Ausgabe 
29.7.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 175 Erstes Blatt.

152. Jahrgang

Dienstag 29. Juli 1902

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Eichener Anzeiger

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Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wtttko; für »Stadt und ßanb* und Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Politische Tagesschau.

Die Stellung der Bundesstaaten zum Zolltarifentwurf wird jetzt im Anschluß an die gestern in unsererPolitischen Wochenschau" wiedergegebenen Kundgebung der badischen Regierung in der Presse erörtert. Beiläufig, die Behaup­tung, dieSüdd. ReichÄorresp.", die von der amtlichen ,Farlsr. Ztg." in dem betreffenden Artikel zitiert wurde, sei ein privates Unternehmen und entbehre jeglichen offi­ziösen Charakters, läßt sich nicht mehr aufrecht erhalten. DieVoss. Ztg." und dieNat.-Ztg. beschäftigen sich aus­führlich mit dem gestern erwähnten Zwischenfall in der Zoll- kommission, daß der badische Bundesratsbevollmächtigte einen Antrag auf Zollerhöhung für Mauersteine empfahl, während Staatssekretär Graf Posadowsky eine solche Erhöhung, wie Abänderungen des Entwurfes überhaupt, bekämpfte. DieVoss. Ztg." findet nichts dagegen einzu­wenden, daß der Bevollmächtigte für Baden seine ab­weichende Ansicht bekundet hat. Aber dann könne anderer­seits auch nicht die Zollvorlage alsdasErgebniseines Kompromiss es bezeichnet werden, an dem die badische Regierung beteiligt ist. Derselben Auffassung ist dieNat.- Ztg.", indem sie schreibt, es sei fraglich, wie die Anwendung des Rechts abweichender Meinung mit der vielfach wieder­holten Erklärung, daß der Entwurf einKompromiß" der Regierungen fei, in Uebereinstimmung zu bringen ist.Es ist aber natürlich, daß solche Abweichungen von dem Ent­wurf betreffs des Zolles der Pflaster- und Mauersteine als Beweis für die Zulässigkeit einer ähnlich enSonder- stellung anderer Regierungen zu den Getreide- und Viehzölle benutzt werden." Sagen wir: benutzt werden tonnen. Tie Möglichkeit, daß diese Folgerung gezogen wird, ist vorhanden. Und in der zweiten Lesung des Tarifs, der, wie beabsichtigt wird, eine Verständigung zwischen den Kom- missionsmitglcedern mit ihren Fraktionen vorausgehen soll, bietet sich zu solchen Abweichungs-Erklärungen Gelegenheit. Daß ein derartiges Schauspiel dazu dienen könnte, dem Darifentwurf den Weg zu ebnen, wird niemand bejahen.

Die württembergische Regierung hat vor längeren Fahren einmal durch den Mund des damaligen Minister­irräsidenten Frhrn. v. M i t t n a ch t vor dem Reichstag eine wuchtige Erklärung gegen eine Regierungsvorlage ab­gegeben: gegen die Weinsteuer, ein Bestandteil des Miquel- IchenSteuerbouquets". Aber der Fall lag wesentlich anders als der jetzige. Der Protest der württembergischen Re­gierung war eine Wiederholung des bereits im Bundesrat geäußerten Einspruchs. Diesem Vorgehen fiel denn auch das Weinsteuer-Projekt in der Folge zum Opfer.

Als der Zolltarif als Vorlage der verbündeten Regie- tungen veröffentlicht wurde, mußte man annehmen, und cs ist ja immer hervorgehoben worden von den Vertretern der Regierung, daß eine absolute Verständigung unter den ^Bundesstaaten stattgefunden hatte, nicht etwa nur über die Grundzüge" des Tarifs, sondern über jede einzelne Posi- lion. So betrachtet, erscheinen allerdings die Negierungen .her Bundesstaaten an das Programm des Tärifentwurses gebunden.

Ueber den Arbeitsplan der Zolltarifkommission meldet uns heute eine parlamentarische Korrespondenz: Die Mehrheit der Kommission hat sich entschlossen, als vornehmstes Ziel die Fertigstellung der ersten Beratung Les Zolltarifs bis zum 8. August fest im Auge zu behalten. 'Die Eisenzöcle sollen nach den in der Vorlage vorgeschla- -genen Sätzen zur Annahme kommen. Der eigentliche «Lntscheidungskampf zwischen Agrariern und Industriellen soll bis zur zw eiten Lesun g vertagt werden. Tie Vertreter der Mehrheit wollen abwarten, wie -sich bei dieser die Nationalliberalen zu den Getreidezöllen Itellen, ob sie die Beschlüsse der ersten Lesung unterstützen imb zur Annahme bringen werden. Geschieht dies nicht, 'dann wird bei den Jndustriezöllen Vergeltung geübt werden."

Danach wird also für die zweite Lesung ein neues ^.Kompromiß" notwendig unter den verbündeten Regie­rungen, eine Vereinbarung darüber, ob und wieweit den in Ler ersten Lesung erfolgten Mehrheitsbeschlüssen eine zroße Anzahl von Zollabänderungen seitens der ver­bündeten Regierungen nachgegeben werden kann. Also zwei Konferenzen kommen in Betracht: die eine der parlamenta­rischen Führer, die andere der Bundesregierungen. Es tzvird erforderlich sein, daß die Regierung zunächst abwartet, welche Beschlüsse die Vertreter der Mehrheitsvarteien über Lenweiteren Marsch/" fassen, und danach ihre Stellung­rahme einrichten. DieNat.-Ztg." schlägt als Ort der parlamentarischen Konferenz Norderney vor. Das ist Dohl scherzhaft gemeint, aber Graf Bülow wird sagen: »Warum nicht?" und eine solche Anregung von berufener Seite dankbar begrüßen.

Die preußischen Landwirtschaftskammern

Kielten kürzlich in Hannover eine Konferenz der Vorstände «b und faßten u. a. folgende interessante Beschlüsse. In Erwägung, daß der gegenseitige Austausch von Ansichten rnd Erfahrungen und Die Anbahnung gemeinsamen Vor­gehens in geeigneten Fällen im Interesse der Arbeits­nachweise der LandwirrschastsTammern liegt, wird die Veranstaltung regelmäßiger Konferenzen von Vertretern der Arbeitsnachweise der Landwirtschaftskam- mern sür dringend notwendig bezeichnet. Tie Zentral- sielle wird ersucht, die Konferenzen zu veranlassen, und War erstmalig im Oktober d. I. Beim Minister der ösfend- I chen Arbeiten wird der Antrag gestellt, die Eisenoahn- direktionen anzuweisen, vor endgiltiger Festlegung derZeiten, in denen Fahrpreisermäßigungen für Wander- arbeitertransporte nicht gewährt werden sollen, die diesLezüglichen Beschlüsse den interessierten Landwirtschafts-

kammern zur Begutachtung vorzulegen und diese Gutachten nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Die Zentralstelle der Landwirtschastskammern soll mit der Leitung der Versuchs­station für Müllereiprodukte sich in Verbindung setzen, um einen Kostenanschlag für die Errichtung einer Versuchsmüllerei und Bäckerei aufstellen zu lassen. Die Zentralstelle soll ferner in Verbindung mit den großen Verbänden des Müllerei- und Bäckereigewerbes treten, um dieselben zur Teilnahme an den Back - und Mahlver­suchen mit inländischem Getreide zu veranlassen. Der Mi­nister für Landwirtschaft sowie die Landwirtschaftskammern sollen ersucht werden, sich durch Bewilligung ständiger Bei­hilfen zu den Betriebskosten an der Durchführung der Ver­suche zu beteiligen. Die Leitung der Versuchsanstalten soll einem aus Vertretern der Landwirtschaft, des Getreide­handelsund der Bäckerei bestehenden Kuratorium übertragen werden. Der Landwirtschaftsminister soll außerdem um Uebernahme der Oberaufsicht über die ,Versuche gebeten werden. An maßgebender Stelle soll dahin gewirkt wer­den, daß das dem Handelsverträge mit Oester­reich-Ungarn angefügte Viehseuchen-Uebereinkommen nicht mehr erneuert und diese Staaten wie alle übrigen behandelt werden. Es sollen Ermittelungen angestellt werden, ob durch die Tariferleichterungen, welche den Kleinbahnen auf Grund des Erlasses des Ministers der öffentlichen Arbeiten im Jahre 1890 gewährt sind, dem Be­dürfnis genügt wird und die Zentralstelle zu beauftragen, je nach dem Ergebnis dieser Ermittelung nötigenfalls euren erneuten Antrag auf Gleichstellung der nebenbahnähn- lichen Kleinbahnen in tarifarischer Hinsicht mit den Neben- bahnen zu stellen."__________________________________

Deutsches Keich.

Berlin, 28. Juli. Man meldet aus Saßnitz: Der Kaiser reiste heute abend nach Enrden.

DerNat.-Ztg." zufolge wird Kaiser Wilhelm dem Zaren nach den bisher vorliegenden Meldungen in den Tagen vom 6. bis 8. Augrrst auf der Rhede von Reval aus Anlaß der russischen Flottenmanöver einen Besuch ab­statten. Die Kolonie der deutschen Reichsangehörigen von Reval und Esthland gedenkt dem Kaiser bei seiner Anwesen­heit ein Album Revalscher Ansichten zu unterbreiten, das dieser Tage behufs Uebergabe an die deutsche Botschaft in Petersburg abgesandt werden soll. Nach derNat.-Ztg." ist an hiesiger unterrichteter Stelle nichts davon bekannt, daß der Kaiser in den nächsten Tagen dem König von England in Cowes einen Besuch abstatten wird, auch stände ein solcher nicht im Einklang mit den bereits ge­troffenen Reisedispositionen.

Der Abg. Frhr. v. Wangen heim hat neuerdings erklärt, daß lediglich die Rücksicht auf Privatverhältnisse und die vielen öffentlichen Funktionen in der Provinz ihn ver­anlaßt haben, nach Schluß der laufenden Session sein Mandat zum Reichstage und Abgeordnetenhause nieder­zulegen und von der Leitung des Bundes der Landwirte zurückzutreten. Sein Weggang bedeute für den Bund keinerlei Systemwechsel. Auch in dem Ver­hältnis des Bundes zur konservativen Partei, daS ge­rade gegenwärtig das denkbar beste sei, ändere sich nichts. Ueber seinen Nachfolger sei zurzeit noch nichts bestimmt. Ob der Westpreuße Herr v. Oldenburg zur Uebernahme des Amtes bereit sei, darüber liege noch keinerlei Gewiß­heit vor.

DerReichs-Anz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, betreffend die wechselseitige Benachrichtigung der Militär- und Polizeibehörden über das Auf­treten übertragbarer Krankheiten.

Wie ein Berichterstatter meldet, ist ein Gesetz­entwurf zur Bekämpfung der Trunksucht von kon­servativen Mitgliedern des Reichstages ausgearbeitet worden. Der Entwurf entspricht im wesentlichen den Wünschen und Vorschlägen der Berliner Synoden und dem Beschlüsse des preußischen Landtags.

St. Goarshausen, 28. Juli. Bei der heutigen Reichstags-Ersatzwahl im 3. Nassauischen Wahlkreise (Unterwesterwald-Rheingau) erhielt Dahlem (Zentrum) 9195, Krahwinkel (natl.) 3772, Brand (B. d. L.) 3115, Vetters (Soz.) 662 Stimmen. 34 Westerwaldorte fehlen noch, sind jedoch alle zu Gunsten Dahlems.

Ausland.

£onbon, 28. Juli. Heute wurde folgendes Bulletin ausgegeben: Der Zustand des Königs ist fortdauernd aus­gezeichnet. Die Wuiide heilt rasch Der König konnte vom Liegeftuhl auf einen Rolllehnstuhl gebracht werden. Der König hat gestern einige Stiinden im Nolllehnstuhl verbracht.

Heute ist ein Blaubuchüb er di e Ereignisse nach dem Kriege erschienen- In Beantwortung einer Anfrage Chamberlains, ob 10 Proz. der höchste Satz sei, den die ärmeren Minen leisten und ob die reicheren Minen nicht im Verhältnis zu ihrem größeren Gewinn mehr zusteuern könnten, erklärte Lord Milner, er sei mit dem Satz von 10 Proz. gairz zufrieden. Am 2. Juni suche Milner die sofortige Ernrächigung nach außer der Zeit eine halbe Million aufwenden zu dürfen. Dies sei erforderlich auf Grund der letzten Klausel der Uebergabebedingungen und eine Sache von solcher Bedeutung, daß, wenn nicht die grundlegenden Finanzfragen sofort geregelt würden, der Zusammenbruch unvermeidlich sei.. Daraus gab Chamber­lain am 13. Juni die Ermächtigung.

(Unterhaus.) In Beantwortung einer Anfrage erklärte Premierminister Balfour, es bestehe keine Mög­lichkeit, daß die Regierung in der Lage sein werde, eine Erklärung über den atlantischen Schiffahrtstruft vor Vertagung des Hauses am 8. August abzugeben. Wenn ein Abkommen mit dem Trust abgeschlossen würde, das irgend eine sinanzielle Vereinbarung enthalte, so würde ein solches Abkommen notwendig oer Zustimmung des Hauses unterliegen.

Ter Entwurf eines Handelsvertrages zwischn England und C h i n a ist nunmehr fertiggestellt. Er erü> hält die Artikel, die von der chinesischen Negierung sämt­lich gutgeheißen worden sind, uni) von denen nur einep, der 8., der die Aufhebung der Liunzölle vorsieht, von dem englischen Vertreter bisher noch nicht acceptiert worden ist, offenbar der von China sür feine Konzession darin a> hob en en Gegenforderung.

Chamberlain ließ den General Lukas Meyer von einem Beamten des Kolonialministeriums empfangen und ihm die Hoffnung aussprechen, ihn zu sehen. 2Urch K i t ch e n e r ließ sich an der Bahn durch einen Kapitän ver­treten. Wie verlautet, hätte Lukas Meyer zahlreiche Ein­ladungen zu privaten und öffentlichen Empfängen erhalten. Expräsident Steijn geht nach Scheveningen, wo er von Professor Munkler von der Amsterdamer llniversität be­handelt wird.

TieCentral News" meldet aus Kapstadt: Als Louis Botha uni) Telarey gestern dem Gottesdienst beiwohnten, war die Kirche gedrängt voll. Sofort nach Beendigung des Gottesdienstes wurde der Platz der beiden Generale gestürmt von Damen, die ihnen die Hände schüttelten und sie für ihre Tapferkeit beglückwünschten. Tie Gefeierten flüchteten in die Sakristei, dahin folgte ihnen aber fast die ganze Gemeinde und hob sie auf einen Tisch. Als der Pastor feine Entrüstung über solches Benehmen in der Kirche äußerte, trugen die Bewunderer der beiden Generale diese auf den Schultern zur Kirche hinaus. General Tewet kam heute nachmittag in Kap­stadt an, doch war infolge eines Versehens ein öffentlichier Empfang unterblieben. Nur zufällig wurde Dewet ent­deckt.

Paris, 28. Jnli. TerFigaro" veröffentlicht einen Artikel des ehemaligen Ministers der öffentlichen Arbeiten, Baudin, über den Ozeantrust. Baudin legt bar, daß durch den Trust die englische Flotte geschwächt und die deutsche gestärkt werde. Ferner ermögliche der Trust den Deutschen und Amerikanern die franzö­sische Flotte zu ignorieren. Baudin betont dann namentlich die Gefahr, welche die Verstärkung der deutschen Flotte zur Zeit des Krieges dank dem Trust für Frankreich mit sich dringen würde. Es fragt sich, welches wohl die Haltung der Syndikats-Gesellschaften im Kriegsfälle sein würde. Der Trustvertrag scheine ihm eine höhere Bedeutung zu haben, als die gewöhnlichen Fragen, welche zwischen den Völkern verhandelt würden.

frage sich wie die Diplomatie einen solchen Trust ver­hindern könne.

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Heer und Flotte.

Gießen, 28. Juli. Beim 1., 2., 6., 7., 9., 11., 14. und 18. Armeekorps, bei der 32. und 77. Jnfanteriebrigade und bei den Unteroffizierschulen werden in diesem Herbst ein Fünftel sämtlicher Gewehre, die im Friedensgebrauch sind, durch ein Fünftel ans den lagernden Beständen der Kriegs- formationen ausgefrifcht. An Stelle der Karabiner Mo­dell 88 werden nunmehr die Karabiner Modell 98 veraus­gabt und desgleichen an Stelle des Fasch in en mess ers Modell 71 der Pioniere, Eisenbahn- und Telegraphentruppen und der Fußartillerie das Seitengewehr 98/02. Die Be­schaffung der Karabiner re. für die Fußartillerie geschieht nach Maßgabe der verfügbaren Mittel und nach Durchführung der Umbewaffnung der Infanterie. Die technischen Truppen erhalten das neue Seitengewehr gleichzeitig mit dem neuen Gewehr 98.

Aus Stadt und Lund.

Gießen, den 29. Juli 1902.

ff Promotionen. An unserer Landesuniversität pro­movierte cand. med. vet. Wilhelm Grips aus Gelnhausen auf Grund seiner Dissertationüber den pyogenen Mikro­organismus des Schweines" zum Doctor med. vet. mit der Censur summa cum laude; ferner Gerichtsaccessist Heinrich Eise aus Lauterbach auf Grund seiner DissertationDer Gemeindewaisenrat im deutschen Recht" zum Doctor utriusque iuris mit der Censur magna cum laude.

H. Ständchen. Gestern abend erfreute der Bauer- sche Gesangverein sein Ehrenmitglied, den Vorsitzenden Georg Todt, aus Anlaß der Feier seiner silbernen Hochzeit durch ein sehr beifällig aufgenommenes Ständchen.

** Gesellenprüfungen. Zwecks Abnahme der Ge­sellenprüfungen innerhalb des Bezirks der Darmstädter Hand- werkskammer wurden im Ganzen 151 Ausschüsse errichtet und zwar von der Kammer 10, von freien und zwangsweisen Innungen 50 und von Ortsgewerbevereinen 91. Von den 151 Prüfungsausschüssen entfallen auf Oberhessen 32, auf Starkenburg 69 und auf Rheinhessen 50., Zur Abnahme der Meisterprüfungen bestehen im Bereiche des Großherzog­tums vorerst nur 3 Prüfungskommissionen mit dem Sitze in den Provinzialhauptstädten Darmstadt, Gießen und Mainz.

Darmstadt, 28. Juli. Die Schüler des obersten Kurses der Tiefbauabteilung der Großh. Landes-Baugewerk-