Ausgabe 
25.7.1902 Zweites Blatt
 
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*«x KrstrmmerrstoHerr zweier Feuersteine einen Firrrken, der das Pulver züm implodieren brachte. Die Wunden der Berletzten sind sämtlich schwer. Von den verwundeten Sappeuren sind drei bereits den Verletzungen erlegen. Die meisten, welltze im Gesicht verletzt sind, dürften erLlin den.

* Parts, 24. Juli. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats teilte der Vorsitzende mit, daß der in Reims verstorbene Herr d^Huit der Stadt Paris seine Gemälde- Sammlung im Werte von 5 Millionen Kv ancs sowie 3 Millionen in bar testamentarisch ver­macht hat.

* Rvuem, 24. Juli. Wahrend des internatio­nalen Schützenfestes hat sichgestern ein ernster Un­fall ereignet. Das Gewehr eines belgischen Schützen ent­lud sich von selbst, wodurchsein Soldat und der Vertreter eines Handelshauses schwer verletzt wurden .

* Madrid, 24. Juli. In den Gebieten zwischen den Provinzen Santander und Asturien sind mehrere von unter­irdischem Getöse begleitete Erd er schütt erung en vop- Igelonrmen.

* Tambow, 24. Juli. Am 14. d. Mts. ging über den Kreis Spask ein starker mit Hagel vermischter Platz­regen nieder, durch den gegen 1000 Hektar Wintergetreide und etwa 1150 Hektar Sommergetreide vollstän- dig vernichtet wurden.

* Rätselhafter Todesfall. Fräulein Dr. phil. Elise Neumann, Tochter des verstorbenen Zoologen Nemnann, wurde am Mittwoch Nachmittag in einem Ber­liner Laboratorium tot ausgefunden. Die junge Dame, die bei ihrer verwitweten Mutter wohnte, war die erste Dok- torin der Berliner Universität. Sie promovierte vor einigen Jahren in der Physik und arbeitete in einem großen chemi­schen Laboratorium. Hier sand man sie in einem Raume, den sie allein als Arbeitszimmer benutzte, mit Cyankali v-ergiftet, tot auf. Ob ein Unfall oder ein Selbstmord vorliegt, ist noch, nicht aufgeklärt. Auch ein Grund zum Selbstmord ist bisher nicht bekannt geworden.

* Eholera und Pest. In Alexandria wurden vier Chvlerafälle festgestellt, von denen drei tätlich verliefen. In Mucha wurden 17 neue Pestfalle festgestellt.

* Bootsunglück. Eine Lloydsdepesche aus Malta meldet: Der TorpürobootszerstörerTrasher" lief hier ein, am Bug erheblich beschädigt durch den Zusammenstoß mit einem anderen Torpedobootszerstörer.

* Die Musik als Ehescheidungsgrund. Der Gerichtshof von Philadelphia hat soeben die Scheidung zwischen Mrs. Christine Weatherill Rice, die aus einer der ältesten und reichsten Familien der Stadt stammt, und Mr. John Rice Es gesprochen, weil dieser die Gewohnheit an­genommen hatte, seine Frau zu zwingen, die ganze Nacht hindurch, ohne einen Augenblick Pause, Klavier zu spielen. Um zu verhindern, daß die Frau einschlief, machte der klaviertolle Ehemann von Zeit zu Zeit furcht­bare Tamtamschläge, die in der ganzen diachbarschaft gehört wurden. Das Urteil stellte fest, daß diesechinesische Grausamkeit alles üb-erbiete, was man bisher in Eheschei- dungssachen zu beurteilen gehabt habe.

Sport.

Homburg, 24. Juli. Der Kronprinz nahm heute abend bei dem Offizier-Lawntennis-Tournier die Preisoerteilung im Einzelspiel ohne Vorgabe vor. Es erhielten den 1. Preis sKaiserpreis) Leutnant Seebohm vom Infanterieregiment Nr. 167, den zweiten Leutnant Verton vom Grenadierregiment Nr. 110, den dritten Leutnant Pieper vom Infanterieregiment 9ir. 83 und Ober­leutnant zur See Trapp.

Ostende, 24. Juli. Bei der gestrigen internationalen See- wettsahrl vor Ostende siegte die Bremer PachtNavahoe", Be­sitzer Konsul Waetjen. Zweite wurde die englische PachtCicely", Besitzer Quentin, Dritte die deutsche PachtBlara", Besitzer Guilleaume.

Loudon, 24. Juli. Sämtliche Berichte über die gestrige Ruder-Wettfahrt in Cork zollen dem glänzenden Rudern der Berliner, die sehr herzlich ausgenommen wurden, höchsten Bei­fall. Die deutsche Mannschaft führte über mehr als die halbe Strecke. Es entspann sich ein aufregender Kampf mit der eng-

llschen Mannschaft. Plötzlich schien die Kraft der Gaste, die einen durchaus schnellen Schlag hatten, nachzulassen. Leander ging in Führung und gewann leicht. Wie ein Telegramm aus Cork meldet, verlas Lord-Oberrichter O'Brien im Schwurgerichte von Cork heute eine Depesche vom deutschen Kaiser. In der Depesche dankt der Kaiser dem Lord für die Gastfreundschaft, welche der Mannschaft des Berliner Ruderklubs erwiesen worden sei, und spricht dem Präsidenten des Leanderklubs Dank für die sport- männische Meldung aus, welche dieser an den Kaiser gerichtet hat. Ter Kaiser bemerkt, die Berliner Mannschaft habe sich wacker ge­halten und drückt die Hoffnung aus, der Besuch der Berliner möge wiederholt und erwidert werden. Solche Wettkämpfe seien ein ausgezeichnetes Mittel zur Förderung wohlwollender Gesinnung und Freundschaft zwischen den beiden Ländern.

Landwirtschaft.

Darmstadt, 23. Juli. Der Ausschuß des l a n d w i r t s chä f t- lichen Provinzialvereins für Starkenburg hat seinen Voranschlag für das Rechnungsjahr 1903/1904 sestgestellt. Dre Einnahmen und Ausgaben des Vereins wurden mit 72 000 All. in Anschlag gebracht. Als Ausgaben sür landwirtschaftliche Zwecke sind vorgesehen: Für Rindviehzucht 28 400 Mk., für Bodenkultur 10 000 Äik., für Schweinezucht 4500 Mk., sür Obst-, Gemüse- und Weinbau 3500 Mk., für Ziegenzucht 2100 Mk., für Geflügelzucht 1700 Mk., für Ausstellungen 1000 Mk. und zur Förderung sonstiger Zweige der Landwirtschaft 3010 Mk., Verwaltungskosten 17 790 Mk. Der Voranschlag für Provinzialvereinsangelegenheitcn schließt in Einnahme und Ausgabe mit 9100 Mk. ab. Unter diesen Ausgaben befinden sich 3000 Mk. Zuschuß für die landwirtschaftlichen Unter» richtsanstalten und 3500 Mk. Zuschuß für den Landwirtschaftsrat.

Butzbach, 24. Juli. Ter Oberhessische Obslbauverein hält vom 19. bis einschließlich 22. September dahier int Saale des Hess. Hofes" eine Obstausstellung ab.

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Bekanntmachung.

Auf dem hiesigen Friedhof entbehren die Dentntäler auf den Gräbern der nachverzeichneten Personen der nötigen Stcutdsestigkell. Die Angehörigen der Verstorbenen werden daher ausgesordert, umsogewrsser für Instandsetzung der Denkmäler bis spätestens 20, August zu sorgen und hiervon uns Anzeige zu erstatten, als sonst aus Grund des § 7 der Friedhofsordnung die Besettigung jener Denkmäler erfolgen müßte.

Im Quadrat VI

von Humbracht, Margarete Louise, gestorben 27. April 1848.

Im Quadrat XJV

Reisenweber, Joh. Georg, gestorben am 13. September 1877.

Gießen, den 19. Juli 1902. 5359

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