Nr. 251
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Drittes Blatt.
152. Jahrgang
Samstag 25. Oktober 1902
SietzenerAnzeiger
** General-Anzeiger w
Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
vezaglprei», monattich75P^ eiert* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Wit. 3.— viertel» jährl. audschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnumm« biS vormittags 10 Ufrc, LeüenpreiS: lokal 13Pi^ auSwärtS 80 Plg.
Verantwortlich, tot den oolit. u. allgem, teil: P. öiltto: ffil .Stadt und Land^ und .GenchtssaalE: Lllkl Plato; für den Ar», zeigenteil: HanS Deck.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 24. Oktober 1902.
** Die Schuhe werden teurer. In den Kreisen Her deutschen Schuhfabrikanten geht man mit dem Plane um, die Preise für Schuhe zu erhöhen. Im „Verbände deutscher Schuhfabrikanten" wird man sich demnächst mit einem Anträge über ein gemeinsames Vorgehen behufs Preiserhöhung beschäftigen. Auch der Verband der Berliner Schuhfabrikanten wird sich in seiner nächsten Sitzung damit befassen.
Salzschlirf, 23. Oft Die neue Quelle in Scckz- chlirf hat eine Bohrung von 310 Meter Tiefe, die Doole teigt in dem 13 Ctm. weiten Rohr bis aus 3 Meter unter >er Oberfläche, dann tritt zur Tagförderung das Pumpwerk in Kraft. Der Förderung nach scheint sich die Annahme zu bewahrheiten, daß unerschöpfliche kohlensaure Mineralwassermengen den Grund des Salzschlirfer Beckens füllen. Bis heute können bis zu 10 Liter in der Sekunde zu Dadezwecken gepumpt werden. Das Wasser der neuen Quelle hat eine Temperatur von 14^2 Grad (Self., ist also 41/2 Grad wärmer als der berühmte Bonisatiusbrunnen. Der Salzgehalt beträgt 4.8 Proz. gegen 1.3 Proz. der Boni- fatiusquelle. Wenn durch Verstärkung des Pumpwerkes 864 Kubikmeter täglich gehoben werden können, mit denen sich 2000 Bäder Herstellen lassen, dann steht Salzschlirf dem Bad Nauheim nicht mehr nach.
Hahnheim, 22. Okt. Bon einem recht wirkungsvollen M ä u s e g i f t schreibt man dem „Mzr. Anz." von hier: Mehrere Bürger von Hahnheim fingen drei Mäuse, um die Probe zu machen, ob das Gift, welches die Gemeinde Hahnheim von eurer Firma in Mainz bezogen hat, auch Wirkung habe. Der Erfolg war derart, daß die drei Mäuse mit 1 Pfund Gift vier Lage lang regelmäßig gefüttert wurden und sich dabei sehr wohl und munter fühlten. Schließlich wurde ihrem Leben Lurch Ertränken ein Ende gemacht.
Worms, 23. Okt- Vor jetzt zwölf Jahren wanderte von hier ein Bäckergeselle nach Amerika aus. Es ging ihm nicht zum Besten, sein Geld reichte gerade für die Ueberfahrt aus, wenn er die verschiedenen Schulden, die er hatte, unbezahlt ließ. Seine Gläubiger mögen im Augenblick genug über den Lumpen" geschimpft haben, heute denkt kein Mensch mehr an ihn, denn große Kapitalien hatte niemand ihm anvertraut. Der arme Teufel war aber inzwischen zum wohlhabenden Mann geworden, den die Schulden in Worms ständig drückten. Das war denn Ursache, daß er sich eines Tages hinsetzte und den ganzen Schuldbetrag an das Wormser Polizeiamt schickte mit der Bitte, die Beträge an die mit Namen bezeichneten Gläubiger, deren Wohnung er nicht wisse, auszahlen zu wollen. Sollten die Gläubiger nicht mehr am Sieben sein, so solle das Geld deren Erben eingehändigt werden. Reich ist übrigens keiner der Gläubiger durch den unerwarteten. Geldzufiuß geworden. Ein wackerer Mensch ist der Bäcker aber jedenfalls.
Frankfurt a. M., 23. Okt. Bei der am 19. d. Mts. slattgefundenen Fahnenweihe des Allgemeinen Staatseifenbahn-Vereins im neuen Wertstattsgebäude wurden Fahnennägel und Schleifen u. A. von Vereinen aus Gießen und Butzbach gestiftet. — Der Polizeipräsident hat soeben eine Verfügung an die Schutzmannschaft erlassen, welche diese nach amerikanischem Beispiel veranlaßt, den
Straßenpassanten beim Ueberschre iten starkbe- lebter Straßen behilflich zu sein. Besonders Frauen, Kinder, Greise und Krüppel werden der Aufmerksamkeit der Schutzleute anempfohlen. — Dieser Tage wurde einer der glänzendsten, aber auch künstlerisch-wertvollsten und teuersten Schulbauten, das L essing-Gymnasium an der neuerschlossenen Hansa-Allee im Nord-Westen der Stadt seiner Bestimmung übergeben. Es hat weit über 600000 Mark gekostet und ist in Spätgotik gehalten. Zum ersten Mal wurden die Räume durch 150 Nachbildungen der bedeutendsten Kunstwerke aller Kulturepochen geschmückt.
Gerichtssaal.
fc. Frankfurt a. M., 23. Okt. (Ob erkriegs- geriet des 18. Armeekorps.) Der Unteroffizier Karl Emil Fischer vom BezirkskommanLo Friedberg hat sich in 7 Fällen kleinere Geldbeträge, die ihm vom Kommando zur Auszahlung übergeben waren, angeeignet. So sollte er eines Tages einem Metzgermeister eine Rolle mit 50 Mk. bringen. Vorher aber entnahm er der Rolle 10 Mk., machte sie wieder fein säuberlich zu und überreichte sie dem Schlächter. Erst als sie dieser weitergab, wurde gemerkt, daß 10 Mk. fehlten. Tie unterschlagene Summe beläuft sich auf im ganzen 37.88 Mk. Tas Kriegsgericht in Darmstadt fyat den Defraudanten zu 5 Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde verworfen.
Aschaffenburg, 23. Okt- Schwere Straken erhielten gesternt vom hiesigen Landgericht vier Oost- diebe, welche s. Zt- den sie erwischenden Flurwächter Heinrich Otto mißhandelten. Dieser hatte den Steinhauer Johann Rothaug bei Verübung der That festgenommen, was die drei Komplizen des Letzteren veranlaßte, den Verhafteten aus der Gewalt des Beamten zu befreien und Otto mit Stöcken derart zu schlagen, daß er heute noch Schmerzen verspürt. Das Urteil lautet gegen den ledigen Steinhauer Michael Schilling aus Frickenhausen auf 9 Monate Gefängnis, den ledigen Schlosser Hermann Nagel aus Molitten 8 Monate, Steinhauer Joh. Rothaug 6 Monate und Schreiner Joseph Hollwerk aus 5 Monate Gefängnis. Außerdem erhielt jeder wegen Feldfrevels 3 Mk. Geldstrafe.
Berlin, 23. Okt- Wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruges hatte sich gestern vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I der Gießer Eduard Graefe zu verantworten. Es zeigte sich auch in diesem Falle wieder, wie leicht es mitunter Schwindlern gemacht wird, zu ihrem Ziele zu gelangen. Der Angeklagte, ein gänzlich ungebildeter Mensch, verkehrte in einem Lokale in der Linienstraße und gab sich für einen Dr. v- der Green" aus. Er trug demonstrativ einen farbigen Bierzipfel an der Uhrkette und verbreitete stets einen lieblichen Karbolgeruch um sich. Ta vertraute er dem Wirt eines Tages an, daß er in Geldverlegenheit sich befinde; er erwarte eine größere Geldsendung, die aber doch noch einige Tage ausbteiben könnte, deshalb würde es ihm sehr angenehm sein, toenn ihm der Wirt gegen Wechsel eine größere Summe vorstreckte. War der Wirt an sich schon geneigt, der Bitte zu entsprechen, so schwand jedes Bedenken, als ihm der Angeklagte noch ein Schriftstück vorlegte, welches das Diplom des Dr. v- der Green darstellen sollte.
Der Wirt gab 90 Mk. her, der Angeklagte strich das Geld ein und aeceptierte einen Wechsel unter dem Namen „Edi v. der Green, Thiergartenstraße 6". Er hat sich daun nicht mehr blicken lassen. — In derselben Maske hat er einen anderen Gastwirt arg hineingelegt. Auch hier verkehrte er als „ein bei der Charite beschäftigter Arzt" längere Zett. Einen jungen Mann, der ihn eines Tages begleitete, stellte er als „Kollegen Dr. von Koller" vor. Auch hier wies er gelegentlich sein Diplom vor und versprach dem Wirt, daß er die übrigen Charitö-Aerzte und die Aerzte der Kaiser-Wilhelms-Akademie bewegen werde, das Lokal als ständiges Klublokal zu erwählen. Im Mai d- I. überbrachte er auch die frohe Botschaft, daß der Plan sich verwirklichen solle, und bestellte bei dem Wirt ein Zimmer, in welchem 70 Aerzte zusammen kommen und regelmäßig verkehren sollten. Es wurde ein regelrechter Mietvertrag abgeschlossen und diesen unterzeichnete der Angellagte mit „Dr. v- Green". Der Wirt machte sich sogleich an die Renovation des Zimmers, gab dafür 600 Mk. aus und streckte dem Doktor leihweise 400 Mk. vor. Jin einem dritten Falle ist es beim Betruasversuch geblieben. Hier mietete er unter den gleichen falschen Angaben von einem Wirte einen Gartensaal, versuchte auch hier, 400 Mk. zu erlangen, wurde aber mit dem Gesuch abgewiesen. — Ter Angettagte war geständig und entschuldigte sich damit, daß er wegen Krantyett nicht im stände sei, regelmäßig zu arbeiten. Mitten in der Verhandlung stürzte er plötzlich zur Erde und wurde von Krämpfen befallen. Der Gerichtshof verurteilte den Angellagten zu 4 Monaten Gefängnis ,
Alm-wirstchaft.
Berlin, 23. Okt. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht bett Saaten st andsbericht im Deutschen Reich sür Mitte Eftober, wobei 2 gut und 3 mittel bedeutet. Weizen 2,7 gegen 2,4 mt Vorjahr, Winterspelz 2,5 (gegen 2,2), Roggen 2,9 (gegen 2,3), junger Klee 2,3 «gegen 2,5). Die zweite Hälfte des September war zumeist trübe und kalt, nnr m Süddeutschland herrschte meist Trockenheit. In der ersten Oktoberdekate folgten trockene Winde, auch Nachtirösle, dann trat nahezu günstiges Wetter ein. Die Ackerbeslellung l>at sich fast überall verspätet, namentlich für Weizen und Spelz, ein sicheres Bild ist aber noch nicht zu geben. Berichten über de-n guten Stand des Klees stehen andere gegenüber, wonach Klee infolge der fallen Witterung im Wachstum vielfach zurückgeblieben iei. Die Mäuse haben sich säst überall stark vermehrt.
Berlin, 23. Okt. Die „Bert. Corresp." meldet, am 1. Dezbr. finde ui Preußen eine außerordentliche Viehzählung kleinere» Umianges statt, und teilte einen Auszug aus dem in dieser Be« ziehung ergangenen Rundschreiben des Ministers des Innern mit
Buenos Aires, 23. Okt. llm ganzen Gebiete der Republik ist Regen gefallen, wodurch die Weizen- und Flächsernt( g ü n st i g beeinflußt sind. Die bebauten Flächen betraget nach Feststellungen des Finanzministers für Weizen 3 254 000 Hekto^ für Flachs 956 000 Hektar.
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Plaudereien aus der Kaijerstadt.
(Nachdruck verboten.)
Der Grünewald im Herbstschmuck. — Berliner Kinderarbeit. — Schulersolge. — Kulturbilder aus dem Nachtomnibns.
Tie goldene Herbst,onne, die plötzlich über Berlin aufgegangen war, als hätte sie Gewissensbisse bekommen und wollte alles wieder gut machen, was sie in diesem unverantwortlichen Jahr gesündigt, die sanftwärmende, milde Herbstsmine hatte mich hinausgelockt in den Grünewald, den man mit' der Stadtbahn ,0 bequem und billig erreichen kann. Ach, wie entzückend präsentterte sich der im Sommer so melancholische märkische Kiefemforft mit dem bunten Laub des Strauchwerks an Wall)- und Seerändern. Zitronengelb leuchtete das Blattwerk der Birken herüber, deren weiße Stämmchen das dunlle Grün der ernsten Föhren auch an trüben Tagen so beleben; gold- broncefarben grüßten die Wipfel der Ahornbäume, die als Schildwachen an den Waldchausseen aufgepflanzt erscheinen, und in rötliche Nuancen übergehend Mischte sich damit das Eichenlaub und die schön gefieberten Blätter der Berberitzensträucher. Auch üppige Dolden blutroter Cbereschenbeeren blinkten auf zwiichen all der heiteren Pracht und eine schier sonntägliche Ruhe herrschte in dem bunten Revier — eben, weil es nicht Sonntag war. In all den Waldschänken außer dem Kellner, der verdrossen in das Spiel der fallenden Blätter draußen starrt, feine Menschenseele! Nur bei der Heimfahrt vom Schlachtensee aus merkt man aus dem Bahnsteig, daß noch gleichgestimmte Seelen denselben reinen Naturgenuß ge,ucht haben. Und auf den Hauptwegen verrieten es die noch immer in wüster Menge verschleuderten Papierreste, was am verflossenen Sonntag mit geteilteren Interessen denselben Weg gezogen sein mußte. Auch, in den mächtigen Schilfbeständen der Gmnewaldseen regte sich Menschliches. Ein paar Maler, denen es der köstliche Herbstzauber gleichfalls angethan, suchten die Farbenwunder der Seeränder mit den stillen Spiegelbildern im Wasser auf der Leindwand festzuhalten. Ein paar Angler ftierten in stoischer Ruhe auf die kaum
bewegte glänzende Flüche und dachten möglicherweise an den Grundstoff, aus denen einst der Herrgott die Welt geschaffen, und ein Troß Knaben, hier und dort, beschäftigte sich eifrigst mit Erntearbeit. Keck wateten sie ins Wasser hinein, um die hohen fahlgelben Schilfstengel mit den noch halbgrünen Blattwimpeln im Wa,ser abzuschneideu und heimzubringen. Mit buntleuchtendem Laub- und Beerenwerk zu Herbststräuchem zusammengestellt, bildet dieses Geschenk der Seen einen Handelsartikel für die Friedrichstraße, auf der Frauen und halb invalide Männer die dekorativ wirkenden Arrangements jetzt feilbieten. Tie Jagd nach Erwerb fängt früh an in der Großstadt, Hunderte und Tausende werden daheim eingespannt in das drückende Joch des Verdienenmüssens trotz aller Verordnungen, und die sich im Walde tummelnden Schilfschnitter sind die Beneidenswertesten unter ihnen.
Kein Wunder, daß die Erfolge unserer Gemeindeschulen, die mit den besten Lehrkräften ganz Deutschlands besetzt sind, doch Prozentsätze von Zurückbleibenden ausweisen, die ganz erstaunlich sind. Nur etwa die Hälfte aller Schüler sind nach dem Jahresbericht der Schulverwaltung tm Vorjahre aus den Lberllassen entlassen; ein Viertel mußte die Schulzeit in der zweiten, das andere Viertel auf noch tieferen Stufen quittieren! Ter häufige Schulwechsel trägt sein Teilchen zu dieser Erscheinung auch wohl bei, und die aus dem Poseuschen kommenden y-amilien mit ihrer mangelhaften Beherrschung der deutschen Sprache mögen ein weiteres Moment für die Höhe dieser Prozentsätze bilden; aber die Hauptsache liegt doch immer in der Ausbeutung der schulfreien Zeit zu Erwerözwecken. Wer einmal ftühmorgens, wenn Berlin noch schläft, mit wachsamen Augen durch die Straßen wandert, wird von einem heißen Mitleid gepackt für das Heer der kaum halbwüchsigen Knaben und Mädchen, das mit Bäckerwaren, Milch und Zeitungsbündeln von Haus zu Haus, treppauf, treppab, pilgert, manchmal dirigiert von Vater oder Mutter, denen das betreffende VerteilunZsamt natürlich übertragen ist, ost, sehr oft auch ohne deren Begleitung. Abgehetzt und körperlich erschöpft, häufig auch nur halb gesättigt, erhält^ der Lehrer dann drei Stunden ,pater solche Zöglinge. Wenn
er kein allzu harter Mann ist, wird er ein ehrliches Erbarmen spüren mit diesen geistig und körperlich verkümmernden Opfern des Großstadtprvletariats, die mitunter so gern lernen würden, wenn nur die nötige Elastizität in ihnen wäre.
Freilich, nicht alle bringen ihre Schlaffheit aus der Frohne der Früharbeit mit in die Schulklasse. Ter wackere Schaffner meines Nachtomnibus, der ein halber Philosoph ist, weiß davon zu erzählen. Ter Nachtomnibus ist eine segensreiche Einrichtung für alle die Leute, die die letzte Straßenbahn verpaßt haben — entweder am Arbeitstisch des Nachtbureaus oder beim ausgedehnten Abendschoppen. Zwischen ein und zwei llhr klingeln die letzten „Elektrische" durch die großen Verkehrsadern, meist vollgepfropft bis auf den letzten Platz; dann tritt der Nachtomnibus in seine Rechte, wenu's zu einer Droschke nicht langen will. Tas Bittet kostet ein Geringes mehr wie der - Fahrschein der Straßenbahn; aber um so viel interessanter ist auch die Fahrt auf so einem Lumpensammler". Ta sitzt der kleine. Beamte, der sich von den Vereinsbrüdern nicht trennen konnte, neben dem fidelen Bruder Studio oder einem Nachtarbeiter, der soeben das Werkzeug aus der Hand gelegt hat; Ehefrauen, natürlich in Begleitung des Gatten, starren mit gruselnder Neugier auf die geschminkte, mit falschen Diamanten überladene Schönheit, die feinen Begleiter gesunden; solide Familienväter kehren mit ihrem Provinz bestich heim zu der bange harrenden Gattin — aber auch Kinder, solche, die schon zur Schule gehen und jüngere, sitzen auf den harten Bänken, von den schaukelnden Bewegungen des Wagens in den längst fälligen Schlaf gelullt. Ter Bratenrock des Vaters, die oft komische Eleganz der Mutter verraten, wo die Reise herkommt. Ball, Geburtstag, Kindtaufe — oder sonst was Großartiges. Es ist ein bischen später geworden, als man beabsichtigt hatte. Dor vier llhr kommen die Kinder kaum zu Bett. Und um acht beginnt die Schule! . . . „So wat seh ick nu alle Tage!" sagt mein Schaffner. Leider sind es die Nächte, die er meint! ... SL 8t


