Ausgabe 
26.4.1902 Viertes Blatt
 
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Hygiene

Absolut bestes MfMündwässW der Welt.

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Samstag «8. April 1003

ISS. Jahrgang

Viertes Blatt

Nr. 97

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scheu Univers.-Buch- u. Stein­druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

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GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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schaftler zur Verteilung.

() Aus dem Vogelsberg, 22. April. Erst nach und nach werden die zahlreichen Fälle bekannt, in denen bei den heftigen Gewittern am Sonntag der Blitz einge- schlagen hat. So schlug der Blitz in der Nähe von Höckers- d o r s in eine Eiche, die unweit der Straße steht. Nicht weit von Dodenhausen, dem Nachbarorte, hat man vier Blitzschläge festgestellt. Sie trafen glücklicherweise auf Bäume. Nur ein Strahl traf die Telephonleitung und zer­

splitterte hierbei zwei LeiLungsstangen. Während die Ge­witter den meisten Gegenden des Vogelsberges den lange

erhofften Regen gebracht haben, sind andere benachbarte >hne Regen geblieben.

^Wasserdichter---- _ . x

gSluftund fester haitbartr . 1, 3yerputz durch 3ekleidung(Tiit-^i \

Aus Atadt und Kund.

Gießen, den 26. April 1902.

Beu e / m Rhein /TzA»,

Zu haben in Gießen aus dem Zabrrtlager bei Herrn Emil Horst, Riegelpfad. 17b

Seidenstoffe smä

von Elten & Keussen, Krefeld.

UniversttAs-Nachrichten.

Geh. Medizinalrat Dr. med. v. Behring will den chm zugesallenen Nobelpreis von 168000 Mark dem preu­ßischen Staate zur dauernden Sicherung der von chm im Sommer 1896 gegründeten Anstalt für experimentelle Thera­pie an der Universität Marburg stiften, damit die von Behring begonnenen Serumforschungen in größerem Maß­stäbe fortgesetzt werden können.

fee wird geschrieben: Tie Gattin des Besitzers txv Jüling- Hauses in Plankow, Frau Start, unternahm mit chrem 14jäh- rigen Sohne einen Ausflug auf die Glimbachalm. Der Knabe wollte an einer sonnseitigen Lehne Blumen pflücken, wagte sich hierbei zu weit vor, rutschte aus und begann zu rollen. Die Mutter erfaßte ihn und wollte chn vor dem Absturz bewahren; aber ihre Kraft war zu schwach, und so stürzten, beide in die Tiefe. Ter Sohn erlitt lebensgefährliche Ver­letzungen, insbesondere am Kopfe, und blieb bewußtlos am Platze liegen. Tie Mutter erlitt gleichfalls mehrfache schwere Verletzungen. An dem Aufkommen des Knaben wird ge­zweifelt.

Kunst und Wissenschaft.

Petersburg soll wieder ein deutsches Theater erhalten. Zum künstlerischen Leiter der Schauspielgesellschaft ist Karl William Büller berufen, der fünf Jahre Mitglied des Bockschen Ensembles in Petersburg war.

Tas Ibsen-Ensemble, das unter der Tirektion Lindemann steht, hat seine erfolgreiche Tournee durch Süddeutschland beendet. Frl. Else Hofmann, die Nora- Darstellerin des Berliner Residenz-Theaters, erzielte als Rebekka West allenthalben bemerkenswerte Erfolge. Tas Ibsen-Ensemble schreitet mutig vorwärts und hat sich nach der Schweiz begeben, um in Zürich, Bern und Luzern Vor- tellungen zu veranstalten.

Von denM eisterbildern fürs deutsche Hau s", herausgegeben vom K u n st w a r t, die für je 25 Pfennige (im Einzelverkauf) Werke der größten Mnstler aller Zeit in Folio großen guten Kunstdrucken bringen, liegt nunmehr die sechste Folge vor. Ruisdael,bet Sumpf", Rembrandt, ,cher Gelehrte", Holb enn,Sir Bryan Tuke", Rethel,Otto III. in der Gruft Karls des Großen", Dirk Bouts,der heilige Christophorus". Der Kunstwart ist bekanntlich schon seit langem Förderer und Vollstrecker der überall laut gewordenen Hoffnungen auf eine künstlerische Lebenskultur, auf eine stille und reiz­volle Verfeinerung unseres Daseins durch die Kunst. Er ist durch eine Stiftung in die glückliche Lage versetzt worden, der litterarischen Vorarbeit der vergangenen Jahre auch die eigentliche That folgen zu lassen, indem er unter dem Titel Meisterbilder fürs deutsche Haus" Reproduktionen aurch Werken alter Meister herausgiebt, die nicht allein in tech­nischer Beziehung namentlich was die Malerwerke an­langt den weitestgehenden Anforderungen Genüge thun, sondern auch wegen des außerordentlich niedrig bemessenen Preises von vornherein dazu prädestiniert sind, ein Gemein­gut des Volkes zu werden. Das Verdienst, das sich der Kunst- wart-Herausgeber, Ferd. Avenarius, mit der einzig da­stehenden Publikationen erworben hat, kann, nicht hoch genug bemessen werden. Tenn jedem ist dadurch Gelegenheit ge­geben, sich seine Lieblingskunstwerke in guten Originaltreuen und nota bene billigen Nachbildungen zu erwerben. Tas ist ein großer und wichtiger Schritt vorwärts auf «dem Wege, der unter dem Zeichen ,/die Kunst dem Volke" zu einer idealisierenden Verklärung des häuslichen Lebens, des Lebens schlechtweg, hinführt.

schlossene Landesherr auch mißtrauisch geworden, sodaß er | an die in der That ganz allgemeine Anhänglichkeit auch des reichstreu gesinnten Teiles der Bevölkerung nicht mehr glaubte und den eben angeführten Wahlspruch als den Aus­fluß der Untreue gegen das angestammte Fürstenhaus aus­legte. "Nur daraus lassen sich Vorkommnisse erklären, wie die Thatsache, daß aus dem Spruch, der auf die neue Fabne eines Militärvereins eingestickt worden war:Mit Gott für Kaiser, Fürst und Vaterland" die Wortefür Kaiser" herausgetrennl und durch die Wortein Treue für" (Fürst und Vaterland) ersetzt werden mußten; daß ferner ein tüchtiger junger Steuerbeamter entlassen wurde, weil er einem Militärverein beigetreten war, der neben dem Ge­burtstag des Landesherrn auch den des Kaisers feiern wollte; daß die unter dem Protektorat des Fürsten stehen­den Militärvereine Kaisers Geburtstag ignorierten, daß bei Fahnenweihe und ähnlühtti. Fettlichkeite« diese u ,ttw

eine nie des Kaisers als be» höchsten Kriegsherrn gedachten, ganz o8ne Regen geblieben.

und vieles ändere mehr. __________________________| b Aus Rheinhessen, 23. April. Infolge der fott-

Öt zurückgehenden Preise der Lohrinde haben verschieoene gemeinden diesseits des Rheins beschlossen, chre Schäl- waldungen allmählich in Hochwald umzuwandeln. Im Odenwald ist es ebenso.

Vom Bahuhofsumbau. b. Mainz, 23. April. Nach einer amtlichen Bekannt-

Mit der Anlage der elektrischen Beleuchtung der Bahn- machung ftndet die landespolizeiliche Abnahme der neuen steige auf der oberhessischen Seite und des oberhessischen Bahnlinie Gau-AlgesheimMünster a. St. am Tunnels, die Pfingsten mit Rücksicht auf den stärkeren Samstag statt. Vom Kreisamt Bingen werden Grnndbe- Verkehr/ dem Betriebe übergeben werden sollen, wird in sitzer, die infolge des Bahnbaues, sei es durch Verlegung von den nächsten Tagen begonnen werden. Die Fertigstellung Wegen, Verschiebung von Wasserläufen ober auf sonstige dieses Tunnels ist, wenn man berücksichtigt, wie außer- Weise geschädigt wurden und bereit Beschwerden bis jetzt ordentlich schwierig die Arbeit wegen des z. Z. sehr noch kernen Erfolg gehabt haben, aufgefordert, sich bei dem harten Felsgesteins dort war, verhältnismäßig schnell er- Abnahmetermine an Ort und Stelle einzufinden, um ihre folgt. In dem bereits dem Betrieb übergebenen Geln- Beschwerden und Ansprüche bei der Kommission geltend zu Häuser Teil des Tunnels ist mit der Bekleidung der Wände machen, mit Porzellanplättchen begonnen worden. Die Montage fc. Frankfurt a. M., 23. April. Der Generalagent der eisernen Bahnsteighallen nimmt im Lauf der nächsten der Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschast Woche ihren Anfang. Man kann bereits jetzt sehen, wie Gustav Nölting ist seit einigen Tagen verschwunden, sich der Vorplatz vor dem neuen Bahnhofsgebäude gestalten Nölting hat sein eigenes Bankguthaben in Höhe von 20000 toirb Tie Pflasterung zwischen dem Jnselperron und Mark und die von seinem Kommis gestellte Kaution in dem westlichen Trottoir ist bereits fertig gestellt. Die Höhe von 10000 Mark mit genommen. Mit chm auf und Droschken fahren bereits hier an und nehmen hier Auf- davon ist eine junge Doktorswitwe von hier. Seine Frau fteUuna während zur Zurückfahrt der Pflasterstreifen nach und sechs Kinder hat er ohne Subsistenzmittel in Offenbach hPr westlichen Seite des Jnselperrons benutzt wird. Die am Main, wo er wohnte, zuruckgelallen.

Anfahrt bleibt nach Fertigstellung des Umbaus bestehen, -

wie fie jcfrt ist; die Wsatzrt wirL bann dagegen zwischen VerMlschUS.

Jnselperron und der Terraste nach dem ob er hessischen ö J

Bahnsteig zu erfolgen. Diese Einrichtung ist eine recht * Durch das Geschenk eines Zwanzrgmark- waktische zu nennen, da die Droschken bann sich nicht mehr stück s ist am Sonntag ui Hannover em Hauptmann vom entaeaen wndern gewissermaßen im Kreise fahren, eine Kaiser erfreut worden. Dem Hauptmami v. Gottschalk Kollision also ausgeschlossen erscheint. Beim weiteren Infanterie-Regiment Nr. 73, der zum u b e r z a h l i g e n Fortschreiten° des Umbaus können die F ah r kart en-,Haupttnann befördert,vmr^ sag1e^^,er,^da8 d<^ eine ausgaben und die Gepäck ab fertig un g am j Platz nicht belassen werden. Es ist, wie wir Horen,

jetzigen Beförderung sei, die leider nichts einbringe, da der Posten Pian nicnt oeianen ------,-ren, ge- nicht mit Gehalt verbunden sei.Doch warten Sie mal",

vlant bi? betr Matter an bad Nordende des «ahn- bemerkte der Kaiser scherzhast ganz leer iollen Sie Hoss zu verleas und zwar sollen für die Fahrkarten- nicht ausgehend- Tann wtnkte der Kai,er den Ober- ausqaben bi ie&iqcn äaffentmimc sowie der Vorplatz zu stallmeister Gras B.-el, liest .ich von die>em ein hem8 rtieruierten ^mmer benutzt werden, während für Markstück geben und überreichte es lächelnd dem besorderten die GRckabser "gung proostorischer Anbau errichtet Offizier mit den Worten: nun haben eie doch etwas

werden wird Dadurch ist die Bauthätigkeit vor dem Zen-! davon." r t mt.

der Ko^gebÄZ«- »ollstündi« unabhängig vom Ber-I * Mutter und Sohn abgesturzü Aus Eben-

flriYrtocrrlTfTiT skehr. Es liegt das aber auch im Interesse des Publikums,

yMj/Uyvzx|UJUlU I das aus diese Weise zur Vermeidung von Unglücksfällen

Der verstorbeoe Fürst von Reuh ä. L völlig von dem Bau fern gehalten wird. Bis jetzt ist

L^'denPeL" bbiT.(WXS

anschlossen. Von der immer deutlicher .hervortretenden und

Abneigung gegen Preußen und das neue erstandene beuftche Portepee stellt die Staot.^ Wiesbaden, Königl. Polizei- Reich war im Anfang seiner Regierung und so lange noch I, . . Ttnei Schuümänner während der Probezeit Re-

die ^^.^".^^^bner ^K^daebuEn muneraUon^von^ährlich^?200 ML^bei

K«bÄi&Ä^^5 w» 1200 und Wohnungsgelb-

uns fern ^ictt. Nach unb uuch ub^ zog Fürst HmEch immer su>chu>i^^ ü Unter bem Vorsitze des

mehr Staatsbeamte und GeN"iche aus Kurhessev^nd Kreisschulinspektors Prof. Dr. Lucius fand heute im Gast- Hannover m das Land, bis die Leitung der ^andesregier-l^. Q.irn her

uug, eVf i f n ^rer Bezirks Grünberg statt. Lehrer Herber zu Saasen

co Ü1- ^^"9ern d^ we l f ich -h Ureferierte überErziehung zur Vaterlandsliebe", indem er

t$?ar*et träte«Iin von patriotischem Geiste durchwehtem Vorträge aus-

biefe Neigungen offen S ,T g . führte, wie der Lehrer durch den Unterricht in Heimatkunde,

und sich im weiteren Verlause noch verschärften, war di I (^-.okircivbie ötefcfiichte unö beuticber Svrackie in die Herzen auf Befehl des Fürsten vorgenommene Gründung der Geographie, ^schichte ^d bischer ^rackse m m^yer^n ^elftschchessischen rechtsparteilichen^^^Esztg- Lu wecken und zu beleben vermöge. In der Besprechung

Fürstentum Reuß a. ~. . Die Behörden wurden veranl ßt, I . beionders auch auf die Wickitiakeit der Volks- dem Blatte die amtlichen Bekanntmachungen zuzuweisen, wurde ll

alle Gutgesinnten", die ^te, ^besondere die

^o^wr, wu^en unter ^Wendung, des> vollen mt- Konferenz geschlossen, worauf dann ein gemeinsames Mittag-

luhen Einflusses, ost vorn Fürsten ^rso^ichveranl^, bic Teilnehmer noch für einige Stunden vereinigte, ueue Organ ber ^echts^rtei,^nn irgend ^glich,I$er Vorschußverein Grünberg (G. m ,u. H.) ausschließlich, zu halten, und dieses Blatt richtete sofort 1aucß ab gelaufenen, seinem 39. Geschäftsjahre ein seine Waffen gegen das neue Z^ich und d«^Hohenzolbern. I günstiges Ergebnis zu verzeichnen. Der Gesamtumsatz

Die reichstreue Presse schickte sichfsott ^i scharser Ab^hr 5 7&OOO Mark, der Reingewinn 14790 Mk. Hier­an. rer ^.audcvherr stand selbst mitteri im^Kampfe, beem-L fallen nach dem Vorschläge des Vorstandes und Auf- flußte er doch die Leituna des Blattes, schrieb 4663 Mark dem Reservefonds, welcher sich auf

^?-vlälftg verlautete und geglaubt wi^de, manche Ättttkel ^2 Mark beläuft, zugeschtteben werden und öi/3 pCt. elbst. Daher empfand er auch zumeist die heftige Rektion, -Dividende auf 174 147 Mark Stanunguthaben an die Mit- bie bas Auftreten ber äanbe'oäeitung ^rvorrnes, ber Auszahlung kommen Das Vereinsvermöaen

eine Person gerichtet Dem größten und besten Teile der »isfert sich auf 226 644 Mart, und die Zahl der Mitglieder loyalen Bevölkerung des Landes galt und giltder ^bträgt 953. Die Verwaltung der Kasse liegt in den Händen

Wahlspruch:Treu zu Kaiser und Reich^ tteu zu Fürst b - Direktors A Stammler, des Rechners Fr. Ritter und und Heimatland". Aber durch die Kampfesweise derLan- . Kontrolleurs K Möller

desztg." und ihrer welfischen urch kurbesstschen Einflüster^Ides K Groß-Eiches 23'. April. Bei der General- w?p der inzwischen von Krankheit geschwächte, m sich b er Molkereigenossenschaft

,LZogelsberg" hier konnte den Mitgliedern die erfreuliche Thatsache mitgeteilt werden, daß der Reingewinn für das abgelaufene Betttebsjahr die Höhe von ca. 12000 Mk. er­reicht habe. Nach Abschreibung verschiedener Summen ge­langte noch eine erkleckliche Dividende an die Genossen-

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