Ausgabe 
30.8.1902 Drittes Blatt
 
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Nr. 203 Drittes Blatt.

152. Jahrgang

Samstag 30. August 1902

erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesstschen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­lag der Brüh lachen Untvers^Buch- u. Stein­druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen.

/ßrernfpredjanfdjlufc Nr. 51.

GietzenerAnzeiger

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis» monatlich 75Ps., viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePostMk.2.viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenprerS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. verantwortlich: für den polit. u. allgem. {teil: P. Witiko: für .Stadt und LandE und Gerichtsfaatt: Eurl Plato; für den Sin- zeigenteil: HanS Beck.

Politische Tagesschau.

Danstg und die Kriegsmarine.

Man schreibt uns aus Berlin, 27. August:

Der Hauptstützpunkt der Kriegsmarine am östlichen Teil der langgestreckten baltischen Küste, die alte Hansestadt Danzig, steht, was Belegung mit Kriegsschiffen anlangt, sehr zurück hinter den beiden anderen Marinestationen Kiel und Wilhelmshaven. Nach Beendigung der vorjährigen Flotten-Herbstmanöver entschloß sich die Marineverwaltuna zwar, die Ostsee-Reservedivision der Küstenpanzerschiffe nach Danzig zu verlegen. . Doch einmal war diese Maßregel nicht als eine endgiltige bezeichnet, und dann hat Danzig im Hinblick auf seine Bedeutung als Schiffsbau- und Han­delsplatz wohl Anspruch darauf, zum Stationsort für ein Linien-Geschwader, etwa aus den Schiffen derBran- denburg"-Klasse bestehend, erwählt zu werden, zumal ohne­hin für die neu in Dienst gestellten größeren Schiffe nur Kiel und Wilhelmshaven als Stationsorte in Betracht kommen. Auch ist kein triftiger Grund ersichtlich, warum nicht die Stammkompagnie wenigstens eines See- bataillons in Danzig garnisoniert werden könnte. Auf demAllgemeinen Deutschen Tag", der am 13. September in Danzig abgehalten wird, dürfte ein entsprechender Wunsch an die Regierung gerichtet werden.

Deutfch-Ostafrlla und die indischen Ackerbauer.

Man schreibt uns aus Kolonialkreisen:

Die seit längerem zwischen der deutschen und der eng­lischen Regierung geführten Verhandlungen wegen Ueber- siedelung indischer Ackerbauer nach Deutsch-Ostafrika sind, wie jejjt bekannt wird, ergebnislos verlaufen. Es dürfte dies nicht gerade zu bedauern sein, denn nach dem Urteil von Sachverständigen ist die Seßhaftmachung von Indern iu der deutschen Kolonie nicht in Deutschlands Interesse. Zweckmäßig wäre nach dem Dafürhalten der Sachverstän- digeu allenfalls, wenn die englische Regierung dem Gou­verneur Deutsch-Ostasrikas eine Anzabl indischer Kulis auf eine gewisse Zeit uno unter der ausdrücklichen Bedingung zur Verfügung stellte, daß die Inder nach gethaner Arbeit das Land wieder verlassen. Man befürchtet nämlich von der Seßhaftmachung der indischen Landarbeiter eine weitere Stärkung des im Kaufmanns- und Handwerkerstande Deutsch-Ostasrikasf schon heute überwuchernden indischen Elements. Und diese Stärkung wäre gleichbedeutend mit einer Schädigung der deutschen Interessen, da der Inder nicht Deutscher wird, sondern englischer Unterthan bleibt, wie auch das Verdienst der Inder zum geringsten Teil Deutschland zu gute fommt. Das Geld wandert nach Indien oder zunächst nach Sansibar zurück.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, den 30. August 1902.

Bestellungen auf den Monat September nehmen alle unsere Zeituugstr'äger und Zweigstellen noch ent­gegen. Verlag des Gieß. Auz.

** Der Deutsche Verein für öffentliche Ge­sundheitspflege wird seine diesjährige 27. Jahres­versammlung in den Tagen vom 17. bis 20. September in München abhalten. Der Ausschuß des Vereins hat soeben das Programm für die Münchener Versammlung ausgegeben. Die Derhandluugsgegenstände werden die fol­genden sein. Das erste Thema lautet: Diehygienische Ueberwachung der Wasserläufe, für welches die Referate der Professor an der Universität Jena, Geh. Hofrat

Dr. Gaertner und Wasserbauinspektor Schümann in Berlin übernommen haben. Hieran schließt sich am Nach­mittag als zweiter Gegenstand der Verhandlung ein Vor­trag von Dr. K. Graßmann in München über den Ein­fluß der Kurpfuscher auf Gesundheit und Leben der Bevölkerung. Auch am zweiten Tag stehen zwei Gegenstände zur Berattmg: Wechselbezieh­ungen zwischen Stadt und Land in gesund­heitlicher Beziehung, wozu Regierungs- und Geh. Medizinalrat Dr. Roth (Potsdam) das Referat übernom­men hat, und als zweites Thema: Das Bäckerge­werbe vom hygienischen Standpunkt für den Beruf und die Konsumenten, mit Prof. Emme­rich (München) als Referenten. Am dritten Tag wird zunächst Oberbürgermeister Dr. Ebeling (Dessau) Bericht erstatten über die von den Städten ein­gegangenen Fragebogen betr. die Fürsorge für bestehende und die Beschaffung neuer kleiner Wohnungen, dem sich bann als letzter Bc- ratungsgegenstand eine hygienisch sehr wichtige Frage an­schließen wird: Feuchte Wohnungen: Ursache, Einfluß auf die Gesundheit und Mittel zur Abhilfe, eingeleitet durch Referate der Regierungs- und Medizinalrat Dr. Abel (Berlin) und Baupolizeidirektor O l s h a u s e n (Hamburg).

** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 57, aus­gegeben am 26. August d. I., enthält: 1) Bekanntmachung, die Bau-Unfallversicherung der Kreise betreffend. Vom 14 .August 1902. 2) Bekanntmachung, die Ausführung der Prüfungsordnung für Aerzte vom 28. Mai 1901 be­treffend. Vom 15. August 1902. Nr. 58 desselben Blattes, ausgegeben am 27. August b- I., enthält: Bekanntmachung, den Erlaß einer Prüfungsordnung für die Großh. Landes- Baugewerkschule in Darmstadt betreffend. Vom 12. August 1902.

** Entlaufene Lehrlinge. Die Handwerkskam­mer Wiesbaden erläßt folgende Bekanntmachung:Wie­derholt sind uns Klagen darüber zugegangen, daß ent­laufene Lehrlinge von anderen Meistern ausgenommen worden sind. Es wäre dies gewiß nicht so ohne weiteres geschehen, wenn die bezüglichen gesetzlichen Bestimmungen genügend bekannt wären. Wir machen deshalb aus die letzteren hiermit besonders aufmerksam. Wegen unbefugten Verlassens der Lehre kann der Lehrherr das Lehrverhältnis auslösen, und eine nicht unerhebliche Entschädigung for­dern (§§ 127 b 123 und 127 g der Reichsgewerbeordnung). Für diese Entschädigung hastet u. a. derjenige Lehrherr, welcher den Lehrling in Arbeit nimmt, obwohl er wußte, daß derselbe zur Fortsetzung des Lehrverhältnisses noch verpflichtet war. Ferner wird nicht immer beachtet, daß kein Lehrling oder minderjähriger Arbeiter ohne Arbeits­buch in Arbeit genommen werden darf, bei Strafe des Lehrherrn oder Arbeitgebers. Letzterer muß das Arbeits­buch fordern. Dasselbe gilt von einem Gesellen oder Ge­hilfen, welcher unbefugt. die Arbeit verlassen hat. Wer ihn einstellt, oder bei Kenntnis der Sachlage behält, ist schadenersatzpflichtig und in Ansehung des Arbeitsbuches strafbar. Wir machen hierauf aufmerksam, um die Hand­werker vor Nachteilen und Strafen zu bewahren."

** Hessische Auswanderer. Im Jahre 1900 kehrten 216 Hessen dem Großherzogtum und dem weiteren Vaterlaude den Rücken. Von diesen blieben 4 in Europa, und zwar sämtlich in Großbritannien. Nach Amerika wur­den 210 befördert und zwar 200 nach den Vereinigten Staaten, 6 nach Brasilien und 4 nach anderen Ländern dieses Erdteils. Einer wanderte nach Afrika und der Letzte der Heimatsmüden endlich nach Australien. Auf 100 000

Einwohner des Großherzogtums kamen 1900 20 Auswan­derer, von denen 13 nach den Bereinigten Staaten von Nordamerika gingen. Im Jahre 1901 betrug die Gesamt­zahl der Auswanderer aus Hessen 287, von denen 1 in Großbritannien blieb. Alle anderen verließen Europa; 272, um nach den Vereinigten Staaten, 3, um nach Bra^ filiert, und 6, um nach anderen Staaten Amerikas zu gehen. 2 setzten nach Afrika über, 1 nach Asien und weitere 2 nach Australien. Von 100 000 Hessen waren 25 ausgewan­dert, und von diesen 25 nahmen die Vereinigten Staaten von Nordamerika 24 auf.

** Unzulässige Drucksachen. Im Publikum ist vielfach die Ansicht verbreitet, daß alle Drucksachen, beson­ders offene Karten, die gegen die Drucksachentaxe beföroert werden sollen, handschriftliche Grüße usw. bis zu fünf Wort enthalten dürfen. Es wird deshalb darauf hinge­wiesen, daß nur auf gedruckten Visitenkarten außer der Adresse und dem Titel des Absenders gute Wünsche, Glück­wünsche, Danksagung, Beileidsbezeugungen oder andere Höflichkeitsformeln mit höchstens fünf Worten oder mit üblichen Anfangsbuchstaben handschriftlich hinzugefügt wer­den dürfen. Bei anderen Drucksachen sind solche hand­schriftlichen Grüße usw. nicht gestattet.

Mainz, 28. Aug. Dem Kapitän Naap von dem Salondampfer der Köln-Düsseldorfer GesellschaftKaiserin Auguste Viktoria", auf welchem der Kaiser jüngst die Rhein­fahrt von Coblenz hierher unternahm, sind von dem Hof­marschallamt in Berlin ein Paar prachtvolle Manschelten­knöpfe mit dem Namenszug des Kaisers übermittelt wor­den. Das übrige Personal des Dampfers erhielt ein Geld­geschenk im Gesamtbetrag von 300 Mark.

Mainz, 29. Aug. Ein niedliches Stückchen spielte sich, wie wir in verschiedenen Mainzer Blättern lesen, in einem Metzgerladen ab: Frau:Zweimal für zehn Pfennig Fleijchwurst". Metzger:Das giebt's nicht mehr. Sie müssen nach Gewicht kaufen". Frau:So, Sie gewwe nit mehr for zehe Penning, do esse Se Ihr Worscht nor selbst!" Metzger:Das hätt, ich schön dick, oas teuere Zeug zu esse! Ich' jetzt bloß Käs und Butter!"

Gimbsheim, 27. Aug. Gestern ließ ein Metzger durch die Ortsschelle bekannt machen, daß er das Pfund Schweinefleisch um 60 Pfg. verkaufe. Seither kostete es 76 Pfg., welchen Preis die hiesigen sieben Metzger festgesetzt hatten. Es verkaufte aber einer dieser Tage das Pfund um 70 Pfg. und deshalb verkündete gestern die Ortsschelle den rapiden Abschlag. Vom nächsten Sonntag ab soll auch das Rindfleisch, welches jetzt noch 70 Pfg. kostet, bei einem Metzger um 60 Pfg. verkauft werden. schreibt man denWorms. N"

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Plaudereien aus der Kaiserstadt.

(Nachdruck verboten.)

Italienisches aus Berlin. Taits Diamanten.Die Pi» kauterieen und ihr neuester Feldzug.

Was der Berliner, der nicht herauskourrnt, aus seinem großen Dors", von Italien weiß, ist nicht weit her; denn deritalienische Salat" auf unseren Speisekarten ist genau so unecht, wie es dieitalienischen Nächte" sind, die mit einem riesigen Aufwand von Papierkaterneu, Musik und Weißbier inszeniert werden. Aber halt, ein Stückchen echt italienisches Leben lernt er doch kennen, wenn er im hohen Norden die ziemlich zahlreiche italienische Ko­lonie besucht, wo er echte Maccheroni was wir unter .Macearoni" verstehen, nennt der ItalienerPasta" und echten Chianti oder Veroneser Roten zu Gesichte bekommt und die so klangvolle Sprache der schwarzbockigen glut­äugigen Kinder des Südens vernehmen kann; auch ein bischen Ziehharmonika-Musik, die mitunter gar nicht übel ist, wenn nicht gar ein Leierkasten in Mion tritt mit der unvermeidlichen(Santa Lucia" oder dem elekttisierenden Funiculi funicula". Ter Handel mit Gypssiguren bringt etwas ein, und da das Völkchen anspruchslos ist, dauerts nicht lange und Beppo und Angiolina haben so viel zu­sammen, daß sie daheim eine kleine Wirtschaft aufmachen können. Tann geht's zurück in die geliebte Heimat, und natürlich wird geheiratet. Mir erzählte einer der hübschesten und sprachlich gewandtesten des Völkchens, daß er nun schon zwei Jahre in Berlin sei, demschönen Berlin", nachdem er vorher dreimal als Feldarbeiter nach Brasilien gemußt habe. Tie Italiener gleichen darin unseren Sachsengängem, nur daß ihr Ausflug zur Arbett gleich über den Atlanti­schen Ozean führt. Sie heimsen dort die Ernte der Plan­tagenbesitzer ein und fahren wieder zurück. Tie Reise kostete sie ca. 150 Lire, uni) trotzdem bringen sie Geld mit nach Haus,!

Aber so viel schmutzig!" sagt mein junger Freund und macht eine Geberde des Ab scheues.Bald umgekommen vor Schmutz auf Schiff und drüben in Kaserne. Berlin viel anders. Sauber, sehr sauber!" Und seine schwarzen.Augen glänzen. Taß es trotzdem auch in Berlin Schmutz giebt, sieht man an seinen Händen, die in einem merkwürdigen Gegensatz zu seinen schönen weißen Gypssiguren stehen! Tie feineren Elemente der uns verbündeten Nation findet man häufig in den großen italienischen Restaurants der Tovo- theenstraße und am Leipziger Platz, wo nach italienischer Weise, und zwar ganz ausgezeichnet, gekocht wird. Hier lernt der Berliner erst Maccharoni würdigen.

Uebrigens siedelt der Wirt in diesen Tagen vom Leip­ziger Platz nach der Kronenstraße über, wo die Magdeburger Versicherungs-Gesellschaft ,Mlhelma" ein wundervolles Geschäftshaus im vornehmsten Stile erbaut hat. Tie Ecke aber am Leipziger Platz wird über kurz oder lang nieder- gerissen und durch einen Neubau des Wertheim'schen Riesen­bazars in Angliederung an das schon vorhandene Geschäfts­haus ausgefüllt. Die Dimensionen, die diese, den Keinen Geschäftsmann erstickenden Unternehmungen gewinnen, wer­den nachgerade unheimlich.

Jene schlimme Sorte von Italienern, die sich in blödem Fanatismus der Anarchie verschrieben haben, sind nad)! den Mitteilungen eines Sicherheitsbeamten nicht gerade zahl­reich in Berlin vertreten. Es herrscht ihnen zu stramme Ordnung bei uns. Und in den Tagen des Königsbesuches werden sie mit einer Sorgfalt überwacht, die ihnen noch weniger gefällt; denn ihre Lehren und Pläne sind falsch und schlecht beinahe so falsch wie Ta i t 's D i a m a n t e n , gegen die ein neues Berliner Blatt etlichem Sensations­bedürfnis einen heftigen Feldzug eröffnet hat. Tiefer ge­riebene Verkäufer imitierter Tiamanten lockt bekanntlich viele Käufer dadurch an, daß er zwischen seine unechten Steine elliche echte Stücke legt und die;e demjenigen, der sie herausfindet, für den gleichen Durchschnittspreis von 6 ML

überlaßt. Bei der verschwenderischen Fülle von Licht in feinen Auslagen ist das natürlich nicht leicht; aber es zieht riesig. Nun behaupten Kenner, daß diese mit einer Riesen- Reklame eingeführten Imitationen nicht den fünften Teil des Preises wert sind und daß man in allen Bijouterie- Geschäften der gl. Artikel viel besser und billiger kauft. Tas erwähnte BlattTie Pikanterieen", aber erhebt hauptsäch­lich einen Vorwurf gegen Scherl, den Verleger desLokcll- anzeigers", weil dieser die Annoncen nicht zurückweise. Der gute Scherl hat gewiß dies und jenes auf dem Kerbholz aber daß er für die Tausende täglicher Annoncen eine mo­ralische Verantwortung übernehmen soll, ist naiv. Ter Elektriker, der die strahlende Schaufenfterbeleuchtung ein­gerichtet hat, trägt mindestens ebensoviel zur Täuschung des lieben dummen Publikums bei, das hier feine 6Mk. opfert und betrogen wird, indem es selbst mit falschem Schmuck betrügen will. Einen weiteren Feldzug hat das nicht un­geschickt redigierte Blatt gegen das Leben imZoologischen Garten" eröffnet, der angeblich von der Temimonde der­artig okkupiert fein soll, daß eine Tarne der guten Gesell­schaft sich bald dort nicht mehr sehen lassen könne. Auch dieses Thema ist künstlich aufgebaufcht, um Aufsehen zu er­regen. Temimonde ist leider in Berlin allerorten zu treffen; selbst die vornehmsten Restaurants können sich vor ihr nicht schützen, wenn die Herrenwelt selbst sich nicht Grenzen setzt. Weit schlimmer und gefährlicher als dieses unvermeidliche Streifen solcher Elemente wirkt die Lektüre gewisser, heute als hochmodern geltender, bemimonbainer Bücher, zumeist aus Frauenhand. Und immer, wenn ich einen Band von der lüstern-widrigenMaria Madelaine" iA Mädchenhänden sehe, giebt es mir einen Stich. Tas kann man aber just imZoologischen" bei unserenhöheren Töchtern, sehr oft erleben. ,,'12 i neben" von Fräulein von Mombart ist ja jetzt endlich nach drei Jahren und in 4. oder 5. Auslage konfisziert. Lange genug hat's gedauert!

A. R.