Ausgabe 
28.6.1902 Drittes Blatt
 
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Samstag 28. Jmn 1908

152. Jahrgang

Drittes Blatt.

Nr. 14»

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Gießener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag bc. Brühl'sche" Unroerj. Buch.u.Steii bt uderet (Pietsch Erben) fhebofnu.. Expedition utu Druckerei:

Schnlstratze 7,

Adresie für Depeschen: Anzeiger Gießen.

tzerrisprechanschluß Nr. 51.

Bezugspreis:

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W " _ A jährlich Mk. 2.20; durch

Eichener Anzeiger W

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZMZ

zeigenteil: Hans Beck.

Aus Stadt und Kand.

Gießen, den 26. Juni 1902.

** Die D-Zug-Diebe sind wieder an der Arbeit. Dieser Tage war einem von Offenburg nach Frankfurt gereisten Herrn die Brieftasche mit 1600 Mark und ein Kreditbrief abhanden gekommen. Gr bemerkte den Ver­lust erst, als sie sich alle aus dem Zuge entfernt hatten. Einige Tage vorher wurde einem Reisenden im D-Zuge Frankfurt- Köln das 200 österreichische Kronen enthaltende Portemon­naie gestohlen. In beiden Fällen hat man von den Thätern keine Spur. Im vorigen Jahr gelang es bekanntlich der Frankfurter Hauptbahnhofspolizei, verschiedene interna­tionale D-Zug-Diebe abzufassen. Sie wurden zu schweren Strafen verurteilt. .Hoffentlich gelingt es auch in diesem Falle, der gemeingefährlichen Hochstapler recht bald hab­haft zu werden, denn zu der gefährlichsten Menschensorte geyören zweifellos auch die Spitzbuben in Zügen.

Mainz, 26. Juni. Die Firniße und Lackfabrik und

Auf Französisch-Australien

die Aufmerksamkeit des neuen Kolonialminifter Dou- mergue zu richten, sind die kolonialen Kreise der Republik gegenwärtig bestrebt. Das Mutterland hat für seine Süd- seebesitznngen bisher in der That wenig gethan; die Ver­kehrsverhältnisse dort stehen, soweit die nationale Flagge in Betracht kommt, hinter denen der deutschen Südseekolo­nien zurück. Die Anschlußverb-indung Französisch-Ozeaniens au eine heimische Schiffahrtslinie fehlt. Die Rhederei der Messageries Maritimes" läßt chre Australlienie in Sydney enden, der Verkehr der Inselgruppe mit der Westküste Amerikas vollzieht sich unter amerikanischer Flagge. Es wird nun, um der Möglichkeit einer völligen Zurück- drängung des französischen Handels vorzubeugen, darauf hinzuwirken gesucht, daß dieMessageries Maritimes" eine Zweiglinie SydneyTahitiSan Franzisko, nötigenfalls mit Staatssubvention, einrichten, und daß ein kleinerer französischer Dampfer für den Verkehr zwischen den ein­zelnen Inseln in Betrieb gestellt wird. Der Handel Fran­zösisch-Australiens ist nicht unbedeutend: in der Ausfuhr allem betrug er im letzten Jahrfünft über 2^ Millionen Mark.

Politische Tagesschau.

Einst und jetzt.

Man schreibt uns aus Berlin, 26. Juni:

Die Erinnerung an die um ein Jahrzehnt zurückliegende Glanzzeit der Berliner Börse wird unwillkürlich wach ge­rufen durch die jetzt in hiesigen Bankierskreisen sich gel­tend machenden Bestrebungen, während der tzochsommer- monate die Börsenzeit um eine Stunde abzukürzen. Der 2 Uhr-Schluß empfehle sich, so meint man auf dieser Seite, weit der Geschäftsverkehr in der dritten Nachmittagsstunde gleich Null sei. Die nicht vereideten Makler hingegen wollen sich die immerhin vorhandene Verdienstmöglichkeit nicht entgehen lassen und verlangen Beibehaltung derUeber"-- Stunde. Wie anders vor zehn Jahren! Da wiesen die Börsenräume bis tief in die vierte Nachmittagsstunde Be­sucher auf, diewilden" Makler vermittelten noch vor dem Börsengebaude Geschäfte ost beträchtlichen Umfanges, man konnte kaum zu Ende kommen. Danrals hatte Berlin die Wiener Börse an Bedeutung überflügelt, der Pariser und Londoner sich stark genähert. Namentlich das Arbitrage- aeschäft blühte. Heute kommt der Berliner Platz für das letztere nur wenig noch in Betracht, wie er denn seine her­vorragende Stellung auf dem internationalen Geldmärkte Mullich eingebüßt hat.

Schellackbleicherei von I. Albrecht feiert am 1. Juli ihr 50 i ähriges Geschäftsjubiläum. Dem In­haber dieser weitrenommierten Firma giebt dies Veran­lassung, diesen Jubiläumstag in besonderer Weise zu be­gehen. Das Preisausschreiben des hiesigen Alice- Frauenvereins für Krankenpflege zur Erlangung eines guten Bauplatzes für das in Aussicht genommene Pflegerinnen­heim hat einen unerwartet großen Erfolg gehabt. Nicht weniger als 98 Entwürfe sind eingelaufen. Nach dem Ausschreiben konnten leider nur drei Entwürfe mit Preisen bedacht werden.

Bingen, 25. Juni. In einer gestern abend stattge­fundenen Versammlung der Ausschüsse für das 28. rhein­hessische Gauturnfest wurde festgeftellt, daß der von den Garantiefondszcichnern zu erhebende Fehlbetrag 15 Prozent beträgt. Da 18 000 Mark gezeichnet sind, so würde der Fehlbetrag sich auf 2700 Mark belaufen.

Gerichtssaal.

Marburg, 26. Juni. Das Schwurgericht ver­handelte gestern vor überfülltem Zuhörerraum gegen den wegen Brandstiftung angeklagten Kaufmann Karl Krei- cker aus Bieoenkopf. Ihm wurde zur Last gelegt, am 14. Februar nachts sein gesamtes Warenlager, das mit 19 000 Mark versichert war, den Flammen überliefert zu haben. Die vielen Zeugen konnten gegen den Angeklagten nichts Disinitives Vorbringen, es erfolgte deshalb Frei­sprechung und Entlassung aus der Untersuchungshaft.

Breslau, 26. Juni. Im heutigen Verhandlungstage des Prozesses Breslauer u. Gen. wurden zunächst die Mitglieder des Aufsichtsrates der Rhederei Vereinigter Schiffer vernommen. Konsul Ollendorf, der bis 1900 Vor­sitzender des Aufsichtsrats war, schildert die Entwickelung des Unternehmens als überaus günstig; Schostag hatte die innere Verwaltung, Breslauer die äußeren Geschäfte zu besorgen. Nach der Fusion mit der Firma Krause und Nagel im Jahre 1895 entwickelte Breslauer eine besondere Rührigkeit in der Ueberwachung des Personenverkehrs. Zeuge Stadtrat Eckart hatte den Eindruck, daß Schostag ein un­gewöhnlich begabter und tüchtiger Kaufmann und die Seele des von ihm geleiteten Geschäfts war. Er fand aber auch, daß Breslauer stets gut orientiert war, und rühmte dessen Rührigkeit in der Ueberwachung des Personenverkehrs. Zeuge Kauftuann Fuhrbach bezeichnet den Angeklagten Pe­trowski, einen alten Seemann, als tüchtigen, zuverlässigen und durchaus ehrenwerten Menschen. Zeuge hat als Mit­glied des Aufsichtsrats wiederholt Kaffenrevisionen vor­genommen und dabei stets alles in tadelloser Ordnung ge­funden. Kaufmann Sackur, der nach Schostags Selbstmord von Direktor Nagel zur Revision und Ordnung der Verhält­nisse in der Rhederei bestellt worden ist, hat in der kurzen Zeit von vier Wochen viele Unregelmäßigkeiten gefunden; z. B. Formulare von Quittungen und Ladescheinen, die Breslauer in blanco unterzeichnet hatte. Er hat auch kon­statiert, daß Schostag vielfach das Reichsbankgiro­konto der Rhederei für seine Zwecke mißbraucht hat. Rechts­anwalt Hauchel erklärte, Breslauer habe von den Ver­untreuungen und Spekulationen Schostags wenig Kenntnis gehabt und wenig daran teUgenommen. Insbesondere habe er von den umfangreichen Terminspekulationen nichts ge­wußt. Er sei ein einfacyer, bedürfnisloser Mensch gewesen. Seine Frau habe ihm 80 00090 000 Mark in die Ehe gebracht, und von 100 000 Mark, die er ihr nach seinem Tode i ich erstellte, seien 75 000 Mark als unanfechtbar an­erkannt. Schostags Verluste bei Spekulationen be­zifferten sich auf H und erttausend. Ferner seien auch Zuwendungen an Breslauers Schwester erfolgt, die auch zum größten Teile anerkannt werden mußten. Prokurist

Hamburger gab an, er habe am 5. September 1901 für seine Firma Reduftionen der Verbindlichkeiten verlangt. Das Konto der Firma Kutznetzky u. Co. habe die Summe von 1600 000 Mark erreicht, wovon Ende September 60 000 Mark abgestoßen werden sollten. Auf Ersuchen sei bis Dezember Frist bewilligt worden, und wenige Tage darauf erfolgte der Zusammenbruch. Die Direktoren Hänisch und Wrnkler bekunden, Schostag knüpfte 1898 Geschäftsverbindung mit der Breslauer Diskontobank an, welche ihm einen um­fangreichen Lombardkredit eröffnete. Tue Verhandlungen, leien mit Schostag und Breslauer gemeinsam gefübrt wor­den, doch habe letzterer allein die Schriftstücke an die Bank unterzeichnet. Aufgefallen sei das Ersuchen, die Briefe^ betr. Berliner Ladescheine getrennt zu halten, weil diese separat gebucht würden. Die Diskontobank sei in 1900 mißtrauisch geworden, weil sich die Einlösung lombardier­ter Ladescheine um Monate verzögerte, während der Trans­port nur Wochen dauerte, und drohte mit Entziehung des Lombardkredits. Breslauer trat beschwichtigend ein. Im Dezember erfolgte die Drohung der Bank, ihren Syndikus, zum Empfang der lombaridertcn adungen nach Hamburg zu entsenden. Trotzdem Breslauer ein Telegramm der Hamburger Filiale vorbrachte, wonach die rückständigen Konossemente bei Behrendt u. Söhne-Hamburg eingelöst worden seien, kündigte die Bank der Rhederei an, daß ihr nur noch Acceptkredit, also kein Lombardkredit mehr gewährt würde. Trotzdem betrug die Forderung der Bank beim Zusammenbruch der Rhederei uock 107 000 Mark. Breslauer bemerkt hierzu, er habe allerdings wiederholt falsche Angaben gemacht, doch nur auf ausdrückliche Anord­nung Schostags, der ihn jedesmal genau instruierte. (Mor- gen Fortsetzung.)

Daderzeltung.

Wenn auch das Reisen zum guten Teil Mode geworden ist, so ist dieses Vergnügen für viele doch eine ernshe Pflicht. Die Nerven und wer wüßte nichts von solchen bedürfender Erholung und Kräftigung. Aus Dillen­burg schreibt man uns: Wo könnten esSommerfrisch­linge" besser haben als in Dillenburg. Laub- und Nadel­holzwaldungen (4000 Hektar), Berge, Hügel, Thäler und Thälchen, Bäche und Bächlein, Wiesen und Weiden, kurz alles, was eine Gegend anmutig gestallet, ist hier ver­einigt. Ein rühriger Verschönerungsverein hat für zahl­reiche, gutgepsiegte Spazierwege mit Ruhebänken, Aus­sichtstempeln, Schutzhütten und Wegemarkierungen gesorgt. 50 Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung Dillen­burgs mit Angabe der Wegemarkierungen und der Zeit-, dauer für die Fußwanderung sind zusammengestellt. Aber auch für die leibliche Verpflegung der Gäste ist bestens gesorgt durch ein neues städtisches Kurhaus, mit allen Be- guemlich keilen versehen, gute Gasthöfe und Privat-Logis*, Auskunft wird durch den Vorsitzenden der Kurhausverwal- tung, Bürgermeister Gerlich, erteilt.

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Horst, Riegelpfad. 175

Maudereien aus der Kaiserstadt.

(Nachdruck verboten.) Die Londoner Absage. Berliner Heilsarmee und ihre Erfolge. Thielens Nachfolger.

Eine Mlllionenstadt wie Berlin wird von allen mög- ttchen Ereignissen in Mitleidenschaft gezogen, die anderswo ohne Spuren vorübergehen. So hat das Hinscheiden König Alberts bei dem ziemlich starken Sachsen-Kon- tingent, das Berlin au-fweist, zumal für die Wirte, nicht unerhebliche Verschiebungen gebracht; außerdem wurde da­durch eine Verlängerung des Stuttgarter Hofthea­ter - Gastspieles bei Kroll herbeigeführt, da dieses in Dres­den wegen der Landestrauer zunächst unmöglich ist. Dte Sommer-Operette, die Direktor Ferenczi bei Kroll, dem jetzigenNeuen Königl. Operntheater" er-, öffnen sollte, beginnt dadurch natürlich auch später, wes­wegen wieder die Jünger der leichtgeschürzten Muse chr Wiesbadener Auftreten verlängert haben. So treibt ein Keil den andern. Einschneidender noch sind die Folgen der Londoner Absage der Krönungsfeierlich­keiten Nicht, weil die Berliner etwa Feste dazu beab­sichtigt hätten. Trotz des Walderseefchen Trinkspruches auf Lord Roberts bleibt Berlin den britischen Vettern gegen­über kühl bis ans Herz hinan, und die englische Kolonre batte wohl mit aus diesem Grunde ihr für den Krönungstag beabsichtigtes Fest recht weit hinaus, nach Schlachtensee, verlegt. Natürlich wird das nun auch nicht stattffnden. Schlimmer sind jedoch alle unsere Globetrotter daran, die blasierten Leute, die an nichts mehr so recht Freude haben oder wenigstens doch so thun, trotzdem aber überall daber sein mN Es ist eine ga^ artige Anzahl, die in diesen Tagen nach London gehastet ist, um der pomphaften Haupt- und Staatskomödie von irgend einem unsinnig hoch be- zahlleu Fenster aus beizuwohnen. Dre Aermsten sind nun

alle für umsonst gefahren, genau so wie die offiziell be­stellten Vertreter der einzelnen Länder und Ländchen Euro­pas, und der mit allesumfassender Bruderliebe annektier­ten Kolonien der übrigen Erdteile. Wie lange die mit so ungeheuren Kosten ins Werk gesetzte Zeremonie hinaus­geschoben werden muß, läßt sich vorläufig nicht absehen. Der augenblicklich in Berlin weilende Vertreter derH eils- armee", jener bizarr-schwärmerischen Religionssekte, die aus Amerika und England zu uns herübcrgekommen ist, hat für alle seine Niederlassungen, die eigentlich Garnisonen heißen solllen, Bittgebete für König Eduard verordnet, und so werden die Gläubigen des General Bovth auch an der Spree für Englands Majestät beten. Allzuarg ist übrigens der Andrang zu den Andachtsübungen der Heilsarmee noch immer nicht im nüchternen Berlin. Die ältlichen Mädchen, die alsSoldaten" undLeutnants" mit demKriegsruf" d. i. die Zeitung der Heilsarmee hausieren gehen, und dadurch die nötigen Nickel für die Sache zusammenholen, sind durch die Bank Provinzler, und zwar solche aus dem Osten. Da die Heilsarmee indessen auf dem Gebiete der Nächstenliebe mancherlei anerkennenswerte und gut orga­nisierte Bethätignng zeigt, indem sie Mittellosen ein Mittag­essen und Obdachlosen ein Nachlager gewährt re., so wird sie vielfach von Leuten durch den Ankauf der schwulstig und verworren geschriebenen, wenig interessierenden Kriegsrufs"-Nummern regelmäßig unterstützt, die eben nur diese Nebenzwecke fördern möchten, zu den Wunderlichf- keiten der Sekte aber genau so erstaunt die Köpfe schütteln, wie alle die andern, die den Nickel lieber imKleinen Witzblatt" oderSatyr" rc. anlegen.

Wer bei der Londoner Absage am meisten verdient, ist die Eisenbahn. Der neue Eisenbahnmini stier sängt dadurch mit einem guten Plus an. Hoffentlich ist er aber nicht nur ein Plusmacher, wie man das von un­befriedigter Seite Herrn v. Thielen zum Vorwurf gemacht

hat. Der Wunschzettel der Berliner, den sie dem Herrn Budde überreichen möchten, ist ziemlich lang, von der rührigen Gruppe der Zonentarifler ganz abgesehen. Was in geradezu beängstigender Weise unter Thielen zum Still­stand verdammt war, mrd der Entwickelung dabei recht dringend bedurft hätte, war die Berliner Stadt- und Ring­bahn. Der Fünfstationentarif, durch den die Zehnpsennig- strecken, sobald eine neue lleine Station ein geschoben wurde, immer mehr an Länge einbüßten, hat nicht wenig dazu beigetragen, die Straßen- und Hochbahn zum Blühen zu bringen. Auch das Rauchverbot für sämllichezweiten Klassen" wurde mit unerklärlicher Hartnäckigkeit alle die Jahre her aufrecht erhalten, wogegen wiederum durch die Beschränkungen für den Bahnhofsbuchhandel manch einem Oppositionsb'latt unnötige Reklame gemacht worden ist. Budde ist wie sein Kollege Podbielski General. Seine für das Ministerportefeuille ausschlaggebenden Eigenschaften liegen zunächst auf der militärischen Seite des Ressorts. Ob Handel und Wandel durch seine Berufung große Bortelle haben werden, bleibt abzuwarten. Der skeptische Berliner sagt: Es wird fortgebuddelt! d. h. er verspricht sich für seinen Geldbeutel tlicht allzicviel von dem neuen Cyef. Militär kostet Geld!" meint ironisch ein anderer. Nörgeln wollen sie nun einmal, ob Grund vorhanden ist oder nrchü Und sie wissen dabei ganz gut, daß das alte Grlllparzer- Epigramm auch bei uns feine tiefe Berechtigung hat, wenn es sich um Reformen auf irgend welchen Gebieten, die Armee und Marine höchstens ausgenommen, handelt, jenes Epigramm mit den bitter wahren Schlußzeilen, durch deren Nichtbeachtung schvn mancher Fackeltänzer ins Stolpern kam:

Nach dem Minister der Finanzen

Muß alles tanzen!

Budde ist erst fünfzig; er wird's lernen, wenn er's noch nicht kann! U. R.