Ausgabe 
25.10.1902 Erstes Blatt
 
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Drücken tn den Saab tag eknzuzieherr, so nxrb sich die be­sonnene Wählerschaft der Residenz die Sache doch sehr reiflich überlegen müssen.

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Weil namhafte Aerzte nachgcwiescn haben, das; Vohncukaffec ocn tiiiiöcrn durchaus nicht zuträglich ist, währeud durch ^ath- reiucr's Malzlaffec mit Milch gläuzcude Erfolge in dem Gedeihen der «leinen erzielt wurden! Dieses Getränk wird von den «lu­dern auch dauernd gern gcuommcu, während reine Milch oft bald widersteht und in vielen Kallen nicht gut vertragen wird.

Warum sollen Kinder Kat.-reiner's Malsiraffee trinken?

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 25. Oktober 1902.

* Gedenktage. Zu Parchim in Mecklenburg-Schwerin wurde am 26. Oktober 1800 der große Schweiger Graf hell mut v. Moltke geboren. Er besuchte bis 1826 die allgemeine Kriegsschule und reiste, nachdem er zum Haupt­mann befördert war, in den Orient. 1860 nahm Moltke an den wichtigen Beratungen der höheren Generale teil, welche die Möglichkeit eines Bruches mit Oestereich ins Auge faßten, und legte seinen Operationsplan vor, der später auch zur Anwendung kam, ebenso wie Moltke 1870 in der Lage war, dem König einen vollständigen Kriegsplan vorzulegen, der dir bekannten Erfolge herbeiführte.

Ter 25. Oktober 1870 ist der glorreiche Tag, da Frank­reichs stärkste Beste, die nie besiegte Jungfrau Metz, sich dem Prinzen Friedrich Karl ergab. Kriegsgefangen wurden 173 000 Mann mit den Marschällen Bazaine, Canrobert und Leboeuf, 6000 Generale und Offiziere eine in der Kriegsgeschichte einzig dastehende Anzahl. 53 Adler, 102 Mitrailleusen, 541 Feldgeschütze, 800 Festungsgeschütze, 300 000 Gewehre waren die Kriegsbeute, die in keinem Feldzuge über­troffen worden ist.

** Gemälde-Ausstellung. Bon morgen, Sonntag, an ist nach langer Pause die Gemälde-Ausstellung am Brand wieder geöffnet. Sie umfaßt dieses mal zirka 80 Gemälde, worunter auch eine Anzahl des hier schon bekannten Münch­ners, Rich. Scholz, sich befindet. Er zeigt uns dieses mal zwei neue Gebirgslandschaften, eine Paslellstudie sowie zwei Portraits aus hiesigem Prioatbesitz, die sicherlich besonderes Interesse erregen werden. Die Ausstellung haben weiter be- chickt: Max Rebel-Berlin, H. Effenberger-Rom, C. Hradil- Rom, H. Rüdisühli-Basel, F. Breitbach-München, E. Schuch- München, A. Kunz-München, A. Keßler-Düsseldorf, P. Bücken- Aachen, F. Wucherer-Cronberg u. s. w. In der kommenden Woche werden wieder Aenderungen der Ausstellung vor­genommen werden. Der Besuch der Ausstellung kann em­pfohlen werden.

** Die Anl agenmusik findet morgen mittag um Val2 Uhr in der Südanlage statt. Es werden gespielt: 1. OuvertüreStradella" (Flotow), 2. Sechs niederländische Volkslieder (Valerius), 3. Indra-Walzer (Lincke), 4. Finale a. d. Op.Aida" (Verdi).

** Stadttheater. Um den vielfachen Wünschen un- erer Kleinen zu entsprechen, hat die Direktion des Stadt­theaters für Sonntag 9tachmittag 4 Uhr eine Kinder­vorstellung vorgesehen und bringt das beliebte Märchen Sneewittchen und die sieben Zwerge" in der aus­gezeichneten Görnerschen Bearbeitung zur Aufführung. Abends 8 Uhr gastiert, wie bereits bekannt, der Hcldendar- teller Herr Richard Kirch vom Frankfurter Schau - pielhause alsOthello".

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lDhvrng ein, und der Nacht fanf baS T^ernumttter so tief, daß der 9tu[IpunEt überschritten wurde, unb mehrere Grad darunter erreicht wurden. In vielen Ort­schaften und auf den Feldern zeigte sich eine weiße Reif­decke. Damir ständen wir also im Winter, wenn auch in den ersten Anfängen desselben. OS ist ja anzunehmen, daß noch einige mildere Lage kommen werden, aber alle Anzeichen deuten darauf hin, daß diesmal der Winter früh und enexgrsch seine Herrschaft cm treten wird. Und das hat auch sein Gutes. Tas höchst schauderhafte Schmutz- roetter, das bei uns in Gießen viele Wege und Straßen, ganz speziell den BrandplaK unpassierbar machte (der Brandplatz besitzt nicht einmal einen Bürgersteig), das so viele Krankheiten, Erkältungen, Influenza rc. mit sich brachte, wird dem strengeren Regiment des Winters weich,en müssen: Schlittenfahrten, Eisläufen, Schneemänner- bauen und sonstige Vergnügungen des Winters roerben diesmal zu ihrem Rechte kommen. Man wird ohne Gummi­schuhe spazieren ländern können, frisch und gesund wird die Luft sein, der sdirper wird gestählt und gefestigt werden. Im Zimmer ruft der Winter auch die eigenartige trauliche Behaglichkeit hervor, die uns Deutschen ja so unentbehrlich ist, und die chren Höhepunkt im We i hnachts f e ste findet. Es ist gar nicht mehr so lange hin bis zu den Weihnachtstagen: sieben bis acht Wochen. Ta ist es also Zeit, daß es draußen kalt wird, daß es friert und schneit, und gelegentlich^ auch ein tüchtiger Sturm um die Häuser jagt, daß die Scheiben klirren und der Schornstein heult. Trinnen aber sitzt das junge Volk, träumt vom Christengel, Großmütterchen erzählt, und ihre hübsche Enkelin arbeitet an dem Weihnachtsgeschenk für den 'Geliebten. . . . Das ist die Poesie des Winters, unseres prächtigen deutschen Winters, den es nirgends auf der Welt wiedergiebt, und der die Erinnerung und die Sehnsucht in uns wachhält noch in den fernsten Zonen. . . .

tttlh STIJtfrfl sind zwar recht nahrhaft und UIIV *Vl mi) es bat teilte qefleben, bie sich ihr Lebenlang von ihnen nährten; aber der moderne Kulturmensch hat nun einmal feinschmeckerische Neigungen unb bedarf, um sich wohlzusühlen, einer abwechselungsreichen Kost. Heutzutage stellt nicht nur der Reiche, sondern auch der Minderbemittelte andere Ansprüche an die Küche, wie unsere Altvordern. Wir begnügen uns nicht allein mit Nahrungsmitteln, wir brauchen auch sogenannte Genußmittel, die den Appetit anregen. Wenn diese dann nebenbei noch Nährwert besitzen, dann ist um so besser. Salz, Pfeffer und andere Gewürze waren von jeher in der Küche unentbehrlich, denn ohne sie würden die Speisen einen faden Geschmack haben und nur mit Widerwillen genossen werden. Seit Jahren aber wird die Speisekammer aller Stände durch immer neue Mittel bereichert, die bald größeren, bald geringeren Wert besitzen. Ganz ausyezeich- nct Hal sich nun das erst seit einiger Zeit eingesührteSiris" be­währt, das sich merkwürdig rasch einen großen Freundeskreis er­worben.Siris", ein dem Gehalt und Werte nach dem besten Fleisckiertrakt vollkommen ebenbürtiges Präparat, übertrifft diesen aber bedeutend an Wohlgeschmack und ist um circa die Hälfte billiger.Siris" erweist sich im Haushalte ebenso unentbehrlich wie in der Küche der Krankeiihäuser; seine Vorzüge haben bereits in medizinischen Kreisen volle Würdigung erfahren.

Wer das neue, wesentlich verbesserte Präparat in allen Kolonialwaren- re. Handlungen erhältlich noch nicht versucht hat, versäume nicht, sich von der vorzüglichen C-nahtät zu über­zeugen. Wo nicht zu haben, verlange man unter Einsendung von 30 Pfg. in Briefmarken Probetöpfchen, ab Fabrik:Siris-GefeUschasl" in. b. H. Frankfurt a. Al. 6931

** Die Kälte. Falb giebt für die Zeit vom 23. Ins 31. Oktober folgende Tagesprognose aus:Tie Niederschläge nehmen rasch ab. Tie Temperatur steigt allenthalben bedeutend üHer die normale."

Wir haben noch niemals besonderes Vertrauen in die Wetterprophezeiungen des guten Herrn Falb gehabt und den meisten unsere;r Leser wird es wohl ebenso gehen, allein es ist bod> der Mühe wert, von Zeit zu Zeit auf >ie, gelinde gesagt, Unzuverlässigkeit der Falbschen Prophe­zeiungen hinzuweisen, um den Köhlerglauen auch der­jenigen zu erschüttern, die noch immer Anhänger des Ber­linerWetter kundig en" finb. Also da Falb eineallent­halben steigende Temperatur" voraussagt, sinkt natür­lich allenthalben die Temperatur. Von allen Zentren, die die meteorologischen Beobachtungen sammeln, kommt die Uunde, daß eine ganz energische Kälte eingesetzt hat, die wegen der vorausgegangenen feuchten Witterung vielfach Hebel mit sich führt. Allem Anschein nach wird diese Killte die nächsten Tage anhallen. Für Oberhessen ergiebt die Witierungsübersichl etwa folgenden Thatbesiand: Nach­dem gestern beinahe den ganzen Tag warmer Sonnenschein geherrscht hatte, trat gegen abend eine empfindliche- Ab­

erhalten, ohne sie istdie Hand" ein Hand ohne Finger schönstens bedankt. Es ist un§ ja gewiß interessant gewesen, die neueste europäische Berühmtheit von Angesicht zu Angesicht zu sehen, aber wir wiffen nun auch, daß die dä­nische Pantomimin ihren Ruhm jedenfalls in allererster Linie der Reklametrommel verdankt, die allenthalben mit besonde­rem Tamtam für sie geschlagen wird.

Ihren Accompagneur Söverin-Mars haben wir als einen sehr tüchtigen und ausdrucksstarken Künstler kennen gelernt. Aber auch er scheint mir von dem Frankfurter Dar­steller des Einbrechers in BerenysHand" übertroffen zu werden, der alle aufdringliche Gestik vermeidet und den Spitz­buben weniger gemütlich-derb als von dem zuckenden Be­wußtsein der Gefährlichkeit seines verbrecherischen Handwerks besessen wiedergiebt. Daß Herr S.-M. aus Versehen statt durch die abzuschließende Thür hinter einen losen Vorhang sich von dem rettenden Baron vertreiben ließ, machte einen peinlichen Eindruck. Der verstorbene Zola war einmal so ungalant, zu verraten, daß gewisse Pariser Damen, deren Züge ein wenig markant, ein wenig müde und ein wenig spitzig zu werden beginnen, für einige Stunden täglich sich eine ausgesucht häßlicheFreundin" mieten, um mit dieser Sinn in Arm auf den Boulevards zu flanieren; das sei das sicherste aller in Pans erfundenen Schönheitsmittel. Es ist nicht gerade sehr nett von Frau Wiehe, daß sie von diesem Tric jetzt auf den Bühnen ganz Europas Gebrauch macht. Aber diese wenig beneidenswerte Begleuenn hat schließlich eine nicht ganz zu unterschätzende schauspielerische Gewandtheit.

P. Wittko.

Carl Wilhelm Büller bereitet mit Eifer feine bevorstehende kurze Schauspielsaison in Petersburg vor, während er gleichzeitig auf dem Boden seiner künst­lerischen Heimat, in Leipzig, mit Erfolg gastiert. Als jugendliche Salondame für Petersburg engagier:.- er Frl. Dllbrecht vom Hoftheater in Tarmstädr.

)( Sch lägereien. Zwei Frauen in der Steinstraße gerieten in Streit, und bearbeiteten sich derart

gefährlichen Werkzeugen die eine hatte Hackbeil, daß Eine ärztliche Hilfe in

Anspruch nehmen mußte. Tie Sache kam zur Anzeige. Tiefer Tage überfielen mehrere Rowdies nachts gegen wei Uhr^ zwei junge Kaufleute und mißhandelten sie chwer. Ter herzueilenden Polizei gelang es nur mit Jiüfje die Thäter dingfest zu machen. Sie sehen ihrer Bestrafung wegen Körperverletzung und nächtlicher Ruhe- törung entgegen.

Politische Tagesschau.

Tie Kosten des amerikanischen Kohlenstreiks.

Ganz unglaublich klingt die Berechnung über die Un­summen, welche der Hartkohlenstreik in Pennsyloanien bis jetzt gekostet hat. Aus Jndianapolls wird berietet: Im hiesigen Hauptquartier der Bergleute wird genaueren Fest­stellungen gemäß der durch den Hvhlengräberstreik her­vorgerufene Gesamtverlust für alle Beteillgten auf rund 200 000 000 Doll, geschätzt. Ter wöchentliche Ertrag der Meinen hätte sich, wenn kein Streik angeorbnet worden wäre, auf 1250000 Tonnen belaufen, was einem Quantum von 25 000 000 Tonnen in 21 Wochen gleichkommt. Ter Durchschnittspreis, den die Grubenbesitzer für ihre Kohlen erhalten, ist 4.50 Doll, per Tonne unb der Wert wäre somit 112 560000 Toll, gewesen. Die Produktionskosten be­laufen sich auf 1.50 Doll, per Tonne oder auf 37 000 000 Toll, für das obengenannte Quantum. Nach Abzug von Fracht usw. würde den Besitzern noch ein Profit von 50000 000 Doll, verbleiben. Der Schaden, welcher durch den Nichtbetrieb der Gruben Mtftanden ist, kann auf 10000 000 Doll, geschätzt werden, und die Polizeimacht zum Schutze der Gruben kostet wenigstens 2 000 000 Doll. Ter direkte Verlust der Grubenbesitzer beläuft sich fomit auf wenigstens 62 000 000 Doll. Ter Verlust der 147 000 Ar­beiter berechnet sich bei einem durchschnittlichen Lohn von 7 Doll, per Woche auf 20 580 000 Toll. Der Verlust der Geschäftsleute im Streikgebiet muß auf 15 000 000 Doll, veranschlagt werden. Ter Schaden, den das Publikum durch die hohen Kvhlenpreise erleidet, ist gar nicht genau zu berechnen, beläuft sich aber sicherlich auf 50000 000 Doll. Ter Staat Pennsylvanien mußte eine ganze Armee Miliz­soldaten unterhalten, die ihm pro Mann und Tag 3 Doll, kosten, und die freien Kontributionen an die Streiker aus dem ganzen Lande beliefen sich, sicherlich auf etwa 5 000 000 Dollars.

KarmstädLer Flauderei.

K.B. Darmstadt, 24. Okt.

Man hat ht manchen Kreisen unser Darmstadt mit spöttischem Lächeln als ein ,Klein-Paris" bezeichnet, In dem sich jedermann ganz nach Belieben langwellen könne. Wer aber jetzt an regen freien Tagen, deren wir leider gerade in der schönen Herbstzeit nur sehr wenige haben, durch die breiten Straßen schlendert, wird bald eines Besseren belehrt werden. Bei Gelegenheit der Besprechung über bie Errichtung einer Reichsbankhaupt­stelle in Hessen wurde auf dem Handelskammertag in Mainz eingehend hervor gehoben, daß sich das öffentliche Leben hier well mehr, als jonst im Lande, entwickelt habe. Tie Einwohnerzahl ist in den letzten zehn Jahren um mehr als 20 000 gestiegen, und auch der Geschäftsverkehr weist einen außerordentlichen Aufschwung auf. Tas wirkt aber natürlich auch auf das äußere Bild im Straßen­verkehr, der um die Mittags- und Abendzeit ein so reger ist, wie man ihn sonst nur in dan Großstädten anzutreffen pflegt. Taß die gegenwärtige Zeit das eigentliche Prä- ludium zur neuen Wintersaison bildet, das beweisen uns neben den jetzt wie Pilze aus der Erde wachsenden Kon­zerten und Vereinsfestlichkeiten noch bie vielen Gala­uniformen und Fracks mit Chapeau-Elaque und Lackstiefeln auf den Straßen, die auch durch häufig kursierende Hof- equivagen mit den hohen Gästen unseres Großherzogs belebt werden. Unter den letzteren erfreuen sich sowohl die Heinen Sprößlinge aus dem Hohenzollemhaus, wie »Auxfer Prinzeßchen" der ganz besonderen Aufmerksamkeit des durch die Straßen flankierenden Publikums. (Seinen reizenden Anblick gewährte es am Tonnerstagmittag, unser Prinzeßchenhoch zu Roß" zu sehen. Sie kam barhäuptig auf einem Ponny in Begleitung zweier Hofstallmeister über ben Luisenplatz geritten, umgeben von einer zahlreichen animierten Schuljugend beiderlei Geschlechts, die dem Prinzeßchen" ober auch kurzweg Lieschen" mit Mützen- unb Tücherschwenken spontane Huldigungen barbrachte, bis es unter graziösen Verneigungen hinter ben Mauern des Resibenzschlosses verschwanb. Tie Szene würbe natürlich auch von ben ben Kinderschuhen längst entwachsenen Pas­santen mll Wohlgefallen belauscht.

Taß unsere Residenz immer mehr zur Großstadt sich entwickelt, beweist auch bie jüngste Verhandlung unseres Kreisausschusses. Ter hat letzthin nicht nur genehmigt, baß bas leider am äußersten Ende der Stadt gelegene Orpheum" von jetzt ab täglich Varietee-Vorstellungen geben darf, sondern auch gleichzeitig das Profell einer zweiten Spezialitätenbühne in Darmstadt ein­gehend erörtert; ein kühner Unternehmer hat thatsächlich um die Konzession zu einer solchen nachgesucht und Der» fprochen, einen großartigen Neubau zu diesem Zweck in der Wilhelmstraße aufzufuhren. Will da noch jemand den Mut haben, zu behaupten, daß es bei uns Langiveilig, daß in Darmstadtnichts los" sei?

Ter moderne Zeitgeist hat uns bekanilllich in Deutsch- »mid auch eine neue akad emis che Würde gebracht, denTr. ing." In Preußen ist derselbe auf Veranlassung des Kaisers auch schonhonoris causa" häufiger verliehen worden. In Hessen geschah dies am letzten Tienstag zum ersten Mal, üibem der Senat der Technischen Hochschule . bei Gelegenheit des Relloratswechsels zwar um die tech­nischen Wissenschaften hochverdiente Mcänner ehrenhalber zu Trs. ing. proklamierte. Als erfreulicher Beweis für das stetige Wachstum des Darmstädter Polytechnikums wurde u. <l auch erwähnt, daß die Anzahl der Hörer bereits bie Ziffer 1800 überschritten hat. Die Kehrselle der Medaille aber bilden bie badurch erforderlich gewor­denen großen Erweiterungsbauten, die dem Staate noch Millionen kosten; auch die Stadt hat sich im vorigen Jahr entschlossen, die respektable Summe von 350 000 Mark in bar dafür beizusteuern, allerdings nicht ohne gewisse lau­teten. Ganz ohne solche scheint es ja nun einmal im Leben überhaupt nicht mehr abzugehen, weder in der hohen Politik beim direkten Wahlrecht, noch im Privat­leben bei der direkten ober indirekten Wahl einer besseren Ehehälfte. Gerade jetzt ist bie Zeit ba, in ber die Männer­welt an dieseStauteien" recht energisch erinnert wirb, an bie Mode-Wahl und die neuen Winterkostüme, die unsere Schönen ja nun einmal als eine unumgängliche 'Notwendigkeit zur winterlieben Glückseligkell betrachten. Möge chnen die Vorlage über die iModewahl mit ihren reichenKautclen" überall unverkürzt bewilligt werden!