Ausgabe 
26.3.1902 Erstes Blatt
 
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ISS. Jahrgang

Erstes Matt.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Mill. Mk. mehr

Zeitung", fettig, 'dieJüdin von Toledo" hinzustellen als «will, kam die ^Ausführung wesentlich zu Hilfe; im Vorder

im Vorjahre. Da der Etatsanschlag eine Einnahme vvn 479 Mill. Mk. Voraussicht, fehlten Ende Februar nur noch 24 Mill. Mk., sodaß die Zolleinnahmen einen wesentlichen Ueberschuß ergeben werden. Die Zuckersdeuer hat ihren

gehört hatte, hatte diesmal recht, zehnmal recht.

Der meines Erachtens allein richtigen Auffassung der Tragödie, die in Alfonso und nicht in der Jüdin diese beherrscht den König und so wohl mittelbar, aber nicht un­mittelbar die Handlung die tragische Hauptfigur sehen

des laufenden Etatsjahres betrug die Zolleinnahme Anschreibung 487,4 Mill. Mk. d. i. 32,5 Mill. Mk als im Vorjahre. Die Jsteinnahme belief sich auf 455,1 Mill. Mk. und war damit um 27,2 Mill. Mk. größer als

diePost Mk. 2.viertel- fährt. ausfchl. Bestellg. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wiltko; für Stadt und Land" und ,Gettchtssaal":R.Ditt« manu; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Charaktere zil schildern weiß, die ja freilich anderer, sagen wir: übertünchterer Art ist als die der viel gerühmten Größen unserer Tage, und einem großen Teile unseres heutigen Pub­likums, selbst manchem Alten unter uns, nicht mehr recht be- hagt; man bevorzugt eben die Problemdichtungen unserer Zeit, Seelenanalysen bieten geringeres Interesse. So be­kommt es denn Dr. F. M a m r o t h, der Rezensent derFranks.

Josef Kainz und Irene Triesch in Frankfurt.

Zwei der bedeutendsten Größen deutscher Schauspielkunst, Joseph Kainz vom Wiener Hofburgtheater und Irene Triesch vom Deutschen Theater in Berlin, haben sich für ein paar Tage in Frankfurt ein Stelldichein gegeben. Ihr erstes Gast­geschenk am Montagabend brachte GrillparzersJüdin von Toledo".

Wer sich mit den Dramen des österreichischen Poeten, die das große Publikum noch immer in der Mehrzahl kaum dem Namen nach kennt, näher beschäftigt die kürzlich bei Cotta erschienene neue billige Ausgabe, in vier Markbände ge­bunden, giebt dazu die beste Gelegenheit, den wundert nur Eins: daß sie nicht samt und sonders Heimatrecht seit Jahr und Tag auf der deutschen Bühne gefunden haben. Ihre Bühnenwirksamkeit ist geradezu machtvoll, ihre künst­lerischen Qualitäten sind groß, und die Anregungen, die jedes dieser Werke bietet, dürften hundertfältig und von immer neuem, reizvollem Zauber sein. Dabei ist Grillparzer ein feiner Psychologe, der mit einer Treffsicherheit, geboren aus der intimsten Kenntnis seelischer Regungen, menschliche

das unerfreulichste von allen Dramen Grillparzers mit seiner Erzwungenheit und seiner Fülle von Trivialitäten." Der aufmerksame Leser Mamroth'scher Besprechungen von dichterischen Werken wird die Beobachtung gemacht haben, daß diesem klugen, philosophisch geschulten Kopfe, der die unbeirrbare Logik des Mathematikers und das scharfe Messer des Chirurgen bei seiner krittschen Arbeit benutzt, die Gabe des künstlerischen Mitfühlens mit dem Kunstgeschaffenen nicht in besonders besonders hohem Maße eignet. Das trat u. a. sehr klar zu Tage bei der Frankfurter Erstaufführung von Strmd- berg'sOstern", meines Erachtens einer außerordentlich feinen Dichtung, die von Mamroth geradezu grausam mißverstanden worden ist; das zeigt sich nun ebenso deutlich gegenüber der Jüdin von Toledo" und der, nach meinem Gefühl, Grill­parzer kongenialen Leistung von Joseph Kainz, an der Mam­roth eigentlich garnichts zu rühmen weiß.

Das Frankfurter Publikum bereitete der Dichtung und der Künstlerin eine enthusiastische Aufnahme. Nach jedem Atte mußte sich der Vorhang mehrere Male heben, und nach dem 4. Aufzug und am Schluffe kannte die Begeisterung kaum Grenzen. Und das Frankfurter Publikum, das so teilnahm- und beifallslos das immerhin sehr respektable Drama Sudermann'sEs lebe das Leben" unlängst an­

Mittwoch 36. März

Bezugspreis: monatlich 7bPs.,viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch

Die Personalverhältnisse der höheren Postbcamten.

Seit dem Erlaß des SLaaissekrettirs des Reichs-Post- amtes vom 1. Januar 1900, durch den die Personal-Ver­hältnisse der mittleren Beamten eine neue Regelung er­fahren haben, uni) durch den für die später bei wieder eintretendem Bedarf anzunehmenden höheren Beamten ein mehrjähriges akademisches Studium vorgesehen ist, waren die jetzt im Dienste stehenden Beamten der höheren Lauf­bahn voller Erwartung, welche Änderungen bezüglich Rang und Titel nunmehr für sie in Aussicht genommen werden würden.

Tie Würfel sind jetzt gefallen; das Amtsblatt des Reichs-Postamtes macht der Ungewißheit ein Ende. Der die Neuregelung betreffende Erlaß lautet:

Mit Genehmigung des Kaisers treten v v m 1. April ab in den Beamtenverhältnissen und Titelbezeichnungen bei der Reichs-Post- und Tclegrapheiiv-erwaltung folgende Aenderungen ein.

Die Postpraktikauten haben nach ihrer etatsmaßi- gen Anstellung die AmtsbezeichnungPostpraktikant" weiterzuführen. Nach dem Bestehen der höheren Ver­waltungsprüfung für Post und Telegraphie erhalten die Postpraktikanten die AmtsbezeichnungOber-Po st- praktikant".

Bei den Ober-Posidirektionen werden Hilfsreferenten und bei größeren Verkehrsämtern I. Klasse Ortsaussichts-

zur Thatsache wird.

Tie Zolleinnahmen haben allerdings in letzter Zeit wesentliche Mehrerträge ergeben. Es sind zur Anschreibung gekommen im Februar d. I. 33,9 Millionen Mark, geaen 32,0 im Februar 1901. Die Jsteinnahme abzüglich der Ver­waltungskosten belief sich auf 41,2 Mill. Mr. gegen 36,8 im Vorjahre, hat also eine Steigerung um 4,4 Mill. Mk. oder fast 12 v. H. erfahren. In den verflossenen 11 Monaten laufenden Etatjahres betrug die Zvlleinnahme in der

gründ stand mit erdrückender Wucht der stolze Kastilianer, und die Rolle der Jüdin wurde zur Episode. Frhr. v. Berger, der Direktor des neuen Hamburger Schauspielhauses, dec Verfasser einer lesenswerten SchriftUcbcr Drama und Theater" (Leipzig, Ed. Avenarius), hat von dieser Grill- parzer'schen Gestalt das schöne Wort gesagt:Er geht aus dem Stücke hervor mit einer Schuld gesegnet, die für ihn von nun an die dunkle Wurzel sein wird, aus der die Blüten feiner Tugenden erwachsen." Das hat uns Kainz sehen lassen. Grillparzer hat sein geniales Drama, das vielleichtfein interessan­testes ist, allerdings ganz merkwürdig aufgebaut; er Hat es ver­schmäht, eineregelrecht" gebaute Handlung zu konstruieren und einen Trauerspielhelden zu schaffen. Er schuf dafür aber einen Menschen, einen echten Menschen von Fleisch und Blut, voll wilder Leidenschaft und großer Schwächen. König Alfonso ist, wenn man so will, einschlimmer Bub", ein unreifer, leicht aufbrausender, fahriger Jüngling gerade dasFahrige", das Kainz mit bestem Rechte der Grillparzer'schen Gestalt nach- schafft, tadelt Mamroth! Die bewundernswerte Konsequenz, mit der der Dichter Hen Charakter dieses halben Kindes durch­führte, drängte ihn mit absoluter Notwendigkeit zu jenem Abschluß, der das Kopfschütteln von Äitteraturgrößen hervor- gerufen hat. Alfonso ist selbstbewußt und selbstherrlich, aber wie ein Knabe eigensinnig, innerlich noch ganz unfertig, lebensunklug und menschenunkundig, wenn auch scharfsichtig, unschlüssig, launenhaft ttotz bester 'Anlagen des Geistes und der im Grunde besten Absichten. Den Höhepunkt dieser bewunderungswürdigen Charakterschilderung bildet gerade des Dramas Schluß; er giebt auch den Schlüssel zum Drama für

enormen Ausfall im Februar, soweit die Anschreibung in Betracht kommt, noch um 1,5 Millionen Mark vergrößert, während die Jsteinnahme um 700 000 Mark gestiegen ist. Die zur Anschreibung gelangte Einnahme beträgt bisher 97,5 Mill. Mk., wogegen der Etatsanschlag 148,5 Mill. Mark voraussieht. Die Jsteinnahme bleibt mit 86,2 Mill. Mark um 18,5 Mill. Mk. hinter der vorjährigen zurück. Allerdings hatte das Etatsjahr 1900 einen Ueberschuß über den Voranschlag von 21,4 Mill. Mk. ergeben; da aber der Voranschlag für 1901 um fast 10 Mill. Mk. erhöht ist, wird im laufenden Jahre der Ertrag der Zuckersteuer sehr wesent­lich hinter der angenommenen Summe zurückbleiben. Die T a b a k st e u e r hat in der Anschreibuna ein Weniger von 15000 Mk., in der Jsteinnahme ein solches von 47 000 Mk. gegenüber dem Februar 1901 ergeben. Bei der Salz- steuer haben sich die Einnahmen um 104 000 und in der Jsteinnahme um 82000 Mk. erhöht. Die Brannt­weinsteuer zeigt in der Anschreibung eine Zunahme um rund 900 000 Mk., in der Jsteinnahme um 730 000 Mk., doch bleibt bei beiden Steuern die angeschriebene Einnahme hinter der vorjährigen zurück. Die gesamten Zölle und Verbrauchssteuern betrugen in den ersten elf Mo­naten in der Anschreibung 808,5 (1900 795,5 Mill. Mk.) und die Brausteuer eine solche um 150000 und 109OOOMk., in der Jsteinnahme 748,3 (739,6) Mitt. Mk. Die Vor son­st euer hat im Februar d. I., trotz des oft lebhaften Ge- chäftes, nur einen Mehrertrag von 275 000 Mk. gegenüber dem Vorjahr gebracht. Die Stempelsteuer für Wertpapiere hat bisher 42,9 Mitt. Mk. ergeben, während der Etat sie auf 34 Mill. Mk. veranschlagt, die Stempelsteuer für Kauf­geschäfte beträgt 12,1 Mill. Mk. gegenüber einem Anschlag von 21 Mill. Mk. Bisher sind also aus der Börfensteuer erst 25 Mill. Mk. eingegangen, während 55 Millionen ver­anschlagt sind. Der Ausfall des laufenden Etatsjahres gegenüber dem Voranschlag wird sicher 25 Millionen Mark übersteigen. Diee P r i v a t l o 11 e r i e n haben bisher 5,0, die Staatslotterien 30,9 Mill. Mk. ergeben; bei beiden wird der Anschlag von 6,7 und 38,2 Mitt. Mk. nicht erreicht werden. Die Post- und Telegraphen Ver­waltung hat im Februar 1,4 und in den 11 Monaten 18,9 Mill. Mk. mehr ergeben, als im Vorjahre, wird aber den Voranschlag, der 420,2 Mitt. Mk. beträgt, wohl kaum erreichen, da daran noch 42 Mill. Mk. fehlen. Die Reichs- Eis enbahnverwalrung hat mit 76,7 Milk. Mk. bis­her 5,4 Mill. Mk. weniger ergeben als im Vorjahre.

Nr. 72

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Samllietv blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univett.-Buch- u. Stein­drucke'. . i (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr.öl.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Bekanntmachung.

B etr.r Feldbereinigung in der ©emartung Daubringen.

In der Zeit vom 2. April l. Js. bis einschließlich 8. April l. Js. liegen auf dem Amtszimmer der Großherzog­lichen Bürgermeisterei Daubringen zur Einsicht der Beteiligten offen das Verzeichnis über die Herauszahlungen:

1. für zum Bau der Nebenbahn LollarLondorf ab­getretenes Gelände mii 4 % Zinsen pro 1900 und 1901;

2. für Pachtentschädigungen pro 1900 und 1901 für diejenigen Besitzer, welche für das zum Bahnbau LollarLondorf abgetretene Gelände Ersatz in Land erhalten.

Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Aus­schlußes innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist schriftlich bei Großh. Bürgermeisterei Daubringen einzureichen.

Friedberg, den 20. März 1902.

Der Großherzogliche Vereinigungskommissär: Spam er, Kreisamtmann.

Uaiitische ÄagesjHau.

Die Einnahmen des Reiches.

Die Zahlen über die Einnahmen des Reiches lassen erkennen, daß der Februar im allgemeinen finanziell nicht schlecht verlaufen ist; doch sind die Ausfälle der voraufgegangenen Monate nur ganz unwesentlich herab­gemindert, und auch der letzte noch ausstehende Monat des laufenden Etatsjahrs wird kaum eine Aenderung bringen, sodaß der ungünstige Abschluß dieses Jahres, den man schon seit langen Monaten voraussehen konnte,

beamte (Inspektoren) angestellt. Tie Hilfsreferenten werden zu Po st Inspektoren, die in stellen für Ortsaufsichtsbeam'te bei Verkehrsämtern etatsmäßig an- gestellten Beamten entweder zu P o st i n s p e k t o r e n ober zu Telegraphen Inspektoren ernannt, je nachdem die Anstellung bei einem Postamte oder bei einem Tele­graphen- oder Fernsprechamte erfolgt. Tie als Hilfs­referenten und als Ortsaufsichtsbeamte etatsmäßig an- gestellten Postinspektoren und Telegrapheninspckcoren ge­hören zur fünften Rangklasse der höheren Provinzial­beamten und haben demgemäß den Wohnungsgeld-Zu- schuß III 2 des Tarifs zu beziehen.

Tie als Bezirksaufsichtsbeamte bei den Ober-Post- direktionen etatsmäßig angestellten Postinspektoren er­halten die AmtsbezeichnungO b e r - P o st i n s p e k t o r".

Tie Amtsbezeichnungen für die höheren Beamten sind jetzt demnach: Posteleve, Postpraktikant, Ober-Postpraktt- kant, Postinspektor bezw. Telegrapheninspektor, Ober-Post- in pektor, Postrat, Ober-Postrat, Ober-Postdirektor. Tre Titel der Beamten des Reichspostamts werden durch den Erlaß nicht berührt. Ter mittleren Laufbahn stehen nun­mehr ausschließlich folgende Titel zu: Post- bezw. Tele­graphengehilfe, Post- bezw. Telegraphenassistent, Ober-Post- cmiftent, Post- bezw. Telegraphensekretär, Ober-Post- bezw. Ober-Telegraphensekretär, Postkassierer bezw. Telegraphen­amts kassi erer und Postmeister.

Hessischer Landtag.

ßrste Kammer der Stände.

Darmstadt, 25. März.

Tie Erste Kammer hielt heute nochmals eine Sitzung ab und erledigte, mit der gleichzeitig tagenden Zweiten Kammer korrespondierend, die Rückäußerungen derselben über die abweichenden Beschlüsse in Betreff des Budgets, ferner das Regentschaftsgesetz, den Antrag Ulrich betr. die obligatorische Vieh- und Schlachtviehversicherung, den Ge­setzentwurf über die Anlegung und den Betrieb von Lampf- qefäßen, sowie die Regierungsvorlage betr. die tzlbänder- ung des Ausführungsgestzes der land- und forstwirtschaft­lichen Unfall- und Krankenversicherung, meist durch Beitritt zu den Beschlüssen der Zweiten Kammer.

Tem Beschluß der Zweiten Kammer bezügl. des An­trags Ulrich, die obligatorische Mobiliar-Feuer-Ver- s i ch e r u n g betreffend, wird nicht beigetreten, dafür an die Regierung das Ersuchen gestellt, über die Aus­führbarkeit einer staatlichen obligatorischen Mobiliar-Feuer- Versicherung in einer den Interessen des Staates sowohl als auch der zu Versichernden entsprechenden Weise nähere Ermittelungen eintreten zu lassen.

Bezüglich des Arbeirshauses Tieburg bleibt es bei einem einseitigen Ersuchen der Zweiten Kammer.

Auch in Betreff der außerordentlichen Professur für Geographie an der Landesuniversität beharrt die Erste Kammer auf ihrem gestrigen, von dem der Zweiten Kam­mer abweichenden Beschluß.

Zweite hessische Ständekammer.

100. Sitzung.

Tarmstadt, 25. März.

Präsident Haas eröffnet die Sitzung 10 Uhr 15 Mi­nuten. Anläßlich der hundertsten Sitzung ist der Prä- sidenteittisch mit Blumen geschmückt, für welche Aufmerk­samkeit der Präsident seinen Tank ausspricht.

Am Regierungstisch: Staatsminister Rothe Exz., Fi­nanzminister Gnauth Exz., Geh. Staatsrat v. Krug, Geh. Rat Emmerling, Ministerialräte Dr. Becker, Braun, Breidert, Dr. Eisenhut und Ewald.

Zunächst kommt der Antrag Haas-Darmstadt auf Einsetzung eines aus neun Mitgliedern bestehenden Son-

Gießen, 25, März 1902. Betr.: Die Zustellung der Steuerzettel für 1902/03.

Das Großh. Steuer-Commissariat Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Bezirks.

Wir ersuchen Sie, die Ihnen heute übersandten Staats- steuerzettel für 1902/03 alsbald den Pflichtigen zustellen zu laffen und dafür Sorge zu tragen, daß die Zustellung am 1. L Mts. beendigt ist.

Dr. Metzler.

Kelmnntmachung.

Nachdem die unter dem Schweinebestand des Weiß­bindermeisters Conrad Dürr, Weserstraße 15 dahier, aus- gebrochene Rotlaufseuche erloschen ist, wird die angeordnete Gehöfffperre aufgehoben.

Gießen, 24. März 1902.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler.