V-olksbank ein Girv-
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eignet, die als recht tragisch bezeichnet werden müssen. Die Mutter von acht noch lebenden Kindern, von denen
das jüngste am verflossenen Sonntag getauft wurde, legt
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Sch offner in Brooklyn, N.-I. In Franksvrt, Jll.: Co n rad Mark. In Warsaw, Jll.: Henry Wegehinkel.
§ Ruppertenrod, 29. Aug. Zwei Todesfall« haben sich hier innerhalb der drei letzten Tage hier er
guten Tages lief bei der Dereinsbank ein Vergütungszettel ein, dem Girokonto Weitzel bei der Bolksbonk 4853 Mr. zn-, zusühren. Tas geschal) auch, und schon am nächsten Samstag, erschien em junger Mensch auf der Volksbank und erhob die 4853 Ml. Hofsmann, der den Vergütungszettel gefälscht hatte, wurde daraufhin zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Tiefer Coup wurde auch bei der Norddeutschen Bank mit Erfolg ausgesührt. Im Mai vorigen Jahres nahm Möller ein Girokonto bei der Norddeutschen Bank unter dem Namen Hausmakler Schtvarz. Einige Tage später lief bei der Vereinsbank ein mit der Firma Wenzel u. Hirsekorn gefälschter Abschreibezettel ein, daß dem Girokonto Schwarz 16 470 Mark zuzuführen seien. Am 18. Mai schickte Möller, der sich am Gänfemartt als Makler niedergelassen hatte, seinen Laufburschen nach der Norddeutschen Bank, um die 16 470 Mark zu erhcLen Vorsichtigerweise ließ er aber durch feinen Freund Hoffmann den jungen Menschen beobachten unb nach Empfang des Geldes nach dem Tammthorbahnhof bugsieren. Hier nahm er das erschwindelte Geld in Empfang, entließ den Laufburschen und händigte Hoffmann für seine Tienste als Mitwisser 3000 Mk. ein. Tann dampfte er ob, und unterwegs gesellte sich Maack zu ihm; von diesem weiß! man noch nicht recht, pielche Rolle er bei bei Betrug-
Aus Stadt und Land.
Gießen, 30. August 1902.
Mitteilungen auS dem Publikum werden gern entgegen genommen und angemessen honoriert.
k. Neue Pflasterung. Am Seltersberg, da wo die Hosmannstraße auf die Frankfurterstraße stößt, wird zur Zeit auf der sonst chaussicrten Straße versuchsweise ein Stück gepflastert. Man hat diese Stelle gewählt, weil hier infolge der zahlreichen Neubauten der Fracytvcrkehr bedeutend ist.
** In Amerika verstorbene Hessen. In Newyork Frau M a r i e O h l, geb. Taab. Frau Dorothea Häb erle auf der alten Farm in Town Milford bei New- Ulm, O. In Mascoutha, Jll.: Frau Elisabetha Tick- Haut, geb. Liebig. Johann Griesemer sen. in Belleville. Carl Philipp Müller zu Clayton bei St. Louis. Frau verw. Elisabethe Mehl, geb. Zimmermann, in St Louis. August Tornbrach in Newt)ork. In Davenport, Iowa, Rev.: Georg Enzeroth. Otto
dem zuständigen Kriminal-Kommissär in Empfang genommen und dem Untersuchungsgefängnis zuaeführt zu werden. Im Jahre 1895 veranlaßte ein aewisser^Röller aus Eppendorf seinen Freund Hoffmann, bei ber ;
konto aus den Namen Wilhelm Weitzel zu nehmen. Eines
sich abends ohne die geringste Beschwerde zu Bett. Als chr Jüngstes zu weinen begann, rief der Vater der Mutter pi, bekam aber keine Antwort. Er xünbete ein Licht an und sah zu seinem Entsetzen, daß seine Frau eine Leiche war. Ein Herzschlag batte die brave, fleißige Hausfrau viel zu früh für ihre zahlreiche Familie getötet. Ter zweite Fall betrifft einen jungen Mann von hier Namens Beck. Dieser arbeitete in Hille in einer dortigen Fabrik. Gestern erhielt feine hier wohnende Mutter die Nachricht, daß er plötzlich verstorben sei. Er war einem Tamps-Lanf- krahnen zu nahe gekommen, erfaßt unb zu Tode gedrückt worden. Der Verunglückte hinterläßt eure junge Witwe und Kind.
() Grü nberg, 29. Aug Wundervolles Spätsommerwetter, wie man wohl angesichts der seitherigen trüben Sommertage sagen darf, begünstigte unseren gestrigen ,£ubtoig$ni ar tt". Der Biehmarkt zeigte an Rindvieh
eine gute Auffahrt, an Schweinen eine so starke, wie man ie sonst nur auf dem Gallusmarkt gewohnt ist. Seim Rindvieh ging der Handel schleppend bei nicht ungewöhnlich hohen Preisen. Fettes Vieh roar, begehrt, anderes weniger, von dem auch Stücke unverkauft blieben. Ungleich lebhafter und flotter ging der Handel mit Junglchwernen. Die hohen Preise des Frühjahrs sind auf ihrer Stufe tehen geblieben und wurden auch gestern hier gezahlt Diebenwöchige Ferkel wurden per Paar mit 45 bis 48 Mark, ältere und bessere mit 48 bis 55 Mark, erste Qualität sogar mit 55 bis 70 Mark bezahlt Der Krämermarkt konnte früh aufgehoben werden, da die Marktbeiucher zu den Erntearbeiten eilten.
e. Bad-Nauheim, 29. Aug. Es sind in der letzten Woche 741 Kurgäste angekommen, sodaß gestern die Ge- am tfrequenz des Babes die Höhe von 20 474 Per- onen erreichte. Anwesend sind z- Z. 3969 Gäste, gegen 3901 im Jahre 1901. Bäber würben bis jetzt 257 027 verabfolgt, im Vorjahre nur 253143. — Es weilen sehr vornehme englische Familien zur Kur hier.
Frankfurt, 29. Aug- Der Großherzog von Hessen unb die Prinzessin Viktoria statteten heute nachmittag bem Zoologischen Garten einen rnehr- tünbigen Besuch ab, sie kamen um 2 Uhr an und blieben bis gegen 6 Uhr.
* Cassel, 28. Aug. Nach einer Reche von Wechsel- sälschungen wurde der Kaufmann A. Jakszt, Inhaber der Leder groß Handlung Glebe Nachf., flüchtig. Sein Vorgänger hatte sich nach 25jähriger Thätigkeit mit einem beträchtlichen Vermögeii ins Privatleben zurückgezogen. I. übernahm das Geschäft vor zwei Jahren und verkaufte, um die Konkurrenz zu besiegen, die Waren oft weit unter Einkauf. Das rächte sich natürlich, die Mittel gingen aus, I. nahm zu unreellen Mitteln feine Zuflucht. Nachdem er schließlich noch alles Mögliche zu Geld gemacht hatte, ver- chwand er, während über die Firma Konkurs verhängt wurde.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Aehnlich, wie in anderen Städten, haben auch die Wormser Schweinemetzger einen allgemeinen Aufschlag sämtlicher Fleisch- und Wurstwaren beschlossen. Veranlaßt wurde dies durch die nun schon lange dauernden ungemein hohen Schweinepreise. — Frau Max Goldschmidt-Rothschild aus Fr an kfurt a. M. schenkte der Gemeinde St. Moritz kn Graubünden, wo sie seit 25 Jahren Kurgast ist, 50000 Francs für die Alters^Versorgungskasse der Gemeinde-Angestellten, 10000 Francs für den Armen- sonds und 10000 Francs für das Kreis Hospital.
Anschein nach wurde in der Station Rottendorf der Postc zug zu früh abgelassen, denn er mußte auf offener Strecke gestellt werden, um nicht in den Königszug hineinzufahren und ein gräßliches Unglück anzurichtQU
* Tas Menu der Königlichen Mittags» täfel am Hose zu Berlin gelegenttich des Besuches Königs von Italien bestand aus: Kraftbrühe auf Königliche Art, Seezungen in Champagner, Lammrücken garniert, Schnepfenauflauf nach Treux, Hummern in Gallert, Elsässer Hühner, Früchte, Salat, frische grüne Bohnen, Römischer Pudding, Käsestangen, Gefrorenes, Nachttsch.
♦ Der K ronprinz von Griechenland ist be* stöhlen worden. Auf dem Bahnhof zu Köln ist dem Kronprinzen bei der Durchfahrt em Handkoffer gestohlen worden, der wichtige Schriftstücke enthielt. Tie „Köln. Ztg." glaubt, daß der Koffer in griechische Hände verschwunden ist. Die Nachricht wird durch eine Athener Meldung bestätigt.
♦ Aus den Alpen. Wie die „Alpine Korresp." bo richtet, verunglückte ein Radfahrer, Lehrer Hans Warscher aus Sillian, indem er an der Straßenbiegung des Peutelstein (Ampezzothal) die Richtung verlor, an die Böschungsmauer fuhr und über diese in den Abgrund geschleudert wurde. Er brach sich bei dem gewaltigen Sturz Genick und Rückgrat und war augenblicklich t o t. — In große Betrübnis und Aufregung wurde die Familie des Regierungsasfessors Vogel, Mitglied der kgl. Eisenbahndircktion Kassel, ver- etzt. Er hatte mit seiner Gattin eine Alpenreise unternommen. Vor mehr als acht Tagen entfernte er sich in Corting di Ampezze aus fernem Hotel, während feine Frau zurückblieb, um einen ganz kleinen und ungefährlichen Ausflug zu machen. Seitdem ist er nicht mehr gesehen worden. Man vermutet, daß er irgendwo ab gestürzt ist; allerdings sind alle Nachforschungen seither erfolglos geblieben.
♦ Cholera Der Gesundheitszustand an der egyp» tischen Mittelmeerküste ist keineswegs beunruhigend, denn nach den neuesten Mitteilungen aus Alexandria ist die, Cholera im Abnehmen begriffen.
* Eine Schlägerei zw ischen höheren Offizieren erregt in Petersburg lebhaftes Aufsehen. In der Offiziersmesse der ersten Garde-Division waren verschiedene Offiziere versammelt, darunter auch Oberst Druschinin, Gehilfe des Stabschefs bet ersten Garde-Divri sion. Während der letzten Manöver, die in der Nähe von Petersburg in vergangener Woche stattgefunden hatten, hatte sich Großfürst Wladimir dem Obersten Druschinin gegenüber nicht lobend ausgesprochen. Aus verschiedenen, Gründen klappte nicht alles. Oberst Druschinin war demzufolge in der Offiziersmesse sehr schlechter Laune, als! zufällig Hauptmann Trotzki vom Generalstab ein trat. Dieser vernahm gerade, daß Oberst Druschinin sich abfällig üoer die Absolventen der letzten Jahre des Generalstabes geäußert hatte. Trotzki widersprach dem und fügte hinzu, daß derartige Ansichten wohl kaum begründet seien, worauf Oberst Druschinin auf ihn zutrat und, mit den Händen ihm vor dem Gesicht fuchtelnd, grobe Worte ausstieß. Eine heftige Handbewegung Druschinins schlug schließlich dem Hauptmann Trotzki die Mütze vom Kops. Empört darüber holte dieser aus und verabfolgte demOber- ften Druschinin eine kräftige Ohrfeige. Jur Moment entstand eine furchtbare Aufregung. Alle Anwesenden waren äußerst bestürzt. Hauptmann Trotzki wurde- sofort arretiert und di,e Untersuchung eingeleitet. Oberst Druschinin reichte sofort seinen Abschied ein.
* „Gra f und Gräfin Hatzlach" in der Sommerfrische. Viel Bewunderung rief ein aristokratisch aussehendes Paar hervor, das sich vor etwa acht Tagen in Hessenwinkel bei dem Gastwirt Schreyer einmiete, um einige Tage der unaeftärten Ruhe zu genießen. Sein Vater, so ließ der Graf fallen, fei Kammerherr und wohne in der Wilhelmstraße zu Berlin; er selbst stehe beim 2. Garde-Dragvner-Regimeut, fei bei Hofe zweittr Vor- tänzer, habe zwei Villen in Karlshorst. Dort aber wolle sich das gräfliche Paar nicht aufhalten, well ihm der Besuch aus Berlin lästig fei; eine Reise aber könne es nicht untere nehmen, weil der Herr bei den Hof festlich ketten anwesend fein müsse. In der elften Zeit zahlte der Herr Gras baiv bann aber ließ er anschreiben, weil ihm das jedesmalige Begleichen von Lappalien unbequem war. Endlich fuhr ber Graf mit feiner Gemahlin nach Berlin, um für die Hoffefte feine Befehls-Ordres cntgegenzunehmen, kehrte aber nicht mehr zurück Da die in der Landidylle zurück- gelassene Habe wertlos ist, forschte ber Wirt ben gegebenen Spuren nach, konnte aber weder bei den Dragonern, noch in Karlshorst, noch von Hofbeantten etwas über ben Grasen Hatzlach erfahren. Jetzt nahm er seine Zukunft zur Kriminal-Polizei. Diese enntttelte das Paar in einem neuen Heim Der Herr Graf erwies sich als der Maschinenbauer Richard Strebel aus der Berliner Sttaße in Friedrichsfelde, die Gräfin als eine ihrem Mann durchgegangene Frau Lydia Sonnenschmidt. Wegen Zechprellerei und Betruges wurden beide eingesperrt.
♦ Tie beiden Bankbetrüger, die in Hamburg am 18. Mai 1901 die Norddeutsche Bank um 16 470 Mk. betrogen haben und vor einigen Tagen in A sch a s f e n b u r g, verhaftet wurden, trafen am Sonntagabend um halb 9 Uhr in Begleitung ber Hamburger Kriminal-Schutzmänner Blum und Frentzel auf dem Venloer Bahnhof ein, um sofort von
Vermischtes.
* Wilhelmsh av en, 29. Aug. Beim Einsturz eines Neubaues wurden zwei Arbeiter getötet und drei chwer verletzt.
* Altenburg, 28. Aug. Heute vormittag wurden im Hose des hiesigen Gefängnisses die Witwe Seysfert und ihre beiden Liebhaber Niedermeyer und Zänzler hin- gerichtet. Die Frau hatte am 20. Februar dieses Jahres mit Hülfe ihrer beiden Liebhaber ihren Ehemann getötet.
* Stuttgart, 28. Aug. In vergangener Nacht ist in Mühringen in ber Brauerei bes Frhrn. von Münch der Kessel explodiert. Das ganze Sudwerk ist vernichtet.
* London, 28. Aug. Zwei Mädchen, welche an der Mste von Lincolnshire fischiten, wurden von der Brandung sortgerissen und ertranken. Zwei junge Leute, welche ihnen Hilfe bringen wollten, kamen in den Fluten um.
* London, 29. Aug. Der „Evening News" zufolge zeigte es sich gestern um 12 Uhr, daß es mit Holbein nicht gut ging. Er wurde se hr o ft s e e kr ank und seine Bewegungen wurden s ch w ach und mechanisch. Mährend er bisher auf dem Rücken geschwommen hatte, schwamm er zuletzt häufig auf der Brust. Als man Holbein um 1.38 Uhr aus dem Wasser nahm, hatte er immer noch soviel Kraft, daß er den Schwimmer Symons, der ihm zu Hilfe kam, beinahe erdrosselte. Als er an Bord des Tampfbootes gebracht war, ging Holbeins Verstand etwas irre. Es dauerte einige Zeit, ehe man ihn an Land bringen konnte. Als er gewahr mürbe, daß sein britter und letzter Versuch sehlgeschlagen war, war Holbein ganz untröstlich und vergoß Thränen, und viele auf dem Dampfer wurden mit zu Thronen gerührt. Als Holbein den Pier von Dover entlang getragen wurde, begrüßten ihn 3000 Personen mit Jubel, aber nichts konnte ihn mehr ttösten.
* Paris, 27. Ang. Zn der Ermordung des Dr. Ordenstein wird berichtet: Die Hanssuchiung in ber Wohnung des Mörders Chabaneix, die nach dessen Versicherung den Nachweis liefern sollte, daß Or. Ordenstein feinen Mörder seit längerer Zeit kannte, fand heute statt. Ter Untersuchungsrichter Ausset hatte Chabaneix, der von seinem Verteidiger begleitet war, bei der Haussuchung zugezogen, die mehrere Stunden in Anspruch nahm, aber nicht das geringste Resuttat ergab. Tie ganze Bibliothek des Mörders, die an 1500 Bände umfaßt, wurde genau durch? sucht, aber von den angeblichen Briefen des Tr. Ordenstein war natürlich nicht die geringste Spur zu entdecken. Chabaneix, dessen ciinisch.es Auftreten auf den Untersuch? ungsrichter einen sehr schlechten Eindruck machte, benahm sich beim Verlassen des Hauses sehr frech; er blickte die dort angcfammclte Menschenmenge so herausfordernd an,
daß bicfc ihn wahrscheinlich gelyncht hätte, wenn er nicht eiligst in einen Fiaker gebracht worden^ wäre, ber im schnellsten Trab nach dem Gefängnisse La Santö fuhr. Der Versuch bes Mörders, feiner Missethat durch die Besudelung feines Opfers einen geheimnisvollen Anstrich zu geben, ist nunmehr enbgittig mißlungen und der Beweis dafür erbracht, daß Chabaneix ein einfacher Raubmörder ist.
"Marseille, 28. Aug. Ein junger Mann, welcher mit einem ftämeraben ein Seebad nahm, wurde plötzlich d o n einem Haifisch angegriffen. Herzugerufene Schiffer konnten dem Unglücklichen keine Rettung mehr bringen.
Venedig, 29. Aug. Einer auS Bologna kommenden Engländerin sind im Zuge zwischen Bologna und Venedig Juwelen im Werte von 200 000 Mk. gestohlen morden.
* Wien, 28. Aug. Die Polizei verhaftete ben internationalen Hochstapler Eduard Detter, welcher unter verschiedenen aristokratischen Namen in verschiedenen Städten des Kontinents große Betrügereien verübt hat.
* Der Zug des Königs von Italien in Gefahr. Ter Extrazug, der dieser Tage den König von Italien nach Berlin brachte, überholte in Rottenbor oen vorausgegangenen Postzug, d. h. dieser mußte in Rottendorf das Passieren des Köuigszuges abwarten. Allem
der LLnfiker feine Aufgabe vom fittllch-wahren Stand- puntte auffaßt, dann wird er zum Herold des Schönen und des Sttttichen. Wenn er aber in den Rinnstein hinabsteigt und sein künstlerisches Können in den Dienst der Unsittlich kett stellt, dann wttd er zum Anw alt des Gemeinen."
Herrn Pros. Enders einseitigen und kurzsuhttgen Standpunkt, der Unsttttichketten da sieht, wo von ihnen kein Deut vorhanden ist, sondern wo diese erst mühsam durch nnsttttiche Phantasie herbeigeschleppt werden, widerlegte treffen!) der Assistent der Münchener Stadtbibliothek Dr. Pfeiffer. Er tadelte es, daß man auf bem Gebiete wahrer Kunst bisweilen etwas zuempsindsam sei und gewissermaßen das Kind mit dem Bade ausschütte. So habe man in der Marienkirche zu Würzburg an wahrhaften Kunstwerken durch Abmeißelung eine vollständige Verwüstung angerichtet. In Münnerstadt sei eine Statue der Eva, ein Kunstwerk ersten Ranges spurlos verschwunden. Durch derartige Vorkommnisse sei es den Antiquaren möglich gewesen, sich des Handels mit christlichen Kunstwerken zu bemächtigen.
Ueber die Restaurierung von Kunstdenkmälern hat der Katholikentag in Mannheim folgende, allfettiger Beachtung werte Resolution gefaßt:
Die 49. Generalversaminlung deutscher Katholiken bittet den Klerus unb die Kirchenvorstände, bei der Restauration sämtlicher Kunstdenkmäler aller Stttperioben die größte Vorsicht zu beachten, insbesondere: a) die Bauten in den historisch überlieferten Formen zu erhalten, insoweit nicht künstlerische Erfordernisse oder praktische Rücksichten Aenderungen unbedingt erheischen; b) die Ausstattungs- und Gebrauchsgegenstände, welcher Zeit- und Kunstrichtung sie angehören mögen, gegen wettere Beschädigungen, namentlich auch durch unvorsichtige Reinigungen, zu schützen und nur in den allerdringlichsten Fällen und mit der größten Zurückhaltung zu restaurieren; c) alle Gegenstände, die für den kirchlichen Gebrauch gar nicht mehr verwendbar sind, entweder in den Schatzkammern aufzubewahren oder den öffentlichen Museen kirchlicher beziehungsweise weltlicher Art zu überlassen, dieselben aber keineswegs an Händler ober Liebhaber zu veräußern._________________
Heer und Flotte.
Zum Fakl Hübe brand in Gumbinnen. Tas .Mllitär-Wvchenbl.'" meldet: ,^von Frankenberg und P r o s ch 1 i tz, Hauptmann und Batteriechef im Feldart.-Regt. Nr. 1, Oberleutnant Rumbauer von demselben Regiment mit Pension zur Disposition gestellt. George, Leutnant in demselben Regiment, in das Pommersche Trairibataillon Nr. 2 versetzt. (Wir konnten dieses bereits vor einigen Tagen mitteilen. Die Red. b. G. Anz.) Ter „Berk. Lok.^Anz." meldet aus Gumbinnen: Die Vorgesetzten ber gemaßregelten Offiziere, der Regimentskommandeur Oberstleutnant Weiß und der Major Dickerhoffsind ersucht worden, ihr Abschiedsgesuch einzureichen, was sofort geschehen ist. v. Frankenberg, Rumbauer und George mußten sofort aus dem Manöver znttlckkehren
Die Kaisermanöver im Jahre 19 03 werden, wie man von gut unterrichteter Seite hört, im Bereiche unseres, des 18. Armeekorps, abgehalten werden.
London, 29. Aug. Nach Informationen wird das ün Bmi begriffene englische Schlachtschiff,A^önig Eduard VIL dreißig Milli on en Mark kosten. W dürfte das das teuerste Schlachtschiff fein, das jemals für die britische Marine erbaut worden ist. Die beiben Schwesterschifse des „jtönig Eduard VII.", die „Tominion^ und die „Commonwealth", werden wahrscheinlich ebenso viel kosten. Die Irresistible" kostete 22 266 580 Mk., die „Dullvark" 21656100 Mk. und die „Benerabte" 22 595120 Mark. Tie ^Oueen" wttd wahrscheinlich 22 900 000 Mk. und die „Montague"' 21637 540 Mk. kosten In jedem Jahr steigern sich die Baukosten der Kriegsschiffe, und man schcmdert bei dem Gedanken an die Unsummen, die nach zwanzig Jahren in den Schlachtschiffen stecken. Die hydrau^ lischen Einrichtungen für die 12-zölligen und neun 2 zölligen Geschütze ,^tönig Eduards VII." werden ungefähr 2500 000 Mark kosten und das Anbringen dieser auf dem Schiffe wettere 200 000 Mk. Die Geschütze selbst sind mit 1600 000 Mark veranschlagt. — Im deutschen Flottengesetz sind die Ban- und Armierungskosten eines Linienschiffes mit 20 Millionen Mark berechnet. Bei den letzten Schiffsbauten wurde biefer Voranschlag bereits überschritten.


