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Samstag 29. NovemLerLNOS
152. Jahrgang
Fünftes Blatt.
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Nr. 281
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General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen
Kus Krügers Memoiren.
In I. F. Lehmanns Verlag ht München erschienen be- k!inntlich rechtzeitig zum Weihnachtsfeste „Präsident Paul Krügers Lebenserinnerungen". Von der Zeit des Jameson- (Anfalls bis zum Beginn des Krieges seien im Nachstehenden einige Auszüge gegeben:
Von dem Tage an, da die Trekker ihre alte Heimat werließen, fühlten sie sich von England bedroht. Ein ttiller Kampf zwischen beiden Nationen zieht sich durch »ie ganze Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zum offenen Kampfe kam es erst nach der Annexion. Krüger hat vor meser Annexion vergebens gewarnt. Im Jahre 1879 fan- >en drei große Versammlungen zu Wonderfontein und Meinfontein statt, teils um dem englischen Kommissar Ge- I egenheit zu geben, sich gegenüber der Behauptung, daß bl'e Bürger selbst die Annexion wünschten, von der wahren Wolksstimmung zu überzeugen, teils, um zu beschließen, was nun geschehen solle. In der dritten Versammlung wurde ein Volksbeschluß gefaßt, der feststellte, daß das Volk frei und unabhängig zu bleiben verlangte, daß es die Wiederherstellung seiner unabhängigen Verfassung und Wiedereinsetzung eines Volksrates forderte.
Kurze Zeit danach gelang es den Transvaalern auch, ölten Föderationsplan von Südafrika, der im Kapparla- inente zur Beratung kommen sollte, zum Scheitern zu Bringen.
Während Krüger und Joubert zur Hintertreibung dieses gefährlichen Föderationsplanes in, Kapstadt weilten, s prach eines Tages ein Parlamentsmitglied bei ihnen vor, und lud sie zum Besuche bei Sir Bärtle Frere ein. Die Einladung wurde erst rundweg abgelehnt. „Als aber die Einladung" — wir zitieren hier Paul Krügers eigene Worte — „wiederholt wurde mit dem Zusatze, Sir Frere wünsche die Herren privatim zu sprechen, da erklärte Krüger: Ich werde kommen, wenn Sie mir sagen können, welcher Sir Bärtle Frere es ist, der nach uns verlangt, denn ich kenne deren bis jetzt vier. Der erste kam, zu uns nach Nleinfontein und versicherte uns, er sei nicht gekommen unter englischer Flagge mit dem Schwert, sondern als Bote des Friedens. Später ersah ich aus einem englischen Blaubuch, daß an demselben Tage ebenfalls ein Sir Bärtle Frere, also ein Zweiter an die englische Regte- innig g eschrieben hat: Hätte ich nur genug Kanonen i ind Soldaten gehabt, so hätte ich die Aufruhrmacher rasch uuseinandergejagt gehabt." Ten dritten Sir Bärtle Frere Lernte ich gelegentlich der Beantwortung unserer Bitt- sihrift um Zurücknahme der Annexion kennen; er sagte damals, er habe der britischen Negierung mitgeteilt, daß er in Kleinfontein etwa 5000 der besten Buren getroffen Labe und deren Petition zur ernstesten Erwägung empfehle; Mter habe ich aus den englischen Blaubüchern ersehen, Laß an demselben Tage ein Dir Bärtle Frere, also offenbar ein vierter, der britischen Regierung mitgeteilt hat, ss sei nur ein Haufen von Aufrührern gewesen, den er aen habe. Tas alles kann doch unmöglich ein und e Mann sein; wenn Die mir also sagen können, welcher von diesen vier Dir Bärtle Freres uns sprechen Mill, so können wir uns die Sache ja einmal überlegen."
Ueber Rhodes und seine Kompagnie schreibt Krüger: »zür das Verständnis der neuesten Geschichte Südafrikas
ist die Kenntnis der „Chartered Eompanh" unentbehrlich, und ihre Erwähnung bringt mich von selbst auf den Mann, der am meisten zu dem Unheil beigetragen hat, das Südafrika getroffen hat: Cecil Rhodes. Bereits im Jahre 1888 kam auf seine Veranlassung ein Traktat zu stände zwischen.Sir Hercules Robinson, dem damaligen Hohen Kommissar und dem Matabelehäuptling Lobengula. Kurz ranach wußte er für sich selbst eine Konzession von Lobengula zu bekommen, die er ausschließlich dazu benutzte, festen Fuß im Matabeleland zu fassen, und die Ausbreitung rer Südafrikanischen Republik nach dieser Richtung hin zu verhindern. Sehr bald sah er ein, daß er dieses Ziel nur unter dem Schutze Englands erreichen könne; darum begab er sich nach England, um eine sogenannte Charter zu erlangen. Das glückte ihm auch ohne große Mühe; es ist unzweifelhaft, daß viele der höchsten Personen tn England Anteil an seiner Chartered Comvanv bekamen.
Bezüglich des Jamesoneinfalles erzählt Krüger: Gerade als die Gahrung in Johannesburg ihren Höhepunkt erreicht hatte, war es, daß Präsident Krüger in Prätoria, gelegentlich der Ueberreichung einer?ldrefse durch die Bürger gegenüber ihrem Trängen auf Bestrafung der aufrührerischen Elemente die Worte gebrauchte: „Man muß der Schildkröte erst Zeit geben, ihren K'ovf heraustustecken, ehe man sie fassen kann." Aus diesen Worten wollte man den Beweis herleiten, daß Krüger von der Vorbereitung des Jamesoneinfalles gewußt und mit der Schildkröte Jameson bezeichnet habe. Tiefe Behauptung ist aber völlig unbegründet. Weder Krüger, noch sonst jemand von den trans- vaalischen Behörden hatte damls eine solche Tbat für möglich gehalten; noch viel weniger wurde sie erwartet.
Neber den letzten Krieg sagt .Krüger, er sei trotz aller Zugeständnisse, trotz aller Verträglichkeit und Nachgiebigkeit von feiten der Republik ausgebrochen. Mit ben Waffen in der Hand habe er an diesem Streite um die Freiheit des Landes nicht teilnehmm können. Aber ungeheure Anforderungen wurden an seine Arbeitskraft gestellt. Es gab für ihn keine Nacht, in der er ungestört schlafen konnte. Als die Zeit der Entmutigung über die Bürger kam, eilte er selbst zu den Kommandos, um die Zuversicht der Kämpfer zu stärken.
Krüger schließt seine Erinnerungen mit den Worten: ,^Jch bin überzeugt, daß Gott die Seinen nicht verläßt, auch wenn es oft so scheint, und ich ergebe mich in den Willen des Herrn, da ich weiß, daß er das bedrängte Volk nicht untergehen lassen wird. Ter Herr hat alle Herzen in seiner Hand und führt sie, wohin er will."
Uermischtts.
* Nette Enthüllun gen aus der Berliner Wurstfabrikation brachte eine öffentliche Schlächtergesellenversammlung. Auf Grund einer Umfrage in der stark besuchten Versammlung erklärte mehr als die Hälfte- der Anwesenden, daß bei ihren Meistern die durch Bundesratsverordnung seit Oktober verbotenen Hilfsmittel, Prä- servesalz. Kartoffelmehl, Farbstoffe ?c., mich jetzt noch bei der Herstellung der Warst verwendet würden. Jedenfalls dürfte die Polizei nun Veranlassung nehmen, die Schlächterbetriebe einer genauen Kontrolle zu unterziehen, um diese Angaben auf ihren Wert hin zu prüfen. Auf die Art der
Wurstfabrikation, wie sic in Berlin teilweise üblich ist, wirft die Thatsache ein bezeichnendes Licht, daß ein auswärtiger Produktenhändler in diesen Tagen den dortigen Wurstfabrikanten einen Zusatz zu Salami- und Cervelatwurst an geboten hat, der das Gewicht der Wurst um mindestens 15 Prozent erhöhen soll. Ticser Zusatz, der mit dem Schleier des Geheimnisses umgeben ist, soll aus tierischen Stoffen äst kostenlos herzustellen sein. Ter Erfinder verlangt für die Mitteilung seines Rezeptes einen verhältnismäßig hohen Betrag. Um zu verhindern, daß der einzelne Abnehmer die Sache weiter verbreitet, soll eine Konventionalstrafe von 8000 Mk. festgesetzt werden. — Apvetitliche Sachen'.
* Eine heldenmütige That. Ein junger Russe, Jegor Milewitsch, der unlängst erst die Universität in Moskau absolviert hatte, begab sich von Warschau, seinem ständigen Wohnort, in die Nähe von Grodno auf ein Gut zu seiner Braut, um in den nächsten Tagen seine Hochzeit zu feiern. Während der Nacht brach im Torfe Feuer ans. Es brannte ein Bauerngehöft. Milewitsch, sowie einige seiner Freunde, die bereits zur Hochzeit eingetroffen waren, eilten zur Brandstätte. Plötzlich ertönten herzbrechende: Schreie. Ein zweijähriges Kind befand sich in dem brennenden Hause, der unglückliche Vater wollte sich in die Flammen stürzen, um sein Kind zu retten, doch wurde er von den übrigen Bauern, die in weitem Kreise die Brandstätte umstanden, zurückgehalten. Milewitsch aber drang unerschrocken in das brennende Gebäude und rettete das Kind. Tab et fingen jedoch seine Oberkleider Feuer. Niemand der Umstehenden wagte sich in seine Nähe, unter furchtbaren Schmerzen wälzte sich der Unglückliche auf der Erde und versuchte auf diese Weise die Flammen an seinem Leibe zu ersticken. Leider waren die Brandwunden, die er sich zugezogen hatte, so schwer, daß er am nächsten Tage starb. Seine Braut ist vor Oft-am fast wahnsinnig geworden.
* R e z e p t f ü r E h e l e n t e. Tie „Straßburger Post" zitiert aus dem „Evangelisch-Protestantischen Kirchenbvten" folgendes Rezept sür Eheleute: Karl Hase, der große Jenenser Theologe, erzählt in dem von seinem Sohne heratis- gegebenen Buche ,.Annalen meines Lebens" ans der Zeit seines jungen Ehestandes: „Unser heimliches Glück damals, als von außen uns alles begünstigte, ist doch nicht ohne kleine Stürme gewesen: wir waren beide von zarter Haut^ bei aller Gutmütigkeit heftig und von heftigen Wünschen; aber wir hatten unter uns ausgemacht, wenn das Eine sage: „Thu' mir's, zu Gefallen!" so müsse das Andere es womöglich thun: wenn aber: „Thu' mir's zu Liebe!' dann unbedingt; und dieses ist unter uns nie gebrochen, aber auch nicht mißbraucht worden."
*DerKrach imTamen - Kegelklub. Auf Grund von Inseraten waren in Berlin eine Reihe Vertreterinnen des schönen Geschlechts zu einer Sitzung erschienen, in der, einem tiefgefühlten Bedürfnis entsprechend, die Gründung eines Tamen-Kegelklubs beschlossen wurde. Um die Nervosität zu bekämpfen, und um die Glieder zu kräftigen, wie die Klubgenossinnen jedermann versicherten, übten sie sich fleißig nachmittags in einem an der Grenze von Treptow gelegenen Lokal in der Kunst des Kegelschiebens. Tie Sache ging auch ganz gut bis zum letzten Montag. Da fiel es einem der Gatten der beteiligten Damen ein, seiner Frau im Klub einen Besuch abzustatten. Er erlitt aber eine arge Enttäuschung, als er die „Bahn" unbesetzt fand.
Weihnachts -Lttcratur.
Lenaus Frauenge st alten. Von Adolf Wilhelm Ernst. 27 Dogen Oktav, geb. 6.— Mk. Verlag von !farl Krabbe in Stuttgart. Zum erstenmal wird dem Leser In er das Liebesleben Lenaus und die Einwirkung des weiblichen Geschlechtes auf die Entwickelung des Tichters auf Grund langjähriger Quellenstudien und eigener Nachforschungen umfassend dargestellt. Namentlich die Ausführungen riß er Lenaus anmutiges Schilslottchen f Sötte Grnelin), über Nie wackere Sophie Schwab, sind interessante Tarstellungen. 1 reiche durch eine Reihe bislang ung^druckter Lenau-Briefe um so wertvoller sind. Tas Buch fesselt in jedem Kapitel. Na es fast überall neue Beziehungen aufdeckt, gleichviel ich der Verfasser uns die liebe Gestalt Emilie Reinbecks Zeichnet oder die leidenschaftliche Sophie Löwenthal, ob er i en Leser zu Lenaus Mutter ober zu seiner milden, sanften »Arant Marie Behrends ober zu ber schausvielernben Karv- "tne Unger und zu der unwürbigen Bertha Hauer führt. Tas innerlich und äußerlich vornehme Buch bildet eine chöne Gabe zu Lenaus lOOjährigem Geburtstag.
Lenaus Gedichte. In Liebhaber-Einband 3— Mk. Verlag von Karl Krabbe, Stuttgart. Ein solider, gefälliger Sand mit schlichter Goldpressung und rotem Schnitt, dreißig Druckbogen stark, mit einer makellosen Schrift vom klarsten 3u6, so' stellt sich das Buch äußerlich dar, dessen Inhalt be- onders zu empfehlen abgeschmackt wäre.
Friedrich Spielhagen: Tie schönen Amerikanerinnen. Illustriert von C. H. Knechler, geh. 2 Nark. Verlag von Karl Krabbe in Stuttgart, ^as Buch st eine vorzügliche, unterhaltende Satyre auf den lewer n Deutschland stark verbreiteten Ausländer-, Namen- und jseld-Kultns. Mit psychologischer Sicherheit und voll- udeter Technik schildert der berühmte Verfasser das moderne Aadeleben der bescheideneren Sommerftische. Em feiner big köstlichen Humors durchweht dieses Reiseerlebnis, in >em natürlich die Liebe den gefährlichen Knoten der Handlung schürzen hilft, ihn aber auch mit Anmut zu Io)en -ersteht.
Paul Heyse: San Vigilio. Illustriert von Fritz ^eiß. Preis geh. 2.— Mk. Verlag von Karl Krabbe in Stuttgart Ter eigenartige Chik von Fritz Reiß trefflichen Illustrationen paßt hervorragend gut zu den Elite-Novellen
eines Paul Heyse, dessen längst anerkannte Dichtergröße schon im voraus jedes besondere Lob überftüssig macht. Winterkurgäste laden uns in Gardone zu einem Derlobungs- feste ein, bei dem ber flotte, lebenslustige Garbeleutnant ausnahmsweise einmal nicht „der Rechte" ist. Ein Wetter- sturm verschlägt die beiden gewaltsam Getrennten am Verlobungstag nach dem malerisch romantischen, einsamen San Vigilio.
Im Verlage von Engen Tiederichs tn Leipzig erscheint die Gesamautsgabe der Werke Tolstois. Sie bietet zum erstenmal in Teutsckland zuverlässige Texte und ist bei dem Einftuß, den Tolstoi auch über den Tod hinaus auf unsere religiösen und sozialen Ansichten haben wird, ein imbedingtes Bedürfnis. Um die Verbreitung Tolstois zu fördern, ist jeder Band einzeln zu billigem Preis zu haben. Jedem einzelnen Werke geht eine Einleitung voraus, die in gedrängter Kürze das Notwendige über die Motive ber Entstehung, über bie Zeit ber Abfassung unb seinen Zusammenhang mit bem Gesamtschaffen bes Dichters und seinen persönlichen Schicksalen klarlegt.
Einen wertvollen Wegweiser bietet Jul. Burggraf in seinem Werk „Goethe und Sckiiller im Werden der Kraft". (468 S. geb. 6— Mk, Stuttgart, Verlag von Karl Krabbe, 1902). Es ist geeignet, ben Lesern zu weisen, wie unsere beiben größten Dichter früh schon strebten nach Werken, die eine real-ibeale Welt- unb Lebensanschauung im poetischen Gewanbe bieten. Tie Behanblung ber beiderseitigen Jugendentwickelung unb Jugenberziehung ist auf Vergleich und Ergänzung angelegt; sie soll ber Versuch einer klassischen Jugenbmonographie sein. Durch bie Darstellung bes Werbeganges der beiden Dichter in Bild und Gegenbild tritt der Charakter des Einzelnen klar hervor.
Neue, neunte Ausgabe von Stielers Hand- Atlas, ISO Karten in Kupferstich, herausgegeben von Justus Perthes Geographischer Anstalt in Gotha. (Erscheint in 50 Lieferungen, jede mit 2 Karten, zu je 60 Psg.) 8.—10. Lieferung: Nr. 80. Australien, Bl. 4; Nr. 84:. Ost- Kanada; Nr. 37. Großbritannien, Nördl. Bl.; Nr. 67. Ost- indische Inseln; Nr. 86. Vereinigte Staaten, Bl. 1; Nr. 91 Vereinigte Staaten, Bl. 6. — Hervorgehoben seien die Karte von Ost-Kanada, die bie großen Fortschritte in der Er
forschung des Nordens und der Halbinsel Labrador zeigt, welche den Reisen kanadischer Geologen und Landmesser, namentlich Tr. Bell, Low, ber Gebr. Tvrell u. a. zu ver- banken sinb, sowie bas Bl. 67: Ostindische Inseln. Hier sind die wichtigsten Inseln des ostinbischen Archipels und zwar Sumatra, Java und die kleinen Snnda-Jnseln, Borneo, Celebes und Philippinen in 1:7 500000 bargestellt; auch sie geben einen Beweis von ber sorgfältigen Benutzung aller neuen Quellen, besonders ber dankenswerten Aufnahmen der Niederländer in Java, Sumatra und Borneo, der Ergebnisse der Basler Naturforscher F. unb P. Sarasin in Celebes u. a. Zum erstenmal in einem Atlas erscheint bie Insel Timor mit ganz veränderter Küstenlinie, ein Ergebnis der Tiefsee-Expedition von Prof. Dr. M. Weber.
DieVölkerderErde. Eine Schilderung der Lebensweise, feier Sitten, Gebräuche, Feste unb Zeremonien aller lebenden Völker von Tr. Kurt Lampert. Mit 780 Abbildungen nach dem Leben. Lief. 19—22. (Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt.) Pro Lieferung 60 Pfg. Mit der 19. Lieferung beginnt ber zweite Banb bieses ethnographischen Prachtwerkes, bas das Bebürfnis nach einer allgemein verstänblich gehaltenen Völkerkunbe in vollem Maße befriebigt. In ben Lieferungen 19—22 werben zunächst die Völkerschaften von Aegypten, Nubien, Tunis, Algerien und Marokko geschildert, denen die Stämme der Sahara und des Sudans folgen. Von den ?lbessiniern wendet sich bie stets frisch unb anziehenb gehaltene Tarstellung ben Bewohnern ber burch Britisch-Ostaftika bis in ben Narben von Teutsch-Ostaftika reichenden ostafrikanischen Steppe zu.
Lobe: Neue deutsche Rechtssprichwörter. ^Leipzig, 'Tiederichs Verlag. 1902.) Die auch unter den Juristen nicht seltenen Schöngeister und Günstlinge der Musen haben dem neuen bürgerlichen Gesetzbuche ihre Gunst besonders geschenkt. Das Büchlein von Lobe ist nach Ausstattung und Inhalt altertümelnd, volkstümelnd. Als Gelegenheitsgeschenk kann es nur empfohlen werden. Den Abschiedsspruch des Verfassers möchte ich als Aufforderung zur Förderung der Rechtspoesie hierher setzen: Wer selber einen Spruch ersonnen, der schick ihn, bitt ich, mir herein, bann will ich gern nur Sammler sein.


