Ausgabe 
25.1.1902 Zweites Blatt
 
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152. Jahrgang

Samstag 25. Januar 1903

Zweites Blatt.

Schulstrahe 7.

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FtrnsprrchanschlußNr.51.

Nr. 21

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die «iefjener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Der- sag der Bruhl'schen Univers.-Buch-u.Stem- druckerei lPretsch Erben) Redaktion. Expedition

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GlchenerAmeigerW W General-Anzeiger S?

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

zeigenteil: Han? Beck.

Die heutige Wummer umfaßt 16 Seiten.

Politische Tagesschau.

Die Reise deS Prinzen von Wales nach Berlin.

Aus London meldet heute W- T. B. vom 24. Jan. Der Prinz von Wales hat heute abend 8 Uhr die Reise nach Berlin an getreten. DieNordd. Mlg. Ztg." bringt cruS diesem Anlaß einen kurzen Begrüßungsartikel, in dem es heißt:

Wir würdigen die freundsch aftliche Gesinn­ung, welche der König von England bestimmte, tn diesem Jahre den Erben der britischen Krone zur Geburtstagsfeier des Kaisers nach Berlin zu entsenden. Mir hoffen, daß die Wünsche, die der erlauchte Prinz überbringt, wie die Eindrücke, die er bei uns empfängt, der Befestigung des wechselseitigen Wohl­wollens förderlich sein werden- In dem Gast des Kaisers achten wir zugleich den Vertreter einer alten, großen Nation, mit der uns gewichtige In­teressen verbinden- Die Waffen des poli­tischen Tagestreits senken sich freiwillig vor dem britischen Königssohn, den wir auf deutschem Boden willkommen heißen.

Also alles Gerede von einer Absage im letzten Mo­mente wegenVerleumdung der britischen Armee" durch die deutsche Zunge war müßig. Er kommt, derDoppel­gänger' Nikolaus II. so bezeichnet man ihn ja wegen seiner überraschenden Aehnlichkät mit dem Selbstherrscher aller Reußen. Der Prinz wird mit großer, mit besonderer Auszeichnung empfqugen werden. Nur bis zum Dienstag früh ist der Berliner Aufenthalt festgesetzt. Der Prinz wird sich von Berlin nach Neu-Strelitz begeben, um dem dortigen Hofe einen Besuch abzustatten. Die Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz ist bekanntlich eine großbritan­nische Prinzessin von Geburt- Auffallend ist ja die Kürze des Besuchs und die, im Verhältnis zu dem Tone sonsti­ger offiziösen Preßbegrüßungen bei dem Besuche befreun­deter Fürstlichkeiten, große Knappheit und Gemessenheit derNordd- Allg. Ztg." In solchen hochoffiziösen Will- kommens-Aeußerungen pflegt sonst vontraditioneller Freundschaft", voninnigen Beziehungen" die Rede zu fein. Solche Worte fehlen diesmal.Befestigung wechsel­seitigen Wohlwollens",Achtung" vor demVertreter einer alten und großen Nation, mit der uns gewichtige In­teressen verbinden". Diese, mit gutem Bedacht gewählten und vermutlich vom Grafen Bülow herrührenden Ausdrücke charakterisieren das deutsch-englische Verhältnis mehr als eine Jnteressen-Gemeinschaft, als eine Vereinigung von Freunden, verknüpft durch Sympathien, Aehnttchkeit der Anschauung, der Ziele. Mit dieser Kennzeichnung der deutsch-englischen Beziehungen werden sich viele einver­standen erklären, und die am Schluß der offiziösen Notiz ausgesprochene Erwartung teilen.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

Fortsetzung der Beratung des Domänenetats. Abg. Goth ein (frs. Lrg.) führt aus, der Landwirtschafts­minister habe gestern gezeigt, daß er sich nicht zwischen zwei Stühle setzen wolle. Er (Redner) glaube aber, der Minister habe sich auf den agrarischen Stuhl gesetzt, daß es krachte. (Heiterkeit.) Abg. Frhr. v. Wangenheim (kons.) erklärt, von der Gestaltung des Zolltarifs hängt die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands ab. Wir stehen am Scheidepuntte. Wenn wir diesmal wieder unter­liegen, ist es mit der Landwirtschaft vorbei. Landwirtschastsminister v. P o d b i e l s k i wendet sich gegen die Deutung, die seine gestrigen Ausführungen erfahren haben. Er habe nicht die Herren von der Linken gemeint, er habe diejenigen gemeint, die im Reichstage mit An­trägen kommen, wie dem, nach Annahme des Tarifs von jedem Hektar cme gewisse Abgabe zu erheben, damit auch das Reich etwas davon habe; und das seien doch Anträge ernster Leute, er nehme wenigstens an, daß im Reichstage nur ernste Anträge gestellt werden. Die Haupt- sorge der Regierung sei, den heimischen Markt zu stärken, gesund und kräftig zu machen, damit werde auch der Industrie geholfen. Abg. Barth (fr. Vg.) ertlürt, wir haben in der Partei viele erprobte Landwirte, wir haben uns außerdem an viele Landwirte gewandt, die vorwärts gekommen sind- Wir vertreten also diejenigen, die den Beweis für i^e Fähigkeit und Tüchtigkeit erbracht haben, Sie dagegen die anderen- Wir vertreten also^ auch Ihre Interessen mit; das nutzt aber alles nichts, «ic haben sogar mir persönlich die größten Vorwürse gemacht, daß... (Abg. v. Pappenheim: ich ein Freund der Sozialdemokratie bin!" Stürmische Heiterkeit- - Jawohl! Aber selbst dieser Einwand hat bei meiner Reichstagswahl nichts verfangen- (Abg. Frhr von Zettlitz: Was hat das gekostet?") Viel Arbeit! Redner verteidigt sich fodann gegen den Vorwurf der Liebe­dienerei gegenüber dem Ausland. Abg. Engelbrecht bemerkt, wenn die Politik der Abgg. Barth und Gothern Thals ache werde, komme Deutschland mindestens auf eine Generation in die größten Schwierigkeiten-

Abg. Graf Lim bürg-Stirum führt aus, die Frei­sinnigen betrachten sich als Schutz gegen die Sozial­demokratie. Ich muß demgegenüber erklären, daß uns das Verhältnis zwischen Liberalen und Sozialdemokraten nicht bestimmen kann, in ihnen einen Schutz gegen die Sozialdemokraten zu sehen. Ich glaube nicht, bafe den Abg. Barth unpatriotische Beweggründe leiten- daß er aber unser Ansehen im Auslande schädigt, ist mir klar Mir können ohne Handelsverträge mindestens ebenioaut aus halten, wie das Ausland. L B

Abg. Ehlers verteidigt den Abg. Barth gegenüber dem Vorwurf der Auslandsoienerei- (££ wäre wirklich kein Fehler, wenn das Interesse für das Ausland bei uns allgemeiner würde.

Deutsches Keich.

Berlin, 24. Jan. Der Kaiser begab sich heute morgen nach Potsdam, um dort Rekrutenbesichtigungen bei­zuwohnen. Nach denselben nahm er das Frühstück im Offi­zier-Kasino des 1. Garde-Regiments ein. Er begab juch, sodann nach Hannover, wo er am Ätachmittag um5Uhr eiutraf und au dem Festmahl der vormals König! Hannover­schen Offiziere, das aus Anlaß des Gedenktages der tradi­tionellen Verlechungen stattfand, teilnahm.

Der Kaiser beabsichtigt, das Kadettenschulschifs Charlotte", das am 15. Piärz wieder in Kiel eintrefsen wird, in der Holtenauer Schleuse persönlich in Empfang zu nehmen und den Prinzen Adalbert zu begrüßen.

Wegen des schweren Unfalls beim Ssalut- schießen in China, der sich an Kaisers Geburts­tag vorigen Jahres ereignete und den Tod von fünf Mann der Schweren Feldhaubitzen-Abteilung zur Folge hatte, ver­büßt gegenlvärtig der Vicefeldwebel v. Gartzen, der seinerzeit als Einjährig-Freiwillige beim Garde-Fußartille- rie-Regiment in Spandau gedient und sich als Unteroffizier der ostasiatischen Expedition angeschlossen hatte, in Köln eine Festungshaft von sechs Monaten, zu welcher Strafe er als Urheber des Unfalls verurteilt worden ist.

Ein Petersburger Blatt meldet gerüchtweise, Kaiser Wilhelm solle Midte Juli na ch Rüßland kommen, um den Manövern des Artilleriegeschwaders beihuwohnen.

Der konservative Abg. v. Puttkamer-Plauth soll krankheitshalber beabsichtigen, seine parlamentarische Thätigkeit aufzugeben.

Die Oberpostdirektion in Oppeln hat die Beförderung von Ansichtskarten, welche sich auf die bekannten Vorgänge in Wr eschen beziehen, verboten.

Die Zentrums-Interpellation betreffend Aufhebung des Jesuitengefetzes wird voraussichtlich am nächsten Dienstag auf die Tagesordnung des Reichstags gesetzt werden und vom Grafen Bülow persönlich beantwortet werden. Auch der vom Zentrum ausgegangene, durch die Vertagung im Mai unerledigt gebliebene Gesetzentwurf be­treffend die Freiheit der religiösen Uebungen (Toleranz- Antrag) soll in der nächsten Woche zur zweiten Beratung im Plenum gestellt werden.

Zweifellos offiziös schreibt diePost": Die Lage in Vene zue la ist trotz gegenteiliger Zeitungs-Nachrichten unverändert. Es kann uns gleichgiltig sein, ob der Präsident Castro die deutsche Note einem Kongreß vorlegt oder nicht. Er wird sie innerhalb einer gewissen Zeit zu beantworten haben, wenn er sich nicht weiteren Schnitten aussetzen will. Von einer Intervention Englands kann keine Rede sein, schon aus dem Grunde nicht, weil dieser Staat selbst, ebenso wie Frankreich, Ansprüche an Vene­zuela hat und beiden daher das Vorgehen Deutschlands nur sehr willkommen sein kann. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, daß diese drei Mächte vereint vorgehen, wenn Venezuela bei seinem Widerstande beharrt.

C r e f e l d, 24. Jan. Eine amtliche Zählung ergab für hier 5 50 Arbeitslose.

Stuttgart, 24. Jan. Die Kammer der Abge­ordneten begann heute die Verhandlungen über die Einheitsmarke. Liesching (Volkspartei) trat für den Antrag der Mehrheit der Kommission ein, der dahin geht, die durch den Vertrag veranlaßten Abweichungen nicht zu beanstanden. Vizepräsident v. Kiene empfahl aus politi­schen, staatsrechtlichen und ftnanziellen Gründen die Ab­lehnung von Einheitsmarken- da durch letztere das Württem- bergische Reservatrecht gefährdet würde.

Ausland.

Brüssel, 24. Jan. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, dürfte demnächst von der Rechten ein Antrag eingebracht werden, welcher das Stimmrecht für die Frauen verlangt. Dieser Antrag soll gleichzeitig mit der Debatte über das allgemeine und gleiche Stimmrecht für die Provinz- und Gemeindewahlen in der Kammer disku­tiert werden.

Marseille, 24. Jan. Demnächst wird sich hier eine Spezialmission des Zaren nach Abessynien einschiffen, die den Auftrag hat, dem NegusMenelik 12 Galadcgen zu überreichen.

Budapest, 24. Jan. Die in letzter Zeit unter dem Vorsitze des Kaisers stattgehabten militärischen Konferenzen galten vornehmlich der Geschützfrage und der Frage der Neuorganisation der Feldartillerie. Der erste Teilbetrag für neue Geschütze dürfte in den Heeresvor- anschlag für 1903 eingestellt werden. Die Haubitzenbatterien sollen errichtet und die Gebirgsartillerie weiter ausge­stattet werden.

Washington, 24. Jan. Der Vertrag betreffend A b - tretung der dänisch-we st indischen Inseln an die Vereinigten Staaten wurde heute unter­zeichnet und wird unverzüglich dem Senate zur Ratifi­zierung zugehen.

Staatssekretär Hay händigte dem chinesischen Ge­sandten Wutingfang eine Anweisung über 3 76000 Dollars aus, welche den Wert des von den Amerikanern im Salzyamen Tientsin b«schlagn<chrnt»n Silber- bar r e n b ilden.

Newyork, 24. Jan. Dem Direktor des deutschen Jr- viug-Platz-Theaters ist von dem deutschen Botschafter von

Holleben mitgeteilt worden, daß Prinz Heinrich die zu seinen Ehren am 22. Februar zu veranstalltende Gala-Vor­stellung besuchen werde. Die Blllets sollen nur an bekannte Personen vergeben und die Einnahmen für das germanische Museum der Harvard-Universität verwendet werden. Die Regierung beabsichtigt einen Spezialzug von 6 Tagen für den Prinzen Heinrich zur Verfügung zu stellen. Die deutsche Botschaft in Washington erhielt während der Anwesenheit des Prinzen eine Militärwache.

Vom Burenkrieg.

Oberst Kekewich meldet: Am 22. wurde eine aus 12 Mann Yeomanry bestehende Patrouille unter Leutnant Woodhouse von 150 Buren umzingelt. Die Paitroullle kämpfte, bis 4 Buren getötet und 6 verwundet waren und mußte sich dann ergeben.

Verdächtig ist bei dieser durch Reuter verbreiteten Meldung die Zahl 150. Gestern hieß es, 150 Buren hätten eine britische Eingeborenen-Abteilung gefangen genommen, heute ist die Rede von 150 Buren, die eine Patrouille fest­nehmen. Die Engländer scheinen in beiden Fällen in ihrer Angst an rasender Uebertreibungssucht zu leiden.

Kiautschou.

DieDenkschrift betreffend dieEntwickel- ung des Kiautschou-Gebietes in der Zeit vom Oktober 1900 bis Oktober 1901" ist uns heute vormittag vom Nachrichtenbureau des Reichsmarineamts zu­gegangen. ©ie enthält außer den 52 Seiten starken Text vier Karten, sowie 12 schöne Titelbilder von Tsingtau, der Schantung-Eisenbahn usw- Die Denkschrift, gedruckt in der Reichsdruckerei, ist bei Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin SW., Wilhelmstraße 29, zu haben. Wir entnehmen ihr Nachstehendes:

Der Eindruck der Fortschritte der jungen Kolonie im Berichtsjahre ist überaus erfreulich. Das Zutrauen der einheimischen Bevölkerung zu der deutschen Verwaltung hat sich im Berichtsjahre in einem überaus regen Zuzuge des chinesischen Elements und zwar gerade auch des be­sitzenden Kaufmannsstandes in das deutsche Gebiet ge­äußert, eine Erscheinung, die der wirtschaftlichen Ent­wickelung des letzteren im Berichtsjahre ihr charakteristi­sches Gepräge verliehen hat. In dem auffällig starken Grundbesitzerwerbe seitens der Chinesen, in der Nieder­lassung zahlreicher Handwerker und Kaufleute, in der Eröffnung einheimischer Banken für den Geldverkehr mit dem Hinterlande u. v. a. m. spiegeln sich die hohen Er­wartungen wider, welche die nüchternen und geschäfts­kundigen Chinesen in die Zukunft der deutschen Kolonie setzen. Nun lehrt aber alle Erfahrung des europäisch-ost­asiatischen Handels, daß die Entwicklung eines Platzes an der chinesischen Küste wesentlich bedingt wird, durch die Be­teiligung des einheimischen Kaufmannselementes, das allein im stände ist, einen regen Verkehr mit dem Innern zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Es liegt deshalb, im wohlverstandenen Interesse gerade auch der deutschen Kaufleute in Tsingtau, daß ein lebensfähiger und kapital­kräftiger chinesischer Handelsstand sich dort entwickelt. In der Schaffung der Vorbedingungen für einen ausgedehnten Verkehr zwischen der See und dem Hinterlande d. h. einerseits umfangreiche Hafenanlagen, andererseits die Eisenbahn ins Innere ist im Berichtsjahre ein erheb­licher Schritt vorwärts gethan worden. Für die Schiff­fahrt ist zunächst der kleine Hafen eröffnet worden, dessen Lösch-' und Ladevorrichtungen die unmittelbare Verladung der Waren vom Schisse auf die Eisenbahn ermöglichen. Inzwischen ist auch am großen Hafen ununterbrochen fort- aearbeitet lvordeu, so daß nunmehr der mächtige Stein- oamm der Umsassungsmole bereits beendet ist. Die Eisen­bahn Hatz, wie es in der vorigen Denkschrift in Aussicht gestellt war, pünktlich im Frühjahr 1901 ihre erste Strecke von Tsingtau bis zur Stadt Kiautschou (74 Kilometer) er­öffnet. Noch im Berichtsjahre folgte die Eröffnung der Strecke bis Kaumi und gegen Ende 1901 derjenigen bis Tschang ling, so daß nunmehr 128 Kilometer dem öffent­lichen Verkehr übergeben sind, während die Legung des Geleises nach den jüngsten Drahtnachrichten bereits 152 Kilometer weit vorgeschritten ist. Cs fehlen jetzt bis zur Erreichung der Hauptstation des Kohlenreviers von Weihsien nur noch 18 Kilometer, bis zur Erreichung des letzteren Ortes selbst 30 Kilometer, und es ist die Eröff­nung der Gesamtstrecke bis dahin bis zum 1- Juni 1902 bestimmt in Aussicht genommen. Dies bedeutet die genaue Innehaltung der in der Ei senb ahn ko nz e ss i o n vom 1. Juni 1899 vorgesehenen Frist, so daß der gesamte Zeitverlust, der durch die chinesischen Wirren verursacht war, bereits wieder eingebracht ist. Auch der Hochbau in Tsingtau hat im Berichtsjahre starke Fortschritte gemacht, wobei ins­besondere die rege Privatbauthätigkcir als volkswirtschaft­lich bedeutsames Anzeichen hervorzuheben ist. Tie tech­nische Anlage, lvelche für den Gesundheitszustand der Ko­lonie und damit für deren ganze Zukunft von Anfang an als die wichtigste erschien, die zentrale Wasserleitung ist nunmehr fertig gestellt und gegen Ende des Berichtsjahres dem Betrieb über­geben werden. Tie Gesundheitsverhältnisse in der Ko­lonie haben sich im Berichtsjahre dank den durchgreifenden sanitären Vorschriften und Maßnahmen der deutschen Ver­waltung recht befriedigend gestaltet. Neben den drängen­den Anforderungen der wirtschaftlichen Entwickelung sind auch die Kütturaufgaben im engeren Sinne von der 'Ma­rin e-Berwaltung nicht vrwnachlässigt worden. Die deuffchen Schalken in Tsingtau, ein weit über die Kolonie, hinaus wichtiger Faktor des deutschen Lebens in Ostasieu, macht stetige und erfreuliche Fortschritte, so daß bereits füp das nächste Jahr am ihre Ausgestaltung in der Richtung