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Äbtefie Hh Deoeschen» Anzeiger Dietzen.
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Erstes Blatt.
152. Jahrgang Mittwoch 26. November LSVS
GietzeuerAnzeiger
Eeneral-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
yerngSpreisr monatlich 75'm., sie rteb* tShrlich Dtk. 2.20, du.ch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 60 Ps.; burch biePost 2ik. 2.— vienel- läbrL ausschl. Bestell-, Annahme von Anzeige« für bi« lageenuminet btS vormittag« 10 Uhr, ßellenptete: lokal ll'ÜU a<x4roärlfl 20 Psg. vetanlworilich» für den polil e. allgem. teil: P. Witiko: tüt „Stabt unb Vanb* und -lLertchtssaal" Curt Plato, für den An» zeigenteil: Han» Beck.
Ium Tode Lrupps.
Wen TtenStag nachmittag 5 Uhr fand ht her CfTTa Hü g el bei Essen ehre Familtentrauerfeier statt, an welcher außer Frau Krupp und beten Töchtern Mitglieder und Freunde der Familie, sowie daS gesamte Di- rektorium der Firma teilnahmen. Das städtische Orchester eröffnete die Feier mit Trauerweisen, worauf Pastor Geibel- Werden a. d. Ruhr eine tief ergreifende Ansprache hielt, die mit einem Gebet schloß. Mit einer abermaligen Trauer- weise des Orchester- schloß die Feier. Der Bürgermeister von Capri bat den Essener Oberbürgermeister Zweigert telegraphisch, Capri bei der Beisetzung deS Ehrenbürgers von Capri zu vertreten.
Ter Kaiser ist gestern (Dienstag) abend 11 Uhr von Bückeburg nach Essen abgereist. Ter Kaiser wird beim Begräbnis der Leiche ru Fuß folgen. Ein Bataillon Infanterie auS Mühlheim und eine Schwadron Tüsseldorfer Husaren trafen in Essen ein.
Ter Großherzog und die Großherzogin von Baden sandten an die Witwe des Geh. Rats Krupp in warmen Worten gehaltene Beileidstelegramme. Der Großherzog beauftragte den Prösidenten der Zivilliste, Nicolai, mit seiner Vertretung bei den Beisetzungsfeierlichkeiten. Der Vertreter des GroßherzogS wohnte bereits der Trauerfeier in der Villa Hügel bei.
Es werden auch der Chef des Generalstabes Graf von Schliessen und der Regierungspräsident von Holleuffer zur Beisetzung Krupps erwartet. Die Trauerdekoration in der Stadt ist eine allgemeine. Vor dem Kirchhofe ist eine Ehrenpforte der Stadt errichtet worden. In der letzten Nacht wurde bei Fackelbeleuchtung Krupps Leiche durch die Feuerwehr von der Villa Hügel nach der Stammhaus- Fabrik überführt.
AuS Kiel wird gemeldet, daß die Germaniawerst eine Deputation von 30 Meistern und Arbeitern nach Essen zur Beteiligung an der Beisetzung Krupps entsandte.
Von dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Frhrn. v. Nichthofen ist dem Direktorium der Firma Krupp folgendes Beileidstelegramm zngegangen: Schmerzlich berührt durch die Nachricht von dem plötzlichen Ableben des mir persönlich in langjähriger Freundschaft verbundenen Seh. Rates Krupp spreche ich dem Tirektorium meine aufrichtige Teilnahme an dem herben Verluste auS. Mit Ihnen trauert das Auswärtige Amt um den erschütternden Heimgang eines Mannes, dessen Werk hervoragend dazu bei- aetragen hat, die deutsche Arbeit auch im Auslände zu yoher Achtung zu bringen.
Tie „Berl. Pol. Nachr." machen zum Hinscheiden Krupps folgende Ausführungen: Wir wollen nicht vor dem noch offenen Grabe uns eingehender mit denen befassen, die seit einer längeren Reihe von Jahren den Tahingeschiedenen zum Zielpunkt rücksichtsloser Angriffe gemacht haben. Der Zeitpunkt, auch ihrer $u gedenken, wird noch kommen; aber aussprechen wollen wir es, daß die Angriffe, welche seine Person und seine Geschäftsehre zum Zielpunkt hatten, die Katastrophe vorbereitet Habern Die letzten vier Jahre waren für F. A Krupp Jahre schwerster Seelen- und Herzenskämpfe, die wohl durch die zahlreichen Beweise kaiserlicher Gnade gemildert, aber doch nicht ausgeglichen werden konnten. Tie Neider und politischen Parteigänger sollten doch nicht den Sozialdemokraten allein die Schuld zuschieben, daß dieser Mann viel zu früh fürs Vaterland seinem Leiden erlegen ist.
Noderruuhuug und Hetreideprsdukttorr der Säuerlichen Betriebe.
Nachrichten vom deutschen Landwirtschaft?rat aus Ostelbien, West- elbien und Süddeutschlaud.
(Fortsetzung statt Schluß.)
Tie Bodenbenutzung der landwirtschaftlichen Parzellen-, Dauern- und Großbetriebe in Oft* elbien, Westelbien und Süddeutschland nach der landwirtschaftlichen Betriebszählung von 1895.
Tie Erhebungen über die Bodenbenutzung im deutschen Reich berücksichtiaten bisher nicht die Bodenbenutzung der einzelnen Besitzklassen: Klein-, Mittel- und Großgrundbesitz. Der deutsche Landwirtschaftsrat stellte sich nun die Aufgabe, die Bodenbenutzung der einzelnen Besitz- klassen in der landwirtschaftlichen Betriebsstatistik zu finden, die auf direkter Nachfrage bei den einzelnen Betrieben in Teutsckland beruht. Diese landwirtschaftliche Betriebsstatistik teilt die Anzahl der Betriebe in den einzelnen Größenklassen, die Viehhaltung derselben, ihre Maschinen benutzung, die Ausdehnung der technischen Nebengewerbe in den einzelnen Größenklassen usw. mit, nur von der Nutzungsart des Ackerlandes erfährt man nichts. Hinsichtlich der Bodenbenutzung weist die landwirtschaftliche Betriebsstatistik nur die landwirtschaftlich benutzte Fläche (Acker, Wiesen, Weide usw. zusammen) sowie das Gartenland, die Weinberge, das forstwirtschaftlich benutzte Land und das Oed- und Unland nach. Danach besteht fast ein Viertel von der Gesamtfläche oer landwirtschaftlichen. Großbetriebe in Deutschland aus Forstland, in Süddeutschland steigt die Forst- släche dieser Betriebe sogar auf 39 Prozent der Gesamtfläche. Beim bäuerlichen Betrieb von 20 bis 100 Hektar sinkt die Forstfläche auf 17 Prozent der Gesamtfläche, aber auch hier steigt sie in Süddeutschland auf 26 Prozent, somit auf einen höheren Prozentsatz, als selbst der Großbetrieb in Ost- und Westelbien besitzt. Beim bäuerlichen Betrieb unter 20 Hektar und selbst bei Parzellenbetrieb unter 2 Hektar besitzt die Forstfläche im Durchschnitt des Reiches noch 17 Prozent, ja in Süddeutschlano noch fast ein Viertel der Gesamtfläche.
Landwirtschaftlich benutzte Flächen unter 2 Hektar giebt es 3 236 367, davon haben 147 477 forstwirtschaftlich benutzte Flächen mit zusammen 413 033 Hektar. — Betriebe von 2—5 Hektar giebt es 1016 318, davon haben 222 749 forstwirtschaftlich benutzte Flächen mit 546860 Hektar. — Betriebe von 5—20 Hektar 998 808, davon haben 400 557 forstwirtschaftlich benutzte Flächen mit 1850 277 Hektar. — Betriebe von 20—100 Hektar 281 767, davon haben 146 997 an Forst- flache 2197 830 Hektar. — Großgrundbesitzer mit mehr als 100 Hektar giebt es 25 061, davon haben 13 754 eine forstwirtschaftlich benutzte Fläche von 2 574 276 Hektar.
Im rechtsrheinischen Bayern, in Oberbayern, Niederbayern und Schwaben hat sogar die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe, also einschließlich der Parzellen und kleinbäuerlichen Betriebe, Forstland.
lleber die Nutzungsarten des Ackerlandes giebt die Betriebsstatistik des deutschen Reiches keine Kunde, sie steht noch in Aussicht. Nur die preußische Statistik giebt Aufschluß über die Bodenbenutzung des bäuerlichen Besitzes und der Großgrundbesitzer. Insbesondere soll uns im Nachstehenden der Getreidebau in den sechs östlich der Elbe liegenden Provinzen — Ostelbien — beschäftigen. In Ostelbier» wurde 1893 die Gesamtfläche des Bauernlandes
zu etwa zwei Dritteln als Acker und Gartenland genutzt, und zu etwa 11 Prozent als Wiesen, zu 9 Prozent als Meiden und Hutungen, und zu etwa 9 Prozent forstwirtschaftlich, während von der Gesamtfläche des Großgrundbesitzes 27 Prozent Forsten waren, 54 Prozent Acker und Gartenland, 7 Prozent Wiesen und 5 Prozent Weiden und Hutungen. Ter bäuerliche Besitz in Ostelbien hat also verhältnismäßig weniger Waldungen als der Großgrundbesitz, dagegen mehr Acker und Gartenland, mehr Wiesen, aber auch mehr Weiden und Hutungen und Oed- und Unland. Van dem Acker und Gartenland entfielen int Jahre 1893 in Ostelbien auf den Anbau von Weizen beim Bauernland 41/2 Prozent, bei dem Gutsland 7i/2 Prozent; auf den Anbau von Roggen beim Bauernland 30V? Prozent, beim Gutsland nur 221/2 Prozent. Auf den Anbau von Gerste beim Bauernland 5i/2 Prozent, beim Gutsland 3 vier Fünftel Prozent; auf den Anbau van Hafer beim Bauernland 14 Prozent, beim Gutsland 111/2 Prozent.
Faßt man das Brotgerteide Weizen und Roggen zusammen, so betrug die Anbaufläche desselben in Oftefbien beim Bauernland 35 Prozent des gesamten Ackerlandes, beim Gutsland dagegen nur 30 Prozent.
Der Anbau von Gerste und Hafer nahm beim Bauernland 191/* Prozent, beim Gutsland nur 15 Prozent deS Ackerlandes in Anspruch.
Berücksichtigt man endlich die Gesamtfläche der vier Hauptgetreidearten, so waren 1893 dem Anbau von Getreide 541/2 Prozent des Bauernlandes, 45i/z Prozent des Gutslandes gewidmet. Hieraus geht hervor, daß das Bauernland mehr als das Ackerlano der Großgrundbesitzer dem Getrediebau dient. Die gesamte Getreidefläche des Bauernlandes in Ostelbien ist beinahe dovpelt so groß als die auf dem Gutslande. Fast 3i/, Mill. Hektar beim Bauernland und unter 2 Mill. Hektar beim Großgrundbesitz Nur in einer der sechs östlichen Provinzen ist die Gesamtfläche der Getreidearten auf dem Gutslande größe» als auf dem Bauernlande, in der Provinz Pommern. ________________________Schluß folgt.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, den 26. November 1902.
** Die Hessische Vereinigung für Volks- Fun be hielt am Montagabend im oberen Saale deS Caf6 Ebel ihre erste diesjährige Versammlung ab. Prof. Dr. Strack begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder — es waren 70 Herren und einige Damen — und widmete dem verstorbenen verdienten Vorsitzenden Geheimrat von Bechtold einen warm empfundenen Nachruf mit Worten des Dankes für das, was Herr v. Bechtold für die Bereinigung geleistet hat. Die Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen. Tie erledigte Stelle des ersten Vorsitzenden hat Prvvinzialdirektor Dr. Breidert übernommen. Zu erwähnen ist noch, daß die Bereinigung jetzt über 900 Mitglieder in allen Teilen des Großherzogtums besitzt. Den Vortrag des Abends hatte in dankenswerter Weise Herr Professor Dr. Wuensch, der Nachfolger des Herrn Prof. Gundermann auf dem einen der beiden Lehrstühle für klassische Philologie, übernommen und als Thema „Antikes Zaubergeräte" angekündigt. Tas Interesse, mit tiem man dem Vorträg entgegensah, wurde umsomehr gerechtfertigt, aT§' es sich hier um Aufschlüsse von hoher wissenschaftlicher Bedeutung handelte, die bis jetzt noch nicht veröffentlicht sind. Herr Pros. Wuensch führte ungefähr folgendes au9: Vor etwa drei Jahren wurde in
spräche, Rätsel! und vieles andere. Kurz ohne Zweifel eins der eigenartigsten und gediegensten Jugendbücher. Die vielen Bilder gereichen dem Buche noch besonders zur Zierde. Für unsere Jugend (8—12 Fahre, auch für Erwachsene viel Interessantes) also eine herrliche Gabe. Es wird in seinem frischen, von Feld- und Waldluft durchwehten Geist ein prächtiges Weihnachtsgeschenk sein.
Das deutsche Christuslied des 19. Jahrhunderts. Von Professor Fr. Nippvld,, Jena. 24 Bogen. Preis 3 Mk. Leipzig, Emst Wunderlich. — Der Inhalt dürste für viele reich an Ueberraschungen sein. Tenn von dem Reichtum an Christusliedem im 19. Jahrhundert hat bisher weder die Litteratur- noch die Kirchengeschichte eine Vorstellung gegeben. Das Buch ist aus mehr als 40- jährigen Studien über das religiöse Leben des 19. Jahrhunderts erwachsen. Es ist eine wenig bekannte Seite in dem gesamten Kulturleben „an der Schwelle des 20. Jahrhunderts", die hier aufgeschlagen vor uns liegt. Die zahlreichen Werke, welche die Bilanz der bisherigen Entwicklung zu ziehen versucht haben, erhalten hier — eins wie das andere — eine gewichtige Ergänzung. Tas hervorragende Werk wird mit Freude ausgenommen werden. Der Verlag übergiebt es in guter Ausstattung zu geringem Preis, damit es als Volksbuch seinen Weg findet.
Wie feiern wir Familienfeste? Geburtstag? Taufe? Einsegnung? Verlobung? Wunschgedichte für Kinder und für Erwachsene, Ansprachen, Ausführungen, Tischlieder, Toaste, Widmungen, Festgedichte, Scherze, Lebende Bilder, Depeschen mit Geburtsanzeigen rc. Unter diesem Titel giebt A. v. Diemar im Schwabacher Verlag in Stuttgart soeben eine praktisch mannigfach verwendbare Sammlung von humorvollen, ernsten, heiteren und amüsanten Originalgedrchten heraus, die zur Belebung aller Familienfeste Rat und Auskunft erteilt. Tas hübsche Büchlein gewährt zum billigen Preise von 1.20 Mk. viel Anregung.
Weiynachts - Litteratur.
PaulHeinze,GeschichtederdeutschenLitte- ratur von Goethes Tode bis zur Gegenwart. 2. umge- irbeitete und vermehrte Auflage. Mit 16 Bildnissen deutscher Dichter. Leipzig, F. A. Berger. Brosch. 7 Mk. Nach einer Einleitung über die Gefolgschaft der Klassiker und über die Dichter der Freiheitskriege schildert der Verfasser zunächst in dem Abschnitt „Tas ältere deutsche Schrifttum leit Goethes Tode" die Entwicklung der deutschen Litteratur )es letzten Jahrhunderts und behandelt dann unter der Überschrift „Neuer Sturm und Drang" in besonders eingehender unb erschöpfender Weise die Epiker der neuzeitlichen Geistesrichtung. Hier sagt der Verfasser manches gute inb kluge Wort. Er charakterisiert unsere neueren Epiker »anz vortrefflich, und wir haben unsere Freude an der so warmen und liebevollen als andererseits sachlichen Ton- irt des Buches. Auch die jüngste Tagesberühmtheit, der Dichter des „Jörn Uhl, Georg Frenssen, hat hier schon Berücksichtigung gefunden. Auch der modernen Lyrik und ter neuesten Dramatik wendet Heinze lebhaftes Interesse ju. Tas Buch zeichnet sich zudem noch durch eine lichtvolle Gruppierung des Stoffes aus, sodaß es allen Freunden inferer neueren schönen Litteratur warm empfohlen werden 'ann. Tie Ausstattung des Werkes ist gediegen und ge- chmackvoll. Zur besonderen Zierde gereichen ißni allerdings sie 16 Porträts nicht. Der Preis für diesen st,etlichen ?and niedrig, und er verdient bei der Auswahl der ''itterarischen Weihnachtsgeschenke besondere Beachtung.
Altitalienische Novellen, ausgewählt und übersetzt von P au l Ern st. 2 Bde. 304 S. 296 S. Leipzig, Jnsel-Velag. — Diese vierzig Novellen sind mit Umsicht unb feiner Kenntnis aus bem großen Schatzhaus ber i italienischen Novellistik gehoben; ihrem Uebersetzer unb Erneuerer gebührt umsomehr unser Dank, als bei uns von Bern Reichtum ber italienischen Erzählungslitteratur, wenn •nan etwa von Boccaccio absieht, so gut wie nichts besannt ist, da doch biefe altitalienischen Stücke zum Besten
gehören, was es derart giebt, besonders durch den unnachahmlichen Reiz des Vortrages. Hier liegt denn auch zugleich der Angelpunkt wie die große Schwierigkeit einer Übersetzung; Emst ist ihrer fast durchgängig Herr geworden; er hat bei feinem Sprachgefühl mit großer Geschicklichkeit den richtigen Ton getroffen. Das Buch, das gleichsam eine Entwicklungsgeschichte der italienischen Novelle im Abriß darstellt, sei allen denen bestens empfohlen, die für die Kunst ber Erzählung noch empfänglich sind.
Heinrich Sohnrey, Friebesinchens Lebenslauf. 7. Aufl., Mk. 3.—, mit vielen Originalzeichnungen von L. Burger. (Berlin, M. Warneck.) „Friebesinchens Lebenslauf" ist eine Geschichte voll Wahrheit unb voll Schönheit. Je8e Zeile offenbart ben grünblichen Kenner bes Volkslebens, jebes Wort bes Dichters goldenes Herz. Diese Leute aus der Lindenhütte, was sind sie doch für biedere, herzensgute, grunbtreue, schlichte Leute; wie wohl wird uns bei ihrer heiligen Armut, wie beschämen sie uns durch ihr heldenhaftes Ertragen der schwersten Leiden! Und in der Abteilung „In der Fremde", welch naturwahre Tarstellung des Dienstverhältnisses dort, wo sie als Kind des Hauses gilt! Das Buch verdient einen Ehrenplatz im deutschen Hause. Zudem ist bei der stilvollen Ausstattung ber Preis so niedrig gestellt, daß er ber Verbreitung keinen Eintrab thun wird.
Dre Landjugenb. Ein Jahrbuch zur Unter» haltungunb Belehrung. 7. Jahrgang, geb. 1.25 Mk., mit vielen Bildern. (Berlin, M- Warneck.) — SohnreyS Landjugenb ist ein Hausbuch für Jung unb Alt. Ter neue Danb ist ungemein reichhaltig. Er bietet uns 49 verschie- bene Teile mit zahlreichen Abbilbungen, barunter 10 Voll- bilber. Man merkt es auf jeder Seite, wie die Verfasser mit Begeisterung für unsere Jugend geschrieben baben: sie erhalten und wecken den Kindern die Pietät unb es wird bas Gemüt ber Kinbesseele gepflegt. Der Inhalt bringt viele gute Erzählungen, z. B- von Victor Blüthgen, Peter Rosegger, Sohnrey usw., bann eine Reihe Abhanblungen aus dem Tier- und Pflanzenleben, Märchen, Gedichte, Sinn-
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