarer Bodens bezw. Lagerfläche bestehende massive zollfreie Mederlage, deren innerer Aus- bau, Säulen, Träger und Decken in Beton nach dem patentierten Hennebigucschen System erfolgt ist.
Ter 42 Meter lange und 16 Meter breite massive Schuppen, in dem sich bis bor wenigen Tagen die öffentliche zollfreie Niederlage befand, wird für die Folge nur noch als Abfertigungsraum benutzt. Für die Abfertigung der mit Schiff oder Bahn ankommenden oder abgehenden zollpflichtigen Güter ist eine zweite Abfertigungsftation eingerichtet.
Der Zollbof hat Anschluß an die städtische Werftkleinbahn. Um die Verwiegung von vollständigen Wagenladungen vornehmen zu können, ist dort eine Centesttnab- Eisenbahn-Waggonwage von 40 TonS Wiegekraft ausgestellt worden. Zur Bequemlichkeit der Interessenten yat die städtische Werft-Klcinbahn-Verwaltung für die mit Begleitschein I ankommenden zollpflichtigen Bahnsendungen die Verpflichtungen, die dem letzten Warenfuhrer nach^ dem Zollvereinsgesetz obliegen, sowohl der Königlichen Steuerverwaltung als auch der Königlichen Eisen bahn direktion Köln gegenüber übernommen, sodaß auch bei diesen Sen- düngen die Empfänger in der schnellsten und entgegenkommendsten Weise bedient werden.
Zur Wetterbeförderung der Güter mtt der Stacttsbahu hat die Stadt eine Werst kleinbahn, auf der im vergangenen Jahre rund 27 500 Doppelwagen ä 10 TonS befördert worden sind, mit Anschluß an den Staatsbahn-Gitterbahn- Hof Köln-Deutz angelegt, von wo aus die sofortige Weiter- Versendung der Güter ohne Umladung und sonstigen Aufenthalt nach allen Richtungen erfolgt.
Ebenso findet der Empfang und Versand von Stückaut und Eilstuckgut sowie allen im Verkehr auf den preußischen Staats-Eisenbahnvcrwaltungen zugelassenen Gütern, Fahrzeugen, lebenden Tieren rc. vom Werftlleinbahnhof aus statt, unb steht zur Unterbringung der Stückgüter ein rund 500 Qm. großer Gitterboden im massiven Gebäude zur Verfügung. Für die Verladung von F<chrzeugen wird in kürzester Zett eine massive Laberampe gebaut, sodaß auch diese Verladungen in leichter unb bequemster Weise erfolgen können.
Besonders günstig stellt sich die Benutzung der Werst und der Werftkleinbahn für ben Güterverkehr von unb nach dem Bergischen, bem Siegerlanb, sowie dem Ober- und Niederrhern, unb werden namentlich Industrielle und Gewerbetreibende, die Rohmaterialien oder Produkte tm Schiffsumfchlagverkehr beziehen oder versenden, auf die gedachten Anlagen an der Rhetnwerst hterselbst aufmerksam gemacht.
ZnSbefondere wird auf die Vorzüge der direkten Ber» frachtuna und Weiterversenbung mtt der Eisenbahn über Die Station Köln-Deutz unb die bequemen unb zweckmäktae« Einrichtungen zum Überladen der SchiffSgÜter htnaewreftu.
Etwaige Ämfragen sind an die städtische Werftverwab tung Mülheim am Rhein zu richten, die bereitwilligst über alles Nähere Auskunft erteilt.
Kunst md Wissenschaft.
— Hermann Sudermann und da« „öffentliche Intereste". Nach bett bekannten Gegenattrkeln Maximilian HardenS, welche an Deutlichkeit allerdings nichts zu wünschen übrig ließen, hat sich Hermann Sudermann schriftlich und persönlich an Sie königliche Staatsanwaltschaft gewendet, um diese Behörde zur Erhebung der öffentlichen Klage gegen den Herausgeber der ,Bip kunst" zu veranlassen. Dieses Ersuchen ist jedoch abschlägig o<- schieden worden, „da ein öffentliches Interesse nicht Dothege4. Hermann Sudermann wurde demzusolge, wie andere gewöhnliche Sterbliche, auf ben Weg der Privatklage verwiesen, den er nun auch beschritten hat.
— Die dreiaktige Operette „Gräfin Pepi", Text von Victor S6on, Musik von Johann Sttauß (nach den beiden Operetten „Blinbekuh^ unb „SimpliciuS" bearbeitet von Ernst Reiterer) fand bei ihrer Erstaufführung im Resibenztheater zu Dresben eine sehr beifällige Aufiiahrne. AusstaUung unb Kostüme waren sehenswert. Das Operettenensemble, bas infolge bes außerorbentlichen Erfolges von Nieyer-Försters ^Alt-Heibelberg" bislang nur spärlich zu Wotte kam, hielt sich m ber Darstellung recht munter unb flott, während bie gesanglichen Leistungen mit wenigen Ausnahmen nur auf mäßiger Höhe stauben.
— Alberto Kranchetti, ber Komponist der Opern «Der- mania", „Columbus", „Asrael" u. a., kündigt zwei neue Opernwette an. Der Stoff Ses ersten ist ber attecyischen Sage entnommen unb soll eine Verschmelzung der Sagen vom Zuge der „Sieben gegen Theben", ,^OedipuS m KolonoS" unb „Antigone4 werben.
— Maurice Maeterlinck hat, wie das „Athenaeum" berichtet, zwei Dramen beendet, bie währenb ber Sommersaison m Paris aufgefühtt werben. Das eine, „Pitts", behanbelt baS mobemc Leben, bas zweite ist eine Märchengeschtchte.
— Ein Rieseuhouorar. Wie amerikamsche Blätter de« richten, hat sich ber berühmte Tenor Tamagno bereit edieret, für 64 000 Mk. fünf Lieber für eine amerikanische Fabrik in einen Phonographen hineinzusingen.
— DaS neue KonzerthauS in Mannheim, eines bei größten unb schönsten in Teutschlanb, soll Ostern 1903 mit einem großen, mehrtägigen Mufikfest emgewecht werben.
Meteorologische Beobachtungen
öchste Temperatur am 28.-29. Dezember + 7,0° C.
fiebrigste , , 28.-39. , + 3,8° C.
Dezember
9"
der Station Gießen
2
Wetter
NW.
SW. N.
29.
30.
30.
+ 6,9 + 5,0 +3,5
6,5
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5,3
87
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728,5
727,7
726,3
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