Ausgabe 
27.6.1902 Drittes Blatt
 
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Nr. 148

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien- blälter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag bc< Brüh l'sche" Univers. Buch-u.Steii biucterei (Pietsch Erben) Redakia.. Expedition um Druckerei:

Schulstraße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

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Drittes Blatt.

153. Jahrgang

Freitag 3 7. Juni 19018

SieKener Anzeiger

M General-Anzeiger **

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis: monatlich Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viert el- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem« Teil: P. Wittko; für »Stadt und Land" und ^Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Politische Tagesschau.

Spiritus.

Wir lesen in derDisch. Tagestztg.":

,DasBerl. Tagebl." verkündet, daß die Zentrale für Spiritus Verwertung ihre Spritpreise für Juli, August und September erhöht hat. Die Zeitung verleugnet dabei ihre durch die intimen Beziehungen zur Börse zweifelhaft erworbene Sachkenntnis; sie muß wissen, daß im Spiritus­handel die von Monat zu Monat erhobenen Zuschläge nicht eine Erhöhung der Grundpreise, sondern die üblichen Reports, d. h. das Entgelt für. die Zinsen und Kosten der Lagerung darstellen. Das Blatt findet aber auch einen besonderen Grund für die Preissteigerung, nämlich die endgiltige Annahme des neuen Branntwein-Steuergesetzes. Die Auffassung, als ob die Be­deutung dieses neuen Gesetzes, das dem Brennereigewerbe eine erhöhte Belastung von 2i/2 Mk. per Hektoliter Spiritus auferlegt, durch eine Preisbesserung von 50 Pfg. erschöpft sei, ist nicht ernst zu nehmen. Vielmehr dient der Hin­weis auf das neue Branntwein-Steuergesetz offenbar nur als Vorwand für den weiter daran geknüpften Angriff, daßbezeichnender Weise" eine Herabsetzung des Preises für denaturierten Spiritus unter«- blieb en sei, wiewohl auch diese durch das neue Gesetz erleichtert würde. Hierbei offenbart sich aber eine Un­kenntnis. Die Vergütung auf die Denaturierung von Spi­ritus, welche durch das Gesetz wieder eingeführt wird, tritt nämlich erst mit dem 1. Oktober dieses Jahres in Kraft. Bis dahin Ändert sich nichts an den geltenden Bestimmungen, welche eine Brennsteuervergütung für denaturierten Spi­ritus ausschließen. Das Ansinnen desB. T." würde be­deuten, daß der Verkäufer von denaturiertem Spiritus eine Vergütung erhält. Übrigens bleiben für denaturierten Spiritus die Reportkosten unerhoben, sodaß darin eine relative Ermäßigung des Preises seitens der Zentrale liegt.

Die Auswanderung über deutsche Häfen

in diesem Jahre besonders stark. Der Prozentsatz der beteiligten Reichsdeutschen unterscheidet sich indessen nichjt wesentlich von dem des vorigen Jahres. Das Hauptkontin­gent der Europamüden stellen Rußland und Oesterreich- Ungarn. Was letzteres betrifft, so ist die andauernd un­günstige Lage der dortigen Industrie, besonders der Eisen- und Maschinenindustrie, die Veranlassung zu dem An­schwellen der Auswandererzahl. Die Arckreitsverhältnisse haben sich seit dem Herbst unausgesetzt verschlechtert, in vielen Fabriken sind Arbeiter entlassen, in anderen die Löhne herabgesetzt worden. Für die deutschen Schifffahrts­gesellschaften bedeutet die zunehmende Beförderung der Auswanderer jedenfalls einen Vorteil, einen erfreulichen Ausgleich für die durch die Schwankungen des Frachten­marktes entstandenen Ausfälle.

Deutsch-Schwedisches.

Der schwedische Auslandsminister v. Lager heim fand jüngst, bei der Einweihungsfahrt des Stettiner Schnell­dampfersOdin" sehr herzliche Worte zur Charakterisie­rung der schwedisch-deutschen Beziehungen. Er meinte offenbar weniger die politischen, als die wirt­schaftlichen Beziehungen und brachte seine Wünsche für die Zukunft vielleicht nicht ohne Rücksicht auf Dänemark so warm zum Ausdruck. Bekannt ist ja, daß die schwedische

Kaufmannschaft, zumal der Stadt Malmö, auf dessen Rhede Herr v. L.'gerheim seinen Trinksppuch vom Stapel ließ, von der Dampf führ v erb in düng zwischen Däne­mark und Deutschland (Gjedser-Warnemünde), die im Herbst in Betrieb gesetzt werden soll, einen schädigenden Wett­bewerb befürchtet. Die Malmöer Handelskammer petitio­nierte denn auch vor einiger Zeit bei der schwedischen Re­gierung um Einrichtung einer Konkurrenzlinie zwischen Malmö und Warnemünoe. Ohne Erfolg, wie es scheint. Der deutsch-schwedische Handelsverkehr wird sich darnach wohl auch fernerhin in der Hauptsache über Stettin ab- wickeln. Uebrigens bezog Schweden aus Deutschland im vorigen Jahre an Wert fast dreimal so viel Ware, als Deutschland aus Schweden.

Eisenbahn-Zeitung.

Herborn, 26. Juni. Mit dem Bau der Wester- walderQuerbahn von hier nach Rennerod, die schon länger sestgelegt ist, soll gewartet werden, bis die Linie Niederwalgern-Herborn vollendet ist. Die dem Vernehmen nach geplante Fortsetzung der Bahn von Renne­rod über Ritzhausen und Hölm nach Westerburg mit einer Abzweigung nach Marienberg und Rotzenhahn berücksichtigt nach Möglichkeit alle Interessen. Ter Staat wird dabei kein schlechtes Geschäft machen und einer armen, bisher vernachlässigten Gegend neuen Verdienst zuführen.

** Aufhebung der Schnellzüge Hamburg- München. Auf der in Innsbruck abgehaltenen euro­päischen Fahrplankonferenz wurde von der Ver­waltung der bayr. Staatsbahnen die Absicht geäußert, im Winterfahrplan die Schnellzüge Hamburg- München und zurück, die erst nach langen Bemühungen und gerade auf Anregung der bayerischen Staatsbahnen von der preußischen Staatsbahnverwaltung nach langjäh­rigem Widerstande zugcstanden wurden, aufzuHeven. Diese Zugverbindung über Hannover-Elm-Gemünden hat sich ungemein eingelebt, sie ist sowohl für die preußischen Bahnen als für Hamburg, Bremen, Hannover, Cassel, Würz­burg, München, sowie für die größeren Städte der näheren Umgebung besonders auch für Gießen von großem Werte, und es wäre ein unverzeihlicher Fehler, wenn aus diese internationale Verbindung verzichtet würde.

Universitäts-Nachrichte«.

Die deutschen Universitäten zählen in diesem Sommer 36890 immatrikulierte Studenten gegen 35518 im Winter und 35 552 im Sommer vorigen Jahres, gegen letztere also eine Z u -- n a h m e von 1338 Mann. An dieser Studentenzahl sind beteiligt: Berlin mit 5676, München mit 4430, Leipzig mit 3608, Bonn, mit 2408, Freiburg mit 1861, Breslau mit 2827, Halle mit 1727, Heil- beiberg mit 1740, Tübingen mit 1496, Göttingen mis 1371, Mar­burg mit 1362, Würzburg mit 1198, Kiel mit 1156, Straßburg mit 1132, Gießen mit 1016, Erlangen mit 1004, Königsberg wit 968, Münster mit 877, Greifswalb mit 825, Jena mit 755 und Rostock mit 551. Dem Studium nach entfallen 10926 auf die Ju- ristenlgegen 10289 im vorigen Sommer), 6719 (gegen 7055) auf die Mediziner, 6222 (gegen 5613) auf die Philologen und Historiker, 5555 (gegen 5059) aus die Studierenden der Mathematik und Na­turwissenschaften, 2251 (gegen 2380) auf die evangelischen und 1644 (gegen 1624) auf die katholischen Theologen, 1092 (gegen 1203) auf die Pharmazeuten, 940 (gegen 866) auf die Studierenden der Staats- oder Forstwissenschaft, 901 (gegen 920) aus die Landwirt­schaft, 424 (gegen 418) auf jene der Zahnheilknnde und 176 (gegen 134) auf die in Gießen immatrikulierten Studierenden ber

Tierheilkunde. Die Zu- und Abnahme bewegt sich bei ber Hauptfächern burchweg in der gleichen Richtung wie schon seit einer Reihe von Jahren.

Kunst und Wissenschaft.

Der mißverstandeneKeau". Im Mainzer Stadt« t he ater kam am letzten Sonntage das uns. Gießenern wohlbe­kannte Tumas"sche LustspielKecin" zur Aufführung. Als die Wahnsinnsscene zur Darstellung gelangte, bei der bekanntlich die auf allen Plätzen des Zuschauerraums verteilten Schauspieler und Schaulpielermnen durch Zwischenrufe und Bemerkungen in die Handbmg eingreifen, war der auf der Galerie postierte Schutz- m fl r n der Ansicht, es seien dies unberechtigte Eingriffe des Pu» blÜ'u.us m die Aufführung des Stückes, und der Mann der Ord­nung schritt auf der Galerie gegen einige Damen ein, die ihren Rollen gemäß, sich an der Aufführung beteiligten. Als dem Schutz­mann klar gemacht wurde, daß die Zwischenrufe aus dem Zu- schauerraum zu der Aufführung gehörten, zog er sich entschuldigend zurück.

Landwirtschaft.

Saateustaud^ DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Nach­richten über den Stand der Saaten im Deutschen Reich um die Mitte des Juni. Darnach war der Stand der Saaten folgender; Winterweizen 2,2; Sommerweizen 2,4; Winterspelz 2,0; Winter­roggen 2,4; Sommerroggen 2,4; Sommergerste 2,4; Hafer 2,4; Kartoffeln 2,7; Klee 2,4; Luzerne 2,6; Wiesen 2,5. Die entsprechen­den Zahlen des Vorjahres sind: 3,5; 2,8; 2,8; 2,9; 2,7; 2,7; 2,6; 2,4; 3,3; 3,0; 2,8. Hinzugefügt wird: die Ende Mai eingetreiene und eine Woche ungewöhnlich warme Witterung beeinflußte im Allge­meinen das Wachstum sämtlicher Feldfrüchte außerordentlich günstig. Die Besserung der Saaten war vielfach über Erwarten groß.

Gingesandt.

(Für Form und Jnbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zu dem Artikel in Nr. 146 Ihres geschätzten BlattesBlu­me n p s l e g e i n der Schule" sei bemerkt, daß schon seit 1887 t£t Hofe der Stadtmädchenschule die verschiedenartigsten Zimmer­pflanzen zu dem in dem betreffenden Artikel genannten Zweck an- gepflanzt und von den Mädchen der Oberklassen unter entsprechen­der Belehrung gepflanzt worden sind, aber ohne den Anreiz der Prämien, durch welchen der erzieherische und ästhetisch wirkende Einfluß sehr leicht in den Hintergrund gedrängt wird und deshalb gerade hier vom pädagogischen Standpunkte aus zu verwerfen ist.

X. Y. Z.

Krirskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben uuberüÄsichtigt.)

S. S. III. u. v. a. Alle Arten von Inseraten und Rekla^ men sind an die Expedition, alle Mitteilungen, Notizen usw., die für den Text der Zeitung bestimmt sind, an dieRedak- t i o n" des Gießener Anzeigers zu richten. Zu vermeiden ist die Adressierung an die einzelnen Redakteure, wodurch jeder Verzöge­rung vorgebeugt wird.

Giotli^s Teigseite 1 ftes Reinigungsmittel für die schmutzigste Küchen- und Leibwäsche, sowie Schürzen. Preis per Packet 20 Pfennig. Fabrikant: I. Gioth, Hanau. 1996

Feuilleton.

Alpen reis enden sei empfohlen: Tirol und Vorarlberg, Bayerisches Hochland und All­gäu, Salzburg, Ober- und Niederö st erreich, Steiermark, KärntenundKrain. Von Th. Traut­wein. Zwölfte vermehrte Auflage: Bearbeitet von H. Heß. Mit 60 Karten und Plänen. (XXVI und 661 S.) Innsbruck, A. Edlinger's Verlag. Preis in Leinwand geb. Mk. 7.50. Von Heinrich Heß, dem Redakteur der Publikationen des Deutschen imb" Oesterr. Alpenvereins auf das sorgsamste bearbeitet, ist der sogenannte große Trautwein in 12. Auf­lage erschienen. Tas ausgezeichnete Buch hat seine in Touristenkreisen längst gewürdigten Vorzüge: Reichhaltig­keit und Zuverlässigkeit, praktische Einteilung des Stoffes und übersichtliche Darstellung auch in dieser Ausgabe bei­behalten, seinen Geltungsbereich schon in den letzten Auf­lagen auf das gesamte Ostalpengebiet ausgedehnt. Kon­sequent wurden auch in dieser Auflage die beliebteren Touren und Gipfelbesteigungen ausführlich behandelt ausführlicher sogar als in manchen Spezialbüchern oder Lokalführern wogegen Touren von nebensächlicher Be­deutung und solche, die selten gemacht werden, außer­gewöhnliche Anstiege, endlich jene, welche vorerst noch als reiner Klettersport bezeichnet werben müssen, alle unter genauer Berücksichtigung ihres touristischen Werts, kürzer oder auch nur informatorisch behandelt wurden. Muster­haft ist auch in dieser Auflage das Kartenmaterial, be­stehend aus 60 Karten und Plänen; darunter befinden sich 31 Blätter, welche der Ravenstein'schen Spezialkarte der Ostalpen (1:250 000) entnommen und aus das sorgfältigste revidiert wurden. Alles in allem ist Trautwein's Buch heute wohl der beste Führer für Tirol und das ganze Gebiet der Ostalpen, und die neue Ausgabe kann, dem bequemen Wanderer wie dem Hochtouristen, empfohlen Werden.

Nach den Ostseebädern! Für die Freunde der Ostseebäder giebt die Stettiner Dampfschiffs-Gesellschaft I.

F .Bräunlich, eine Fcchrplanbroschüre heraus. Diese ent­hält eine Reisebeschreibung, Fahrpläne, Preise, Auskunft über die direkten Fahrkarten und Gepäckabfertigung, Straßenpläne, Verkehrskarte, Beschreibung der Verbindung mit Skandinavien und Bornholm sowie zur Orientierung in den einzelnen Orten Inserate. Die starke Broschüre wird zu 10 Pfg. ausgegeben, mit Porto 15 Pfg., und ist zu haben in Berlin im BureauBerlin-Saßnitz-Trelleborg", Bahnhof Friedrichstraße.

Neue Kunstlitteratur. Das Juni-Heft der Kunst" (München, Bruckmann, Preis vierteljährlicy sechs Mark) hat nachstehenden Inhalt: Klingers Beet­hoven in der Wiener Sezession (4 Abbildungen, Text von B. Zuckerkandl); Ter Kunftverein der Zukunft (ein Aufsatz von Ludwig Volkmann, erörtert, wie derKun st v erein" in teilweiser Umformung seiner Bestrebungen sich wirk­lich kun st erzieherisch erweisen könnte); Wilhelm Volz (29 Abbildungen nach Werken dieses Künstlers, be­gleitet von einem feinsinnigen, das eigentliche Wesen der Volzschen Kunst glücklich charakterisierenden größeren Auf­satz); Tas Waschen der Oelbilder (ein Beitrag aus der Praxis vom Königsberger Maler Eugen Voß); Nürnberger Handwerkskunst (78 abbildliche Proben von Arbeiten aus den von Peter Behrens geleiteten Nürnberger Meisterkursen, dazu ein Aufsatz, von Tr. Friedr. Carstanjen); Die Farben­schau im Kaiser Wilhelm-Museum zu Krefeld (Bericht über diese höchst originelle Ausstellung aus der Feder Oscar Ollendorffs); Neue Interieurs (von R. und F. Wille, den Dresdener Kunstgewerblichen Werkstätten, Hans Wagner usw.); Nemesio de Mogrobejo (8 bildhauerische und kunst­gewerbliche Arbeiten eines jungen Basken, dre A von Tra- senovich-Graz erläutert).

Die Völker der Erde. Eine Schilderung der Le­bensweise, der Sitten, Gebräuche, Feste und Zeremonien aller lebenden Völker von Dr. Kurt Lampert. Mit etwa 650 Abbildungen nach dem Leben. 35 Lieferungen zu je 60 Pfg. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.)

Vieles Gewaltigen Allergewaltigstcs ist der Mensch", so übersetzt Wilhelm Jordan das Wort des großen Sopho­

kles und man stimmt heute diesem Wort des griechischen Tragikers herzhafter zu denn je. Davon zeugt uns auch die erste Lieferung dieses Werkes, das die erste auch den höchsten Anforderungen entsprechende, allumfassende Völ­kerkunde zu reden verspricht, die sich auf bildliche Doku­mente von urkundlicher Treue stützt. Welche Fülle der Gesichter, der merkwürdigen Erscheinungen, von denen uns die eine oder andere wohl schon vertraut sein mag, die aber hier in sorgfältiger Gruppierung und Ordnung nach ihrer wissenschaftlichen Zugehörigkeit vor uns treten. Tas Wort, daß die Welt klein geworden sei, sinden wir vollauf bestätigt, denn die entlegensten Erdteile werden uns durch fesselnde Sck)ilderungen vor Augen aerückt, und einen treuen und zuverlässigen Begleiter hatte der Verfasser int Photo­graphen, der mit sicherer Hand das festhielt, was im bunten Völkergemisch unserer Welt durch Eigenart beson­ders hervorragt. Keine Phantasiegebilde werden hier geboten, wie sie wohl die Sensationssucht, die Spekula­tion auf die Leichtgläubigkeit der Leser hervorgebracht haben, sondern wir finden durchweg Wiedergaben nach dem Leben, einige davon, wie gleich in der ersten Lieferung, im Schmucke ihrer natürlichen Farben. Ein glücklicher Gedanke war es, das Werk mit jenen Gebieten zu beginnen, in denen Deutschlands jüngst erworbene Kolonien liegen, mit Polynesien. Aus eigner Anschauung kann sich der Äser überzeugen, wie unsereneuesten Landsleute" aussehen, und er wird gewiß zugeben, daß sie gar nicht so übelsind. Soweit sich bis jetzt überblicken läßt, greifen in dem Werke Text und Bild vorzüglich ineinander. Die Illustrationen, Musterleistungen der Technik, sind durchweg charakteristisch für die einzelnen Gebiete unseres Erdteils, und in glück­lichster Weise hat der Verfasser die Aufgabe gelöst, streng wissenschaftliche Auffassung mit einer anziehenden, allge­mein verständlichen Darstellung zu verbinden. So wird denn hier zu ungewöhnlich wohlfeilem Preise ein volks­tümliches Prachtwerk ersten Ranges geboten, das Anschau­ung und Belehrung in angenehmster Form verbindet. Tie erste Lieferung ist durch jede Sortiments-Buchhandlung zur Ansicht zu erhalten.